Positerra

Positerra- mehr als nur Klimaschutz

Die Landwirtschaft sieht sich aktuell mit vielen Frage- und Problemstellungen konfrontiert. Klimatische Veränderungen und die Forderungen aus Politik und Gesellschaft setzen viele Landwirte mehr als zuvor unter Druck. Aber auch Unternehmen geraten zunehmend in Zugzwang auf die Veränderungen zu reagieren. Positerra bietet die Chance Brücken zwischen Wirtschaft, Landwirtschaft und Gesellschaft zu bauen.

Enkeltauglich leben und wirtschaften. Dieses Credo verfolgen wir bei EM Chiemgau seit über 25 Jahren. Christoph Fischer, Dietmar Näser (grüne Brücke) und Friedrich Wenz (humusfarming) haben zusammen mit 4 weiteren Gesellschaftern die Positerra GmbH gegründet, um auch für die Landwirtschaft neue, zukunftsfähige Wege mitzugestalten.

Positerra vereint Experten der regenerativen Landwirtschaft gemeinsam mit Nachhaltigkeitsmanagern und Digitalexperten sowie preisgekrönten Umweltpionieren. Hier fließen Erfahrung, Qualität und Idealismus zusammen. Sie alle verbindet ein gemeinsames Ziel: Mit einem Humusaufbauprogramm etwas „Enkeltaugliches schaffen“ nach den Prinzipien der „Gemeinwohl-Ökonomie“.

Positerra hat sich zum Ziel gesetzt, eine enkeltaugliche und zukunftsfähige Landwirtschaft zu fördern und gleichzeitig wirtschaftlichen Unternehmen die Möglichkeit zu bieten, sich aktiv am Klimaschutz zu beteiligen. Ein weiteres Ziel ist es, das Bewusstsein für die Relevanz gesunder Böden als Grundlage für die Lebensmittelproduktion zu schaffen.

Die Landwirtschaft ist in der Vergangenheit stark unter Beschuss des öffentlichen und politischen Diskurses geraten. Ein fruchtbarer Austausch und die Beachtung der vielschichtigen Interessen ist ein guter Ansatz, um die Landwirtschaft aus dem Spannungsfeld zwischen Verbrauchanforderungen, politischen Richtlinien und wirtschaftlichen Interessen heraus zu manövrieren.

Neue Wege in der Landwirtschaft – eine Chance für viele

Durch eine humusfördernde und bodenbelebende Landwirtschaft können atmosphärische Klimagase im Boden gespeichert werden. Dies ist die Grundlage, unvermeidbare Emissionen kompensieren zu können. Durch die Verknüpfung von Landwirten und wirtschaftlichen Akteuren wird gleichzeitig ein neues Bewusstsein für die Existenz, die Bedürfnisse und die Schnittstellen zwischen beiden Welten geschaffen.

Teilweise sind Unternehmen direkt mit einem oder mehreren Landwirten „verknüpft“, sodass eine persönliche Beziehung entstehen und wachsen kann. Dadurch erwächst eine Wertschätzung des einen für das Tun des jeweils anderen.

Aber auch ohne direkte Zuweisung können Unternehmen mithilfe von Positerra nicht nur ihren ökologischen Fußabdruck verbessern, sondern gleichzeitig auch ihre Unterstützung für die Stärkung der regionalen Landwirtschaft umsetzen.

Jedem sollte bewusst sein, dass die Landwirtschaft der wichtigste Erwerbszweig ist, den es auf der Welt gibt. Ohne Landwirtschaft keine Nahrungsmittel, ohne Nahrungsmittel, keine Menschen (und erst recht keine Wirtschaft).

Regional kompensieren und den Boden wieder gut machen!

Positerra setzt auf den Aufbau eines regionalen Netzwerks von Akteuren aus der Wirtschaft und Landwirten in Deutschland. So werden die Emissionen dort kompensiert, wo sie entstehen. Keine anonymen Zwischenfirmen, kein Kompensieren im Ausland. 100 % Transparent. Klimaschutz „zum Anfassen und Anschauen“. Damit ist Positerra ein absoluter Vorreiter in Sachen regionaler Klimaschutz und Stärkung der regionalen Landwirtschaft.

Auch in der Landwirtschaft sind zukünftig strukturelle und (auch durch das Klima bedingte) handfeste Probleme zu lösen. Auch hier setzt Positerra an und unterstützt die Landwirte auf ihrem Weg zum regenerativen Klimalandwirt.

Auch die im Zuge der Projektlaufzeit erhobenen Daten werden nicht an Drittanbieter weitergeleitet. Positerra verpflichtet sich, die Daten ausschließlich zu Forschungszwecken und Weiterentwicklung der regenerativen Methoden zu nutzen. „Data-Mining“ und der Verkauf von sensiblen Rohdaten an entsprechende Großkonzerne ist ausgeschlossen.

Der Weg zum Klimalandwirt

Wir verfolgen einen langfristigen Ansatz, der den Landwirten verschiedene Möglichkeiten aufzeigen soll, mit den Maßnahmen der regenerativen Landwirtschaft auf die zukünftigen klimatischen und gesellschaftlichen Herausforderungen reagieren zu können. Dabei steht der Humusaufbau auf den Flächen und damit die Möglichkeit zur Reduzierung klimaschädlicher Gase im Vordergrund.

Maßnahmen zum Humusaufbau wären beispielsweise:

  • Bodenbelebende Düngemaßnahmen nach dem Rosenheimer Projekt (Gülle- oder Festmistaufbereitung mit Pflanzenkohle, Gesteinsmehl und Effektiven Mikroorganismen)
  • Flächenrotte und Tiefenlockerung mit Fermenteinspritzungen des Bodenverjüngers
  • Vitalisierungsmaßnahmen
  • Zwischenfruchtanbau und Dauerbegrünung der Flächen
  • Probiotisches Stallmanagement zur Verringerung von Ausgasung
  • Regernatives Weidemanagement (mob grazing)
  • Etc…

Was müssen Positerra Landwirte leisten?

Ziel ist es, wirtschaftliche Unternehmen und landwirtschaftliche Akteure zusammen zu bringen und gemeinsam das Klima zu verbessern, den Humusgehalt im Boden zu steigern und die regionale Landwirtschaft zu stärken.

Die Grundvoraussetzung für eine Teilnahme bei Positerra ist zunächst einmal die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Viele Akteure in der Landwirtschaft suchen nach Alternativen und neuen Lösungsansätzen für alte Probleme.

Die Wissensvermittlung über die Maßnahmen der regenerativen Landwirtschaft als „Hilfe zur Selbsthilfe“ steht dabei im Fokus der Beratungsleistung.

Die Teilnahme bei Positerra stützt sich auf eine langfristige und nachhaltige Zusammenarbeit.

Über den Vertragszeitraum (8-10 Jahre) werden in drei Phasen Bodenproben gezogen und die Humusgehalte aufgrund einer standardisierten Methodik untersucht. Die Kosten hierfür trägt der Landwirt.

Über die verschiedenen Phasen wird der Humusaufbau gemessen. Nach ca. 3-5 Jahren („Startphase“) kann die erste Auszahlung der Humusprämien erfolgen. Die gesamte Summe der Vergütung wird nach Abschluss der dritten Probe, der „Haltephase“ ausgezahlt.

Für mehr Informationen wendet euch an

positerra Kontakt

positerra GmbH
Eduard-Rüber-Str. 7
83022 Rosenheim

+49 (0) 8031 271574-0
info@positerra.org

Grundsätzliches auf einen Blick:

  • Sinnvoll ab einer Fläche von 10 ha
  • 1 Probe bei Vertragsbeginn. 2 Probe nach 3-5 Jahren, dann erste Auszahlung (2/3)
  • 3. Probe nach 5 Jahren (Humusanteil gehalten oder gestiegen = restliche Auszahlung 1/3)
  • Auszahlung ab einem Aufbau von 0,1 % Humus (10t C/ha) à 30€/t
  • Wird weniger aufgebaut erfolgt keine Auszahlung aber auch keine „Strafe“
  • Beratung durch Positerra über die Vertragslaufzeit
Betriebsbesichtigung EM Praxisbetrieb

Der Emplhof- Enkeltauglich aus Tradition und Überzeugung

Der Emplhof im schönen Chiemgau wird bereits seit über 450 Jahren von der Familie Gröbner bewirtschaftet. Tradition ist hier also nicht nur ein Modewort, sondern gelebter Alltag. Der Hof wird ökologisch bewirtschaftet. Neben der Milchviehhaltung ist auch die Kinder- und Jugendarbeit ein wichtiger Teil der Hofbewirtschaftung.

Besonders Gerlinde Gröbner sieht in der Arbeit mit den Kindern auf dem Hof einen wichtigen Baustein für die Zukunft. Sie möchte ihren Teil dazu beitragen, die Kinder an die Landwirtschaft heranzuführen und ihnen den Wert der Landwirtschaft nahezubringen.

Der Bio-Bauernhof heute

Auf dem 55 ha großen Milchviehbetrieb werden in vielen Bereichen Effektive Mikroorganismen eingesetzt. Seit der Umstellung 2007 auf die biologische Wirtschaftsweise suchten Gröbners nach Alternativen und Möglichkeiten, den Betrieb wirtschaftlich rentabel und ohne große Ertragseinbußen umzustellen. Über den Austausch im „Rosenheimer Projekt“ fanden sie Informationen und entwickelten gemeinsam mit anderen Landwirten und EM Chiemgau Lösungen für eine enkeltaugliche Landwirtschaft.

Gröbners sind ein tolles Beispiel dafür, was es bedeuten kann, Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung für die Aus- und Weiterbildung von Kindern und einer neuen Generation, den Boden, die Tiere und das eigene Tun. Man müsse offen sein und sich darauf einlassen, neue Wege auszuprobieren, sagt Gerlinde. Das „sich einlassen“, „hin spüren“ und dem eigenen Bauchgefühl wieder mehr zu vertrauen, seien die ersten Schritte gewesen. Mit der Zeit wird man sich immer sicherer in seinen Entscheidungen, sieht und spürt Erfolge und weiß, dass man auf dem richtigen Weg ist.

Der ganzheitliche Ansatz, den Gröbners verfolgen, ist auch Basis unserer Philosophie. In Kreisläufen zu denken und natürliche Ressourcen effizient zu nutzen, erweist sich in der Praxis als ein erfolgreicher Ansatz.

EMs im Einsatz

Die rund 60 Fleckviehkühe haben Zugang zu 24 ha Kurzrasenweide, welche bis in den späten Sommer noch einen ordentlichen Teil (ca. 40 %) des Grundfutterbedarfs der Ration deckt. Der Kraftfutterbedarf wird über die Fütterung im Melkroboter gedeckt. Die Kühe danken diese Haltungsform mit einer sehr ordentlichen Milchleistung von durchschnittlich 7500 kg/Kuh. Auch auf die Tiergesundheit wirken sich Effektive Mikroorganismen nachhaltig positiv aus. Auch Schwergeburten haben sich deutlich reduziert. Kälberkrankheiten können mit Hausmitteln kuriert werden.

EM steht nicht nur für ein Produkt, sondern für eine Herangehensweise. In vielen Bereichen wird über MiIlieubehandlung erreicht, dass sich eine aufbauende gesunde Mikrobenumgebung etabliert. So werden Fäulnis und pathogene Keime zurückgedrängt. Der Tierarzt hat wenig zu tun bei den Gröbners.

Gerlindes Praxistipp bei Kälberdruchfall

Die Herde auf dem Emplhof ist grundsätzlich sehr gesund. Treten doch einmal Krankheiten auf, setzt Gerlinde, besonders bei Kälberdurchfall, auch hier auf ihre guten Erfahrungen mit unseren Produkten. Karbofit Futterkohle, zusammen mit Flohsamenschalen und etwas Speiseöl als Paste angerührt, hilft erkrankten Kälbern schnell wieder auf die Beine. Die Karbofit Futteranzenkohle bindet Toxine im Körper und hilft diese leichter auszuscheiden. Eine anschließende Fütterung mit CFKE restauriert die Darmflora und hilft das Gleichgewicht im Körper wiederherzustellen.

Regenerativer Acker-Futterbau

Auch über das Futter wird der Kreislauf unterstützt. Mais- und Grassilage für die Winterfütterung werden bei der Ernte mit CFKE über eine Dosieranlage vor dem Ladewagen eingesprüht.

Gröbners haben eine Vernebelungsanalge im Stall, bereiten die Gülle nach dem bewährten Rezept des Rosenheimer Projekts mit EM-aktiv, Karbosave Pflanzenkohle und RoPro lit Gesteinsmehl auf.

Gülle ist das Wichtigste auf unserem Betrieb. Die konsequente Aufbereitung ist entscheidend. Denn alles, was man mit der Gülle rausfährt, fährt man mit dem Futter wieder heim.

Helmut Gröbner, Bio-Landwirt

Beim Bau der Güllegrube wurden EM Keramik Güllestäbe eingesetzt und auch in den Güllekanälen verbaut. Seitdem konnten Gerlinde und Helmut beobachten, dass es weniger Nagetiere im Stall gibt, da keine Schwimmdecken und Festablagerungen mehr in den Güllekanälen auftreten.

Sie haben sich auch bewusst für eine offene Güllegrube entschieden, denn über die Sonneneinstrahlung gelangt Energie in die Gülle. Energie, die man auf dem Acker und Grünland für die Futterwerbung nutzen kann. Auch die Reinigungsmittel auf dem Hof sind probiotisch, denn nur so kann auch das Abwasser unschädlich dem Kreislauf auf dem Betrieb wieder zugeführt werden.

Kultur und Natur bewahren und weitergeben

Auf dem Emplhof herrscht zwar immer ein reges Treiben, doch Gerlinde und Helmut strahlen dabei eine tiefe Ruhe aus. Sie stehen hinter ihrer Entscheidung, neue Weg zu gehen und haben auf ihrem Betrieb ein funktionierendes System etablieren können.

„Die Produktion von Lebensmitteln braucht Leben“

Gerlinde Gröbner, Bio-Landwirtin

Der Einsatz von Effektiven Mikroorganismen und die Zugehörigkeit zu einer starken Gemeinschaft, mit der man sich austauschen kann und immer wieder neue Impulse bekommt, sind Gröbners wichtig.

Der erste Schritt sei nachdenklich zu werden und bestehende Abläufe zu hinterfragen. Es gibt Lösungen und Herangehensweisen für jeden, der offen ist, Neues zu wagen.

Wir danken euch, Gerlinde und Helmut für die jahrelange hervorragende Zusammenarbeit und den immer wieder bereichernden Austausch. Wir freuen uns, immer wieder zu Gast bei euch sein zu dürfen und spannende Einblicke in euren Betrieb zu bekommen.

Emplhof - Der Erlebnis-Bauernhof für Kindergruppen
Kaps 2, D-83308 Trostberg, Telefon 08621 7329, Telefax 08621 978783, info@emplhof.de

Agrarseminar Humusaufbau

Agrar Seminar: Humusaufbau mit Gerhard Weißhäupl

Was für ein interessanter Tag! Wir haben uns getraut und unsere erste Hybrid-Veranstaltung gehostet. Sowohl vor Ort als auch online konnten die Teilnehmer den spannenden Vorträgen von Humusbauer Gerhard Weißhäupl und dem Experten für Effektive Mikroorganismen Christoph Fischer verfolgen.

Rund 80 Teilnehmer konnten die Veranstaltung zum Thema Humusaufbau wahlweise in Präsenz vor Ort oder ganz bequem und praktisch online von zu Hause verfolgen. Auch für uns war dies eine neue Erfahrung und wir freuen uns, euch dieses Format auch in Zukunft öfter anbieten zu können!

Wie fängt man am besten an mit der regenerativen Landwirtschaft? Welche Fehler und Stolpersteine kann man leicht vermeiden und welche Maßnahmen führen zum Ziel?

Fragen über Fragen und viele Antworten gab es unter anderem in Vorträgen zum Thema Kreislaufwirtschaft & Nährstoffe optimal nutzen, Agroforestsysteme und Maßnahmen der regenerativen Landwirtschaft.

Was wir immer wieder feststellen dürfen, ist, wie wichtig der Austausch zwischen den Praktikern und Akteuren der regenerativen Landwirtschaft ist. Ganz besonders in diesem Jahr, in dem wieder zahlreiche Herausforderungen auf uns warten, freuen wir uns, die Entwicklung der regenerativen Landwirtschaft mitzugestalten.

Humusexperte Gerhard Weißhäupl lieferte tiefe Einblicke in sein Bewirtschaftungssystem mit Agroforst, Festmistaufbereitung und viel Wissen rund um den richtigen Komposttee Einsatz. Wir empfehlen allen Interessierten die Teilnahme an dem Feldtag im Juni auf seinem Betrieb. Dort kann man sich die beeindruckenden Ergebnisse der regenerativen Maßnahmen vor Ort anschauen, Fragen stellen und in jedem Fall viel lernen und mitnehmen.

Auch wir entwickeln uns stetig weiter und Unterstützen euch bei der Umsetzung einer aufbauenden Landwirtschaft. Besonderer Dank gilt auch der Familie Hamberger aus der Gemeinde Stephanskirchen, die uns zur Demonstration den Tiefenlockerer der Firma Bremer ausgeliehen hat. Auf die Vorteile und den Nutzen dieses Arbeitsgerätes ist Gerhard Weißhäupl in seinem Vortrag eingegangen. Mehr dazu lest ihr HIER.

Wir haben uns sehr über den Austausch zum Thema Humusaufbau und jeden einzelnen Teilnehmer gefreut!

Mykorrizierung

Effektive Mikroorganismen Teil II: fermentaktive Pilze

Im zweiten Teil unserer Vorstellungsreihe stehen die Pilze im Vordergrund. Auch (Mykorrhiza) Pilze sind jedem ein Begriff. Doch wie bei den Bakterien ist ihr Ruf meist schlechter, als sie es verdient hätten. Das kommt daher, dass fast jeder schon einmal die Bekanntschaft mit unerwünschten Schimmelpilzen in der Küche gemacht hat. Auch Speisepilze sind nicht jedermanns Sache.

Dennoch sollte jede/r Landwirt/in Interesse an seiner ganz eigenen Pilzzucht haben. Wir meinen natürlich die Bodenpilze! Denn Pilze sind wichtig. Sie sind sogar elementar für den Nährstoffkreislauf in der Natur. Wir wollen uns das Vorkommen und die Aufgaben von Bodenpilzen im Folgenden einmal genauer ansehen.

(Mykorrhiza) Pilze und ihr nützliches Netzwerk

Bodenpilze bilden in gesunden Böden die Spezies mit der größten Biomasse. Das liegt an ihrer guten Vernetzung. Pilze bilden Hyphen aus, mit denen sie sich ausbreiten, Kontakt zu anderen Pilzen und Nahrungsquellen herstellen und sich vermehren. So vergrößern sie ihre Oberfläche um ein Vielfaches und können entlang ihrer oft kilometerlangen „Nervenbahnen“ Informationen und Nährstoffe aufnehmen, transportieren und weitergeben. Dieses Netzwerk verbindet ganze Ökosysteme und kann unglaubliche Ausmaße annehmen.

Bodenpilze

Pilze haben einen komplexen Stoffwechsel. Somit sind sie in der Lage, auch weniger gehaltvolle Organik wie Lignin und Zellulose umzusetzen. Pilze können aber auch höherwertige Stoffe wie Fette nutzen. Mit der richtigen Nährstoffzusammensetzung und ausreichend organischen Säuren (hergestellt u.a. durch Bakterien) machen sie Nährstoffe pflanzenverfügbar und sind maßgeblich am Lebendverbau von Kohlenstoff (Humusbildung) und der Stabilisierung der Bodenstruktur (Glomalinbildung) beteiligt.

Die Symbiose von Bodenpilzen, Bakterien und Pflanzenwurzeln

Bodenpilze, Bakterien und Pflanzenwurzeln gehören zusammen. Besonders über Gräser können nützliche Bodenpilze etabliert werden. Untersaatgemenge sollte daher auch immer, wenn möglich einen Grasanteil enthalten. Pilze folgen den Bakterien in der Reihenfolge der Besiedelung. Bakterien ebnen den Weg, damit Pilze sich etablieren können. Ein ausgewogenes Verhältnis von Pilz/Bakterien von 1:1- 10:1 ist eine gute Grundlage für die meisten Nutzpflanzen.

Pilze sind sehr anfällig für Störungen des Bodenstoffwechsels und sterben dementsprechend leicht ab. Zu hohe Düngemengen oder rein mineralischer Dünger führen dazu, dass Pilze sich nicht mehr ernähren können. Von Pestizid- und Fungizidanwendungen ganz zu schweigen. Auch wendende Bodenbearbeitung und andere mechanische Störungen des Hyphennetzes können zur Verdrängung von nützlichen Bodenpilzen führen.

Die in unseren Produkten enthaltenen Pilzkulturen können sich aufgrund der Wechselwirkungen mit den enthaltenen Bakterien schnell etablieren und ihr wirkungsvolles Netz ausbilden. Somit sind Kulturen nach der Anwendung des Bodenverjüngers im Vorteil gegenüber unbeimpften Kulturen. Auch nach Stresssituationen oder unter extremen Bedingungen kann eine Vitalisierung der Pflanzen und des Bodens den stoffwechselphysiologischen Vorteil bringen, um Erträge zu sichern.

In aller Munde - Mykorrhiza Pilze

Eine Pilzart, die es zu einer gewissen Prominenz gebracht hat, sind die sogenannten Mykorrhiza Pilze. Dabei bedeutet der Begriff Mykorrhiza übersetzt lediglich „Pilzwurzel“. Die Eigenschaften dieser Pilzwurzeln sind jedoch für die Landwirtschaft besonders nützlich.

Mykorrhiza Präparate sollen das neue Wundermittel in der Landwirtschaft sein.

Aber Vorsicht! Keiner der Akteure im Bodenstoffwechselnetzwerk funktioniert für sich allein!

Auch Mykorrhiza Präparate müssen Bakterienkulturen enthalten. Denn nur in der Symbiose wirken Mykorrhiza Pilze überhaupt. Über die Zusammensetzung schweigen sich jedoch viele Hersteller aus. Bei bakteriell verarmten Böden oder Präparaten ohne genügend Bakterienstämme kann die Ausbringung von Mykorrhiza Präparaten daher leicht zu einer teuren 0 Runde werden.

Unter dem Begriff Mykorrhiza versteht man Pilze bzw. Pilzwurzeln, die sehr eng mit den Pflanzenwurzeln interagieren. Sie besiedeln die Wurzeln und dringen teilweise sogar in diese ein. Somit sind sie fest mit ihrem Wirt verbunden. Im Austausch gegen Kohlenhydrate in Form von Zucker aus der Photosynthese liefern die Pilze den Pflanzen Nährstoffe wie Stickstoff, Kalzium und Phosphor und verbessern die Wasserversorgung.

Auf trockenen Standorten oder in Dürreperioden haben mykorrhizierte Kulturen somit die Nase vorn.

Ein Mykorrhiza Pilz schützt zudem seine Wirtspflanze vor Schadpilzen. Logisch, denn wer würde schon „seinen“ Stamm-Wirt kampflos aufgeben? Zudem bilden Mykorrhiza Pilze Glomalin aus. Glomalin ist der Bodenklebstoff. Er festigt die verschiedenen Krümelstrukturen im Boden und sorgt für Stabilität.

Unsere Produkte mit ferment-aktiven Pilzen

Wie ihr seht, spielen Pilze im Gesamtkonzept der Bodengesundheit eine große Rolle. Daher lohnt es sich, etwas für die Besiedelung durch Bodenpilze zu tun und diese sensiblen Organsimen zu fördern.

Bodenverjünger

Bodenverjünger-Ferment-zur-Steigerung-der-Stoffwechselprozesse

Nativer, fermentierter Bodenhilfstoff

  • mit hoher biologischer Vielfalt nativer Bakterienstämme
  • für Ackerbau und Grünland
  • speziell ausgerichtet auf die Anwendung im Boden
  • aktiviert und stabilisiert die Bodenbiologie
  • setzt Umsetzungsprozesse in Gang
  • unterstützt den Humusaufbau
Bakterien

Effektive Mikroorganismen Teil I: Bakterien

In dieser Serie werden wir uns genauer mit den Hauptdarstellern unserer Produkte beschäftigen- den effektiven Mikroorganismen. Bakterien, Hefen und Pilze spielen für (fast) allen lebenswichtigen Prozessen eine große Rolle. Doch noch immer sind sie und die komplexen Wirkungszusammenhänge kaum erforscht und die Welt der Mikroorganismen eine Welt voller Fragen für uns.

Über die grundsätzlichen Wirkungsprinzipien von Bakterien und dem Begriff Mikrobiom könnt ihr HIER noch mehr erfahren. Wichtige Eigenschaften von Bakterien sind:

  • Das Dominanzprinzip: Übernehmen die „Vorherrschaft“ und somit die Prozesse (z.B. Abbauend oder aufbauend)
  • Die Kompetenzaneignung: Können unterschiedliche Funktionen übernehmen

Wie wir wissen wirken Bakterien meist mit zahlreichen Gegenspielern in Wechselbeziehungen. Zudem benötigt es spezifische Impulse um bestimmte Prozesse zu starten. Diese können wir als Menschen setzen und somit aktiv in die Milieusteuerung einer Umgebung (wie dem Boden, dem Darmtrakt eines Tieres, dem Mikrobiom im Stall oder der Gülle) einzugreifen.

Es geht oft zu wie auf einem Basar unter den effektiven Mikroorganismen. Nährstoffe und Moleküle werden auf- und abgebaut, ausgetauscht und zerlegt oder zu einem neuen Stoff zusammengefügt. Was der eine nicht mehr braucht, ist für den anderen lebensnotwendig. Stoffwechselprodukte werden immer weiterverarbeitet und somit in immer kleiner aufgespaltener Form angereichert oder zu neuen großen Bausteinen wie Vitaminen und langkettigen Molekülverbindungen zusammengesetzt.

Sauer macht lustig- die Milchsäurebakterien

Effektive Mikroorganismen

Es gibt zahlreiche Vertreter der Milchsäurebakterien

Von den Milchsäurebakterien dürfte fast jeder bereits einmal gehört haben. Milchsäurebakterien sind an zahlreichen Prozessen der Lebensmittelverarbeitung und -konservierung beteiligt.

Sie sind in der Lage, ohne Sauerstoff (anaerob) Kohlenhydrate zu Milchsäure zu verstoffwechseln. Wie die meisten Lebensformen auf diesem Planeten haben sie ihre Arterhaltung und Vermehrung ganz oben auf der täglichen „to do“ Liste. Dazu benötigen sie Energie. Zur Energiegewinnung nutzen sie Kohlenhydrate, welche sie in einem Gärungsprozess, also einem fermentativen Stoffwechsel, zu Milchsäure umwandeln. Damit senken also somit den pH-Wert ihrer Umgebung und säuern diesen an. Allein dieser Effekt ist nützlich, da viele Fäulnisbakterien wie Clostridien, Listerien oder Coliforme Bakterien in einem sauren Milieu nicht überleben können.

Wenn es sein muss, fermentieren Milchsäurebakterien auch unter aeroben Bedingungen, also mit Anwesenheit von Sauerstoff. Milchsäurebakterien sind bei der Herstellung von Joghurt, Käse, Bier, Wein, Essig, im Magen-Darmtrakt und im Bereich der Geschlechtsorgane von Mensch und Tier vorhanden. In der Landwirtschaft nutzen wir ihre konservierende Leistung bei der Silierung von Futter.

Die im „Rosenheimer Projekt“ entwickelte Methodik zur Gülleaufbereitung durch die Zugabe von Ems nutzt den Effekt der pH-Wert Senkung, sowie die Umsetzung/Verstoffwechselung von Kohlenhydraten zu nützlichen Futtersäuren. In der Gülle können Milchsäurebakterien das Milieu von einem fäulnisdominierten Milieu hin zu einem reduktiv aufbauenden Milieu steuern, da sie pathogenen Keimen die Lebensgrundlage entziehen und bald gemeinsam mit den anderen Akteuren aus der EM Stammlösung das Milieu dominieren.

Ohne sie kein Leben – Photosynthese Bakterien

Eine der bekanntesten und wichtigsten Bakterienstämme auf dieser Erde sind die Photosynthesebakterien. Diese werden unterschieden in Rhodosirillales und Cyanobakterien. Die verschiedenen Gattungen sind zur Umwandlung von Lichtenergie in chemische Energie teilweise mit und ohne Sauerstoffzufuhr in der Lage. Das heißt, sie sind die ersten Akteure in der Nahrungskette, da sie aus Licht Kohlenhydrate, Aminosäuren und Nukleinsäuren produzieren können, von denen alle anderen Lebensformen, die nicht in der Lage sind selber Photosynthese zu betreiben, abhängig sind.

Sie setzen Sauerstoff frei, wobei sie Wassermoleküle aufspalten. Dies führt zu einer Ansäuerung des Bodens (natürliche Acidität) und sorgt für Energie für den Bodenstoffwechsel (durch freie H+ Atome). Zudem können Cyanobakterien Stickstoff fixieren und sogar Schwefel bilden!

Photosythesebakterien vermehren sich schnell und effektiv und kommen ursprünglich in großer Anzahl im Boden und auf den Pflanzen(-Wurzeln) vor. Ihre Stoffwechselprodukte enthalten viele bioaktive Stoffe wie u.a. Vitamine und Antioxidantien. Sie unterstützen symbiotisch die Arbeit andere Bakterienstämme durch ihre Stoffwechselprodukte oder verwerten andere Bakterien oder deren Erzeugnisse weiter.

Die große Welt der Bodenbakterien

Noch dazu gibt es unzählige Bakterienstämme, die alle ihre ganz eigenen und wichtigen Funktionen im Boden und im gesamten Nährstoffkreislauf haben.

Wie beispielsweise Bacillus subtilis, erfahrenen Komposttee-Anwendern bereits wohlbekannt, ist so ein Vertreter. Es lebt an der Bodenoberfläche und kann sich sehr gut an die Umgebungsbedingungen anpassen. Sein Lieblingsnahrungsmittel ist, wer könnte es ihm verübeln, Zucker! Es setzt Glucose zu nützlichen Proteinverbindungen (Eiweiße) um und erzeugt im Wurzelbereich organische Verbindungen, die eine fungizide Wirkung (durch Verdrängung) haben. Daher hat es augenscheinlich eine direkte Wirkung auf die Pflanzen-und Wurzelgesundheit.

Oder Rhizobien, die Knöllchenbakterien. Ein bekanntes und beliebtes Bodenbakterium. Sie interagieren mit bestimmten Pflanzen (Leguminosen) und können in der Symbiose elementaren Stickstoff speichern. Das Bakterium braucht dazu die Verbindung zur Pflanzenwurzel und umgekehrt. Die Pflanze bietet dem Bakterium den Lebensraum und die Versorgung mit Kohlenhydraten. Im Gegenzug für diese „Vollpension“ ermöglicht das Bakterium der Pflanze die Ausbildung spezieller Organe für die Stickstoffspeicherung. Rhizobium kann Stickstoff aus der Luft durch Umwandlung zu Ammonium pflanzenverfügbar machen.

Was sind eigentlich Aktinomyzeten?

Aktinomyzeten werden auch die Könige der Bakterien genannt. Sie können, ähnlich wie Pilze ein weites Netzwerk ausbilden. Aber nicht nur in der Größe unterscheiden sie sich von anderen Bakterienstämmen. Sie sind auch besonders „stark“ und übernehmen oft die Zersetzung von schwer abbaubaren Stoffen wie Lignin (Holz) oder Chitin (Insektenpanzer-Skelette). Aktinomyzeten beginnen erst mit der Arbeit, wenn es sich lohnt. Also wenn genügend Vertreter ihrer Art vorhanden sind, um die Aufgaben auch bewältigen zu können (Quorum sensing). Sie können Stoffe fermentieren (ohne Sauerstoff) und bilden zahlreiche nützliche Verbindungen aus. Darunter Antioxidantien, Antibiotika und organische Verbindungen, die u.a. eine fungizide Wirkung haben.

Aktinomyzeten mögen es warm (30-37 °C), noch dazu benötigen sie eine große Vielfalt an Nährstoffen für ihre Ernährung und Wachstum und wachsen eher langsam. Daher haben sie einen Nachteil gegenüber sich schnell vermehrenden Bakterienstämmen und etablieren sich nur langsam und wenn genügend Nährstoffe vorhanden sind.

Unsere Produkte für eure Böden und Tiere

Bodenverjünger

Bodenverjünger-Ferment-zur-Steigerung-der-Stoffwechselprozesse

Nativer, fermentierter Bodenhilfstoff

  • mit hoher biologischer Vielfalt nativer Bakterienstämme
  • für Ackerbau und Grünland
  • speziell ausgerichtet auf die Anwendung im Boden
  • aktiviert und stabilisiert die Bodenbiologie
  • setzt Umsetzungsprozesse in Gang
  • unterstützt den Humusaufbau
EM Wald

Regenerative Waldbewirtschaftung

Der Begriff „regenerative Waldbewirtschaftung“ bedeutet keinesfalls den Wald einfach sich selbst zu überlassen. Ganz im Gegenteil. Der Mensch als Bewirtschafter, als Forstwirt, als Nutzer kann den Wald aktiv bei der Regenerierung unterstützen und somit positive Prozesse für eine nachhaltige Waldbewirtschaftungsform einleiten. Eine regenerative Waldbewirtschaftung hilft, den Wald als Wirtschafts- und Lebensraum für die zukünftigen Generationen zu bewahren und zu stärken.

Wälder haben weltweit eine ganz besondere Bedeutung inne. Sie sind nicht nur Holzlieferanten und somit Grundlage für zahlreiche Bauweisen und Güter unseres täglichen Bedarfs, sondern spielen auch eine gewichtige gesellschaftliche und eine zentrale klimarelevante Rolle.

Der Einsatz von Boden- und Pflanzenhilfsmitteln wie EM-Aktiv oder Bodenverjünger wirkt sich auch im Wald langfristig positiv auf die vorhandene Mikrobiologie aus. Positive Mikroorgansimen wirken von Natur aus regenerativ. Nährstoffe aus dem Boden werden effektiver oder überhaupt erst pflanzenverfügbar. Der Bestand wird dadurch von innen heraus gestärkt.

Biodiversität im Wald

Ein zentraler Aspekt dieser Waldbewirtschaftung ist die Rückwendung zum Diversitätsprinzip. Waldbewirtschafter können gezielt die positiven Wechselwirkungen verschiedene Baumarten untereinander Nutzen und somit, ohne großen Mehraufwand von den Effekten profitieren. Die Hinwendung zu einem Mischwald sollte zwar das Ziel sein, dennoch sind auch Pflanzungen von weiteren Nadelbaumarten zielführend, sofern diese gut mit dem bestehenden Baumbestand interagieren.

Grundsätzlich gilt bei Neupflanzungen bei 10 % der Baumarten auf Laubbäume zu setzen. Mindestens jedoch auf Bäume, die gut mit den Fichtenbeständen kooperieren, wie die Weißtanne oder je nach Standort Douglasien. Zudem sollten größere Abstände als in der gängigen Praxis von über 1,5 m eingehalten werden. Dies mag dem ein oder andern Waldbesitzer unwirtschaftlich vorkommen. Bedenkt man jedoch eine geringere Schadholzquote, gesündere Bestände und eine verbesserte Holzqualität gleichen sich wirtschaftliche Einbußen wieder aus.

Neuanpflanzungen mit Starthilfe

Neu gepflanzte Setzlinge sollten von Beginn an einen guten Start bekommen. Der Einsatz von EM-Aktiv oder Bodenverjünger zusammen mit Karbosave Pflanzenkohle und RoPro-Lit sorgt für eine optimale Nährstoffversorgung der Jungpflanze. Ein kräftiges Wurzel- und Längenwachstum kann im ersten halben Jahr durch die Zugabe von Mineralstoffen (z.B. Schafwollpellets) und Bokashi gefördert werden. Für die Herstellung von kostengünstigem Bokashi eignen sich Baumnadeln oder Laub aus dem eigenen Wald.

Auf diese Weise gestärkte Setzlinge kommen schneller „in Gang“ und haben einen deutlichen Vorteil gegenüber unbehandelten Baumsetzlingen. In der Praxis konnten bereits Anwachsraten von 80% verzeichnet werden und das, trotz schwieriger Umwelteinflüsse, wie Wassermangel und Spätfrösten.

Humusaufbau im Wald

Ein zentraler Aspekt jeder Bewirtschaftungsweise sollte der Humusaufbau sein. Humus ist lebendverbauter Kohlenstoff und dieser bildet die Grundlage jeden organischen Lebens. Durch das Management der mikrobiologischen Prozesse kann der Humusaufbau verbessert werden. Eine höhere Wasserspeicherkapazität und eine verbesserte Feindurchwurzelung des Bodens sind die Folgen. Besonders in trockenen Jahren oder Gegenden mit weniger Niederschlägen ist eine optimale Nutzung der Wasserspeicherkapazität oftmals entscheidend für die Wirtschaftlichkeit des Waldes.

Ein aktives Bodenmikrobiom stärkt Baum und Borke

Wer den Wald zukunftsorientiert bewirtschaften will, muss ihn verstehen. Die Mikroben im Kronen- und Wurzelbereich arbeiten bei einem gesunden Baum zusammen und stehen in regem „Informationsaustausch“. Der diffuse N-Eintrag aus der Luft ist vom Menschen nicht zu kontrollieren. Eine Dysbalance im Nährstoffaushaushalt des Baumsaftes vermindert jedoch die Nährstoffaufnahme aus dem Boden. Der Einsatz von Effektiven Mikroorganismen hilft dem Baum natürliche Stoffwechselprozesse zu reaktivieren und in Balance zu halten.

Geduld ist auch und ganz besonders in der Waldwirtschaft eine Tugend. Ein aktives Bodenmikrobiom führt zunächst zu einer Anregung des Wurzelwachstums. Daher wirkt es anfangs mitunter so als würden die Anwendungen ohne Folgen bleiben, denn allzu selten schaut der Mensch dort nach wo der Prozess beginnt: im Boden.

Eine verbesserte Ausbildung der Feinwurzeln führt zu einer verbesserten Nährstoffaufnahme und Wasserversorgung des Baums. Besonders die flachwurzeligen Fichten können davon in wasserarmen Jahren und Regionen profitieren.
Eine optimierte Nährstoffverfügbarkeit im Wald ist auch der Schlüssel zu einem geringeren Arbeitsaufwand für den Menschen. Ein Faktor, der viel zu oft unberücksichtigt bleibt. Millionen von mikroskopisch kleinen Mitarbeitern helfen dabei, dass Nährstoffaufnahmevermögen zu initiieren. Oftmals ist nicht die Nährstoffmenge, sondern die Nährstoffverfügbarkeit der limitierende Faktor für das Pflanzenwachstum und letztendlich auch die Holzqualität. Zusätzliche Maßnahmen, wie Kalkungen oder Pestizideinsatz, zur Eindämmung des Schädlingsbefalls, können reduziert oder ganz aufgegeben werden.

Rentiert sich regenerative Waldbewirtschaftung?

In einer wissenschaftlichen Untersuchung der Fernuniversität Hagen konnte festgestellt werden, dass der Einsatz Effektiver Mikroorgansimen im Wald durchaus auch wirtschaftliche Vorteile bietet. So konnte bei der untersuchten Fläche von 24 ha überwiegendem Nadelwald eine dauerhafte Steigerung des Ertragsniveaus um 13,8% erzielt werden. Dies bedeutete eine Gewinnsteigerung von 13.630 €. Diese Steigerung konnte durch eine massive Reduzierung des „Käferholzes“ erreicht werden. Das anfallende Schadholz konnte vom Jahr 2003 mit 250 m³ bereits drei Jahre später auf 50 m³ Schadholz reduziert werden.

Durch Einsparungen beim Einsatz chemischer Anwendungsmittel, ebenso wie durch einen geringeren Arbeitsaufwand durch zusätzliches Einschlagen befallener Bäume, können in vielen Forstbetrieben weitere Möglichkeiten zur Gewinnsteigerung erwartet werden.

Nach 4 Jahren Behandlung mit Effektiven Mikroorganismen konnte die Behandlung im Demonstrationsbetrieb eingestellt werden, da sich ein positives, aufbauendes Milieu im Wald eingestellt hatte. Die Effekte bleiben erhalten, da sich die angesiedelten Bakterienstämme weiterhin vermehren und wirken.

Regenerative Waldbewirtschaftung Ausblick

Wir blicken zuversichtlich in die Zukunft unserer Wälder. Die regenerative Waldbewirtschaftung ist ein langfristiger und umfassender Ansatz, der die natürlichen und für uns Menschen lebensnotwendigen Prozesse des Walds stärkt.
Die bisherigen Ergebnisse zeichnen ein durchweg positives Bild vom Einsatz Effektiver Mikroorganismen im Wald.

EM in der Kreislaufwirtschaft

Ein Resümee nach über 10 Jahren EM-Einsatz auf dem Sandlhof

Konventioneller Milchviehbetrieb

knapp 50 Milchkühe plus Nachzucht

Region: Südbayern

Den vollen Durchblick dank EM

Im wunderschönen Südbayern waren wir zu Gast auf dem Milchviehbetrieb der Familie Singer. Beim Austausch mit den Singers wird schnell eins klar: EMs sind hier quasi Teil der Familie. Ob im Haus, im Garten oder im Stall bei den Tieren, die fleißigen Mikroben tun so selbstverständlich ihren Dienst, dass es Theresa an vielen Stellen schon gar nicht mehr auffällt. „Ich kenns ja net anders“ lacht die sympathische Hofnachfolgerin und zuckt mit den Schultern.

Wie Singers zu den Effektiven Mikroorganismen gekommen sind, ist eine lustige Geschichte. Christine Singer sei in der Meisterschule mit dem Thema in Berührung gekommen und habe diese EMs zum Putzen gleich mal ausprobieren wollen. Da ohnehin gerade das Reinigen der Stallfenster anstand, hat sie ihrem Mann Gottfried eine Flasche EM in die Hand gedrückt, damit er die Stallfenster damit einweicht. Das Resultat war so verblüffend, dass Singers seitdem nicht nur interessiert, sondern überzeugt von der Wirkung der EMs sind. Der hartnäckige Fliegendreck ließ sich nach dem Einweichen in EM-Lösung kinderleicht abwischen und auch auf die Dauer blieben die Fenster länger schmutzfrei und klar.

Das liegt daran, dass die Mikroben organische Reste und Staub praktisch zusammenfressen. EM-Reiniger wirken nicht steril, sondern bauen ein regeneratives Feld auf. Je mehr mit EM geputzt wird, desto stärker wird ihre probiotische Wirkung. Sie entziehen pathogenen Keimen einfach die Nahrungsquelle.

Von dieser Erfahrung beflügelt, informierten sich Gottfried und Christine immer mehr und wurden selbst Pioniere und Akteure im Rosenheimer Projekt. Sie nahmen Teil an Stammtischen, entwickelten neue Ideen mit, nahmen an Exkursionen zum Thema EM Anwendungen auf der ganzen Welt Teil und probierten immer wieder Neues auf dem eigenen Hof aus.

Ein Stall für die Zukunft

Als 2009 der Stallneubau anstand, war klar, dass auch hier das ganzheitliche System und der Nutzen der Effektiven Mikroorganismen miteinbezogen werden soll. Der Stall der Singers spiegelt das durchdachte Konzept in allen Bereichen wieder.

Dort haben die Kühe nicht nur Bergblick beim Weidegang, sie leben auch in einem vorbildlich konzipierten Außenklimastall. Schon beim Bau wurde mit Effektiven Mikroorganismen behandeltes Keramikpulver im Beton miteingerührt. Auch KIN Keramikstäbe in den Güllekanälen und natürliche eine Vernebelungsanlage für die Stallluft wurden gleich miteingebaut.

Technologisierte Abläufe und automatische Vorgänge sind Theresa wichtig. Denn erfahrungsgemäß setzt man im Arbeitsalltag nur um, was leicht und schnell geht. Wird die Vernebelung von CFKE im Stall von Hand gemacht, setzt man diese nicht mehr regelmäßig um und der Effekt geht verloren. Dabei bringt die Vernebelung im Stall in der Milchviehhaltung enorme Vorteile. Das positive Mikrobiom im Stall sorgt für weniger Ammoniakausgasung aus den Spaltenböden, verringert den Fliegendruck und wirkt gleichzeitig bereits positiv auf die Gülle. Die Menge an CFKE welche im Stall vernebelt wird, kann später auf die Güllebehandlung angerechnet werden.

Kreisläufe nutzen und Bewusstsein schaffen

Das Produzieren von hochwertigen Lebensmitteln und die Wertschätzung eben dieser ist für Theresa ein wichtiger Punkt, warum sie Öffentlichkeitsarbeit betreibt. Mit ihrem tollen und sehr informativen Instagram Kanal (@SANDL_THERESA) informiert sie ihre Follower über das alltägliche Leben im Stall und auf dem Trecker. Immer wieder zeigt sie auch auf ihrem Kanal, wie wichtig für ihren Betrieb die geschlossenen Nährstoffkreisläufe sind und wie man seinen eigenen Wirtschaftsdünger effektiv nutzen kann.

Egal ob die jährliche Güllebehandlung oder das Herstellen von Festmist Bokashi. Theresa weiß um den Wert ihres Wirtschaftsdüngers und nutzt diesen effizient für den Acker- und Futterbau.

Leistung aus dem Nährstoffkreislauf

Mit rund 8000 l/Milch pro Kuh ist sie zufrieden. Kraftfutter gibt es im Roboter nur zum Locken und als kleine Zugabe zur Ration. Auch hier zeigt sich wieder: Singers mögen technische und automatisierte Abläufe. Die Umstellung auf den Melkroboter sei trotz unheilvoller Prophezeiungen, kein Problem gewesen. Wenn man seine „Mädels“ gut kennt und ihnen die nötige Zeit und Ruhe gibt, würden sie das System schnell und gut begreifen.

Für Theresa gehören alle Abläufe auf ihrem Betrieb zusammen:

„Gesunder Boden, gesundes Futter, gesunde Tiere, gesunde Milch. So einfach ist das, und trotzdem gibt es immer wieder Herausforderungen. "

Theresa Singer

An der "Snackbar" gibt es Futterkohle, Salz und Gesteinsmehl als Mineralzugabe ad libitum. Die Kühe nutzen es gern wie man sieht und die "Schokoschnuten" haben schon ihren ganz eigenen Charme.

Vitale Kälber, gesunde Kühe

Der Kreislaufgedanke zieht sich auch durch die gesamte Aufzucht. In Zusammenarbeit mit uns testest Theresa derzeit die Wirkung von CFKE und Karbofit Futterkohle in der Kälberfütterung. Denn gesunde und vitale Kälber wachsen zu gesunden und leistungsstarken Milchkühen und Mastbullen heran.

Dabei stehen wir in regelmäßigem Austausch über Herausforderungen und Probleme bei der Umsetzung und den positiven Auswirkungen. Bis auf Einzelfälle kann Theresa auf eine medikamentöse Behandlung der Tiere verzichten. Durchfälle und Atemwegserkrankungen sind kein Thema mehr in der Kälberaufzucht. Und auch im Wachstum stehen die Kälber am Ende der Tränkephase homogen beieinander.

Der Kälberbereich und die Iglus werden regelmäßig mit Stallreiniger gesäubert. So entsteht ein positives Milieu in dem sich pathogene Keime gar nicht erst ansiedeln können.

Das Bewusstsein

Das fehlende Bewusstsein in der Bevölkerung darüber, wie aufwendig und zeitintensiv die Lebensmittelproduktion trotz er technischen Raffinessen ist und bleibt, frustiert sie manchmal.

Wie viel Arbeit allein im Garten ihrer Mutter anfalle, damit man frisches Gemüse ernten und genießen kann, sei vielen Menschen einfach nicht bewusst. Die Versorgung der Tiere bei Wind und Wetter, an Sonn- und Feiertagen auch das können sich viele Verbraucher nicht vorstellen. Sie liebt ihren Job, weil kein Tag wie der andere ist und sie die Selbstbestimmtheit und täglichen Herausforderungen an ihrer Arbeit mag. Ein bisschen mehr Unterstützung und Verständnis aus der Gesellschaft würde allen Landwirten jedoch guttun.

Wichtig sei, dass man für sich selbst Pausen einbaue, um sich nicht zu überlasten! Überall sind Self-Care und Achtsamkeit im Trend. Auch in der Landwirtschaft, wo man ohnehin mit viel Leidenschaft hinter seiner Tätigkeit steht, sei es wichtig, sich Ruhezeiten notfalls zu verordnen. Ansonsten sei keinem geholfen. Denn auch Landwirte haben ein Recht auf Lebensqualität und Erholung!

Landwirtschaft aus Leidenschaft

An Leidenschaft für die Landwirtschaft habe es Theresa laut ihrer Mutter Christine, Bezirksbäuerin und Hauswirtschaftsmeisterin (@SANDLBAUERIN), nie gefehlt. Schon als Kind wollte sie am Liebsten ständig im Stall und bei den Tieren sein. Wenn ihre Eltern zum wohlverdienten Jahresurlaub aufbrechen wollten, stellte Theresa erst mal die Frage: „Warum müssen wir immer in den Urlaub fahren?“ Aber sie und ihr Mann haben eben schon mal etwas anderes sehen und sich ein wenig erholen wollen… Der Kompromiss: Urlaub auf dem Bauernhof- ganz im Sinne der damals kleinen Theresa.

Auch in Zukunft effektiv miteinander

In diesem Jahr freuen sich auch Singers wieder auf vermehrten Austausch unter Praktikern und Akteuren der regenerativen Landwirtschaft. Offen für Neues sein und mit so wenig Aufwand wie möglich bestmögliche Ergebnisse erzielen ist der Weg, den Familie Singer weiter gehen wird.

Der Austausch und die Zusammenarbeit regen doch immer wieder dazu an, die Systeme weiter zu etablieren und immer wieder eigene Lösungen zu suchen. Das bringt alle voran und macht sowohl uns, als auch den Singers Spaß an der Zusammenarbeit.

Alles Gute euch weiterhin und Danke für diesen tollen Tag auf eurem Betrieb!

Der Großrachlhof- Tradition trifft auf Innovation

Region: Chiemgau

Biobetrieb seit 2009

Ackerland: ca 20 ha

Grünland: 50 ha (davon ca 16 ha Alm)

Schwerpunkte: Milchvieh, Urlaub auf dem Bauernhof, Dirketvermarktung Eier, Fleisch

Der Großrachlhof- "Die Flamme am Brennen halten"

Der Großrachlhof in Grassau ist einer der ältesten Erbhöfe Bayerns. Die Familie Sichler führt und betreibt den Hof bereits in der 17. Generation. Dies ist für die Familie aber kein Grund sich auf der Tradition auszuruhen. Ganz im Gegenteil „denn Tradition heißt für uns nicht, Asche zu bewahren, sondern "die Flamme am Brennen zu halten.“

Ein tolles Motto, das bei Jakob und Miriam gemeinsam mit den Großeltern Sabine und Josef durch täglichen Einsatz untermauert wird.

Auf dem Großrachlhof, der seit 2009 ökologisch bewirtschaftet wird, wurde altbewährtes schon immer mit innovativem Vorwärtsdenken kombiniert.

Josef Sichler, Jakobs Vater, war bereits Pionier der ersten Stunde im Rosenheimer Projekt. Sein Mut, die Dinge anders zu betrachten und anzugehen und das bereits vor über 20 Jahren, in einer Zeit in der der Begriff „Nachhaltigkeit“ noch keine Rolle in der Landwirtschaft spielte, ist Teil einer beeindruckenden Erfolgsgeschichte.

Der Betrieb ist mittlerweile breiter aufgestellt und auch diese Entwicklung erweist sich als gute Entscheidung. Das „Ferien auf dem Bauernhof“- Angebot fügt sich toll in das vielseitige und kommunikative Konzept der Sichlers ein.

Bei einem Urlaub auf dem Großrachlhof Hof dürfen Eltern und Kinder hautnah den Alltag auf einem Milchviehbetrieb miterleben, Eier aus einem der Hühnermobilställe sammeln oder den großen Treckern bei den Erntearbeiten zuschauen.

Auch bei der Ferienvermietung setzen Sichlers auf chemiefreie Reinigung mit EM-Produkten. Mirjam und Sabine leisten hier immer wieder viel Aufklärungsarbeit bei den Gästen rund um das Thema probiotisches Putzen und die Wirkungsweise der Effektiven Mikroorganismen.

Dabei stehen die beiden Frauen nicht nur hinter ihren Männern, sondern ermutigen sie auch den Weg immer weiter zu vertiefen und bilden sich selbst immer weiter. Es ist schön, dass sich die Energien bei den Sichlers so toll ergänzen und verstärken und sie gemeinsam an einem Strang ziehen und sich auch bei Gegenwind nicht entmutigen lassen.

Vielseitig und wirtschaftlich

Neben der Milchviehhaltung und einer Almwirtschaft (Rachlalm) haben Sichlers auch mit der Direktvermarktung von Eiern begonnen. Mit dem zweiten Hühnermobil für 1200 Legehennen wurde die Direktvermarktung der „PoppEier“ erst kürzlich erweitert. Dieses Projekt entstand zusammen mit einem der Mitarbeiter, Lukas Poppe. Ein weiterer Beweis dafür, wie offen und gemeinschaftlich Sichlers ihren Betrieb führen und gestalten. Sinnvolle Synergien werden genutzt und Ideen von außen sind willkommen und keine Bedrohung des „Ist-Zustands“.

Die größte Motivation an den Maßnahmen des Rosenheimer Projekts festzuhalten und sie mit regenerativen Methoden immer weiter zu ergänzen, seien laut Jakob nicht nur die gestiegenen Erträge, die bessere Befahrbarkeit der Böden und weniger Verdichtungsprobleme.

Die Enkeltauglichkeit und eine zukunftsfähige Landwirtschaft treiben den zweifachen Familienvater an. Er wolle seinen Kindern später einen wirtschaftlich tragfähigen Betrieb mit fruchtbaren und gesunden Böden vermachen können. Der Gedanke, giftige Chemie auf seinen Böden einzusetzen und sich selbst, seine Familie und seine Kinder einem Gesundheitsrisiko auszusetzen, kommt für ihn nicht infrage.

Josef Sichler hat den Weg der regenerativen Bewirtschaftung mit der Güllebehandlung nach dem Rosenheimer Projekt begonnen. Nach und nach sind immer mehr Methoden und Techniken dazu gekommen. Die Vernebelungsanlage, über die voll automatisch CFKE im Stall vernebelt wird, gehört auch schon seit Jahrzehnten zum Inventar. Bis auf ein paar ausgetauschte Düsen tut der Nimbatus seither brav und gewissenhaft seinen Dienst.

Wissen ist wie Kerzenlicht, es wird nicht weniger, wenn man es teilt...

Der Austausch und das sich gegenseitig Mut machen sind für Sichlers zentrale Aspekte bei der Weiterentwicklung der Ideen und Lösungen aus der regenerativen, aufbauenden Landwirtschaft.

Abschauen sei dabei gern erlaubt und gewünscht! Jakob möchte seine Erfahrungen und Erkenntnisse nicht in einer geheimen Schublade aufbewahren, sondern sein Wissen gern mit anderen regernativen Landwirten teilen und vermehren. Effektiv miteinander! So kommen alle voran. Die Angst, dass es nicht für alle reichen könnte, hat er nicht.

EM und die Ansätze der regenerativen Landwirtschaft sowie das Wissen aus dem Rosenheimer Projekt würden einen ganz wesentlichen Aspekt in der Landwirtschaft und in bei dem einzelnen Landwirt verändern: das Denken!

Das Treffendste was ich mal bei einem Vortrag bei EM Chiemgau gehört habe war der Satz: Was verändert EM am meisten? Das Denken!

Jakob Sichler

Pionierarbeit mit Durchhaltevermögen

Als Pioniere der ersten Stunde haben Sichlers viel ausprobiert und auch einige Rückschläge und Misserfolge in Kauf nehmen müssen. Als zentralen Schlüssel zum Erfolg und dem gezielteren Einsatz der Maßnahmen sieht Jakob die Albrecht Bodenanalyse. Das Wissen um die Nährstoffverhältnisse und Nährstoffverfügbarkeiten war ein entscheidendes Puzzleteil im Gesamtkonzept!

Jahrelang hatten Sichlers beispielsweise aus Unwissenheit und aufgrund von ungenauen Bodenanalysen nicht zu viel, sondern den falschen Kalk auf ihre Flächen ausgebracht. Dieser hatte einen zu hohen Mg-Anteil. Den Mg-Überschuss müsse man nun mühselig und vor allem über eine lange Zeit mittels Schwefeleinsatz wieder zurückregulieren. Doch solche Zusammenhänge ergeben sich erst bei genauem Hinschauen und gewissenhaftem Schlussfolgern. Und natürlich der Bereitschaft, sich immer weiter zu bilden und das Gelernte auf seine Wirtschaftsweise zu übertragen.

Enkeltauglich für die Zukunft

Neben dem Spaß an der Arbeit steht auch die Reduzierung des Arbeitsaufwands ganz oben auf Jakobs Prioritätenliste. Er möchte mit dem geringst möglichen Aufwand hohe Erträge erzielen und ein System auf seinem Betrieb zu etablieren, das wenig Input von außen benötigt.

Im Einklang mit der schönen Natur, in der sie leben, für eine enkeltaugliche Zukunft zu wirtschaften, das ist Sichlers wichtig.

Auf die Frage, was es brauche, um mit der regernativen Landwirtschaft anzufangen bzw. wie man am besten einsteigen kann, sagte Jakob, ohne zu überlegen: „Überall - einfach anfangen! Das Wichtigste ist, dass man offen für Veränderung ist und sein Wahrnehmungsspektrum erweitern möchte. Man muss wieder neugieriger werden auf Zusammenhänge, andere Sichtweisen und sein Tun und Handeln immer wieder Hinterfragen."

"Gescheit oder gar net"

Auf den Betrieb Sichler greifen alle Mechanismen ineinander. „Gescheit oder gar net“ -da sind sich Sichlers einig. Und der Erfolg des Betriebs gibt ihnen Recht. Die Leistung der Milchkühe mit ca. 7000 l/Kuh/Jahr kann sich sehen lassen. Und dass bei einer hauptsächlich grundfutterbasierten Ration. Weiteres Standbein mit Zukunftspotenzial ist die mobile Legehennenhaltung. Auch bei den Hühnern wird auf die CFKE Vernebelung im Stall gesetzt. Das Staubbad mit RoPro-Lit Gesteinsmehl hilft zusätzlich, das Gefieder milbenfrei zu halten.

Sichlers verzichten darauf, die Fermentprodukte wie den Bodenverjünger oder EM-aktiv selbst herzustellen, obwohl sie eine nicht unerhebliche Aufwandmenge pro Jahr benötigen. Für Jakob steht jedoch die Qualität und der Arbeitsaufwand des Selbstansatzes nicht Verhältnis. Er sei froh, dass er auf die qualitätsgeprüften Produkte von EM Chiemgau zurückgreifen könne und sich nicht auch noch um die Fermentation kümmern muss.

Die Kosten dafür zahlt er auch deshalb gerne, weil er weiß, dass Wissensaustausch und die stetige Weiterentwicklung und Verbesserung der Produkte auch Geld kosten. Als Kunde würden er und sein Betrieb von dieser Entwicklung profitieren. Danke für dein Vertrauen Jakob, wir sind tatsächlich stets mit der Weiterentwicklung und Optimierung unserer Produkte beschäftigt und entwickeln immer spezifischere Lösungen, um euch auch zukünftig noch gezielter bei den Problemstellungen der Landwirtschaft unterstützen zu können.

Austausch und Wissensvermehrung

Auch wir sehen immer wieder, dass jeder Betrieb seinen eignen Weg findet und eigene Lösungen und Herangehensweisen entwickelt. Allen gemein sind jedoch Neugier und Offenheit. Und die Bereitschaft, Fehler zu machen und aus diesen zu lernen. Wir stehen interessierten Landwirten gerne bei Fragen zur Seite und bemühen uns, das Netzwerk und den Austausch zwischen erfolgreichen Betrieben stetig auszubauen und zu verbessern.

Hoffentlich wird es dazu nächstes Jahr wieder vermehrt die Möglichkeit geben, in Präsenz Erfahrungen auszutauschen, Experten zu hören und das Wissen gemeinsam zu vermehren. Auch Sichlers würden sich darüber freuen und gerne mal wieder auf einer Lehrveranstaltung dabei sein. Wir freuen uns auf euch!

Alles Gute, danke für diesen tollen Austausch und die spannenden Einblicke! Weiter so!

Urlaub am Bauernhof bei Familie Sichler

83224 Grassau im Chiemgau

T: +49 8641 1520

F: +49 8641 598725

E: info@grossrachlhof.de

Bodenprobe aus der Spatenprobe in der Hand

Die Albrecht Bodenanalyse

Bodenprobe ist nicht gleich Bodenprobe. Eine praxisorientierte Bodenuntersuchung sollte nicht nur Aufschluss über die Menge der vorhandenen Nährstoffe geben. Aus unserer Erfahrung eignet sich hierfür die Albrecht Analyse am besten.

Die nach William A. Albrecht (1888- 1974) entwickelte Bodenuntersuchung ist ein zentraler Schlüssel, um angepasste Düngemaßnahmen und Anbaustrategien für seinen Betrieb zu entwickeln.

Die tatsächliche Nährstoffverfügbarkeit und die Nährstoffverhältnisse im Boden sind zentrale Parameter bei der Düngebedarfsermittlung. Herkömmlich VDLUFA Untersuchungen geben hierüber keine Auskunft. Eine gute Ergänzung zu den gesetzlich vorgeschriebenen Untersuchungen ist die Albrecht Bodenanalyse. Sie gibt einen detaillierten Überblick über den Ist-Zustand der Bodenchemie. Die darauf basierende Düngeempfehlung gleicht Imbalancen aus und fördert die Ertragsfähigkeit des Bodens. Die Bodenbiologie wird nicht mehr gehemmt.

Nährstoffverhältnisse und Nährstoffverfügbarkeiten

Pflanzen benötigen für ein stabiles und gesundes Wachstum mindestens 16 Makro- und Mikronährstoffe. Grundlage einer bedarfsgerechten Düngemittelberechnung ist daher die Untersuchung eines breiten Nährstoffspektrums und ebenso wichtig weitere Bodenparameter wie die KAK (Kationen-Austausch-Kapazität), der Boden pH-Wert und der Humusgehalt. Oftmals sind sogar ausreichend Nährstoffe im Boden vorhanden. Diese sind jedoch durch gestörte mikrobielle Prozesse oder durch einen Überschuss ihrer Antagonisten nicht pflanzenverfügbar.

Die Wiederbelebung und (Re-)Aktivierung der Bodenmikrobiologie sollte daher bei der Entwicklung eines Düngeplans berücksichtigt werden, sondern als wichtiger Aspekt einfließen. Sie macht Nährstoffe wieder verfügbar und stabilisiert Parameter wie z.B. den pHWert.

Ein Überschuss eines bestimmten Nährstoffes kann z.B. die Aufnahme anderer Nährstoffe hemmen und sich somit negativ auf das Wachstum, den Ertrag und in entscheidendem Maße auf die Qualität auswirken- und das trotz Düngemaßnahmen, z.B: Hemmt ein Überschuss an Magnesium die Calcium Verfügbarkeit trotz regelmäßiger Erhaltungskalkungen.


Was kann die Albrecht Bodenanalyse?

Die tatsächliche, pflanzenverfügbare Nährstoffeffizienz hängt von vielen Faktoren ab:

Ganz oben auf der Liste steht die mikrobielle Aktivität des Bodens, denn Nährstoffe sind an sich nicht mobil. Sie müssen meist in „verdauliche“ Formen transformiert und vor allem transportiert werden. Ein Job für unsere zahlreichen fleißigen Mitarbeiter- die Mikroorganismen.

Böden haben je nach Beschaffenheit eine unterschiedliche Speicherfähigkeit für Nährstoffe. Da die meisten Nährstoffe als positiv geladene Kationen vorliegen, gibt die „Kationenaustauschkapazität“ Auskunft darüber, wie viele Bindungsplätze an den negativ geladenen Anionen (Ton-Humus-Komplexen und Sandkörnchen) genutzt werden können bzw belegt sind.

Erst wenn ein chemisches Gleichgewicht im Boden herrscht, werden Nährstoffe pflanzenverfügbar. Magnesium und Calcium sind beispielsweise stärker positiv geladen und daher schwerer löslich als z. B. ein einfach positiv geladenes Natrium-Kation.

H+ > Na+ > K+ > Ca++ > Mg++

Die Albrecht Analyse gibt Auskunft über das chemische Gleichgewicht im Boden und lässt somit die richtigen Schlüsse für einen optimalen Düngemitteleinsatz überhaupt erst zu.

Liegt die Summe der Magnesium- und Calciumkationen beispielsweise bei 80 % wäre das der Idealzustand für den Boden.

Mit der Auswertung der Analyseergebnisse bekommt der/die Landwirt/in eine kilogramm genaue Düngeempfehlung und den Nährstoffhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Wie bereits erwähnt, Probleme stammen oftmals nicht von einem Nährstoffmangel, sondern von einem falschen Verhältnis der Nährstoffe her.

Albrecht Analyse KAK

Quelle: https://www.spower.bayern

Richtig proben

Am Anfang steht die richtige Beprobung. Die gewählten Flächen sollten möglichst viele Anbaufaktoren repräsentieren. Dazu sollten Flächen gewählt werden, auf denen sich der Betriebsstandard bezüglich Fruchtfolge, die bisherigen Düngemaßnahmen und die typischen Standorte widerspiegelt. Der Probenort sollte nach Möglichkeit GPS genau eingemessen werden (Service über den Maschinenring), damit man auch in den Folgejahren Proben an derselben Stelle ziehen und die Werte vergleichen kann. Nur so kann man Aussagen über den Erfolg oder Misserfolg seiner (Dünge-) Maßnahmen treffen. Wo keine GPS Messung möglich ist, sollte man trotzdem versuchen, möglichst genau aber natürlich vor allem standortrepräsentativ die Proben zu ziehen.

Auch der Zeitpunkt der Probenahme sollte immer gleich gewählt werden, um den Erfolg der Maßnahmen vergleichen zu können. Bodenproben sollten nicht unmittelbar nach einer Düngemaßnahme im Falle einer Schwefel-Düngung sogar bis zu einem halben Jahr nach der Maßnahme gezogen werden.

Die Auswertung der Albrecht Bodenanalyse

Ist das Ergebnis der Bodenprobe von einem entsprechenden Labor zurückgekehrt, geht es los mit der Auswertung. Die Albrecht Analyse liefert einige hilfreiche Parameter. Aber wie liest man die Ergebnisse der Albrecht Analyse und welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus ziehen?

Die Auswertung der Albrecht Analyse erfordert ein wenig Übung. Es ist wichtig sich mit der Bedeutung der gelieferten Parameter ein wenig auseinander zu setzen, damit man das volle Potenzial der Ergebnisse ausschöpfen kann.

Die potenzielle und aktuelle Austauschkapazität gibt beispielsweise Auskunft über die mikrobielle Aktivität. Liegen sie nahe beieinander und befinden sich im 80-100 % Bereich lässt darauf schließen, dass der Boden in der Lage ist Nährstoffe zu speichern und diese mobil zu halten.

Bodenuntersuchung nach Methode William Albrecht (fiktives Beispiel) 
Potentielle Austauschkapazität 20
Aktuelle Austauschkapazität 17
85% gute mikrobielle Aktivität, normale Nährststoffnachlieferung zu erwarten
Beispielhafte Auswertung der Analyseergebnisse

Auch der Boden pH-Wert gibt Auskunft über das Potenzial der Nährstoffbindung. Ein zentrales Thema in der regenerativen Landwirtschaft ist der Humusaufbau der Böden. Er spiegelt die Menge an organisch gebundenem Kohlenstoff wieder. Ein wichtiger Hauptbestandteil des Bodens und verschiedener Nährstoffkomplexe.

Die verschiedenen Nährstoffverhältnisse und deren Sättigungsgrade geben wiederum Auskunft über das Zusammenspiel der Nährstoffe. So kann z.B. ein zu hoher Gehalt an Phosphor die Aufnahme anderer essentieller Elemente wie Zink, Magnesium, oder Eisen hemmen. 

Wo kann man eine Albrecht Analyse machen lassen?

Uns sind verschiedene Anlaufstellen für die Albrecht Bodenanalyse bekannt.

Bodenbalance Lucas Kohl:

https://www.bodenbalance.de/

Geobüro Christophel:

https://www.gb-christophel.de/

Die Bodenprobe als Grundlage für ein effizientes Düngemanagement

Es ist daher wichtig eine ausreichend umfangreiche Bodenprobe zu ziehen und die bodenchemischen Prozesse besser zu verstehen. Auf vielen Betrieben liegt hier noch ein enormes Potenzial, den Düngemitteleinsatz stark zu optimieren. Somit kann der Einsatz von Effektiven Mikroorganismen, die Fruchtfolge, Maßnahmen wie die Flächenrotte und die Düngung mit aufbereiteten organischen oder mineralischen Düngemitteln noch gezielter gesteuert werden.

Noch detailliertere Hilfestellungen zu den Auswertungen der Albrecht Analyse gibt es in dem Buch „regenerative Landwirtschaft“ oder in dem ausführlichen Lehrfilm zur Albrecht Bodenuntersuchung vom Bodenexperten Dietmar Näser (grüne Brücke).

Feinkrümeliger Boden

Weltbodentag

Der Weltbodentag wurde 2002 auf einem Weltkongress der Internationalen Bodenkundlichen Union (IUSS) ins Leben gerufen. An diesem Tag sollen auf die lebenswichtigen Funktionen des Bodens aufmerksam gemacht werden. Wie erhalten wir ertragsfähige Böden? Was ist aktiver Bodenschutz? Das Motto des diesjährigen Bodentags ist „Keep soil alive, protect soil biodiversity” (Den Boden am Leben halten und die Biodiversität schützen).

Gute Vorsätze. Aber wie genau funktioniert das? Was sind konkrete Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele?

Den Boden am Leben halten

In einer Handvoll Boden steckt mehr Leben, als es Menschen auf der Erde gibt. Die Mikrobiologie des Bodens ist maßgeblich an der Entwicklung des Lebens auf der Erde beteiligt. Diese unvorstellbare Vielfalt und die Fähigkeiten der Mikrobiologie zu nutzen und zu schützen und zu fördern, sind zentrale Ziele unserer Arbeit und Methodik.

Ein zentraler Aspekt ist die Aufbereitung des Wirtschaftsdüngers nach den Methoden des Rosenheimer Projekts. Behandelte Gülle wirkt reduktiv, also aufbauend im Boden. Das Milieu der Gülle wird bereits vor der Ausbringung in ein positives Milieu überführt. Abbauende und Fäulnisbakterien werden von positiv wirkenden Bakterienstämmen verdrängt.

Generell ist die Milieusteuerung, also eine aufbauende, positiv wirkende Mikrobiologie zu schaffen ein wichtiger Grundgedanke in der regenerativen Wirtschaftsweise. Im Boden gibt es verschiedene Bakterienstämme und Wirkungsmechanismen. Nur ein aktives und reduktives Bodenmikrobiom kann Nährstoffe schnell und wirksam für die Pflanzen zur Verfügung stellen und gleichzeitig den Humusaufbau begünstigen. Denn auch an diesen Prozessen ist die Bodenmikrobiologie maßgeblich beteiligt.

Güllebehandlung, Festmistaufbereitung, Tiefenlockerung mit Einspritzung des Bodenverjüngers und die Flächenrotte sind aktiver Bodenschutz und fördern das Bodenleben!

Boden- wir stehen drauf, wir gehen drauf, wir leben drauf

Uns ist bewusst, wie wichtig ein gesunder Boden für unser Leben auf dieser Erde ist. Der Boden, auf dem wir stehen, gehen und mit dem wir in der Landwirtschaft wirtschaften, ist DAS zentrale Medium unserer Tätigkeit. Wir von EM Chiemgau widmen uns schon seit Jahrzehnten den bodenaufbauenden und den Bodenleben schützenden und erhaltenden Ansätzen.

Den Boden nicht nur als Substrat zu betrachten, in das man nach Entzugsbilanzierung beliebig Nährstoffe hineinfüllen (mineralische Düngung) und entnehmen (Ertrag) kann, ist Ziel einer neuen, alten Landwirtschaft. Dabei geht es keineswegs darum, sich dem Fortschritt in der Landwirtschaft zu entziehen oder diesen gar rückgängig machen zu wollen. Es geht darum, dem Boden wieder die Aufmerksamkeit und Achtung zu schenken, die er verdient.

Boden ist DER limitierende Faktor auf unserem Planeten. Wir können Fläche nicht beliebig erschaffen. Und wir kommen derzeit nicht umher zu bemerken, dass für den Aufbau von fruchtbaren Böden mehr Zeit nötig ist, als für deren Abnutzung.

Fruchtbarer Boden- die Grundlage für gesunde Lebensmittel

Es ist kein Geheimnis, dass der Boden zentrale Funktionen zur Lenkung aktueller gesellschaftlicher und klimatischer Probleme einnimmt. Boden ist Leben. Aus ihm wachsen Lebensmittel, von denen wir alle abhängig sind. Auch wie gesund und nahrhaft diese Lebensmittel sind, hängt maßgeblich von der Gesundheit und Beschaffenheit des Bodens ab.

Jedem Landwirt ist die Bedeutung und der Wert seines Bodens klar- oder sollte es sein. Denn ein fruchtbarer Boden bringt nicht nur gute Erträge. Ein fruchtbarer Boden versorgt die Pflanzen mit allen notwendigen Nährstoffen und schützt vor Ertragseinbußen in besonders trockenen oder niederschlagsreichen Jahren. Der Humusaufbau auf den Flächen ist kein Beiprodukt. Er sollte vielmehr eines der Hauptziele der landwirtschaftlichen Produktion sein.

Der Boden als Klimaretter

1 % mehr Humus pro Hektar im Boden speichert 50 t CO² aus der Atmosphäre. Auch in der Klimafrage spielt der Boden also eine wichtige Rolle. Das Umdenken muss an vielen Stellen geschehen und darf nicht alleine den Landwirten aufgetragen werden. Auch Verbraucher, Politik und Handel müssen bereit sein, die Folgekosten für eine zukunftsfähige Landwirtschaft mitzutragen. Denn die Lebensmittelproduktion erzeugt nicht nur reale, sondern auch sozio-ökonomische Kosten (https://www.meine-landwirtschaft.de/informieren/aktuelles/detail/news/wir-muessen-ueber-preise-reden/). Diese können nicht einem Einzelnen zur Last gelegt werden, sondern müssen gerecht von allen mitgetragen und insgesamt reduziert werden.

„Der Schutz des Bodens vor schädlichen Veränderungen stellt aufgrund der Vielfalt der Einflussfaktoren eine komplexe umweltpolitische Herausforderung dar. Oft führen Summeneffekte von Belastungen zu Schäden, deren Folge der unwiederbringliche Verlust von Boden ist. Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung – bis 2050 auf voraussichtlich über neun Milliarden Menschen – erhöht sich der Druck auf die Ressource Boden. Der Schutz des Bodens wird immer wichtiger.“ (S. 6)

Zitat aus dem Bodenschutzbericht: https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Bodenschutz/5_bodenschutzbericht_2021_bf.pdf

Das Positerra Projekt setzt genau da an. Regionale Wirtschaftsakteure und Firmen können vor Ort ihren CO² Ausstoß kompensieren und gleichzeitig die lokale Landwirtschaft angemessen honorieren. So werden Landwirte und Unternehmer zu Teamplayern und profitieren voneinander. Gemeinsam, gemeinwohl-orientiert und zukunftsfähig.

Solide Bodenhaftung – Landwirtschaft von morgen

Wir unterstützen unsere Bauern und Bäuerinnen dabei den Weg in eine enkeltaugliche Landwirtschaft zu gehen. Mit dem Rosenheimer Projekt wurde bereits vor Jahrzehnten der Weg geebnet, Wissen generiert und Erfahrungen gesammelt. Dieses Wissen nun flächendeckender zu vermitteln, anzuwenden und den Akteuren in der Landwirtschaft beratend zur Seite zu stehen, ist uns von Chiemgau Agrar ein großes Anliegen.

Wir wissen was unser Boden für einen Wert hat und möchten dazu beitragen, dass auch unsere Kinder und Enkel den Boden unter ihren Füßen zu schätzen und zu schützen wissen.

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