Feinkrümeliger Boden

Weltbodentag

Der Weltbodentag wurde 2002 auf einem Weltkongress der Internationalen Bodenkundlichen Union (IUSS) ins Leben gerufen. An diesem Tag sollen auf die lebenswichtigen Funktionen des Bodens aufmerksam gemacht werden. Wie erhalten wir ertragsfähige Böden? Was ist aktiver Bodenschutz? Das Motto des diesjährigen Bodentags ist „Keep soil alive, protect soil biodiversity” (Den Boden am Leben halten und die Biodiversität schützen).

Gute Vorsätze. Aber wie genau funktioniert das? Was sind konkrete Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele?

Den Boden am Leben halten

In einer Handvoll Boden steckt mehr Leben, als es Menschen auf der Erde gibt. Die Mikrobiologie des Bodens ist maßgeblich an der Entwicklung des Lebens auf der Erde beteiligt. Diese unvorstellbare Vielfalt und die Fähigkeiten der Mikrobiologie zu nutzen und zu schützen und zu fördern, sind zentrale Ziele unserer Arbeit und Methodik.

Ein zentraler Aspekt ist die Aufbereitung des Wirtschaftsdüngers nach den Methoden des Rosenheimer Projekts. Behandelte Gülle wirkt reduktiv, also aufbauend im Boden. Das Milieu der Gülle wird bereits vor der Ausbringung in ein positives Milieu überführt. Abbauende und Fäulnisbakterien werden von positiv wirkenden Bakterienstämmen verdrängt.

Generell ist die Milieusteuerung, also eine aufbauende, positiv wirkende Mikrobiologie zu schaffen ein wichtiger Grundgedanke in der regenerativen Wirtschaftsweise. Im Boden gibt es verschiedene Bakterienstämme und Wirkungsmechanismen. Nur ein aktives und reduktives Bodenmikrobiom kann Nährstoffe schnell und wirksam für die Pflanzen zur Verfügung stellen und gleichzeitig den Humusaufbau begünstigen. Denn auch an diesen Prozessen ist die Bodenmikrobiologie maßgeblich beteiligt.

Güllebehandlung, Festmistaufbereitung, Tiefenlockerung mit Einspritzung des Bodenverjüngers und die Flächenrotte sind aktiver Bodenschutz und fördern das Bodenleben!

Boden- wir stehen drauf, wir gehen drauf, wir leben drauf

Uns ist bewusst, wie wichtig ein gesunder Boden für unser Leben auf dieser Erde ist. Der Boden, auf dem wir stehen, gehen und mit dem wir in der Landwirtschaft wirtschaften, ist DAS zentrale Medium unserer Tätigkeit. Wir von EM Chiemgau widmen uns schon seit Jahrzehnten den bodenaufbauenden und den Bodenleben schützenden und erhaltenden Ansätzen.

Den Boden nicht nur als Substrat zu betrachten, in das man nach Entzugsbilanzierung beliebig Nährstoffe hineinfüllen (mineralische Düngung) und entnehmen (Ertrag) kann, ist Ziel einer neuen, alten Landwirtschaft. Dabei geht es keineswegs darum, sich dem Fortschritt in der Landwirtschaft zu entziehen oder diesen gar rückgängig machen zu wollen. Es geht darum, dem Boden wieder die Aufmerksamkeit und Achtung zu schenken, die er verdient.

Boden ist DER limitierende Faktor auf unserem Planeten. Wir können Fläche nicht beliebig erschaffen. Und wir kommen derzeit nicht umher zu bemerken, dass für den Aufbau von fruchtbaren Böden mehr Zeit nötig ist, als für deren Abnutzung.

Fruchtbarer Boden- die Grundlage für gesunde Lebensmittel

Es ist kein Geheimnis, dass der Boden zentrale Funktionen zur Lenkung aktueller gesellschaftlicher und klimatischer Probleme einnimmt. Boden ist Leben. Aus ihm wachsen Lebensmittel, von denen wir alle abhängig sind. Auch wie gesund und nahrhaft diese Lebensmittel sind, hängt maßgeblich von der Gesundheit und Beschaffenheit des Bodens ab.

Jedem Landwirt ist die Bedeutung und der Wert seines Bodens klar- oder sollte es sein. Denn ein fruchtbarer Boden bringt nicht nur gute Erträge. Ein fruchtbarer Boden versorgt die Pflanzen mit allen notwendigen Nährstoffen und schützt vor Ertragseinbußen in besonders trockenen oder niederschlagsreichen Jahren. Der Humusaufbau auf den Flächen ist kein Beiprodukt. Er sollte vielmehr eines der Hauptziele der landwirtschaftlichen Produktion sein.

Der Boden als Klimaretter

1 % mehr Humus pro Hektar im Boden speichert 50 t CO² aus der Atmosphäre. Auch in der Klimafrage spielt der Boden also eine wichtige Rolle. Das Umdenken muss an vielen Stellen geschehen und darf nicht alleine den Landwirten aufgetragen werden. Auch Verbraucher, Politik und Handel müssen bereit sein, die Folgekosten für eine zukunftsfähige Landwirtschaft mitzutragen. Denn die Lebensmittelproduktion erzeugt nicht nur reale, sondern auch sozio-ökonomische Kosten (https://www.meine-landwirtschaft.de/informieren/aktuelles/detail/news/wir-muessen-ueber-preise-reden/). Diese können nicht einem Einzelnen zur Last gelegt werden, sondern müssen gerecht von allen mitgetragen und insgesamt reduziert werden.

„Der Schutz des Bodens vor schädlichen Veränderungen stellt aufgrund der Vielfalt der Einflussfaktoren eine komplexe umweltpolitische Herausforderung dar. Oft führen Summeneffekte von Belastungen zu Schäden, deren Folge der unwiederbringliche Verlust von Boden ist. Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung – bis 2050 auf voraussichtlich über neun Milliarden Menschen – erhöht sich der Druck auf die Ressource Boden. Der Schutz des Bodens wird immer wichtiger.“ (S. 6)

Zitat aus dem Bodenschutzbericht: https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Bodenschutz/5_bodenschutzbericht_2021_bf.pdf

Das Positerra Projekt setzt genau da an. Regionale Wirtschaftsakteure und Firmen können vor Ort ihren CO² Ausstoß kompensieren und gleichzeitig die lokale Landwirtschaft angemessen honorieren. So werden Landwirte und Unternehmer zu Teamplayern und profitieren voneinander. Gemeinsam, gemeinwohl-orientiert und zukunftsfähig.

Solide Bodenhaftung – Landwirtschaft von morgen

Wir unterstützen unsere Bauern und Bäuerinnen dabei den Weg in eine enkeltaugliche Landwirtschaft zu gehen. Mit dem Rosenheimer Projekt wurde bereits vor Jahrzehnten der Weg geebnet, Wissen generiert und Erfahrungen gesammelt. Dieses Wissen nun flächendeckender zu vermitteln, anzuwenden und den Akteuren in der Landwirtschaft beratend zur Seite zu stehen, ist uns von Chiemgau Agrar ein großes Anliegen.

Wir wissen was unser Boden für einen Wert hat und möchten dazu beitragen, dass auch unsere Kinder und Enkel den Boden unter ihren Füßen zu schätzen und zu schützen wissen.

Jungviehweide

Der Biohof Dauner- schwäbische Mentalität meets Ideenreichtum

  • Region: schwäbische Alb
  • Biobetrieb seit 2014
  • Ackerland 50 ha, Grünland 80 ha, 13 ha Wald, 75 kw Biogasanlage
  • Schwerpunkte: Milchvieh, Ackerbau, Direktvermarktung (Milch, Eier, Käse, Gemüse, Fleisch/ Wurst (geplant))

Bei frischem Herbstwetter erreichten wir den Biohof Dauner im Landkreis Heidenheim im schönen Schwabenländle. Der Betrieb wird bereits in der 9. Generation von der Familie Dauner geführt. Seit 2014 Wirtschaften die Dauners gemäß den ökologischen Richtlinien, seit einigen Jahren gehören sie dem Demeter Verband an. Die Umstellung auf den ökologischen Landbau bot einige Berührungspunkte mit der regernativen Landwirtschaft. Vor ca. 4 Jahren entschloss sich Manuel, die konsequente Umstellung auf eine regenerative Wirtschaftsweise zu wagen- und wurde bisher nicht enttäuscht.

Der Anstoß dazu kam durch die Meisterschule. Dort kam Manuel Dauner in den Kontakt zu Friedrich Wenz (humusfarming.de), der ihn mit den Denkweisen der regernativen Landwirtschaft vertraut machte. Der Keim dieser Denkweise fiel auf fruchtbaren Boden und ließ ihn seitdem nicht mehr los. Glücklicherweise konnte er von Beginn an auf die Unterstützung seiner Freundin Michaela, die sich derzeit im Agrarstudium befindet und seiner Familie zählen, die diese neuen Ideen tatkräftig unterstützen und mittragen.

Der Start der regenerativen Landwirtschaft- Mutig ans Werk

Natürlich mussten auch Dauners erst „ihren“ Weg und Zugang zum regenerativen System finden. Auch sie hatten hier und da mit Startschwierigkeiten zu kämpfen. Aber auch das ist Teil des Prozesses. Individuelle Lösungen sind gefragt. Wir von Chiemgau Agrar stehen Betrieben bei der Umstellung gerne mit unseren Erfahrungen aus dem Rosenheimer Projekt zur Seite. Auch auf unseren Veranstaltungen, die zukünftig auch vermehrt in digitaler Form für die Landwirte zur Verfügung stehen sollen, gibt es immer wieder hilfreiche Anwendungstipps und Expertenmeinungen. Der Austausch zwischen den Betrieben ist eine tolle Möglichkeit, Fehlerquellen frühzeitig zu erkennen und zu umgehen, sich gegenseitig zu inspirieren und auch zu motivieren. Wir versuchen das Netzwerk der regenerativen Landwirte zu stärken, Pioniere aus dem Rosenheimer Projekt mit interessierten Einsteigern zusammen zu bringen und sinnvolle Verbindungen zu knüpfen.

Güllebehandlung nach dem Rosenheimer Projekt als zentrale Maßnahme für den Erfolg

Dauners setzen seit 4 Jahren auf die konsequente Behandlung und Aufbereitung seiner fast 4000 m³ Gülle /Jahr. Die im Rosenheimer Projekt entwickelte Form der Wirtschaftsdüngeraufbereitung basiert auf Jahrzehnte langer Erfahrung von zahlreichen Landwirten und hat sich in der Praxis als effektive Maßnahme zur Düngeroptimierung erwiesen.

Die Gülle wird dabei mit EM-aktiv, Karbosave Pflanzenkohle und RoPro-Lit Urgesteinsmehl behandelt und sorgt dadurch für eine verlängerte und verbesserte Düngewirkung. Die rund 130 kg/N/ha/Jahr, die ihm über den organischen Dünger zur Verfügung stehen, möchte er möglichst effizient nutzen. Da er die Gülleaufbereitung als zentralen Aspekt für die Erfolge der regenerativen Wirtschaftsweise sieht, setzte er konsequenterweise auch gleich auf die Vernebelungsanlage für den Milchviehstall. Somit wird das Milieu im Stall und der Ausscheidungen gleich von Beginn an positiv gesteuert.

Man muss schon was setzen, aber langfristig ist es für mich eine Methode um Geld zu sparen!

Manuel Dauner

Durchdachte Zucht und erfolgreiche Milchviehhaltung auf dem Biohof Dauner

Auch in der Kälberaufzucht wird mit dem probiotischen Stallreiniger gereinigt und nach der Reinigung EM-aktiv versprüht. Dies sorgt für eine positive Neubesiedelung der Oberflächen. Fäulnisbakterien finden somit keine Lebensgrundlage, denn aufbauende Mikrobenstämme dominieren bereits das Milieu und entziehen den Fäulnisbakterien die Nahrungsgrundlage. Der pH-Wert auf den Oberflächen wird abgesenkt, wodurch die Ausbreitung und Vermehrung von Viren und krankheitserregenden Bakterien gehemmt wird.

Kälberdurchfälle gehören der Vergangenheit an, ebenso wie Atemwegserkrankungen und auch die Zunahmen und Vitalität der Kälber sind mehr als zufriedenstellend. Natürlich gibt es auch auf dem Biohof Dauner einzelne Tiere, die Erkranken und um die sich entsprechend mit aller nötigen Intensität gekümmert wird. Der Großteil der Tiere profitiert jedoch von den Effekten, die die Effektiven Mikroorganismen im Stall und bei der Tierhaltung mit sich bringen.

Gesunde Kälber- der Grundstein in jedem Milchviehbetrieb

Dass die Kälber der Familie Dauner darüber hinaus mit ihren bezaubernden Jersey-Augen auch noch bei jedem Schönheitswettbewerb gewinnen könnten, ist natürlich kein Leistungsmerkmal, aber doch etwas, auf das die Familie zu Recht stolz sein kann. Der Anblick der kleinen Schönheiten erwärmt aber nicht nur das Herz. Dahinter steckt ein wohlüberlegtes Zuchtsystem.

Auf dem Biohof Dauner werden 3-Rassen systematisch verpaart, um eine stabile Milchleistung mit hohen Inhaltsstoffen zu erzielen, die optimal auf das Kurzrasen-Weidesystem angepasst ist. Die F1 Fleckvieh*Jersey Generation dürfen zukünftig dem Angler Rotvieh Bullen einen Besuch abstatten. Von der Einkreuzung dieser alten Rasse erwarteten sie sich noch mehr genetische Vielfalt, einen starken Heterosis-Effekt und robuste, langlebige Kühe. Wir sind schon sehr gespannt auf diese F2 Generation. Sicherlich werden auch hier wieder bezaubernde und leistungsfähige Rinder heranwachsen.

In der schwäbischen Alp könne man nun mal nur mit 4 Schnitten kalkulieren, so Manuel. Ihm seien vitale Kälber, eine gute Fruchtbarkeit, Robustheit, Klauengesundheit sowie ein ruhiges und menschenbezogenes Gemüt wichtig für die täglichen Arbeitsabläufe. Da die Kühe ihre rund 6000 l Milchleistung hauptsächlich aus dem Grundfutter generieren, sei es zudem wichtiger, robuste Tiere zu züchten, die auch in schwierigeren Jahren eine stabile Leistung erbringen können als „den letzten Liter Milch“ heraus zu züchten. Eine nachhaltige und in Anbetracht der klimatischen Herausforderungen der Zukunft auch eine vernünftige Entscheidung. Wir gratulieren Manuel und seiner Familie zu dem Mut und der Ausdauer, die für solche Zuchterfolge nötig sind.

Die Chancen einer vielfältigen Betriebsführung

Besonders bemerkenswert ist zudem, dass jedes Tier, welches auf dem Biohof Dauner geboren wird, diesen auch nur als fertiges Schlachttier wieder verlässt. So hat sich eine stattliche Ochsenmast ergeben. Auch hier zahlt sich die Variabilität der Genetik aus, denn die Fleischqualität übezeugt auch Gastronomen aus der Region. Somit werden die männlichen Kälber sinnvoll in den Betriebskreislauf eingebunden und ergeben auch über die Direktvermarktung eine weitere Einnahmequelle.

Der breit aufgestellte Biobetrieb setzt auf den Ausbau der Direktvermarktung und experimentiert auch gerne mit verschiedenen Kulturen im Ackerbau. Der Betrieb bewirtschaftet rund 50 ha Ackerland mit einer 7-gliedrigen Fruchtfolge und hat heuer auf einer Teilfläche den Kürbisanbau versucht. Auch Linsen und Hanf finden sich in der diversen Fruchtfolge. Wobei der Hanf dem Betriebsleiter eine wahre Herzensfreude ist. Diese alte Nutzpflanze ist nicht nur vielseitig einsetzbar, sondern auch ein wahrer Garant für die Verbesserung der Bodenstruktur. Wir durften uns selbst überzeugen und tatsächlich. Die Böden, insbesondere die auf denen im Sommer kräftige Hanfpflanzen gewachsen sind, riechen süßlich herb, sind extrem krümelig und weich wie Pudding. Ein echter Traum von einem Boden und dass, obwohl wir weit weg von der Magdeburger Börde sind.

Auch Manuel ist sich sicher, den richtigen Weg beschritten zu haben. Die Geduld, die man anfangs aufbringen müsse, zahle sich nun aus. Auch in extremen Jahren mit Dürreperioden oder sehr vielen Niederschlägen sind Dauners gelassen. Der Grünlandertrag habe sich bereits nach 1,5 Jahren signifikant verbessert. Der Kleeanteil sei überall gestiegen. Auf dem Acker braucht die Veränderung ein wenig länger aber auch hier kann man nach 4 Jahren Einsatz mit behandelter Gülle und Flächenrotte eine deutliche Verbesserung der Bodenstruktur feststellen.

Auch eine 75 kw Hofbiogasanlage ist in betrieb und nutzt anfallenden Dung zur Wärmegewinnung. Nicht mal ein herber Schicksalsschlag konnte Dauners Motivation schmälern. Im Sommer ereilte die Familie ein Unglück, welches niemand erleben möchte. Die Maschinenhalle mit allen Geräten und dem Energiefutter brannte bis auf die Grundmauern nieder. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Dauners konnten mit viel Hilfe und starkem Familienzusammenhalt den Betrieb am Laufen halten und können sogar schon wieder optimistisch in die Zukunft blicken.

Die Mischung macht´s

Auf dem Betrieb Dauner ist eines ganz klar- der Erfolg ist eine Mischung aus Mut, Tatkraft und der fachlich optimalen Umsetzung der verschiedenen Maßnahmen und Komponenten der regernativen Landwirtschaft.

Untersaaten, Zwischenfrüchte, eine breite Fruchtfolge in Kombination mit behandelter Gülle und der Einsatz von Effektiven Mikroorganismen im Stall und in der Kälberaufzucht ergeben einen Kreislauf, der den Betrieb wirtschaftlich macht. Die Förderung des Bodenlebens und der Bodenfruchtbarkeit ist das Ziel und Ergebnis dieser besten fachlichen Praxis. Dabei mehrt sich auf diese Weise das betriebliche Kapital in Form von gesunden, ertragreichen Böden.

Typisch schwäbisch und sehr authentisch war die Aussage, dass EM Produkte, Pflanzenkohle und Gesteinsmehl zwar auf den ersten Blick Geld kosten, dass es für Manuel aber eine Methode ist, um Geld zu sparen!

Als Landwirt weiß er schließlich was ein kg Stickstoff wert ist. Möglichst stabile und ordentliche Erträge mit möglichst wenig Aufwand und Überfahrten zu erzielen, eine stabile Milchleistung, gesunde Kühe, hochwertige Milch und geringe Kosten seien unterm Strich wirtschaftlicher als am falschen Ende zu sparen. Und er als Schwabe müsse es ja wissen und gebe sicherlich keinen unnötigen Euro aus. Recht hast du Manuel!

Ob der weitere Gemüseausbau, die Zuchtentwicklung oder der Ausbau der Direktvermarktung Manuel, Michaela und seine Familie stecken voller Ideen und sind motiviert, den Betrieb weiter voran und in die Zukunft zu führen.

Wir sagen weiter so und vielen Dank für die spannenden Einblicke und diesen tollen Austausch mit euch auf eurem Hof! Wir freuen uns schon darauf euch auch weiterhin begleiten und unterstützen zu dürfen.

http://www.biohof-dauner.de/

ADRESSE
Sontbergen 8
89547 Gerstetten

TELEFON
+49 (0) 7323 920 312

MAIL
hallo@biohof-dauner.de

Kohle unter Mikroskop

Richtig Kohle sparen durch Pflanzenkohle Einsatz

In diesem Artikel geht es vertiefend um die spezifische Wirkung der Pflanzenkohle im Aufbereitungssystem von Wirtschaftsdüngern. Denn hier liegt ein enormes Einsparungspotenzial. Der „Gewinn durch weniger Verlust“ spielt als Faktor für eine höhere Rentabilität eine große Rolle und wird nur allzu oft vernachlässigt. Wer weniger mineralische Dünger zukaufen muss, bleibt flexibler.

Nährstoffe nutzen- Humus aufbauen mit aufbereitetem Wirtschaftsdünger

Das Aufarbeiten von Wirtschaftsdüngern ist ein zentraler Aspekt der Wirtschaftlichkeit für regenerativ arbeitende LandwirtInnen. Die aus dem Rosenheimer Projekt entwickelte Methode der Gülle- und Mistaufbereitung verbessert die Nährstoffverfügbarkeit und schützt vor Nährstoffverlusten durch Ausgasung und Auswaschung und hilft beim Humusaufbau.

Effektive Dünger aus dem Hofkreislauf

Der Einsatz von behandeltem Wirtschaftsdünger lohnt sich. Zahlreiche Landwirte des Rosenheimer Projekts setzen auf diese effektive Maßnahme und konnten so ihren Mineraldüngereinsatz massiv zurückfahren oder ganz aufgeben. Wenn die Nährstoffe aus dem Hofkreislauf wieder effektiv genutzt und gespeichert werden können, ergibt sich mittel und langfristig eine rentable Düngestrategie, mit der sich viel Geld sparen lässt.

Die Kohle bringt nicht nur Kohle durch die Einsparung von Verlusten, auch der Humusaufbau und die Anreicherung des Bodens mit der Pflanzenkohle erhöhen die Bodenfruchtbarkeit nachhaltig. Die Nährstoff-Nachlieferung aus dem Bodenvorrat wird mit jedem Jahr größer. Die Aufwandmenge der Produkte kann über die Jahre wieder reduziert werden, wenn sich ein effektives Bodenmikrobiom (re-)etabliert hat.

Wirkung Kohle in organischer Substanz

Das Wirkungsprinzip und die Vorteile der Gülleimpfung mit EM-aktiv, RoPro-Lit - Urgesteinsmehl (bringt zusätzlich Mineralien und Spurenelemente) und Karbosave Pflanzenkohle hat sich seit Jahren in der Praxis bewährt. Um die Gülle und auch Festmist in einen wirkungsvollen Dünger zu transformieren, empfehlen wir

je m³ Gülle werden eingebracht:

1 l EM aktiv 
Direkt vom Behälter in die Güllegrube einlaufen lassen

6 l Karbosave Pflanzenkohle
Big Pack während des Güllerührens in die Güllegrube entleeren

20-30 kg RoPro-Lit Urgesteinsmehl  
Wird mit dem Silozug während des Güllerührens eingeblasen.

Noch mehr zur Güllebehandlung lest ihr HIER.

Für die Festmistfermentierung sind je m³ Mist:

6-7 l EM aktiv

100 l Karbosave Pflanzenkohle

20-30 kg RoPro-Lit - Urgesteinsmehl 

Das frische, aufbereitete Material wird auf eine Miete gelegt. Für die Fermentation wird die Miete gut verdichtet und abschließend abgedeckt. Die Lagerzeit beträgt mindestens acht Wochen. Das fermentierte Material kann anschließend als Dünger auf den Boden ausgebracht werden.

Kohle spielt im landwirtschaftlichen und wissenschaftlichen Diskurs seit Jahren eine immer größere Rolle. Ihre Wirkungsweise und die Auswirkungen auf das „Ökosystem“ Boden werden laufend untersucht. Was ist jedoch die spezifische Wirkung der Kohle bei der Düngeaufbereitung?

Nährstoffe speichern- die Pufferkapazität der Pflanzenkohle

Unsere Pflanzenkohle, die auf spezielle Weise pyrolisiert wurde, hat eine enorm große Oberfläche und bietet somit viele Plätze zum Anbinden von Nährstoffen. Die zugegebenen Effektiven Mikroorganismen finden mehr Besiedlungsplätze und können sich in Kombination mit Pflanzenkohle besser und schneller vermehren. Kohle hat somit eine große Pufferwirkung in diesem System.

Ein zentraler Effekt für die Düngewirkung ist die Chelatbildung. Chelate sind komplexe Kohlenstoffverbindungen, die von und mithilfe mikrobieller Aktivität gebildet werden. In dieser Form werden in der Natur Makro- und Mikronährstoffe gebunden, aber nicht fixiert. Somit sind sie pflanzenverfügbar und können dann, wenn die Pflanze den Bedarf hat, freigesetzt werden. In der Vegetationsphase können Pflanzen über die Wurzelexsudate Nährstoffe freisetzen. Die Mikroorganismen helfen dabei, die gebunden Nährstoffe freizusetzen und erhalten im Gegenzug Energie in Form von Zucker von der Pflanze.

Der zeitliche Vorteil der Düngewirkung ergibt sich also aus dem Zusammenspiel der Stoffwechselaktivität der Mikroorganismen in Kombination mit der Pufferwirkung der Kohle. So sind Nährstoffe schneller pflanzenverfügbar, da sie in Chelatform in der Kohle eingelagert werden und gleichzeitig weniger Nährstoffe in die Luft oder durch Auswaschung verloren gehen.

Einige wissenschftliche Untersuchungen zur Düngewirkung von EMs und Pflanzenkohle findet ihr HIER.

Kohle ist nicht gleich Pflanzenkohle

Vorteile von Karbosave Pflanzenkohle

  • Porengröße (je kleiner die Porengröße umso größer die Adaptionsfähigkeit)
  • PAK-Werte – Karbosave wird regelmäßig untersucht
  • Aus europäischen nachwachsenden Rohstoffen gewonnen
  • Mit Mikroorganismen beimpft
  • Ist Jahrhunderte stabil und wird nicht abgebaut

Jede Pflanzenkohle wirkt je nach Herstellungsverfahren und Ausgangsmaterial anders. Unsere Karbosave Pflanzenkohle ist eine in Lebensmittelqualität hergestellte Kohle überwiegend aus harten Laubgehölzen. Diese besitzen eine gute Porenstruktur. Außerdem sind Schadstoffwerte wie der PAKs Wert (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) oder PCB Werte (schädliche organische Chlorverbindungen) entsprechend gering und die Kohle absolut unschädlich. Pflanzenkohle wird nicht abgebaut und verwittert nicht, wie Torf oder Braunerden, sondern dient dem Boden über Jahrhunderte.

Karbosave Pflanzenkohle kommt aus Europa und wird aus europäischem Holz hergestellt. Zudem darf die Karbosave Pflanzenkohle in unserem Kohlelager 2 Jahre lang im Freien „reifen“. So bildet sie bereits ein natürliches Mikrobiom, ein natürlicher "Biofilm" aus. Nach der langen Lagerzeit wird sie zusätzlich mit Effektiven Mikroorganismen geimpft. Somit wird ein reduktives, aufbauendes Milieu auf der Kohle etabliert. Dies führt dazu, dass die Kohle bereits von Millionen kleinen reduktiv, also aufbauend wirkenden Helfern besiedelt ist, wenn sie in die Gülle oder in den Mist gelangt. Diese treten sofort ihren Dienst an, wenn sie in Kontakt mit der organischen Substanz kommen.

Das macht die Karbosave Pflanzenkohle im System der Wirtschaftsdüngeraufbereitung so wirksam.

Gut Ding will Weile haben

Wichtig ist, dass die Kohle Zeit bekommt, „sich aufzuladen“. Sonst kann es dazu kommen, dass Nährstoffe aus dem Boden gezogen und eingelagert werden. Die Komponenten können bereits ab 1/3 des Füllstandes, min. jedoch 3 Wochen vor der Gülleausbringung in die Grube eingerührt werden. Diese Zeit ist nötig, damit das Milieu der Gülle positiv beeinflusst werden und die Nährstoffe eingelagert werden können. Für die Mistfermentierung ist etwas mehr Zeit, ca. 8 Wochen nötig.

Langfristig wirksam

Mit dem System der Wirtschaftsdünger-Aufbereitung invesiert man in die langfristige Bodenfruchtbarkeit. Der Einsatz von Pflanzenkohle, Effektiven Mikroorganismen und Gesteinsmehl führt zu einer nachhaltigen Verbesserung der Bodenstruktur und des Bodenlebens. Dadurch wirken die positiven Effekte langfristig und nicht nur für das jeweilige Folgejahr. Der Einsatz von Mineraldüngern kann also in dem Maße zurückgefahren werden, indem sich die Bodenfruchtbarkeit verbessert und die Effekte sich auf den Etrag und die Pflanzengesundheit auswirken.

Eine vereinfachte Kulturführung, geringerer Pesitizideinsatz, insgesamt weniger Überfahrten, weniger Arbeitsstunden und humösere Böden sind langfristige Erfolge, die mit der konsequenten Anwendung des Dünger-Systems erzielt werden können.

Quelle Beitragsbild: Nahaufnahme Pflanzenkohle (La Coulette, Lausanne) | T. Bühler (fhnw; Prof. U. Pieles), Dr. C. Holweg, 2010

Trecker auf Feld bei Aussaat Duengung

Steigende Düngemittel Preise

Die Düngemittel Preise steigen derzeit auf Rekordhöhen. Aufgrund der explodierenden Gaspreise fahren Düngemittelhersteller die Produktion massiv herunter. Die Problematik betrifft nicht nur Deutschland. Europaweit erfolgt die Produktion von Düngern nur noch eingeschränkt. Für die Herstellung von mineralischen Düngemitteln wie beispielsweise Ammoniumnitrat oder AHL-Dünger sind enorme Energiemengen nötig. Ist diese Energie in Form von Gas und Erdöl teuer, wirkt sich das unmittelbar auf die Preise des Düngers aus.

Nicht nur in Deutschland und Europa weltweit ist die Exportlage aufgrund verschiedener Faktoren so schlecht wie noch nie. Was das für die Landwirte bedeutet, macht sich bereits zur diesjährigen Herbstaussaat bei vielen Landwirten bemerkbar. Kulturen, die einen hohen Stickstoffbedarf haben, werden in Konsequenz möglicherweise weniger angebaut. Welche Auswirkungen dies auf die Verfügbarkeit verschiedener Produkte und Futtermittel im kommenden Jahr haben wird, ist noch nicht abzusehen.

Maßnahmen für ein erfolgreiches Düngemanagement

Allen Maßnahmen voran steht eine aufschlussreiche Bodenanalyse. Wir empfehlen dabei die Albrecht-Analyse, welche nicht nur Aufschluss über die Nährstoffmengen, sondern auch die Nährstoffverfügbarkeit im Boden gibt.

Den Einsatz von Mineraldüngern in der Kulturführung zu reduzieren, ist eine Marathon-Aufgabe und kein Sprint. Eine kurzfristige Lösung ist nicht zielführend. Nur mit einer geschickten, standortangepassten Fruchtfolge, der Belebung des Bodenmikrobioms und dem entsprechenden Zwischenfruchtanbau sind diese Ziele zu realisieren.

Aber die Natur bietet Lösungen. Nicht nur im Boden und Humusaufbau steckt eine enorme Nährstoffspeicherkapazität. Leguminosen können wertvollen Luftstickstoff einbinden und speichern. Ein gezielt und zum richtigen Zeitpunkt durchgeführte Flächenrotte einer entsprechenden Zwischenfrucht liefert Stickstoffeintrage zwischen 50-90 kg N/ha.

Der bei der Flächenrotte eingesetzte Bodenverjünger aktiviert das Bodenleben und lenkt die Rotte, sodass Nährstoffe von den Bodenmikroben genutzt werden können und der Humusaufbau durch die Einbindung von Kohlenstoffstrukturen gefördert wird. Mehr über die Durchführung der Flächenrotte lest ihr HIER.

Effiziente Wirtschaftsdünger

Wer in seinem Betrieb über Wirtschaftsdünger verfügt, ist gut beraten, die Effizienz seiner Düngemaßnahmen genauer zu betrachten. N-Verluste von bis zu 70 % sind leider keine Seltenheit. Verluste können bereits im Stall (aufgrund der Temperatur, Säuberung der Lauf- und Liegeflächen etc.), bei der Lagerung und durch verschiedene Ausbringungstechniken begünstigt werden.

Organische Dünger in Form von Mist oder Gülle können durch die gezielte Milieusteuerung mit Effektiven Mikroorganismen, Gesteinsmehl und Pflanzenkohle effizienter und umweltschonender eingesetzt werden.

Als stark eiweißhaltiges Material begünstigt die Zusammensetzung der Gülle Fäulnisprozesse. Oftmals sind zudem ausgeschiedene Medikamente und in die Güllegrube gelangte Reinigungsmittel enthalten. Ohne Behandlung überwiegen abbauende Mikroben und dominieren das Milieu. Reststoffe werden nicht umgesetzt und gelangen über die Ausbringung in den Grundwasserkreislauf. Während der Überführung in ein reduktives Milieu und der positiven Neubesiedelung der Gülle produzieren die Mikroorganismen wertvolle Stoffwechselprodukte. Diese sind maßgeblich für eine ertragssteigernde und humusmehrende Wirkung.

Die Nährstoff-Pufferkapazität der Kohle nutzen

Die feinvermahlene Kohle erfüllt bei der Güllebehandlung einen zentralen Aspekt. Durch ihre Struktur bietet sie zum einen unzählige Besiedelungsplätze für die Mikrobiologie und zum anderen bindet sie Nährstoffe in ihrer Struktur. Dadurch wird die Düngewirkung über einen langen Zeitraum erhalten. Die Pufferkapazität der Kohle kann bis zu 60 % der Nährstoffe halten und diese dann freigeben, wenn sie benötigt werden, also zu Vegetationsbeginn im Frühjahr.

Dadurch ergibt sich nicht nur ein Einsparungspotenzial, man kann die Düngewirkung durch die Behandlung mit Kohle gezielter einsetzen, länger nutzen und mehr Nährstoffe pflanzenverfügbar halten. Die Wurzelexsudate der im Frühjahr wachsenden Pflanzen sorgen dafür, dass die gepufferten Nährstoffe wieder freigesetzt werden und der Pflanze zur Verfügung stehen. Dieses Zusammenspiel von Pflanze und Pflanzenkohle als Speichermedium macht das System so effektiv.

Die Aufbereitung mit EM-Aktiv, Pflanzenkohle und Biolit-Urgesteinsmehl ist für zahlreiche erfolgreiche Landwirte eine zentrale Maßnahme. Die Komponenten können bereits ab 1/3 des Füllstandes, min. jedoch 3 Wochen vor der Gülleausbringung in die Grube eingerührt werden. Das Biolit-Urgesteinsmehl wird in der Regel mit dem Silozug in die Güllegrube während des Rührens eingeblasen. Werden Teilmengen der Komponenten bereits im Stall eingesetzt z.B. auf die Laufflächen gestreut oder gegossen oder im Stall vernebelt, kann dies der Güllebehandlung angerechnet werden.

Auch für die Festmistfermentierung ist der Einsatz von Effektiven Mikroorganismen zentral. Nachdem die drei Komponenten dem Mist zugefügt wurden, wird er wie bei der Silierung abgedeckt. Während der Fermentation werden Nährstoffe aufgespalten und verfügbar gemacht.

Mehr zur Behandlung von Gülle und Mist könnt ihr HIER nachlesen.

Immobilisation vermeiden - den Nährstoffaustausch anregen

Natürlich beeinflussen zahlreiche Faktoren die Düngewirkung. In manchen Fällen ist es nicht die Nährstoffmenge, die der Hauptkultur fehlt, sondern schlicht und ergreifend die Nährstoffverfügbarkeit. Damit der organisch gebundene Stickstoff der Folgekultur schnellstmöglich in mineralischer Form zur Verfügung steht, ist das C:N Verhältnis wichtig.

Zwischenfrüchte bzw. Pflanzenreste mit einem weiten C:N Verhältnis (über 10:1,bsp.: Gräser, Buchweizen ) verrotten langsamer als solche mit einem engeren C:N Verhältnis (unter 10:1, bsp.: Leguminosen). Dies ist besonders bei überwinternden Zwischenfrüchten relevant.

Der Bodenverjünger enthält native Bakterienkulturen, die den Boden sofort besiedeln und sich „an die Arbeit“ machen den Stickstoff aus der organischen Substanz aufzuschließen und pflanzenverfügbar zu machen.

Düngemittel Preise: Unabhängig werden - handlungsfähig bleiben

Die Methoden der regernativen Landwirtschaft können auch hier langfristig einen Ausweg für viele Betrieb bieten. Mithilfe der Maßnahmen wie einer aktiven Bodenbelebung, der optimalen Nutzung des Hofdüngers, diversen Fruchtfolgen und einem angepassten Zwischenfruchtmanagement kann die Gabe von mineralischen Düngemitteln oftmals angepasst oder stark reduziert werden.

Ein aktives Bodenleben kann die Nährstoffverfügbarkeit und Nährstoffspeicherung (!) für die Hauptkulturen massiv verbessern. Die komplexen Wirkmechanismen zwischen den Bodenmikroben und den Pflanzenwurzeln richtig für sich und seine Kulturführung zu nutzen, das ist der Anspruch und das Ziel einer regenerativen Wirtschaftsweise.

Nicht nur die Reduzierung von mineralischen Düngemitteln auch die volle Ausschöpfung des Potenzials der betriebseigenen Wirtschaftsdünger (sofern vorhanden), sind Stellschrauben an denen jeder Betrieb eigenständig drehen kann.

Kreisläufe effizient nutzen

Dass die Düngemittel Preise steigen, kann man nicht beeinflussen. Um dem jedoch nicht gänzlich ausgeliefert zu sein, sollte jede/r Betriebsleiter/in sich zukünftig mit der Gestaltung seiner Düngestrategie auseinandersetzen. Steigende Energiepreise und angespannte Exportlagen werden auch in den nächsten Jahren tendenziell nicht zu einem Preisabfall der Betriebsmittel führen.

EM-Chiemgau Logo auf einer Jacke

Gut beraten ist, wer frühzeitig reagiert und sich und seinem Betrieb mehr Flexibilität verschafft. Mithilfe des Einsatzes von Effektiven Mikroorganismen zur Aktivierung des Bodenlebens und einer guten fachlichen Praxis bei der Umsetzung der regenerativen Maßnahmen kann der Weg in eine tragfähige Landwirtschaft beschritten werden.

Bei Fragen stehen wir interessierten Landwirten und Akteuren gerne zur Verfügung.

Landwirtschaft für morgen

Warum der regenerativen Landwirtschaft die Zukunft gehört

Bis heute ist die Landwirtschaft der größte Wirtschaftszweig und die wichtigste Erwerbsquelle der Welt. Stand heute ist die kleinbäuerliche Subsistenzlandwirtschaft mit 85 %* noch immer die bedeutendste Form der Nahrungsmittelproduktion in vielen Teilen der Welt. Durchschnittswerte verzerren jedoch das Bild der realen Lebenssituation auf vielen Betrieben, insbesondere in Europa und Nord- und Südamerika. Hier hat das „wachse oder weiche“ Credo der Agrarpolitik die landwirtschaftlichen Strukturen massiv beeinflusst.

Wo soll die Reise hingehen?

Modernisierungsdruck und Exportwirtschaft stellen viele Betriebe vor existenzielle Probleme. Lohnen sich teure Investitionen oder lassen sich neue Absatzwege generieren, auf denen angemessenere Preise durch den Verbraucher gedeckt werden? Nicht nur kleinbäuerliche Betriebe, sogar Großagrarkonzerne kommen auf dem Exportmarkt an ihre Belastungsgrenzen. Spätestens wenn die Produktionskosten den Verkaufspreis am Markt überschreiten, muss auch dem letzten klar werden, dass sich die Ausrichtung einer ganzen Branche in eine falsche Richtung entwickelt.

Die vielen Funktionen der Landwirtschaft

Die Landwirtschaft hat schon immer zahlreiche zentrale Funktionen für die Gesellschaft. Diese wieder in das Bewusstsein zu rücken und Lösungen für eine ökonomisch wirtschaftliche und sozial tragfähige Landwirtschaft zu bieten, sollten Fokus von privaten, gesellschaftlichen und politischen Überlegungen sein.

Im Kern steht die Landwirtschaft für die Lebensmittel- und Rohstoffproduktion. Ca 60 % der landbedeckten Erdoberfläche werden landwirtschaftlich genutzt*. Daraus resultiert eine enorme Verantwortung für die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit unserer Ökosysteme. Und ein ebenso großes Potenzial.

Mehr Achtsamkeit auf allen Ebenen

Innovative Lösungen sind gefragter denn je. Denn die Probleme in der Landwirtschaft haben in den letzten Jahrzehnten weltweit stark zugenommen. Effizienz und Rationalisierung gehen häufig auf Kosten von Faktoren, denen lange kaum Beachtung geschenkt wurde und wird. Psychische und physische Belastung der Landwirte, Familien und Mitarbeiter, aber auch eine angemessene Entlohnung für die Produkte und faire Chancen am Absatzmarkt fehlen häufig als Aspekte in der Zielsetzung auf betrieblicher und politischer Ebene.

Neue Herausforderungen für die Landwirtschaft

Neben den sozialen Aspekten nehmen auch Umweltfaktoren immer stärker Einfluss auf die landwirtschaftliche Praxis.

Erosion, Extremwetterereignisse, Wasserknappheit und verarmte Böden beschäftigen Landwirte, Agraringenieure, Wissenschaftler und Berater auf der ganzen Welt. Natürlich ist die Relevanz der Thematiken unterschiedlich ausgeprägt und jeweils standortspezifisch. Dennoch gilt es, Wege zu finden, die in großen Maßstäben skalierbar sind und echte, umsetzbare Maßnahmen beinhalten, die in nahezu jeder Betriebsgröße und Struktur Anwendung finden können.

Die regenerative Landwirtschaft bietet Alternativen und Lösungswege für viele Aufgaben, denen die Betriebsleiter/innen von heute und morgen gegenüberstehen (werden). Ein Umdenken und Zulassen neuer Ansätze erfordert Mut und Entschlossenheit. Viele der etablierten Anbauverfahren bieten eine trügerische Sicherheit. Am Ende wünschen sich viele Betriebe aber wieder mehr Flexibilität und Handlungsspielraum, um auf die Ansprüche aus der Gesellschaft und die vermehrt extremen Außenbedingungen reagieren zu können.

Ziele der Regenerativen Landwirtschaft

Die Ziele und Leitgedanken der regenerativen Landwirtschaft vereinbaren diese Aspekte.

Drei Kernziele sind:

  • Humusaufbau
  • Bodenleben fördern
  • Beste Qualitäten erzeugen

Diese sind die Grundlage für einen ökonomisch und biologisch gesunden Betrieb. Auf diese Weise lassen sich höchst effizient Erträge aus dem betriebseigenen Kreislauf generieren.

Kreisläufe erkennen und nutzen

Die Einbindung von Kohlenstoff aus der Luft in den Boden ist eine Win-Win Situation für alle. Durch aktiven Humusaufbau (also, die Anreicherung von Kohlenstoffkomplexen im Boden) wird die Leistungsfähigkeit und Tragfähigkeit der Böden verbessert. Wir müssen dem, worauf wir stehen und was wir für selbstverständlich gehalten haben, wieder mehr Aufmerksamkeit schenken: dem Boden!

Hier liegen wesentliche Schlüssel zu Lösung (teilweise) globaler Probleme. Boden und Fläche ist unser limitierender Faktor auf dieser Erde. Der künstliche Zugewinn an landwirtschaftlich nutzbaren Flächen ist marginal. Umso wichtiger ist es, die Böden, die wir haben und bearbeiten, zu schützen, zu beleben und ihnen die Fähigkeiten und das Potenzial zurückzugeben, die sie haben können.

Der Makrokosmos der Mikroorganismen

Das Zusammenspiel von Bodenmikroben und Pflanzen ist ein ganzes Universum voller komplexer Austausch-Mechanismen. Die genauen Abläufe zwischen dem Bodenleben und den Pflanzen werden immer weiter erforscht und verstanden. Was bereits bewiesen, reproduzierbar und deutlich ist, ist das diese Abläufe essenziell sind.

Die regenerative Landwirtschaft bietet Antworten auf viele Fragen. Die Reaktivierung des Bodenlebens ist für uns der zentrale Aspekt für eine zukunftsfähige Entwicklung im Agrarsektor. Mithilfe der Millionen und Abermillionen fleißigen Mitarbeiter, den Effektiven Mikroorganismen, kann der Boden und Pflanzenstoffwechsel aktiv beeinflusst und verbessert werden. In Kombination mit bester fachlicher Praxis ist es möglich, auch auf extremen Standorten und in kurzer Zeit die Humusgehalte im Boden deutlich zu steigern.

Die Ansätze der regenerativen Landwirtschaft lassen sich auf nahezu alle Formen der Rohstoff und Nahrungsmittelerzeugung, also in allen Systemen der Landwirtschaft umsetzen.

Effektiv miteinander- auch in Zukunft

Wir von EM-Chiemgau möchten zusammen mit den landwirtschaftlichen Akteuren unseren Teil zu einer enkeltauglichen Landwirtschaft beitragen. Wir entwickeln Produkte für eine Landwirtschaft, die die natürlichen Kreisläufe verstehen und nutzen will. Die mit der Natur anstatt gegen sie arbeitet und die gesunde Nahrungsmittel für eine gesunde Gesellschaft produziert.

Anlässlich des Welternährungstags sagen wir DANKE an alle Akteure, die bereits mutig und neugierig genug sind, neue Wege zu bestreiten! Wir freuen uns auch weiterhin Teil eines starken Netzwerks zu sein und uns gegenseitig zu unterstützen- getreu unserem Motto: effektiv miteinander!

*(Quelle: Wege aus der Hungerkrise-Die Erkenntnisse des Weltagrarberichtes und seine Vorschläge für eine Landwirtschaft von morgen, 2009, https://www.probiosa.de/wp-content/uploads/Wege_aus_der_Hungerkrise_2.4MB.pdf#page=18&zoom=auto,-9,591 )

gut bepackte Trauben Burgunder

Der vielseitige Biobetrieb Meitzler

  • Region Rheinhessen RLP
  • Biolandbetrieb seit 2012
  • Ackerland 250 ha, vielfältige Fruchtfolge ca. 15-20 Kulturen /Jahr
  • Weinberge 25 ha Sorten Riesling, Grauburgunder, Weißburgunder, Spätburgunder, Chardonnay, Silvaner, Müller Thurgau

Zukunftsfähige Landwirtschaft aus Überzeugung

Der Biobetrieb der Meitzlers ist nicht nur wunderschön im idyllischen Rheinhessen gelegen, er ist auch ein hervorragender Demonstrationsbetrieb für eine gute fachliche regenerative Praxis. Meitzlers sind ein inspirierendes Beispiel dafür, wie eine Landwirtschaft von morgen aussehen kann!

Bereits im Jahr 2012 fiel der Entschluss, den Betrieb komplett ökologisch zu bewirtschaften. „Bio. Aus Liebe zum Menschen“ ist das Betriebsmotto der Meitzlers. In diesem Motto spiegelt sich bereits die Motivation der Familie wieder, Teil einer enkeltauglichen Landwirtschaft zu sein und im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihren Beitrag zu einer zukunftsfähigen Entwicklung (nicht nur) in der Landwirtschaft beizutragen. Seit 2016 setzen Meitzlers zudem auf die Methoden und Maßnahmen der regernativen Landwirtschaft, um ihren Betrieb „von unten her“ zu verbessern. Die Arbeit an der Basis, also am Boden ist der zentrale Gedanke der regernativen Landwirtschaft, der mit der biologischen Wirtschaftsweise sehr gut einhergeht.

Regenerative Landwirtschaft in der Praxis

Die Ziele, das Bodenleben zu (Re-)Aktivieren, Humus aufzubauen und Produkte von höchster Qualität zu erzeugen, ist hier in allen acker- und weinbaulichen Praktiken wiederzufinden.

Mit dem Ziel und der Motivation, gesunde und gehaltvolle Lebensmittel zu produzieren und eine angemessene Entlohnung der erzeugten Produkte zu erhalten, stehen Meitzlers nicht alleine dar. Kein Betriebsleiter möchte seine Gesundheit aufs Spiel setzen und seine eigenen Böden ausmergeln, um den Produktionsstandards zu entsprechen.

Meitzlers sind ein inspirierendes Beispiel dafür, dass es sich lohnt, eine aufbauende, kreislaufbasierte Landwirtschaft zu etablieren. Dennoch braucht es auf vielen Betrieben noch den nötigen Mut und die Entschlossenheit, neue Wege einzuschlagen und ein Umdenken zuzulassen.

Den Boden im Fokus mit Technik und Schlagkraft

Auch was die Technik betrifft, ist der Betrieb bestens aufgestellt. Um die Maßnahmen der regernativen Landwirtschaft wie die Flächenrotte oder die Unterbodenlockerung, aber auch den ökologischen Kartoffel- und Zuckerrübenanbau fachgerecht und effektiv umsetzen zu können, hat Armin Meitzler schon früh auf technische Lösungen gesetzt. Neben der gängigen Ackerbautechnik sind auch eine Frontspritze für Fermentspritzung, die Ackerfräse, eine Kompostteemaschine und der Tiefenlockerer mit Fermenteinspritzung (Firma Bremer) auf dem Betrieb zu finden.

Fermenteinsatz als Baustein des Erfolgs

Zur konsequenten Umsetzung der Maßnahmen gehören bei Meitzlers auch die Produkte von EM-Chiemgau. Armin Meitzler setzt den Bodenverjünger bereits seit Jahren mit großem Erfolg im Ackerbau, aber auch im Weinbau ein. In diesem Jahr testete der Betrieb gemeinsam mit uns die Wirkungen und potenziellen Einsatzmöglichkeiten des neuen Produktes „Blattagil. Das Blattagil soll zukünftig nicht nur im Weinbau für Blattspritzungen und Vitalisierungsmaßnahmen zum Einsatz kommen. Die bisherigen Versuche und die Wirkung in Armins Weinberg in diesem sehr anspruchsvollen Jahr 2021 sind vielversprechend. Mehr über den Feldtag zum Thema "regenerativer Weinbau" lest ihr HIER.

Der Bodenverjünger kommt in einer Aufwandmenge von 100 l/ha zur Rottelenkung sowohl im Weinbau, bei der Rotte der Zeilenbegrünung als auch auf dem Acker zum Einsatz. In den Kartoffeln werden je 100 l/ha in den Pflanzvorgang eingespritzt. Probleme mit Nematoden und Fäule treten kaum bis gar nicht mehr auf. Ein gesunder Boden dankt die umsichtige Behandlung mit guten Erträgen und vitalen Pflanzen. Mit der Natur und nicht gegen sie zu arbeiten, ist für die Familie Meitzler nicht nur Berufsethos, sondern gelebte Denk- und Lebensweise.

Wissen vermehren und gemeinsam die Zukunft gestalten

Meitzlers können dank der Umstellung auf die biologisch regernative Bewirtschaftung ent- und gespannt in die Zukunft blicken und ihren Söhnen irgendwann einmal einen wirtschaftlich und biologisch gesunden Betrieb übergeben. Mit ihrem Engagement und ihrer Tatkraft werden sie auch weiterhin nicht nur als Vorbild einen entscheidenden Teil zur Ernährung unserer Gesellschaft und zum Erhalt des landwirtschaftlichen Wissens rund um Pflanzen und Böden beitragen.

Wir gratulieren euch zu eurem Erfolg und freuen uns, auch weiterhin gemeinsam mit euch neue Wege zu beschreiten. Es ist immer spannend und fruchtbar, Praxisbetriebe der regenerativen Landwirtschaft zu unterstützen, zu begleiten und voneinander zu lernen. Wir freuen uns auch weiterhin auf eine spannende Zeit mit euch und auf lehrreiche Einblicke und Veranstaltungen auf eurem Betrieb.

Biobetrieb Meitzler
Niederstraße 34
55288 Spiesheim
Telefon: 06732-930753

info@biobetrieb-meitzler.de
www.biobetrieb-meitzler.de

Ackerfräse und Tiefenlockerer

Regenerative Anbaumethoden im Ackerbau

Neue Wege und innovative Lösungen finden im Ackerbau derzeit regen Anklang. Erosionsprobleme, Verdichtungen und die Herausforderungen im Düngemanagement bringen viele BetriebsleiterInnen an ihre Grenzen. Eine bodenschonende, nicht wendende Bodenbearbeitung ist bereits in aller Munde und beginnt sich als echte Alternative zum Pflug zu etablieren. Regenerativer Ackerbau will noch mehr erreichen. Die Methoden der regenerativen, also aufbauenden Wirtschaftsweise gehen einen Schritt weiter. Sie fördern das Bodenleben sogar, beleben, belüften und aktivieren den Boden und zeigen somit ganz neue Wege der Kulturführung auf.

Maßnahmen im regenerativen Ackerbau

Ziel des regenerativen Ackerbaus ist es, den Humusaufbau zu fördern und das Bodenleben zu schonen und zu mehren und somit schließlich beste Qualitäten zu erzeugen. Auf dem Praktikertag auf dem Betrieb Huschle konnten die Wirkmechanismen dieser Anbauweise nachvollziehbar beobachtet werden.

Mehr zu diesem spannenden Praktikertag lest ihr HIER: FELDTAG BEI ACKERBAUER ALOIS HUSCHLE.

Zwischenfrüchte und ihre Wirkung

Die verschiedenen Zwischenfruchtgemenge sind ein weiterer zentraler Baustein der regenerativen Wirtschaftsweise. Auf dem zweiten Versuchsfeld von Alois Huschle konnten diverse Zwischenfruchtgemenge genauer untersucht werden. Die Praktiker machten die Erfahrung, je diverser die Zwischenfrucht zusammengestellt wird, desto effektiver sind die Wirkungen auf die Bodengare und somit auch der Nutzen für die Folgekultur.

Dies ist darauf zurückzuführen, dass die verschiedenen Wurzelausscheidungen von wachsenden, also lebenden Pflanzen in einem ständigen Austausch mit den Bodenmikroben stehen. Nährstoffe werden sowohl im Boden- als auch im Pflanzenstoffwechsel aufgespalten, ausgetauscht und umgewandelt, wobei Kohlenstoff aus der Luft eingebunden wird. Das Ergebnis dieser Prozesse ist der aktive Humusaufbau auf dem Feld.

teilnehmer Gruppe steht inden Zwischenfrüchten

Lebende Pflanzen können in Verbindung mit Effektiven Mikroorganismen die Nährstoffverfügbarkeit der im Boden enthaltenden Elemente schneller herstellen als "totes" organisches Material (Stoppeln/Mulch). Auch die Bodenkrümelstruktur und damit die physikalischen Eigenschaften des Bodens werden durch die Wirkungen wachsender und lebendiger Wurzeln in "Zusammenarbeit" mit den Bodenmikroben verbessert.

Das Ergebnis überzeugt. Der Versickerungstest zeigte eindrücklich, dass der Boden 100 l Wasser in unter einer Minute (!) aufnehmen konnte. In Jahren mit extremen Niederschlägen oder beim Anbau von Kulturen, die sehr empfindlich auf Staunässe reagieren ein entscheidender Vorteil.

Biene fliegt Zwischenfruchtblüte an

Regenerativer Ackerbau: die Flächenrotte

Zu den wichtigsten Maßnahmen im regenerativen Ackerbau zählt die Flächenrotte. Die geltende Düngeverordnung bringt viele Betriebe mit herkömmlichen entzugsbasierten Düngestrategien an ihre Grenzen. Über die Flächenrotte können Nährstoffe effektiver verfügbar gemacht werden ohne das ein Eintrag an mineralischem Dünger notwendig wäre. Dies ist langfristig kostensparend und wird sich positiv auf die Betriebsbilanz auswirken.

Der Einsatz des Bodenverjüngers ist für die Flächenrotte elementar. Ohne die Wirkung der speziell auf das Bodenleben abgestimmten Mikrobenstämme kippt der Rotteprozess schnell in ein Fäulnismilieu. In diesem Zustand gehen Nährstoffe verloren und Humus wird abgebaut.

Ein reduktives, also aufbauendes Milieu ist die Grundlage einer effektiven Flächenrotte. Der Bodenverjünger wird vor oder beim Fräsen auf das organische Material ausgebracht. In der Praxisdemonstration zeigte sich, dass selbst gebaute Varianten für die Fermenteinspritzung den technischen Lösungen der Hersteller in nichts nachstehen. Wichtig ist jedoch, dass eine gleichmäßige Verteilung des Bodenverjüngers auf das organische Material und eine gleichmäßige Abdeckung der organischen Substanz mit Feinboden erfolgt.

Ist dies gelungen, arbeiten die Mikrobenstämme, Hefen und Pilze sofort daran, das organische Material umzusetzen und die Nährstoffe pflanzenverfügbar im Boden zu speichern. Zur Aussaat nach der Rotte (optimal nach ca. 10-14 Tagen) stehen dann die Nährstoffe der Folgekultur langfristig zur Verfügung.

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Tiefenlockerung auf dem Acker

Besonders Kulturen wie Mais, Raps und Kartoffeln reagieren positiv auf die Wirkung des Tiefenlockerers. Hier wird hinter dem Schar der Bodenverjünger direkt beim Bearbeitungsvorgang eingespritzt. Dies ist deshalb so wichtig, weil die im Boden erzeugten Feinrisse dann sofort mikrobiell besetzt werden. Die entstandenen Mittelporen bleiben erhalten und Feinwurzeln können den Boden leichter durchdringen. Der Boden wird dadurch insgesamt lockerer und tragfähiger.

Die Tiefenlockerung zur Aussaat in Kombination mit dem Bodenverjünger regt das Feinwurzelwachstum der Kultur zusätzlich an. Der Nährstoffaustausch zwischen Boden, Pflanze und Wurzeln wird von Beginn an auf ein hohes Niveau gebracht. Die speziell auf das Bodenlebewesen abgestimmte Zusammensetzung der Mikrobenstämme spalten die Nährstoffe auf und machen sie so pflanzenverfügbar. Nährstoffe werden quasi "vorverdaut" bzw. so umgewandelt, dass sie den Pflanzen über lange Zeiträume zur Verfügung stehen. Zudem enthält der Bodenverjünger native Pflanzenfermentstoffe und sorgt somit zusätzlich für eine Anreicherung sekundärer Pflanzennährstoffe, die für den Pflanzen- und Bodenstoffwechsel notwendig sind.

Der Landwirt induziert damit ein wurzelbasiertes Wachstum der Kulturpflanzen. Mehr Wurzelmasse bedeutet ein größeres Nährstoff- und Wasseraufnahmevermögen, einen stabileren Stand und Wuchs und letztendlich auch mehr Humusaufbau und Kohlenstoffspeicherung im Boden. Eine hohe Stoffwechselleistung in der weiteren Entwicklung sorgt für eine hohe Photosyntheseleistung. Die Grundlage für hohe Erträge und vitale Bestände.

Bearbeitungsbild Tiefenlockerer

Das Arbeitsbild des Tiefenlockerers. Hier zu demonstationszwecken ohne Bewuchs!

Regenerativer Ackerbau macht Betriebe fit für die Zukunft

Der spannende Einblick in die Kulturführung auf dem Betrieb Huschle weckte bei vielen das Interesse zum Thema regenerativer Ackerbau. Die Möglichkeiten die ein belebter und aktiver Boden liefert, sind vielversprechende Aussichten für den Ackerbau. Eine Rückwendung zur Nutzung betriebsinterner Kreisläufe und eine stabile Basis, nämlich der eigene Boden, sollten auf jedem Betrieb wieder vermehrt in den Fokus rücken. Wir beraten interessierte Betriebe gerne dabei, die Hürde der Umstellung zu meistern und ihrem Boden wieder das nötige Leben zurückzugeben.

Teilnehmer neben Traktor nach der Flaechenrotte

Feldtag „Maisversuch und regenerativer Ackerbau“

In der strahlenden Septembersonne kamen in Renchen, Baden-Württemberg auf dem Betrieb von Alois Huschle zahlreiche interessierte Praktiker zusammen. Die Boden- und Pflanzenexperten Dietmar Näser und Friedrich Wenz referierten und regten zum Erfahrungsaustausch über die Praktiken der regenerativen Landwirtschaft im Ackerbau an.

Maisversuch

Bei dem im Frühjahr begonnenen Maisversuch konnte Alois Huschle deutliche Ergebnisse erzielen. Auf drei Streifen des Maisschlags wurden unterschiedliche Bodenbearbeitungen jeweils mit oder ohne Fermenteinsatz durchgeführt.

Parzelle eins wurde nicht mit dem Tiefenlockerer bearbeitet. Es fand auch keine Fermenteinspritzung oder die Zugabe eines Mykorrhiza-Präparates statt. Auf Parzelle zwei erfolgte lediglich der Einsatz des Tiefenlockerers. Hierbei wird auch immer der Bodenverjünger als milchsaurer Bodenhilfsstoff verwendet, um die Lockerungseffekte noch wirksamer und langfristiger zu machen. Die Kultur reagierte darauf mit einem vermehrten Wurzelwachstum. Der Mais auf Parzelle drei, auf der der Tiefenlockerer zusammen mit Einspitzung des Bodenverjüngers zum Einsatz kam und zusätzlich ein Mykorrhiza-Präparat angewendet wurde, konnte mit deutlich mehr Wurzelwachstum, gleichmäßigen Kornreihen und mehr Blattmasse überzeugen.

Die bodenbelebenden Maßnahmen zeigen ihre Wirkung bei der Pflanzenentwicklung und letztendlich auch beim Ertrag.

Ackerbauliche Maßnahmen

Auf dem Betrieb von Alois Huschle werden die Anbaumethoden der regenerativen Landwirtschaft mit großer Sorgfalt und Konsequenz umgesetzt. "Wenn schon, dann richtig", ist der Ansatz des Betriebsleiters. Er mache keine halben Sachen, sondern habe in den Methoden der regenerativen, bodenbelebenden Landwirtschaft endlich die Antworten auf Fragen gefunden, die er schon lange gesucht hatte.

Seit Jahren beobachtete er eine Verschlechterung des Bodens und sah sich den äußeren Umständen und der Witterung hilflos ausgesetzt. Ackerbauliche Erfolge wurden mehr zum Glücksspiel als zum Ergebnis guter fachlicher Praxis. In den Praktiken der aufbauenden und Bodenleben fördernden Anbaumethoden fühlte er seine Überlegungen von Beginn an bestätigt. Als tatkräftiger Mensch setzte Alois sein Vertrauen in die Umstellung auf die regernative Wirtschaftsweise und stellte seinen Betrieb komplett um. Der Erfolg gibt ihm recht. Was wir auf dem Feldtag sehen und begutachten konnten, war überzeugend und eindrucksvoll.

So zeigt der Zwischenfrucht Versuch mit verschiedenen Sortengemengen deutlich die Vorteile eines diversen Zwischenfruchtanbaus gegenüber Reinsaaten.

Ein Versickerungstest bewies eindrücklich, dass die Wasseraufnahmekapazität des Ackerbodens unter der Zwischenfrucht kaum besser sein könnte. Simuliert wurde ein Niederschlag von 100 l/m². 100 l schluckte der Boden in unter einer Minute. Das schafft deutliche Vorteile unter Realbedingungen.

Auch die Effekte der Flächenrotte und der Tiefenlockerung werden im Ackerbau genutzt. Eine ausführliche Beschreibung dieser Bodenleben fördernden Anbaumaßnahmen lest ihr HIER: REGENERATIVE ANBAUMETHODEN IM ACKERBAU.

Technik für den regernativen Ackerbau

Ackerfräse und Tiefenlockerer

Bei der Umstellung auf die regenerative Landwirtschaft wollte Alois Huschle keine Kompromisse eingehen. Daher setzte er früh auf die Anschaffung der notwendigen Technik. Seitdem gehören eine Ackerfräse des Herstellers Breviglieri sowie ein Kollitsch Tiefenlockerer mit Nachwalzrolle zur ackerbaulichen Ausstattung des Betriebes.

Mit besonderer Neugier wurden auch diesmal wieder die Vorführungen der Technik im Einsatz verfolgt. Das rege Interesse an der Umsetzung und Schlagkraft der technischen Lösungen zeigt, wie viel Potenzial in diesem Bereich noch liegt. Für die Einspritzungen des Bodenverjüngers müssen derzeit an vielen Geräten noch individuelle Lösungen gefunden werden. Aber auch in diesem Bereich werden Hersteller langsam für die Bedürfnisse der regenerativen Landwirte sensibilisiert.

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Zukunftsweisender Erfahrungsaustausch im Ackerbau

Der Austausch unter den Akteuren der regenerativen Landwirtschaft zeigt immer wieder, wie vielfältig die Lösungswege für die einzelnen Standorte und Betriebsstrukturen sind und sein müssen. Die Maßnahmen der regenerativen Landwirtschaft können jedoch auf jedem Betrieb im Ackerbau mit großem Erfolg angewendet und umgesetzt werden.

Danke an die Referenten, an alle Teilnehmer und ganz besonders an den gastgebenden Betrieb für diesen spannenden Einblick und den regen Erfahrungsaustausch. Auf dem Betrieb von Alois Huschle kann man gut sehen, dass die Umstellung auf die regenerative Arbeitsweise schnell zu sichtbaren Erfolgen führt, wenn sie konsequent und fachkundig umgesetzt wird. Wir freuen uns den Betrieb auch zukünftig mit unserem Fachwissen und unseren Produkten unterstützen zu können.

Wir wünschen Allen einen erfolgreichen Ernteabschluss! Bei Fragen zum Einsatz der Effektiven Mikroorganismen und unseren Produkten stehen wir wie gewohnt gerne zur Verfügung.

links konventioneller Rebstock hellgrün hoher Pilzdruck rechts regenertaiv bewirtschafteter Weinberg dunkel grün

Feldtag zum Thema „regenerativer Weinbau“

Mitte September lud die Familie Meitzler zahlreiche Teilnehmer zu einem sehr informativen Austausch zum Thema „regenerativer Weinbau“ auf ihren Betrieb in Rheinhessen ein. Die Familie bewirtschaftet neben 250 ha Ackerland auch 25 ha Weinberge im ökologischen Anbau.

Die Herausforderungen aufgrund der extremen Wetterlagen in diesem Jahr haben auch die Weinbauern stark gefordert. Feuchtwarme Witterung und Unwetter, die teilweise starke Schäden an den Rebstöcken und Trauben hinterließen, erhöhten den Pilzdruck stark.

Meitzlers, die auch ihre Weinberge seit 2019 konsequent mit den Methoden der regenerativen Landwirtschaft bewirtschaften, konnten in ihren Wingerts interessante Beobachtungen machen. Trotz eines leichten Pilzbefalls trugen die Reben gewohnt stark. Die extremen Bedingungen und der massive Pilzdruck auch aus den benachbarten Weinbergen wirkten sich nicht auf den Ertrag aus.

Der Feldtag zum Thema regenerativer Weinbau fand daher trotz des Zeitpunktes kurz vor Lese einen hohen Anklang. Die Interessierten nahmen teilweise Anfahrtswege aus Frankreich, der Schweiz, Österreich sowie aus zahlreichen Weinanbaugebieten in Deutschland auf sich.

Die beiden Spezialisten der regernativen Landwirtschaft, Dietmar Näser (güne Brücke) und Friedrich Wenz (Humusfarming) erklärten eindrücklich und nachvollziehbar die Wirkungsmechanismus der Maßnahmen im Weinbau. Das rege Interesse zeigt, dass auch Akteure im Weinbau bereit sind, neue Wege einzuschlagen und eine aufbauende, humusfördernde und pflanzenstärkende Wirtschaftsweise zu entwickeln.

Was ist regenerativer Weinbau?

Der Ansatz der regernativen Landwirtschaft lässt sich auf nahezu alle Produktionszweige anwenden. Eine aufbauende, mehrende Wirtschaftsweise als Antwort auf das jahrelange Maximierungsstreben, das Boden und Pflanzen viel abverlangt hat, ist eine zukunftsfähige Richtung, die im Weinbau ebenfalls auf fruchtbaren Boden fällt.

Denn auch im Weinbau schmälern Erosion, Schaderreger und verarmte Böden den Ertrag und wirken sich langfristig auch negativ auf die Qualität der Produkte aus. Besonders beim Wein, wo höchste Qualitäten gefragt sind, ist ein Umdenken daher sinnvoll.

Regenerativer Weinbau integriert also die Ziele der regernativen Landwirtschaft,

  • Humusfördernde Bodenbewirtschaftung
  • Bodenleben fördernde Maßnahmen
  • Höchste Qualitäten der Produkte erzeugen

in die Leitgedanken des Weinbaus. Gute Fruchtansätze, gehaltvolle Trauben mit hohen Öchsle-Werten und gesunde Weinstöcke sind mit den Maßnahmen des regenerativen Weinbaus auch in anspruchsvollen Jahren gut zu erreichen.

gut bepackte Trauben Riesling

Maßnahmen im regenerativen Weinbau

Auf dem Biobetrieb Meitzler wird auch im Weinbau auf bodenschonende und Bodenleben fördernden Anbau gesetzt. So konnte erreicht werden, dass in diesem besonderen Jahr 2021 bereits im Juli der letzte Kupfer-Einsatz erfolgte. Unter den gegebenen Bedingungen dieses Sommers ein umso beachtlicheres Ergebnis. Zu dem Erfolgsgeheimnis tragen verschiedenen Faktoren bei.

Armin Meitzler setzt auf dauerhafte Zeilenbegrünung mit wechselnden Untersaatgemengen. Die Diversität in der Pflanzenzusammensetzung sorgt dafür, dass verschiedene Wurzelexsudate ausgeschieden werden. Diese ernähren die Bodenmikrobiologie. Entscheidend ist, dass nur lebende, also wachsende Pflanzen Wurzeln ausbilden und mit der Bodenmikrobiologie interagieren. Armin Meitzler beobachtet anhand seiner Bodenanalysen, dass oft nicht die Nährstoffversorgung der limitierende Faktor für hohe Erträge ist, sondern das Nährstoffaufnahmevermögen der Pflanzen. Um auf verarmten Böden den Nährstoffaustausch zwischen Boden und Pflanze anzukurbeln, ist der Einsatz von Effektiven Mikroorganismen äußerst wirksam.

Eine Gassenbegrünung mit einem hohen Gras- und Kleeanteil hilft zudem in trockenen Jahren Wasser zu speichern und den Boden vor Verdichtungen zu schützen. Die häufigen Überfahrten, die im Weinbau notwendig sind, können somit ein wenig abgefedert werden.

Flächenrotte unterm Weinstock

Um das Bodenleben noch nachhaltiger zu fördern und die Humusmehrung auf dem Weinberg voranzutreiben, nutzt Armin Meitzle die Effekte der Flächenrotte. Zu Vegetationsbeginn wird die Zeilenbegrünung mithilfe einer Ackerfräse und dem Einsatz des Bodenverjüngers in die Rotte gebracht. Der Einsatz des Bodenverjüngers sorgt auch im Weinbau dafür, dass die Eiweißkomponenten der Gründüngung durch die Mikroorganismen aufgespalten und Nährstoffe so pflanzenverfügbar gemacht werden. Die Dominanz der Milchsäure- und Photosynthese-Bakterien steuern das Bodenmilieu und erhalten die reduktiven, also aufbauenden Mechanismen des Bodens. Somit wird das Pflanzenmaterial nutzbar umgesetzt und Fäulnis vermieden.

Als Aufwandmenge sind auch hier 100 l/ha empfehlenswert. Zu Beginn der Anwendung oder bei sehr viel organischer Masse kann eine leicht erhöhte Aufwandmenge von 150 l/ha die Rotte zuverlässig stabilisieren. Hat sich ein funktionierendes Bodenmikrobiom etabliert, kann die Einsatzmenge des Bodenverjüngers reduziert werden.

Bodenverjünger

Zu beachten ist im Weinanbau natürlich, dass durch die Gassenstruktur eine erheblich kleinere Fläche tatsächlich behandelt wird. Somit ergibt sich ein rentables Kosten-Nutzenverhältnis.

Moos unter Rebstock

Moosbewuchs in einem nicht begrünten Weinberg deutet auf verarmtes Bodenleben hin

wenig Begrünung zwischen den Rebstoecken

Besonders Erosionsgefahr, Verdichtungen und mangelnde Aktivität des Bodenlebens sind Folgen von brachen Böden

Blattvitalisierung im Weinbau

Blattanwendungen spielen im Weinbau eine zentrale Rolle. Sowohl Pflanzenschutz- als auch Düngemaßnahmen erfolgen in der Regel über Blattspritzungen. Eine vitale Pflanze benötigt zur Ausbildung guter Fruchtansätze und Ausbildung einer elastischen und trotzdem festen Traubenhaut verschiedenen Nährstoffe. Insbesondere Bor, Silizium und Calcium sind für zentrale Nährstoffe für die Pflanzengesundheit.

Eine Blattanwendung mit dem Blattagil regt den Pflanzenstoffwechsel während oder nach Stresssituationen an und unterstützt die Pflanze bei der Nährstoffaufnahme. Trockenheit, Hagel aber auch Starkregen, oder lange Blattfeuchtezeiten lösen in der Rebe biotischen Stress aus.

Blattagil enthält neben den bewährten Bakterienstämmen auch sekundäre Pflanzennährstoffe, die speziell auf die Stoffwechselfunktionen der wachsenden Pflanze abgestimmt sind.

Der saure pH-Wert kommt den Reben zusätzlich zugute. Weinblätter sind natürlicherweise sauer, dies gehört zur Spezifik der Rebe. Eine Störung in Form von Stress lässt den pH-Wert absinken, die Pflanze erleidet einen Energiemangel infolge von einer gehemmten Nährstoffaufnahme. Blattagil wirkt zeitnah angewendet, genau dort, wo die Pflanze es benötigt, nämlich auf der Blattoberfläche. Der Pflanzenstoffwechsel wird unterstützt und wieder angekurbelt, die Nährstoffaufnahme bleibt aufrechterhalten. Wachstums- und Entwicklungsstörungen können so auch unter extremen Bedingungen ausgeglichen und abgepuffert werden.

Blattagil kann und sollte mit den entsprechenden Nährstoffen und einer mineralischen Komponente, wie beispielsweise RoPro Lit Ultrafein auf die Pflanze ausgebracht werden.

Die Reben der Meitzlers konnten sich nach den Unwettern gut erholen und zeigen sich mit vollgepackten Traubenständen trotz hohem Pilzdruck und mechanischen Schäden durch Hagel.

Welche Vorteile durch regenerativen Weinbau?

Der Erfolg der Maßnahmen war in diesem Jahr deutlich an den Reben des Biobetriebs Meitzler zu sehen. Der ganzheitliche Ansatz der regenerativen Landwirtschaft fördert und stabilisiert die Ertragsleistung und den Humusaufbau.

Vitalere wiederstandfähige Reben, ein belebter, garer Boden mit einer hohen Wasserspeicherkapazität und hohe Öchsle-Werte infolge von einer starken Photosyntheseleistung können zusammen mit bester fachlicher Praxis zu einem dauerhaften Erfolg im Weinbau führen.

Das Ergebnis dieser Wirtschaftsweise konnten wir eindrucksvoll auf dem Biobetrieb der Meitzlers erleben.

Regenerativer Weinbau- ein Ausblick

Der regernative Weinbau wird auch in Zukunft helfen, schwierigen Anbaubedingungen gelassener entgegen zu blicken und das Ertragsniveau bei bester Qualität der Trauben stabil zu halten. Gerne begleiten wir interessierte Betriebe auf ihrem Weg und stehen für Fragen jederzeit zur Verfügung.

Wir gratulieren der Familie Meitzler dafür, dass Sie mit ihrem konsequenten Einsatz der Effektiven Mikroorganismen und der Durchführung der regenerativen Maßnahmen auch im Weinbau diese tollen Erfolge erzielen konnte.

Danke für diesen hoch informativen Austausch und Einblick in eure Weinberge!

Berglandschaft mit Grünland und Hütte

Regenerative Grünlandbewirtschaftung

Trockene und extrem nasse Witterung haben in den letzten Jahren fast jeden Betrieb auf die eine oder andere Art betroffen. Eine zunehmende Verarmung des Grasbestandes, Verdichtungsprobleme und erhöhter Unkrautdruck sind gängige Sorgen beim Grünland. Die regenerative Grünlandbewirtschaftung bietet Lösungswege für eine wirtschaftliche Nutzung von Wiesen und Weiden.

Ziele der regenerativen Grünlandbewirtschaftung

In der regenerativen Landwirtschaft geht es im westlichen um drei Ziele:

  • Humusaufbau
  • Bodenmikrobiologie wiederherstellen
  • Beste Qualitäten der Produkte erzeugen

Diese Ziele gelten nicht nur für den Acker- und Gemüsebau, sondern natürlich auch für das Grünland. Auf den meisten viehhaltenden Betrieben ernährt das Grünland die Tiere und bietet zusätzlich noch die Möglichkeit für eine artgerechte Tierhaltung auf der Weide. Eine gute Futterqualität und -Verfügbarkeit ist demnach die Grundlage für eine erfolgreiche und wirtschaftliche Produktion.

Probleme im Grünland

Besonders in Betrieben, die eine intensive Grünlandbewirtschaftung betreiben und viele Überfahrten mit Erntetechnik und Güllefass im Jahr durchführen müssen, spielt Verdichtung eine große Rolle. Aber auch durch die Beweidung mit Rindern, Pferden oder anderen Weidetieren können Verdichtungen besonders im Oberboden entstehen.

Ein verdichteter Boden „atmet“ nicht mehr und kann Regenwasser oder Gülle schlecht aufnehmen und speichern. Besonders Starkregenereignisse werden so schnell zum Problem.

Auch typische Grünland “Unkräuter“, wie Hahnenfuß, Ampfer, Rispe oder das gefürchtete Jakobskreuzkraut können den Futterwert erheblich senken und die Qualität des Ertrags schmälern. Unkräuter sind hocheffektive Pflanzen. Sie haben die Funktion bestimmte Nährstoffe verfügbar zu machen und die Diversität auf dem Standort zu steigern. Dem kann die/der Landwirt/in durch regenerative Maßnahmen vorweggreifen. Unkräuter können sich aufgrund ihrer hohen Stoffwechselleistung in einem aktiven und gesunden Bodenmilieu schlechter etablieren und werden zurückgedrängt.

Regenerative Grünlandbewirtschaftung- Maßnahmen

Die regenerative Grünlandbewirtschaftung bietet Antworten auf viele Fragen zum Thema Grünlandwirtschaft. Wie immer liegt auch hier der Fokus auf der Reaktivierung des Bodenlebens.

Zu Beginn jeder Maßnahme steht die Bodenansprache. Nur wer seine Flächen gut kennt, kann bedarfsspezifisch handeln und dem Boden das zurückgeben, was er braucht. Die Wechselwirkung zwischen dem Boden- und Pflanzenstoffwechsel sind zentrale Aspekte einer zukunftsfähigen Landwirtschaft. Um beurteilen zu können, welche Eingriffe sinnvoll sind, muss man genau hinsehen.

Die Gareansprache

Ein Boden voller Leben und Funktionen

Die Überprüfung der Bodengare steht am Anfang der Beurteilung. Wie belebt ist mein Boden? Wo liegen Problemstellen? Was läuft gut? An welchen Stellen haben meine Maßnahmen bereits einen Effekt erzeugt? Mit diesen Fragen und dem Spaten in der Hand geht es raus auf die Wiese.

Spatenprobe

Mit dem Spaten oder der Bodensonde können Verdichtungshorizonte ermittelt werden. Die Spatenprobe sollte unbedingt von verschiedenen Stellen eines Schlags gezogen und verglichen werden. Die Krümelstruktur des Bodens gibt bereits einige Auskünfte über den Zustand des Bodenlebens. Eckige und kantige Krümel deuten auf Verdichtungen und wenig Mikrobenaktivität hin. Bodenmikroben „fressen“ Bodenpartikel rund. Dadurch entsteht ein lockeres, krümeliges Gefüge mit mehr mittelgroßen Poren im Boden. Diese sind der Hauptlebensraum der Bodenmikrobiologie. Auch Bodentiere wie Würmer, Springschwänze und Asseln verändern die Bodenstruktur mit ihren Ausscheidungen zum Positiven. Senkrechte Regenwurmkanäle sind im Übrigen KEIN Zeichen für einen gut durchlüfteten Boden, sondern im Gegenteil, ein Anzeichen für Verdichtung. Vertikal verlaufende Wurmkanäle dagegen sind ein gutes Zeichen.

Auf den ersten Blick kann man also bereits einiges erkennen und schlussfolgern.

Bodenschwenktest

Im nächsten Schritt folgt der Bodenschwenktest. Hierbei werden Bodenproben in Marmeladengläsern mit Wasser vermischt. Je nach Trübung und Färbung können Rückschlüsse auf den Anteil der organischen Bestandteile des Bodens geschlossen werden. Nach ca. einer Stunde kann das Ergebnis begutachtet werden. Eine braune Färbung (keine Trübung) und eine geringe Sedimentschicht sind ein gutes Ergebnis. Es sollte nicht zu viel Schaum vorhanden sein. Weiße Flecken deuten auf eine aktive Mesofauna (Pilze, Protozoen) hin.

Versickerungstest

Beim Versickerungstest wird ein Regenereignis mit 100 l/m² Niederschlag simuliert. Steht das Wasser auch nach 5 Minuten noch im Ring deutet das auf einen verdichteten Boden hin. Ein durchlässiger, gut strukturierter Boden kann auch große Wassermengen in kurzer Zeit aufnehmen. Dabei verschlämmt der Boden nicht. Untersucht man den Boden nach dem Versickerungstest wird man sehen, dass die verschiedenen Bodenporen in der Lage sind, Wasser „einzuspeichern“ und somit pflanzenverfügbar zu halten. Mehr Poren bedeuten eine größere Oberfläche und somit kann mehr Haftwasser im Boden gehalten werden. Ist das Gefüge nach dem Test schlammig, waren die Bodenporen bereits wassergesättigt oder der Boden kann durch eine ungünstige Struktur das Wasser nicht mehr effektiv speichern.

Grasnarbenbelüfter

Auch auf dem Grünland ist eine zusätzliche Maßnahme erforderlich, wenn sich Verdichtungen und Ertragsausfälle bemerkbar machen.

Einsatz des Grasnarbenbelüfters hat sich zusammen mit einer Fermenteinspritzung für die regenerative Grünlandbewirtschaftung bewährt. Auch im Grünland hat sich der Einsatz des Bodenverjünger bewährt. Wir empfehlen eine Aufwandmenge von 100l/ha. Wichtig ist, das der Bodenverjünger vor oder während des Arbeitsganges eingespritzt wird. Eine nachträgliche Einspritzung erzielt nicht den gleichen Effekt.

Der gezielt auf die Bodenmikrobiologie abgestimmte Bodenhilfsstoff verlängert und steigert die Wirkung der Belüftungsmaßnahme deutlich. Er hilft, Verdichtungen im Oberboden zu lockern und regt das Wurzelwachstum an. Der Boden wird insgesamt tragfähiger.

Durch leicht geneigte Messer am Modell der Firma Evers entstehen zu den einschnitten in die Grasnarbe auch feine Haarrisse im Boden. Diese werden durch den Einsatz des Bodenverjüngers sofort mit Mikroben besiedelt. Durch ihre Aktivität in Verbindung mit dem nun verbesserten Gasaustausch steigt das Wurzelwachstum und die Bodenatmung. Dies führt zu einem vermehrten Humusaufbau, denn Humus wird in der Wurzelrhizosphäre lebender Pflanzen von effektiven Mikroorganismen gebildet.

Eine Grasnarbenbelüftung sollte nur in der Vegetationszeit ca. Mitte April bis ca. Anfang Oktober bei einer Bodentemperatur von min. 6-8 Grad (Durchschnittsbodentemperatur Tag und Nacht) erfolgen. Sonst werden die entstandenen Lücken und Risse im Boden nicht mehr von Feinwurzeln erschlossen. Feinboden wird dann bei Regen in die tieferen Bodenschichten verschwämmt und die Verdichtung nicht gelöst, sondern noch verstärkt.

Mehr zur Anwendung des Grasnarbenbelüfters lest ihr HIER.

Güllebehandlung

Ein zentraler Aspekt bei der Grünlandbewirtschaftung ist in vielen Betrieben das Gülle-Management. Der ganzheitliche Ansatz der regenerativen Landwirtschaft umfasst also auch und insbesondere die Gülleaufbereitung mit EM-Aktiv, Biolith Urgesteinsmehl und Karbosave Pflanzenkohle.

Nährstoffverluste werden vermieden, Stickstoffemmissionen reduziert und die Gülle ist leichter zu handhaben. Sie riecht weniger bis gar nicht, ätzt nicht und kann wetterunabhängig ausgebracht werden.

Mehr zu den Vorteilen und Effekten von behandelter Gülle könnt ihr in einigen Blogbeiträgen nachlesen.

Regenerative Grünlandbewirtschaftung- Fazit

Die Maßnahmen der regenerativen Landwirtschaft sind auf dem Grünland ebenso effektiv umzusetzen wie im Ackerbau. Das allzu oft stiefmütterlich behandelte Grünland weist auf fast allen Standorten noch ein enormes Potenzial bei der Ertragssteigerung auf. Auch die Wertigkeit des Aufwuchses und somit die Futterwertigkeit lassen sich in vielen Betrieben noch optimieren.

Wer sein Grünland und den Boden darunter vernachlässigt kann langfristig große Probleme bekommen, deren Beseitigung mit viel Aufwand verbunden sind. Es lohnt sich daher auch auf Wiesen und Weiden ein regeneratives System zu etablieren und von den Vorteilen eines gesunden Bodens zu profitieren.

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