Kategorie: Wald

EM Wald

Regenerative Waldbewirtschaftung

Der Begriff „regenerative Waldbewirtschaftung“ bedeutet keinesfalls den Wald einfach sich selbst zu überlassen. Ganz im Gegenteil. Der Mensch als Bewirtschafter, als Forstwirt, als Nutzer kann den Wald aktiv bei der Regenerierung unterstützen und somit positive Prozesse für eine nachhaltige Waldbewirtschaftungsform einleiten. Eine regenerative Waldbewirtschaftung hilft, den Wald als Wirtschafts- und Lebensraum für die zukünftigen Generationen zu bewahren und zu stärken.

Wälder haben weltweit eine ganz besondere Bedeutung inne. Sie sind nicht nur Holzlieferanten und somit Grundlage für zahlreiche Bauweisen und Güter unseres täglichen Bedarfs, sondern spielen auch eine gewichtige gesellschaftliche und eine zentrale klimarelevante Rolle.

Der Einsatz von Boden- und Pflanzenhilfsmitteln wie EM-Aktiv oder Bodenverjünger wirkt sich auch im Wald langfristig positiv auf die vorhandene Mikrobiologie aus. Positive Mikroorgansimen wirken von Natur aus regenerativ. Nährstoffe aus dem Boden werden effektiver oder überhaupt erst pflanzenverfügbar. Der Bestand wird dadurch von innen heraus gestärkt.

Biodiversität im Wald

Ein zentraler Aspekt dieser Waldbewirtschaftung ist die Rückwendung zum Diversitätsprinzip. Waldbewirtschafter können gezielt die positiven Wechselwirkungen verschiedene Baumarten untereinander Nutzen und somit, ohne großen Mehraufwand von den Effekten profitieren. Die Hinwendung zu einem Mischwald sollte zwar das Ziel sein, dennoch sind auch Pflanzungen von weiteren Nadelbaumarten zielführend, sofern diese gut mit dem bestehenden Baumbestand interagieren.

Grundsätzlich gilt bei Neupflanzungen bei 10 % der Baumarten auf Laubbäume zu setzen. Mindestens jedoch auf Bäume, die gut mit den Fichtenbeständen kooperieren, wie die Weißtanne oder je nach Standort Douglasien. Zudem sollten größere Abstände als in der gängigen Praxis von über 1,5 m eingehalten werden. Dies mag dem ein oder andern Waldbesitzer unwirtschaftlich vorkommen. Bedenkt man jedoch eine geringere Schadholzquote, gesündere Bestände und eine verbesserte Holzqualität gleichen sich wirtschaftliche Einbußen wieder aus.

Neuanpflanzungen mit Starthilfe

Neu gepflanzte Setzlinge sollten von Beginn an einen guten Start bekommen. Der Einsatz von EM-Aktiv oder Bodenverjünger zusammen mit Karbosave Pflanzenkohle und RoPro-Lit sorgt für eine optimale Nährstoffversorgung der Jungpflanze. Ein kräftiges Wurzel- und Längenwachstum kann im ersten halben Jahr durch die Zugabe von Mineralstoffen (z.B. Schafwollpellets) und Bokashi gefördert werden. Für die Herstellung von kostengünstigem Bokashi eignen sich Baumnadeln oder Laub aus dem eigenen Wald.

Auf diese Weise gestärkte Setzlinge kommen schneller „in Gang“ und haben einen deutlichen Vorteil gegenüber unbehandelten Baumsetzlingen. In der Praxis konnten bereits Anwachsraten von 80% verzeichnet werden und das, trotz schwieriger Umwelteinflüsse, wie Wassermangel und Spätfrösten.

Humusaufbau im Wald

Ein zentraler Aspekt jeder Bewirtschaftungsweise sollte der Humusaufbau sein. Humus ist lebendverbauter Kohlenstoff und dieser bildet die Grundlage jeden organischen Lebens. Durch das Management der mikrobiologischen Prozesse kann der Humusaufbau verbessert werden. Eine höhere Wasserspeicherkapazität und eine verbesserte Feindurchwurzelung des Bodens sind die Folgen. Besonders in trockenen Jahren oder Gegenden mit weniger Niederschlägen ist eine optimale Nutzung der Wasserspeicherkapazität oftmals entscheidend für die Wirtschaftlichkeit des Waldes.

Ein aktives Bodenmikrobiom stärkt Baum und Borke

Wer den Wald zukunftsorientiert bewirtschaften will, muss ihn verstehen. Die Mikroben im Kronen- und Wurzelbereich arbeiten bei einem gesunden Baum zusammen und stehen in regem „Informationsaustausch“. Der diffuse N-Eintrag aus der Luft ist vom Menschen nicht zu kontrollieren. Eine Dysbalance im Nährstoffaushaushalt des Baumsaftes vermindert jedoch die Nährstoffaufnahme aus dem Boden. Der Einsatz von Effektiven Mikroorganismen hilft dem Baum natürliche Stoffwechselprozesse zu reaktivieren und in Balance zu halten.

Geduld ist auch und ganz besonders in der Waldwirtschaft eine Tugend. Ein aktives Bodenmikrobiom führt zunächst zu einer Anregung des Wurzelwachstums. Daher wirkt es anfangs mitunter so als würden die Anwendungen ohne Folgen bleiben, denn allzu selten schaut der Mensch dort nach wo der Prozess beginnt: im Boden.

Eine verbesserte Ausbildung der Feinwurzeln führt zu einer verbesserten Nährstoffaufnahme und Wasserversorgung des Baums. Besonders die flachwurzeligen Fichten können davon in wasserarmen Jahren und Regionen profitieren.
Eine optimierte Nährstoffverfügbarkeit im Wald ist auch der Schlüssel zu einem geringeren Arbeitsaufwand für den Menschen. Ein Faktor, der viel zu oft unberücksichtigt bleibt. Millionen von mikroskopisch kleinen Mitarbeitern helfen dabei, dass Nährstoffaufnahmevermögen zu initiieren. Oftmals ist nicht die Nährstoffmenge, sondern die Nährstoffverfügbarkeit der limitierende Faktor für das Pflanzenwachstum und letztendlich auch die Holzqualität. Zusätzliche Maßnahmen, wie Kalkungen oder Pestizideinsatz, zur Eindämmung des Schädlingsbefalls, können reduziert oder ganz aufgegeben werden.

Rentiert sich regenerative Waldbewirtschaftung?

In einer wissenschaftlichen Untersuchung der Fernuniversität Hagen konnte festgestellt werden, dass der Einsatz Effektiver Mikroorgansimen im Wald durchaus auch wirtschaftliche Vorteile bietet. So konnte bei der untersuchten Fläche von 24 ha überwiegendem Nadelwald eine dauerhafte Steigerung des Ertragsniveaus um 13,8% erzielt werden. Dies bedeutete eine Gewinnsteigerung von 13.630 €. Diese Steigerung konnte durch eine massive Reduzierung des „Käferholzes“ erreicht werden. Das anfallende Schadholz konnte vom Jahr 2003 mit 250 m³ bereits drei Jahre später auf 50 m³ Schadholz reduziert werden.

Durch Einsparungen beim Einsatz chemischer Anwendungsmittel, ebenso wie durch einen geringeren Arbeitsaufwand durch zusätzliches Einschlagen befallener Bäume, können in vielen Forstbetrieben weitere Möglichkeiten zur Gewinnsteigerung erwartet werden.

Nach 4 Jahren Behandlung mit Effektiven Mikroorganismen konnte die Behandlung im Demonstrationsbetrieb eingestellt werden, da sich ein positives, aufbauendes Milieu im Wald eingestellt hatte. Die Effekte bleiben erhalten, da sich die angesiedelten Bakterienstämme weiterhin vermehren und wirken.

Regenerative Waldbewirtschaftung Ausblick

Wir blicken zuversichtlich in die Zukunft unserer Wälder. Die regenerative Waldbewirtschaftung ist ein langfristiger und umfassender Ansatz, der die natürlichen und für uns Menschen lebensnotwendigen Prozesse des Walds stärkt.
Die bisherigen Ergebnisse zeichnen ein durchweg positives Bild vom Einsatz Effektiver Mikroorganismen im Wald.

Waldtag EM-Chiemgau

Waldtag zum Thema: regenerative Waldbewirtschaftung

Nach langer Zeit des Abstandhaltens war es Mitte Juli endlich wieder Zeit für einen „echten“ Austausch. Der „Waldtag zur regenerativen Waldbewirtschaftung“, bei Maria Thalhammer-Bauer in Kumhausen, Niederbayern wurde von vielen Teilnehmern als willkommene Veranstaltung im Grünen, selbstverständlich unter Einhaltung aller gesetzlichen Maßnahmen, angenommen. Einige interessierte Waldbesitzer und Jäger, aber auch Landwirte und EM-Interessierte fanden sich in Kumhausen ein, um den Referenten Christoph Fischer (EM-Chiemgau) und Dietmar Näser (Grüne Brücke) zuzuhören.

Nach einer kurzen thematischen Einführung in die Welt der regenerativen Wald- und Landwirtschaft begaben sich die Teilnehmer gespannt in das Waldstück von Maria Thalhammer-Bauer. Dort kommen auf ca. 10 ha Nadelwald (überwiegend Fichte und Weißtanne) seit 2017 Effektive Mikroorganismen (EM) zum Einsatz. Die Vernebelung des Bodenverjüngers wurde anschaulich demonstriert und mit großem Interesse verfolgt.

Anwendungstechnik für EMs in der Waldbewirtschaftung

Der Bodenverjünger

Der Bodenverjünger von EM-Chiemgau ist ein speziell auf die Bedürfnisse des Bodenmikrobioms abgestimmter Bodenhilfsstoff. Die nativen Mikroorganismen regen die biologische Vielfalt im Boden an und stabilisieren die Bodenbiologie.

  • Anregung des Bodenlebens
  • Förderung des Humusaufbaus
  • Verbesserung der Wasserspeicherkapazität
  • Vitalisierung der Baumbestände
  • Verbesserte Nährstoffaufnahme durch die Pflanzen

Die praktikabelste Form der Anwendung im Wald ist die Vernebelung. Technisch eignen sich hierfür am besten Einsatzgeräte aus dem Wein- oder Obstbau. Bei Maria Thalhammer-Bauer kommt eine selbst umgebaute Holderspritze mit einem entsprechend angepassten Heugebläse zum Einsatz. Zu Beginn oder auf kleineren Flächen kann auch mit einem Drucksprüher oder einer Rückenspritze gearbeitet werden. Diese Anwendungsformen eignen sich auch, wenn einzelne Bäume gezielt behandelt werden müssen.

Holderspritze mit Umgebautem Gebläse

Holderspritze mit Umgebautem Gebläse

Vernebelung des Bodenverjüngers

Grundsätzlich gilt lieber auf einer kleineren Fläche mit der Anwendung zu beginnen, als aufgrund von technischen Herausforderungen oder einem erschwerten Zugang zum Gelände ganz auf den Einsatz Effektiver Mikroorganismen zu verzichten.

Praktikabilität geht hier vor Gründlichkeit. Vorhandene Rückegassen oder Sturm- und Käferbaumschneisen eignen sich oft zum Befahren mit dem Traktor. So kann tiefer in den Bestand vorgedrungen werden. In Hanglagen können Gebläse sinnvoll zum Einsatz kommen.

Aufwandmengen Bodenverjünger

Die Vernebelung des Bodenverjüngers wurde mit einer Aufwandmenge von ca. 200 l/ha 2-mal im Jahr angewendet. Da aufgrund der Beschaffenheit des Geländes im Wald nur eine sehr geringe Fahrtgeschwindigkeit möglich ist, kann die Aufwandmenge dem Bedarf entsprechend angepasst werden. Es besteht auch die Möglichkeit, den Bodenverjünger 1:1 mit Wasser zu verdünnen. Eine Überdosierung ist im Wald nicht möglich.

Wirkung der Effektiven Mikroorganismen im Wald

Der speziell für die Anregung der Bodenmikrobiologe entwickelte Bodenverjünger wirkt sich positiv auf das Bodenmikrobiom aus. Eine verbesserte Nährstoffaufnahme und -verfügbarkeit für die Pflanzen ist die Folge.

Erkennbar sind diese Prozesse an einer vermehrten Wurzelbildung in der Humusschicht. Ein gesunder Waldboden funktioniert wie ein Schwamm. Im Wald von Maria Thalhammer-Bauer konnten die Teilnehmer bei verschiedenen Bodenansprachen einen Einblick in die Bodenstruktur bekommen. Die 7-8 cm mächtige Humusschicht, in der eine gute Durchwurzelung, insbesondere der Feinwurzeln erkennbar war, sorgt für eine verbesserte Wasserspeicherkapazität des Bodens. Besonders in trockenen Jahren oder längeren Dürreperioden steht der Pflanze mehr Wasser zur Verfügung, was für die flachwurzelnde Fichte ein entscheidender Vorteil sein kann

Bodenansprache

Durchwurzelung in der Humusschicht

Schutz vor dem Borkenkäfer

Der Bestand von Maria Thalhammer wurde nach dem Erwerb 2017 zunächst von den Käferbäumen befreit. Beim Einschlagen wurden jedoch einige befallene Bäume übersehen. Was normalerweise zu einer kreisförmigen Verbreitung des Käfers im Bestand geführt hätte, hatte hier keinen Effekt. Der Borkenkäferbefall hat sich nicht ausgeweitet. Auch die direkte Nähe zu befallenen Beständen benachbarter Waldbesitzer war bislang unproblematisch.

Einen solch geschädigten Baum sucht man im Bestand von Maria Thalhammer-Bauer vergeblich

Auch bei der Bekämpfung des Buchsbaumzünslers konnte Frau Thalhammer-Bauer gute Ergebnisse erzielen. Ein befallener Baum wurde mit Effektiven Mikroorganismen eingesprüht und für zwei Wochen eingewickelt. Der Baum konnte sich vollständig von dem Befall erholen und der Schädling zog sich zurück. Weitere Methoden zur Behandlung von Buchsbaumzünsler.

Durch die mikrobielle Anregung des Pflanzenstoffwechsels können ungünstige Nährstoffanreicherungen in der Pflanze vermieden werden. Dieser Überschuss zieht den Borkenkäfer auf seiner Nahrungssuche an. Ein aktives Bodenleben sorgt dafür, dass der Austausch zwischen Kronen- und Wurzelzellen funktioniert und Nährstoffe optimal genutzt werden. Schädlinge werden von vitalen Bäumen nicht angezogen, die Käferpopulation breitet sich demnach nicht weiter aus.

Empfehlung und Ausblick für die Waldbewirtschaftung mit EM

Bodenspezialist Dietmar Näser wies darauf hin, dass der Wald mit seiner besonderen Stellung als CO2 Speicher nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine gesamtgesellschaftliche Funktion einnimmt. Waldschutz ist Klimaschutz. Ein aktives Bodenleben fördert das Pflanzenwachstum und stärkt den vorhandenen Bestand von innen. Auch ein positiver Effekt auf die Holzqualität ist, laut Dietmar Näser zu erwarten.

Nach der Waldbegehung vertieften sich die Teilnehmer in angeregte Gespräche rund um das Thema regenerative Waldbewirtschaftung. Bei einem gemütlichen Zusammensitzen in der Wirtschaft wurde das Gehörte reflektiert und diskutiert.

Unser herzlicher Dank geht an Maria Thalhammer-Bauer und Dietmar Näser, ohne die dieser interessante Waldtag nicht zustande gekommen wäre. Natürlich danken wir auch allen Teilnehmern und stehen Interessierten bei Fragen jederzeit zur Verfügung.

Ferment-Bodenverjünger-Tiefenlockerung-Milieusteuerung-im-Boden

Einsatz von EM und Fermenten in der Landwirtschaft lohnt sich

Betriebswirtschaftlicher Erfolg mit mikrobieller Milieusteuerung

Andrea Schemmel hat für ihre Masterarbeit im Fach Umweltwissenschaften die betriebswirtschaftliche Situation von landwirtschaftlichen Betrieben vor und nach einigen Jahren seit Einsatz von Fermenten, wie EM und CFKE verglichen.

Die Arbeit zeigt: eine starke mikrobielle Gesamtsituation und ein funktionierender Kreislauf hat nicht nur ökologische Vorteile, sondern verbessert auch die Wirtschaftlichkeit. Die teilnehmenden Buchführungsbetriebe, die mit Fermenten arbeiten, weisen eine positive Bilanz gegenüber dem Durchschnitt der Betriebe in Deutschland vor.

Die Zahlen stammen unter anderem von folgenden Betriebsformen:

  • Milchviehbetrieb
  • Waldwirtschaft
  • Maisanbau
  • Elterntierbetrieb für Masthühner

Die gesamte Arbeit mit dem Titel „Nachhaltige Landwirtschaft mittels mikrobieller Milieusteuerung im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft - Eine betriebswirtschaftliche Betrachtung“ zum Nachlesen findest du hier auf unserer Seite.

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