Die EM-Winzer der Alde Gott eG geben Einblicke in ihre Anbauweise

Weinanbau Regenerativ
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Heuer im Herbst führte uns die diesjährige Lehrfahrt nach Sasbachwalden im Nordschwarzwald. Die Anfahrt unserer kleinen Gruppe erfolgt mit Privat-Fahrgemeinschaften.
In Sasbachwalden begrüßte uns Bürgermeisterin Frau Sonja Schuchter herzlich mit Sekt und einem interessanten Vortrag.

Susanne und Josef Vierthaler bewirtschaften 11 ha LF. Angebaut werden Wein, Zwetschgen, Äpfel, Birnen, Mirabellen und Feigen. Das Obst wird über die Brennerei der Alde Gott vermarktet. Der EM-Wein wird von der Winzereigenossenschaft gekeltert und anschließend von den Vierthalers und EM-Chiemgau verkauft. Auf den EM-Tagen im August 2019 referierte Susanne Vierthaler rund um den regenerativen Weinanbau.

Regenerativer Weinanbau führt zu Humusaufbau

Die Empfehlungen von EM Chiemgau werden seit 2009 in den Weinbergen umgesetzt. So werden die Rebzeilen mit einer Mulchschicht wildkrautfrei gehalten. Zusätzlich dient das organische Material den Bodenlebewesen als Nahrung und bringt Nährstoffe für die Reben. An warmen und trockenen Sommertagen bildet diese eine Schutzschicht vor Austrocknung und zu starker Erwärmung. Als Mulchmaterial wird Traubentrester-Bokashi verwendet. Dazu werden Trester, EM aktiv, Karbosave-Pflanzenkohle und RoPro-Lit Urgesteinsmehl in Siloballen gepresst und fermentiert. Diese veränderte Bearbeitungsmethode baute auf den Flächen in den vergangenen Jahren erfolgreich Humus auf.

Im konventionellen Weinbau wird meist die komplette Organik aus den Anbauflächen entnommen, was zum langsamen „Verhungern“ des Bodenlebens führt. Die notwendige stabile Krümelstruktur im Boden baut sich ab, Wasser- und Nährstoffspeicherkapazität verringert sich.

Qualität zahlt sich aus

Dem Beispiel der Vierthalers folgen nun seit 2019 zwanzig weitere ausgewählte Winzer, die nach den humusaufbauenden Vorgaben ihre Wirtschaftsweise veränderten. Die Winzergenossenschaft sieht darin eine wegweisende Zukunft und honoriert dies mit 20 % Erzeugerpreiszuschlag.
Dieser Entscheidung lagen einige Jahre Überzeugungsarbeit zugrunde. Christoph Fischer war einige Male für Vorträge und Workshops in Sasbachwalden. Letztlich gab die gesteigerte Qualität der Vierthaler-Trauben den Ausschlag. Die Trauben haben wesentlich mehr Mineralien.

„Ein Wein kann nie besser sein als die Trauben und die Trauben können nur so gut sein, wie der Boden.

Der Vorstand der Alde Gott eG bei der Weinprobe

Nach jahrelanger Pionierarbeit und teils erheblichen Aufwand der Vierthalers gelten sie nun als Wegbereiter für eine neue Art des regenerativen Weinanbaus. Das Augenmerk liegt auf der Bodenqualität, die von der lebendigen Mikrobenvielfalt, der Bodenbearbeitung und des Organikeintrags abhängig ist. Dabei vermeidet man Maßnahmen, die sich schädigend auf die Bodenflora auswirken.

Das Jahr der Winzer beginnt mit dem Rebschnitt in den Wintermonaten. Entscheidend ist hier die Formierung, wie die Ruten in Form gebracht werden um optimal mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden zu können.

Die pflanzenstärkenden Spritzungen erfolgen mit EM-aktiv und RoPro 13/20, mehrmals in der Vegetationszeit. Jede Rebsorte hat ihre Eigenheiten und Herausforderungen - was ein regelmäßiges Begehen und Sichten der Rebstöcke notwendig macht.

Reiche Erträge beim Weinanbau mit Effektiven Mikrrorganismen

Eine der zeitintensivsten Arbeit ist das Ausgeizen (unerwünschte Seitentriebe entfernen) der Reben. Qualitätsberater Bernhard Ganter von der Alde Gott Winzer eG unterstützt die Winzer beim humusaufbauenden Weinanbau. Er überprüft die Gesundheit der Weinstöcke und beobachtet auch die Entwicklung von Krankheiten oder Schädlingsbefall. Er empfiehlt Methoden, die möglichst umweltverträglich sind. So werden zum Beispiel Pheromonfallen aufgestellt, die gegen den Schädling „Traubenwickler“ zu 99 Prozent wirksam sind.

Aufgrund laufender Qualitätskontrollen und Messungen des Zuckergehalts wird der Weinlesetermin festgelegt. Die Winzergenossenschaft gibt den Erntetermin der einzelnen Sorten vor, so soll die Weinqualität und Alkoholgehalt der entstehenden Weinsorten positiv beeinflusst werden.
Die Erzeugerpreise werden über den Zuckergehalt (Öchslegrad) berechnet. Daher entfernen viele Winzer kurz vor der Ernte die Blätter, um durch mehr Sonneneinstrahlung den Zuckergehalt in den Trauben zu erhöhen.

Der jährliche Arbeitsaufwand im Weinbau liegt insgesamt bei ca. 700-800 Std. je ha. Der Mehrarbeitsaufwand für die Handlese wird für die bessere Qualität gerechtfertigt.

Pioniergeist auch beim Maschinenbau

Spezialmaschinen sind notwendig, um in den Weinbergen die jeweiligen Arbeiten zeit- und fachgerecht zu erledigen. Einige Maschinen hat Josef Vierthaler selbst konstruiert und gebaut.

Neben der Qualitätsverbesserung der Trauben, finden sich jetzt auch wieder mehr Nützlinge auf den Flächen der Vierthalers. So sind die, für die Weinberge charakteristischen Gottesanbeterinnen häufiger anzutreffen.

Alles in allem wieder eine äußerst interessante Lehrfahrt mit beeindruckenden Impressionen und Hintergund - vielen Dank dafür und weiterhin alles Gute!

Infos auch unter https://www.susannevierthaler.de/

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