Kategorie: Humus und Boden

Vanhoof Test Labor

Der Vanhoof-Bodentest

Die Förderung der Bodenfruchtbarkeit ist das zentrale Ziel einer zukunftsfähigen Landwirtschaft. Nur auf fruchtbaren Böden können langfristig hohe Erträge und nahrhafte Lebensmittel produziert werden. Der Wert unserer Böden gewinnt glücklicherweise zunehmend an Bedeutung. Dennoch ist das Wissen um Mechanismen und Wirkungsweisen der Bodenmikrobiologie, Bodenentstehungsprozesse und die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit oftmals noch rudimentär.

Der von Peter Vanhoof entwickelte Vanhoof-Bodentest ist ein funktioneller Test zur Ermittlung des Bodenlebens. Die Testergebnisse bieten einen Einblick in den Zustand der Bodenfruchtbarkeit. Die Grundlagen dieses Verfahrens wurden von dem Pionier Hans Peter Rusch, einem der wichtigsten Akteure für die Etablierung der biologischen Landwirtschaft entwickelt.

Ziel dieses in Europa derzeit einmaligen Testverfahrens ist es, die Aktivität der Bodenmikrobiologie zu bestimmen. Dies ermöglicht es den Anwendern, die Wirkung der Maßnahmen auf das Bodenleben und somit auf die Nährstoffverfügbarkeit zu verfolgen.

Was wird gemessen?

In einer umfassenden Laboranalyse werden verschiedene Parameter bestimmt, welche in der Auswertung einen deutlichen Blick auf Aktivität und Potenzial der vorhandenen Bodenmikrobiologie bieten. Diese Art der Feststellung des Potenzials Ihres Bodens wird bisher in keiner gängigen Bodenanalyse erfasst.

Die Untersuchung liefert ebenso Ergebnisse darüber, wie effektiv die Rotte frischer Organik auf den Flächen abläuft. Der Vanhoof-Bodentest ist für alle Bewirtschaftungsarten geeignet, ganz gleich, wie der aktuelle Bearbeitungsstand ist. Auch bei Umstellung auf andere Anbauweises oder auf Schlägen, bei denen immer wieder Rotteprobleme auftreten, werden hier aufschlussreiche Daten über den Zustand der Bodenmikrobiologie geliefert.

Was diesen Test so besonders macht, ist die Möglichkeit eine Aussage über die Leistungen der Symbionten in der Rhizosphäre zu treffen. Diese sorgen dafür, dass im Boden gelöste Nährstoffe pflanzenverfügbar werden. Je effektiver sie arbeiten, desto besser können Pflanzen die Nährstoffe aufnehmen. Zusätzlich dazu, liefert die Analyse Daten zur Bodenatmung. Diese Infromationen sind wichtig, um Verdichtungen und den Gasaustausch im Boden bewerten zu können.

Ablauf des Vanhoof Bodentest

Wer Interesse an dieser derzeit einzigartigen Bodenuntersuchung hat, um seine Böden noch besser verstehen zu können, kann sich mit uns unter vanhoof.bodenproben@gmail.com  in Verbindung setzen.

Die Beprobung muss während der vegetativen Zeit genommen werden also zwischen 10 -25 °C Außentemperatur.

Vor der Probenahme sollte die letzte Düngung mindestens 2 Wochen zurückliegen. Nach einer mineralischen Düngung sollte man die Probe erst ziehen, wenn es mindestens einmal geregnet hat, sodass die Inhaltsstoffe sich homogen im Boden verteilt haben. Ein aktiver Fruchtstand bildet kein Hindernis.

Die Kosten belaufen sich auf 120 € je Probe (ab 4 Proben 100 € je Probe).

Die Probennahme erfolgt nach Terminabsprache durch den Landwirt und muss innerhalb von 24 h im Labor (Eilversand per Post) eintreffen.

Näheres zum Ablauf der Probenentnahmen und den geeigneten Utensilien erfahren Sie bei der Terminabsprache.

Ergebnisse und Auswertung

Mit der Auswertung erhält der Landwirt einen ausführlichen Bericht, welcher Informationen zur Nährstoffbindung, den Nährstoffverlusten, dem erntequalitätsbildenden Potenzial der Bodenfruchtbarkeit und der Fähigkeit, Krankheiten im Boden zu unterdrücken, enthält.

Sinnvolle Synergie der Kinsey-Analyse und des Vanhoof-Bodentest nutzen

Zusammen mit einer Kinsey Albrecht Analyse und der Spatendiagnose ergibt sich ein ganzheitliches Bild der Bodenfruchtbarkeit. Es werden sowohl bodenphysikalische als auch bodenbiologische und bodenchemische Parameter zusammen bewertet. Die Kinsey Albrecht Analyse liefert Daten zur Nährstoffversorgung, insbesondere zu den Nährstoffverhältnissen und dem Nährstoffhaltevermögen im Boden. Der Vanhoof-Test liefert ergänzend dazu eine Auswertung der Aktivität der Bodenmikrobiologie. Diese machen die im Boden enthaltenen Nährstoffe durch ihre Stoffwechselprozesse überhaupt erst pflanzenverfügbar. Beide Parameter zusammen ergeben also mit der Bodenansprache im Feld ein umfassendes Bild über den Zustand des Bodens und die Wachstumsbedingungen für die Pflanzen.

Vanhoof Test

Bei der Auswertung und Schlussfolgerung steht Ihnen Peter Vanhoof selbst zur Seite, um mit Ihnen betriebsspezifische Maßnahmen zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit zu entwickeln. So entsteht ein noch tieferes Verständnis des eigenen Bodens und der zu treffenden Maßnahmen, um die Bodenfruchtbarkeit weiter zu fördern und voranzubringen.

Eine kurze Erklärung der Ergebnisse Ihrer Proben via Zoom ist im Preis inbegriffen. Nach der ersten Analyse ist jedoch eine umfassende Betriebsberatung durch Herrn Vanhoof vor Ort auf dem eigenen Betrieb sinnvoll. Die Kosten für den Besuch werden extra angesetzt.

Mehr Informationen gibt es auch unter https://www.organic-forest.eu/DE_menu

Zwischenfrucht mit Ackerfraese einarbeiten

Doppelt hält besser- die doppelte Zwischenfrucht

Liegt ein längerer Zeitraum zwischen zwei Hauptkulturen, kann das Ackerbausystem der doppelten Zwischenfrucht sinnvoll sein. Die Wirkungen dieser Methode eignen sich auch dazu, in verhältnismäßig kurzen Zeiträumen den Humusaufbau und die Aktivität der Bodenmikrobiologie anzutreiben und zu verbessern. Ebenfalls unter den Begriff „doppelte Zwischenfrucht“ fällt der Zwischenfruchtanbau in eine zuvor zur Rotte gebrachte Untersaat.

Warum zwei Zwischenfrüchte anbauen?

Auf sehr verarmten Standorten oder bei der Umstellung auf die regenerative Wirtschaftsweise kann der doppelte Zwischenfruchtanbau sinnvoll sein. Besonders wenn zwischen zwei Hauptfrüchten ausreichend Vegetationszeit liegt oder intensive Arbeitsspitzen entzerrt werden sollen.

Wird die Hauptfrucht früh geerntet, kann eine Zwischenfrucht die sonnenreichen Tage im Juli gut nutzen, um die Sonnenenergie für die Folgekulturen in Form von Nährstoffen und Zucker zu speichern. Anschließend wird die Zwischenfrucht geschält und in eine Flächenrotte gebracht. Die Einspritzung von Effektiven Mikroorganismen ist hier absolut empfehlenswert.

Die verschiedenen Mikrobenstämme im Bodenverjünger sorgen dafür, dass sich ein reduktives Milieu einstellt. Die Bodenmikrobiologie kann die organische Masse besser verstoffwechseln. Infolgedessen verrottet das Pflanzenmaterial, anstatt zu verfaulen. Der Humusaufbau wird so massiv gefördert.

Nach ca. zwei Wochen wird in die umgesetzte Organik die zweite Zwischenfrucht gesät.

Für eine Flächenrotte eignet sich natürlich auch eine entsprechende Untersaat, beispielsweise Kleegrasmischungen im Mais oder Getreide. Die organische Masse wird gemulcht oder gefräst, in Rotte gebracht und kann dann mit einem noch diverseren Zwischenfruchtgemenge eingesät werden.

Je nach Zielsetzung und Folgekultur sollte die Saatmischung optimal angepasst werden. Camena Samen bietet beispielsweise eine umfangreiche Auswahl an Zwischenfruchtgemengen, auch für den ökologischen Anbau an.

Wirkung der doppelten Zwischenfrucht

Durch diese Anbauweise erzielt man eine noch größere Diversität der Wurzelexsudate. Mikrobakterien im Boden arbeiten von und mit diesen Wurzelausscheidungen. Je vielfältiger diese sind, desto vielfältiger und aktiver ist auch die Mikrobenaktivität. Die im Bodenverjünger enthaltenen Milchsäurebakterien und Hefen fördern die huminstoffbildenden Prozesse im Boden. Sie nehmen den Zucker aus dem Pflanzensaft auf und konservieren ihn. Im weiteren Verlauf wird der Zucker immer wieder im Nährstoffaustausch von den Pflanzen und Bodenlebewesen verstoffwechselt. Dadurch erfolgt die Nährstoffkonservierung im Boden und in den Pflanzen für die folgende Hauptkultur.

Durch den Einsatz des Bodenverjüngers bei der Flächenrotte wird die Bodenmikrobiologie zusätzlich angereichert. Die folgende Zwischenfrucht hat optimale Startbedingungen und kann gut auflaufen und Grünmasse produzieren.

Zusätzlich wird die Feinwurzelausbildung der verschiedenen Pflanzen angeregt. Die verschiedenen Durchwurzelungstiefen der Pflanzen schaffen zudem Kanäle, die helfen, die Wasserfiltrationskapazität zu erhöhen und den Wurzeln der Folgekultur den Weg zu bahnen.

Der erhöhte Anteil der ober- und unterirdischen organischen Masse sorgt für den Humusaufbau. 1 ha Zwischenfrucht enthält je nach Zusammensetzung ca. 10-20.000 Liter Blattsaft und somit etwa 1-2 Tonnen Zucker. Ein enormes Potenzial für den regernativen Ackerbau.

Doppelte Zwischenfrucht im Überblick

Phacelia Zwischenfrucht

Vorteile doppelte Zwischenfrucht Anbau

  • Mehr (doppelte) Wurzelausscheidungen zur Erhöhung der mikrobiellen Aktivität im Boden
  • Nährstoffspeicherung bis zur Hauptfrucht
  • Verschiedenen Durchwurzelungstiefen im Boden
  • Förderung der Bodengare
  • Mehr (doppelte) organische Masse

Nutzen von Effektiven Mikroorganismen

  • Förderung der Umsetzungsprozesse des organischen Materials
  • Der Bodenverjünger ist speziell auf die Bedürfnisse der Bodenmikrobiologie abgestimmt
  • Rotte der 1. ZW kann gezielt und positiv gelenkt werden, da reduktive Bakterien dominieren und somit Fäulnisprozesse vermieden werden
  • Nährstoffaufnahme und -speicherung für die folgende Hauptfrucht wird verbessert
  • Wachstum der Feinwurzeln wird angeregt, dadurch mehr Organik im Boden, verbesserte Wasseraufnahme, Verbesserung der Bodenstruktur
  • Humusaufbau
Bodenverjünger

Wann ist der Anbau einer doppelten Zwischenfrucht sinnvoll?

Das System der doppelten Zwischenfrucht ist sicher nicht die Regel, kann auf verarmten Böden oder in manchen Jahren bei entsprechender Fruchtfolge (oder bei unerwarteten Totalausfällen der Hauptkultur: aktueller Beitrag Maisschäden) aber durchaus sinnvoll umgesetzt werden.

Stimmen die Bedingungen, ist die doppelte Zwischenfrucht eine geeignete Methode, sich über die doppelten Effekte des Zwischenfruchtanbaus zu freuen.

Verhagelter-Mais-was-tun-Verarbeitungshinweise-EM-Chiemgau

Hagelmais fachgerecht einarbeiten

Was tun, wenn der Hagel den Mais so beschädigt, dass er nicht mehr weiterwachsen kann?

Die heftigen Unwetter in den letzten Wochen mit Sturm und Hagel haben in so manchen Regionen auf den Maisfeldern große Schäden hinterlassen. Von „geht grad noch so“ bis hin zum Totalschaden ist alles dabei. War der Mais hagelversichert, ist zumindest der finanzielle Schaden großteils abgedeckt. Offen bleiben dann die Fragen, wo bekomme ich ausreichend Silomais für die Rinder oder Biogasanlage her und zu welchem Kaufpreis? Bei Totalschaden kommt zusätzlich die Aufgabe der Einarbeitung des Hagelmaises und der Anbau einer weiteren Frucht hinzu.

Einarbeitung großer Menge organischer Masse – wie gehe ich vor?

Je nach Entwicklungsstadium und Pflanzenbestand, sind hier ca. 15-30 to Frischmasse je ha einzuarbeiten. Bei der weitverbreiteten Vorgehensweise „mulchen und einpflügen,“ laufen anschließend im Boden oftmals unerwünschte Fäulnisprozesse ab. Dies bremst die Verrottung des organischen Materials und schädigt die Mikrobiologie im Boden. Organische Masse „zu tief vergraben“ kann nicht verrotten, da die notwendige und aktive Mikrobiologie in dieser Tiefe oftmals fehlt. Beim nächsten Pflügen kommen die großteils nicht verrotteten Maisteile wieder an die Oberfläche.

Wie kann der Rotteprozess unterstützt werden?

Bodenverjünger

Nativer, fermentierter Bodenhilfstoff für den Ackerbau

  • mit hoher biologischer Vielfalt
  • speziell ausgerichtet auf die Anwendung im Boden
  • aktiviert und stabilisiert die Bodenbiologie
  • setzt Umsetzungsprozesse in Gang
  • unterstützt den Humusaufbau
  • reduziert Unkrautkeimung
  • erhöht die Wasseraufnahmefähigkeit

Zum Mulchen oder Zerkleinern sprühst du den Maisbestand mit 50 l Bodenverjünger je ha ein. Bei der flachen Einarbeitung des gemulchten Materials, werden zusätzlich 100 l Bodenverjünger eingearbeitet. Der Bodenverjünger kannst du mit einer Dosieranlage direkt am Gerät (Mulcher, Grubber) ausbringen. Alternativ ist es möglich, den Bodenverjünger vorher mit einer Feldspritze flächendeckend auszubringen und anschließend mit der jeweiligen Technik einzuarbeiten.

Hierbei wird der Rotteprozess auf natürliche Weise unterstützt und Fäulnis reduziert. Die Organik wird vom Bodenleben wesentlich leichter verstoffwechselt. Die Fläche sollte nach der Bearbeitung ca. 10-14 Tage unbefahren bleiben, damit die Mikrobiologie ungestört arbeiten kann. Anschließend kann die Bodenbearbeitung/Saatbettbereitung für die nächste Frucht erfolgen. Dabei soll der Boden intensiv durchgemischt werden.

Verhagelter-Mais-gemulcht-ohne-EM-der Faeulnis preisgegeben-mit EM Faeulnis verhindern und Rotteprozess unterstuezen

Welche Frucht kann noch anbaut werden, wenn der Mais verhagelt wurde?

Je nach Region und Fruchtfolge gibt es verschieden Strategien.

  • Wird Futter für Rinder oder Biogasanlage benötigt, kannst du eine Kleegrasmischung anbauen, die du heuer noch einmal evtl. im besten Fall zweimal mähen kannst.
  • Benötigst du kein Futter, gibt es mehrere Möglichkeiten die Flächen zu bestellen.
  • Schnell entschlossene bauen evtl. Raps an, bzw. haben schon angebaut. Die Saat von Wintergerste ca. Ende September ist auch eine mögliche Option.
  • Auf Flächen, die mit später zu säende Winterfrüchte, wie z.B. Tritiale oder Winterweizen bestellt werden sollen, kannst du eine vielfältige Zwischenfrucht abbauen.

Vielfach bewährt hat sich Saatgutbeizung mit EM.
Mehr zur Saatgutbeizung

Wiesenbeluefter-Technik_Headerbild_Chiemgau-Agrar

Wiesen belüften

ein kurzer Überblick

Grünland spielt im Rosenheimer Projekt eine zentrale Rolle. Wir befinden uns hier im Grünlandgürtel des Voralpenlands. Durch die Güllebehandlung kann sich bereits ein guter Grünlandbestand entfalten. Gute Erträge und hohe Futterqualität sind das Resultat. Manchmal braucht aber auch das Grünland zusätzliche Pflege. Besonders gute Erfolge haben wir mit dem Belüften der Grasnarbe bei gleichzeitigem Einspritzen von Bodenverjünger.

Warum Wiesen belüften?

Sperrschichten und Verdichtungen im Bodengefüge verhindern die Bodenatmung. Luft kommt nicht zu den Wurzeln und den dort ansässigen aeroben Mikroorganismen.

  • Ohne Sauerstoff kommt es zu reduktiven Fäulnisprozessen im Boden. Humus wird abgebaut. Wurzelexsudate der Pflanze werden nicht mehr abtransportiert und somit die Bodenmikrobiologie nur ungenügend ernährt.
  • Der Boden wird mehr und mehr kompakt. Die nutzbare Feldkapazität sinkt. Regenwasser wird schlechter aufgenommen. Es bildet sich Staunässe. In Trockenzeiten steht den Pflanzen weniger Wasser aus dem Bodenvorrat zur Verfügung.

Woran erkennt man einen verdichteten oder verschlämmten Boden im Grünland?

Wiesenbeluefter-Spatenprobe_Chiemgau-Agrar
  • Unkräuter wie Ampfer oder Löwenzahn wachsen gerne auf verdichteten Stellen. Ihre Aufgabe ist es die Verdichtungen mit ihren langen Pfahlwurzeln aufzubrechen. Ist der Boden an der Oberfläche verschlämmt, zeigt sich die gemeine Rispe oft sehr zahlreich.
  • Nach starken Regenfällen kann der Boden das Wasser nicht aufnehmen und es bilden sich Pfützen.

Genaue Erkenntnisse bringen die Spatenprobe oder das Beproben der Fläche mit einer Bodensonde. Mit diesen einfachen Mitteln kann jeder sich einen guten Eindruck von der Bodenstruktur der Fläche verschaffen.

Was macht das Gerät?

Ca. alle 10 cm schneidet er mit seinen Messern in die Grasnarbe. In diesen Schlitz wird im gleichen Arbeitsgang Bodenverjünger eingesprüht. Der Schlitz erlaubt es, dass Luft wieder in den Boden eindringen und Gase aus dem Boden entweichen können, Blockaden brechen auf.

Warum soll ich gleichzeitig Bodenverjünger beim Wiesenbelüften einsetzen?

Die Mikrobiologie aus dem Ferment „Bodenverjünger“ fördert das mikrobielle Gefüge unter diesen neuen aeroben Bedingungen. Die Wurzeln der Futtergräser können nun diesen „neuen“ Bereich schneller „zurückerobern“ und stabilisieren das Bodengefüge.

Wiesenbeluefter-Bodenverjuenger_Chiemgau-Agrar

Welche Bedingungen setzt das Wiesenbelüften voraus:

  • Nicht bei zu nassen Bodenverhältnissen fahren. Dabei kommt es zu Verschmierungen und macht den Boden erst recht dicht.
  • Bei zu trockenen Bodenverhältnissen können die Messer evtl. gar nicht in den Boden eindringen
  • Der Boden sollte nach dem Belüften eine Weile Ruhe haben. Also nicht unmittelbar beweidet oder überfahren werden.
Pflanzenstaerkung-Getreide_Chiemgau-Agrar

Pflanzenstärkung im Getreide

Die vitalisierende Spritzmischung im Rosenheimer Projekt basiert auf den effektiven Mikroorganismen. Weitere Komponenten bringen zusätzliche Impulse für die Pflanze in Form von Mineralien (RoPro-Startfit und RoPro 13/20), Gewürzauszügen (scharfes blond) und feinstofflichen Komponenten (Biplantol Agrar). Die Mischung hat sich in der Praxis bewährt.

Blattbehandlungen sind sinnvoll ab dem 3-Blatt Stadium oder bei Winterungen ab Vegetationsbeginn. Die Häufigkeit der Anwendung variiert. Krankheitsdruck, Wetterlage (Stichwort Trockenstress) oder das Bestandsbild sind individuelle Entscheidungskriterien. Klassische Anwendungszeitpunkte sind das 3-5 Blatt Stadium, Beginn Bestockung, Beginn Schossen und zur Blüte.

Was bringt die Vitalisierung der Pflanze über das Blatt?

  • Stärkung des Pflanzenmikrobioms

Auf und in der Pflanze leben eine Vielzahl von Mikroben, die die Pflanze gesund halten und ihr Wachstum begünstigen. Die Blattvitalisierung stärkt diese Gemeinschaft und fördert sie durch die ausbalancierte Mischung aus Mikroorganismen, Mineralien und feinstoffliche Komponenten.

  • Erhöhung der Photosyntheseleistung

Oft ist dieser Effekt mit bloßem Auge sichtbar. Die erhöhte Aktivität in den Chloroplasten führen zu einer dunkleren Färbung der Blätter. Die Pflanze kann mehr Zucker produzieren und erhält somit mehr Energie für ihr Wachstum.

  • Verbesserung der Qualitätsmerkmale

Die Pflanze kann vermehrt Inhalts- und Mineralstoffe bilden.

  • Gesunde Pflanzen ohne chemischen Input

Die Zellstruktur wird gestärkt und pflanzeneigene Immunantworten getriggert. Die Blattvitalisierung hilft der Pflanze sich selbst zu helfen

  • Trockenresistenz

Die Erfahrung zeigt, dass Pflanzen nach der Spritzung mit dem EM-Cocktail weniger anfällig sind für Trockenstress oder -schäden.

  • Förderung der Bodenmikrobiologie

Die Pflanze ernährt die Bodenbiologie durch ihre Wurzelexsudate. Kann die Pflanze vermehrt Zucker produzieren, kann sie die Bodenbiologie besser unterstützen. Im Gegenzug fördert die Bodenbiologie das Wachstum der Pflanzen. Eine klassische Win-Win Situation. Dieser Effekt wird besonders deutlich, wenn der Boden nach der regenerativen Landwirtschaft bearbeitet wird.

  • Hagelschäden begrenzen

Nach Hagelschäden fördert die Blattvitalisierende Spritzung die Schließung der Wunden auf den Pflanzen. Das vermindert das Eindringen von Schadpilzen und der Bestand kann sich schneller erhohlen.

Pflanzenstaerkung-Getreide_Beitragsbild_Chiemgau-Agrar
Welche Produkte verwenden wir im Rosenheimer Projekt zur Pflanzenvitalisierung?
ProduktWirkungsweise
EM-aktiv


EM-aktiv besitzt eine Vielzahl an Mikroorganismen, die sich in der Fermentation aus der Urlösung entwickeln. Ihre hohe Dichte und das Zusammenspiel so vieler unterschiedlicher Stämme führt zu einer starken Wirkung. Es stärkt das Mikrobiom und verbessert Aufnahmeprozesse über das Blatt.
RoPro 13/20
RoPro 13/20 dient als Haftmittel für die Spritzmischung und als Erstnahrung für die Mikroben auf dem Blatt. Zusätzlich stellt es feinst vermahlene Mineralien auf Silikatbasis zur Verfügung und gibt einen feinstofflichen Impuls zur Stärkung des Phytobioms (= Mikrobiom der Pflanze).
RoPro Startfit


Reines Calciumcarbonat wird über die Spaltöffnungen aufgenommen. Die Pflanze kann Kalkmangel über das Blatt ausgleichen. Gleichzeitig fördert es die Jugendentwicklung und die Mineralstoffaufnahme der Pflanze. Außerdem optimiert es den Wasserhaushalt.
Biplantol Agrar
Pflanzenhomöopathie balanciert die Nährstoffaufnahme der Pflanze aus. Es unterstützt das Phytobiom
scharfes blond
Die EM-Fermentation mit scharfen Gewürzen unterstützt die Immunantwort der Pflanze. Sie kann sich besser gegen Schadinsekten wehren.
RoPro-13-20-Beutel-3,5kg_EM-Chiemgau_Blattkrankheiten
Effektive_Mikroorganismen_Scharfes_blond_5L_bag-in-box_Schädlingsregulierung_EM-Chiemgau

Interessiert?

Du magst die Pflanzenvitalisierung ausprobieren? Aufwandmengen der Komponenten für die EM-Spritzung im Getreide und weitere Maßnahmen für die Bodenbearbeitung findest Du unter folgendem Link:

Alle Maßnahmen zum Getreideanbau im Rosenheimer Projekt findest du hier aufgelistet.

Gülleausbringen

Güllebehandlung – wann ist der richtige Zeitpunkt?

Güllebehandlung -  jetzt ist die richtige Zeit!

Um das gesamte Potential der Gülle voll nutzen zu können, ist die permanente Güllebehandlung eine erfolgsversprechende Maßnahme.

Durch den Zusatz vom Gülletrio: EM-aktiv, Karbosave Pflanzenkohle und RoPro-Lit-Urgesteinsmehl wird die Fermentation positiv unterstützt. Das hier erzeugte Mikroben-Milieu macht aus der Gülle einen wertvollen Dünger.

Mit Hilfe der Mikrobiologie werden Nährstoffe in den sehr feinen Kohlestrukturen gebunden (ähnlich wie ein Schwamm). RoPro-Lit-Urgesteinsmehl bringt zusätzlich Mineralien und Spurenelemente.

Verflüssigen von Festmist in Gülle

Vom richtigen Zeitpunkt für die Güllebehandlung


Ausreichende Zeit für die Mikrobiologie

Der richtige Zeitpunkt die Gülle zu behandeln ist das ganze Jahr über. Die Gülle sollte nie unbehandelt sein, weil sie sonst in einen Fäulnisprozess kippen kann.
Es ist ähnlich wie bei der Silage. Es ist sehr schwierig, wenn nicht unmöglich eine angeschimmelte faulige Silage wieder in hochwertige Silage umzuwandeln.
Der Vorteil bei der Gülle liegt darin, dass bereits im Stall über die Luft (EM-Vernebelung) über das Futter und über Einstreu bzw. Spaltenbodenbehandlung die Güllequalität beeinflusst werden kann.

So gibt es drei Zeitphasen, die der Landwirt beachten sollte:
1. spätestens Mitte - Ende Dezember: Sobald sich so viel Gülle in der Grube befindet, dass man sie rühren kann, sollte Pflanzenkohle und EM eingerührt werden. Die Gülle wird in einen regenerativen Prozess geführt und Nährstoffe in der Kohle gespeichert.
2. Wöchentlich (das ganze Jahr über)
Das Gülleaufkommen pro Woche wird errechnet und entsprechend EM dosiert. Angerechnet werden hier CFKE-Vernebelung, genauso die Menge, die über den Güllekanal eingeführt oder über das Futter gegeben wird. Ebenso wird Gesteinsmehl, das über die Einstreu in die Gülle gelangt mitgerechnet.
3. Ende Januar bis Mitte Februar
erfolgt die Güllebehandlung in dieser Zeit, hat die Kohle genügend Zeit sich mit Nährstoffe (Stickstoff) zu beladen. EM und Gesteinsmehl sorgen für die nötige mikrobielle Umwandlung.

Kein Wasserzusatz in der Gülle notwendig

Die Gülle benötigt keinen Wasserzusatz. Durch das „Gülletrio“ wird die Gülle durch die Stoffwechselvorgänge dünnflüssig, sämig und homogen. Das Aufrühren vor der Ausbringung ist in kurzer Zeit erledigt, da sich keine (oder nur eine geringe) Schwimmdecke auf der behandelten Gülle bildet. Da auf Wasserzusatz verzichtet wird, sind auch geringere Güllemengen zu lagern, zu transportieren und auszubringen und trägt somit zur Kosteneinsparung bei.

Vorteile von behandelter Gülle

  • Gülle „lebt“
  • ist dünnflüssig (ohne Wasserzusatz)
  • bildet keine Schwimmdecke
  • stinkt nicht (keine Ammoniakausgasung)
  • läuft nach der Ausbringung schnell von den Pflanzen ab
  • ätzt nicht (Blätter und Wurzeln werden geschont)
  • Kleeanteil im Grünland steigt
  • Nährstoffe werden nicht ausgewaschen
  • wird bei gut befahrbaren Böden und trockener Witterung mit kostengünstiger Gülletechnik ausgebracht

je m³ Gülle werden ausgebracht:

1 l EM aktiv 
Direkt vom Behälter in die Güllegrube einlaufen lassen

6 l Karbosave Pflanzenkohle
Big Pack in die Güllegrube entleeren

30 kg RoPro-Lit - Urgesteinsmehl  
Wird mit dem Silozug während des Güllerührens eingeblasen.

Sollte aus verschiedenen Gründen (z.B. Lieferzeiten, …)  nicht gleichzeitig alle drei Komponenten verfügbar sein, so können diese auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten eingebracht werden.

Gülleausbringung

Güllegaben von 10-12 m³/ha/Grünlandschnitt bei gut befahrbaren Böden und trockener Witterung ausgebracht ist die Grundlage für gutes schmackhaftes Futter. Durch den gesteigerten Kleeanteil wird zusätzlich Stickstoff aus der Luft in den Boden gebracht. Somit ist im Grünland die Grundlange für gute Futtererträge bei hoher Futterqualität gelegt.

EM-Gülleausfahren

Ein Wort zum Schluss


Hier im Bild wird eine Bodenprobe vom unbegüllten Wiesenrand und aus der unbehandelten, aber begüllten Wiese entnommen (ca. 1 Woche nach dem Begüllen).
Auch das ungeübte Auge und die Nase konnte den Unterschied in Bodenfarbe, Geruch und Bodenkrümmelung deutlich wahrnehmen. So eine Spatenprobe ist nur zu empfehlen. Da kann der Landwirt selber beurteilen, ob eine Güllebehandlung vielleicht gut wäre. Oder, ob die Begüllung auf dem Boden überhaupt eine Auswirkung hat.

Bodenprobe Humusaufbau

Positerra: Zusätzliches Einkommen erzielen durch Humusaufbau

Humus bindet Kohlenstoff. Das weiß jeder Landwirt. Doch den Fokus darauf hatten die meisten Landwirte bisher nicht, denn die Pflanzen holen sich den benötigten Kohlenstoff durch die Photosynthese aus der Luft. Doch jetzt wird durch die Klimaschützer der Blick genau darauf gelenkt: Der Humus im Boden ist eine optimale CO2-Senke, bindet den Kohlenstoff und leistet so einen Beitrag gegen die Erderwärmung.

Das kann Humus!

Humus ist wichtig für die Fruchtbarkeit unserer Böden. Seine Bedeutung liegt in der komplexen Beeinflussung fast aller Bodeneigenschaften und -funktionen.

  • Er liefert Nährstoffe für die Bodenlebewesen von den Mikroorganismen bis hin zu den Bodentieren.
  • Humus wirkt gefügestabilisierend und ist somit neben der Bodenart der wichtigste Faktor für den Luft- und Wasserhaushalt. Der Boden kann auf der einen Seite besser mit Starkregenereignissen umgehen und hat auf der anderen Seite eine bessere Dürretoleranz, denn die Wasserhaltefähigkeit wird verbessert.
  • Erosion durch Wind und Wasser wird gemindert.
  • Verdichtungen, z.B. durch Befahren während nasser Perioden im Herbst, werden gemindert.
  • Humus hat Pufferwirkung und hält den pH-Wert stabil.
  • Humus kann sogar durch verschiedene Absorptionsmechanismen die Auswaschung von Umweltchemikalien und Pflanzenschutzmitteln verlangsamen und so unser Grundwasser schützen.
  • Und nicht zuletzt: Ein höherer Humusgehalt hat eine positive Ertragswirkung!

    Quelle: https://www.lfl.bayern.de/iab/boden/031060/index.php

Humusaufbau ist aktiver Klimaschutz

Die Erderwärmung ist auf den vermehrten Ausstoß von klimaschädlichen Gasen zurückzuführen, von denen CO2 bei weitem nicht das schädlichste, aber das häufigste ist. Da sich die CO2-Emissionen in den nächsten Jahren nicht abrupt auf null zurückfahren lassen, macht es Sinn, über Möglichkeiten nachzudenken, das CO2 der Atmosphäre wieder zu entziehen. Neben teuren technischen Möglichkeiten gibt es als Maßnahmen vor allem die Aufforstung und die Speicherung im Holz – und eben die Bindung im Humus.

Die Steigerung des Humusgehaltes im Boden um 4‰ pro Jahr würde ausreichen um den jährlichen Anstieg des atmosphärischen CO2-Gehalts ausgleichen. Deshalb wurde auf der Klimakonferenz in Paris 2015 die „4-Promille-Initiative“ gegründet (https://www.4p1000.org). Und in Deutschland wurde Ende 2019 „positerra“ gegründet, um diese Idee in die Praxis umzusetzen!

positerra unterstützt Landwirte beim Humusaufbau!

Um den Humusaufbau zu fördern können Landwirte viel tun. Eine Regenerative Bewirtschaftung mit angepasster Bodenbearbeitung, dem Anbau von Zwischenfrüchten, Güllebehandlung und dem Einsatz von Effektiven Mikroorganismen (EM) verbessert die Bodenstruktur und erhöht den Humusanteil. Aber tatsächlich scheuen viele Landwirte die Umstellung, denn es kostet Zeit und im ersten Schritt auch Geld, die notwendigen Maßnahmen umzusetzen. Deshalb hat positerra sich das Ziel gesetzt, die Landwirte mit Wissensvermittlung und Prämien zu unterstützen.

Neben Christoph Fischer von EM Chiemgau sind Friedrich Wenz von Humusfarming (https://www.humusfarming.de/) und Dietmar Näser von der Grünen Brücke (https://www.gruenebruecke.de/) die beiden Bodenexperten, die positerra mit gegründet haben und nun ihr Wissen an die beteiligten Landwirte weiter geben.

Patenschaften zwischen Landwirten und Unternehmen

Die Finanzierung erfolgt durch Unternehmen, die ihren CO2-Fußabdruck freiwillig kompensieren möchten, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Bislang kann man CO2-Zertifikate für die Kompensation hauptsächlich für Projekte in Ländern der südlichen Hemisphäre kaufen.

Viele Unternehmer sehen ihre Verantwortung aber darin, eine Kompensation regional vorzunehmen, denn hier bei uns wurden die Emissionen ja auch getätigt. Sie sind sogar bereit, dafür einen höheren Preis zu bezahlen, da sie den Sinn und die Vorteile des Humusaufbaus in Deutschland verstanden haben. Und dafür bietet positerra Humuszertifikate an! Manchmal werden sogar konkrete Patenschaften mit Landwirten übernommen. Eine gute Möglichkeit, den gesellschaftlichen Nutzen, den die Landwirte täglich leisten, in der Öffentlichkeit darzustellen!

Prämien können langfristig ein zusätzliches Einkommen bringen

Der Hauptvorteil für die Landwirte liegt im Humusaufbau selbst und der Verbesserung der Böden. Wer es aber schafft, langfristig CO2 im Boden zu binden, wird dafür auch finanziell honoriert, mit der sogenannten Humusprämie in Höhe von 30,- €/t CO2. Um die anfänglichen Aufwendungen abzupuffern, zahlt positerra eine pauschale Startprämie von einmalig 100,- €/ha, maximal jedoch für 50 ha.

Bodenproben

Die Bodenproben werden meist vom Maschinenring vor Ort gezogen. Es ist mindestens eine Probe je Schlag erforderlich, bei größeren Schlägen eine Probe je 5 ha. Die Proben werden als Mischproben aus mindestens 15 Einzelproben gezogen. Die Organisation der Probennahme wird von positerra übernommen, ebenso wie für die Laboranalyse. Dort werden einige verschiedene Parameter erhoben, insbesondere natürlich Humusanteil, Rohdichte und Skelettanteil. Daraus errechnet sich die Menge des gebundene CO2 im Boden als Startwert. Für die ersten Bodenproben beteiligt sich positerra zur Hälfte an den Kosten. Die Erfolgsbeprobung nach 3 bis 5 Jahren und die Kontrollbeprobung nach weiteren 5 Jahren zahlt der Landwirt allerdings komplett selbst. Die Kosten für die Beprobungen variieren je nach Anfahrt für die Probennehmer und die Anzahl der Proben pro Betrieb. Mit mindestens 300,- € inkl. der Analyse für jede Probe sollte man mindestens rechnen, je nach Anfahrtsweg auch mehr.

Für wen ist eine Beteiligung bei positerra sinnvoll?

Wer am Humusaufbau auf seinen Flächen interessiert ist, dem bietet positerra sicherlich eine sehr gute Möglichkeit, sich intensiv mit den Themen der Regenerativen Landwirtschaft zu befassen und sogar noch einen Teil der Kosten zurück zu bekommen. Wichtig zu wissen ist auch, dass keinerlei Maßnahmen vorgeschrieben werden, jeder Landwirt entscheidet alles selbst! Er muss auch nicht mit allen Flächen teilnehmen, es sollten allerdings mindestens 5 ha sein, sonst wird der organisatorische Aufwand zu hoch. Denn am Anfang müssen natürlich die Flächendaten genau erfasst werden, können teilweise auch aus dem Mehrfachantrag übernommen werden.
Wer Interesse hat und sich genauer informieren möchte, der wendet sich am besten direkt an positerra: Positerra Kontakt

Übrigens …

Positerra ist zwar eine GmbH, hat aber keine Gewinnerzielungsabsicht. Es ist ausgeschlossen, dass Gewinne an die Gesellschafter ausgeschüttet werden. Diese werden vollständig für die Förderung der Regenerativen Landwirtschaft eingesetzt!

Aufruf von Christoph Fischer im Video:

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Feldtag in der Hallertau „Bodenlockerung und Ferment-Einsatz im Ackerbau“

Am 28.07.2020 folgten über 100 interessierte Landwirte/innen der Einladung vom Maschinen- und Betriebshilfsring Mainburg zum Praxisnachmittag „Bodenlockerung und Einsatz von Fermenten im Ackerbau“ auf dem Betrieb von Erwin Prummer in Elsendorf – Mitterstetten.
Die Initiative ging von Landwirt Hans Mirlach aus, der nun im zweiten Jahr das Fermentprodukt Bodenverjünger im Ackerbau einsetzt.
Barbara und Franz Kollitsch waren mit dem Vorführgerät vor Ort und erklärten auch dessen Wirkungsweise. Sepp Oppenrieder stellte den Bodenverjünger mit Einsatzbereiche und Wirkung vor.

Ausgangsbasis auf der Vorführfläche

2019 baute Erwin Prummer Silomais an, heuer erntete er Triticale als GPS. Der Boden ist sehr hart und verdichtet. Das Triticale bildete nur flache Wurzeln aus. Der Boden ist eher unbelebt, auch Regenwürmer sind so gut wie keine zu finden.
Die Maisstoppeln aus 2019 finden sich größtenteils unverrottet im Boden wieder. Bisher arbeite Prummer mit ausschließlich konventionellen Anbautechniken. Sein sandiger Löss-Lehm Boden weist 50 – 60 Bodenpunkte auf.
Mit der Bodensonde konnte nur mit massivem Druck bis in 20-30 cm Tiefe gedrückt werden. Die Bodenfarbe selber ist sehr hell, was auch Indiez für mangelndes Bodenleben darstellt.

In der Praxisvorführung war der Kollitsch-Tiefenlocker mit 4 Lockerungsscharen im Einsatz. Im Vorfeld wurde am 18.08.2020 eine Teilfläche mit dem Tiefenlockerer bearbeitet incl. Einbringung des Bodenverjüngers.

Kernaussagen von Barbara und Franz Kollitsch zur Tiefenlockerung:

  • Das Lockerungsschar sollte ca. in der Mitte der verdichtenden Bodenschicht laufen. Der Schlepperfahrer merkt das sofort am Zugbedarf, wenn er zu Beginn der Lockerung mit den Arbeitstiefen etwas variiert.
  • die max. Fahrgeschwindigkeit soll ca. 5 km/h nicht überschreiten, damit der Boden langsam reißen kann. Der Boden reißt dann in vielen feinen Haarrissen nach allen Seiten um das Lockerungsschar z.T. bis ca. 70 cm weit in alle Richtungen.
  • Der Boden wird leicht vom Lockerungsschar angehoben und „atmet“ frische Luft ein. Gleichzeitig wird der Bodenverjünger mit der am Lockerungsschar unten angebauten Düse eingespritzt.
  • Anschließendes Verschließen und leichtes Andrücken nach dem Lockerungsschar um ein „Ausgasen“ des Bodens zu verhindern.
  • Am Tiefenlockerer können verschiedene Anbaugeräte zum Einebnen der Oberfläche und Verschließen der Lockerungsschlitze angebaut werden z.B. Wellscheibe, Kreiselegge, Stabwalze.
  • Zur Lockerung von sehr hartnäckigen und stark- oder mehrschichtigen Bodenverdichtungen sind evtl. mehrere Lockerungsgänge auf Jahre verteilt notwendig.

Ferment-Einsatz im Ackerbau

Sepp Oppenrieder stellte den Versickerungstest vor. Hierzu wurden ca. 30 cm lange Rohre mit ø 25 cm in den Boden gedrückt und Wasser eingefüllt. Auf der vor 10 Tagen tiefgelockerten Versuchsfläche versicherte das Wasser schneller als auf der nicht gelockerten Fläche.

Noch gravierender fällt dieser Versuch aus, wenn keine Stoppelbearbeitung erfolgte (wie in Mainburg geschehen).
Hier im Bild ein Versuch aus dem Jahr 2019; siehe Blogbeitrag

Aus dem Vortrag von Sepp Oppenrieder:

Mit der Bodenansprache - mit Spaten und Bodensonde wird die aktuelle Bodenbeschaffenheit beurteilet und anschließend entscheidet man, welches Bodenbearbeitungsgerät eingesetzt werden soll.

  • Die erste Bodenbearbeitung sollte erst ab einer Bodentemperatur von min. 7- 8 Grad vorgenommen werden (im Durchschnitt von Tag und Nacht).
    Tipp: Wenn im Frühjahr die Schlehe blüht, ist im Normalfall die notwendige Bodentemperatur erreicht.
  • Der bei der Tiefenlockerung eingespritzte Bodenverjünger unterstützt und stabilisiert die Lockerung auf der mikrobiologischen Ebene.
  • Den Humusaufbau mit vielgliedriger Fruchtfolge, Zwischenfruchtanbau, wenig wendender Bodenbearbeitung und EM-Einsatz unterstützen.
    1 % mehr Humusgehalt im Boden kann ca. 300-400 m³ je ha mehr Wasser speichern. Dieses Wasser wird in den Trockenphasen von den Pflanzen dringend benötigt. Wasser, das bei Starkregen auf der Fläche versickert, „entlastet“ die Bäche und verringert das Überschwemmungsrisiko.
  • Die Tiefenlockerung sollte am besten in der Vegetationszeit erfolgen, so dass möglichst schnell die Pflanzenwurzeln in den entstandenen feinen Rissen nach unten wurzeln können. Gerade in trockenen Phasen finden die tiefergehenden Wurzeln noch Wasser.
  • Zur Pflanzenstärkung können verschiedene EM-Produkte als Tankmischung in den wachsenden grünen Pflanzenbestand mit herkömmlicher Spritztechnik ausgebracht werden.
    Eingesetzt werden:
    Scharfes Blond bei starkem Insektendruck und zur Stärkung der Immunabwehrkraft der Pflanzen
    EM-aktiv fördert ein probiotisches Mikroben Milieu auf Blatt und aktiviert das Bodenleben
    RoPro 13/20 zur Stärkung der Pflanzenvitalität und Abwehrkraft gegen Pilze
    RoPro-Startfit für gestärkte Pflanzen mit hoher Trockenheitsresistenz
  • Organischen Dünger wie z.B. Gülle, Gärrest und Mist nicht auf dem Acker vergraben, sondern in den wachsenden grünen Pflanzenbestand (egal ob Zwischen- oder Hauptfrucht) ausbringen. Die Organik wird von den Mikroorganismen sofort verstoffwechselt. Schnell bemerkt man die Wirkung dieser Kombination an einer dunkleren Farbe, eines veränderten Geruchs und einer Veränderung der Bodenstruktur bei einer Spatenprobe.

Spatenprobe; hier im Grünland

Fazit des Praxisnachmittages:

Bereits 10 Tage nach der Tiefenlockerung mit Bodenverjünger-Einspritzung sind erste positive Veränderungen sichtbar. Die Bodensonde geht mit mittelmäßigem Druck bis ca. 40 cm in die Tiefe. Die Wasserversickerung läuft etwas besser. Der Boden verfärbt sich langsam etwas dunkler und es sind erste leichte Krümmelstrukturen zu erkennen. Beim Darüber gehen „federt“ der Boden.

In vielen Kleingruppengesprächen wurden bis zum Abend die zahlreichen Fragen der Teilnehmer/innen beantwortet. Selbstverständlich war auch für Getränke und eine kleine Brotzeit gesorgt.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei den Veranstaltern und den teilnehmenden Landwirten/innen für den interessanten und informativen Praxisnachmittag.

Staunässe beheben EM-Chiemgau

Staunässe nachhaltig beheben

Staunässe nachhaltig beheben durch mikrobielle Milieusteuerung

Staunässe droht: Kurze, heftige Starkregenereignisse häufen sich immer mehr. Von Starkregen spricht man ab einer Menge von mehr als 5 Litern pro m² in 5 Minuten.

Der Boden muss dabei in kürzester Zeit enorme Mengen Wasser aufnehmen. Sind die Oberflächen verschlämmt, die Böden verdichtet und die Porenstruktur nicht stabil, kann das Wasser nur schwer in den Boden aufgenommen werden. Es kommt zu Staunässe auf Acker und Grünland und die Kulturen leiden.

Die Lösung: Verdichtungen aufbrechen und mit Bodenverjünger den Boden mikrobiell besiedeln

Das Ziel ist es, einen garen Boden mit runden Bodenkrümeln zu erzeugen. So ein Boden hat eine optimale Porenstruktur für die Wasseraufnahme und die Wasserhaltefähigkeit (Feldkapazität). Runde Krümel sind im Gegensatz zu eckigen Krümeln formstabil, auch bei starken Regenfällen.
Runde Krümel entstehen ausschließlich durch mikrobielle Aktivität. Eckige Krümel durch mechanische Bearbeitung.

Verdichtungen behindern nicht nur das Regenwasser am Eindringen in die tieferen Bodenschichten und begünstigen Staunässe, sie behindern außerdem den Gasaustausch im Boden und behindern die Mikrobiologie an ihrer Arbeit. Die Wurzeln der angebauten Kultur können sich nur schlecht entwickeln. Unkräuter mit kräftigen Pfahlwurzeln vermehren sich. Sie versuchen den Boden zu sanieren.

Was tun bei Staunässe?

Die Kombination aus mechanischer Lockerung und mikrobieller Besiedelung hilft, neu geschaffenen Wurzelungsbereich zu stabilisieren und für die Wurzeln offen zu halten. Runde Krümel können entstehen.

Staunässe beheben mit dem Tiefenlockerer

Am Tiefenlockerer wird Bodenverjünger direkt eingespritzt.

Tiefenlockerung wird am besten in der wachsenden Kultur (z.B. in der Zwischenfrucht) durchgeführt, da hier die Mikrobiologie am aktivsten arbeiten kann.

Oft reicht ein Arbeitsgang, um die Verdichtungen zu lösen und Staunässe dauerhaft zu eliminieren.

Auch interessant:

Aufschluss über den Erfolg der Maßnahme zeigt der Versickerungstest, wie in diesem Blog-Beitrag beschrieben

Effektive Stippelbearbeitung mit dem Bodenverjünger

Effektive Stoppelbearbeitung mit Bodenverjünger

Jeder organische Eintrag in den Boden fordert die Mikrobiologie. Es gilt die organische Masse rasch umzusetzen, ohne Nährstoff- und Energieverluste.

Stoppelrückstände auf dem Acker werden dem Boden nach der Ernte wieder zugeführt. Je schneller sie umgesetzt werden, umso geringer ist die Gefahr, dass Schädlinge sie als Brutstätte nutzen oder dass Fäulnisherde entstehen.

Bodenverjünger fördert die Rotte und bietet der Bodenbiologie umfassende Unterstützung

  • vermindert Fäulnisprozesse
  • fördert die rasche Zersetzung der Organik
  • Nährstoffverluste werden vermindert
  • unterstützt die Bodengare
  • hilft eine stabile Krümelstruktur zu etablieren
  • perfekte Vorbereitung für die Folgekultur
  • mindert Verdichtungen

Bei oder vor der Einarbeitung von Ernterückständen wird Bodenverjünger direkt auf die Stoppeln gesprüht. Für eine bessere Verteilung kann Bodenverjünger mit Wasser verdünnt werden.

Aufwandmenge Bodenverjünger: 150 L / ha

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