Kategorie: Terra Preta

Gülleausbringen

Güllebehandlung – wann ist der richtige Zeitpunkt?

Güllebehandlung -  jetzt ist die richtige Zeit!

Um das gesamte Potential der Gülle voll nutzen zu können, ist die permanente Güllebehandlung eine erfolgsversprechende Maßnahme.

Durch den Zusatz vom Gülletrio: EM-aktiv, Karbosave Pflanzenkohle und RoPro-Lit-Urgesteinsmehl wird die Fermentation positiv unterstützt. Das hier erzeugte Mikroben-Milieu macht aus der Gülle einen wertvollen Dünger.

Mit Hilfe der Mikrobiologie werden Nährstoffe in den sehr feinen Kohlestrukturen gebunden (ähnlich wie ein Schwamm). RoPro-Lit-Urgesteinsmehl bringt zusätzlich Mineralien und Spurenelemente.

Verflüssigen von Festmist in Gülle

Vom richtigen Zeitpunkt für die Güllebehandlung


Ausreichende Zeit für die Mikrobiologie

Der richtige Zeitpunkt die Gülle zu behandeln ist das ganze Jahr über. Die Gülle sollte nie unbehandelt sein, weil sie sonst in einen Fäulnisprozess kippen kann.
Es ist ähnlich wie bei der Silage. Es ist sehr schwierig, wenn nicht unmöglich eine angeschimmelte faulige Silage wieder in hochwertige Silage umzuwandeln.
Der Vorteil bei der Gülle liegt darin, dass bereits im Stall über die Luft (EM-Vernebelung) über das Futter und über Einstreu bzw. Spaltenbodenbehandlung die Güllequalität beeinflusst werden kann.

So gibt es drei Zeitphasen, die der Landwirt beachten sollte:
1. spätestens Mitte - Ende Dezember: Sobald sich so viel Gülle in der Grube befindet, dass man sie rühren kann, sollte Pflanzenkohle und EM eingerührt werden. Die Gülle wird in einen regenerativen Prozess geführt und Nährstoffe in der Kohle gespeichert.
2. Wöchentlich (das ganze Jahr über)
Das Gülleaufkommen pro Woche wird errechnet und entsprechend EM dosiert. Angerechnet werden hier CFKE-Vernebelung, genauso die Menge, die über den Güllekanal eingeführt oder über das Futter gegeben wird. Ebenso wird Gesteinsmehl, das über die Einstreu in die Gülle gelangt mitgerechnet.
3. Ende Januar bis Mitte Februar
erfolgt die Güllebehandlung in dieser Zeit, hat die Kohle genügend Zeit sich mit Nährstoffe (Stickstoff) zu beladen. EM und Gesteinsmehl sorgen für die nötige mikrobielle Umwandlung.

Kein Wasserzusatz in der Gülle notwendig

Die Gülle benötigt keinen Wasserzusatz. Durch das „Gülletrio“ wird die Gülle durch die Stoffwechselvorgänge dünnflüssig, sämig und homogen. Das Aufrühren vor der Ausbringung ist in kurzer Zeit erledigt, da sich keine (oder nur eine geringe) Schwimmdecke auf der behandelten Gülle bildet. Da auf Wasserzusatz verzichtet wird, sind auch geringere Güllemengen zu lagern, zu transportieren und auszubringen und trägt somit zur Kosteneinsparung bei.

Vorteile von behandelter Gülle

  • Gülle „lebt“
  • ist dünnflüssig (ohne Wasserzusatz)
  • bildet keine Schwimmdecke
  • stinkt nicht (keine Ammoniakausgasung)
  • läuft nach der Ausbringung schnell von den Pflanzen ab
  • ätzt nicht (Blätter und Wurzeln werden geschont)
  • Kleeanteil im Grünland steigt
  • Nährstoffe werden nicht ausgewaschen
  • wird bei gut befahrbaren Böden und trockener Witterung mit kostengünstiger Gülletechnik ausgebracht

je m³ Gülle werden ausgebracht:

1 l EM aktiv 
Direkt vom Behälter in die Güllegrube einlaufen lassen

6 l Karbosave Pflanzenkohle
Big Pack in die Güllegrube entleeren

30 kg RoPro-Lit - Urgesteinsmehl  
Wird mit dem Silozug während des Güllerührens eingeblasen.

Sollte aus verschiedenen Gründen (z.B. Lieferzeiten, …)  nicht gleichzeitig alle drei Komponenten verfügbar sein, so können diese auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten eingebracht werden.

Gülleausbringung

Güllegaben von 10-12 m³/ha/Grünlandschnitt bei gut befahrbaren Böden und trockener Witterung ausgebracht ist die Grundlage für gutes schmackhaftes Futter. Durch den gesteigerten Kleeanteil wird zusätzlich Stickstoff aus der Luft in den Boden gebracht. Somit ist im Grünland die Grundlange für gute Futtererträge bei hoher Futterqualität gelegt.

EM-Gülleausfahren

Ein Wort zum Schluss


Hier im Bild wird eine Bodenprobe vom unbegüllten Wiesenrand und aus der unbehandelten, aber begüllten Wiese entnommen (ca. 1 Woche nach dem Begüllen).
Auch das ungeübte Auge und die Nase konnte den Unterschied in Bodenfarbe, Geruch und Bodenkrümmelung deutlich wahrnehmen. So eine Spatenprobe ist nur zu empfehlen. Da kann der Landwirt selber beurteilen, ob eine Güllebehandlung vielleicht gut wäre. Oder, ob die Begüllung auf dem Boden überhaupt eine Auswirkung hat.

Gülleaufbereitung-Rosenheimer-Projekt

Gülleaufbereitung nach dem Rosenheimer Projekt

Gülleaufbereitung nach dem Rosenheimer Projekt

Über das Landwirtschaftsstudium bei der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf habe ich im Rahmen eines Praktikums bei EM-Chiemgau eine Umfrage zum Thema „Gülleaufbereitung nach dem Rosenheimer Projekt“ durchgeführt. Ziel war es die Betriebe nach ihren Erfahrungen über die Aufbereitung der Gülle zu Befragen und aufzuzeigen ob und wie sich ein Nutzen bzw. Mehrfachnutzen in den Betrieben über die Jahre zeigt.

Es wurden 28 Betriebe befragt. 22 Milchvieh- (größtenteils Fleckvieh) und 6 Mutterkuhhaltungsbetriebe vorwiegend in Bayern und teils in Baden Württemberg.

Die befragten Betriebe liegen im Leistungsbereich zwischen ca. 5.000–10.000 l Milch/Kuh und Jahr, bei einer Betriebsgröße von 17–120 ha LF. Ca. 40 % der Betriebe wirtschaften konventionell und ca. 60 % arbeiten nach den Kriterien des Ökologischen Landbaus.

Hier die zusammengefassten Ergebnisse der Befragung:

Anwenderjahre-Rosenheimer-Projekt

36 % der Betriebe begannen mit der Gülleaufbereitung innerhalb der letzten 2 Jahre. Mehr als ein Drittel der Betriebe, seit über 6 Jahren und davon 25% schon länger als 10 Jahre

Ein Großteil bereiten die Gülle nach der allgemeinen Empfehlung von EM-Chiemgau auf.

Pro 100 m³ Gülle:

  • 100 l EM-aktiv oder CFKE
  • 0,6 m³ Karbosave – aktivierte Pflanzenkohle
  • 3-4 t RoPro-Lit Urgesteinsmehl

Die Lagerungsdauer der Aufbereiteten Gülle unterscheidet sich stark. Von nur 2 Wochen (zu wenig!) bis zu über 20 Wochen ist alles dabei, optimal sind mindestens 4 Wochen. Die Mehrheit bewegt sich im Durchschnitt bei 5,5 Wochen. 6 Betriebe wenden zur Vorbeugung eines Güllestaus die Komponenten wie die aktivierte Pflanzenkohle und das Urgesteinsmehl bereits im Stall, direkt auf dem Spaltenboden und/oder eingemischt im Einstreu, erfolgreich an. Kohle und Gesteinsmehl können der Gülleaufbereitung 1:1 angerechnet werden.

Die verbesserte Homogenität der Gülle verhindert nicht nur die Verstopfungen im Güllekanal sondern verkürzt auch die Aufrührdauer (s. Abbildung 2). Einige Landwirte berichteten auch, dass es im Schleppschlauchverteiler zu weniger Verstopfungen kommt. 

3-4 t RoPro-Lit Urgesteinsmehl
Abbilung 2, Einschätzung des Erfolges der Gülleaufbereitung (n=27 Betriebe)

Bei der Gülleaufbereitung gab es viele, sehr positive Rückmeldungen (s. Abbildung 2)

Die Qualität der Gülle beeinflusst den Boden und in Folge dessen, das Pflanzenwachstum. Durch Reduzierung von Ätzschäden an den Gräsern und der Grasnarbe kann die Ertragsleistung positiv Beeinflusst werden. Aufbereitete Gülle hinterlässt weniger faulende organische Substanz im und auf dem Boden. Mikroorganismen, sowie eine Vielzahl an Bodenlebewesen können diese Organik besser und effizienter Umsetzen. Die Aktivität des Bodenlebens steigt

Rosenheimer-Projekt-Verbesserung-Bodenleben
Abbildung 3, Verbesserung des Bodenlebens im Bezug auf die Gülleaufbereitung

Rosenheimer-Projekt-Verbesserung-Bodenqualität
Abbildung 4, allgemeine Einschätzung des Landwirtes zur Verbesserung der Bodenqualität seiner Flächen

Bei Landwirten die das Verfahren bis zu 2 Jahren durchführen, wurde über eine positive Entwicklung des Bodenlebens berichtet (s. Abbildung 3). Was sich auf die Bodenqualität (bzgl. Humusbildung, Bodenstruktur und Wasser- und Nährstoffspeicherfähigkeit) verbessernd auswirkt.

Betriebe die zusätzlich zur Gülleaufbereitung weitere Maßnahmen wie z.B. den Bodenverjünger zur Bodenverbesserung angewendet haben, wurden bei der Bewertung außenvor gelassen. Es war auch auffällig, dass viele Betriebe zu der Bodenentwicklung im Grünland keine Auskunft geben konnten. Eine Spatenprobe jährlich, im Grünland, würde auch dem Landwirt den Zustand und die Entwicklung seiner Böden besser vor Augen führen.

Spatenprobe im Grünland

Ein gesunder Boden ist die Grundlage für die eine effiziente Futterproduktion!

Spatenprobe im Grünland - eine einfache Methode, den Boden zu beurteilen

(siehe weiter Blogbeitrag: "Die Futterqualität ist die Basis für eine erfolgreiche Tierhaltung"

Ich möchte mich bei Allen für die Zeit für diese Umfrage, die schönen Gespräche und die Möglichkeit einen Einblick in die vielfältigsten Betriebe und Betriebsgeschichten zu bekommen herzlich bedanken!

Schöner Gruß,
Sophia Kremser

humusaufbau-landwirtschaft-rosenheimer-projekt-regenerative-landwirtschaft

Humusaufbau in der Landwirtschaft

Mit dem Rosenheimer Projekt und der regenerativen Landwirtschaft

Humus ist der entscheidende Faktor, der die Fruchtbarkeit der Böden bestimmt. Je mehr Humus umso besser. Nach oben hin gibt es keine Grenzen.

Humusaufbau in der Landwirtschaft

Unser System zielt ab auf eine nachhaltige Belebung des Bodens, eine bedarfsgerechte Fütterung des Bodenlebens und schließlich dem Aufbau von Humus.

Zufuhr von aufbereiteter (!) Organik - Gülle Mist oder Grünmasse

Ein belebter Boden birgt ein Äquivalent an Mikroben, Pilzen und Insekten von ca. 20 GV / ha. Diese "Tiere" wollen mit hochwertiger Organik gefüttert werden. Die Aufbereitung mit EM-aktiv, RoPro-Lit Gesteinsmehl und Pflanzenkohle fördert regenerative Prozesse und verhindert oxidative Fäulnisprozesse. Die organische Masse wird für das Bodenleben vorverdaut und wird rasch vom Boden aufgenommen und verbaut.

Humusaufbau in der Landwirtschaft Humusaufbau in der Landwirtschaft Humusaufbau in der Landwirtschaft

Behandelte Gülle oder Mist stinkt nicht, die Nährstoffverluste ob gasförmig oder ausgewaschen gehen gegen Null. Das oxidative Fäulnismilieu wird in ein regeneratives Milieu umgewandelt. Sind weder Mist noch Gülle vorhanden bietet Grünschnitt (z.B. Kleegrassilage..) eine "vegetarische" Alternative.

Flächenrotte - Einarbeiten von ZF oder Ernterückständen

Immer wenn frische organische Masse flach eingearbeitet wird, ist eine mikrobielle Milieusteuerung mit Bodenverjünger oder EM-aktiv sinnvoll. Die Masse wird schneller umgesetzt, es gibt keine Faul- oder Schmierschichten.

Humusaufbau in der Landwirtschaft Humusaufbau in der Landwirtschaft Humusaufbau in der Landwirtschaft

Dauerbegrünung

Ein unbewachsener Boden baut Humus ab. Zwischenfrüchte und Untersaaten verkürzen die Zeitspannen in denen der Boden unbewachsen ist. Im Kooperationsprojekt Regenerative Landwirtschaft bietet Camena Samen 

Tiefenlockerung mit Einsatz von Fermenten

Die Tiefenlockerung hilft den Boden zu erschließen, Verdichtungen aufzubrechen und den durchwurzelbaren Bereich für die Pflanzen zu vergrößern. Fermente beleben den neuen Lebensraum und stellen vormals festgesetzte Nährstoffe für die Kultur zur Verfügung.

Humusaufbau in der Landwirtschaft Humusaufbau in der Landwirtschaft Humusaufbau in der Landwirtschaft

Bodenkurs im Grünen

Die Umstellung eines Betriebes zur Regenerativen Landwirtschaft ist ein ganzheitliches Projekt. Nur wenn sie richtig umgesetzt wird, ist sie lohnend für die Betriebe und die Natur. Der Bodenkurs im Grünen gibt Betriebsleitern und ihren Mitarbeitern grundlegende Kenntnisse mit, aufgrund dessen jeder fundierte eigene Entscheidungen treffen kann.

Bodenkurs im Grünen Termine 2020 www.bodenkurs.de

Güllefassl

Herbstgülle jetzt behandeln

Wenn in den nächsten Wochen, Anfang bis Mitte Oktober der letzte Grünlandschnitt geerntet wird, steht anschließend für die meisten Landwirte die letzte Gülleausbringung auf dem Grünland in diesem Jahr an.

Gülleausfahren

Sicherlich hat jeder Landwirt größtes Interesse, dass die in der Gülle enthaltenen Nährstoffe in der nächsten Vegetation für die Pflanzen zur Verfügung stehen.
Hierzu ist die Güllebehandlung mit EM-aktiv, Karbosave Pflanzenkohle und RoPro-Lit Urgesteinsmehl für zahlreiche erfolgreiche Landwirte eine zentrale Maßnahme.

Mit Hilfe der Mikrobiologie werden Nährstoffe in den sehr feinen Kohlestrukturen gebunden (ähnlich wie ein Schwamm). RoPro-Lit-Urgesteinsmehl bringt zusätzlich Mineralien und Spurenelemente und begünstigt hiermit die Arbeit der Mikroorganismen, die die Gülle in eine lebendige Organik umwandeln.

Ausreichende Zeit für die Mikrobiologie
Die Güllebehandlung sollte mindestens 3-8 Wochen oder länger vor der Ausbringung durchgeführt werden. Je länger die behandelte Gülle lagert, umso größer ist der Effekt.
Ende September ist ein guter Zeitpunkt um die Gülle zu behandeln um sie dann Ende Oktober bis Mitte November ausbringen zu können.

Wiesenboden-obere Bodenschicht

Richtig behandelte Gülle stinkt nicht, sie ätzt nicht und sie liefert Nährstoffe dorthin wo sie gebraucht werden. In den ersten paar Zentimer, also den oberen Bodenschichten, wo die Kulturpflanzen wurzeln. Nährstoffe in behandelter Gülle liegen weniger in Form von flüchtigen Gasen vor. Es gibt weniger Stickstoffverluste während der Lagerung und der Ausbringung. Somit können Mineraldüngergaben im Grünland radikal reduziert werden.

Zusammengefasst heißt das:

  • Nährstoff-Auswaschungen gehen gegen Null und die Düngewirkung der Gülle steigt.
  • Gerade für die im Herbst ausgebrachte Gülle ist die Nährstoffspeicherung bis zum nächsten Frühjahr essentiell.

Herbstgülle jetzt behandeln EM-behandelte_Gülle

Grobrechnung und Umweltgedanke
Bei einem N-Verlust von ca. 2-3 kg/m³ Gülle durch Auswaschung und Ausbringverluste wird von konventionellen Landwirten oftmals diese Differenz mit Mineraldünger ausgeglichen.

Bei einem N-Preis von ca. 30 €/dt KAS (incl. Ausbringkosten) sind ca. 2 – 3,50 € Aufwand/m³ Gülle notwendig um den verlorenen Stickstoff wieder den Kulturpflanzen zur Verfügung zu stellen.
Hinzu kommt die massive CO2-Belastung der Atmosphäre durch die Herstellung (Haber- Bosch-Verfahren) N-haltiger Düngemittel und deren bodenlebenschädigenden Wirkung beim Abbau im Boden.

Kurz gesagt: Behandelte Gülle bringt wirtschaftliche und umweltschonende Vorteile, was letztendlich der kompletten Erde und deren Bewohner zu Gute kommt.

EM-behandelte_Gülle

Einsatzmenge je m³ Gülle:

  • 1 L EM aktiv bzw. Hefefraktion (EM-Satz; ist nicht immer vorrätig, bitte anfragen)
  • 6 L Pflanzenkohle (Karbosave)
  • 30 kg RoPro-Lit-Urgesteinsmehl

Derzeit haben wir zur Güllebehandlung die Hefefraktion (EM-Satz) im Angebot.
Der Preis für die Hefefraktion liegt bei 50% vom EM-aktiv.

Stammtisch_Okt_16

EM-Stammtisch in Halfing

Endlich war es wieder soweit, am Donnerstag, den 27.10.2016 trafen wir uns wieder zu einem gemütlichen EM-Stammtisch beim Sießlbräu in Halfing.  Und informativ war es noch dazu. Schön war auch, dass sich unsere Gäste aus dem mittleren Norden, die mit einem Bus aus Nordroheinwestfalen zu Besuch waren, gleich sehr wohl gefühlt haben.

EM_StammtischrundeNach der traditionellen Rückschau vom Fischer Christoph, gaben noch zwei Referenten ihre eigenen Erfahrungen mit EM und Terra Preta auf ihren Betrieben wieder: Hans Kink aus Kohlstatt (Milchvieh mit EM seit fast 20 Jahren), Sepp Rothmoser aus Grafing (Pferdehaltung mit EM seit einem Jahr).

Da der letzte Stammtisch schon wieder einige Zeit her war gab es in der Rückschau vom Christoph viel zu berichten. Für die neuen Gesichter am Stammtisch hat er das Rosenheimer Projekt und die dabei wichtige Komponente der Gülleaufbereitung noch einmal vorgestellt. Auch was in Högering so los war, vom Profigärtnerseminar bis zur Akademiegründung im Juli wurde berichtet.
Interessante EinChristoph_Fischerblicke gab er uns in die politische Entscheidungsfindung, da er als Fachreferent beim Arbeitskreis "Antibiotikafreie Fütterung" im Bundesumweltministerium in Berlin eingeladen war. Wer mehr dazu erfahren möchte, kann das gern im dazugehörigen Blogbeitrag nachlesen.
Hans Kink aus Kohlstatt, 20 Jahre Güllebehandlung im Bio-Milchviehbetrieb

Johann_KinkMit den Worten " Bei uns passt alles, Grünlandbestand, Futtermenge, Futterqualität und Tiergesundheit, obwohl wir nicht viel machen" hat Hans angefangen seinen Grünland-Betrieb, den er auf 800 Höhenmeter  im Nebenerwerb bewirtschaftet, zu beschreiben.
Seit fast 20 Jahren wird konsequent Gülle aufbereitet, zuerst mit EM, dann mit EM und Gesteinsmehl und seit einigen Jahren kommt die Kohle auch mit zum Einsatz. "G'odelt wird nur bei schönem Wetter", so Kink. Vor einigen Jahren hat er einen Nimbatus Vernebler im Stall eingebaut, somit wird die gesamte EM-Menge im Stall vernebelt und er braucht sie nicht mehr separat in die Gülle einrühren. Positiver Nebeneffekt: Keine Fliegen mehr im Stall und das Stallklima ist auch sehr angenehm.
Heuer hatte er seine Futtermenge bereits nach dem vierten Schnitt beisammen. Den fünften Schnitt wollte er erst den Regenwürmern spendieren, aber nun schenkt er ihn einem Berufskollegen.

Mit bloßem Auge sichtbar  ist die Lebendigkeit im Boden und die Wüchsigkeit von Gras und Klee im zeitigen Frühjahr. Die Bodenmikrobiologie erzeugt Wärme, so dass seine Flächen früher vom Schnee befreit sind als die Nachbarflächen. Außerdem seien seine Bestände bereits dunkelgrün und wachsen, während andere erstmal Kunstdünger ausbringen müssen, dass sich überhaupt was bewege, so Kink, auch die Verpächter haben schon festgestellt, dass die Flächen sich positiv entwickelt haben, seit er sie bewirtschafte. Die bescheidene und enthusiastische Art und Weise, wie Hans seinen Betrieb vorgestellt hat, hat vielen Gefallen. "Einfach muss es sein, nicht viel Arbeit machen und nachhaltig einen Effekt bringen. Und da bin ich beim Christoph genau richtig"

Anschließend zeigte Sepp Rothmoser aus Grafing, wie er Terra Preta im Pferdepensionsbetrieb seit einem Jahr einsetzt

JOsef_RothmoserAuf dem Pferdehof in Grafing mit 40 Boxen ist der angefallene Pferdemist schon immer ein Problem gewesen. Sepp Rothmoser war lange auf der Suche nach einem nachhaltigen System und ist dabei zu einem EM-Vortrag von Christoph Fischer gekommen. Die Effektiven Mikroorganismen und die Terra Preta erschienen ihm gleich als sinnvollen Lösungsansatz. Und so hat er die Idee gleich bei 10 Boxen auf dem Hof umgesetzt. Nach einem Jahr waren die Ergebnisse bereits sichtbar: Der Mist kann voll verwertet werden, die Aufwuchsmenge im Grünland steht der konventionell gedüngten Wiese in nichts nach und Mutters Geranien wuchsen heuer nicht nur, sondern wucherten. Die Terra-Preta Mist Probe wurde von den erfahrenen Landwirten mit allen Sinnen geprüft. Wer mehr über Sepp Rothmoser und seine Terra Preta Erfahrungen lesen möchte, findet ein Interview mit ihm hier im Blog.

Zum Schluss zeigte Georg Planthaler noch den Trailer vom Film des Agrarbündnisses Traunstein/ Berchtesgadener Land "Wei ois irgendwia zamhängt". Alle Vorführungstermine und weitere Infos zum Film gibt es auf der Homepage unter http://www.weiloisirgendwiazamhaengd.de/index.htm

Wie hats Euch gefallen am Stammtisch? Habt Ihr Wünsche, Anregungen oder Themen, die wir für den nächsten Termin mit vorstellen könnten? Bitte gebt Euren Kommentar kurz dazu ab. Wir freuen uns auf Eure kurze Rückmeldung!

Feldbegehung

Betriebs-Besichtigung Landwirtschaft

EM-Chiemgau lud zur Felderbegehung auf dem Demeter-Betrieb von Christine und Matthias Posch in Obing zum Thema „erfolgreicher Ackerbau mit konservierender Bodenbearbeitung ohne Glyphosat“. Familie Posch arbeitet seit 16 Jahren mit EM auf ihrem Betrieb.

Am 13. Juni 2016 luden EM-Chiemgau und die Familie Posch auf den Milchvieh- und Ackerbaubetrieb ein, um die Entwicklung der Böden und des gesamten Betriebes der letzten Jahre zusammen mit Berufskollegen zu beschauen. Der ehemals konventionell intensiv bewirtschaftete Betrieb umfasst 43 ha Acker, 25 ha Grünland und 24 ha Wald mit 65 Milchkühen plus Nachzucht. Seit 2006 produziert der Betrieb biologisch. 200 Landwirte und das Bayrische Fernsehen folgten der Einladung zu dieser gelungenen Veranstaltung. Am 13. Juli 2016 um 22:00 in „Doc Thema“ wird der Beitrag im dritten Programm ausgestrahlt.

Feldbegehung_Posch

Feldbegehung_Posch

Posch_Gruppe

Posch_Gruppe

Posch_Mais

Posch_Mais

Vorgeschichte

Im Jahr 2000 hat das Ehepaar erstmals Christoph Fischer kennen gelernt. Der Weg über die Gülleaufbereitung dem gesamten Betrieb Gesundungsimpulse zukommen zu lassen, schien zum Betrieb zu passen. Im Herbst wurden die EM-Kin Güllestäbe, ein energetisches System zur Gülleaufbereitung im alten Stall in Pfaffing eingebaut und erstmals EM versprüht. Damals war der Gernstl, von Gernstl unterwegs, mit seinem Filmteam mit dabei. Der Betrieb war in der Zeit noch intensiv auf Höchstleistung aus. Die Krankheitsbelastung im Stall war im Vergleich zu jetzt sehr hoch, auch wenn der Einsatz von Homöopathie die Tiergesundheit bereits stabilisiert hatte, traten doch immer wieder die gleichen Krankheitssymptome auf, da das Milieu und die intensive Wirtschaftsweise anscheinend keine wirkliche Gesundung zuließen. Auch im Arbeitskreis hatten alle anderen so ein ähnliches Level was die Tiergesundheit betrifft.

Erste Maßnahmen zeigten schnell große Wirkung

Im ersten Jahr war die erste Maßnahme „nur“, dass kein Kunstdünger mehr auf das Grünland gestreut und nur noch 10m3 behandelte Gülle / ha und Schnitt ausgebracht wurde. Gülle wurde behandelt mit EM und RoPro-Lit Gesteinsmehl. Die Silage wurde mit CFKE (Chiemgauer Fermentierter Kräuterextrakt) als Silierzusatz optimiert. Mais wurde noch ganz konventionell gebaut.

Durch die CFKE Silage hat sich die Tiergesundheit bereits verbessert. Man konnte es aber noch nicht beziffern. Beim ersten kompletten Buchführungsabschluss hat sich dann aber gezeigt, dass sich die Tierarztkosten im ersten Jahr bereits halbiert haben. Ein sehr gutes Ergebnis, durch einfache, leicht umsetzbare und kostengünstige Maßnahmen: Güllebehandlung mit EM-aktiv und RoPro-Lit Gesteinsmehl, geringere Güllemengen (1/2 Menge) ohne zusätzlichen Kunstdünger im Grünland und CFKE Silage. Im nächsten Buchführungsjahr sind die Tierarztkosten noch weiter gesunken.

Diese Umstände sorgten für ein „Umdenken“ bei Matthias Posch. Wenn die Tiergesundheit durch den geringeren Einsatz von Chemie so rasch ansteigt, wie sieht`s dann bei den Menschen aus, die auf dem Betrieb arbeiten und bei denjenigen, die die produzierten Lebensmittel essen?

Wie wird das erst mit der Gesundheit, wenn man es schafft auch im Acker ohne Chemie zu arbeiten. Und das Ganze am Besten ohne Ertragseinbußen? Matthias Posch ist Landwirtschaftsmeister und war auf der höheren Landbauschule. Durch die effektiven Mikroorganismen (EM) und die Beschäftigung mit der Rolle der Mikrobiologie aber hat er ein besseres Verständnis für natürliche Zusammenhänge im Acker bekommen. Es waren die eigenen Gedanken statt Fachzeitschriften, die ihn weitergebracht haben.

Humusaufbau durch Gülleaufbereitung- Ein großer Vorteil auf der Fläche

Auf dem Betrieb wird seit 16 Jahren konsequent Gülleaufbereitung betrieben. Die ersten Jahre mit EM-aktiv (effektiven Mikroorganismen) und RoPro-Lit Gesteinsmehl, seit acht Jahren wird das System mit gemahlener Pflanzenkohle ergänzt. Diese Behandlungsmethode erlaubt ein ganz anderes Güllemanagement, welches diesen wertvollen organischen Dünger effektiver einsetzbar macht.

Stickstoff wird während der Lagerung durch die Mikrobiologie an die Pflanzenkohle gebunden. RoPro-Lit Gesteinsmehl unterstützt dank seiner großen Oberfläche die Mikroben und bringt für den Bodenaufbau benötigte Mineralien. Werden diese drei Komponenten eingesetzt, stinkt die Gülle bei der Ausbringung nicht mehr, Ammoniakverluste gehen gegen Null. Die Gülle ist sämiger in ihrer Konsistenz, sie tropft schneller vom Blatt ab und bleibt nicht lange haften. Ätzschäden werden durch das veränderte Mikrobenmilieu und die basische Wirkung von RoPro-Lit Urgesteinsmehl verhindert. Gülle wird so weit wie es geht nur noch in den wachsenden Bestand gefahren, um die Stickstoffausnutzung weiter zu erhöhen.

Felderbegehung mit 200 Landwirten bei Gewitterstimmung

Dinkel: Als erstes zeigte uns Matthias Posch zwei Dinkelbestände. Der erste Bestand, nach Zwischenfruchtgemenge Ackerbohne/ Erbsen/ Sonnenblume wurde pfluglos gebaut, der zweite nach Vorfrucht Buchweizen ohne Pflug. Die gepflügte Fläche zeigte einen ungleichmäßigeren Aufgang und Anfangsentwicklung. Durch den mastigeren Wuchs geht der Dinkel bereits stellenweise ins Lager.

KleegrasGrünland: Der auffallend dichte Bestand für die Heugewinnung besticht durch das hohe Kleevorkommen.
Die Ampferstauden im Bestand stören den Landwirt nicht, da er keine Kraft mehr hat um die große Blattrosette auszubilden. Gras und Klee wachsen bis an den Stängel hin. Der Ampfer hat keine verdrängende Wirkung mehr und man sieht keine braunen Flecken nach der Mahd. Die Fläche bekommt zu jedem Schnitt 10 m³ behandelte Gülle. Letztes Jahr wurde sie zum ersten Mal mit dem Wiesenbelüfter  bearbeitet. Im Frühjahr bekam die Wiese noch 2,8 Tonnen Diabas-Sand 0/2, um das Mineraliendepot im Boden wieder aufzufüllen.

MaisNachbarfläche Mais: Vorfrucht Weizen, ZF Senf. Ursprünglicher Plan des konventionellen Kollegen war, die Zwischenfrucht mit Glyphosat abzuspritzen und dann zu pflügen. Matthias Poschs Vorschlag nicht mit Gift zu fahren, sondern die Zwischenfrucht einzufräsen, wurde gerne angenommen. Mais wurde dann mit Kreiselegge und Maissägerät gesät. Der Boden ist locker, das Strukturmaterial aus der ZF dient als Mulch. Der Boden ist offen, kann sehr gut Wasser aufnehmen und zeigte keine Schlämmspuren. Für die Filmemacher des Bayrischen Rundfunk war das ein Augenöffner, ein Beispiel aus der Praxis, wie ein konventioneller Betrieb vom Verzicht auf Glyphosat, ersetzt mit entsprechendem technischen Einsatz zur Bodenbelebung, profitieren kann.

Wintergerste: Matthias Posch zeigte uns nicht nur seine Erfolgskulturen in diesem Jahr, sondern auch seine lehrreichen Erfahrungen. Die Wintergerste nach Sommergerste/Hafer/Erbsen Gemenge, war stark verunkrautet und konnte sich nicht richtig etablieren. Als Gründe dafür nannte der Betriebsleiter die Saatstärke (160 statt 180 kg), Saatzeitpunkt war am 30.09. bereits sehr spät und die Saattiefe zu tief. Bereits der Pflanzenaufgang war sehr schlecht. Anstatt die Wintergerste zu dreschen wird sie voraussichtlich als GPS weg gehäckselt.

Wickroggen: Vorfrucht vier Jahre Kleegras, Düngung mit 20 m³ Kleegras auf zwei Gaben. Wird als GPS gehäckselt. Wickroggen stellt eine sicherere Möglichkeit zur Grundfuttererzeugung dar als Mais

Feldbegehung_poschErbsen/Sommergerste/Hafer Gemenge:
Eine Umstellungsfläche im zweiten Jahr, die im Herbst noch gepflügt wurde und braun über den Winter ging. Im Frühjahr gegrubbert, wurde am 23. März angebaut, bei 20 cm Höhe wurde das Gemenge noch mit 20m³ Gülle gedüngt. Gülle wurde bei schönem Wetter ausgebracht, wobei sie einen Mehrfachnutzen bringt: Düngung über Blatt und Boden und fungizide Wirkung auf dem Blatt. Durch die Behandlung der Gülle wird die Pflanze nicht geschädigt.

Weizen/Winterackerbohne: Nach Vorfrucht Mais gepflügt. Der Bestand wurde blind gestriegelt und einmal mit 20m³ Gülle gedüngt.

Nach der ausgiebigen Runde über die Felder wurde live vorgeführt, wie gemahlene Pflanzenkohle aus dem Big Bag in die Gülle eingerührt wurde. Die Gülle muss vorher aufgerührt sein. Die Kohle sinkt nicht ab, sie schwimmt eher auf. Bereits nach einigen Minuten ist der überwiegende Teil der Pflanzenkohle gut mit der Gülle  vermischt. Neben der Pflanzenkohle ist eine mikrobielle Belebung mit EM-aktiv (Effektive Mikroorganismen) wichtig. Diese kann kontinuierlich über den Stall, wie im Betrieb Posch erfolgen.

Nachdem alle mit Getränke versorgt waren und fast alle einen Sitzplatz gefunden haben, stellte Christoph Fischer die Grundzüge und Möglichkeiten des Rosenheimer Projekts vor. Das Rosenheimer Projekt bietet Lösungen, die Kreisläufe im Betrieb schließen, chemische Ergänzungen überflüssig machen und Gesundungsprozesse in allen Bereichen in Gang bringen. Das Rosenheimer Projekt hat nicht den Anspruch, dass alle, die danach arbeiten biologisch wirtschaften müssen. Im Gegenteil, hier gibt es nur eine Landwirtschaft. Die biologische Wirtschaft ist oft ein „Nebenprodukt“ des Weges. Immer wieder stellte er das Miteinander der Landwirte in dieser Gemeinschaft in den Vordergrund. Erst diese Offenheit zwischen Kollegen ließ diese großartige Entwicklung der letzten Jahre zu.

Ein großes Gebot unserer modernen Zeit und somit auch der modernen Landwirtschaft ist „Kohlenstoff fixieren, Stickstoff binden und Humus aufbauen. Sonst steht uns eine immer stärkere Versteppung unserer fruchtbaren Kulturlandschaft bevor. Die Gülleaufbereitung stellt eine einfache Methode dar, diese Gebote umzusetzen. Christoph Fischer stellte neben praktischen Umsetzungen einige Meisterabschlussarbeiten zum Thema Gülleaufbereitung vor. Auch die große Thematik „Antibiotikafreie Fütterung“ in der Geflügelproduktion kann mit dem Ansatz des Rosenheimer Projekts in die Praxis umgesetzt werden. Großbetriebe in Mast und Eierproduktion setzen es seit Jahren erfolgreich um.

Zeitungsartikel zur Feldbegehung

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