Kategorie: Ackerbau

Feldtag in der Hallertau „Bodenlockerung und Ferment-Einsatz im Ackerbau“

Am 28.07.2020 folgten über 100 interessierte Landwirte/innen der Einladung vom Maschinen- und Betriebshilfsring Mainburg zum Praxisnachmittag „Bodenlockerung und Einsatz von Fermenten im Ackerbau“ auf dem Betrieb von Erwin Prummer in Elsendorf – Mitterstetten.
Die Initiative ging von Landwirt Hans Mirlach aus, der nun im zweiten Jahr das Fermentprodukt Bodenverjünger im Ackerbau einsetzt.
Barbara und Franz Kollitsch waren mit dem Vorführgerät vor Ort und erklärten auch dessen Wirkungsweise. Sepp Oppenrieder stellte den Bodenverjünger mit Einsatzbereiche und Wirkung vor.

Ausgangsbasis auf der Vorführfläche

2019 baute Erwin Prummer Silomais an, heuer erntete er Triticale als GPS. Der Boden ist sehr hart und verdichtet. Das Triticale bildete nur flache Wurzeln aus. Der Boden ist eher unbelebt, auch Regenwürmer sind so gut wie keine zu finden.
Die Maisstoppeln aus 2019 finden sich größtenteils unverrottet im Boden wieder. Bisher arbeite Mirlach mit ausschließlich konventionellen Anbautechniken. Sein sandiger Löss-Lehm Boden weist 50 – 60 Bodenpunkte auf.
Mit der Bodensonde konnte nur mit massivem Druck bis in 20-30 cm Tiefe gedrückt werden. Die Bodenfarbe selber ist sehr hell, was auch Indiez für mangelndes Bodenleben darstellt.

In der Praxisvorführung war der Kollitsch-Tiefenlocker mit 4 Lockerungsscharen im Einsatz. Im Vorfeld wurde am 18.08.2020 eine Teilfläche mit dem Tiefenlockerer bearbeitet incl. Einbringung des Bodenverjüngers.

Kernaussagen von Barbara und Franz Kollitsch zur Tiefenlockerung:

  • Das Lockerungsschar sollte ca. in der Mitte der verdichtenden Bodenschicht laufen. Der Schlepperfahrer merkt das sofort am Zugbedarf, wenn er zu Beginn der Lockerung mit den Arbeitstiefen etwas variiert.
  • die max. Fahrgeschwindigkeit soll ca. 5 km/h nicht überschreiten, damit der Boden langsam reißen kann. Der Boden reißt dann in vielen feinen Haarrissen nach allen Seiten um das Lockerungsschar z.T. bis ca. 70 cm tiefe.
  • Der Boden wird leicht vom Lockerungsschar angehoben und „atmet“ frische Luft ein. Gleichzeitig wird der Bodenverjünger mit der am Lockerungsschar unten angebauten Düse eingespritzt.
  • Anschließendes Verschließen und leichtes Andrücken nach dem Lockerungsschar um ein „Ausgasen“ des Bodens zu verhindern.
  • Am Tiefenlockerer können verschiedene Anbaugeräte zum Einebnen der Oberfläche und Verschließen der Lockerungsschlitze angebaut werden z.B. Wellscheibe, Kreiselegge, Stabwalze.
  • Zur Lockerung von sehr hartnäckigen und stark- oder mehrschichtigen Bodenverdichtungen sind evtl. mehrere Lockerungsgänge auf Jahre verteilt notwendig.

Ferment-Einsatz im Ackerbau

Sepp Oppenrieder stellte den Versickerungstest vor. Hierzu wurden ca. 30 cm lange Rohre mit ø 25 cm in den Boden gedrückt und Wasser eingefüllt. Auf der vor 10 Tagen tiefgelockerten Versuchsfläche versicherte das Wasser schneller als auf der nicht gelockerten Fläche.

Noch gravierender fällt dieser Versuch aus, wenn keine Stoppelbearbeitung erfolgte (wie in Mainburg geschehen).
Hier im Bild ein Versuch aus dem Jahr 2019; siehe Blogbeitrag

Aus dem Vortrag von Sepp Oppenrieder:

Mit der Bodenansprache - mit Spaten und Bodensonde wird die aktuelle Bodenbeschaffenheit beurteilet und anschließend entscheidet man, welches Bodenbearbeitungsgerät eingesetzt werden soll.

  • Die erste Bodenbearbeitung sollte erst ab einer Bodentemperatur von min. 7- 8 Grad vorgenommen werden (im Durchschnitt von Tag und Nacht).
    Tipp: Wenn im Frühjahr die Schlehe blüht, ist im Normalfall die notwendige Bodentemperatur erreicht.
  • Der bei der Tiefenlockerung eingespritze Bodenverjünger unterstützt und stabilisiert die Lockerung auf der mikrobiologischen Ebene.
  • Den Humusaufbau mit vielgliedriger Fruchtfolge, Zwischenfruchtanbau, wenig wendender Bodenbearbeitung und EM-Einsatz unterstützen.
    1 % mehr Humusgehalt im Boden kann ca. 300-400 m³ je ha mehr Wasser speichern. Dieses Wasser wird in den Trockenphasen von den Pflanzen dringend benötigt. Wasser, das bei Starkregen auf der Fläche versickert, „entlastet“ die Bäche und verringert das Überschwemmungsrisiko.
  • Die Tiefenlockerung sollte am besten in der Vegetationszeit erfolgen, so dass möglichst schnell die Pflanzenwurzeln in den entstandenen feinen Rissen nach unten wurzeln können. Gerade in trockenen Phasen finden die tiefergehenden Wurzeln noch Wasser.
  • Zur Pflanzenstärkung können verschiede EM-Produkte als Tankmischung in den wachsenden grünen Pflanzenbestand mit herkömmlicher Spritztechnik ausgebracht werden.
    Eingesetzt werden:
    Scharfes Blond bei starkem Insektendruck und zur Stärkung der Immunsabwehrkraft der Pflanzen
    RoPro 13/20 zur Stärkung der Pflanzenvitalität und Abwehrkraft gegen Pilze
    RoPro-Startfit für gestärkte Pflanzen mit hoher Trockenheitsresistenz
  • Organischen Dünger wie z.B. Gülle, Gärrest und Mist nicht auf dem Acker vergraben, sondern in den wachsenden grünen Pflanzenbestand (egal ob Zwischen- oder Hauptfrucht) ausbringen. Die Organik wird von den Mikroorganismen sofort verstoffwechselt. Schnell bemerkt man die Wirkung dieser Kombination an einer dunkleren Farbe, eines veränderten Geruchs und einer Veränderung der Bodenstruktur bei einer Spatenprobe.

Spatenprobe; hier im Grünland

Fazit des Praxisnachmittages:

Bereits 10 Tage nach der Tiefenlockerung mit Bodenverjünger-Einspritzung sind erste positive Veränderungen sichtbar. Die Bodensonde geht mit mittelmäßigem Druck bis ca. 40 cm in die Tiefe. Die Wasserversickerung läuft etwas besser. Der Boden verfärbt sich langsam etwas dunkler und es sind erste leichte Krümmelstrukturen zu erkennen. Beim Darübergehen „federt“ der Boden.

In vielen Kleingruppengesprächen wurden bis zum Abend die zahlreichen Fragen der Teilnehmer/innen beantwortet. Selbstverständlich war auch für Getränke und eine kleine Brotzeit gesorgt.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei den Veranstaltern und den teilnehmenden Landwirten/innen für den interessanten und informativen Praxisnachmittag.

Staunässe beheben EM-Chiemgau

Staunässe nachhaltig beheben

Staunässe nachhaltig beheben durch mikrobielle Milieusteuerung

Staunässe droht: Kurze, heftige Starkregenereignisse häufen sich immer mehr. Von Starkregen spricht man ab einer Menge von mehr als 5 Litern pro m² in 5 Minuten.

Der Boden muss dabei in kürzester Zeit enorme Mengen Wasser aufnehmen. Sind die Oberflächen verschlämmt, die Böden verdichtet und die Porenstruktur nicht stabil, kann das Wasser nur schwer in den Boden aufgenommen werden. Es kommt zu Staunässe auf Acker und Grünland und die Kulturen leiden.

Die Lösung: Verdichtungen aufbrechen und mit Bodenverjünger den Boden mikrobiell besiedeln

Das Ziel ist es, einen garen Boden mit runden Bodenkrümeln zu erzeugen. So ein Boden hat eine optimale Porenstruktur für die Wasseraufnahme und die Wasserhaltefähigkeit (Feldkapazität). Runde Krümel sind im Gegensatz zu eckigen Krümeln formstabil, auch bei starken Regenfällen.
Runde Krümel entstehen ausschließlich durch mikrobielle Aktivität. Eckige Krümel durch mechanische Bearbeitung.

Verdichtungen behindern nicht nur das Regenwasser am Eindringen in die tieferen Bodenschichten und begünstigen Staunässe, sie behindern außerdem den Gasaustausch im Boden und behindern die Mikrobiologie an ihrer Arbeit. Die Wurzeln der angebauten Kultur können sich nur schlecht entwickeln. Unkräuter mit kräftigen Pfahlwurzeln vermehren sich. Sie versuchen den Boden zu sanieren.

Was tun bei Staunässe?

Die Kombination aus mechanischer Lockerung und mikrobieller Besiedelung hilft, neu geschaffenen Wurzelungsbereich zu stabilisieren und für die Wurzeln offen zu halten. Runde Krümel können entstehen.

Staunässe beheben mit dem Tiefenlockerer

Am Tiefenlockerer wird Bodenverjünger direkt eingespritzt.

Tiefenlockerung wird am besten in der wachsenden Kultur (z.B. in der Zwischenfrucht) durchgeführt, da hier die Mikrobiologie am aktivsten arbeiten kann.

Oft reicht ein Arbeitsgang, um die Verdichtungen zu lösen und Staunässe dauerhaft zu eliminieren.

Aufschluss über den Erfolg der Maßnahme zeigt der Versickerungstest, wie in diesem Blog-Beitrag beschrieben

Erntezeit-Getreide-Stroh-mit-EM-Behandeln-Bartl-Gamml-EM-Chiemgau

Stroh pressen mit EM

Effektive Mikroorganismen auf das Stroh aufgesprüht, fördern ein vielschichtiges und regeneratives Mikrobiom auf dem Stroh.

Die Strohqualität hängt von vielen Faktoren ab. In feuchten Jahren können Pilzsporen, die an den Halmen anhaften, negative Auswirkungen haben. Auch Pestizidrückstände haben einen oft nachteiligen Einfluss.

Vorteile von Effektiven Mikroorganismen im Stroh

  • stoppt Schimmelbildung
  • mindert Staubentwicklung
  • mindert Nacherwärmung
  • hilft ein starkes regeneratives Mikrobiom zu re-etablieren
  • förderlich für ein gesundes Stall Mikrobiom beim Einstreuen

Effektive Mikroorganismen beim Strohpressen - wie wird's gemacht?

EM-aktiv oder CFKE (Chiemgauer Fermentierter Kräuterextrakt) wird beim Schwaden oder direkt beim Pressen auf das Stroh aufgesprüht.

Unsere Dosieranlage kann direkt an der Pickup der Presse montiert werden.

Aufwandmenge/ m³ : 1 L

Effektive Stippelbearbeitung mit dem Bodenverjünger

Effektive Stoppelbearbeitung mit Bodenverjünger

Jeder organische Eintrag in den Boden fordert die Mikrobiologie. Es gilt die organische Masse rasch umzusetzen, ohne Nährstoff- und Energieverluste.

Stoppelrückstände auf dem Acker werden dem Boden nach der Ernte wieder zugeführt. Je schneller sie umgesetzt werden, umso geringer ist die Gefahr, dass Schädlinge sie als Brutstätte nutzen oder dass Fäulnisherde entstehen.

Bodenverjünger fördert die Rotte und bietet der Bodenbiologie umfassende Unterstützung

  • vermindert Fäulnisprozesse
  • fördert die rasche Zersetzung der Organik
  • Nährstoffverluste werden vermindert
  • unterstützt die Bodengare
  • hilft eine stabile Krümelstruktur zu etablieren
  • perfekte Vorbereitung für die Folgekultur
  • mindert Verdichtungen

Bei oder vor der Einarbeitung von Ernterückständen wird Bodenverjünger direkt auf die Stoppeln gesprüht. Für eine bessere Verteilung kann Bodenverjünger mit Wasser verdünnt werden.

Aufwandmenge Bodenverjünger: 150 L / ha

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Maisanbau mit EM - Chiemgau agrar

Trockenstress beim Mais verringern

Trockenstress: Die Erfahrung aus der regenerativen Landwirtschaft zeigt: Je humoser ein Boden, umso besser kann er mit Trockenheit umgehen. Die Feldkapazität der Flächen steigt mit dem Humusanteil. Wasser wird schneller aufgenommen und kann länger gespeichert werden. Somit können Pflanzen länger vom Wasservorrat im Boden zehren. Besonders wichtig: Eine dauerhafte Bodenbedeckung schützt das Bodenleben vor der Sonneneinstrahlung und Hitzestaus.

Alle Maßnahmen zur Humusmehrung und Verbesserung der Feldkapazität nach der regenerativen Landwirtschaft finden Sie hier

Trockenstress verringern - was kann ich jetzt noch tun?

Eine pflanzenstärkende Blattspritzung in den frühen Wachstumsstadien wirkt sich positiv auf die komplette Vegetationsperiode aus. Vor allem Hackfrüchte mit ihrem hohen Wasserbedarf, profitieren in trockenen Jahren von dieser Behandlung.

Vorteile der vitalisierenden Blattbehandlung:

Maisanbau Trockenstress
  • Vitalere und resistentere Pflanzen
  • Verbesserung der Qualität der Frucht
  • Bessere Lagerfähigkeit der Frucht
  • Erhöhung des Ertrages durch bessere Aufnahme und Umsetzung von Nährstoffen
  • Verminderung des Wasserbedarfs
  • Verkürzung der Vegetationsperiode

Wie wird´s gemacht?

Mit der technisch notwendigen Menge Wasser werden folgende Komponenten mittels Feldspritze ausgebracht:

Aufwandmenge 3-5 Blattstadium

25 L EM-aktiv
3 kgRoPro-Startfit
4 kgRoPro 13/20
1 L Biplantol Agrar

Aufwandmenge Schossen/ vor Reihenschluss

25 L EM-aktiv
3 kgRoPro-Startfit
4 kgRoPro 13/20
1 L Biplantol Agrar
1 LScharfes Blond

Tipp: Nach Hagelschäden wird die Wundheilung der Pflanzen stark gefördert. Pilzkrankheiten können nicht so leicht in die Pflanze eindringen. Der Bestand kann gesund abreifen.

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Dietmar Näser Regenerative Landwirtschaft

Kommentar von Dietmar Näser zum Einsatz von Bodenverjünger

Was macht die Natur an den Wurzeln? Sie schafft in der Rhizosphäre, dem einen Millimeter rund um die Wurzel, eine kleine anoxische Zone – mit Luft, aber ohne Sauerstoff. Der wird durch Mikroben zusammen mit den Wurzelausscheidungen veratmet. In dieser Zone können dadurch die übrig gebliebenen „süßen“ Wurzelausscheidungen von den Mikroben milchsauer verstoffwechselt werden. Das ist übrigens der Beginn der Humusbildung.

Bei der Bodenbearbeitung stehen keine Pflanzen da - wie kann man diesen natürlichen Prozess bei der Bodenbearbeitung nachbilden? Mit einem milchsauren Pflanzenferment. Mit Bodenverjünger, zugeschnitten auf den Einsatzzweck bei der Bodenbearbeitung, können Sie dadurch die Verluste an schnell umsetzbarer Biomasse und Nährstoff senken, denn Humusbildung bedeutet auch Nährstoffbindung.

Wenn Sie mit dem Starter-Paket selbst Bodenverjünger herstellen, können Sie „Ihre Unkräuter“ – sie wachsen als Reaktion auf Ihre Arbeiten am Acker – sinnvoll nutzen. Es sind nämlich die Vitamine, Vitalstoffe und Mineralien in den Unkräutern, die den Boden mikrobiell wiederbeleben – verjüngen. Das Startferment, hergestellt auf einer Lebensmitteltauglichen Anlage, hat eine stabil hohe Qualität und ist eine Entwicklung aus der langjährigen Erfahrung der EM-Herstellung heraus. Mehrfach eigenvermehrte EMa können diese Qualität nicht ersetzen!

Wollen Sie „mit dem Schinken nach der Wurst werfen“? Wer aus Sparsamkeit beim Ansetzen auf das Starterferment verzichtet, um etwas billigeres zu verwenden, kann noch mehr sparen: tanken Sie den Traktor nicht! Keine andere Maßnahme im Ackerbau spart soviel ein!

Wenn Sie mit Bodenverjünger-Startferment den eigenen Ansatz mit der betriebstypischen Flora herstellen, werden Schwankungen in der Zusammensetzung der mitfermentierten Pflanzen stabil ausgeglichen. Das ist die Basis der Wirkung und Sicherheit für Ihre Erträge! Diese Wirkung mit Reserve wird aktuell 2020 durch die immer wieder aufgetretenen Spätfröste massiv gefordert. –

Viel Erfolg in der Frühjahrssaison 2020 wünscht Ihnen trotz aller widriger Umstände

Dietmar Näser

Sandilit-Diabassand-Em-Chiemgau

Silikat Mangel im Boden? Diabas-Sand ist die natürliche Lösung

Ein ausgeglichener Silikatgehalt im Boden fördert die Standfestigkeit der Pflanzen und mindert Schadpilze in der Kultur. Besonders leicht lässt sich ein Silikat Mangel mit Diabas-Sand (0/2) (=Sandilit) ausgleichen. Zusätzlicher Nutzen für den Boden: Verwittert der Sand lässt er Tonminerale entstehen und verbessert die Bodenfruchtbarkeit.

Silikat ein längst vergessener Nährstoff ?

In der westlichen Agrarwissenschaft fand Silikat (SiO2) lange keine Beachtung, während in den ehemaligen Ostblockstaaten Silikat als ein Hauptnährstoff gehandhabt wurde.

Aus unserer Erfahrung können wir viele positive Entwicklungen durch den Einsatz von Sandilit, und damit den Ausgleich des Silikat Depots im Boden, bestätigen:

  • Im Grünland wird der Kleebesatz und die hochwertigen Futtergräser gefördert
  • Pflanzen haben eine höhere Standfestigkeit und gehen nicht so leicht ins Lager
  • Pilzbefall tritt seltener auf
  • Winterackerfrüchte starten besser ins Frühjahr
  • Regenwürmer vermehren sich
  • Verbesserung der Bodengare

Was ist Sandilit?

Sandilit ist auch bekannt unter den Namen Diabas-Sand. Vielen ist Urgesteinsmehl (RoPro-Lit oder Bio-Lit) ein Begriff. Sandilit besteht aus genau dem gleichen Material, nämlich Diabas-Gestein, allerdings nicht auf Körnung gemahlen. Unser Diabas-Sand zeichnet sich durch einen Silikat-Gehalt von über 50% aus.

Bodengeschichtlicher Hintergrund

Viele der fruchtbarsten Böden weltweit sind durch Sedimente aus Winderosion entstanden. Dabei hat der Wind über viele Millionen Jahre Gestein und Bodenmaterial fein abgetragen und in Senken abgelegt. Beispiele für solche Sediment-Böden sind Gäuböden oder Börden. Mit der Ausbringung des Diabas-Gesteins in der Körnung 0/2 (Sandilit) wird dieser Prozess nachgestellt, allerdings im extremen Zeitraffer.

Wie verhält sich Diabas-Sand im Boden?

Sandilit ist nicht wasserlöslich, sondern wird mikrobiell umgesetzt. Das Material verwittert nur nach und nach. Silikat wird in den Bodenvorrat aufgenommen. Die hochwertigen Alumo-Silikate verwittern zu Tonmineralen und fördern die Bodenfruchtbarkeit.

Wie wird Sandilit ausgebracht?

Diabassand-gelagert-Em-Chiemgau


Wir liefern Sandilit erdfeucht an, deshalb eignet sich die Ausbringung mit dem Schleuderstreuer eher nicht. Ideal sind Großflächen- oder Kalkstreuer. Sandilit in den wachsenden Bestand gestreut, bringt den höchsten Nutzen.
Aufwandmenge 4 Tonnen / ha und Jahr.
Da Sandilit nicht wasserlöslich ist, kann man ihn ohne Abdeckung im Freien lagern.



Produkte mit hohem Silikat- Gehalt finden Sie in unserem Shop:

Bodenverjünger, das Super Ferment für den Boden

Immer noch hält sich die Idee hartnäckig, dass man einfach mit EM-aktiv und Kräutern, Zuckerrohrmelasse und Braunalgen Bodenverjünger selbst vermehren kann. Diese Idee wurde 2016 geboren und auf vielen Betrieben umgesetzt. Mittlerweile ist sie aber ein alter Hut.

Was passiert bei der Auf- oder Wiedervermehrung? Stämme die sich schnell bei 35 Grad, wie Milchsäurebakterien, bekommen eine immer höhere Dichte in der Mischung. Während andere, die sich nur langsam vermehren mehr und mehr zurückgedrängt werden. Die Vielfalt geht verloren, auch wenn es noch immer braun aussieht und nach Fermentation riecht.

Die Mischung EM-aktiv+ Kräuter hatte sicherlich eine gewisse Wirkung auf die Prozesse im Boden. Unwirksame Mikroben gibt es nicht. Aber sobald der Boden Stress ausgesetzt war, wie z.B. Trockenheit, Nässe, falsche Bodenbearbeitung, falscher Zeitpunkt der Bodenbearbeitung, Nährstoffmangel, Humusmangel... konnte dieses Ferment die biologische Aktivität nicht halten. Der Mischung fehlte die Standfestigkeit und Stressresistenz. Mühsam in Gang gebrachte Prozesse fielen wieder in sich zusammen und man musste wieder fast von vorne Anfangen.

Also haben sich Christoph Fischer, Friedrich Wenz und Dietmar Näser 2017 zusammen gesetzt und die jetzige Mischung für das Startferment des Bodenverjüngers entwickelt. Sie zeichnet sich durch sehr hohe Stress Resistenz aus. Sie ermöglicht im Endprodukt, dem gebrauchsfertigen Bodenverjünger, eine enorme Vielfalt an nativer, bodenwirksamer Mikrobiologie.

Hier unterscheidet sich der Bodenverjünger stark vom EM-aktiv. Die Mischung in EM-aktiv hat eine regenerative Wirkung in egal welchem Ökosystem es eingesetzt wird. Man kann also damit den Boden verbessern, putzen, im Stall versprühen und wenn nötig auch mit in die Badewanne kippen. Bodenverjünger ist speziell für die Anwendung in Boden-Aufbauprozessen.

Ich hab des am Anfang nicht so richtig kapiert mit dem Bodenverjünger. Ich dachte wirklich es ist auch nur ein EM. Jetzt hab ich es ausprobiert und ärgere mich, dass ich ihn nicht schon viel Früher eingesetzt habe. Ich habe ein ganzes Jahr Bodenaufbau verschenkt!

Franz Brunner, Ackerbauer

Noch feiner wird die Abstimmung auf die betriebseigenen Flächen, wenn der Bodenverjünger vor Ort mit Kräutern/ Kulturpflanzen von den eigenen Flächen angesetzt wird. So wird das Bodenferment bereits auf die heimische Mikrobenflora eingeschwungen.

Die Erfolge im Acker- und Gemüsebau in vielen Ländern Europas zeigen, dass es sich rentiert mit dem besten Handwerkszeug zu arbeiten, wenn man die Bodenmikrobiologie regenerieren möchte. Kulturen wachsen gesund und stabil, auch in extremen Anbaujahren wie 2018/ 2019. Humus baut sich auf. Die Flächen bauen mit jeder Anwendung auf. Bodenaufbau ist die Investition in die Zukunft.

Der nachfolgende Blogbeitrag zeigt eindrücklich die Wirkung auf die Bodenstabilität und die Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens nach der Tiefenlockerung mit Bodenverjünger:

Posch-hans-Regenerativer-Ackerbau-Em-Chiemgau

Erfahrungsaustausch Ackerbau mit Hans Posch

Fam. Zenta und Hans Posch,
Mögstetten, Lkr. TS, Demeterhof, Milchvieh und Schweinemast und Hofladen "Bodenschatz"

Im Rahmen der Vortragsreihe "Wir Bauern nehmen unsere Zukunft selbst in die Hand” berichtete Hans Posch über seine Praxis-Erfahrungen der letzten Jahre. "Hohe Erträge bei positiver CO² Bilanz – Humus aufbauen und zukunftsfähig wirtschaften" so das Thema des Abends. Schon lange ist die Familie von Hans Posch durchdrungen von der Welt der Mikroben. Ob im Haushalt bei der Reinigung, im Garten, im Stall oder auf dem Feld. Es gibt wohl kaum einen Bereich auf dem Betrieb, bei dem Hans nicht in irgendeiner Weise EM eingesetzt hat.
Für die Regenerative Landwirtschaft hat er sofort Feuer gefangen. Weil einfach klar ist, dass Bodenmikrobiologie, Bodenbearbeitung und Bodenchemie harmonisch miteinander abgestimmt sein müssen.

Die Wissenslücken zu füllen ist nicht das Problem. Zuerst muss man bereit sein zu erkennen, dass man auch als langjähriger Praktiker und Landwirtschaftsmeister nicht alles weiß.

Seit 2004 wird EM im Betrieb eingesetzt, 2012 stellten sie auf Bio um, seit 2012 ist der Hof Demeter zertifiziert.
EM, Gesteinsmehl und Kohle werden zur Gülleaufbereitung verwendet, CFKE zur Silageaufbereitung und Fütterung, und der Wassertransformer zur Aufbereitung des Stallwassers.

Posch-Hans-Vortrag-Ackerbau-EM-Chiemgau

Der Besuch von vielen EM-Stammtischen in Halfing und der Erfahrungsaustausch unter den Landwirten brachte ihn auf immer neue Erkenntnise und Ideen.

Alternative Fungizide mischt er aus EM-aktiv, Gesteinsmehl und Molke (RoPro 13/20). Diese Mischung spritzt er bei Kartoffeln, wenn sie 15 cm Höhe erreicht haben, zur Stärkung. Das Spritzen mit EM bereitet ihm ein gutes Gefühl, was für den einstigen Spritzwart nun an erster Stelle steht.
Bei einem Versuch brachte er 2 ha Grünschnitt aus Roggen mit Erbsen auf 1 ha Kartoffeln als Mulchschicht aus.
Fazit: genügend Mulch reduziert den Kartoffelkäferbefall erheblich.

Eine wichtige Erfahrung ist, dass man grüne Pflanzen nicht ohne Mikroorganismen einarbeiten soll. Die Pflanzen fangen zu faulen an (Oxidation). Deshalb sollte der "Rottelenker" (Bodenverjünger) eingesetzt werden. Nach dem Fräsen solle man 5 - 10 Tage Wartezeit einhalten, bevor die Untersaat geschält wird. So fermentieren die Pflanzenreste und ein aufbauendes Milieu kann sich etablieren.

Wichtige Werkzeuge sind Spaten und Sonde zur Bodenbeurteilung. Immer wieder gräbt er eine Profilgrube, um seinen Boden zu begutachten. Sind genügend Würmer vorhanden kann viel Wasser versickern. Eine Spatenprobe sagt viel über die Bodenqualität aus. Je öfter man ein Probe zieht desto mehr liest man daraus.

Chrsitophel-was braucht-die-Pflanze-zum-Leben-Vortrag-Ackerbau-EM-Chiemgau

Einführung in die Albrecht-Boden-Analyse

In der Reihe unserer Vortragsabende "Unsere Landwirtschaft effektiv und klimafit machen" berichteten Praktiker von ihren regenerativen Ackerbau-Erfahrungen und Dr. Dominik Christophel informierte über die Albrecht-Boden-Analyse.

Hohe Erträge bei positiver CO2 Bilanz –
Humus aufbauen und zukunftsfähig wirtschaften

Am 17. Februar kamen gut 60 Besucher in die Chiemgau-Akademie um sich über den regenerativen Ackerbau zu informieren. Neben zwei Praktikerberichten gab es eine Einführung von Christoph Fischer, sowie einen Vortrag von Dr. Dominik Christophel, der über die Albrecht und Kinsey-Bodenprobenuntersuchung informierte.
Mehr zu den Praktikerberichte von Hans Posch aus Mögstetten und Barthl Gammel aus Geisenhausen

Nach der Begrüßung und Vorstellung von EM-Chiemgau hob Christoph Fischer die Bedeutung von einem vorherrschenden Milieu hervor. Es gibt viele Vergleichsmöglichkeiten um zu verstehen, welchen Einfluß das Milieu hat. So auch die Verdauung des Menschens. Wir wissen, wie schnell unsere Verdauung auf einseitiges Essen reagiert, welchen Einfluss zu fett-, oder zuckerhaltige Lebensmittel langfristig auf unsere Gesundheit haben. Zivilisationskrankheiten machen sich mehr und mehr breit.
Immer sind eine Vielzahl an Mikroorganismen notwendig, um den gesamten Stoffwechsel fit zu halten. Die Mikroorganismen bauen die Organik in verfügbare Nährstoffe um, sind zuständig für viele Stoffwechselprozesse und sind letztlich als "Mikrobiom" zuständig, ob ein Mensch gesund ist oder nicht.
Ebenso verhält es sich im Boden. Die Gesamtheit des Bodengefüges ist abhängig davon, wie er chemisch, physisch und mikrobiell zusammengesetzt ist. Wollen wir Humus aufbauen müssen wir die "Zivilisationskrankheiten" des Bodens angehen. Ihn anders ernähren, fit machen und mikrobiell unterstützen.

Um die Bodenbeschaffenheit umfassend zu erkunden bietet sich eine Boden Analyse an, bei der neben der Nährstoffanalyse auch um eine umfassende Begleitanalyse geht. Was die Albrecht-Analyse untersucht, das vermittelte Dr. Dominik Christophel vom Geobüro aus 92355 Velburg in seinem Vortrag.

Dr. Dominik Christophel – Albrecht-Boden-Analyse

Bodenproben nach Albrecht -  ist sie wirklich sinnvoll?

So mancher Landwirt wird sich denken: „ Ich hab ja schon oft eine Bodenprobe nach konventionellen Methoden (VDLUFA oder EUF) machen lassen. Wieso soll ich solchen Aufwand betreiben?“

Doch der vermeintliche Mehraufwand kann sich wirklich lohnen! So sind ca. 80 % der Nährstoffe im Boden nicht pflanzenverfügbar und sind fest in die Bodenstruktur eingebaut.

Dr. Dominik Christophel erklärte die Bedeutung von der Kationenaustauschkapazität, sowie der Basensättigung. Hier geht es um Lerninhalte der Bodenkurse, was für manche eine Wiederholung von bereits Gelernten war. Andere merkten, dass hier großes Potential liegt.

Was versteht man unter Kationenaustauschkapazität?

Die Nährstoffverfügbarkeit ist unter anderem auch abhängig vom pH-Wert. Der pH-Wert wird hauptsächlich von Calcium und Magnesium gesteuert. Allerdings sagt der pH-Wert alleine nicht aus, ob das Calcium auch pflanzenverfügbar ist.

Das Verhältnis der Nährstoffe zueinander (z.B. Ca : Mg; C : N)  ist mit entscheidend, ob Nährstoffe für die Pflanzen verfügbar bar sind. Z.B. ein hoher Phosphorwert blockiert die Zinkaufnahme. Daher ist es unumgänglich die Zusammensetzung seines Bodens kennenzulernen.

Ein Überschuss an Nährstoffen kreiert den Mangel an anderen Nährstoffen, dies gilt für Haupt- und Spurennährstoffe.

In der Bodenanalytik nach Albrecht erfährt man nicht nur die aktuellen Nährstoffbilanzen, sondern auch unter Berücksichtigung der geographischen Beschaffenheit, das spezielle Potential und die Mängel, die man bei konventioneller Analytik nicht zu sehen bekommt.

Die Probenahme auf der Fläche, ist gleich der konventionellen Methode. Grundsätzlich ist zu beachten, nur Edelstahlwerkzeuge zur Probenahme verwenden. Wird z.B. verzinktes Werkzeug verwendet, so kann der ganz feine Abrieb der Legierung zu erhöhten Zinkwerten führen.

Die Proben können z.B. an das  Geobüro Christophel geschickt werden. Der Landwirt erhält neben der detaillierten Analyse eine Düngeempfehlung unter Berücksichtigung der geographischen Umgebung.

So kann z.B. ein zu hoher Gehalt an Phosphor andere essentielle Elemente wie Zink, Magnesium, Calcium und Eisen hemmen. So sieht man in der klassischen Analyse vordergründig einen Mangel und würde Zink, Magnesium... Düngen. Hier liegt der Fehler im Detail. Wird nämlich der geographische Hintergrund, sprich die Beschaffenheiten des Bodenuntergrundes mitbeurteilt, kann man solche Missverständnisse aufklären und entsprechend den wirklichen Begebenheiten vorgehen. Es ist zu klären, ob der benötigte Nährstoff /Spurenelement tatsächlich nicht vorhanden oder nicht verfügbar ist. Für diesen Ansatz hilft die Albrechtanalyse.

Die Gesamtheit und Symbiose der Elemente ist der Schlüssel zum Erfolg.

Anmerkung: Die Bodenanalyse nach Albrecht bzw. Kinsey wird (derzeit noch) nicht bei der Vor-ortkontrolle im Rahmen von Cross Compliance vom AELF anerkannt.

Praktische positive Erfahrung: Eine markante Aussage von einem Milchviehbetrieb aus dem Lkr. EBE: „Ich habe meine kompletten Flächen nach der Albrechtmethode analysieren lassen
und deren Düngeempfehlung in den darauffolgenden Jahren voll umgesetzt, daraufhin stieg die Grundfutterleistung meiner Milchvieherde um ca. 1.000 l/Kuh“.

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