Einführung in die Albrecht-Boden-Analyse

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In der Reihe unserer Vortragsabende "Unsere Landwirtschaft effektiv und klimafit machen" berichteten Praktiker von ihren regenerativen Ackerbau-Erfahrungen und Dr. Dominik Christophel informierte über die Albrecht-Boden-Analyse.

Hohe Erträge bei positiver CO2 Bilanz –
Humus aufbauen und zukunftsfähig wirtschaften

Am 17. Februar kamen gut 60 Besucher in die Chiemgau-Akademie um sich über den regenerativen Ackerbau zu informieren. Neben zwei Praktikerberichten gab es eine Einführung von Christoph Fischer, sowie einen Vortrag von Dr. Dominik Christophel, der über die Albrecht und Kinsey-Bodenprobenuntersuchung informierte.
Mehr zu den Praktikerberichte von Hans Posch aus Mögstetten und Barthl Gammel aus Geisenhausen

Nach der Begrüßung und Vorstellung von EM-Chiemgau hob Christoph Fischer die Bedeutung von einem vorherrschenden Milieu hervor. Es gibt viele Vergleichsmöglichkeiten um zu verstehen, welchen Einfluß das Milieu hat. So auch die Verdauung des Menschens. Wir wissen, wie schnell unsere Verdauung auf einseitiges Essen reagiert, welchen Einfluss zu fett-, oder zuckerhaltige Lebensmittel langfristig auf unsere Gesundheit haben. Zivilisationskrankheiten machen sich mehr und mehr breit.
Immer sind eine Vielzahl an Mikroorganismen notwendig, um den gesamten Stoffwechsel fit zu halten. Die Mikroorganismen bauen die Organik in verfügbare Nährstoffe um, sind zuständig für viele Stoffwechselprozesse und sind letztlich als "Mikrobiom" zuständig, ob ein Mensch gesund ist oder nicht.
Ebenso verhält es sich im Boden. Die Gesamtheit des Bodengefüges ist abhängig davon, wie er chemisch, physisch und mikrobiell zusammengesetzt ist. Wollen wir Humus aufbauen müssen wir die "Zivilisationskrankheiten" des Bodens angehen. Ihn anders ernähren, fit machen und mikrobiell unterstützen.

Um die Bodenbeschaffenheit umfassend zu erkunden bietet sich eine Boden Analyse an, bei der neben der Nährstoffanalyse auch um eine umfassende Begleitanalyse geht. Was die Albrecht-Analyse untersucht, das vermittelte Dr. Dominik Christophel vom Geobüro aus 92355 Velburg in seinem Vortrag.

Dr. Dominik Christophel – Albrecht-Boden-Analyse

Bodenproben nach Albrecht -  ist sie wirklich sinnvoll?

So mancher Landwirt wird sich denken: „ Ich hab ja schon oft eine Bodenprobe nach konventionellen Methoden (VDLUFA oder EUF) machen lassen. Wieso soll ich solchen Aufwand betreiben?“

Doch der vermeintliche Mehraufwand kann sich wirklich lohnen! So sind ca. 80 % der Nährstoffe im Boden nicht pflanzenverfügbar und sind fest in die Bodenstruktur eingebaut.

Dr. Dominik Christophel erklärte die Bedeutung von der Kationenaustauschkapazität, sowie der Basensättigung. Hier geht es um Lerninhalte der Bodenkurse, was für manche eine Wiederholung von bereits Gelernten war. Andere merkten, dass hier großes Potential liegt.

Was versteht man unter Kationenaustauschkapazität?

Die Nährstoffverfügbarkeit ist unter anderem auch abhängig vom pH-Wert. Der pH-Wert wird hauptsächlich von Calcium und Magnesium gesteuert. Allerdings sagt der pH-Wert alleine nicht aus, ob das Calcium auch pflanzenverfügbar ist.

Das Verhältnis der Nährstoffe zueinander (z.B. Ca : Mg; C : N)  ist mit entscheidend, ob Nährstoffe für die Pflanzen verfügbar bar sind. Z.B. ein hoher Phosphorwert blockiert die Zinkaufnahme. Daher ist es unumgänglich die Zusammensetzung seines Bodens kennenzulernen.

Ein Überschuss an Nährstoffen kreiert den Mangel an anderen Nährstoffen, dies gilt für Haupt- und Spurennährstoffe.

In der Bodenanalytik nach Albrecht erfährt man nicht nur die aktuellen Nährstoffbilanzen, sondern auch unter Berücksichtigung der geographischen Beschaffenheit, das spezielle Potential und die Mängel, die man bei konventioneller Analytik nicht zu sehen bekommt.

Die Probenahme auf der Fläche, ist gleich der konventionellen Methode. Grundsätzlich ist zu beachten, nur Edelstahlwerkzeuge zur Probenahme verwenden. Wird z.B. verzinktes Werkzeug verwendet, so kann der ganz feine Abrieb der Legierung zu erhöhten Zinkwerten führen.

Die Proben können z.B. an das  Geobüro Christophel geschickt werden. Der Landwirt erhält neben der detaillierten Analyse eine Düngeempfehlung unter Berücksichtigung der geographischen Umgebung.

So kann z.B. ein zu hoher Gehalt an Phosphor andere essentielle Elemente wie Zink, Magnesium, Calcium und Eisen hemmen. So sieht man in der klassischen Analyse vordergründig einen Mangel und würde Zink, Magnesium... Düngen. Hier liegt der Fehler im Detail. Wird nämlich der geographische Hintergrund, sprich die Beschaffenheiten des Bodenuntergrundes mitbeurteilt, kann man solche Missverständnisse aufklären und entsprechend den wirklichen Begebenheiten vorgehen. Es ist zu klären, ob der benötigte Nährstoff /Spurenelement tatsächlich nicht vorhanden oder nicht verfügbar ist. Für diesen Ansatz hilft die Albrechtanalyse.

Die Gesamtheit und Symbiose der Elemente ist der Schlüssel zum Erfolg.

Anmerkung: Die Bodenanalyse nach Albrecht bzw. Kinsey wird (derzeit noch) nicht bei der Vor-ortkontrolle im Rahmen von Cross Compliance vom AELF anerkannt.

Praktische positive Erfahrung: Eine markante Aussage von einem Milchviehbetrieb aus dem Lkr. EBE: „Ich habe meine kompletten Flächen nach der Albrechtmethode analysieren lassen
und deren Düngeempfehlung in den darauffolgenden Jahren voll umgesetzt, daraufhin stieg die Grundfutterleistung meiner Milchvieherde um ca. 1.000 l/Kuh“.

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