Kategorie: Silage & Heu

Gülleaufbereitung-Rosenheimer-Projekt

Gülleaufbereitung nach dem Rosenheimer Projekt

Gülleaufbereitung nach dem Rosenheimer Projekt

Über das Landwirtschaftsstudium bei der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf habe ich im Rahmen eines Praktikums bei EM-Chiemgau eine Umfrage zum Thema „Gülleaufbereitung nach dem Rosenheimer Projekt“ durchgeführt. Ziel war es die Betriebe nach ihren Erfahrungen über die Aufbereitung der Gülle zu Befragen und aufzuzeigen ob und wie sich ein Nutzen bzw. Mehrfachnutzen in den Betrieben über die Jahre zeigt.

Es wurden 28 Betriebe befragt. 22 Milchvieh- (größtenteils Fleckvieh) und 6 Mutterkuhhaltungsbetriebe vorwiegend in Bayern und teils in Baden Württemberg.

Die befragten Betriebe liegen im Leistungsbereich zwischen ca. 5.000–10.000 l Milch/Kuh und Jahr, bei einer Betriebsgröße von 17–120 ha LF. Ca. 40 % der Betriebe wirtschaften konventionell und ca. 60 % arbeiten nach den Kriterien des Ökologischen Landbaus.

Hier die zusammengefassten Ergebnisse der Befragung:

Anwenderjahre-Rosenheimer-Projekt

36 % der Betriebe begannen mit der Gülleaufbereitung innerhalb der letzten 2 Jahre. Mehr als ein Drittel der Betriebe, seit über 6 Jahren und davon 25% schon länger als 10 Jahre

Ein Großteil bereiten die Gülle nach der allgemeinen Empfehlung von EM-Chiemgau auf.

Pro 100 m³ Gülle:

  • 100 l EM-aktiv oder CFKE
  • 0,6 m³ Karbosave – aktivierte Pflanzenkohle
  • 3-4 t RoPro-Lit Urgesteinsmehl

Die Lagerungsdauer der Aufbereiteten Gülle unterscheidet sich stark. Von nur 2 Wochen (zu wenig!) bis zu über 20 Wochen ist alles dabei, optimal sind mindestens 4 Wochen. Die Mehrheit bewegt sich im Durchschnitt bei 5,5 Wochen. 6 Betriebe wenden zur Vorbeugung eines Güllestaus die Komponenten wie die aktivierte Pflanzenkohle und das Urgesteinsmehl bereits im Stall, direkt auf dem Spaltenboden und/oder eingemischt im Einstreu, erfolgreich an. Kohle und Gesteinsmehl können der Gülleaufbereitung 1:1 angerechnet werden.

Die verbesserte Homogenität der Gülle verhindert nicht nur die Verstopfungen im Güllekanal sondern verkürzt auch die Aufrührdauer (s. Abbildung 2). Einige Landwirte berichteten auch, dass es im Schleppschlauchverteiler zu weniger Verstopfungen kommt. 

3-4 t RoPro-Lit Urgesteinsmehl
Abbilung 2, Einschätzung des Erfolges der Gülleaufbereitung (n=27 Betriebe)

Bei der Gülleaufbereitung gab es viele, sehr positive Rückmeldungen (s. Abbildung 2)

Die Qualität der Gülle beeinflusst den Boden und in Folge dessen, das Pflanzenwachstum. Durch Reduzierung von Ätzschäden an den Gräsern und der Grasnarbe kann die Ertragsleistung positiv Beeinflusst werden. Aufbereitete Gülle hinterlässt weniger faulende organische Substanz im und auf dem Boden. Mikroorganismen, sowie eine Vielzahl an Bodenlebewesen können diese Organik besser und effizienter Umsetzen. Die Aktivität des Bodenlebens steigt

Rosenheimer-Projekt-Verbesserung-Bodenleben
Abbildung 3, Verbesserung des Bodenlebens im Bezug auf die Gülleaufbereitung

Rosenheimer-Projekt-Verbesserung-Bodenqualität
Abbildung 4, allgemeine Einschätzung des Landwirtes zur Verbesserung der Bodenqualität seiner Flächen

Bei Landwirten die das Verfahren bis zu 2 Jahren durchführen, wurde über eine positive Entwicklung des Bodenlebens berichtet (s. Abbildung 3). Was sich auf die Bodenqualität (bzgl. Humusbildung, Bodenstruktur und Wasser- und Nährstoffspeicherfähigkeit) verbessernd auswirkt.

Betriebe die zusätzlich zur Gülleaufbereitung weitere Maßnahmen wie z.B. den Bodenverjünger zur Bodenverbesserung angewendet haben, wurden bei der Bewertung außenvor gelassen. Es war auch auffällig, dass viele Betriebe zu der Bodenentwicklung im Grünland keine Auskunft geben konnten. Eine Spatenprobe jährlich, im Grünland, würde auch dem Landwirt den Zustand und die Entwicklung seiner Böden besser vor Augen führen.

Spatenprobe im Grünland

Ein gesunder Boden ist die Grundlage für die eine effiziente Futterproduktion!

Spatenprobe im Grünland - eine einfache Methode, den Boden zu beurteilen

(siehe weiter Blogbeitrag: "Die Futterqualität ist die Basis für eine erfolgreiche Tierhaltung"

Ich möchte mich bei Allen für die Zeit für diese Umfrage, die schönen Gespräche und die Möglichkeit einen Einblick in die vielfältigsten Betriebe und Betriebsgeschichten zu bekommen herzlich bedanken!

Schöner Gruß,
Sophia Kremser

Futtertisch-Kuhstall

Die Futterqualität ist die Basis für eine erfolgreiche Tierhaltung

Die Futterqualität ist die Basis für eine erfolgreiche Tierhaltung

Sophia Kremser hat im Rahmen ihres landwirtschaftlichen Studiums ein Praktikum bei EM-Chiemgau abolviert und dabei eine Umfrage durchgeführt. Dabei untersuchte sie die Auswirkungen des "Rosenheimer Projekts" auf landwirtschaftliche Betriebe.

Im Rahmen meiner Umfrage stellte sich heraus, dass viele Landwirte auf der Weide ein verbessertes Fressverhalten der Tiere nach der Ausbringung der aufbereiteten Gülle beobachten konnten. Dieser Effekt ist auch im Stall bei der Grünfütterung und der Silagequalität bemerkbar.

Gülleaufbereitung vermindert nicht nur die Stickstoffverluste über die Ammoniak Ausgasung und damit den Güllegeruch, sondern wirkt sich auch positiv auf den Boden (s. Blog Teil 1) und die Futterqualität aus.

Ziel war es die Betriebe nach ihren Erfahrungen über die Aufbereitung der Gülle zu Befragen und aufzuzeigen ob und wie sich ein Nutzen bzw. Mehrfachnutzen in den Betrieben über die Jahre zeigt. Betriebe die eine größere betriebliche Veränderung im Laufe der Jahre der Anwendung vorgenommen haben, wurden aus den Bewertungen ausgeschlossen.

Verbesserung-des-Tierwohls
Abbildung 1, auswirkung der gülleaufbereitung auf die allgemeine Tiergesundheit, wobei 50% der Betriebe die aktivierte pflanzenkohle und das Steinmehl bereits im Stall anwenden. (n = Ø 15 Betriebe bei drei Parameter)

Einige Betriebe stellten zusätzlich zu der allgemeinen Gülleaufwertung, auch eine Verbesserung bei der Tiergesundheit und -leistung fest (s. Abbildung 1), dies liegt daran, dass die Erregerkette durch die Aufbereitung der Gülle unterbrochen wird. Eine Übertragung und Vermehrung von pathogenen Keimen über die ausgebrachte Gülle, bis zum eingefahrenen Futter, wird verhindert.

Das reicht von reduzierten Tierarztkosten, bis über eine höhere Remontierungsrate und Steigerung des allgemeinem Tierwohls. Vereinzelte Betriebe die die Komponenten zur Gülleaufbereitung bereits im Stall als Einstreu und auf den Spaltenböden verwenden berichten auch über weniger Klauen- und Mastitisproblemen.

Rosenheimer Projekt-Tiergesundheitsparameter-EM-Chiemgau
Abbildung2, Tiergesundheitsparameter in Bezug auf die Gülleaufbereitung und zusätzlicher Anwendung von CFKE als Siliemittel u./o. Karbofit Futterkohle

In der Abbildung 2 zeigt sich auch, dass es Verbesserungen in der Tiergesundheit, -fruchtbarkeit und -leistung gibt und Betriebe die zusätzlich zur Silageaufbereitung CFKE (Chiemgauer Fermentierter Kräuterextrakt) und/oder Karbofit (Futterkohle) verwenden, tendenziell über bessere Tiergesundheit und -leistung berichten.

Landwirte die das Verfahren seit etwa 3 Jahren anwenden, sehen vermehrt Erfolge in der Boden-, Futterqualität und auch in der Tierleistung. Die Intensität der Auswirkungen unterscheidet sich von Betrieb zu Betrieb. Doch im Gesamten gab es nur positive Rückmeldungen!

Trotzdem ist die Gülle nur ein einzelner Faktor, der einen Einfluss bewirkt. Tiergerechte Aufstallung, optimale Futtererntezeitpunkte, -technisierung und -lagerung, wie auch die Fütterungsintensität sind entscheidend.

Ein Betrieb mit größeren Tierhaltungsfehler, wie zum Beispiel bei Überbelegung im Stall, wird nur schwerlich Verbesserungen feststellen. Aus den vielen Telefongesprächen und ausgewerteten Daten, hat sich für mich bestätigt, dass die Gülle ein häufig unterschätzter Faktor im Betriebskreislauf darstellt und durch eine Veredelung über die Aufbereitung, auch der gesamte Wirtschaftskreislauf vom Boden, über Futter bis hin zum Tier profitieren kann.

Die Futterqualität ist die Basis für eine erfolgreiche Tierhaltung

Ich möchte mich bei allen Landwirten/-innen für die Zeit, die schönen Gespräche und die Möglichkeit einen Einblick in die vielfältigsten Betriebe und Betriebsgeschichten zu bekommen herzlich bedanken!

Schöner Gruß,
Sophia Kremser

Grummetwiese-angeregnet

Qualitätserhaltung bei angeregnetem Heu/Grummet mit CFKE

Welcher Landwirt mit Grünlandwirtschaft kennt das nicht? Der optimale Schnittzeitpunkt des Grases ist erreicht, der Wetterbericht prognostiziert „gutes Heuwetter“ für die nächsten Tage, doch es kommt anders…

Die Bedingungen für die Einbringung von Heu und Grummet waren heuer etwas durchwachsen. Das überwiegend trockene und heiße Wetter von Ende Mai bis Ende Juni machte die Heuernte relativ leicht. Die Erträge und die Qualität waren sehr gut. So konnte jeder Landwirt vom jungen bis zum älteren Heu für Pferde und Jungvieh den optimalen Schnittzeitpunkt nutzen. Anfang Juli stellte sich die Witterung um. Endlich kam der, für die Pflanzen sehr notwendige und ergiebige, Regen mit kühleren Temperaturen. Das Gras schob deutlich sichtbar mit dem Wachstum an. Für die Grummeternte begann die Herausforderung: Hält das trockene Wetter drei Tage lang an?

Grummet_mit_CFKE_behandeln

Konrad Schinkinger aus Raubling (Lkr. Rosenheim) schildert uns wie es ihm im Juli 2019 bei der Grummeternte ergangen ist und wie er das Beste daraus gemacht hat. „Seit Januar 2019 bewirtschafte ich eine relativ artenarme Kleegraswiese, die in den letzten Jahren vom Vorbewirtschafter sehr intensiv genutzt und gedüngt wurde. Ca. Mitte Juli war der passende Schnittzeitpunkt um den 2. Aufwuchs zu ernten. Der Wetterbericht prognostizierte am 19.07.2019 für die nächsten Tage „gutes Heuwetter“. Also mähte ich am 19. Juli.

Gegen Abend des 20.07. zog ein heftiger Gewitterregen über unser Gebiet. Glücklicherweise hatte ich vorher das „halbdürre“ Grummet noch geschwadet und ca. 0,2 l CFKE (Chiemgauer Fermentierter Kräuterextrakt) je m³ dosiert.

Am 21.07. regnete es fast den ganzen Tag. In den folgenden Tagen war das Wetter durchwachsen.
Erst am 24.07.2019 erreichte das Grummet den notwendigen Trockensubstanzgehalt. Zum Einfahren mit dem Ladewagen wurden ca. 0,3 l CFKE je m³ dosiert.

Fazit: Das Grummet ist zwar nicht so, wie man sich das wünscht, den es wirkt auf den ersten Blick grau und ausgewaschen. Aber mit der zweimaligen CFKE-Behandlung erreichte ich, trotz des sehr schwierigen Trocknungsverlaufes, eine akzeptable Qualität. Der Geruch ist leicht aromatisch. Wenn man genau hinsieht erkennt man, dass auch grüne Grummetanteile vorhanden sind.

Qualitätserhaltung bei angeregnetem Heu/Grummet mit CFKE
Vergleich zweier Grünlandschnitte von der gleichen Wiese 3. Schnitt 16.08.2019 unberegnet - 0,3 l CFKE je m³ beim Einfahren mit Ladewagen 2. Schnitt 19.07.2019 mehrmals angeregnet - 0,2 l CFKE je m³ beim Nachtschwaden und 0,3 l CFKE je m³ beim Einfahren mit Ladewagen

Kein Schimmelbefall. Von den Rindern wird das Grummet gerne gefressen, es bleibt kein Rest auf dem Futtertisch. Und Dank der niedrigen Heustocktemperatur (bei Heu und bei Grummet durchwegs zwischen 22 und 27 Grad), ist mein Schlaf entspannt und erholsam!“

Betriebsbesichtigung und Feldbegehung bei Martin Rumpel in Bruckmühl-Wiechs

Betriebsbesichtigung und Feldbegehung bei Martin Rumpel in Bruckmühl-Wiechs

Am 17.07.2018 fand bei angenehmen Sommerwetter eine Betriebsbesichtigung und Feldbegehung bei Martin Rumpel in Bruckmühl-Wiechs statt. Ca. 80 interessierte Landwirte/innen informierten sich über den praktischen Einsatz von EM-Produkten im konventionellen Milchviehbetrieb.

Hier die markanten Aussagen und praktischen Vorgehensweisen der Familie Rumpel:

Für 70 Milchkühe zuzüglich weibl. Nachzucht stehen 50 ha Futterfläche zur Verfügung, davon 27 ha Grünland und 23 ha Acker (Silomais, Winterweizen, Kleegras, Luzerne, Ackergras)

Bei der Grassilage- und Maissilageernte wird CFKE (Chiemgauer Fermentierter Kräuterextrakt) zur positiven Steuerung des Silierverlaufes mit sehr gutem Erfolg eingesetzt. Die Dosierung von CFKE in das Erntegut erfolgt mit dem Schwader bzw. SF-Häcksler.

Betriebsbesichtigung und Feldbegehung bei Martin Rumpel in Bruckmühl-Wiechs

Die Gülle wird regelmäßig mit EM, Pflanzenkohle und RoPro-Lit-Urgesteinsmehl behandelt. Wobei z.T. direkt im Stall auf die Liegeflächen und Spaltenböden eine Teilmenge Pflanzenkohle und RoPro-Lit gestreut wird. Seit wenigen Tagen ist die EM-Verneblungsanlage Nimbatus 7 in Betrieb.

Betriebsbesichtigung und Feldbegehung bei Martin Rumpel in Bruckmühl-Wiechs

CFKE wird aus der Vernebelungsanlage "Nimbatus" mittels Zeitschaltuhr automatisch vernebelt

Mit der Verneblung von CFKE im Stall wird eine Mehrfachnutzung erreicht: Verbesserung der Luft und des Stallklimas, deutliche Verringerung von Fäulnisherden und somit auch weniger Fliegen, gut fließende Güllekanäle und letztendlich die Behandlung der Gülle.

Betriebsbesichtigung und Feldbegehung bei Martin Rumpel in Bruckmühl-Wiechs   Betriebsbesichtigung und Feldbegehung bei Martin Rumpel in Bruckmühl-Wiechs

Der Melkstand und die Milchkammer werden mit EM-Produkten gereinigt. Seit kurzem wird der biologische Melkmaschinenreiniger zur Reinigung der Melkanlage und des Milchtanks eingesetzt.

Seit der Umstellung auf rohprotein-reduzierte Fütterung (ca. 13,5 % RP in der Gesamtration) und dem Einsatz von NaturaVit Lebendhefe bei einer Milchleistung von ca. 8.000 kg gingen die Klauenprobleme deutlich zurück. Mussten vor wenigen Jahren bei der regelmäßigen Klauenpflege z.T. noch 15-20 Verbände/Stöcken angebracht werden sind es jetzt nur noch wenige. Außerdem stieg die Fruchtbarkeit deutlich an - 17 Erstbesamungen bei Kalbinnen ohne nachrindern. Letztendlich führt die bessere Tiergesundheit zu niedrigeren Tierarzt- und Besamungskosten und die Arbeit wird ruhiger für Mensch und Tier.

Betriebsbesichtigung und Feldbegehung bei Martin Rumpel in Bruckmühl-Wiechs

Mit Pflanzenkohle wird der Auslauf leicht eingestreut. Sie bindet Feuchtigkeit und Geruch und wirkt sich positiv auf die Klauengesundheit aus. Vor allem in den Wintermonten ist sie ein rutsch hemmender Belag, der letztlich auch noch einen Nutzen im Mist oder Gülle hat.

Auf dem Grünland wird je Schnitt ca. 10 m³ behandelte Gülle mit Breitverteilung ausgebracht. Auf zusätzlichen Mineraldünger und Kalk wird verzichtet. Das Bodengras wird dichter, der Kleeanteil steigt, der Pflanzenbestand wird vielfältiger und somit auch widerstandsfähiger.

Betriebsbesichtigung und Feldbegehung bei Martin Rumpel in Bruckmühl-Wiechs  Betriebsbesichtigung und Feldbegehung bei Martin Rumpel in Bruckmühl-Wiechs

Auf dem Acker wird behandelter Mist und Gülle ausgebracht. Beim Silomais setzt Martin Rumpel auf eine mineralische Unterfußdüngung bei der Saat. Der chemische Pflanzenschutz im Ackerbau wird nach „guter fachlicher Praxis“ durchgeführt.

Zum Abschluss stellte Christoph Fischer die Arbeit im „Rosenheimer Projekt“ vor und beantwortete die zahlreichen Fragen.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Familie Rumpel für die gute Bewirtung und die interessante und informative Betriebsbesichtigung.

Stroheinfahren

Landwirtschaftlicher Praktikertag bei EM-Chiemgau

Immer öfter hört man von EM-Betrieben und deren Erfolge. Welchen Nutzen die Landwirte daraus ziehen, Erfahrungswerte und betriebswirtschaftliche Zahlen, das interessierte die Teilnehmer am Praktikertag in Högering.
Vier Landwirte stellen ihre Betriebe und individuelle Wirtschaftsweisen vor und beantworteten zahlreichen Fragen.

Hier die markanten Inhalte der Praktikerberichte:

Barthl Gammel, Geisenhausen, Ackerbau, Mutterkuh, Biobetrieb

  • Setzt beim Pressen von Grassilage, Heu und Stroh CFKE zur Stabilisierung des Futters ein.
  • Grünlandpflegemaßnahmen mit dem Grasnarbenbelüften kombiniert er immer mit der Spritzung von EM-aktiv. Sein Ziel: so wenige Überfahrten wir möglich.
  • Im Tieflaufstall wird mit Stroh, Pflanzenkohle und Biolit-Urgesteinsmehl eingestreut. Der festinstallierte Profinebler „Nimbatus 7“ sprüht zeitschaltuhrgesteuert CFKE im kompletten Stallbereich. Seither ist die Fliegenplage um ca. 80% reduziert.
  • Die Rinder haben im Sommer Weidegang, selbst hier sind die Fliegen deutlich weniger geworden. Dies liegt am positiven Milieu auf den Tieren. Letztendlich steigert der EM-Einsatz auch das Tierwohl.
  • Den Festmist (mit Pflanzenkohle, Biolit-Urgesteinsmehl und EM) seiner Rinder mischt er mit Hackschnitzel, Pferdemist und lässt ihn ca. 5 Monate lagern. Anschließend wird er mit dem Breitstreuer auf den Ackerflächen ausgebracht.
  • Die sich prächtig entwickelte Zwischenfrucht „Terra Lif Solanum“ wird gewalzt, mit Bodenverjünger zur Verbesserung der Flächenrotte behandelt und nach einigen Tagen auf ca. 5 cm gefräst. Die Saat der Hauptfrucht erfolgt mit Kreiselegge-Drillkombination in den gefrästen Bestand.
  • Bei der Tiefenlockerung mit dem Grubber mit Injektionsdüsen wird Bodenverjünger in 25 – 35 cm tiefe Bodenschichten eingebracht. Der Bodenverjünger ist ein neues Produkt für den Ackerbau zu Unterstützung der Flächenrotte.
  • Das Saatgut wird ca. 1 Woche vor der Saat gebeizt um die Vitalität der Pflanzen zu fördern und Pilzkrankheiten vorzubeugen.

Landwirtschaftlicher Praktikertag bei EM-Chiemgau


Rezept zur Beizung:
200 ml EM-aktiv auf 1 l Wasser
2 kg RoPro 13/20 je dt Saatgut

Die aufgelaufenen Jungpflanzen werden im 3-4 Blattstadium zu Wachstumsstärkung mit 300 l Wasser und folgender Mischung/ha gespritzt:
3 kg Startfit
3-5 l EM-aktiv
Nach ca. 10 Tage wird die Spritzung wiederholt.

Bei den beiden weiteren Anwendungen werden 300 l Wasser/ha gespritzt mit: 
4 kg RoPro 13/20
25 l EM-aktiv
1 l scharfes Blond

Hans Kink, Riedering, Bio-Milchviehbetrieb, Grünland, Nebenerwerb, Jungvieh im Sommer auf Weide/Alm

  • Setzt auf langlebige Kühe mit guter Fruchtbarkeit.
  • Seit ca. 15 Jahren arbeitet er erfolgreich mit EM. In den Anfangsjahren hat er auf seine Grünlandflächen mit Diabassand gestreut.
  • Im Stall ist der Profinebler „Nimbatus 7“ im Einsatz und sorgt für gutes Stallklima.
  • Neben Grassilage, Heu und Bio-Kraftfuttermischung wird Karbofit (Futterkohle) zur Unterstützung der Tiergesundheit gefüttert.
  • Die Gülle wird mit EM, Pflanzenkohle und Biolit-Urgesteinsmehl behandelt.

Hier eine ganz interessante Erfahrung:
Gesunde Flächen mit aktiven Bodenleben erwärmen sich im Frühjahr schneller. Dies wurde Ende April 2017 beim späten Schneefall sichtbar. Das Bild zeigt die schneefreien Flächen von Hans Kink vorne und hinten. Dazwischen eine mit schneebedeckte Fläche die konventionell sehr intensiv genutzt wird. Hier wird deutlich, das auch in „Grenzsituationen“ der Einsatz von EM, Pflanzenkohle und Biolit-Urgesteinsmehl markante Vorteile bringt.

Schneewiese-1     Schneewiese

Jakob Wallner, Großkarolinenfeld, Mutterkuh, Legehennen, Bio, Nebenerwerb

  • Seit der Beitriebsübernahme vor knapp 30 Jahren wurden zahlreiche Entwicklungsschritte (Färsenmast, Dammwild, Putenmast) gegangen. Mit dem Neubau des Hühnerstalls 2015 wurden die schrittweise Aussiedlung des Betriebs auf den jetzigen Stand gebracht.
  • Im vollautomatisierter Legehennenstall wird die Zweinutzungsrasse Sulmtaler x Bress gehalten. Die Eiervermarktung erfolgt über Bioläden im Raum München.
  • Der Profinebler „Nimbatus 7“ im Stall versprüht monatlich ca. 8 l CFKE und sorgt für gutes Stallklima.
  • Die „maßgeschneiderte“ Futtermischung ist mit 2,5 l CFKE/to Futter aufgewertet und wird mit dem vollautomatisches Futterband in den Stall gefördert.
  • In die Kotkästen werden alle zwei Tage ca. 15 kg Ro-pro Lit-Urgesteinsmehl gestreut.
  • Die jährliche Stallreinigung (nach Durchgangsende) wird mit EM-Reiniger und dem Hochdruckreiniger durchgeführt. Auf Desinfektionsmittel wird verzichtet. Ca. 14 Tage nach dem Waschen wir der Stall wieder neu belegt.
  • Der mit CFKE und Ro-pro Lit-Urgesteinsmehl behandelte Hühnermist wird in die Güllegrube eingebracht und mit Rindergülle vermischt.

Martin Rumpel, Bruckmühl, konventioneller Milchviehbetrieb, Vollerwerb, Ausbildungsbetrieb, Grünland, Ackerbau

Seit Beginn des EM-Einsatz vor ca. 10 Jahren verliefen die Ergebnisse wie eine „Berg- und Talfahrt“. Seit 3-4 Jahren ist der „Durchbruch“ geschafft.

  • Grassilage, Maissilage und Heu werden mit 1,5 – 2 l CFKE/m³ behandelt.
  • Das Dosiergerät ist auf dem Schwader aufgebaut und wird bei der Grassilage- und Heuernte ohne Ausnahme eingesetzt.
  • Die Nachbarn schätzen es sehr, daß die Gülle nicht mehr stinkt. Durch das Ausbringen im Stall auf Laufgängen und Liegeflächen von EM-aktiv, Pflanzenkohle und Ro-pro Lit-Urgesteinsmehl wird die Gülle bereits im Stall behandelt und evtl. Stauungen im Güllekanal vorgebeugt.
  • In enger Zusammenarbeit mit Dr. Schmack wurde die Fütterung drastisch umgestellt. Mit einem RP-Gehalt von ca. 13% in der Gesamtration gehören nun Klauenprobleme und Fruchtbarkeitsstörungen der Vergangenheit an.
  • Eine sehr erfreuliche Feststellung zur Fruchtbarkeit im letzten Jahr: 17 Kalbinnen wurden erstbesamt, dabei wurden alle auf das erste mal trächtig. Die Milchleistung blieb relativ konstant bei ca. 8.000 l/Kuh.

Zukunftspläne:

  • Als nächstes wird im Stall der Profinebler eingebaut.
  • Im Ackerbau soll zur Wachstumsstärkung EM-Produkte eingesetzt werden und auch die bisherige Bodenbearbeitung umgestellt werden.

Zwischen den einzelnen Berichten stellte Christoph Fischer das Rosenheimer Projekt und die Einsatzmöglichkeiten der EM-Produkte vor.

Gegen 16.30 Uhr verabschiedeten sich die zufriedenen Teilnehmer, bepackt mit zahlreichen Informationen und großer Motivation.

Krimmler_Wasserfälle_Alm_Bergblick

Betriebswirtschaftlicher Erfolg mit EM-Einsatz

EM, Pflanzenkohle und Bio-Lit-Urgesteinsmehl auch bei Bergbauern sehr erfolgreich im Einsatz

Fast jeder kennt die Krimmler-Wasserfälle im Oberpinzgau (Salzburger Land). Einmalig ist, dass weit über den Wasserfällen auf ca. 1620 Meter Seehöhe ganzjährig aktive Landwirtschaft betrieben wird. Zusammen mit Georg Abermann und  Otto Kicker besuchten wir den landwirtschaftlichen Betrieb im Oberpinzgau. Familie Geisler bewirtschaftet seit ca. 600 Jahren das Krimmler Tauernhaus mit der dazugehörigen Landwirtschaft (Milchkühe, Jungvieh, Schweine).
Milch und Fleisch wird selbst verarbeitet und größtenteils in der Gastwirtschaft verkauft. Seit einigen Jahren arbeitet die Landwirtsfamilie Geisler intensiv nach dem Rosenheimer Projekt (EM-Produkten und RoPro-Lit-Urgesteinsmehl.)

Auslöser für die Umstellung waren Probleme mit der Tiergesundheit, für die Rinderfütterung minderwertiger Grünlandbestand und die persönliche Belastung, wenn es nicht so richtig rund läuft in der Landwirtschaft.

Im Stall wird täglich mehrmals CFKE (Chiemgauer Fermentierter Kräuterextrakt) versprüht (Mobiler Vernebler). Auch der Festmist vor dem Entmistungsvorgang wird mit CFKE besprüht und Karbosave Pflanzenkohle in den Mistkanal eingebracht.

Bei der Heu- und Silageernte wird mit einem selbstgebauten Dosiersystem CFKE auf den Schwad aufgesprüht.

Jährlich wird RoPro-Lit-Urgesteinsmehl in Form von Diabassand direkt auch die Wiesen und Weiden ausgebracht. Auf Flächen, die mit Schlepper und Streuer nicht befahren werden können, wird der Diabassand mit der Hand gestreut.

Seit dem Einsatz von EM und RoPro-Lit-Urgesteinsmehl ging der Hahnenfußanteil gewaltig zurück. Die für die Region passenden hochwertigen Gräser, Kräuter und Leguminosen vermehrten sich sehr gut und bieten den Tieren hochwertiges und schmackhaftes Futter.  Der Futterertrag steigt von Jahr zu Jahr an. An Hand der Ballenanzahl ist der jährliche Zuwachs einfach zu ermitteln.

Tierarztbesuche und die Verabreichung von Medikamenten kommen selten zum Einsatz.
Den notwendigen und erfolgreichen Einsatz von RoPro-Lit-Urgesteinsmehl in dieser Höhe „zwischen Schotter, Steine und Felsen“ erklärt Dipl. Ing. agr. Georg Abermann vom Hartsteinwerk Kitzbühel folgendermaßen: Entscheidend sind die Mineralien- und Spurenelemente im Wurzelbereich der Grünlandpflanzen (5-10 cm). Entzug durch Pflanzenwachstum und Auswaschung in tiefere Bodenschichten können zu Mangel an Mineralien und Spurenelement führen. Dies kann auch auf mineralienreichen und steinigen Untergrund der Fall sein.

Auch die Zusammensetzung des Gesteins und dessen energetischen Schwingung seien entscheidend. Das im Hartsteinwerk Kitzbühel abgebaute Diabasgestein und die anschließende EM- und Kin-Behandlung bringt höchstmögliche Qualität im RoPro-Lit-Urgesteinsmehl, was unseren Böden, Pflanzen und Tieren zu Gute kommt.

Ein etwas anderes Mist- und Güllemanagement wird mit Erfolg praktiziert. Die Rinder stehen auf Gummimatten und täglich wird reichlich Stroh eingestreut. Die Entmistung erfolgt mit einer mechanischen Entmistungsanlage. Der behandelte Mist wird in mehreren Mieten ca. ein Jahr lang gelagert. In dieser Zeit bringen die zahlreichen Regenwürmer den Mist zur Verrottung. Je nach Bedarf wird der verrottete Mist in die Güllegrube eingebracht, mit Wasser verdünnt und ausgiebig mit dem Güllemixer verrührt. Anschließend wird der flüssige Mist mit dem Güllefaß pflanzengerecht ausgebracht.

Die Familie Geisler ist von der Wirtschaftsweise noch dem Rosenheimer Modell voll überzeugt. Friedrich Geisler: „Ich setzte immer mehr Menge ein, als empfohlen wird. Wir haben aktuell eine neue Pachtfläche hinzubekommen, die wir jetzt nach diesem Prinzip aufpeppen“.
Der Besuch bei Familie Geisler war jedenfalls sehr interessant. Zeigt es mal wieder, dass sich der zusätzliche Aufwand für EM-, Gesteinsmehl- und Kohleeinsatz letztendlich gewinnbringend auf das gesamte Hofkonzept auswirkt. Ganz zu schweigen, von der Zufriedenheit, die sich hier durchgängig ausgebreitet hat.
Sepp Oppenrieder

Hohe Silagequalität mit CFKE

Hohe Silagequalität mit CFKE

Die Qualität des Grundfutters ist maßgeblich für die Rentabilität des landwirtschaftlichen Betriebes. Um eine hohe Qualität zu erreichen, müssen viele Faktoren beachtet werden. Ich möchte hier so einige Punkte, die uns im Rosenheimer Projekt wichtig sind, zusammentragen.

Hohe Stabilität in der Silage mit Chiemgauer Fermentiertem Kräuterextrakt (CFKE)

CFKE wird als Einzelfuttermittel und als Silagezusatz verwendet. Es ist auch für den Biobereich zugelassen. CFKE stabilisiert die Silage in einem unglaublichen Umfang. Durch die große Vielfalt an Mikroben in dieser Mischung können Zuckerverbindungen rasch in hochwertige Futtersäuren wie Milchsäure, Essigsäure und Proprionsäure umbauen. Der pH-Wert sinkt schnell und Hefepilze, die die Nacherwärmung hervorrufen können, haben keine Nahrungsgrundlage mehr.
Und: entgegen der Meinung vieler Fütterungsberater wissen wir, dass eine gesunde Kuh keinen Zucker zur Milchproduktion braucht!

CFKE macht die Silage sehr schmackhaft, sie wird gern gefressen. Durch die geringere Verpilzung wird außerdem der Stoffwechsel der Kuh entlastet.

Über die Dosiereinrichtung am Häcksler oder die spezielle Dosieranlage mit Tauchpumpe wird eine gute Verteilung von CFKE im Schnittgut garantiert und das mit wenig Arbeitsaufwand.

Strukturwirksame Rohfaser

Rohfasergehalt alleine ist im Grundfutter nicht der ausschlaggebende Parameter. Für einen Wiederkäuer darf und soll dieser Rohfasergehalt auch strukturwirksam sein. Dies wird erst ab einer Schnittlänge von 10 cm erreicht.

Die Praxis ist häufig nicht sehr Wiederkäuer freundlich: Der Häcksler hackt das Schnittgut bereits auf eine geringere Halmlänge. Dann wird das Ganze mit dem Radlader und hohem Gewicht gut zusammengefahren und vor der Fütterung wird das Grundfutter nochmal im Futtermischwagen gut gemischt, dass die Tiere nichts mehr aus dem Einheitsbrei aussortieren können. Um den Tieren etwas strukturwirksames anbieten zu können wird oft zusätzlich Stroh vorgelegt: Zusätzliche Arbeit, zusätzliche Kosten, die mit dem richtigen Grundfutter vermieden werden können.

Wir haben festgestellt: Hohe Qualität im Aufwuchs, strukturwirksames Grundfutter und saubere Fermentation führen zu einem Grundfutter mit hoher Grundfutterleistung. Kraftfuttermengen können sukzessive reduziert werden. Auf längere Sicht führen diese Maßnahmen zu einem gesunden, leistungsfähigen und ausdauernden Tier mit hoher Lebensleistung.

Qualitätsbestimmung fängt auf der Fläche an

Im Grünland sorgt die begrenzte Güllemengen-Ausbringung (immer aufbereitete Gülle!) von 10 Kubikmeter Gülle je ha und Schnitt für einen hohen Kleebesatz und die Etablierung der hochwertigen Futtergräser. Und das ohne Nachsaat. Mit 40 kg N aus der Gülle und 20 kg N vom Klee führt das zum Vollertrag auf der Fläche bei gleichzeitigem idealen Mineraliengehalt im Grundfutter. Güllemengen je Schnitt von über 15 Kubikmeter führen zu einem Kaliumüberschuss und zu einer Festlegung von Zink, Mangan und Kupfer im Boden. Dieser Mangel führt zu geringen Fruchtbarkeitsleistungen und muss dann über teures Mineralfutter ausgeglichen werden.

Aufbereitete Gülle bringt kein Fäulnispotential mehr mit sich. So kann der Schnittzeitpunkt hinausgezögert werden ohne dass Fäule am Stengelhals sich einstellt. Das Gras ist hat eine hohe Standfestigkeit und geht nicht so schnell ins Lager. Der hohe Kleeanteil in so behandelten Wiesen fördert zusätzlich die Nutzungselastizität. Der Aufwuchs verholzt nicht so schnell und darf somit älter werden. Je mehr Blattmasse auf der Fläche steht, also je älter der Aufwuchs wird, umso höher kann die Photosyntheseleistung werden. Es wächst quasi von selbst.

EMLeben- EMLeute: EM und Pflanzenkohle in unserem Grünlandbetrieb

EMLeben- EMLeute: EM und Pflanzenkohle in unserem Grünlandbetrieb

In unserer Reihe „EMLeben-EMLeute“ möchten wir Nebenerwerbslandwirte Martina und Helmut Bach aus Kochl vorstellen. Seit vier Jahren arbeiten sie auf Ihrem Betrieb nach den Prinzipien des Rosenheimer Projekts.  Helmut ist regelmäßig auf landwirtschaftlichen Seminaren bei uns in der Chiemgau Akademie und es ist immer wieder schön, ihn von den Entwicklungen auf ihrem Betrieb erzählen zu hören. Wir freuen uns, dass sie sich zu einem Interview bereit erklärt haben.

EM-Chiemgau: Wie seid ihr auf EM und das Rosenheimer Projekt aufmerksam geworden? Wer war die Antriebsfeder? Und wo kommen die Mikroben (und die Pflanzenkohle) zum Einsatz?

Helmut Bach: Wir sind übers Internet aufmerksam geworden. Wir hatten das Problem der Wirtschaftlichkeit in unserem Betrieb. Fruchtbarkeit, Futteraufnahme, Pflanzenbestand auf dem Grünland, Gülleeinsatz ect. sollten verbessert werden.  Auf unsere Nachfrage zur Gülleaufbereitung bei unserem Verband wurde uns  die Zumischung von Wasser empfohlen, was für mich von der wirtschaftlichen Seite schon mal gar nicht in Frage kam.

Nach meinem ersten Vortrag von Christoph, wo ich über 200 km Anreise hatte, war für uns eigentlich klar: wenn das funktioniert, ist das unsere Lösung. Als Erstes haben wir es im Stall übers Futter, in die Gülle, zum Reinigen der Fliesen, sowie im Haushalt zum Putzen verwendet. Für mich war immer wichtig Betriebe, die diese Arbeitsweise schon länger erfolgreich betreiben, zu besichtigen, um vor Ort für den eigenen Betrieb evtl. Lösungen zu finden. Dabei ist uns die Offenheit und Ehrlichkeit der Betriebsleiter sowie der Teilnehmer des Rosenheimer Projektes aufgefallen. Auch oder vor allem die Beratung und Seminare der Chiemgau Akademie sind auf sehr hohem Niveau.

EM-Chiemgau: Wie haben sich Silage und Heu entwickelt seit ihr sie mit CFKE behandelt?

Helmut Bach: Weniger Futterverluste durch Fehlgärung, schmackhafteres Futter und dadurch höhere Futteraufnahme, außerdem so gut wie keine Nacherwärmung der Silage .

EM-Chiemgau: Wo seht ihr die Vorteile bei behandeltem Mist und Gülle?

Helmut Bach: Die Gülle kann man mit geringerer Geruchsentwicklung auch in wachsende Bestände ausbringen, Klee kommt wieder ohne Nachsaat , Kanäle stauen sich nicht mehr auf, bessere Ausnutzung der hofeigenen Dünger. Mist kann auch während der Vegetation ausgebracht werden. Dünger wird bei uns nur noch bei schönem Wetter ausgebracht, dadurch weniger Bodenverdichtung und weniger Stress für Mensch und Boden.

EM-Chiemgau: Viele Landwirte erkennen den Wert von behandelter Gülle, lassen sich aber von den anfänglich hoch erscheinenden Kosten abschrecken. Amortisieren sich für Dich die Kosten?

Helmut Bach: Auf jeden Fall rechnet sich das. Dazu kommt noch die nachhaltige Arbeitsweise, so dass die Aufwandsmengen nach einer gewissen Zeit reduziert werden können, aber der Ertrag bleibt. Am Anfang ist es so, dass man wenig bis nichts sieht, wenn man sich nicht in seiner Wiese auch mal hinkniet. Es dauert einfach seine Zeit bis sich der Boden nach jahrelanger teils falscher Bewirtschaftung und Düngung erholt.

Der Kreislauf im Betrieb muss sich wieder schließen !!!

EM-Chiemgau: Du hast Dir einen Grasnarbenbelüfter (Stachel) gebaut. Wie bist du darauf gekommen? Was hat er noch zusätzlich gebracht?

Helmut Bach: Durch ein Seminar mit Dietmar Näser. In Verbindung mit dem Rosenheimer Projekt stellte ich fest, dass auf unseren Flächen Handlungsbedarf war um Verdichtungen zu beheben und so den Pflanzenbestand und die Futterqualität zu verbessern. Um Kosten zu sparen habe ich eine Eigenbaulösung zur Grasnarbenbelüftung in unserem Betrieb umgesetzt. Mittlerweile ist es möglich auch Bodenhilfsstoffe mit einzubringen. Vernässungen gehen durch die Anwendung zurück. Die Gemeine Rispe geht zurück bzw. bleibt ganz aus, somit etabliert sich ein stabilerer Grasbestand. Das Ganze ist eine einfache und kostengünstige Maßnahme um Verdichtungen zu beheben.

EM-Chiemgau: Was möchtet ihr anderen Landwirten mit auf den Weg geben?

Helmut Bach: Um was zu ändern, was man über Jahre kaputtgemacht hat, braucht man nicht erwarten, dass jemand eine Lösung hat das Ganze in kürzester Zeit für wenig Geld wieder zu reparieren.

Unser Boden ist ein Lebewesen und braucht einfach seine Zeit sich zu erholen . Es ist meiner Meinung nach höchste Zeit für ein Umdenken in Sachen Tiergesundheit, Pflanzengesundheit, Bodenbearbeitung, Maschineneinsatz in Verbindung mit Maschinengröße und Verdichtungen . Diese Entscheidung muss aber jeder Betriebs-leiter für seinen Betrieb selber fällen und damit zufrieden sein.

Vielen Dank für Deine Zeit. Wir wünschen Dir und Deiner Familie alles Gute für die Zukunft und weiterhin so viel Offenheit in Eurem Denken und Tun.

Betreibsbesichtigung

Ertragszuwachs im Grünland

Die konsequente Güllebehandlung hat sehr gute Effekte auf den Aufwuchs im Grünland. Nach vier Jahren Gülleaufbereitung war der Effekt auf dem Betrieb Bach mehr als deutlich. Auf einem Grünlandschlag von dem sonst immer um die 14 Siloballen abgefahren wurden, wurden heuer 24 Siloballen geerntet.

KleegrasSeit 2012 wird die Gülle und der Mist auf dem Betrieb konsequent mit EM-aktiv, RoPro-Lit Gesteinsmehl und Pflanzenkohle behandelt und nur noch 10 Kubikmeter Gülle pro ha und Schnitt ausgefahren. Auch der Mist wird nicht mehr im Herbst auf die Flächen entsorgt sondern zwischen den Schnitten ausgebracht. Ein selbst gebauter "Stachel" wird nun die zweite Saison eingesetzt um die Grasnarbe zu belüften und den Gasaustausch im Boden zu verbessern.

Söllhuben. Regressforderung an die Christoph Fischer GmbH. Platz im Silo reicht nicht mehr aus wegen üppigem Grünlandaufwuchs. Ein Anbau ist erforderlich!

Hans Kink, Milchviehhalter im Nebenerwerb, bewirtschaftet seinen Grünlandbetrieb bereits seit 12 Jahren nach dem Rosenheimer Projekt. Konsequent wird auch die Güllemenge auf 10 Kubikmeter pro ha und Schnitt eingehalten. Die Unterschiede sind mit bloßem Auge sichtbar. Seine Wiesen sind sofort nach der Schneeschmelze grün, dichte Bestände mit hohem Kleebesatz und wenig Unkraut. 2016 hat er bereits mit dem dritten Schnitt seine benötigte Futtermenge geerntet. Der vierte Schnitt kann nun verkauft werden.

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