EM in der Kreislaufwirtschaft

Ein Resümee nach über 10 Jahren EM-Einsatz auf dem Sandlhof

Konventioneller Milchviehbetrieb

knapp 50 Milchkühe plus Nachzucht

Region: Südbayern

Den vollen Durchblick dank EM

Im wunderschönen Südbayern waren wir zu Gast auf dem Milchviehbetrieb der Familie Singer. Beim Austausch mit den Singers wird schnell eins klar: EMs sind hier quasi Teil der Familie. Ob im Haus, im Garten oder im Stall bei den Tieren, die fleißigen Mikroben tun so selbstverständlich ihren Dienst, dass es Theresa an vielen Stellen schon gar nicht mehr auffällt. „Ich kenns ja net anders“ lacht die sympathische Hofnachfolgerin und zuckt mit den Schultern.

Wie Singers zu den Effektiven Mikroorganismen gekommen sind, ist eine lustige Geschichte. Christine Singer sei in der Meisterschule mit dem Thema in Berührung gekommen und habe diese EMs zum Putzen gleich mal ausprobieren wollen. Da ohnehin gerade das Reinigen der Stallfenster anstand, hat sie ihrem Mann Gottfried eine Flasche EM in die Hand gedrückt, damit er die Stallfenster damit einweicht. Das Resultat war so verblüffend, dass Singers seitdem nicht nur interessiert, sondern überzeugt von der Wirkung der EMs sind. Der hartnäckige Fliegendreck ließ sich nach dem Einweichen in EM-Lösung kinderleicht abwischen und auch auf die Dauer blieben die Fenster länger schmutzfrei und klar.

Das liegt daran, dass die Mikroben organische Reste und Staub praktisch zusammenfressen. EM-Reiniger wirken nicht steril, sondern bauen ein regeneratives Feld auf. Je mehr mit EM geputzt wird, desto stärker wird ihre probiotische Wirkung. Sie entziehen pathogenen Keimen einfach die Nahrungsquelle.

Von dieser Erfahrung beflügelt, informierten sich Gottfried und Christine immer mehr und wurden selbst Pioniere und Akteure im Rosenheimer Projekt. Sie nahmen Teil an Stammtischen, entwickelten neue Ideen mit, nahmen an Exkursionen zum Thema EM Anwendungen auf der ganzen Welt Teil und probierten immer wieder Neues auf dem eigenen Hof aus.

Ein Stall für die Zukunft

Als 2009 der Stallneubau anstand, war klar, dass auch hier das ganzheitliche System und der Nutzen der Effektiven Mikroorganismen miteinbezogen werden soll. Der Stall der Singers spiegelt das durchdachte Konzept in allen Bereichen wieder.

Dort haben die Kühe nicht nur Bergblick beim Weidegang, sie leben auch in einem vorbildlich konzipierten Außenklimastall. Schon beim Bau wurde mit Effektiven Mikroorganismen behandeltes Keramikpulver im Beton miteingerührt. Auch KIN Keramikstäbe in den Güllekanälen und natürliche eine Vernebelungsanlage für die Stallluft wurden gleich miteingebaut.

Technologisierte Abläufe und automatische Vorgänge sind Theresa wichtig. Denn erfahrungsgemäß setzt man im Arbeitsalltag nur um, was leicht und schnell geht. Wird die Vernebelung von CFKE im Stall von Hand gemacht, setzt man diese nicht mehr regelmäßig um und der Effekt geht verloren. Dabei bringt die Vernebelung im Stall in der Milchviehhaltung enorme Vorteile. Das positive Mikrobiom im Stall sorgt für weniger Ammoniakausgasung aus den Spaltenböden, verringert den Fliegendruck und wirkt gleichzeitig bereits positiv auf die Gülle. Die Menge an CFKE welche im Stall vernebelt wird, kann später auf die Güllebehandlung angerechnet werden.

Kreisläufe nutzen und Bewusstsein schaffen

Das Produzieren von hochwertigen Lebensmitteln und die Wertschätzung eben dieser ist für Theresa ein wichtiger Punkt, warum sie Öffentlichkeitsarbeit betreibt. Mit ihrem tollen und sehr informativen Instagram Kanal (@SANDL_THERESA) informiert sie ihre Follower über das alltägliche Leben im Stall und auf dem Trecker. Immer wieder zeigt sie auch auf ihrem Kanal, wie wichtig für ihren Betrieb die geschlossenen Nährstoffkreisläufe sind und wie man seinen eigenen Wirtschaftsdünger effektiv nutzen kann.

Egal ob die jährliche Güllebehandlung oder das Herstellen von Festmist Bokashi. Theresa weiß um den Wert ihres Wirtschaftsdüngers und nutzt diesen effizient für den Acker- und Futterbau.

Leistung aus dem Nährstoffkreislauf

Mit rund 8000 l/Milch pro Kuh ist sie zufrieden. Kraftfutter gibt es im Roboter nur zum Locken und als kleine Zugabe zur Ration. Auch hier zeigt sich wieder: Singers mögen technische und automatisierte Abläufe. Die Umstellung auf den Melkroboter sei trotz unheilvoller Prophezeiungen, kein Problem gewesen. Wenn man seine „Mädels“ gut kennt und ihnen die nötige Zeit und Ruhe gibt, würden sie das System schnell und gut begreifen.

Für Theresa gehören alle Abläufe auf ihrem Betrieb zusammen:

„Gesunder Boden, gesundes Futter, gesunde Tiere, gesunde Milch. So einfach ist das, und trotzdem gibt es immer wieder Herausforderungen. "

Theresa Singer

An der "Snackbar" gibt es Futterkohle, Salz und Gesteinsmehl als Mineralzugabe ad libitum. Die Kühe nutzen es gern wie man sieht und die "Schokoschnuten" haben schon ihren ganz eigenen Charme.

Vitale Kälber, gesunde Kühe

Der Kreislaufgedanke zieht sich auch durch die gesamte Aufzucht. In Zusammenarbeit mit uns testest Theresa derzeit die Wirkung von CFKE und Karbofit Futterkohle in der Kälberfütterung. Denn gesunde und vitale Kälber wachsen zu gesunden und leistungsstarken Milchkühen und Mastbullen heran.

Dabei stehen wir in regelmäßigem Austausch über Herausforderungen und Probleme bei der Umsetzung und den positiven Auswirkungen. Bis auf Einzelfälle kann Theresa auf eine medikamentöse Behandlung der Tiere verzichten. Durchfälle und Atemwegserkrankungen sind kein Thema mehr in der Kälberaufzucht. Und auch im Wachstum stehen die Kälber am Ende der Tränkephase homogen beieinander.

Der Kälberbereich und die Iglus werden regelmäßig mit Stallreiniger gesäubert. So entsteht ein positives Milieu in dem sich pathogene Keime gar nicht erst ansiedeln können.

Das Bewusstsein

Das fehlende Bewusstsein in der Bevölkerung darüber, wie aufwendig und zeitintensiv die Lebensmittelproduktion trotz er technischen Raffinessen ist und bleibt, frustiert sie manchmal.

Wie viel Arbeit allein im Garten ihrer Mutter anfalle, damit man frisches Gemüse ernten und genießen kann, sei vielen Menschen einfach nicht bewusst. Die Versorgung der Tiere bei Wind und Wetter, an Sonn- und Feiertagen auch das können sich viele Verbraucher nicht vorstellen. Sie liebt ihren Job, weil kein Tag wie der andere ist und sie die Selbstbestimmtheit und täglichen Herausforderungen an ihrer Arbeit mag. Ein bisschen mehr Unterstützung und Verständnis aus der Gesellschaft würde allen Landwirten jedoch guttun.

Wichtig sei, dass man für sich selbst Pausen einbaue, um sich nicht zu überlasten! Überall sind Self-Care und Achtsamkeit im Trend. Auch in der Landwirtschaft, wo man ohnehin mit viel Leidenschaft hinter seiner Tätigkeit steht, sei es wichtig, sich Ruhezeiten notfalls zu verordnen. Ansonsten sei keinem geholfen. Denn auch Landwirte haben ein Recht auf Lebensqualität und Erholung!

Landwirtschaft aus Leidenschaft

An Leidenschaft für die Landwirtschaft habe es Theresa laut ihrer Mutter Christine, Bezirksbäuerin und Hauswirtschaftsmeisterin (@SANDLBAUERIN), nie gefehlt. Schon als Kind wollte sie am Liebsten ständig im Stall und bei den Tieren sein. Wenn ihre Eltern zum wohlverdienten Jahresurlaub aufbrechen wollten, stellte Theresa erst mal die Frage: „Warum müssen wir immer in den Urlaub fahren?“ Aber sie und ihr Mann haben eben schon mal etwas anderes sehen und sich ein wenig erholen wollen… Der Kompromiss: Urlaub auf dem Bauernhof- ganz im Sinne der damals kleinen Theresa.

Auch in Zukunft effektiv miteinander

In diesem Jahr freuen sich auch Singers wieder auf vermehrten Austausch unter Praktikern und Akteuren der regenerativen Landwirtschaft. Offen für Neues sein und mit so wenig Aufwand wie möglich bestmögliche Ergebnisse erzielen ist der Weg, den Familie Singer weiter gehen wird.

Der Austausch und die Zusammenarbeit regen doch immer wieder dazu an, die Systeme weiter zu etablieren und immer wieder eigene Lösungen zu suchen. Das bringt alle voran und macht sowohl uns, als auch den Singers Spaß an der Zusammenarbeit.

Alles Gute euch weiterhin und Danke für diesen tollen Tag auf eurem Betrieb!

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