Kategorie: Humus und Boden

Feinkrümeliger Boden

Weltbodentag

Der Weltbodentag wurde 2002 auf einem Weltkongress der Internationalen Bodenkundlichen Union (IUSS) ins Leben gerufen. An diesem Tag sollen auf die lebenswichtigen Funktionen des Bodens aufmerksam gemacht werden. Wie erhalten wir ertragsfähige Böden? Was ist aktiver Bodenschutz? Das Motto des diesjährigen Bodentags ist „Keep soil alive, protect soil biodiversity” (Den Boden am Leben halten und die Biodiversität schützen).

Gute Vorsätze. Aber wie genau funktioniert das? Was sind konkrete Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele?

Den Boden am Leben halten

In einer Handvoll Boden steckt mehr Leben, als es Menschen auf der Erde gibt. Die Mikrobiologie des Bodens ist maßgeblich an der Entwicklung des Lebens auf der Erde beteiligt. Diese unvorstellbare Vielfalt und die Fähigkeiten der Mikrobiologie zu nutzen und zu schützen und zu fördern, sind zentrale Ziele unserer Arbeit und Methodik.

Ein zentraler Aspekt ist die Aufbereitung des Wirtschaftsdüngers nach den Methoden des Rosenheimer Projekts. Behandelte Gülle wirkt reduktiv, also aufbauend im Boden. Das Milieu der Gülle wird bereits vor der Ausbringung in ein positives Milieu überführt. Abbauende und Fäulnisbakterien werden von positiv wirkenden Bakterienstämmen verdrängt.

Generell ist die Milieusteuerung, also eine aufbauende, positiv wirkende Mikrobiologie zu schaffen ein wichtiger Grundgedanke in der regenerativen Wirtschaftsweise. Im Boden gibt es verschiedene Bakterienstämme und Wirkungsmechanismen. Nur ein aktives und reduktives Bodenmikrobiom kann Nährstoffe schnell und wirksam für die Pflanzen zur Verfügung stellen und gleichzeitig den Humusaufbau begünstigen. Denn auch an diesen Prozessen ist die Bodenmikrobiologie maßgeblich beteiligt.

Güllebehandlung, Festmistaufbereitung, Tiefenlockerung mit Einspritzung des Bodenverjüngers und die Flächenrotte sind aktiver Bodenschutz und fördern das Bodenleben!

Boden- wir stehen drauf, wir gehen drauf, wir leben drauf

Uns ist bewusst, wie wichtig ein gesunder Boden für unser Leben auf dieser Erde ist. Der Boden, auf dem wir stehen, gehen und mit dem wir in der Landwirtschaft wirtschaften, ist DAS zentrale Medium unserer Tätigkeit. Wir von EM Chiemgau widmen uns schon seit Jahrzehnten den bodenaufbauenden und den Bodenleben schützenden und erhaltenden Ansätzen.

Den Boden nicht nur als Substrat zu betrachten, in das man nach Entzugsbilanzierung beliebig Nährstoffe hineinfüllen (mineralische Düngung) und entnehmen (Ertrag) kann, ist Ziel einer neuen, alten Landwirtschaft. Dabei geht es keineswegs darum, sich dem Fortschritt in der Landwirtschaft zu entziehen oder diesen gar rückgängig machen zu wollen. Es geht darum, dem Boden wieder die Aufmerksamkeit und Achtung zu schenken, die er verdient.

Boden ist DER limitierende Faktor auf unserem Planeten. Wir können Fläche nicht beliebig erschaffen. Und wir kommen derzeit nicht umher zu bemerken, dass für den Aufbau von fruchtbaren Böden mehr Zeit nötig ist, als für deren Abnutzung.

Fruchtbarer Boden- die Grundlage für gesunde Lebensmittel

Es ist kein Geheimnis, dass der Boden zentrale Funktionen zur Lenkung aktueller gesellschaftlicher und klimatischer Probleme einnimmt. Boden ist Leben. Aus ihm wachsen Lebensmittel, von denen wir alle abhängig sind. Auch wie gesund und nahrhaft diese Lebensmittel sind, hängt maßgeblich von der Gesundheit und Beschaffenheit des Bodens ab.

Jedem Landwirt ist die Bedeutung und der Wert seines Bodens klar- oder sollte es sein. Denn ein fruchtbarer Boden bringt nicht nur gute Erträge. Ein fruchtbarer Boden versorgt die Pflanzen mit allen notwendigen Nährstoffen und schützt vor Ertragseinbußen in besonders trockenen oder niederschlagsreichen Jahren. Der Humusaufbau auf den Flächen ist kein Beiprodukt. Er sollte vielmehr eines der Hauptziele der landwirtschaftlichen Produktion sein.

Der Boden als Klimaretter

1 % mehr Humus pro Hektar im Boden speichert 50 t CO² aus der Atmosphäre. Auch in der Klimafrage spielt der Boden also eine wichtige Rolle. Das Umdenken muss an vielen Stellen geschehen und darf nicht alleine den Landwirten aufgetragen werden. Auch Verbraucher, Politik und Handel müssen bereit sein, die Folgekosten für eine zukunftsfähige Landwirtschaft mitzutragen. Denn die Lebensmittelproduktion erzeugt nicht nur reale, sondern auch sozio-ökonomische Kosten (https://www.meine-landwirtschaft.de/informieren/aktuelles/detail/news/wir-muessen-ueber-preise-reden/). Diese können nicht einem Einzelnen zur Last gelegt werden, sondern müssen gerecht von allen mitgetragen und insgesamt reduziert werden.

„Der Schutz des Bodens vor schädlichen Veränderungen stellt aufgrund der Vielfalt der Einflussfaktoren eine komplexe umweltpolitische Herausforderung dar. Oft führen Summeneffekte von Belastungen zu Schäden, deren Folge der unwiederbringliche Verlust von Boden ist. Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung – bis 2050 auf voraussichtlich über neun Milliarden Menschen – erhöht sich der Druck auf die Ressource Boden. Der Schutz des Bodens wird immer wichtiger.“ (S. 6)

Zitat aus dem Bodenschutzbericht: https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Bodenschutz/5_bodenschutzbericht_2021_bf.pdf

Das Positerra Projekt setzt genau da an. Regionale Wirtschaftsakteure und Firmen können vor Ort ihren CO² Ausstoß kompensieren und gleichzeitig die lokale Landwirtschaft angemessen honorieren. So werden Landwirte und Unternehmer zu Teamplayern und profitieren voneinander. Gemeinsam, gemeinwohl-orientiert und zukunftsfähig.

Solide Bodenhaftung – Landwirtschaft von morgen

Wir unterstützen unsere Bauern und Bäuerinnen dabei den Weg in eine enkeltaugliche Landwirtschaft zu gehen. Mit dem Rosenheimer Projekt wurde bereits vor Jahrzehnten der Weg geebnet, Wissen generiert und Erfahrungen gesammelt. Dieses Wissen nun flächendeckender zu vermitteln, anzuwenden und den Akteuren in der Landwirtschaft beratend zur Seite zu stehen, ist uns von Chiemgau Agrar ein großes Anliegen.

Wir wissen was unser Boden für einen Wert hat und möchten dazu beitragen, dass auch unsere Kinder und Enkel den Boden unter ihren Füßen zu schätzen und zu schützen wissen.

Maisstroh-mit-Bodenverjuenger-einarbeiten

Warum es Sinn macht, Maisstoppeln und -stroh mit Bodenverjünger einzuarbeiten

Die Silomaisernte ist so gut wie abgeschlossen. Je nach Region, Witterung und Reifezustand läuft die Körnermaisernte auf Hochtouren.

Abhängig vom Reifezustand, Blatt- und Stängelmasse fallen beim Körnermaisdrusch je ha ca. 6-10 to organisches Material an. Bei trockener Witterung gedroschen, ist das Maisstroh relativ voluminös und leicht. So mancher Herbststurm nach dem Drusch hat schon Grundstücksnachbarn mit Lieschblättern und Resten der Maispflanzen „mehr oder weniger beglückt“.

Je nach Häckselhöhe bleiben auch nach der Silomaisernte Stoppeln zurück, die zerkleinert und eingearbeitet werden sollen.

Viele Landwirte machten schon die Erfahrung, dass eingepflügte Maisstoppeln im nächsten Jahr beim Pflügen wieder fast unverottet an die Erdoberfläche kommen. Dies ist ein deutliches Zeichen für zu tiefes „Vergraben“ der Ernterückstände und ein relativ armes mikrobielles Bodenleben.

Maiswurzelbohrer, Fusarien und so manch andere unerwünschte Erscheinung machen die Zerkleinerung und Einarbeitung unumgänglich.

Für die mechanische Zerkleinerung der Ernterückstände und deren Einarbeitung bieten die Landtechnikhersteller unterschiedlichste Maschinen an. Mindestens genau so wichtig ist die Unterstützung des Bodenlebens, die letztendlich das organische Material zersetzen und die enthaltenden Nährstoffe für die nächste Kultur zur Verfügung stellen.

Die optimale Versorgung im Boden mit Hauptnährstoffen und Spurenelementen sind wichtige Voraussetzungen für aktives Bodenleben. (Link zur Bodenanalyse nach Albrecht). Hinzukommt die Einbringung des Bodenverjüngers zu jeder Bodenbearbeitung um das mikrobielle Bodenleben zu stärken.

Vorgehensweise

Unmittelbar nach der Ernte, die Maisstoppel bzw. Maisstroh mit einer herkömmlichen Feldspritze flächendeckend 100 L Bodenverjünger je ha spritzen. Falls für die Ausbringung mehr Flüssigkeit notwendig ist, kann den 100 l/ha Bodenverjünger eine technisch notwendige Wassermenge hinzugesetzt werden. Anschließend sollte z.B. mit der Scheibenegge oder dem Grubber die Ernterückstände flach eingearbeitet werden.

Die nativen Mikroorganismen des Bodenverjüngers unterstützen den Verrottungsprozess, beugen Schimmelbildung vor, unterstützen das Bodenleben und tragen zur Humusbildung bei. Durch den noch relativ warmen Boden, der vorhandenen Bodenfeuchtigkeit und der Einbringung des Bodenverjüngers läuft die „Verstoffwechselung“ der Maisrückstände auf natürlicher Weise positiv ab.

Technisch gut ausgestattete EM-Anwender arbeiten mit einem Fronttank, elektrischer 12 Voltpumpe und einem Spritzbalken im Frontanbau, der auf die jeweilige Arbeitsbreite des am Heck angebauten Arbeitsgerätes abgestimmt ist.

Nach ca. 1 Woche Wartezeit kann die Bodenbearbeitung, Saatbettbereitung und Saat der nächsten Hauptfrucht z.B. Winterweizen erfolgen.

Wird auf der Fläche im Herbst keine Hauptfrucht angebaut, empfehlen wir die Saat einer winterharten vielfältigen Zwischenfrucht z.B. Gemenge mit Roggen, Wicken, Inkarnatklee, Raps, Rüpsen und Triticale. Gut abgestimmte winterharte Zwischenfruchtmischungen bietet Camena Saaten an.  

Ackerfräse und Tiefenlockerer

Regenerative Anbaumethoden im Ackerbau

Neue Wege und innovative Lösungen finden im Ackerbau derzeit regen Anklang. Erosionsprobleme, Verdichtungen und die Herausforderungen im Düngemanagement bringen viele BetriebsleiterInnen an ihre Grenzen. Eine bodenschonende, nicht wendende Bodenbearbeitung ist bereits in aller Munde und beginnt sich als echte Alternative zum Pflug zu etablieren. Regenerativer Ackerbau will noch mehr erreichen. Die Methoden der regenerativen, also aufbauenden Wirtschaftsweise gehen einen Schritt weiter. Sie fördern das Bodenleben sogar, beleben, belüften und aktivieren den Boden und zeigen somit ganz neue Wege der Kulturführung auf.

Maßnahmen im regenerativen Ackerbau

Ziel des regenerativen Ackerbaus ist es, den Humusaufbau zu fördern und das Bodenleben zu schonen und zu mehren und somit schließlich beste Qualitäten zu erzeugen. Auf dem Praktikertag auf dem Betrieb Huschle konnten die Wirkmechanismen dieser Anbauweise nachvollziehbar beobachtet werden.

Mehr zu diesem spannenden Praktikertag lest ihr HIER: FELDTAG BEI ACKERBAUER ALOIS HUSCHLE.

Zwischenfrüchte und ihre Wirkung

Die verschiedenen Zwischenfruchtgemenge sind ein weiterer zentraler Baustein der regenerativen Wirtschaftsweise. Auf dem zweiten Versuchsfeld von Alois Huschle konnten diverse Zwischenfruchtgemenge genauer untersucht werden. Die Praktiker machten die Erfahrung, je diverser die Zwischenfrucht zusammengestellt wird, desto effektiver sind die Wirkungen auf die Bodengare und somit auch der Nutzen für die Folgekultur.

Dies ist darauf zurückzuführen, dass die verschiedenen Wurzelausscheidungen von wachsenden, also lebenden Pflanzen in einem ständigen Austausch mit den Bodenmikroben stehen. Nährstoffe werden sowohl im Boden- als auch im Pflanzenstoffwechsel aufgespalten, ausgetauscht und umgewandelt, wobei Kohlenstoff aus der Luft eingebunden wird. Das Ergebnis dieser Prozesse ist der aktive Humusaufbau auf dem Feld.

teilnehmer Gruppe steht inden Zwischenfrüchten

Lebende Pflanzen können in Verbindung mit Effektiven Mikroorganismen die Nährstoffverfügbarkeit der im Boden enthaltenden Elemente schneller herstellen als "totes" organisches Material (Stoppeln/Mulch). Auch die Bodenkrümelstruktur und damit die physikalischen Eigenschaften des Bodens werden durch die Wirkungen wachsender und lebendiger Wurzeln in "Zusammenarbeit" mit den Bodenmikroben verbessert.

Das Ergebnis überzeugt. Der Versickerungstest zeigte eindrücklich, dass der Boden 100 l Wasser in unter einer Minute (!) aufnehmen konnte. In Jahren mit extremen Niederschlägen oder beim Anbau von Kulturen, die sehr empfindlich auf Staunässe reagieren ein entscheidender Vorteil.

Biene fliegt Zwischenfruchtblüte an

Regenerativer Ackerbau: die Flächenrotte

Zu den wichtigsten Maßnahmen im regenerativen Ackerbau zählt die Flächenrotte. Die geltende Düngeverordnung bringt viele Betriebe mit herkömmlichen entzugsbasierten Düngestrategien an ihre Grenzen. Über die Flächenrotte können Nährstoffe effektiver verfügbar gemacht werden ohne das ein Eintrag an mineralischem Dünger notwendig wäre. Dies ist langfristig kostensparend und wird sich positiv auf die Betriebsbilanz auswirken.

Der Einsatz des Bodenverjüngers ist für die Flächenrotte elementar. Ohne die Wirkung der speziell auf das Bodenleben abgestimmten Mikrobenstämme kippt der Rotteprozess schnell in ein Fäulnismilieu. In diesem Zustand gehen Nährstoffe verloren und Humus wird abgebaut.

Ein reduktives, also aufbauendes Milieu ist die Grundlage einer effektiven Flächenrotte. Der Bodenverjünger wird vor oder beim Fräsen auf das organische Material ausgebracht. In der Praxisdemonstration zeigte sich, dass selbst gebaute Varianten für die Fermenteinspritzung den technischen Lösungen der Hersteller in nichts nachstehen. Wichtig ist jedoch, dass eine gleichmäßige Verteilung des Bodenverjüngers auf das organische Material und eine gleichmäßige Abdeckung der organischen Substanz mit Feinboden erfolgt.

Ist dies gelungen, arbeiten die Mikrobenstämme, Hefen und Pilze sofort daran, das organische Material umzusetzen und die Nährstoffe pflanzenverfügbar im Boden zu speichern. Zur Aussaat nach der Rotte (optimal nach ca. 10-14 Tagen) stehen dann die Nährstoffe der Folgekultur langfristig zur Verfügung.

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Tiefenlockerung auf dem Acker

Besonders Kulturen wie Mais, Raps und Kartoffeln reagieren positiv auf die Wirkung des Tiefenlockerers. Hier wird hinter dem Schar der Bodenverjünger direkt beim Bearbeitungsvorgang eingespritzt. Dies ist deshalb so wichtig, weil die im Boden erzeugten Feinrisse dann sofort mikrobiell besetzt werden. Die entstandenen Mittelporen bleiben erhalten und Feinwurzeln können den Boden leichter durchdringen. Der Boden wird dadurch insgesamt lockerer und tragfähiger.

Die Tiefenlockerung zur Aussaat in Kombination mit dem Bodenverjünger regt das Feinwurzelwachstum der Kultur zusätzlich an. Der Nährstoffaustausch zwischen Boden, Pflanze und Wurzeln wird von Beginn an auf ein hohes Niveau gebracht. Die speziell auf das Bodenlebewesen abgestimmte Zusammensetzung der Mikrobenstämme spalten die Nährstoffe auf und machen sie so pflanzenverfügbar. Nährstoffe werden quasi "vorverdaut" bzw. so umgewandelt, dass sie den Pflanzen über lange Zeiträume zur Verfügung stehen. Zudem enthält der Bodenverjünger native Pflanzenfermentstoffe und sorgt somit zusätzlich für eine Anreicherung sekundärer Pflanzennährstoffe, die für den Pflanzen- und Bodenstoffwechsel notwendig sind.

Der Landwirt induziert damit ein wurzelbasiertes Wachstum der Kulturpflanzen. Mehr Wurzelmasse bedeutet ein größeres Nährstoff- und Wasseraufnahmevermögen, einen stabileren Stand und Wuchs und letztendlich auch mehr Humusaufbau und Kohlenstoffspeicherung im Boden. Eine hohe Stoffwechselleistung in der weiteren Entwicklung sorgt für eine hohe Photosyntheseleistung. Die Grundlage für hohe Erträge und vitale Bestände.

Bearbeitungsbild Tiefenlockerer

Das Arbeitsbild des Tiefenlockerers. Hier zu demonstationszwecken ohne Bewuchs!

Regenerativer Ackerbau macht Betriebe fit für die Zukunft

Der spannende Einblick in die Kulturführung auf dem Betrieb Huschle weckte bei vielen das Interesse zum Thema regenerativer Ackerbau. Die Möglichkeiten die ein belebter und aktiver Boden liefert, sind vielversprechende Aussichten für den Ackerbau. Eine Rückwendung zur Nutzung betriebsinterner Kreisläufe und eine stabile Basis, nämlich der eigene Boden, sollten auf jedem Betrieb wieder vermehrt in den Fokus rücken. Wir beraten interessierte Betriebe gerne dabei, die Hürde der Umstellung zu meistern und ihrem Boden wieder das nötige Leben zurückzugeben.

Der Grasnarbenbelüfter

Tief durchatmen- Der Grasnarbenbelüfter im Faktencheck

Schwere Maschinen und Weidetiere sorgen auch im Grünland für Verdichtungen und Sperrschichten. Damit diese nicht zum Problem werden, sollte man auch seinem Grünland regelmäßig die Chance zum „Durchatmen“ geben. Mit einem Grasnarbenbelüfter kann auch auf dem Grünland ein effektiver Gasaustausch gefördert werden. Einige Bodenprozesse laufen unter anaeroben Bedingungen ab. Ganz ohne Sauerstoff geht es jedoch auch im Boden nicht.

Über den Nutzen und Ablauf der Wiesenbelüftung könnt ihr HIER noch mehr lesen.

Warum Wiesenbelüftung mit dem Bodenverjünger?

Ein optimaler Gasaustausch ist für das Wachstum und die Nährstoffaufnahme der Pflanzen elementar. Fehlt der Sauerstoff können die aeroben Bakterien nicht arbeiten und es kommt zu reduktiven Fäulnisprozessen. Humus wird ab- anstatt aufgebaut und die Wurzelexudate der Gräser nicht mehr ausreichend transportiert. Die Bodenmikrobiologie stellt ihre Arbeit ein, und das hat fatale Folgen.

Der Bodenverjünger enthält Huminstoffe und native Bakterienstämme, welche speziell für die Mikrobiologie im Boden entwickelt wurden. Daher wirkt er gezielter im Boden als EM-Aktiv. Die, durch die Öffnungen und Risse im Bodengefüge entstandenen Mittelporen bilden den neuen Lebensraum für die Mikroben. Durch die Einspritzung bei der Bodenbearbeitung werden die Mesoporen sofort mikrobiell besiedelt und der Austausch an Nährstoffen und dadurch auch das Wurzelwachstum in der Wurzelzone gefördert. Die Zuckerrohrmelasse im Bodenverjünger wirkt zudem als Nahrungsgrundlage, falls im Boden nicht genug organisches Materiel zum Verstoffwechseln für die Mikroben vorhanden ist.

Die neu wachsenden Feinwurzeln füllen die Risse im Boden und machen den Boden tragfähiger. Der Bodenverjünger steigert somit die Effekte der Grasnarbenbelüftung und sorgt für einen sofortigen Anschub der bakteriellen Aktivität im Boden.

Wiesenbelüftung mit dem Grasnarbenbelüfter

  • Belüftung und Lockerung des Grünlandes
  • Boden wird eingeschnitten, es entstehen zusätzlich feine Risse im Bodengefüge an den Einschnittstellen durch leichte Neigung der Messer
  • Bestand wird nicht beschädigt
  • Gasaustausch wird gefördert, dadurch wird die Bodenatmung angeregt (Humusaufbau)
  • 2-3 Wochen nach Beweidung/ Mahd
  • 10-14 Tage Ruhe nach Belüftung
  • im Frühjahr und Herbst bei außreichend Bodentemperatur
  • Geringerer Zugkraftbedarf bei verminderter Geschwindigkeit (Einsatz auch mit kleineren Schleppern möglich)
  • Einsatz während der Vegetationszeit

Vorteile durch Einspritzung mit dem Bodenverjünger

  • Effekt bleibt länger erhalten, da die Besiedlung mit Bodenmikroben sofort erfolgt
  • Neu erschlossene Bodenporen werden sofort mikrobiell besiedelt
  • Feinwurzelwachstum wird stimuliert
  • Boden wird tragfähiger
  • Ertragssteigerung durch Einsatz des Bodenverjüngers
  • Verbesserung der Bodenstruktur
  • Drainagefunktion verbessert den Boden, dadurch Verminderung von Staunässe

Wann sollte nicht belüftet werden?

  • bei zu trockenem Boden (Messer oder Zinken können nicht tief genug eindringen)
  • bei Nässe besteht die Gefahr von Verdichtung und Verschmierung
  • Je nach Standort nicht mit zu hohem Gewicht fahren, dies führt zu Verdichtung, dann lieber häufiger (besonders zu Beginn)
  • Nicht direkt nach dem Schnitt (2-3 Wochen nach Ernte/Beweidung)
  • nicht bei zu geringen Bodentemperaturen außerhalb der vegetativen Phase (keine Mikrobenaktivität, kein Wurzelwachstum, Bodenporen können leicht Verschlämmen, was zu noch mehr Verdichtung führt)

Fazit- der Grasnarbenbelüfter

Bei der Wahl des passenden Gerätes sollte unbedingt auch auf das Eigengewicht der Maschine geachtet werden um zusätzliches Gewicht auf dem Grünland zu vermeiden. Einige Belüfter werden direkt mit einer Einspritzvorrichtung für Fermenteinspitzungen angeboten. Eine Fermenteinspritzung über den Fronttank hat sich aber ebenso bewährt.

Gute Erfahrungen konnten in der Praxis mit dem Grasnarbenbelüfter der Firma Evers gemacht werden.

Evers-Grasnarbenbelüfter

Der Grasnarbenbelüfter ist ein einfaches und effektives Werkzeug, um Verdichtungen und Grünlandunkräutern langfristig entgegenzuwirken. Er spielt in der regenerativen Grünlandbewirtschaftung eine zentrale Rolle bei der Grünlandpflege und ist eine sinnvolle Investition für Betriebe oder Genossenschaften.

Vanhoof Test Labor

Der Vanhoof-Bodentest

Die Förderung der Bodenfruchtbarkeit ist das zentrale Ziel einer zukunftsfähigen Landwirtschaft. Nur auf fruchtbaren Böden können langfristig hohe Erträge und nahrhafte Lebensmittel produziert werden. Der Wert unserer Böden gewinnt glücklicherweise zunehmend an Bedeutung. Dennoch ist das Wissen um Mechanismen und Wirkungsweisen der Bodenmikrobiologie, Bodenentstehungsprozesse und die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit oftmals noch rudimentär.

Der von Peter Vanhoof entwickelte Vanhoof-Bodentest ist ein funktioneller Test zur Ermittlung des Bodenlebens. Die Testergebnisse bieten einen Einblick in den Zustand der Bodenfruchtbarkeit. Die Grundlagen dieses Verfahrens wurden von dem Pionier Hans Peter Rusch, einem der wichtigsten Akteure für die Etablierung der biologischen Landwirtschaft entwickelt.

Ziel dieses in Europa derzeit einmaligen Testverfahrens ist es, die Aktivität der Bodenmikrobiologie zu bestimmen. Dies ermöglicht es den Anwendern, die Wirkung der Maßnahmen auf das Bodenleben und somit auf die Nährstoffverfügbarkeit zu verfolgen.

Was wird gemessen?

In einer umfassenden Laboranalyse werden verschiedene Parameter bestimmt, welche in der Auswertung einen deutlichen Blick auf Aktivität und Potenzial der vorhandenen Bodenmikrobiologie bieten. Diese Art der Feststellung des Potenzials Ihres Bodens wird bisher in keiner gängigen Bodenanalyse erfasst.

Die Untersuchung liefert ebenso Ergebnisse darüber, wie effektiv die Rotte frischer Organik auf den Flächen abläuft. Der Vanhoof-Bodentest ist für alle Bewirtschaftungsarten geeignet, ganz gleich, wie der aktuelle Bearbeitungsstand ist. Auch bei Umstellung auf andere Anbauweises oder auf Schlägen, bei denen immer wieder Rotteprobleme auftreten, werden hier aufschlussreiche Daten über den Zustand der Bodenmikrobiologie geliefert.

Was diesen Test so besonders macht, ist die Möglichkeit eine Aussage über die Leistungen der Symbionten in der Rhizosphäre zu treffen. Diese sorgen dafür, dass im Boden gelöste Nährstoffe pflanzenverfügbar werden. Je effektiver sie arbeiten, desto besser können Pflanzen die Nährstoffe aufnehmen. Zusätzlich dazu, liefert die Analyse Daten zur Bodenatmung. Diese Infromationen sind wichtig, um Verdichtungen und den Gasaustausch im Boden bewerten zu können.

Ablauf des Vanhoof Bodentest

Wer Interesse an dieser derzeit einzigartigen Bodenuntersuchung hat, um seine Böden noch besser verstehen zu können, kann sich mit uns unter vanhoof.bodenproben@gmail.com  in Verbindung setzen.

Die Beprobung muss während der vegetativen Zeit genommen werden also zwischen 10 -25 °C Außentemperatur.

Vor der Probenahme sollte die letzte Düngung mindestens 2 Wochen zurückliegen. Nach einer mineralischen Düngung sollte man die Probe erst ziehen, wenn es mindestens einmal geregnet hat, sodass die Inhaltsstoffe sich homogen im Boden verteilt haben. Ein aktiver Fruchtstand bildet kein Hindernis.

Die Kosten belaufen sich auf 120 € je Probe (ab 4 Proben 100 € je Probe).

Die Probennahme erfolgt nach Terminabsprache durch den Landwirt und muss innerhalb von 24 h im Labor (Eilversand per Post) eintreffen.

Näheres zum Ablauf der Probenentnahmen und den geeigneten Utensilien erfahren Sie bei der Terminabsprache.

Ergebnisse und Auswertung

Mit der Auswertung erhält der Landwirt einen ausführlichen Bericht, welcher Informationen zur Nährstoffbindung, den Nährstoffverlusten, dem erntequalitätsbildenden Potenzial der Bodenfruchtbarkeit und der Fähigkeit, Krankheiten im Boden zu unterdrücken, enthält.

Sinnvolle Synergie der Kinsey-Analyse und des Vanhoof-Bodentest nutzen

Zusammen mit einer Kinsey Albrecht Analyse und der Spatendiagnose ergibt sich ein ganzheitliches Bild der Bodenfruchtbarkeit. Es werden sowohl bodenphysikalische als auch bodenbiologische und bodenchemische Parameter zusammen bewertet. Die Kinsey Albrecht Analyse liefert Daten zur Nährstoffversorgung, insbesondere zu den Nährstoffverhältnissen und dem Nährstoffhaltevermögen im Boden. Der Vanhoof-Test liefert ergänzend dazu eine Auswertung der Aktivität der Bodenmikrobiologie. Diese machen die im Boden enthaltenen Nährstoffe durch ihre Stoffwechselprozesse überhaupt erst pflanzenverfügbar. Beide Parameter zusammen ergeben also mit der Bodenansprache im Feld ein umfassendes Bild über den Zustand des Bodens und die Wachstumsbedingungen für die Pflanzen.

Vanhoof Test

Bei der Auswertung und Schlussfolgerung steht Ihnen Peter Vanhoof selbst zur Seite, um mit Ihnen betriebsspezifische Maßnahmen zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit zu entwickeln. So entsteht ein noch tieferes Verständnis des eigenen Bodens und der zu treffenden Maßnahmen, um die Bodenfruchtbarkeit weiter zu fördern und voranzubringen.

Eine kurze Erklärung der Ergebnisse Ihrer Proben via Zoom ist im Preis inbegriffen. Nach der ersten Analyse ist jedoch eine umfassende Betriebsberatung durch Herrn Vanhoof vor Ort auf dem eigenen Betrieb sinnvoll. Die Kosten für den Besuch werden extra angesetzt.

Mehr Informationen gibt es auch unter https://www.organic-forest.eu/DE_menu

Zwischenfrucht mit Ackerfraese einarbeiten

Doppelt hält besser- die doppelte Zwischenfrucht

Liegt ein längerer Zeitraum zwischen zwei Hauptkulturen, kann das Ackerbausystem der doppelten Zwischenfrucht sinnvoll sein. Die Wirkungen dieser Methode eignen sich auch dazu, in verhältnismäßig kurzen Zeiträumen den Humusaufbau und die Aktivität der Bodenmikrobiologie anzutreiben und zu verbessern. Ebenfalls unter den Begriff „doppelte Zwischenfrucht“ fällt der Zwischenfruchtanbau in eine zuvor zur Rotte gebrachte Untersaat.

Warum zwei Zwischenfrüchte anbauen?

Auf sehr verarmten Standorten oder bei der Umstellung auf die regenerative Wirtschaftsweise kann der doppelte Zwischenfruchtanbau sinnvoll sein. Besonders wenn zwischen zwei Hauptfrüchten ausreichend Vegetationszeit liegt oder intensive Arbeitsspitzen entzerrt werden sollen.

Wird die Hauptfrucht früh geerntet, kann eine Zwischenfrucht die sonnenreichen Tage im Juli gut nutzen, um die Sonnenenergie für die Folgekulturen in Form von Nährstoffen und Zucker zu speichern. Anschließend wird die Zwischenfrucht geschält und in eine Flächenrotte gebracht. Die Einspritzung von Effektiven Mikroorganismen ist hier absolut empfehlenswert.

Die verschiedenen Mikrobenstämme im Bodenverjünger sorgen dafür, dass sich ein reduktives Milieu einstellt. Die Bodenmikrobiologie kann die organische Masse besser verstoffwechseln. Infolgedessen verrottet das Pflanzenmaterial, anstatt zu verfaulen. Der Humusaufbau wird so massiv gefördert.

Nach ca. zwei Wochen wird in die umgesetzte Organik die zweite Zwischenfrucht gesät.

Für eine Flächenrotte eignet sich natürlich auch eine entsprechende Untersaat, beispielsweise Kleegrasmischungen im Mais oder Getreide. Die organische Masse wird gemulcht oder gefräst, in Rotte gebracht und kann dann mit einem noch diverseren Zwischenfruchtgemenge eingesät werden.

Je nach Zielsetzung und Folgekultur sollte die Saatmischung optimal angepasst werden. Camena Samen bietet beispielsweise eine umfangreiche Auswahl an Zwischenfruchtgemengen, auch für den ökologischen Anbau an.

Wirkung der doppelten Zwischenfrucht

Durch diese Anbauweise erzielt man eine noch größere Diversität der Wurzelexsudate. Mikrobakterien im Boden arbeiten von und mit diesen Wurzelausscheidungen. Je vielfältiger diese sind, desto vielfältiger und aktiver ist auch die Mikrobenaktivität. Die im Bodenverjünger enthaltenen Milchsäurebakterien und Hefen fördern die huminstoffbildenden Prozesse im Boden. Sie nehmen den Zucker aus dem Pflanzensaft auf und konservieren ihn. Im weiteren Verlauf wird der Zucker immer wieder im Nährstoffaustausch von den Pflanzen und Bodenlebewesen verstoffwechselt. Dadurch erfolgt die Nährstoffkonservierung im Boden und in den Pflanzen für die folgende Hauptkultur.

Durch den Einsatz des Bodenverjüngers bei der Flächenrotte wird die Bodenmikrobiologie zusätzlich angereichert. Die folgende Zwischenfrucht hat optimale Startbedingungen und kann gut auflaufen und Grünmasse produzieren.

Zusätzlich wird die Feinwurzelausbildung der verschiedenen Pflanzen angeregt. Die verschiedenen Durchwurzelungstiefen der Pflanzen schaffen zudem Kanäle, die helfen, die Wasserfiltrationskapazität zu erhöhen und den Wurzeln der Folgekultur den Weg zu bahnen.

Der erhöhte Anteil der ober- und unterirdischen organischen Masse sorgt für den Humusaufbau. 1 ha Zwischenfrucht enthält je nach Zusammensetzung ca. 10-20.000 Liter Blattsaft und somit etwa 1-2 Tonnen Zucker. Ein enormes Potenzial für den regernativen Ackerbau.

Doppelte Zwischenfrucht im Überblick

Phacelia Zwischenfrucht

Vorteile doppelte Zwischenfrucht Anbau

  • Mehr (doppelte) Wurzelausscheidungen zur Erhöhung der mikrobiellen Aktivität im Boden
  • Nährstoffspeicherung bis zur Hauptfrucht
  • Verschiedenen Durchwurzelungstiefen im Boden
  • Förderung der Bodengare
  • Mehr (doppelte) organische Masse

Nutzen von Effektiven Mikroorganismen

  • Förderung der Umsetzungsprozesse des organischen Materials
  • Der Bodenverjünger ist speziell auf die Bedürfnisse der Bodenmikrobiologie abgestimmt
  • Rotte der 1. ZW kann gezielt und positiv gelenkt werden, da reduktive Bakterien dominieren und somit Fäulnisprozesse vermieden werden
  • Nährstoffaufnahme und -speicherung für die folgende Hauptfrucht wird verbessert
  • Wachstum der Feinwurzeln wird angeregt, dadurch mehr Organik im Boden, verbesserte Wasseraufnahme, Verbesserung der Bodenstruktur
  • Humusaufbau
Bodenverjünger

Wann ist der Anbau einer doppelten Zwischenfrucht sinnvoll?

Das System der doppelten Zwischenfrucht ist sicher nicht die Regel, kann auf verarmten Böden oder in manchen Jahren bei entsprechender Fruchtfolge (oder bei unerwarteten Totalausfällen der Hauptkultur: aktueller Beitrag Maisschäden) aber durchaus sinnvoll umgesetzt werden.

Stimmen die Bedingungen, ist die doppelte Zwischenfrucht eine geeignete Methode, sich über die doppelten Effekte des Zwischenfruchtanbaus zu freuen.

Verhagelter-Mais-was-tun-Verarbeitungshinweise-EM-Chiemgau

Hagelmais fachgerecht einarbeiten

Was tun, wenn der Hagel den Mais so beschädigt, dass er nicht mehr weiterwachsen kann?

Die heftigen Unwetter in den letzten Wochen mit Sturm und Hagel haben in so manchen Regionen auf den Maisfeldern große Schäden hinterlassen. Von „geht grad noch so“ bis hin zum Totalschaden ist alles dabei. War der Mais hagelversichert, ist zumindest der finanzielle Schaden großteils abgedeckt. Offen bleiben dann die Fragen, wo bekomme ich ausreichend Silomais für die Rinder oder Biogasanlage her und zu welchem Kaufpreis? Bei Totalschaden kommt zusätzlich die Aufgabe der Einarbeitung des Hagelmaises und der Anbau einer weiteren Frucht hinzu.

Einarbeitung großer Menge organischer Masse – wie gehe ich vor?

Je nach Entwicklungsstadium und Pflanzenbestand, sind hier ca. 15-30 to Frischmasse je ha einzuarbeiten. Bei der weitverbreiteten Vorgehensweise „mulchen und einpflügen,“ laufen anschließend im Boden oftmals unerwünschte Fäulnisprozesse ab. Dies bremst die Verrottung des organischen Materials und schädigt die Mikrobiologie im Boden. Organische Masse „zu tief vergraben“ kann nicht verrotten, da die notwendige und aktive Mikrobiologie in dieser Tiefe oftmals fehlt. Beim nächsten Pflügen kommen die großteils nicht verrotteten Maisteile wieder an die Oberfläche.

Wie kann der Rotteprozess unterstützt werden?

Bodenverjünger

Nativer, fermentierter Bodenhilfstoff für den Ackerbau

  • mit hoher biologischer Vielfalt
  • speziell ausgerichtet auf die Anwendung im Boden
  • aktiviert und stabilisiert die Bodenbiologie
  • setzt Umsetzungsprozesse in Gang
  • unterstützt den Humusaufbau
  • reduziert Unkrautkeimung
  • erhöht die Wasseraufnahmefähigkeit

Zum Mulchen oder Zerkleinern sprühst du den Maisbestand mit 50 l Bodenverjünger je ha ein. Bei der flachen Einarbeitung des gemulchten Materials, werden zusätzlich 100 l Bodenverjünger eingearbeitet. Der Bodenverjünger kannst du mit einer Dosieranlage direkt am Gerät (Mulcher, Grubber) ausbringen. Alternativ ist es möglich, den Bodenverjünger vorher mit einer Feldspritze flächendeckend auszubringen und anschließend mit der jeweiligen Technik einzuarbeiten.

Hierbei wird der Rotteprozess auf natürliche Weise unterstützt und Fäulnis reduziert. Die Organik wird vom Bodenleben wesentlich leichter verstoffwechselt. Die Fläche sollte nach der Bearbeitung ca. 10-14 Tage unbefahren bleiben, damit die Mikrobiologie ungestört arbeiten kann. Anschließend kann die Bodenbearbeitung/Saatbettbereitung für die nächste Frucht erfolgen. Dabei soll der Boden intensiv durchgemischt werden.

Verhagelter-Mais-gemulcht-ohne-EM-der Faeulnis preisgegeben-mit EM Faeulnis verhindern und Rotteprozess unterstuezen

Welche Frucht kann noch anbaut werden, wenn der Mais verhagelt wurde?

Je nach Region und Fruchtfolge gibt es verschieden Strategien.

  • Wird Futter für Rinder oder Biogasanlage benötigt, kannst du eine Kleegrasmischung anbauen, die du heuer noch einmal evtl. im besten Fall zweimal mähen kannst.
  • Benötigst du kein Futter, gibt es mehrere Möglichkeiten die Flächen zu bestellen.
  • Schnell entschlossene bauen evtl. Raps an, bzw. haben schon angebaut. Die Saat von Wintergerste ca. Ende September ist auch eine mögliche Option.
  • Auf Flächen, die mit später zu säende Winterfrüchte, wie z.B. Tritiale oder Winterweizen bestellt werden sollen, kannst du eine vielfältige Zwischenfrucht abbauen.

Vielfach bewährt hat sich Saatgutbeizung mit EM.
Mehr zur Saatgutbeizung

Wiesenbeluefter-Technik_Headerbild_Chiemgau-Agrar

Wiesen belüften

ein kurzer Überblick

Grünland spielt im Rosenheimer Projekt eine zentrale Rolle. Wir befinden uns hier im Grünlandgürtel des Voralpenlands. Durch die Güllebehandlung kann sich bereits ein guter Grünlandbestand entfalten. Gute Erträge und hohe Futterqualität sind das Resultat. Manchmal braucht aber auch das Grünland zusätzliche Pflege. Besonders gute Erfolge haben wir mit dem Belüften der Grasnarbe bei gleichzeitigem Einspritzen von Bodenverjünger.

Warum Wiesen belüften?

Sperrschichten und Verdichtungen im Bodengefüge verhindern die Bodenatmung. Luft kommt nicht zu den Wurzeln und den dort ansässigen aeroben Mikroorganismen.

  • Ohne Sauerstoff kommt es zu reduktiven Fäulnisprozessen im Boden. Humus wird abgebaut. Wurzelexsudate der Pflanze werden nicht mehr abtransportiert und somit die Bodenmikrobiologie nur ungenügend ernährt.
  • Der Boden wird mehr und mehr kompakt. Die nutzbare Feldkapazität sinkt. Regenwasser wird schlechter aufgenommen. Es bildet sich Staunässe. In Trockenzeiten steht den Pflanzen weniger Wasser aus dem Bodenvorrat zur Verfügung.

Woran erkennt man einen verdichteten oder verschlämmten Boden im Grünland?

Wiesenbeluefter-Spatenprobe_Chiemgau-Agrar
  • Unkräuter wie Ampfer oder Löwenzahn wachsen gerne auf verdichteten Stellen. Ihre Aufgabe ist es die Verdichtungen mit ihren langen Pfahlwurzeln aufzubrechen. Ist der Boden an der Oberfläche verschlämmt, zeigt sich die gemeine Rispe oft sehr zahlreich.
  • Nach starken Regenfällen kann der Boden das Wasser nicht aufnehmen und es bilden sich Pfützen.

Genaue Erkenntnisse bringen die Spatenprobe oder das Beproben der Fläche mit einer Bodensonde. Mit diesen einfachen Mitteln kann jeder sich einen guten Eindruck von der Bodenstruktur der Fläche verschaffen.

Was macht das Gerät?

Ca. alle 10 cm schneidet er mit seinen Messern in die Grasnarbe. In diesen Schlitz wird im gleichen Arbeitsgang Bodenverjünger eingesprüht. Der Schlitz erlaubt es, dass Luft wieder in den Boden eindringen und Gase aus dem Boden entweichen können, Blockaden brechen auf.

Warum soll ich gleichzeitig Bodenverjünger beim Wiesenbelüften einsetzen?

Die Mikrobiologie aus dem Ferment „Bodenverjünger“ fördert das mikrobielle Gefüge unter diesen neuen aeroben Bedingungen. Die Wurzeln der Futtergräser können nun diesen „neuen“ Bereich schneller „zurückerobern“ und stabilisieren das Bodengefüge.

Wiesenbeluefter-Bodenverjuenger_Chiemgau-Agrar

Welche Bedingungen setzt das Wiesenbelüften voraus:

  • Nicht bei zu nassen Bodenverhältnissen fahren. Dabei kommt es zu Verschmierungen und macht den Boden erst recht dicht.
  • Bei zu trockenen Bodenverhältnissen können die Messer evtl. gar nicht in den Boden eindringen
  • Der Boden sollte nach dem Belüften eine Weile Ruhe haben. Also nicht unmittelbar beweidet oder überfahren werden.
Pflanzenstaerkung-Getreide_Chiemgau-Agrar

Pflanzenstärkung im Getreide

Die vitalisierende Spritzmischung im Rosenheimer Projekt basiert auf den effektiven Mikroorganismen. Weitere Komponenten bringen zusätzliche Impulse für die Pflanze in Form von Mineralien (RoPro-Startfit und RoPro 13/20), Gewürzauszügen (scharfes blond) und feinstofflichen Komponenten (Biplantol Agrar). Die Mischung hat sich in der Praxis bewährt.

Blattbehandlungen sind sinnvoll ab dem 3-Blatt Stadium oder bei Winterungen ab Vegetationsbeginn. Die Häufigkeit der Anwendung variiert. Krankheitsdruck, Wetterlage (Stichwort Trockenstress) oder das Bestandsbild sind individuelle Entscheidungskriterien. Klassische Anwendungszeitpunkte sind das 3-5 Blatt Stadium, Beginn Bestockung, Beginn Schossen und zur Blüte.

Was bringt die Vitalisierung der Pflanze über das Blatt?

  • Stärkung des Pflanzenmikrobioms

Auf und in der Pflanze leben eine Vielzahl von Mikroben, die die Pflanze gesund halten und ihr Wachstum begünstigen. Die Blattvitalisierung stärkt diese Gemeinschaft und fördert sie durch die ausbalancierte Mischung aus Mikroorganismen, Mineralien und feinstoffliche Komponenten.

  • Erhöhung der Photosyntheseleistung

Oft ist dieser Effekt mit bloßem Auge sichtbar. Die erhöhte Aktivität in den Chloroplasten führen zu einer dunkleren Färbung der Blätter. Die Pflanze kann mehr Zucker produzieren und erhält somit mehr Energie für ihr Wachstum.

  • Verbesserung der Qualitätsmerkmale

Die Pflanze kann vermehrt Inhalts- und Mineralstoffe bilden.

  • Gesunde Pflanzen ohne chemischen Input

Die Zellstruktur wird gestärkt und pflanzeneigene Immunantworten getriggert. Die Blattvitalisierung hilft der Pflanze sich selbst zu helfen

  • Trockenresistenz

Die Erfahrung zeigt, dass Pflanzen nach der Spritzung mit dem EM-Cocktail weniger anfällig sind für Trockenstress oder -schäden.

  • Förderung der Bodenmikrobiologie

Die Pflanze ernährt die Bodenbiologie durch ihre Wurzelexsudate. Kann die Pflanze vermehrt Zucker produzieren, kann sie die Bodenbiologie besser unterstützen. Im Gegenzug fördert die Bodenbiologie das Wachstum der Pflanzen. Eine klassische Win-Win Situation. Dieser Effekt wird besonders deutlich, wenn der Boden nach der regenerativen Landwirtschaft bearbeitet wird.

  • Hagelschäden begrenzen

Nach Hagelschäden fördert die Blattvitalisierende Spritzung die Schließung der Wunden auf den Pflanzen. Das vermindert das Eindringen von Schadpilzen und der Bestand kann sich schneller erhohlen.

Pflanzenstaerkung-Getreide_Beitragsbild_Chiemgau-Agrar
Welche Produkte verwenden wir im Rosenheimer Projekt zur Pflanzenvitalisierung?
ProduktWirkungsweise
EM-aktiv


EM-aktiv besitzt eine Vielzahl an Mikroorganismen, die sich in der Fermentation aus der Urlösung entwickeln. Ihre hohe Dichte und das Zusammenspiel so vieler unterschiedlicher Stämme führt zu einer starken Wirkung. Es stärkt das Mikrobiom und verbessert Aufnahmeprozesse über das Blatt.
RoPro 13/20
RoPro 13/20 dient als Haftmittel für die Spritzmischung und als Erstnahrung für die Mikroben auf dem Blatt. Zusätzlich stellt es feinst vermahlene Mineralien auf Silikatbasis zur Verfügung und gibt einen feinstofflichen Impuls zur Stärkung des Phytobioms (= Mikrobiom der Pflanze).
RoPro Startfit


Reines Calciumcarbonat wird über die Spaltöffnungen aufgenommen. Die Pflanze kann Kalkmangel über das Blatt ausgleichen. Gleichzeitig fördert es die Jugendentwicklung und die Mineralstoffaufnahme der Pflanze. Außerdem optimiert es den Wasserhaushalt.
Biplantol Agrar
Pflanzenhomöopathie balanciert die Nährstoffaufnahme der Pflanze aus. Es unterstützt das Phytobiom
scharfes blond
Die EM-Fermentation mit scharfen Gewürzen unterstützt die Immunantwort der Pflanze. Sie kann sich besser gegen Schadinsekten wehren.
RoPro-13-20-Beutel-3,5kg_EM-Chiemgau_Blattkrankheiten
Effektive_Mikroorganismen_Scharfes_blond_5L_bag-in-box_Schädlingsregulierung_EM-Chiemgau

Interessiert?

Du magst die Pflanzenvitalisierung ausprobieren? Aufwandmengen der Komponenten für die EM-Spritzung im Getreide und weitere Maßnahmen für die Bodenbearbeitung findest Du unter folgendem Link:

Alle Maßnahmen zum Getreideanbau im Rosenheimer Projekt findest du hier aufgelistet.

Gülleausbringen

Güllebehandlung – wann ist der richtige Zeitpunkt?

Güllebehandlung -  jetzt ist die richtige Zeit!

Um das gesamte Potential der Gülle voll nutzen zu können, ist die permanente Güllebehandlung eine erfolgsversprechende Maßnahme.

Durch den Zusatz vom Gülletrio: EM-aktiv, Karbosave Pflanzenkohle und RoPro-Lit-Urgesteinsmehl wird die Fermentation positiv unterstützt. Das hier erzeugte Mikroben-Milieu macht aus der Gülle einen wertvollen Dünger.

Mit Hilfe der Mikrobiologie werden Nährstoffe in den sehr feinen Kohlestrukturen gebunden (ähnlich wie ein Schwamm). RoPro-Lit-Urgesteinsmehl bringt zusätzlich Mineralien und Spurenelemente.

Verflüssigen von Festmist in Gülle

Vom richtigen Zeitpunkt für die Güllebehandlung


Ausreichende Zeit für die Mikrobiologie

Der richtige Zeitpunkt die Gülle zu behandeln ist das ganze Jahr über. Die Gülle sollte nie unbehandelt sein, weil sie sonst in einen Fäulnisprozess kippen kann.
Es ist ähnlich wie bei der Silage. Es ist sehr schwierig, wenn nicht unmöglich eine angeschimmelte faulige Silage wieder in hochwertige Silage umzuwandeln.
Der Vorteil bei der Gülle liegt darin, dass bereits im Stall über die Luft (EM-Vernebelung) über das Futter und über Einstreu bzw. Spaltenbodenbehandlung die Güllequalität beeinflusst werden kann.

So gibt es drei Zeitphasen, die der Landwirt beachten sollte:
1. spätestens Mitte - Ende Dezember: Sobald sich so viel Gülle in der Grube befindet, dass man sie rühren kann, sollte Pflanzenkohle und EM eingerührt werden. Die Gülle wird in einen regenerativen Prozess geführt und Nährstoffe in der Kohle gespeichert.
2. Wöchentlich (das ganze Jahr über)
Das Gülleaufkommen pro Woche wird errechnet und entsprechend EM dosiert. Angerechnet werden hier CFKE-Vernebelung, genauso die Menge, die über den Güllekanal eingeführt oder über das Futter gegeben wird. Ebenso wird Gesteinsmehl, das über die Einstreu in die Gülle gelangt mitgerechnet.
3. Ende Januar bis Mitte Februar
erfolgt die Güllebehandlung in dieser Zeit, hat die Kohle genügend Zeit sich mit Nährstoffe (Stickstoff) zu beladen. EM und Gesteinsmehl sorgen für die nötige mikrobielle Umwandlung.

Kein Wasserzusatz in der Gülle notwendig

Die Gülle benötigt keinen Wasserzusatz. Durch das „Gülletrio“ wird die Gülle durch die Stoffwechselvorgänge dünnflüssig, sämig und homogen. Das Aufrühren vor der Ausbringung ist in kurzer Zeit erledigt, da sich keine (oder nur eine geringe) Schwimmdecke auf der behandelten Gülle bildet. Da auf Wasserzusatz verzichtet wird, sind auch geringere Güllemengen zu lagern, zu transportieren und auszubringen und trägt somit zur Kosteneinsparung bei.

Vorteile von behandelter Gülle

  • Gülle „lebt“
  • ist dünnflüssig (ohne Wasserzusatz)
  • bildet keine Schwimmdecke
  • stinkt nicht (keine Ammoniakausgasung)
  • läuft nach der Ausbringung schnell von den Pflanzen ab
  • ätzt nicht (Blätter und Wurzeln werden geschont)
  • Kleeanteil im Grünland steigt
  • Nährstoffe werden nicht ausgewaschen
  • wird bei gut befahrbaren Böden und trockener Witterung mit kostengünstiger Gülletechnik ausgebracht

je m³ Gülle werden ausgebracht:

1 l EM aktiv 
Direkt vom Behälter in die Güllegrube einlaufen lassen

6 l Karbosave Pflanzenkohle
Big Pack in die Güllegrube entleeren

30 kg RoPro-Lit - Urgesteinsmehl  
Wird mit dem Silozug während des Güllerührens eingeblasen.

Sollte aus verschiedenen Gründen (z.B. Lieferzeiten, …)  nicht gleichzeitig alle drei Komponenten verfügbar sein, so können diese auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten eingebracht werden.

Gülleausbringung

Güllegaben von 10-12 m³/ha/Grünlandschnitt bei gut befahrbaren Böden und trockener Witterung ausgebracht ist die Grundlage für gutes schmackhaftes Futter. Durch den gesteigerten Kleeanteil wird zusätzlich Stickstoff aus der Luft in den Boden gebracht. Somit ist im Grünland die Grundlange für gute Futtererträge bei hoher Futterqualität gelegt.

EM-Gülleausfahren

Ein Wort zum Schluss


Hier im Bild wird eine Bodenprobe vom unbegüllten Wiesenrand und aus der unbehandelten, aber begüllten Wiese entnommen (ca. 1 Woche nach dem Begüllen).
Auch das ungeübte Auge und die Nase konnte den Unterschied in Bodenfarbe, Geruch und Bodenkrümmelung deutlich wahrnehmen. So eine Spatenprobe ist nur zu empfehlen. Da kann der Landwirt selber beurteilen, ob eine Güllebehandlung vielleicht gut wäre. Oder, ob die Begüllung auf dem Boden überhaupt eine Auswirkung hat.

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