Kategorie: Ackerbau

Untersaat Aufwuchs nach Getreide

Untersaat Teil I– die Zwischenfrucht, die nach der Ernte schon da ist

Möglichst ganzjährig begrünte bzw. bewachsene Flächen sollten das Ziel im Ackerbau sein. Viele Landwirte haben dazu in den letzten Jahren zahlreiche Erfahrungen mit unterschiedlichsten Vorgehensweisen gesammelt.

Warum Untersaat im Getreide?

Die Getreideernte (GPS oder Drusch) läuft je nach Region und Witterungsverlauf von ca. Anfang Juni bis ca. Mitte August. In vielen „traditionellen“ Ackerbaubetrieben erfolgt nach der Getreideernte die Stoppelbearbeitung mit anschließender Zwischenfruchtsaat. Bis allerdings die Zwischenfrucht aufgeht und eine annähernde Flächendeckung erreicht, vergehen z.T. 3-4 Wochen. Die Sonne schickt in den Hochsommermonaten Juni, Juli und August große Mengen Primärenergie auf die Erde. Nur ein wachsender grüner Pflanzenbestand kann die Sonnenenergie aufnehmen und in organische Masse umwandeln. Hinzu kommt, daß ca. 50 % der durch die Photosynthese entstehende Energie von den Pflanzen über die Wurzeln in den Boden als sog. Wurzelexsudate eingelagert werden, um das mikrobielle Bodenleben zu ernähren. Liegt nun der Acker im Hochsommer 2-3 Wochen unbewachsen brach, fehlen dem Boden große Mengen Energie. Abnehmende mikrobielle Aktivität im Boden ist die Folgeerscheinung.

Grobe Beispielrechnung Sonnenenergie

Die Global-Sonnenstrahlung in unserer Region liegt in der Vegetationszeit bei ca. 1.100 kWh/m². Das ist umgerechnet die Energie von ca. 500 – 600 l Diesel/ha/Std. In den sonnenreichen Hochsommermonaten steigt dieser Wert bis auf ca. 900 l Diesel/ha/Std.

Meine Frage an die Ackerbaulandwirte: Wer „verschenkt“ den Energiegehalt von hunderttausenden Liter Diesel? Dies ist der Fall, wenn Ackerflächen im Sommer mehrere Wochen unbewachsen brach liegen.

Nur zum Vergleich:

Für die Bewirtschaftung (Bodenbearbeitung, Saat, Pflegemaßnahmen und Ernte) von einem ha Acker werden je nach Kultur und Fruchtfolge ca. 50-100 l Diesel jährlich benötigt.

Wurde eine Untersaat eingebracht, wachsen bereits unter der Hauptfrucht Klee und Gräser. Optisch sieht das vor der Ente oftmals etwas „mikrig“ aus. Wird das Getreide geerntet bekommen die kleinen Pflänzchen Licht, Luft und Platz. Im Optimalfall ist innerhalb von wenigen Tagen das Stoppelfeld grün bewachsen. Hinzu kommt eine Arbeitseinsparung in der meist stressigen Erntezeit, da die Stoppelbearbeitung und Zwischenfruchtsaat entfallen.

Wird die Zwischenfrucht anschließend als Futter genutzt, können unmittelbar nach der Getreideernte die Stoppeln incl. der Untersaat gemulcht werden. Hierzu empfehlen wir 100 l Bodenverjünger je ha einzusetzen. So entsteht eine „saubere“ Fläche, die dann nach ca. 5-6 Wochen geerntet werden kann.

Warum Untersaat im Mais?

Zwischen den Maisreihen ist relativ viel Fläche unbedeckt. Eine Untersaat kann hier den nackten Boden etwas bedecken. Einen großen Vorteil bringt die Untersaat bei der Silomaisernte. Je nach Boden- und Niederschlagsverhältnisse bringt sie eine deutlich bessere Bodenbefahrbarkeit und minimiert die Straßenverschmutzung durch die Transportgespanne. Nach der Ernte ist die Fläche schon begrünt und die Pflanzen können in der Herbstsonne noch gut wachsen. Wird im nächsten Jahr auf dieser Fläche eine Sommerfrucht angebaut, empfiehlt es sich, eine winterharte Untersaatmischung zu verwenden. Hier werden dann gleich „zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen“. Untersaat und eine wintergrüne Zwischenfrucht, mit der im Frühjahr die Flächenrotte durchgeführt wird.

Sollen die Maisstoppeln zerkleinert werden, ist dies problemlos mit dem Mulcher möglich. Die Stoppeln incl. der Untersaat mit Einbringung von 100 l Bodenverjünger je ha nach der Ernte mulchen. Rinderhaltende Landwirte mit Futterbedarf können den Aufwuchs der Untersaat im nächsten Frühjahr zum Silieren ernten.

Fazit:

Die Untersaat führt lange Zeit ein Schattendasein. Wenn sie dann Licht bekommt läuft sie zu Hochleistung auf und kann als Futter oder zur Flächenrotte erfolgreich genutzt werden.

Maisstroh-mit-Bodenverjuenger-einarbeiten

Warum es Sinn macht, Maisstoppeln und -stroh mit Bodenverjünger einzuarbeiten

Die Silomaisernte ist so gut wie abgeschlossen. Je nach Region, Witterung und Reifezustand läuft die Körnermaisernte auf Hochtouren.

Abhängig vom Reifezustand, Blatt- und Stängelmasse fallen beim Körnermaisdrusch je ha ca. 6-10 to organisches Material an. Bei trockener Witterung gedroschen, ist das Maisstroh relativ voluminös und leicht. So mancher Herbststurm nach dem Drusch hat schon Grundstücksnachbarn mit Lieschblättern und Resten der Maispflanzen „mehr oder weniger beglückt“.

Je nach Häckselhöhe bleiben auch nach der Silomaisernte Stoppeln zurück, die zerkleinert und eingearbeitet werden sollen.

Viele Landwirte machten schon die Erfahrung, dass eingepflügte Maisstoppeln im nächsten Jahr beim Pflügen wieder fast unverottet an die Erdoberfläche kommen. Dies ist ein deutliches Zeichen für zu tiefes „Vergraben“ der Ernterückstände und ein relativ armes mikrobielles Bodenleben.

Maiswurzelbohrer, Fusarien und so manch andere unerwünschte Erscheinung machen die Zerkleinerung und Einarbeitung unumgänglich.

Für die mechanische Zerkleinerung der Ernterückstände und deren Einarbeitung bieten die Landtechnikhersteller unterschiedlichste Maschinen an. Mindestens genau so wichtig ist die Unterstützung des Bodenlebens, die letztendlich das organische Material zersetzen und die enthaltenden Nährstoffe für die nächste Kultur zur Verfügung stellen.

Die optimale Versorgung im Boden mit Hauptnährstoffen und Spurenelementen sind wichtige Voraussetzungen für aktives Bodenleben. (Link zur Bodenanalyse nach Albrecht). Hinzukommt die Einbringung des Bodenverjüngers zu jeder Bodenbearbeitung um das mikrobielle Bodenleben zu stärken.

Vorgehensweise

Unmittelbar nach der Ernte, die Maisstoppel bzw. Maisstroh mit einer herkömmlichen Feldspritze flächendeckend 100 L Bodenverjünger je ha spritzen. Falls für die Ausbringung mehr Flüssigkeit notwendig ist, kann den 100 l/ha Bodenverjünger eine technisch notwendige Wassermenge hinzugesetzt werden. Anschließend sollte z.B. mit der Scheibenegge oder dem Grubber die Ernterückstände flach eingearbeitet werden.

Die nativen Mikroorganismen des Bodenverjüngers unterstützen den Verrottungsprozess, beugen Schimmelbildung vor, unterstützen das Bodenleben und tragen zur Humusbildung bei. Durch den noch relativ warmen Boden, der vorhandenen Bodenfeuchtigkeit und der Einbringung des Bodenverjüngers läuft die „Verstoffwechselung“ der Maisrückstände auf natürlicher Weise positiv ab.

Technisch gut ausgestattete EM-Anwender arbeiten mit einem Fronttank, elektrischer 12 Voltpumpe und einem Spritzbalken im Frontanbau, der auf die jeweilige Arbeitsbreite des am Heck angebauten Arbeitsgerätes abgestimmt ist.

Nach ca. 1 Woche Wartezeit kann die Bodenbearbeitung, Saatbettbereitung und Saat der nächsten Hauptfrucht z.B. Winterweizen erfolgen.

Wird auf der Fläche im Herbst keine Hauptfrucht angebaut, empfehlen wir die Saat einer winterharten vielfältigen Zwischenfrucht z.B. Gemenge mit Roggen, Wicken, Inkarnatklee, Raps, Rüpsen und Triticale. Gut abgestimmte winterharte Zwischenfruchtmischungen bietet Camena Saaten an.  

Trecker auf Feld bei Aussaat Duengung

Steigende Düngemittel Preise

Die Düngemittel Preise steigen derzeit auf Rekordhöhen. Aufgrund der explodierenden Gaspreise fahren Düngemittelhersteller die Produktion massiv herunter. Die Problematik betrifft nicht nur Deutschland. Europaweit erfolgt die Produktion von Düngern nur noch eingeschränkt. Für die Herstellung von mineralischen Düngemitteln wie beispielsweise Ammoniumnitrat oder AHL-Dünger sind enorme Energiemengen nötig. Ist diese Energie in Form von Gas und Erdöl teuer, wirkt sich das unmittelbar auf die Preise des Düngers aus.

Nicht nur in Deutschland und Europa weltweit ist die Exportlage aufgrund verschiedener Faktoren so schlecht wie noch nie. Was das für die Landwirte bedeutet, macht sich bereits zur diesjährigen Herbstaussaat bei vielen Landwirten bemerkbar. Kulturen, die einen hohen Stickstoffbedarf haben, werden in Konsequenz möglicherweise weniger angebaut. Welche Auswirkungen dies auf die Verfügbarkeit verschiedener Produkte und Futtermittel im kommenden Jahr haben wird, ist noch nicht abzusehen.

Maßnahmen für ein erfolgreiches Düngemanagement

Allen Maßnahmen voran steht eine aufschlussreiche Bodenanalyse. Wir empfehlen dabei die Albrecht-Analyse, welche nicht nur Aufschluss über die Nährstoffmengen, sondern auch die Nährstoffverfügbarkeit im Boden gibt.

Den Einsatz von Mineraldüngern in der Kulturführung zu reduzieren, ist eine Marathon-Aufgabe und kein Sprint. Eine kurzfristige Lösung ist nicht zielführend. Nur mit einer geschickten, standortangepassten Fruchtfolge, der Belebung des Bodenmikrobioms und dem entsprechenden Zwischenfruchtanbau sind diese Ziele zu realisieren.

Aber die Natur bietet Lösungen. Nicht nur im Boden und Humusaufbau steckt eine enorme Nährstoffspeicherkapazität. Leguminosen können wertvollen Luftstickstoff einbinden und speichern. Ein gezielt und zum richtigen Zeitpunkt durchgeführte Flächenrotte einer entsprechenden Zwischenfrucht liefert Stickstoffeintrage zwischen 50-90 kg N/ha.

Der bei der Flächenrotte eingesetzte Bodenverjünger aktiviert das Bodenleben und lenkt die Rotte, sodass Nährstoffe von den Bodenmikroben genutzt werden können und der Humusaufbau durch die Einbindung von Kohlenstoffstrukturen gefördert wird. Mehr über die Durchführung der Flächenrotte lest ihr HIER.

Effiziente Wirtschaftsdünger

Wer in seinem Betrieb über Wirtschaftsdünger verfügt, ist gut beraten, die Effizienz seiner Düngemaßnahmen genauer zu betrachten. N-Verluste von bis zu 70 % sind leider keine Seltenheit. Verluste können bereits im Stall (aufgrund der Temperatur, Säuberung der Lauf- und Liegeflächen etc.), bei der Lagerung und durch verschiedene Ausbringungstechniken begünstigt werden.

Organische Dünger in Form von Mist oder Gülle können durch die gezielte Milieusteuerung mit Effektiven Mikroorganismen, Gesteinsmehl und Pflanzenkohle effizienter und umweltschonender eingesetzt werden.

Als stark eiweißhaltiges Material begünstigt die Zusammensetzung der Gülle Fäulnisprozesse. Oftmals sind zudem ausgeschiedene Medikamente und in die Güllegrube gelangte Reinigungsmittel enthalten. Ohne Behandlung überwiegen abbauende Mikroben und dominieren das Milieu. Reststoffe werden nicht umgesetzt und gelangen über die Ausbringung in den Grundwasserkreislauf. Während der Überführung in ein reduktives Milieu und der positiven Neubesiedelung der Gülle produzieren die Mikroorganismen wertvolle Stoffwechselprodukte. Diese sind maßgeblich für eine ertragssteigernde und humusmehrende Wirkung.

Die Nährstoff-Pufferkapazität der Kohle nutzen

Die feinvermahlene Kohle erfüllt bei der Güllebehandlung einen zentralen Aspekt. Durch ihre Struktur bietet sie zum einen unzählige Besiedelungsplätze für die Mikrobiologie und zum anderen bindet sie Nährstoffe in ihrer Struktur. Dadurch wird die Düngewirkung über einen langen Zeitraum erhalten. Die Pufferkapazität der Kohle kann bis zu 60 % der Nährstoffe halten und diese dann freigeben, wenn sie benötigt werden, also zu Vegetationsbeginn im Frühjahr.

Dadurch ergibt sich nicht nur ein Einsparungspotenzial, man kann die Düngewirkung durch die Behandlung mit Kohle gezielter einsetzen, länger nutzen und mehr Nährstoffe pflanzenverfügbar halten. Die Wurzelexsudate der im Frühjahr wachsenden Pflanzen sorgen dafür, dass die gepufferten Nährstoffe wieder freigesetzt werden und der Pflanze zur Verfügung stehen. Dieses Zusammenspiel von Pflanze und Pflanzenkohle als Speichermedium macht das System so effektiv.

Die Aufbereitung mit EM-Aktiv, Pflanzenkohle und Biolit-Urgesteinsmehl ist für zahlreiche erfolgreiche Landwirte eine zentrale Maßnahme. Die Komponenten können bereits ab 1/3 des Füllstandes, min. jedoch 3 Wochen vor der Gülleausbringung in die Grube eingerührt werden. Das Biolit-Urgesteinsmehl wird in der Regel mit dem Silozug in die Güllegrube während des Rührens eingeblasen. Werden Teilmengen der Komponenten bereits im Stall eingesetzt z.B. auf die Laufflächen gestreut oder gegossen oder im Stall vernebelt, kann dies der Güllebehandlung angerechnet werden.

Auch für die Festmistfermentierung ist der Einsatz von Effektiven Mikroorganismen zentral. Nachdem die drei Komponenten dem Mist zugefügt wurden, wird er wie bei der Silierung abgedeckt. Während der Fermentation werden Nährstoffe aufgespalten und verfügbar gemacht.

Mehr zur Behandlung von Gülle und Mist könnt ihr HIER nachlesen.

Immobilisation vermeiden - den Nährstoffaustausch anregen

Natürlich beeinflussen zahlreiche Faktoren die Düngewirkung. In manchen Fällen ist es nicht die Nährstoffmenge, die der Hauptkultur fehlt, sondern schlicht und ergreifend die Nährstoffverfügbarkeit. Damit der organisch gebundene Stickstoff der Folgekultur schnellstmöglich in mineralischer Form zur Verfügung steht, ist das C:N Verhältnis wichtig.

Zwischenfrüchte bzw. Pflanzenreste mit einem weiten C:N Verhältnis (über 10:1,bsp.: Gräser, Buchweizen ) verrotten langsamer als solche mit einem engeren C:N Verhältnis (unter 10:1, bsp.: Leguminosen). Dies ist besonders bei überwinternden Zwischenfrüchten relevant.

Der Bodenverjünger enthält native Bakterienkulturen, die den Boden sofort besiedeln und sich „an die Arbeit“ machen den Stickstoff aus der organischen Substanz aufzuschließen und pflanzenverfügbar zu machen.

Düngemittel Preise: Unabhängig werden - handlungsfähig bleiben

Die Methoden der regernativen Landwirtschaft können auch hier langfristig einen Ausweg für viele Betrieb bieten. Mithilfe der Maßnahmen wie einer aktiven Bodenbelebung, der optimalen Nutzung des Hofdüngers, diversen Fruchtfolgen und einem angepassten Zwischenfruchtmanagement kann die Gabe von mineralischen Düngemitteln oftmals angepasst oder stark reduziert werden.

Ein aktives Bodenleben kann die Nährstoffverfügbarkeit und Nährstoffspeicherung (!) für die Hauptkulturen massiv verbessern. Die komplexen Wirkmechanismen zwischen den Bodenmikroben und den Pflanzenwurzeln richtig für sich und seine Kulturführung zu nutzen, das ist der Anspruch und das Ziel einer regenerativen Wirtschaftsweise.

Nicht nur die Reduzierung von mineralischen Düngemitteln auch die volle Ausschöpfung des Potenzials der betriebseigenen Wirtschaftsdünger (sofern vorhanden), sind Stellschrauben an denen jeder Betrieb eigenständig drehen kann.

Kreisläufe effizient nutzen

Dass die Düngemittel Preise steigen, kann man nicht beeinflussen. Um dem jedoch nicht gänzlich ausgeliefert zu sein, sollte jede/r Betriebsleiter/in sich zukünftig mit der Gestaltung seiner Düngestrategie auseinandersetzen. Steigende Energiepreise und angespannte Exportlagen werden auch in den nächsten Jahren tendenziell nicht zu einem Preisabfall der Betriebsmittel führen.

EM-Chiemgau Logo auf einer Jacke

Gut beraten ist, wer frühzeitig reagiert und sich und seinem Betrieb mehr Flexibilität verschafft. Mithilfe des Einsatzes von Effektiven Mikroorganismen zur Aktivierung des Bodenlebens und einer guten fachlichen Praxis bei der Umsetzung der regenerativen Maßnahmen kann der Weg in eine tragfähige Landwirtschaft beschritten werden.

Bei Fragen stehen wir interessierten Landwirten und Akteuren gerne zur Verfügung.

EM-Mais-Silage-EM-behandelt

Erwärmung und Schimmel in der Maissilage

Welcher Landwirt kennt das nicht? „Alles richtig gemacht“ bei der Silomaisernte, doch beim Füttern der Maissilage ist diese warm und es haben sich Schimmelnester gebildet.

Beispiele möglicher Ursachen für Schimmel in der Maissilage:

  • Faulige Maispflanzen durch Hagelverletzungen
  • Verschmutzungen durch Maschinen
  • Mangelnde Feldhygiene
  • Pilzbefall am Mais
  • Überfüllung des Siloanlage (mangelnde Verdichtung)
  • zu trockenes Siliergut
  • ...


Neben den bekannten Parametern wie Verdichtung, Abdeckung, Entnahmevorschub, usw. gibt es viele weitere z.T. außer Acht gelassene mögliche Ursachen für die schlechte Silage-Qualität.

Im Laufe der Vegetationszeit gingen heuer in vielen Regionen heftige Hagelschauer nieder. Diese mechanischen Verletzungen an den Maispflanzen führten je nach Zeitpunkt, Entwicklungsstadium und darauffolgende Witterung oftmals zu Befall von Schimmelpilzen und anderen Krankheiten.

Bei der Silomaisernte reichen geringe Mengen an Schimmelsporen aus, die dann mit dem Häcksler im Häckselgut verteilt werden. Spätestens beim Öffnen des Silos und Füttern wird dann die Problematik meß-, sicht- und riechbar. Mit einer Wärmebildkamera werden die unterschiedlichen Temperaturbereiche an der Anschnittfläche deutlich erkennbar.

Landwirte, die ihre Maisfelder unmittelbar nach dem Hagelschaden mit EM-Produkten behandelten, haben ein deutlich geringeres Risiko „Schimmelmais“ zu ernten.

Maisbeulenbrand entsteht oftmals bei bzw. nach Stresssituationen. Auch hier kommen unerwünschte Pilze in das Silo und beeinträchtigen die Futterqualität negativ.

Generell gilt: Gesunde widerstandskräftige Maispflanzen in der Jugendentwicklung mit EM behandelt sind eine wichtige Voraussetzung für einwandfreie Maissilage. Hagelschäden sollten, sofern der Bestand noch befahrbar ist, mit EM behandelt werden. Mehr dazu hier: Hagelschlag im Mais 2018 und dennoch gute Erträge

CFKE (Chiemgauer Fermentierte Kräuterextrakt) als Siliermittel stabilisiert und „sichert“ die Maisqualität im Silo. Mit dem Siliermitteldosierer am SF-Häcksler wird CFKE in den Mais eingebracht.

Dosierempfehlung beim Mais

Wir empfehlen 2 L CFKE je m³ festgefahrene Maissilage. Bei einem Ertrag von z.B. ca. 60 m³ Maissilage je ha sind dies ca. 120 l CFKE die vom SF-Häcksler je ha eindosiert werden.

Der Gärprozess braucht Zeit.
Silage, die min. 2-3 Monate siliert hat, ist stabiler und weniger anfällig für Nacherwärmung.

CCM, Lieschkolbenschrot und Körnermaissilage

CFKE kann auch bei CCM, Lieschkolbenschrot und Körnermaissilage erfolgreich eingesetzt werden. Mit 2 l CFKE je m³ werden diese sehr energiereichen Silagen stabiler und das Schimmelrisiko deutlich reduziert. Je nach Verfahren erfolgt die Einbringung von CFKE mit dem Dosiergerät auf dem SF-Häcksler oder an der Schrotmühle.

Was tun, wenn die Maissilage schimmelt?

Gibt es eine „Notbremse“ im Silo?

Was tun, wenn kein CFKE beim Silieren verwendet wurde, und die Maissilage nun bei der Entnahme warm wird und schimmelt? Generell sollte die verschimmelte Maissilage aus dem Silostock entfernt werden. Anschließend sollte die Entnahmefläche mit CFKE benetzet werden. Eine Rückenspritze, die schon mit CFKE gefüllt vor Ort steht sichert die tägliche Routine. Somit können zumindest die Verluste in Grenzen gehalten werden. Einige Landwirte berichten, dass die Erwärmung verschwindet und die Silage wieder abkühlt. Verschimmelte Maissilage sollte auf keinen Fall verfüttert werden.

Zuckerruebenernte-Blatt-Verarbeitung-regenerativ-mit-Ferment-Bodenverjuenger

Zuckerrübenblatt einarbeiten mit Bodenverjünger

Die Zuckerrübenernte läuft derzeit auf Hochtouren. Je nach Standort, Rübengesundheit und anderen Faktoren fallen ca. 15-30 to Zuckerrübenblatt je ha an. Darin enthalten sind bis zu ca. 130 kg N/ha. Vom Rübenroder klein gehäckselt liegt die Grünmasse auf dem meist nackten Ackerboden. Was passiert mit dieser enormen Blattmasse?

Das Potential der grünen Organik nutzen
Das eiweißreiche Material auf dem Acker neigt relativ schnell zur Schimmel- oder Fäulnisbildung. Um die Grünmasse in einen positiven Rotteprozess zu bringen, kannst du hier den Bodenverjünger bei der Einarbeitung einsetzen.

Die nativen Mikroorganismen des Bodenverjüngers unterstützen den Verrottungsprozess und beugen Schimmelbildung, bzw, Fäulnisprozesse vor. Die Organik wird aufbauend verstoffwechselt und unterstützt so das Bodenleben und trägt zur Humusbildung bei. Für diesen Prozess sollte die Bodentemperatur über 8 °C liegen sonst stellt die Mikrobiologie ihre Arbeit ein. Wenn dann noch genügend Bodenfeuchtigkeit vorhanden ist, kann das Rübenblatt natürlich und für das Bodenleben ideal verstoffwechselt werden.
Mehr zur regenerativen Bearbeitung erfahrst du hier.

Ganz vereinzelt und in absolut futterknappen Jahren wird das Rübenblatt zur Fütterung der Rinder siliert. Zur Silierung dieser empfindlichen Blattmasse empfehlen wir CFKE (Chiemgauer Fermentierter Kräuterferment). So erfolgt eine sofortige Absäuerung und geregelte milchsaure Fermentierung der Zuckerrübenblätter.

Die Zuckerrübenblätter optimal einarbeiten

Unmittelbar nach der Ernte wird das vom Rübenroder zerkleinerte Rübenblatt, mit einer herkömmlichen Feldspritze flächendeckend mit 100 L Bodenverjünger je ha gespritzt. Falls für die Ausbringung mehr Flüssigkeit notwendig ist, kann der Fermentmischung (100 l/ha Bodenverjünger) eine technisch notwendige Wassermenge hinzugesetzt werden. Anschließend kannst du z.B. mit der Scheibenegge oder dem Grubber das Rübenblatt flach einarbeiten. Tatsächlich ist es wichtig, dass die mit Ferment besprühte Organik mit Erde leicht abgedeckt wird. So wird die fermentierte Rotte eingeleitet und die Nährstoffaufbereitung für die nächste Saat optimiert.

Technisch gut ausgestattete EM-Anwender arbeiten mit einem Fronttank, elektrischer 12 Voltpumpe und einem Spritzbalken im Frontanbau, der auf die jeweilige Arbeitsbreite des am Heck angebauten Arbeitsgerätes abgestimmt ist.

Nach ca. 1 Woche Wartezeit kann die Bodenbearbeitung, Saatbettbereitung und Saat der nächsten Hauptfrucht z.B. Winterweizen erfolgen.

Wenn du auf der Fläche im Herbst keine Hauptfrucht anbaust, empfehlen wir dir eine winterharte vielfältige Zwischenfrucht z.B. ein Gemenge mit Roggen, Wicken, Inkarnatklee, Raps, Rüpsen und Triticale.
Gut abgestimmte winterharte Zwischenfruchtmischungen bietet Camena Saaten an. 

Ackerfräse und Tiefenlockerer

Regenerative Anbaumethoden im Ackerbau

Neue Wege und innovative Lösungen finden im Ackerbau derzeit regen Anklang. Erosionsprobleme, Verdichtungen und die Herausforderungen im Düngemanagement bringen viele BetriebsleiterInnen an ihre Grenzen. Eine bodenschonende, nicht wendende Bodenbearbeitung ist bereits in aller Munde und beginnt sich als echte Alternative zum Pflug zu etablieren. Regenerativer Ackerbau will noch mehr erreichen. Die Methoden der regenerativen, also aufbauenden Wirtschaftsweise gehen einen Schritt weiter. Sie fördern das Bodenleben sogar, beleben, belüften und aktivieren den Boden und zeigen somit ganz neue Wege der Kulturführung auf.

Maßnahmen im regenerativen Ackerbau

Ziel des regenerativen Ackerbaus ist es, den Humusaufbau zu fördern und das Bodenleben zu schonen und zu mehren und somit schließlich beste Qualitäten zu erzeugen. Auf dem Praktikertag auf dem Betrieb Huschle konnten die Wirkmechanismen dieser Anbauweise nachvollziehbar beobachtet werden.

Mehr zu diesem spannenden Praktikertag lest ihr HIER: FELDTAG BEI ACKERBAUER ALOIS HUSCHLE.

Zwischenfrüchte und ihre Wirkung

Die verschiedenen Zwischenfruchtgemenge sind ein weiterer zentraler Baustein der regenerativen Wirtschaftsweise. Auf dem zweiten Versuchsfeld von Alois Huschle konnten diverse Zwischenfruchtgemenge genauer untersucht werden. Die Praktiker machten die Erfahrung, je diverser die Zwischenfrucht zusammengestellt wird, desto effektiver sind die Wirkungen auf die Bodengare und somit auch der Nutzen für die Folgekultur.

Dies ist darauf zurückzuführen, dass die verschiedenen Wurzelausscheidungen von wachsenden, also lebenden Pflanzen in einem ständigen Austausch mit den Bodenmikroben stehen. Nährstoffe werden sowohl im Boden- als auch im Pflanzenstoffwechsel aufgespalten, ausgetauscht und umgewandelt, wobei Kohlenstoff aus der Luft eingebunden wird. Das Ergebnis dieser Prozesse ist der aktive Humusaufbau auf dem Feld.

teilnehmer Gruppe steht inden Zwischenfrüchten

Lebende Pflanzen können in Verbindung mit Effektiven Mikroorganismen die Nährstoffverfügbarkeit der im Boden enthaltenden Elemente schneller herstellen als "totes" organisches Material (Stoppeln/Mulch). Auch die Bodenkrümelstruktur und damit die physikalischen Eigenschaften des Bodens werden durch die Wirkungen wachsender und lebendiger Wurzeln in "Zusammenarbeit" mit den Bodenmikroben verbessert.

Das Ergebnis überzeugt. Der Versickerungstest zeigte eindrücklich, dass der Boden 100 l Wasser in unter einer Minute (!) aufnehmen konnte. In Jahren mit extremen Niederschlägen oder beim Anbau von Kulturen, die sehr empfindlich auf Staunässe reagieren ein entscheidender Vorteil.

Biene fliegt Zwischenfruchtblüte an

Regenerativer Ackerbau: die Flächenrotte

Zu den wichtigsten Maßnahmen im regenerativen Ackerbau zählt die Flächenrotte. Die geltende Düngeverordnung bringt viele Betriebe mit herkömmlichen entzugsbasierten Düngestrategien an ihre Grenzen. Über die Flächenrotte können Nährstoffe effektiver verfügbar gemacht werden ohne das ein Eintrag an mineralischem Dünger notwendig wäre. Dies ist langfristig kostensparend und wird sich positiv auf die Betriebsbilanz auswirken.

Der Einsatz des Bodenverjüngers ist für die Flächenrotte elementar. Ohne die Wirkung der speziell auf das Bodenleben abgestimmten Mikrobenstämme kippt der Rotteprozess schnell in ein Fäulnismilieu. In diesem Zustand gehen Nährstoffe verloren und Humus wird abgebaut.

Ein reduktives, also aufbauendes Milieu ist die Grundlage einer effektiven Flächenrotte. Der Bodenverjünger wird vor oder beim Fräsen auf das organische Material ausgebracht. In der Praxisdemonstration zeigte sich, dass selbst gebaute Varianten für die Fermenteinspritzung den technischen Lösungen der Hersteller in nichts nachstehen. Wichtig ist jedoch, dass eine gleichmäßige Verteilung des Bodenverjüngers auf das organische Material und eine gleichmäßige Abdeckung der organischen Substanz mit Feinboden erfolgt.

Ist dies gelungen, arbeiten die Mikrobenstämme, Hefen und Pilze sofort daran, das organische Material umzusetzen und die Nährstoffe pflanzenverfügbar im Boden zu speichern. Zur Aussaat nach der Rotte (optimal nach ca. 10-14 Tagen) stehen dann die Nährstoffe der Folgekultur langfristig zur Verfügung.

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Tiefenlockerung auf dem Acker

Besonders Kulturen wie Mais, Raps und Kartoffeln reagieren positiv auf die Wirkung des Tiefenlockerers. Hier wird hinter dem Schar der Bodenverjünger direkt beim Bearbeitungsvorgang eingespritzt. Dies ist deshalb so wichtig, weil die im Boden erzeugten Feinrisse dann sofort mikrobiell besetzt werden. Die entstandenen Mittelporen bleiben erhalten und Feinwurzeln können den Boden leichter durchdringen. Der Boden wird dadurch insgesamt lockerer und tragfähiger.

Die Tiefenlockerung zur Aussaat in Kombination mit dem Bodenverjünger regt das Feinwurzelwachstum der Kultur zusätzlich an. Der Nährstoffaustausch zwischen Boden, Pflanze und Wurzeln wird von Beginn an auf ein hohes Niveau gebracht. Die speziell auf das Bodenlebewesen abgestimmte Zusammensetzung der Mikrobenstämme spalten die Nährstoffe auf und machen sie so pflanzenverfügbar. Nährstoffe werden quasi "vorverdaut" bzw. so umgewandelt, dass sie den Pflanzen über lange Zeiträume zur Verfügung stehen. Zudem enthält der Bodenverjünger native Pflanzenfermentstoffe und sorgt somit zusätzlich für eine Anreicherung sekundärer Pflanzennährstoffe, die für den Pflanzen- und Bodenstoffwechsel notwendig sind.

Der Landwirt induziert damit ein wurzelbasiertes Wachstum der Kulturpflanzen. Mehr Wurzelmasse bedeutet ein größeres Nährstoff- und Wasseraufnahmevermögen, einen stabileren Stand und Wuchs und letztendlich auch mehr Humusaufbau und Kohlenstoffspeicherung im Boden. Eine hohe Stoffwechselleistung in der weiteren Entwicklung sorgt für eine hohe Photosyntheseleistung. Die Grundlage für hohe Erträge und vitale Bestände.

Bearbeitungsbild Tiefenlockerer

Das Arbeitsbild des Tiefenlockerers. Hier zu demonstationszwecken ohne Bewuchs!

Regenerativer Ackerbau macht Betriebe fit für die Zukunft

Der spannende Einblick in die Kulturführung auf dem Betrieb Huschle weckte bei vielen das Interesse zum Thema regenerativer Ackerbau. Die Möglichkeiten die ein belebter und aktiver Boden liefert, sind vielversprechende Aussichten für den Ackerbau. Eine Rückwendung zur Nutzung betriebsinterner Kreisläufe und eine stabile Basis, nämlich der eigene Boden, sollten auf jedem Betrieb wieder vermehrt in den Fokus rücken. Wir beraten interessierte Betriebe gerne dabei, die Hürde der Umstellung zu meistern und ihrem Boden wieder das nötige Leben zurückzugeben.

Teilnehmer neben Traktor nach der Flaechenrotte

Feldtag „Maisversuch und regenerativer Ackerbau“

In der strahlenden Septembersonne kamen in Renchen, Baden-Württemberg auf dem Betrieb von Alois Huschle zahlreiche interessierte Praktiker zusammen. Die Boden- und Pflanzenexperten Dietmar Näser und Friedrich Wenz referierten und regten zum Erfahrungsaustausch über die Praktiken der regenerativen Landwirtschaft im Ackerbau an.

Maisversuch

Bei dem im Frühjahr begonnenen Maisversuch konnte Alois Huschle deutliche Ergebnisse erzielen. Auf drei Streifen des Maisschlags wurden unterschiedliche Bodenbearbeitungen jeweils mit oder ohne Fermenteinsatz durchgeführt.

Parzelle eins wurde nicht mit dem Tiefenlockerer bearbeitet. Es fand auch keine Fermenteinspritzung oder die Zugabe eines Mykorrhiza-Präparates statt. Auf Parzelle zwei erfolgte lediglich der Einsatz des Tiefenlockerers. Hierbei wird auch immer der Bodenverjünger als milchsaurer Bodenhilfsstoff verwendet, um die Lockerungseffekte noch wirksamer und langfristiger zu machen. Die Kultur reagierte darauf mit einem vermehrten Wurzelwachstum. Der Mais auf Parzelle drei, auf der der Tiefenlockerer zusammen mit Einspitzung des Bodenverjüngers zum Einsatz kam und zusätzlich ein Mykorrhiza-Präparat angewendet wurde, konnte mit deutlich mehr Wurzelwachstum, gleichmäßigen Kornreihen und mehr Blattmasse überzeugen.

Die bodenbelebenden Maßnahmen zeigen ihre Wirkung bei der Pflanzenentwicklung und letztendlich auch beim Ertrag.

Ackerbauliche Maßnahmen

Auf dem Betrieb von Alois Huschle werden die Anbaumethoden der regenerativen Landwirtschaft mit großer Sorgfalt und Konsequenz umgesetzt. "Wenn schon, dann richtig", ist der Ansatz des Betriebsleiters. Er mache keine halben Sachen, sondern habe in den Methoden der regenerativen, bodenbelebenden Landwirtschaft endlich die Antworten auf Fragen gefunden, die er schon lange gesucht hatte.

Seit Jahren beobachtete er eine Verschlechterung des Bodens und sah sich den äußeren Umständen und der Witterung hilflos ausgesetzt. Ackerbauliche Erfolge wurden mehr zum Glücksspiel als zum Ergebnis guter fachlicher Praxis. In den Praktiken der aufbauenden und Bodenleben fördernden Anbaumethoden fühlte er seine Überlegungen von Beginn an bestätigt. Als tatkräftiger Mensch setzte Alois sein Vertrauen in die Umstellung auf die regernative Wirtschaftsweise und stellte seinen Betrieb komplett um. Der Erfolg gibt ihm recht. Was wir auf dem Feldtag sehen und begutachten konnten, war überzeugend und eindrucksvoll.

So zeigt der Zwischenfrucht Versuch mit verschiedenen Sortengemengen deutlich die Vorteile eines diversen Zwischenfruchtanbaus gegenüber Reinsaaten.

Ein Versickerungstest bewies eindrücklich, dass die Wasseraufnahmekapazität des Ackerbodens unter der Zwischenfrucht kaum besser sein könnte. Simuliert wurde ein Niederschlag von 100 l/m². 100 l schluckte der Boden in unter einer Minute. Das schafft deutliche Vorteile unter Realbedingungen.

Auch die Effekte der Flächenrotte und der Tiefenlockerung werden im Ackerbau genutzt. Eine ausführliche Beschreibung dieser Bodenleben fördernden Anbaumaßnahmen lest ihr HIER: REGENERATIVE ANBAUMETHODEN IM ACKERBAU.

Technik für den regernativen Ackerbau

Ackerfräse und Tiefenlockerer

Bei der Umstellung auf die regenerative Landwirtschaft wollte Alois Huschle keine Kompromisse eingehen. Daher setzte er früh auf die Anschaffung der notwendigen Technik. Seitdem gehören eine Ackerfräse des Herstellers Breviglieri sowie ein Kollitsch Tiefenlockerer mit Nachwalzrolle zur ackerbaulichen Ausstattung des Betriebes.

Mit besonderer Neugier wurden auch diesmal wieder die Vorführungen der Technik im Einsatz verfolgt. Das rege Interesse an der Umsetzung und Schlagkraft der technischen Lösungen zeigt, wie viel Potenzial in diesem Bereich noch liegt. Für die Einspritzungen des Bodenverjüngers müssen derzeit an vielen Geräten noch individuelle Lösungen gefunden werden. Aber auch in diesem Bereich werden Hersteller langsam für die Bedürfnisse der regenerativen Landwirte sensibilisiert.

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Zukunftsweisender Erfahrungsaustausch im Ackerbau

Der Austausch unter den Akteuren der regenerativen Landwirtschaft zeigt immer wieder, wie vielfältig die Lösungswege für die einzelnen Standorte und Betriebsstrukturen sind und sein müssen. Die Maßnahmen der regenerativen Landwirtschaft können jedoch auf jedem Betrieb im Ackerbau mit großem Erfolg angewendet und umgesetzt werden.

Danke an die Referenten, an alle Teilnehmer und ganz besonders an den gastgebenden Betrieb für diesen spannenden Einblick und den regen Erfahrungsaustausch. Auf dem Betrieb von Alois Huschle kann man gut sehen, dass die Umstellung auf die regenerative Arbeitsweise schnell zu sichtbaren Erfolgen führt, wenn sie konsequent und fachkundig umgesetzt wird. Wir freuen uns den Betrieb auch zukünftig mit unserem Fachwissen und unseren Produkten unterstützen zu können.

Wir wünschen Allen einen erfolgreichen Ernteabschluss! Bei Fragen zum Einsatz der Effektiven Mikroorganismen und unseren Produkten stehen wir wie gewohnt gerne zur Verfügung.

Güllefassl

Herbst-Gülle jetzt behandeln

Das Erntejahr 2021 neigt sich langsam dem Ende zu. Wenn dann je nach Region bis ca. Anfang-Mitte November die letzten Schnitte bzw. Beweidung auf dem Grünland erfolgt sind, steht auch die letzte Gülleausbringung an.

Der Wert der Gülle als Nährstofflieferant ist jedem Landwirt bewusst. Die besonderen Bestimmungen der Gesetzgebung für die Ausbringung bringen so manchen viehstarken Betrieb jedoch an seine Grenzen. Um Nährstoffverluste und Stickstoffausgasung zu minimieren, ist die Belebung der Gülle notwendig.

Den Priming-Effekt richtig nutzen

Die Nährstofffracht aus der Gülle irritiert die vorhandene Bodenmikrobiologie. Der Abbau organischer Substanz im Boden und eine unkontrollierte Nährstofffreisetzung sind die Folgen.

Sind mehr gelöste Nährstoffe im Boden frei als in der Düngung vorhanden waren, spricht man vom Priming Effekt. Um diese zusätzlichen Nährstoffe aber auch pflanzenverfügbar zu machen, ist eine ausreichende Speicherkapazität in Form organischer Bodensubstanz im Boden und eine entsprechend hohe enzymatische und mikrobielle Aktivität notwendig. Diese ist im Herbst bei sinkenden Temperaturen ohne eine Güllebehandlung mit Effektiven Mikroorganismen schwer zu erreichen.

Gülle & Mist

Es drohen hohe Nährstoffverluste und eine passive Verdichtung durch die Entstehung von Alkoholen und Phenolen im Boden. Der Boden zieht sich dadurch immer mehr zusammen. Daher ist eine dauerhafte Begrünung durch lebende Pflanzen so wichtig. Nur so werden die Nährstoffe effektiv verstoffwechselt und es entstehen keine unerwünschten Nebenprodukte (Vgl. auch: https://www.gruenebruecke.de/).

Als stark eiweißhaltiges Material begünstigt die Zusammensetzung der Gülle zudem Fäulnisprozesse. Ohne Behandlung überwiegen abbauende Mikroben und dominieren das Milieu. Die Überführung in ein reduktives, aufbauendes mikrobielles Milieu ist daher für eine ertragssteigernde und humusmehrende Wirkung zentral.

Warum sich die Gülle Behandlung lohnt

Jeder Landwirt hat großes Interesse daran, die in der Gülle enthaltenden Nährstoffe pflanzenverfügbar zu binden. Die Aufbereitung mit EM-aktiv, Pflanzenkohle und Biolit-Urgesteinsmehl ist für zahlreiche erfolgreiche Landwirte eine zentrale Maßnahme.

Ausreichende Zeit für die Mikrobiologie

Die Güllebehandlung sollte mindestens 3 Wochen oder länger vor der Ausbringung durchgeführt werden. Jetzt im September bleibt also noch ausreichend Zeit, die Gülle für die letzte Ausbringung anzureichern. Je länger die behandelte Gülle lagert, umso größer ist der Effekt.
Ende September ist ein guter Zeitpunkt, um die Gülle zu behandeln, um sie dann Ende Oktober bis Mitte November ausbringen zu können.

Richtig behandelte Gülle stinkt nicht, sie ätzt nicht und sie liefert Nährstoffe dorthin, wo sie gebraucht werden. In den ersten paar Zentimetern, also den oberen Bodenschichten, wo die Kulturpflanzen wurzeln. Nährstoffe in behandelter Gülle liegen weniger in Form von flüchtigen Gasen vor. Es gibt weniger Stickstoffverluste während der Lagerung und der Ausbringung. Somit können Mineraldüngergaben im Grünland radikal reduziert werden.

Einsatzmenge je m³ Gülle:

Die Mikrobiologie benötigt genügend Besiedelungsplätze. Bei geringeren Anwendungsmengen drohen schnell umgekehrte Effekte wie vermehrter Unkrautdruck und Nährstoffausgasung. Die Pflanzenkohle und das Biolit-Urgesteinsmehl bieten eine optimale Porenstruktur und liefern zusätzliche Nährstoffe, die sich an den Ton-Humuskomplexen des Bodens binden können.

Zusammengefasst heißt das:

  • Nährstoff-Auswaschungen gehen gegen null und die Düngewirkung steigt.
  • Gerade für die im Herbst ausgebrachte Gülle ist die Nährstoffspeicherung bis zum nächsten Frühjahr essentiell.
Zwischenfrucht mit Ackerfraese einarbeiten

Doppelt hält besser- die doppelte Zwischenfrucht

Liegt ein längerer Zeitraum zwischen zwei Hauptkulturen, kann das Ackerbausystem der doppelten Zwischenfrucht sinnvoll sein. Die Wirkungen dieser Methode eignen sich auch dazu, in verhältnismäßig kurzen Zeiträumen den Humusaufbau und die Aktivität der Bodenmikrobiologie anzutreiben und zu verbessern. Ebenfalls unter den Begriff „doppelte Zwischenfrucht“ fällt der Zwischenfruchtanbau in eine zuvor zur Rotte gebrachte Untersaat.

Warum zwei Zwischenfrüchte anbauen?

Auf sehr verarmten Standorten oder bei der Umstellung auf die regenerative Wirtschaftsweise kann der doppelte Zwischenfruchtanbau sinnvoll sein. Besonders wenn zwischen zwei Hauptfrüchten ausreichend Vegetationszeit liegt oder intensive Arbeitsspitzen entzerrt werden sollen.

Wird die Hauptfrucht früh geerntet, kann eine Zwischenfrucht die sonnenreichen Tage im Juli gut nutzen, um die Sonnenenergie für die Folgekulturen in Form von Nährstoffen und Zucker zu speichern. Anschließend wird die Zwischenfrucht geschält und in eine Flächenrotte gebracht. Die Einspritzung von Effektiven Mikroorganismen ist hier absolut empfehlenswert.

Die verschiedenen Mikrobenstämme im Bodenverjünger sorgen dafür, dass sich ein reduktives Milieu einstellt. Die Bodenmikrobiologie kann die organische Masse besser verstoffwechseln. Infolgedessen verrottet das Pflanzenmaterial, anstatt zu verfaulen. Der Humusaufbau wird so massiv gefördert.

Nach ca. zwei Wochen wird in die umgesetzte Organik die zweite Zwischenfrucht gesät.

Für eine Flächenrotte eignet sich natürlich auch eine entsprechende Untersaat, beispielsweise Kleegrasmischungen im Mais oder Getreide. Die organische Masse wird gemulcht oder gefräst, in Rotte gebracht und kann dann mit einem noch diverseren Zwischenfruchtgemenge eingesät werden.

Je nach Zielsetzung und Folgekultur sollte die Saatmischung optimal angepasst werden. Camena Samen bietet beispielsweise eine umfangreiche Auswahl an Zwischenfruchtgemengen, auch für den ökologischen Anbau an.

Wirkung der doppelten Zwischenfrucht

Durch diese Anbauweise erzielt man eine noch größere Diversität der Wurzelexsudate. Mikrobakterien im Boden arbeiten von und mit diesen Wurzelausscheidungen. Je vielfältiger diese sind, desto vielfältiger und aktiver ist auch die Mikrobenaktivität. Die im Bodenverjünger enthaltenen Milchsäurebakterien und Hefen fördern die huminstoffbildenden Prozesse im Boden. Sie nehmen den Zucker aus dem Pflanzensaft auf und konservieren ihn. Im weiteren Verlauf wird der Zucker immer wieder im Nährstoffaustausch von den Pflanzen und Bodenlebewesen verstoffwechselt. Dadurch erfolgt die Nährstoffkonservierung im Boden und in den Pflanzen für die folgende Hauptkultur.

Durch den Einsatz des Bodenverjüngers bei der Flächenrotte wird die Bodenmikrobiologie zusätzlich angereichert. Die folgende Zwischenfrucht hat optimale Startbedingungen und kann gut auflaufen und Grünmasse produzieren.

Zusätzlich wird die Feinwurzelausbildung der verschiedenen Pflanzen angeregt. Die verschiedenen Durchwurzelungstiefen der Pflanzen schaffen zudem Kanäle, die helfen, die Wasserfiltrationskapazität zu erhöhen und den Wurzeln der Folgekultur den Weg zu bahnen.

Der erhöhte Anteil der ober- und unterirdischen organischen Masse sorgt für den Humusaufbau. 1 ha Zwischenfrucht enthält je nach Zusammensetzung ca. 10-20.000 Liter Blattsaft und somit etwa 1-2 Tonnen Zucker. Ein enormes Potenzial für den regernativen Ackerbau.

Doppelte Zwischenfrucht im Überblick

Phacelia Zwischenfrucht

Vorteile doppelte Zwischenfrucht Anbau

  • Mehr (doppelte) Wurzelausscheidungen zur Erhöhung der mikrobiellen Aktivität im Boden
  • Nährstoffspeicherung bis zur Hauptfrucht
  • Verschiedenen Durchwurzelungstiefen im Boden
  • Förderung der Bodengare
  • Mehr (doppelte) organische Masse

Nutzen von Effektiven Mikroorganismen

  • Förderung der Umsetzungsprozesse des organischen Materials
  • Der Bodenverjünger ist speziell auf die Bedürfnisse der Bodenmikrobiologie abgestimmt
  • Rotte der 1. ZW kann gezielt und positiv gelenkt werden, da reduktive Bakterien dominieren und somit Fäulnisprozesse vermieden werden
  • Nährstoffaufnahme und -speicherung für die folgende Hauptfrucht wird verbessert
  • Wachstum der Feinwurzeln wird angeregt, dadurch mehr Organik im Boden, verbesserte Wasseraufnahme, Verbesserung der Bodenstruktur
  • Humusaufbau
Bodenverjünger

Wann ist der Anbau einer doppelten Zwischenfrucht sinnvoll?

Das System der doppelten Zwischenfrucht ist sicher nicht die Regel, kann auf verarmten Böden oder in manchen Jahren bei entsprechender Fruchtfolge (oder bei unerwarteten Totalausfällen der Hauptkultur: aktueller Beitrag Maisschäden) aber durchaus sinnvoll umgesetzt werden.

Stimmen die Bedingungen, ist die doppelte Zwischenfrucht eine geeignete Methode, sich über die doppelten Effekte des Zwischenfruchtanbaus zu freuen.

Verhagelter-Mais-was-tun-Verarbeitungshinweise-EM-Chiemgau

Hagelmais fachgerecht einarbeiten

Was tun, wenn der Hagel den Mais so beschädigt, dass er nicht mehr weiterwachsen kann?

Die heftigen Unwetter in den letzten Wochen mit Sturm und Hagel haben in so manchen Regionen auf den Maisfeldern große Schäden hinterlassen. Von „geht grad noch so“ bis hin zum Totalschaden ist alles dabei. War der Mais hagelversichert, ist zumindest der finanzielle Schaden großteils abgedeckt. Offen bleiben dann die Fragen, wo bekomme ich ausreichend Silomais für die Rinder oder Biogasanlage her und zu welchem Kaufpreis? Bei Totalschaden kommt zusätzlich die Aufgabe der Einarbeitung des Hagelmaises und der Anbau einer weiteren Frucht hinzu.

Einarbeitung großer Menge organischer Masse – wie gehe ich vor?

Je nach Entwicklungsstadium und Pflanzenbestand, sind hier ca. 15-30 to Frischmasse je ha einzuarbeiten. Bei der weitverbreiteten Vorgehensweise „mulchen und einpflügen,“ laufen anschließend im Boden oftmals unerwünschte Fäulnisprozesse ab. Dies bremst die Verrottung des organischen Materials und schädigt die Mikrobiologie im Boden. Organische Masse „zu tief vergraben“ kann nicht verrotten, da die notwendige und aktive Mikrobiologie in dieser Tiefe oftmals fehlt. Beim nächsten Pflügen kommen die großteils nicht verrotteten Maisteile wieder an die Oberfläche.

Wie kann der Rotteprozess unterstützt werden?

Bodenverjünger

Nativer, fermentierter Bodenhilfstoff für den Ackerbau

  • mit hoher biologischer Vielfalt
  • speziell ausgerichtet auf die Anwendung im Boden
  • aktiviert und stabilisiert die Bodenbiologie
  • setzt Umsetzungsprozesse in Gang
  • unterstützt den Humusaufbau
  • reduziert Unkrautkeimung
  • erhöht die Wasseraufnahmefähigkeit

Zum Mulchen oder Zerkleinern sprühst du den Maisbestand mit 50 l Bodenverjünger je ha ein. Bei der flachen Einarbeitung des gemulchten Materials, werden zusätzlich 100 l Bodenverjünger eingearbeitet. Der Bodenverjünger kannst du mit einer Dosieranlage direkt am Gerät (Mulcher, Grubber) ausbringen. Alternativ ist es möglich, den Bodenverjünger vorher mit einer Feldspritze flächendeckend auszubringen und anschließend mit der jeweiligen Technik einzuarbeiten.

Hierbei wird der Rotteprozess auf natürliche Weise unterstützt und Fäulnis reduziert. Die Organik wird vom Bodenleben wesentlich leichter verstoffwechselt. Die Fläche sollte nach der Bearbeitung ca. 10-14 Tage unbefahren bleiben, damit die Mikrobiologie ungestört arbeiten kann. Anschließend kann die Bodenbearbeitung/Saatbettbereitung für die nächste Frucht erfolgen. Dabei soll der Boden intensiv durchgemischt werden.

Verhagelter-Mais-gemulcht-ohne-EM-der Faeulnis preisgegeben-mit EM Faeulnis verhindern und Rotteprozess unterstuezen

Welche Frucht kann noch anbaut werden, wenn der Mais verhagelt wurde?

Je nach Region und Fruchtfolge gibt es verschieden Strategien.

  • Wird Futter für Rinder oder Biogasanlage benötigt, kannst du eine Kleegrasmischung anbauen, die du heuer noch einmal evtl. im besten Fall zweimal mähen kannst.
  • Benötigst du kein Futter, gibt es mehrere Möglichkeiten die Flächen zu bestellen.
  • Schnell entschlossene bauen evtl. Raps an, bzw. haben schon angebaut. Die Saat von Wintergerste ca. Ende September ist auch eine mögliche Option.
  • Auf Flächen, die mit später zu säende Winterfrüchte, wie z.B. Tritiale oder Winterweizen bestellt werden sollen, kannst du eine vielfältige Zwischenfrucht abbauen.

Vielfach bewährt hat sich Saatgutbeizung mit EM.
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