Kategorie: Dauergrünland

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Wiesen belüften

ein kurzer Überblick

Grünland spielt im Rosenheimer Projekt eine zentrale Rolle. Wir befinden uns hier im Grünlandgürtel des Voralpenlands. Durch die Güllebehandlung kann sich bereits ein guter Grünlandbestand entfalten. Gute Erträge und hohe Futterqualität sind das Resultat. Manchmal braucht aber auch das Grünland zusätzliche Pflege. Besonders gute Erfolge haben wir mit dem Belüften der Grasnarbe bei gleichzeitigem Einspritzen von Bodenverjünger.

Warum Wiesen belüften?

Sperrschichten und Verdichtungen im Bodengefüge verhindern die Bodenatmung. Luft kommt nicht zu den Wurzeln und den dort ansässigen aeroben Mikroorganismen.

  • Ohne Sauerstoff kommt es zu reduktiven Fäulnisprozessen im Boden. Humus wird abgebaut. Wurzelexsudate der Pflanze werden nicht mehr abtransportiert und somit die Bodenmikrobiologie nur ungenügend ernährt.
  • Der Boden wird mehr und mehr kompakt. Die nutzbare Feldkapazität sinkt. Regenwasser wird schlechter aufgenommen. Es bildet sich Staunässe. In Trockenzeiten steht den Pflanzen weniger Wasser aus dem Bodenvorrat zur Verfügung.

Woran erkennt man einen verdichteten oder verschlämmten Boden im Grünland?

Wiesenbeluefter-Spatenprobe_Chiemgau-Agrar
  • Unkräuter wie Ampfer oder Löwenzahn wachsen gerne auf verdichteten Stellen. Ihre Aufgabe ist es die Verdichtungen mit ihren langen Pfahlwurzeln aufzubrechen. Ist der Boden an der Oberfläche verschlämmt, zeigt sich die gemeine Rispe oft sehr zahlreich.
  • Nach starken Regenfällen kann der Boden das Wasser nicht aufnehmen und es bilden sich Pfützen.

Genaue Erkenntnisse bringen die Spatenprobe oder das Beproben der Fläche mit einer Bodensonde. Mit diesen einfachen Mitteln kann jeder sich einen guten Eindruck von der Bodenstruktur der Fläche verschaffen.

Was macht das Gerät?

Ca. alle 10 cm schneidet er mit seinen Messern in die Grasnarbe. In diesen Schlitz wird im gleichen Arbeitsgang Bodenverjünger eingesprüht. Der Schlitz erlaubt es, dass Luft wieder in den Boden eindringen und Gase aus dem Boden entweichen können, Blockaden brechen auf.

Warum soll ich gleichzeitig Bodenverjünger beim Wiesenbelüften einsetzen?

Die Mikrobiologie aus dem Ferment „Bodenverjünger“ fördert das mikrobielle Gefüge unter diesen neuen aeroben Bedingungen. Die Wurzeln der Futtergräser können nun diesen „neuen“ Bereich schneller „zurückerobern“ und stabilisieren das Bodengefüge.

Wiesenbeluefter-Bodenverjuenger_Chiemgau-Agrar

Welche Bedingungen setzt das Wiesenbelüften voraus:

  • Nicht bei zu nassen Bodenverhältnissen fahren. Dabei kommt es zu Verschmierungen und macht den Boden erst recht dicht.
  • Bei zu trockenen Bodenverhältnissen können die Messer evtl. gar nicht in den Boden eindringen
  • Der Boden sollte nach dem Belüften eine Weile Ruhe haben. Also nicht unmittelbar beweidet oder überfahren werden.
Dietmar Näser Regenerative Landwirtschaft

Kommentar von Dietmar Näser zum Einsatz von Bodenverjünger

Was macht die Natur an den Wurzeln? Sie schafft in der Rhizosphäre, dem einen Millimeter rund um die Wurzel, eine kleine anoxische Zone – mit Luft, aber ohne Sauerstoff. Der wird durch Mikroben zusammen mit den Wurzelausscheidungen veratmet. In dieser Zone können dadurch die übrig gebliebenen „süßen“ Wurzelausscheidungen von den Mikroben milchsauer verstoffwechselt werden. Das ist übrigens der Beginn der Humusbildung.

Bei der Bodenbearbeitung stehen keine Pflanzen da - wie kann man diesen natürlichen Prozess bei der Bodenbearbeitung nachbilden? Mit einem milchsauren Pflanzenferment. Mit Bodenverjünger, zugeschnitten auf den Einsatzzweck bei der Bodenbearbeitung, können Sie dadurch die Verluste an schnell umsetzbarer Biomasse und Nährstoff senken, denn Humusbildung bedeutet auch Nährstoffbindung.

Wenn Sie mit dem Starter-Paket selbst Bodenverjünger herstellen, können Sie „Ihre Unkräuter“ – sie wachsen als Reaktion auf Ihre Arbeiten am Acker – sinnvoll nutzen. Es sind nämlich die Vitamine, Vitalstoffe und Mineralien in den Unkräutern, die den Boden mikrobiell wiederbeleben – verjüngen. Das Startferment, hergestellt auf einer Lebensmitteltauglichen Anlage, hat eine stabil hohe Qualität und ist eine Entwicklung aus der langjährigen Erfahrung der EM-Herstellung heraus. Mehrfach eigenvermehrte EMa können diese Qualität nicht ersetzen!

Wollen Sie „mit dem Schinken nach der Wurst werfen“? Wer aus Sparsamkeit beim Ansetzen auf das Starterferment verzichtet, um etwas billigeres zu verwenden, kann noch mehr sparen: tanken Sie den Traktor nicht! Keine andere Maßnahme im Ackerbau spart soviel ein!

Wenn Sie mit Bodenverjünger-Startferment den eigenen Ansatz mit der betriebstypischen Flora herstellen, werden Schwankungen in der Zusammensetzung der mitfermentierten Pflanzen stabil ausgeglichen. Das ist die Basis der Wirkung und Sicherheit für Ihre Erträge! Diese Wirkung mit Reserve wird aktuell 2020 durch die immer wieder aufgetretenen Spätfröste massiv gefordert. –

Viel Erfolg in der Frühjahrssaison 2020 wünscht Ihnen trotz aller widriger Umstände

Dietmar Näser

Sandilit-Diabassand-Em-Chiemgau

Silikat Mangel im Boden? Diabas-Sand ist die natürliche Lösung

Ein ausgeglichener Silikatgehalt im Boden fördert die Standfestigkeit der Pflanzen und mindert Schadpilze in der Kultur. Besonders leicht lässt sich ein Silikat Mangel mit Diabas-Sand (0/2) (=Sandilit) ausgleichen. Zusätzlicher Nutzen für den Boden: Verwittert der Sand lässt er Tonminerale entstehen und verbessert die Bodenfruchtbarkeit.

Silikat ein längst vergessener Nährstoff ?

In der westlichen Agrarwissenschaft fand Silikat (SiO2) lange keine Beachtung, während in den ehemaligen Ostblockstaaten Silikat als ein Hauptnährstoff gehandhabt wurde.

Aus unserer Erfahrung können wir viele positive Entwicklungen durch den Einsatz von Sandilit, und damit den Ausgleich des Silikat Depots im Boden, bestätigen:

  • Im Grünland wird der Kleebesatz und die hochwertigen Futtergräser gefördert
  • Pflanzen haben eine höhere Standfestigkeit und gehen nicht so leicht ins Lager
  • Pilzbefall tritt seltener auf
  • Winterackerfrüchte starten besser ins Frühjahr
  • Regenwürmer vermehren sich
  • Verbesserung der Bodengare

Was ist Sandilit?

Sandilit ist auch bekannt unter den Namen Diabas-Sand. Vielen ist Urgesteinsmehl (RoPro-Lit oder Bio-Lit) ein Begriff. Sandilit besteht aus genau dem gleichen Material, nämlich Diabas-Gestein, allerdings nicht auf Körnung gemahlen. Unser Diabas-Sand zeichnet sich durch einen Silikat-Gehalt von über 50% aus.

Bodengeschichtlicher Hintergrund

Viele der fruchtbarsten Böden weltweit sind durch Sedimente aus Winderosion entstanden. Dabei hat der Wind über viele Millionen Jahre Gestein und Bodenmaterial fein abgetragen und in Senken abgelegt. Beispiele für solche Sediment-Böden sind Gäuböden oder Börden. Mit der Ausbringung des Diabas-Gesteins in der Körnung 0/2 (Sandilit) wird dieser Prozess nachgestellt, allerdings im extremen Zeitraffer.

Wie verhält sich Diabas-Sand im Boden?

Sandilit ist nicht wasserlöslich, sondern wird mikrobiell umgesetzt. Das Material verwittert nur nach und nach. Silikat wird in den Bodenvorrat aufgenommen. Die hochwertigen Alumo-Silikate verwittern zu Tonmineralen und fördern die Bodenfruchtbarkeit.

Wie wird Sandilit ausgebracht?

Diabassand-gelagert-Em-Chiemgau


Wir liefern Sandilit erdfeucht an, deshalb eignet sich die Ausbringung mit dem Schleuderstreuer eher nicht. Ideal sind Großflächen- oder Kalkstreuer. Sandilit in den wachsenden Bestand gestreut, bringt den höchsten Nutzen.
Aufwandmenge 4 Tonnen / ha und Jahr.
Da Sandilit nicht wasserlöslich ist, kann man ihn ohne Abdeckung im Freien lagern.



Produkte mit hohem Silikat- Gehalt finden Sie in unserem Shop:

Gülle-Ausbringung-Breitflächenverteilung-Rosenheimer-Projekt-Em-Chiemgau

Güllebehandlung – Kosten – Nutzen

Die Aussage „EM-Güllebeandlung“ kostet viel Geld“, höre ich immer mal wieder von Landwirten. Die Kostenseite ist das eine, dem gegenüber steht die Nutzenseite. Die Praxis vieler langjähriger EM-Anwender zeigt sehr deutlich, dass der positive Nutzen höher ist als die Kosten.

Zahlreiche Landwirte setzen der Gülle Wasser zu, um vermeintlich die Ätzwirkung zu verringern und die Fließfähigkeit zu erhöhen. Bei 1.200 m³ Gülleanfall und einem Wasserzusatz von ø 50 % ergeben sich 1.800 m³ Gülle zu lagern und auszubringen. Die Güllebehandlung nach dem Rosenheimer Projekt macht einen Wasserzusatz überflüssig und erfolgt folgendermaßen:

Je m³ Gülle: 1 l EM aktiv; 6 l Karbosave - Pflanzenkohle; 30 kg Biolit-Urgesteinsmehl

Was verursacht Gülle im Boden?

Organische Dünger und Wirtschaftsdünger „füttern“ Bodenleben und Kulturen, wenn sie belebt sind und sich nicht im Abbauzustand befinden. Der Abbauzustand entsteht durch Eiweißfäulnis. Darum ist es auch nicht normal, wenn die Gülle stinkt. Denn dann fault sie, das Eiweiß wird abgebaut.
Die Kohlenhydrate der organischen Dünger gehen dadurch ebenfalls verloren. Die Mikrobiologie, die den Abbau vornimmt, setzt ihre Arbeit meist im Boden fort. Das führt zu Humusabbau durch organische
Düngung, was fast wie ein paradoxes Phänomen erscheint.

Die verbreitete Praxis, auf unbewachsenen Feldern organisch zu düngen und einzuarbeiten, führt gerade nicht zum Anstieg der Humusgehalte in den Böden.
„Unbelebte“ Gülle oder auch Mist bringen eine erhebliche Menge Nährstoffe in wasserlöslicher Form in den Boden und in die Kulturen.

Die unbehandelten Wirtschaftsdünger schädigen die vorhandene
Mikroflora im Boden, die dominante Abbauflora aus der Gülle verstärkt diesen negativen Effekt. Nach einer Düngung mit unbelebter Gülle enthält der Boden deshalb mehr freigesetzte Nährstoffe als gedüngt wurden. Darüber hinaus entsteht eine Alkohol- und Phenolbildung.

Beide Stoffe sind als Desinfektions- und Lösemittel bekannt, die die Mikroflora des Bodens zusätzlich beeinträchtigen. Sie fördern das Zusammenziehen des Bodens, die passive Verdichtung. Die Nährstofffracht aus unbelebter Gülle, noch dazu auf unbewachsenen Böden, löst deshalb auch einen massiven Keimreiz für Unkräuter aus. Es gibt also viele Argumente, warum ein anderer Umgang mit der Gülle so wichtig ist, ganz gleich, ob es sich um konventionell oder biologisch wirtschaftende Betriebe handelt.

Wann ist der beste Zeitpunkt die Gülle zu behandeln?

Die Komponenten min. 3 Wochen vor der Gülleausbringung in die Grube einrühren. Das Biolit-Urgesteinsmehl wird in der Regel mit dem Silozug in die Güllegrube während des Rührens eingeblasen. Werden Teilmengen der Komponenten bereits im Stall eingesetzt z.B. auf die Laufflächen streuen/gießen, kann dies der Güllebehandlung angerechnet werden.

Anhand der Kostenberechnung eines Beispielbetriebs wird der betriebswirtschaftliche Nutzen deutlich.

Ausgangsbasis: 60 GV, 30 ha Grünland, 1.200 m³ Gülleanfall/Jahr (ohne Wasserzusatz)

Zeile 1:
Die Behandlung der kompletten Jahresgüllemenge erfolgt nach dem Rosenheimer Projekt, Anwendungsmengen je m³ Gülle: 1 l EM-aktiv, 6 l Pflanzenkohle und 30 kg Biolit-Urgesteinsmehl. Die Gesamtkosten liegen bei ca. 5 €/m³.

Zeile 2:
Die Ausbringkosten wurden nach ortsüblichen MR-Sätzen mit der jeweiligen Technik ermittelt. Behandelte Gülle wird nicht mit Wasser verdünnt, was sich in der Ausbringmenge und Ausbringkosten deutlich bemerkbar macht. In der Spalte „Gülle unbehandelt Breitverteilung“ und „Gülle unbehandelt Schleppschuh“ wurden 50% Wasserzusatz zu Grunde gelegt. Bei behandelter Gülle verkürzt sich das Aufrühren auf wenige Minuten.

Zeile 3:
Die N-Verluste (Lagerung, Ausbringung und Auswaschung) schwanken von ca. 10 – 70% je nach Ausbringtechnik, Witterung bei Ausbringung und Art und Weise der Güllebehandlung. Konventionelle Betriebe ergänzen den N-Verlust oftmals über mineralische Zukaufsdünger, um die „gewünschte N-Menge“ den Pflanzen zur Verfügung zu stellen. Hier wurden N-Verluste von 2 kg bei „Breitverteilung Gülle unbehandelt“ und 1 kg bei „Gülle unbehandelt Schleppschuh“ je m³ angenommen.

Zeile 4:
Der Kleeanteil wird durch die behandelte Gülle gefördert. Dieser sammelt entsprechend mehr Stickstoff aus der Luft. Landwirte mit behandelter Gülle haben aufgrund der niedrigeren N-Verluste und des höhen N-Lieferung vom Klee mehr Stickstoff für höhere Erträge und Qualität zur Verfügung. Hier wurden 40 kg/ha N-Lieferung zugrunde gelegt.

Zeile 6:
Derzeit wird nur die Ausbringung mit Injektions- und Schleppschuhtechnik im Rahmen des KULAP stattlich gefördert.

Fazit:

Betriebswirtschaftlich betrachtet sind die Kosten beim Güllemanagement gleich gegenüber unbehandelter Gülle mit Breitverteilung oder Schleppschuh. Hinzu kommen die nicht oder nur sehr schwer in Zahlen zu fassenden Vorteilen:

  • Grundwasserschutz durch weniger N-Auswaschung
  • Verbesserung der gesellschaftlichen Akzeptanz für organische Düngemaßnahmen, aufgrund stark reduzierter Geruchsemissionen.

Antworten auf häufig gestellte Fragen:

Bei ca. 40 m³ Gülleausbringmenge/ha x ca. 4 kg N/m³ abzüglich ca. 10 % Verluste = ca. 150 kg N/ha/Jahr.
Hinzukommt die N-Lieferung durch die Leguminosen von ca. 40 – 60 kg/ha.
Somit stehen rechnerisch ca. 200 kg N/ha für die Pflanzen zur Verfügung.
Bei einem intakten Bodenleben, mit einem Humusgehalt von > 4 % und frei von Bodenverdichtungen sind hier qualitativ und quantitativ gute Erträge in vielen Betrieben Realität. Es ist nicht nur die Menge der gedüngten Nährstoffe entscheidend, sondern viel mehr ein gesunder, humusreicher und belebter Boden.

Pflanzenkohle speichert die Nährstoffe und reduziert markant die Ausgasung in die Luft. Zusätzlich wird die Auswaschung in tiefere Bodenschichten deutlich verringert. Die feinen Haarwurzeln der Pflanzen, nehmen die Nährstoffe aus den Kohleteilchen auf.

Die Gülle wird belebter, dünnflüssiger, sämiger und die Ätzwirkung verschwindet. Die Gülle fließt gut von den Pflanzen ab. Ausbringung bei gut befahrbaren Böden verringern das Bodenverdichtungsrisiko. Zusätzlich wird das Zeitfenster der Ausbringzeit größer, was zur Entzerrung der Arbeitsspitzen beiträgt.

Die EM’s beleben die Mikrobiologie in der Gülle. Die Aussagen „Auf der Oberfläche bilden sich Blubber-Blasen“ hören wir oft. Dies ist das Sichtbare Zeichen einer belebten Gülle.

Biolit-Urgesteinsmehl fördert aufgrund ihrer sehr guten Zusammensetzung von Mineralien und Spurenelementen den Weißklee. Zusätzlich unterstützt die fäulnisfreie Gülle das Bodenleben und letztendlich den Pflanzenbestand positiv.

Die Nährstoffe von behandelter Gülle bleiben in der obersten Bodenschicht (ca. 5-10 cm), dort wurzeln die wertvollen Futterpflanzen. Die Nährstoffe von unbehandelter Gülle werden z.T. in tiefere Bodenschichten ausgewaschen und können nur noch von den Tiefwurzlern aufgenommen werden. Kommen keine Nährstoffe in tiefere Bodenschichten, „verhungern“ diese. Des Weiteren deuten Pionierpflanzen z.B. Ampfer, Löwenzahn auf Bodenverdichtungen hin. Mit ihren starken Pfahlwurzeln versuchen die den Boden zu lockern.

Die belebte Gülle unterstützt die Bodenbiologie, den Humusaufbau und Bodengesundheit. Ein gesunder Boden ist der Grundstein für wertvolles, schmackhaftes Gras. Auch die Vielfalt und Qualität der Gräser und Kräuter hängt mit der Bodenbeschaffenheit zusammen.

Landwirte und Lohnunternehmer die mit Gülleverschlauchungssystemen ausbringen, berichten von deutlich höheren Ausbringleistungen, z.T. ca. 20-30 % weniger Zeitaufwand für die gleiche Menge. D.h. behandelte Gülle ist fließfähiger und lässt sich somit leichter pumpen. Das Verstopfungsrisiko bei Schleppschuh/Schleppschlauch und Injektion wird deutlich reduziert.

Derzeit gibt es (leider noch) keine Ausnahmen, Die Güllesperrzeit, Abstandsflächen, Ausbringtechnik, Lagerungsbedingungen, usw. gelten hier wie in den gesetzl. Bestimmungen verankert.
Derzeit laufen deutschlandweit von unterschiedlichen Organisationen Versuche, Bestrebungen und „Aufklärungsarbeit“ um die behandelte Gülle als „emissionsarme“ Ausbringung lt. Düngeverordnung §3 einzustufen.

Futtertisch-Kuhstall

Die Futterqualität ist die Basis für eine erfolgreiche Tierhaltung

Sophia Kremser hat im Rahmen ihres landwirtschaftlichen Studiums ein Praktikum bei EM-Chiemgau abolviert und dabei eine Umfrage durchgeführt. Dabei untersuchte sie die Auswirkungen des "Rosenheimer Projekts" auf landwirtschaftliche Betriebe.

Im Rahmen meiner Umfrage stellte sich heraus, dass viele Landwirte auf der Weide ein verbessertes Fressverhalten der Tiere nach der Ausbringung der aufbereiteten Gülle beobachten konnten. Dieser Effekt ist auch im Stall bei der Grünfütterung und der Silagequalität bemerkbar.

Gülleaufbereitung vermindert nicht nur die Stickstoffverluste über die Ammoniak Ausgasung und damit den Güllegeruch, sondern wirkt sich auch positiv auf den Boden (s. Blog Teil 1) und die Futterqualität aus.

Ziel war es die Betriebe nach ihren Erfahrungen über die Aufbereitung der Gülle zu Befragen und aufzuzeigen ob und wie sich ein Nutzen bzw. Mehrfachnutzen in den Betrieben über die Jahre zeigt. Betriebe die eine größere betriebliche Veränderung im Laufe der Jahre der Anwendung vorgenommen haben, wurden aus den Bewertungen ausgeschlossen.

Verbesserung-des-Tierwohls
Abbildung 1, auswirkung der gülleaufbereitung auf die allgemeine Tiergesundheit, wobei 50% der Betriebe die aktivierte pflanzenkohle und das Steinmehl bereits im Stall anwenden. (n = Ø 15 Betriebe bei drei Parameter)

Einige Betriebe stellten zusätzlich zu der allgemeinen Gülleaufwertung, auch eine Verbesserung bei der Tiergesundheit und -leistung fest (s. Abbildung 1), dies liegt daran, dass die Erregerkette durch die Aufbereitung der Gülle unterbrochen wird. Eine Übertragung und Vermehrung von pathogenen Keimen über die ausgebrachte Gülle, bis zum eingefahrenen Futter, wird verhindert.

Das reicht von reduzierten Tierarztkosten, bis über eine höhere Remontierungsrate und Steigerung des allgemeinem Tierwohls. Vereinzelte Betriebe die die Komponenten zur Gülleaufbereitung bereits im Stall als Einstreu und auf den Spaltenböden verwenden berichten auch über weniger Klauen- und Mastitisproblemen.

Rosenheimer Projekt-Tiergesundheitsparameter-EM-Chiemgau
Abbildung2, Tiergesundheitsparameter in Bezug auf die Gülleaufbereitung und zusätzlicher Anwendung von CFKE als Siliemittel u./o. Karbofit Futterkohle

In der Abbildung 2 zeigt sich auch, dass es Verbesserungen in der Tiergesundheit, -fruchtbarkeit und -leistung gibt und Betriebe die zusätzlich zur Silageaufbereitung CFKE (Chiemgauer Fermentierter Kräuterextrakt) und/oder Karbofit (Futterkohle) verwenden, tendenziell über bessere Tiergesundheit und -leistung berichten.

Landwirte die das Verfahren seit etwa 3 Jahren anwenden, sehen vermehrt Erfolge in der Boden-, Futterqualität und auch in der Tierleistung. Die Intensität der Auswirkungen unterscheidet sich von Betrieb zu Betrieb. Doch im Gesamten gab es nur positive Rückmeldungen!

Trotzdem ist die Gülle nur ein einzelner Faktor, der einen Einfluss bewirkt. Tiergerechte Aufstallung, optimale Futtererntezeitpunkte, -technisierung und -lagerung, wie auch die Fütterungsintensität sind entscheidend.

Ein Betrieb mit größeren Tierhaltungsfehler, wie zum Beispiel bei Überbelegung im Stall, wird nur schwerlich Verbesserungen feststellen. Aus den vielen Telefongesprächen und ausgewerteten Daten, hat sich für mich bestätigt, dass die Gülle ein häufig unterschätzter Faktor im Betriebskreislauf darstellt und durch eine Veredelung über die Aufbereitung, auch der gesamte Wirtschaftskreislauf vom Boden, über Futter bis hin zum Tier profitieren kann.

Ich möchte mich bei allen Landwirten/-innen für die Zeit, die schönen Gespräche und die Möglichkeit einen Einblick in die vielfältigsten Betriebe und Betriebsgeschichten zu bekommen herzlich bedanken!

Schöner Gruß,
Sophia Kremser

Grünlandfeldtage “Grünlandregeneration und Pfluglose Erneuerung des Bestands”

Am 16. und 17.08.2018 fanden bei hochsommerlichen Temperaturen die Grünlandfeldtage mit Dietmar Näser in Kochel und Grassau statt.

Die beiden Landwirte Helmut Bach, Kochel am See und Jakob Sichler, Grassau stellten jeweils für einen Nachmittag Grünlandflächen zur Verfügung.

Zu Beginn stellte der jeweilige Betriebsleiter seinen ldw. Betrieb kurz vor.
Dietmar Näser veranschaulichte anhand von Plakaten das System „Regenerative Landwirtschaft“. Aufbauende Mikrobiologie im Boden ist notwendig, um gesunde und ertragreiche Pflanzen zu ernten. Boden bilden Pflanzen – Pflanzen bilden Boden. Sie sind ein einheitliches, lebendes System.

  

Generell gilt: Vor jeder Bodenbearbeitung eine „Bodenansprache“ durchführen. Mit der Bodensonde evtl. Bodenverdichtungen feststellen. Mit dem Spaten einen Quader herausstechen und die Durchwurzelung, Farbe, Farbverläufe, Krümelstruktur und den Geruch beurteilen. Guter Boden ist rundkrümelig-locker, gut durchwurzelt und stinkt nicht.

Zusätzlich wurde ein Bodenprofil (ca. 50 cm Tiefe) gegraben. Hier wurde deutlich sichtbar, das auf dieser Fläche seit einigen Jahren der Grasnarbenbelüfter (ca. 15 cm Arbeitstiefe) erfolgreich eingesetzt wurde. In den obersten ca. 15 cm war das Bodengefüge gut. Allerdings in den tieferen Schichten waren nur vereinzelt Regenwurmgänge vorhanden und es zeigte sich eine Bodenverdichtung. Trockenheitsbedingter Ertragsrückgang ist dieses Jahr die Folge.

Auf dem Grünland ist neben der Bodenansprache zusätzlich noch die Pflanzenbeurteilung ein wichtiger Bestandteil. Ein wertvoller Futterbestand setzt sich zusammen aus Gräsern, Kräutern und Leguminosen.

Treten sog. Zeigerpflanzen auf, so können bereits Rückschlüsse auf die Bodenbeschaffenheit geschlossen werden. So deuten Ampfer und Löwenzahn auf Bodenverdichtungen hin und Nährstoffverlagerung in tieferen Bodenschichten. Mit ihren starken und langen Pfahlwurzeln lockern sie den Boden und holen sich die Nährstoffe aus der Tiefe. Werden die Pfahlwurzeln vorsichtig ausgegraben haben sie oftmals einen Knick oder eine starke Krümmung. Dies ist meist genau in der Tiefe, wo die Bodenverdichtung vorliegt.

Werden die Bodenverdichtungen aufgelöst und die Düngung auf EM-behandelte Wirtschaftsdünger umgestellt, verschwinden diese Pflanzen aus der Wiese - das ist „Pflanzenschutz“ in seiner natürlichsten Weise. Im Grünland sind Nährstoffe in Tiefen von mehr als 10-15 cm für die wertvollen Futterpflanzen verloren. Wird Pflanzenkohle in Kombination mit EM in Gülle, Mist und Kompost eingesetzt werden die Nährstoffe in den Kohleteilchen gepuffert und in den oberen Bodenschichten gehalten. Es erfolgt keine Auswaschung in tiefere Bodenschichten.

Unterbodenlockerung
Ist die Tiefe der Bodenverdichtung ermittelt, kann der Unterbodenlockerer für die passende Arbeitstiefe eingestellt werden. Hierzu gibt es von der Fa. Kollitsch einen praxiserprobten Tiefenlockerer bis 60 cm Arbeitstiefe. Bei einer max. Fahrgeschwindigkeit von 5 km/h, lockert er den Boden optimal. Das Gerät hat eine Arbeitsbreite von 3 m und ist ausgestattet mit 4 stabilen Lockerungsscharen mit jeweils einem Scheibensech voraus. Der Kraftbedarf liegt bei 100 -130 PS. Das vorlaufende Scheibensech schneidet den Boden, die Grasnarbe und evtl. Ernterückstände vor um ihn mit dem Lockerungsschar optimal zu Öffnen und Brechen. Die Tiefenlockerung wirkt nach unten, nach rechts und links - durch die natürlichen Prozesse des Reißens wird der Boden auch zwischen den Lockerungsscharen und nach unten gelockert. Zum sofortigen verschließen der Lockerungsschlitze können auf Wunsch verschiedene Nachlaufgeräte (z.B. Wellscheibe, Fräse, Kreiselegge) angebaut werden.

Zusätzlich zur Tiefenlockerung wird der Bodenverjünger direkt in die Schlitze am unteren Ende des Lockerungschares eingesprüht. Durch das tiefe Lockern kommt kurzzeitig Sauerstoff und Luft in den Boden, der zusammen mit dem Bodenverjünger das mikrobiologische Bodenleben unterstützt. Nach dem Lockern muß der Schlitz wieder verschlossen werden, um den Gasaustritt aus dem Boden zu verhindern.

Die Tiefenlockerung sollte nur in der Vegetationszeit durchgeführt werden, wenn die Bodenmikroben ihre „Arbeitstemperatur“ haben.
Zur Lockerung von sehr hartnäckigen und stark- oder mehrschichtigen Bodenverdichtungen sind evtl. mehrere Lockerungsgänge auf Jahre verteilt notwendig.

Fräsen – Flächenrotte - Neueinsaat
Ist die Grasnarbe sehr lückig, d.h. mehr als 50% der Fläche unbewachsen ist, empfiehlt sich eine pfluglose Grünlanderneuerung. Hierzu wird mit der speziellen Ackerfräse auf ca. 3 cm Tiefe die Grasnarbe zerkleinert und zur Flächenrotte gebracht.

Hierzu wird mit einem Dosiergerät auf der Fräse der Bodenverjünger mit eingearbeitet. Je nach Menge der eingearbeiteten organischen Masse (Grasnarbe, evtl. Aufwuchs) kann nach ca. 2-12 Tagen nach nochmaligen Fräsen eine dem Standort angepasste Grünlandmischung gesät werden. Vor der ersten Fräsung empfiehlt es sich, die Tiefenlockerung mit Bodenverjünger-Einbringung durchzuführen. Der Spätsommer ist ein sehr guter Zeitpunkt zur Grünlanderneuerung.

  

Bodenverjünger
Der Bodenverjünger ist ein neues Produkt, das preislich etwas günstiger als EM-aktiv ist und speziell für die Flächenrotte konzipiert wurde, erläutert Christoph Fischer. Sepp Oppenrieder stellt die Vorgehensweise zum Selbstansetzen des Bodenverjüngers vor.

Vorstellung_Bodenverjünger  

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Familien Bach und Sichler für die Unterstützung.
Weitere Infos und technische Daten der eingesetzten Geräte:

www.Ackerfräse.at

www.kollitsch-gmbh.com

Hohe Silagequalität mit CFKE

Die Qualität des Grundfutters ist maßgeblich für die Rentabilität des landwirtschaftlichen Betriebes. Um eine hohe Qualität zu erreichen, müssen viele Faktoren beachtet werden. Ich möchte hier so einige Punkte, die uns im Rosenheimer Projekt wichtig sind, zusammentragen.

Hohe Stabilität in der Silage mit Chiemgauer Fermentiertem Kräuterextrakt (CFKE)

CFKE wird als Einzelfuttermittel und als Silagezusatz verwendet. Es ist auch für den Biobereich zugelassen. CFKE stabilisiert die Silage in einem unglaublichen Umfang. Durch die große Vielfalt an Mikroben in dieser Mischung können Zuckerverbindungen rasch in hochwertige Futtersäuren wie Milchsäure, Essigsäure und Proprionsäure umbauen. Der pH-Wert sinkt schnell und Hefepilze, die die Nacherwärmung hervorrufen können, haben keine Nahrungsgrundlage mehr.
Und: entgegen der Meinung vieler Fütterungsberater wissen wir, dass eine gesunde Kuh keinen Zucker zur Milchproduktion braucht!

CFKE macht die Silage sehr schmackhaft, sie wird gern gefressen. Durch die geringere Verpilzung wird außerdem der Stoffwechsel der Kuh entlastet.

Über die Dosiereinrichtung am Häcksler oder die spezielle Dosieranlage mit Tauchpumpe wird eine gute Verteilung von CFKE im Schnittgut garantiert und das mit wenig Arbeitsaufwand.

Strukturwirksame Rohfaser

Rohfasergehalt alleine ist im Grundfutter nicht der ausschlaggebende Parameter. Für einen Wiederkäuer darf und soll dieser Rohfasergehalt auch strukturwirksam sein. Dies wird erst ab einer Schnittlänge von 10 cm erreicht.

Die Praxis ist häufig nicht sehr Wiederkäuer freundlich: Der Häcksler hackt das Schnittgut bereits auf eine geringere Halmlänge. Dann wird das Ganze mit dem Radlader und hohem Gewicht gut zusammengefahren und vor der Fütterung wird das Grundfutter nochmal im Futtermischwagen gut gemischt, dass die Tiere nichts mehr aus dem Einheitsbrei aussortieren können. Um den Tieren etwas strukturwirksames anbieten zu können wird oft zusätzlich Stroh vorgelegt: Zusätzliche Arbeit, zusätzliche Kosten, die mit dem richtigen Grundfutter vermieden werden können.

Wir haben festgestellt: Hohe Qualität im Aufwuchs, strukturwirksames Grundfutter und saubere Fermentation führen zu einem Grundfutter mit hoher Grundfutterleistung. Kraftfuttermengen können sukzessive reduziert werden. Auf längere Sicht führen diese Maßnahmen zu einem gesunden, leistungsfähigen und ausdauernden Tier mit hoher Lebensleistung.

Qualitätsbestimmung fängt auf der Fläche an

Im Grünland sorgt die begrenzte Güllemengen-Ausbringung (immer aufbereitete Gülle!) von 10 Kubikmeter Gülle je ha und Schnitt für einen hohen Kleebesatz und die Etablierung der hochwertigen Futtergräser. Und das ohne Nachsaat. Mit 40 kg N aus der Gülle und 20 kg N vom Klee führt das zum Vollertrag auf der Fläche bei gleichzeitigem idealen Mineraliengehalt im Grundfutter. Güllemengen je Schnitt von über 15 Kubikmeter führen zu einem Kaliumüberschuss und zu einer Festlegung von Zink, Mangan und Kupfer im Boden. Dieser Mangel führt zu geringen Fruchtbarkeitsleistungen und muss dann über teures Mineralfutter ausgeglichen werden.

Aufbereitete Gülle bringt kein Fäulnispotential mehr mit sich. So kann der Schnittzeitpunkt hinausgezögert werden ohne dass Fäule am Stengelhals sich einstellt. Das Gras ist hat eine hohe Standfestigkeit und geht nicht so schnell ins Lager. Der hohe Kleeanteil in so behandelten Wiesen fördert zusätzlich die Nutzungselastizität. Der Aufwuchs verholzt nicht so schnell und darf somit älter werden. Je mehr Blattmasse auf der Fläche steht, also je älter der Aufwuchs wird, umso höher kann die Photosyntheseleistung werden. Es wächst quasi von selbst.

Güllefassl_Sichler

Gülle richtig behandeln – und alle haben was davon…

Wer mich kennt, weiß dass ich eine geheime Leidenschaft für das Thema Gülle hege. Einfach aus dem Grund, weil man aus dem scheinbaren Problemdünger, den man angeblich im Zuge der modernen Landwirtschaft hinnehmen muss, ganz leicht einen hochwertigen organischen Volldünger machen kann. Und zwar so, dass er gut düngt, die Fruchtbarkeit der Böden steigert und dem  Nebeneffekt, dass es nicht mehr stinkt.
Wie die Bauern aus dem Rosenheimer Projekt nur zu gut wissen: Die „gute“ Landluft riecht nicht nach Ammoniak und die geruchsbedingte Ausgangssperre im Frühjahr muss man seinen Nachbarn auch nicht zumuten.

Richtig behandelte Gülle stinkt nicht, sie ätzt nicht und sie liefert Nährstoffe dorthin wo sie gebraucht werden, in die oberen Bodenschichten, wo die Kulturpflanzen wurzeln. Nährstoffe in behandelter Gülle liegen weniger in Form von flüchtigen Gasen vor, es gibt weniger Stickstoffverluste während der Lagerung und der Ausbringung. Somit können Mineraldüngergaben im Ackerbau sukzessive und im Grünland radikal reduziert werden.

Kleewiese

Aber noch mal zurück zum Anfang. Wird die Gülle richtig behandelt und zwar mit EM, Gesteinsmehl und Pflanzenkohle und gewährt man dieser Mischung genug Einwirkzeit (4-8 Wochen wären optimal), verändert sich die Gülle gewinnbringend. Diejenigen, die sich an unsere Empfehlungen halten, sind begeistert von der Konsistenz (Rückmeldungen wie „Die Gülle ist wie Sahne“ oder „...wie Schokomousse“ sind keine Seltenheit) und der Geruch geht gegen Null. Jeder, der schon einmal Gülle ausgefahren hat kennt das: Am Abend riecht man selbst nach einer ausgiebigen Dusche noch manchmal was man den ganzen Tag getan hat. Der Geruch ätzt sich richtig in die Haut. Behandelte Gülle kann leicht mit Wasser abgewaschen werden und der Geruch ist sofort weg.

Güllefahren

Behandelte Gülle ist Mehrwert
Genauso wie sie sich nicht in die Haut „frisst“, werden Blattoberflächen nicht verätzt. Das bedeutet, dass sie in den wachsenden Bestand ausgebracht werden kann. Die Güllegaben haben eine hohe Düngewirkung auch in geringen Ausbringmengen und die Nährstoffe können gleich von der aktiven Wurzel- und Bodenmikrobiologie verbaut werden. Behandelte Gülle wird ausschließlich bei trockenem Wetter ausgebracht. Ihre sämige Konsistenz verhindert, dass sie sich am Blatt „festfrisst“ und die Pflanze beschädigt, vielmehr formt sie Tropfen und perlt vom Blatt ab. Im Grünland dankt das vor allem der Kleebestand, aber auch die hochwertigen Futtergräser mit regem Wachstum. Auch Mais kann solange mit Gülle gedüngt werden, bis das Güllefassl nicht mehr in den Bestand passt.
Zusammengefasst heißt das: Nährstoff-Auswaschungen gehen gegen Null. Düngewirkung und Nutzungsmöglichkeiten der Gülle steigen.

Humus baut sich auf und Bodenfruchtbarkeit wird erhöht.
Hier liegt der eigentliche Mehrwert von behandelter Gülle (auch behandeltes Biogassubstrat möchte ich hier nicht ausnehmen). Wir können die behandelte Gülle effektiv Nutzen, um unsere Böden wieder so aufzubauen, dass sie auch große Wassermengen, wie bei Starkregen, schnell aufnehmen und das Wasser für Trockenperioden speichern können. Jedes Jahr wird der Boden humoser und krümeliger, was die Bodenbearbeitung erleichtert, Diesel spart und den Unkrautdruck langsam vermindert. Die Ertragssicherheit steigt auf lange Sicht.

Mit behandelter Gülle Gewässerschutz leisten
Behandelte Gülle ist zudem DER Lösungsansatz für den Gewässerschutz. Sie könnte auch weiterhin als Dünger genutzt werden, da es bei einem richtigen Gülle-Management, keine Nährstoffeinträge in Ober- und Grundflächenwasser gibt. Und das ohne schwere Gülleausbringtechnik oder großen Investitionsanspruch. Hier bräuchte es auch keine neue Düngeverordnung mit fixen Ideen, wie einer Gülle-Lagerzeit von 9 Monaten. Das Problem bei diesem praxisfernen Lösungsansatz ist nicht nur die Lagerzeit und die Lagerkapazitäten die dafür benötigt werden würden. Das große Problem, das sich mittelfristig zeigen wird, ist die Überforderung der Bodenmikrobiologie mit den immensen Güllegaben in den drei Monaten, die den Bauern noch bleiben, um die Gülleseen abzubauen. Und ohne Bodenmikrobiologie schaut die Zukunft nicht rosig aus eher steppig oder gar wüstig.

 

Wintergülle jetzt behandeln
Jetzt Gülle aufbereiten und während der gesamten Frühjahrsentwicklung davon profitieren! EM-aktiv und Pflanzenkohle kann jetzt schon in die Güllebehälter eingebracht werden. Die frische Gülle kommt direkt in ein stabiles Milieu in der Grube und bleibt so, bis sie im Frühjahr ausgebracht werden muss. Durch die Lagerzeit bis mindestens Mitte Februar bekommt man die beste Effizienz aus der Behandlung. Grundsätzlich gilt. Je länger die Komponenten in der Gülle wirken können umso besser ist der Effekt. Man sollte ein Minimum von zwei Wochen einberechnen, allerdings sind die Effekte nach 6-8 Wochen Lagerzeit weitaus höher.
Ab sofort kann auch Gesteinsmehl eingeblasen werden. Genaue Mengenangaben für die Behandlung finden Sie hier.

Um eine humusmehrende Behandlung der Flächen über das ganze Jahr zu gewährleisten sollte im Juni/ Juli die Behandlung der Gülle wiederholt werden. Wer möchte kann auch EM-aktiv, Gesteinsmehl und Pflanzenkohle bereits im Stall einsetzen. So wird nicht nur die Gülle aufbereitet, sondern auch das Stallklima sehr positiv beeinflusst. Geruchsentwicklung, Fliegen und Krankheitserreger werden immer weniger.

Bei Fragen zur Gülle- Mist- oder Biogassubstrat Aufbereitung können wir gerne telefonieren. Ich bin immer vormittags für Beratungen telefonisch erreichbar.

Herzlichst
Claudia Crawford
Dipl. Ing. agr.

Stammtisch_Okt_16

EM-Stammtisch in Halfing

Endlich war es wieder soweit, am Donnerstag, den 27.10.2016 trafen wir uns wieder zu einem gemütlichen EM-Stammtisch beim Sießlbräu in Halfing.  Und informativ war es noch dazu. Schön war auch, dass sich unsere Gäste aus dem mittleren Norden, die mit einem Bus aus Nordroheinwestfalen zu Besuch waren, gleich sehr wohl gefühlt haben.

EM_StammtischrundeNach der traditionellen Rückschau vom Fischer Christoph, gaben noch zwei Referenten ihre eigenen Erfahrungen mit EM und Terra Preta auf ihren Betrieben wieder: Hans Kink aus Kohlstatt (Milchvieh mit EM seit fast 20 Jahren), Sepp Rothmoser aus Grafing (Pferdehaltung mit EM seit einem Jahr).

Da der letzte Stammtisch schon wieder einige Zeit her war gab es in der Rückschau vom Christoph viel zu berichten. Für die neuen Gesichter am Stammtisch hat er das Rosenheimer Projekt und die dabei wichtige Komponente der Gülleaufbereitung noch einmal vorgestellt. Auch was in Högering so los war, vom Profigärtnerseminar bis zur Akademiegründung im Juli wurde berichtet.
Interessante EinChristoph_Fischerblicke gab er uns in die politische Entscheidungsfindung, da er als Fachreferent beim Arbeitskreis "Antibiotikafreie Fütterung" im Bundesumweltministerium in Berlin eingeladen war. Wer mehr dazu erfahren möchte, kann das gern im dazugehörigen Blogbeitrag nachlesen.
Hans Kink aus Kohlstatt, 20 Jahre Güllebehandlung im Bio-Milchviehbetrieb

Johann_KinkMit den Worten " Bei uns passt alles, Grünlandbestand, Futtermenge, Futterqualität und Tiergesundheit, obwohl wir nicht viel machen" hat Hans angefangen seinen Grünland-Betrieb, den er auf 800 Höhenmeter  im Nebenerwerb bewirtschaftet, zu beschreiben.
Seit fast 20 Jahren wird konsequent Gülle aufbereitet, zuerst mit EM, dann mit EM und Gesteinsmehl und seit einigen Jahren kommt die Kohle auch mit zum Einsatz. "G'odelt wird nur bei schönem Wetter", so Kink. Vor einigen Jahren hat er einen Nimbatus Vernebler im Stall eingebaut, somit wird die gesamte EM-Menge im Stall vernebelt und er braucht sie nicht mehr separat in die Gülle einrühren. Positiver Nebeneffekt: Keine Fliegen mehr im Stall und das Stallklima ist auch sehr angenehm.
Heuer hatte er seine Futtermenge bereits nach dem vierten Schnitt beisammen. Den fünften Schnitt wollte er erst den Regenwürmern spendieren, aber nun schenkt er ihn einem Berufskollegen.

Mit bloßem Auge sichtbar  ist die Lebendigkeit im Boden und die Wüchsigkeit von Gras und Klee im zeitigen Frühjahr. Die Bodenmikrobiologie erzeugt Wärme, so dass seine Flächen früher vom Schnee befreit sind als die Nachbarflächen. Außerdem seien seine Bestände bereits dunkelgrün und wachsen, während andere erstmal Kunstdünger ausbringen müssen, dass sich überhaupt was bewege, so Kink, auch die Verpächter haben schon festgestellt, dass die Flächen sich positiv entwickelt haben, seit er sie bewirtschafte. Die bescheidene und enthusiastische Art und Weise, wie Hans seinen Betrieb vorgestellt hat, hat vielen Gefallen. "Einfach muss es sein, nicht viel Arbeit machen und nachhaltig einen Effekt bringen. Und da bin ich beim Christoph genau richtig"

Anschließend zeigte Sepp Rothmoser aus Grafing, wie er Terra Preta im Pferdepensionsbetrieb seit einem Jahr einsetzt

JOsef_RothmoserAuf dem Pferdehof in Grafing mit 40 Boxen ist der angefallene Pferdemist schon immer ein Problem gewesen. Sepp Rothmoser war lange auf der Suche nach einem nachhaltigen System und ist dabei zu einem EM-Vortrag von Christoph Fischer gekommen. Die Effektiven Mikroorganismen und die Terra Preta erschienen ihm gleich als sinnvollen Lösungsansatz. Und so hat er die Idee gleich bei 10 Boxen auf dem Hof umgesetzt. Nach einem Jahr waren die Ergebnisse bereits sichtbar: Der Mist kann voll verwertet werden, die Aufwuchsmenge im Grünland steht der konventionell gedüngten Wiese in nichts nach und Mutters Geranien wuchsen heuer nicht nur, sondern wucherten. Die Terra-Preta Mist Probe wurde von den erfahrenen Landwirten mit allen Sinnen geprüft. Wer mehr über Sepp Rothmoser und seine Terra Preta Erfahrungen lesen möchte, findet ein Interview mit ihm hier im Blog.

Zum Schluss zeigte Georg Planthaler noch den Trailer vom Film des Agrarbündnisses Traunstein/ Berchtesgadener Land "Wei ois irgendwia zamhängt". Alle Vorführungstermine und weitere Infos zum Film gibt es auf der Homepage unter http://www.weiloisirgendwiazamhaengd.de/index.htm

Wie hats Euch gefallen am Stammtisch? Habt Ihr Wünsche, Anregungen oder Themen, die wir für den nächsten Termin mit vorstellen könnten? Bitte gebt Euren Kommentar kurz dazu ab. Wir freuen uns auf Eure kurze Rückmeldung!

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