Kategorie: Regenerative Landwirtschaft

Pflanzenstaerkung-Getreide_Chiemgau-Agrar

Pflanzenstärkung im Getreide

Die vitalisierende Spritzmischung im Rosenheimer Projekt basiert auf den effektiven Mikroorganismen. Weitere Komponenten bringen zusätzliche Impulse für die Pflanze in Form von Mineralien (RoPro-Startfit und RoPro 13/20), Gewürzauszügen (scharfes blond) und feinstofflichen Komponenten (Biplantol Agrar). Die Mischung hat sich in der Praxis bewährt.

Blattbehandlungen sind sinnvoll ab dem 3-Blatt Stadium oder bei Winterungen ab Vegetationsbeginn. Die Häufigkeit der Anwendung variiert. Krankheitsdruck, Wetterlage (Stichwort Trockenstress) oder das Bestandsbild sind individuelle Entscheidungskriterien. Klassische Anwendungszeitpunkte sind das 3-5 Blatt Stadium, Beginn Bestockung, Beginn Schossen und zur Blüte.

Was bringt die Vitalisierung der Pflanze über das Blatt?

  • Stärkung des Pflanzenmikrobioms

Auf und in der Pflanze leben eine Vielzahl von Mikroben, die die Pflanze gesund halten und ihr Wachstum begünstigen. Die Blattvitalisierung stärkt diese Gemeinschaft und fördert sie durch die ausbalancierte Mischung aus Mikroorganismen, Mineralien und feinstoffliche Komponenten.

  • Erhöhung der Photosyntheseleistung

Oft ist dieser Effekt mit bloßem Auge sichtbar. Die erhöhte Aktivität in den Chloroplasten führen zu einer dunkleren Färbung der Blätter. Die Pflanze kann mehr Zucker produzieren und erhält somit mehr Energie für ihr Wachstum.

  • Verbesserung der Qualitätsmerkmale

Die Pflanze kann vermehrt Inhalts- und Mineralstoffe bilden.

  • Gesunde Pflanzen ohne chemischen Input

Die Zellstruktur wird gestärkt und pflanzeneigene Immunantworten getriggert. Die Blattvitalisierung hilft der Pflanze sich selbst zu helfen

  • Trockenresistenz

Die Erfahrung zeigt, dass Pflanzen nach der Spritzung mit dem EM-Cocktail weniger anfällig sind für Trockenstress oder -schäden.

  • Förderung der Bodenmikrobiologie

Die Pflanze ernährt die Bodenbiologie durch ihre Wurzelexsudate. Kann die Pflanze vermehrt Zucker produzieren, kann sie die Bodenbiologie besser unterstützen. Im Gegenzug fördert die Bodenbiologie das Wachstum der Pflanzen. Eine klassische Win-Win Situation. Dieser Effekt wird besonders deutlich, wenn der Boden nach der regenerativen Landwirtschaft bearbeitet wird.

  • Hagelschäden begrenzen

Nach Hagelschäden fördert die Blattvitalisierende Spritzung die Schließung der Wunden auf den Pflanzen. Das vermindert das Eindringen von Schadpilzen und der Bestand kann sich schneller erhohlen.

Pflanzenstaerkung-Getreide_Beitragsbild_Chiemgau-Agrar
Welche Produkte verwenden wir im Rosenheimer Projekt zur Pflanzenvitalisierung?
ProduktWirkungsweise
EM-aktiv


EM-aktiv besitzt eine Vielzahl an Mikroorganismen, die sich in der Fermentation aus der Urlösung entwickeln. Ihre hohe Dichte und das Zusammenspiel so vieler unterschiedlicher Stämme führt zu einer starken Wirkung. Es stärkt das Mikrobiom und verbessert Aufnahmeprozesse über das Blatt.
RoPro 13/20
RoPro 13/20 dient als Haftmittel für die Spritzmischung und als Erstnahrung für die Mikroben auf dem Blatt. Zusätzlich stellt es feinst vermahlene Mineralien auf Silikatbasis zur Verfügung und gibt einen feinstofflichen Impuls zur Stärkung des Phytobioms (= Mikrobiom der Pflanze).
RoPro Startfit


Reines Calciumcarbonat wird über die Spaltöffnungen aufgenommen. Die Pflanze kann Kalkmangel über das Blatt ausgleichen. Gleichzeitig fördert es die Jugendentwicklung und die Mineralstoffaufnahme der Pflanze. Außerdem optimiert es den Wasserhaushalt.
Biplantol Agrar
Pflanzenhomöopathie balanciert die Nährstoffaufnahme der Pflanze aus. Es unterstützt das Phytobiom
scharfes blond
Die EM-Fermentation mit scharfen Gewürzen unterstützt die Immunantwort der Pflanze. Sie kann sich besser gegen Schadinsekten wehren.
RoPro-13-20-Beutel-3,5kg_EM-Chiemgau_Blattkrankheiten
Effektive_Mikroorganismen_Scharfes_blond_5L_bag-in-box_Schädlingsregulierung_EM-Chiemgau

Interessiert?

Du magst die Pflanzenvitalisierung ausprobieren? Aufwandmengen der Komponenten für die EM-Spritzung im Getreide und weitere Maßnahmen für die Bodenbearbeitung findest Du unter folgendem Link:

Alle Maßnahmen zum Getreideanbau im Rosenheimer Projekt findest du hier aufgelistet.

Bodenprobe Humusaufbau

Positerra: Zusätzliches Einkommen erzielen durch Humusaufbau

Humus bindet Kohlenstoff. Das weiß jeder Landwirt. Doch den Fokus darauf hatten die meisten Landwirte bisher nicht, denn die Pflanzen holen sich den benötigten Kohlenstoff durch die Photosynthese aus der Luft. Doch jetzt wird durch die Klimaschützer der Blick genau darauf gelenkt: Der Humus im Boden ist eine optimale CO2-Senke, bindet den Kohlenstoff und leistet so einen Beitrag gegen die Erderwärmung.

Das kann Humus!

Humus ist wichtig für die Fruchtbarkeit unserer Böden. Seine Bedeutung liegt in der komplexen Beeinflussung fast aller Bodeneigenschaften und -funktionen.

  • Er liefert Nährstoffe für die Bodenlebewesen von den Mikroorganismen bis hin zu den Bodentieren.
  • Humus wirkt gefügestabilisierend und ist somit neben der Bodenart der wichtigste Faktor für den Luft- und Wasserhaushalt. Der Boden kann auf der einen Seite besser mit Starkregenereignissen umgehen und hat auf der anderen Seite eine bessere Dürretoleranz, denn die Wasserhaltefähigkeit wird verbessert.
  • Erosion durch Wind und Wasser wird gemindert.
  • Verdichtungen, z.B. durch Befahren während nasser Perioden im Herbst, werden gemindert.
  • Humus hat Pufferwirkung und hält den pH-Wert stabil.
  • Humus kann sogar durch verschiedene Absorptionsmechanismen die Auswaschung von Umweltchemikalien und Pflanzenschutzmitteln verlangsamen und so unser Grundwasser schützen.
  • Und nicht zuletzt: Ein höherer Humusgehalt hat eine positive Ertragswirkung!

    Quelle: https://www.lfl.bayern.de/iab/boden/031060/index.php

Humusaufbau ist aktiver Klimaschutz

Die Erderwärmung ist auf den vermehrten Ausstoß von klimaschädlichen Gasen zurückzuführen, von denen CO2 bei weitem nicht das schädlichste, aber das häufigste ist. Da sich die CO2-Emissionen in den nächsten Jahren nicht abrupt auf null zurückfahren lassen, macht es Sinn, über Möglichkeiten nachzudenken, das CO2 der Atmosphäre wieder zu entziehen. Neben teuren technischen Möglichkeiten gibt es als Maßnahmen vor allem die Aufforstung und die Speicherung im Holz – und eben die Bindung im Humus.

Die Steigerung des Humusgehaltes im Boden um 4‰ pro Jahr würde ausreichen um den jährlichen Anstieg des atmosphärischen CO2-Gehalts ausgleichen. Deshalb wurde auf der Klimakonferenz in Paris 2015 die „4-Promille-Initiative“ gegründet (https://www.4p1000.org). Und in Deutschland wurde Ende 2019 „positerra“ gegründet, um diese Idee in die Praxis umzusetzen!

positerra unterstützt Landwirte beim Humusaufbau!

Um den Humusaufbau zu fördern können Landwirte viel tun. Eine Regenerative Bewirtschaftung mit angepasster Bodenbearbeitung, dem Anbau von Zwischenfrüchten, Güllebehandlung und dem Einsatz von Effektiven Mikroorganismen (EM) verbessert die Bodenstruktur und erhöht den Humusanteil. Aber tatsächlich scheuen viele Landwirte die Umstellung, denn es kostet Zeit und im ersten Schritt auch Geld, die notwendigen Maßnahmen umzusetzen. Deshalb hat positerra sich das Ziel gesetzt, die Landwirte mit Wissensvermittlung und Prämien zu unterstützen.

Neben Christoph Fischer von EM Chiemgau sind Friedrich Wenz von Humusfarming (https://www.humusfarming.de/) und Dietmar Näser von der Grünen Brücke (https://www.gruenebruecke.de/) die beiden Bodenexperten, die positerra mit gegründet haben und nun ihr Wissen an die beteiligten Landwirte weiter geben.

Patenschaften zwischen Landwirten und Unternehmen

Die Finanzierung erfolgt durch Unternehmen, die ihren CO2-Fußabdruck freiwillig kompensieren möchten, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Bislang kann man CO2-Zertifikate für die Kompensation hauptsächlich für Projekte in Ländern der südlichen Hemisphäre kaufen.

Viele Unternehmer sehen ihre Verantwortung aber darin, eine Kompensation regional vorzunehmen, denn hier bei uns wurden die Emissionen ja auch getätigt. Sie sind sogar bereit, dafür einen höheren Preis zu bezahlen, da sie den Sinn und die Vorteile des Humusaufbaus in Deutschland verstanden haben. Und dafür bietet positerra Humuszertifikate an! Manchmal werden sogar konkrete Patenschaften mit Landwirten übernommen. Eine gute Möglichkeit, den gesellschaftlichen Nutzen, den die Landwirte täglich leisten, in der Öffentlichkeit darzustellen!

Prämien können langfristig ein zusätzliches Einkommen bringen

Der Hauptvorteil für die Landwirte liegt im Humusaufbau selbst und der Verbesserung der Böden. Wer es aber schafft, langfristig CO2 im Boden zu binden, wird dafür auch finanziell honoriert, mit der sogenannten Humusprämie in Höhe von 30,- €/t CO2. Um die anfänglichen Aufwendungen abzupuffern, zahlt positerra eine pauschale Startprämie von einmalig 100,- €/ha, maximal jedoch für 50 ha.

Bodenproben

Die Bodenproben werden meist vom Maschinenring vor Ort gezogen. Es ist mindestens eine Probe je Schlag erforderlich, bei größeren Schlägen eine Probe je 5 ha. Die Proben werden als Mischproben aus mindestens 15 Einzelproben gezogen. Die Organisation der Probennahme wird von positerra übernommen, ebenso wie für die Laboranalyse. Dort werden einige verschiedene Parameter erhoben, insbesondere natürlich Humusanteil, Rohdichte und Skelettanteil. Daraus errechnet sich die Menge des gebundene CO2 im Boden als Startwert. Für die ersten Bodenproben beteiligt sich positerra zur Hälfte an den Kosten. Die Erfolgsbeprobung nach 3 bis 5 Jahren und die Kontrollbeprobung nach weiteren 5 Jahren zahlt der Landwirt allerdings komplett selbst. Die Kosten für die Beprobungen variieren je nach Anfahrt für die Probennehmer und die Anzahl der Proben pro Betrieb. Mit mindestens 300,- € inkl. der Analyse für jede Probe sollte man mindestens rechnen, je nach Anfahrtsweg auch mehr.

Für wen ist eine Beteiligung bei positerra sinnvoll?

Wer am Humusaufbau auf seinen Flächen interessiert ist, dem bietet positerra sicherlich eine sehr gute Möglichkeit, sich intensiv mit den Themen der Regenerativen Landwirtschaft zu befassen und sogar noch einen Teil der Kosten zurück zu bekommen. Wichtig zu wissen ist auch, dass keinerlei Maßnahmen vorgeschrieben werden, jeder Landwirt entscheidet alles selbst! Er muss auch nicht mit allen Flächen teilnehmen, es sollten allerdings mindestens 5 ha sein, sonst wird der organisatorische Aufwand zu hoch. Denn am Anfang müssen natürlich die Flächendaten genau erfasst werden, können teilweise auch aus dem Mehrfachantrag übernommen werden.
Wer Interesse hat und sich genauer informieren möchte, der wendet sich am besten direkt an positerra: Positerra Kontakt

Übrigens …

Positerra ist zwar eine GmbH, hat aber keine Gewinnerzielungsabsicht. Es ist ausgeschlossen, dass Gewinne an die Gesellschafter ausgeschüttet werden. Diese werden vollständig für die Förderung der Regenerativen Landwirtschaft eingesetzt!

Aufruf von Christoph Fischer im Video:

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Weinanbau Regenerativ

Die EM-Winzer der Alde Gott eG geben Einblicke in ihre Anbauweise

Heuer im Herbst führte uns die diesjährige Lehrfahrt nach Sasbachwalden im Nordschwarzwald. Die Anfahrt unserer kleinen Gruppe erfolgt mit Privat-Fahrgemeinschaften.
In Sasbachwalden begrüßte uns Bürgermeisterin Frau Sonja Schuchter herzlich mit Sekt und einem interessanten Vortrag.

Susanne und Josef Vierthaler bewirtschaften 11 ha LF. Angebaut werden Wein, Zwetschgen, Äpfel, Birnen, Mirabellen und Feigen. Das Obst wird über die Brennerei der Alde Gott vermarktet. Der EM-Wein wird von der Winzereigenossenschaft gekeltert und anschließend von den Vierthalers und EM-Chiemgau verkauft. Auf den EM-Tagen im August 2019 referierte Susanne Vierthaler rund um den regenerativen Weinanbau.

Regenerativer Weinanbau führt zu Humusaufbau

Die Empfehlungen von EM Chiemgau werden seit 2009 in den Weinbergen umgesetzt. So werden die Rebzeilen mit einer Mulchschicht wildkrautfrei gehalten. Zusätzlich dient das organische Material den Bodenlebewesen als Nahrung und bringt Nährstoffe für die Reben. An warmen und trockenen Sommertagen bildet diese eine Schutzschicht vor Austrocknung und zu starker Erwärmung. Als Mulchmaterial wird Traubentrester-Bokashi verwendet. Dazu werden Trester, EM aktiv, Karbosave-Pflanzenkohle und RoPro-Lit Urgesteinsmehl in Siloballen gepresst und fermentiert. Diese veränderte Bearbeitungsmethode baute auf den Flächen in den vergangenen Jahren erfolgreich Humus auf.

Im konventionellen Weinbau wird meist die komplette Organik aus den Anbauflächen entnommen, was zum langsamen „Verhungern“ des Bodenlebens führt. Die notwendige stabile Krümelstruktur im Boden baut sich ab, Wasser- und Nährstoffspeicherkapazität verringert sich.

Qualität zahlt sich aus

Dem Beispiel der Vierthalers folgen nun seit 2019 zwanzig weitere ausgewählte Winzer, die nach den humusaufbauenden Vorgaben ihre Wirtschaftsweise veränderten. Die Winzergenossenschaft sieht darin eine wegweisende Zukunft und honoriert dies mit 20 % Erzeugerpreiszuschlag.
Dieser Entscheidung lagen einige Jahre Überzeugungsarbeit zugrunde. Christoph Fischer war einige Male für Vorträge und Workshops in Sasbachwalden. Letztlich gab die gesteigerte Qualität der Vierthaler-Trauben den Ausschlag. Die Trauben haben wesentlich mehr Mineralien.

„Ein Wein kann nie besser sein als die Trauben und die Trauben können nur so gut sein, wie der Boden.

Der Vorstand der Alde Gott eG bei der Weinprobe

Nach jahrelanger Pionierarbeit und teils erheblichen Aufwand der Vierthalers gelten sie nun als Wegbereiter für eine neue Art des regenerativen Weinanbaus. Das Augenmerk liegt auf der Bodenqualität, die von der lebendigen Mikrobenvielfalt, der Bodenbearbeitung und des Organikeintrags abhängig ist. Dabei vermeidet man Maßnahmen, die sich schädigend auf die Bodenflora auswirken.

Das Jahr der Winzer beginnt mit dem Rebschnitt in den Wintermonaten. Entscheidend ist hier die Formierung, wie die Ruten in Form gebracht werden um optimal mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden zu können.

Die pflanzenstärkenden Spritzungen erfolgen mit EM-aktiv und RoPro 13/20, mehrmals in der Vegetationszeit. Jede Rebsorte hat ihre Eigenheiten und Herausforderungen - was ein regelmäßiges Begehen und Sichten der Rebstöcke notwendig macht.

Reiche Erträge beim Weinanbau mit Effektiven Mikrrorganismen

Eine der zeitintensivsten Arbeit ist das Ausgeizen (unerwünschte Seitentriebe entfernen) der Reben. Qualitätsberater Bernhard Ganter von der Alde Gott Winzer eG unterstützt die Winzer beim humusaufbauenden Weinanbau. Er überprüft die Gesundheit der Weinstöcke und beobachtet auch die Entwicklung von Krankheiten oder Schädlingsbefall. Er empfiehlt Methoden, die möglichst umweltverträglich sind. So werden zum Beispiel Pheromonfallen aufgestellt, die gegen den Schädling „Traubenwickler“ zu 99 Prozent wirksam sind.

Aufgrund laufender Qualitätskontrollen und Messungen des Zuckergehalts wird der Weinlesetermin festgelegt. Die Winzergenossenschaft gibt den Erntetermin der einzelnen Sorten vor, so soll die Weinqualität und Alkoholgehalt der entstehenden Weinsorten positiv beeinflusst werden.
Die Erzeugerpreise werden über den Zuckergehalt (Öchslegrad) berechnet. Daher entfernen viele Winzer kurz vor der Ernte die Blätter, um durch mehr Sonneneinstrahlung den Zuckergehalt in den Trauben zu erhöhen.

Der jährliche Arbeitsaufwand im Weinbau liegt insgesamt bei ca. 700-800 Std. je ha. Der Mehrarbeitsaufwand für die Handlese wird für die bessere Qualität gerechtfertigt.

Pioniergeist auch beim Maschinenbau

Spezialmaschinen sind notwendig, um in den Weinbergen die jeweiligen Arbeiten zeit- und fachgerecht zu erledigen. Einige Maschinen hat Josef Vierthaler selbst konstruiert und gebaut.

Neben der Qualitätsverbesserung der Trauben, finden sich jetzt auch wieder mehr Nützlinge auf den Flächen der Vierthalers. So sind die, für die Weinberge charakteristischen Gottesanbeterinnen häufiger anzutreffen.

Alles in allem wieder eine äußerst interessante Lehrfahrt mit beeindruckenden Impressionen und Hintergund - vielen Dank dafür und weiterhin alles Gute!

Infos auch unter https://www.susannevierthaler.de/

Feldtag in der Hallertau „Bodenlockerung und Ferment-Einsatz im Ackerbau“

Am 28.07.2020 folgten über 100 interessierte Landwirte/innen der Einladung vom Maschinen- und Betriebshilfsring Mainburg zum Praxisnachmittag „Bodenlockerung und Einsatz von Fermenten im Ackerbau“ auf dem Betrieb von Erwin Prummer in Elsendorf – Mitterstetten.
Die Initiative ging von Landwirt Hans Mirlach aus, der nun im zweiten Jahr das Fermentprodukt Bodenverjünger im Ackerbau einsetzt.
Barbara und Franz Kollitsch waren mit dem Vorführgerät vor Ort und erklärten auch dessen Wirkungsweise. Sepp Oppenrieder stellte den Bodenverjünger mit Einsatzbereiche und Wirkung vor.

Ausgangsbasis auf der Vorführfläche

2019 baute Erwin Prummer Silomais an, heuer erntete er Triticale als GPS. Der Boden ist sehr hart und verdichtet. Das Triticale bildete nur flache Wurzeln aus. Der Boden ist eher unbelebt, auch Regenwürmer sind so gut wie keine zu finden.
Die Maisstoppeln aus 2019 finden sich größtenteils unverrottet im Boden wieder. Bisher arbeite Prummer mit ausschließlich konventionellen Anbautechniken. Sein sandiger Löss-Lehm Boden weist 50 – 60 Bodenpunkte auf.
Mit der Bodensonde konnte nur mit massivem Druck bis in 20-30 cm Tiefe gedrückt werden. Die Bodenfarbe selber ist sehr hell, was auch Indiez für mangelndes Bodenleben darstellt.

In der Praxisvorführung war der Kollitsch-Tiefenlocker mit 4 Lockerungsscharen im Einsatz. Im Vorfeld wurde am 18.08.2020 eine Teilfläche mit dem Tiefenlockerer bearbeitet incl. Einbringung des Bodenverjüngers.

Kernaussagen von Barbara und Franz Kollitsch zur Tiefenlockerung:

  • Das Lockerungsschar sollte ca. in der Mitte der verdichtenden Bodenschicht laufen. Der Schlepperfahrer merkt das sofort am Zugbedarf, wenn er zu Beginn der Lockerung mit den Arbeitstiefen etwas variiert.
  • die max. Fahrgeschwindigkeit soll ca. 5 km/h nicht überschreiten, damit der Boden langsam reißen kann. Der Boden reißt dann in vielen feinen Haarrissen nach allen Seiten um das Lockerungsschar z.T. bis ca. 70 cm weit in alle Richtungen.
  • Der Boden wird leicht vom Lockerungsschar angehoben und „atmet“ frische Luft ein. Gleichzeitig wird der Bodenverjünger mit der am Lockerungsschar unten angebauten Düse eingespritzt.
  • Anschließendes Verschließen und leichtes Andrücken nach dem Lockerungsschar um ein „Ausgasen“ des Bodens zu verhindern.
  • Am Tiefenlockerer können verschiedene Anbaugeräte zum Einebnen der Oberfläche und Verschließen der Lockerungsschlitze angebaut werden z.B. Wellscheibe, Kreiselegge, Stabwalze.
  • Zur Lockerung von sehr hartnäckigen und stark- oder mehrschichtigen Bodenverdichtungen sind evtl. mehrere Lockerungsgänge auf Jahre verteilt notwendig.

Ferment-Einsatz im Ackerbau

Sepp Oppenrieder stellte den Versickerungstest vor. Hierzu wurden ca. 30 cm lange Rohre mit ø 25 cm in den Boden gedrückt und Wasser eingefüllt. Auf der vor 10 Tagen tiefgelockerten Versuchsfläche versicherte das Wasser schneller als auf der nicht gelockerten Fläche.

Noch gravierender fällt dieser Versuch aus, wenn keine Stoppelbearbeitung erfolgte (wie in Mainburg geschehen).
Hier im Bild ein Versuch aus dem Jahr 2019; siehe Blogbeitrag

Aus dem Vortrag von Sepp Oppenrieder:

Mit der Bodenansprache - mit Spaten und Bodensonde wird die aktuelle Bodenbeschaffenheit beurteilet und anschließend entscheidet man, welches Bodenbearbeitungsgerät eingesetzt werden soll.

  • Die erste Bodenbearbeitung sollte erst ab einer Bodentemperatur von min. 7- 8 Grad vorgenommen werden (im Durchschnitt von Tag und Nacht).
    Tipp: Wenn im Frühjahr die Schlehe blüht, ist im Normalfall die notwendige Bodentemperatur erreicht.
  • Der bei der Tiefenlockerung eingespritzte Bodenverjünger unterstützt und stabilisiert die Lockerung auf der mikrobiologischen Ebene.
  • Den Humusaufbau mit vielgliedriger Fruchtfolge, Zwischenfruchtanbau, wenig wendender Bodenbearbeitung und EM-Einsatz unterstützen.
    1 % mehr Humusgehalt im Boden kann ca. 300-400 m³ je ha mehr Wasser speichern. Dieses Wasser wird in den Trockenphasen von den Pflanzen dringend benötigt. Wasser, das bei Starkregen auf der Fläche versickert, „entlastet“ die Bäche und verringert das Überschwemmungsrisiko.
  • Die Tiefenlockerung sollte am besten in der Vegetationszeit erfolgen, so dass möglichst schnell die Pflanzenwurzeln in den entstandenen feinen Rissen nach unten wurzeln können. Gerade in trockenen Phasen finden die tiefergehenden Wurzeln noch Wasser.
  • Zur Pflanzenstärkung können verschiedene EM-Produkte als Tankmischung in den wachsenden grünen Pflanzenbestand mit herkömmlicher Spritztechnik ausgebracht werden.
    Eingesetzt werden:
    Scharfes Blond bei starkem Insektendruck und zur Stärkung der Immunabwehrkraft der Pflanzen
    EM-aktiv fördert ein probiotisches Mikroben Milieu auf Blatt und aktiviert das Bodenleben
    RoPro 13/20 zur Stärkung der Pflanzenvitalität und Abwehrkraft gegen Pilze
    RoPro-Startfit für gestärkte Pflanzen mit hoher Trockenheitsresistenz
  • Organischen Dünger wie z.B. Gülle, Gärrest und Mist nicht auf dem Acker vergraben, sondern in den wachsenden grünen Pflanzenbestand (egal ob Zwischen- oder Hauptfrucht) ausbringen. Die Organik wird von den Mikroorganismen sofort verstoffwechselt. Schnell bemerkt man die Wirkung dieser Kombination an einer dunkleren Farbe, eines veränderten Geruchs und einer Veränderung der Bodenstruktur bei einer Spatenprobe.

Spatenprobe; hier im Grünland

Fazit des Praxisnachmittages:

Bereits 10 Tage nach der Tiefenlockerung mit Bodenverjünger-Einspritzung sind erste positive Veränderungen sichtbar. Die Bodensonde geht mit mittelmäßigem Druck bis ca. 40 cm in die Tiefe. Die Wasserversickerung läuft etwas besser. Der Boden verfärbt sich langsam etwas dunkler und es sind erste leichte Krümmelstrukturen zu erkennen. Beim Darüber gehen „federt“ der Boden.

In vielen Kleingruppengesprächen wurden bis zum Abend die zahlreichen Fragen der Teilnehmer/innen beantwortet. Selbstverständlich war auch für Getränke und eine kleine Brotzeit gesorgt.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei den Veranstaltern und den teilnehmenden Landwirten/innen für den interessanten und informativen Praxisnachmittag.

Staunässe beheben EM-Chiemgau

Staunässe nachhaltig beheben

Staunässe nachhaltig beheben durch mikrobielle Milieusteuerung

Staunässe droht: Kurze, heftige Starkregenereignisse häufen sich immer mehr. Von Starkregen spricht man ab einer Menge von mehr als 5 Litern pro m² in 5 Minuten.

Der Boden muss dabei in kürzester Zeit enorme Mengen Wasser aufnehmen. Sind die Oberflächen verschlämmt, die Böden verdichtet und die Porenstruktur nicht stabil, kann das Wasser nur schwer in den Boden aufgenommen werden. Es kommt zu Staunässe auf Acker und Grünland und die Kulturen leiden.

Die Lösung: Verdichtungen aufbrechen und mit Bodenverjünger den Boden mikrobiell besiedeln

Das Ziel ist es, einen garen Boden mit runden Bodenkrümeln zu erzeugen. So ein Boden hat eine optimale Porenstruktur für die Wasseraufnahme und die Wasserhaltefähigkeit (Feldkapazität). Runde Krümel sind im Gegensatz zu eckigen Krümeln formstabil, auch bei starken Regenfällen.
Runde Krümel entstehen ausschließlich durch mikrobielle Aktivität. Eckige Krümel durch mechanische Bearbeitung.

Verdichtungen behindern nicht nur das Regenwasser am Eindringen in die tieferen Bodenschichten und begünstigen Staunässe, sie behindern außerdem den Gasaustausch im Boden und behindern die Mikrobiologie an ihrer Arbeit. Die Wurzeln der angebauten Kultur können sich nur schlecht entwickeln. Unkräuter mit kräftigen Pfahlwurzeln vermehren sich. Sie versuchen den Boden zu sanieren.

Was tun bei Staunässe?

Die Kombination aus mechanischer Lockerung und mikrobieller Besiedelung hilft, neu geschaffenen Wurzelungsbereich zu stabilisieren und für die Wurzeln offen zu halten. Runde Krümel können entstehen.

Staunässe beheben mit dem Tiefenlockerer

Am Tiefenlockerer wird Bodenverjünger direkt eingespritzt.

Tiefenlockerung wird am besten in der wachsenden Kultur (z.B. in der Zwischenfrucht) durchgeführt, da hier die Mikrobiologie am aktivsten arbeiten kann.

Oft reicht ein Arbeitsgang, um die Verdichtungen zu lösen und Staunässe dauerhaft zu eliminieren.

Auch interessant:

Aufschluss über den Erfolg der Maßnahme zeigt der Versickerungstest, wie in diesem Blog-Beitrag beschrieben

Maisanbau mit EM - Chiemgau agrar

Trockenstress beim Mais verringern

Trockenstress: Die Erfahrung aus der regenerativen Landwirtschaft zeigt: Je humoser ein Boden, umso besser kann er mit Trockenheit umgehen. Die Feldkapazität der Flächen steigt mit dem Humusanteil. Wasser wird schneller aufgenommen und kann länger gespeichert werden. Somit können Pflanzen länger vom Wasservorrat im Boden zehren. Besonders wichtig: Eine dauerhafte Bodenbedeckung schützt das Bodenleben vor der Sonneneinstrahlung und Hitzestaus.

Alle Maßnahmen zur Humusmehrung und Verbesserung der Feldkapazität nach der regenerativen Landwirtschaft finden Sie hier

Trockenstress verringern - was kann ich jetzt noch tun?

Eine pflanzenstärkende Blattspritzung in den frühen Wachstumsstadien wirkt sich positiv auf die komplette Vegetationsperiode aus. Vor allem Hackfrüchte mit ihrem hohen Wasserbedarf, profitieren in trockenen Jahren von dieser Behandlung.

Vorteile der vitalisierenden Blattbehandlung:

Maisanbau Trockenstress
  • Vitalere und resistentere Pflanzen
  • Verbesserung der Qualität der Frucht
  • Bessere Lagerfähigkeit der Frucht
  • Erhöhung des Ertrages durch bessere Aufnahme und Umsetzung von Nährstoffen
  • Verminderung des Wasserbedarfs
  • Verkürzung der Vegetationsperiode

Wie wird´s gemacht?

Mit der technisch notwendigen Menge Wasser werden folgende Komponenten mittels Feldspritze ausgebracht:

Aufwandmenge 3-5 Blattstadium

25 L EM-aktiv
3 kgRoPro-Startfit
4 kgRoPro 13/20
1 L Biplantol Agrar

Aufwandmenge Schossen/ vor Reihenschluss

25 L EM-aktiv
3 kgRoPro-Startfit
4 kgRoPro 13/20
1 L Biplantol Agrar
1 LScharfes Blond

Tipp: Nach Hagelschäden wird die Wundheilung der Pflanzen stark gefördert. Pilzkrankheiten können nicht so leicht in die Pflanze eindringen. Der Bestand kann gesund abreifen.

Mehr zum Thema:

Dietmar Näser Regenerative Landwirtschaft

Kommentar von Dietmar Näser zum Einsatz von Bodenverjünger

Was macht die Natur an den Wurzeln? Sie schafft in der Rhizosphäre, dem einen Millimeter rund um die Wurzel, eine kleine anoxische Zone – mit Luft, aber ohne Sauerstoff. Der wird durch Mikroben zusammen mit den Wurzelausscheidungen veratmet. In dieser Zone können dadurch die übrig gebliebenen „süßen“ Wurzelausscheidungen von den Mikroben milchsauer verstoffwechselt werden. Das ist übrigens der Beginn der Humusbildung.

Bei der Bodenbearbeitung stehen keine Pflanzen da - wie kann man diesen natürlichen Prozess bei der Bodenbearbeitung nachbilden? Mit einem milchsauren Pflanzenferment. Mit Bodenverjünger, zugeschnitten auf den Einsatzzweck bei der Bodenbearbeitung, können Sie dadurch die Verluste an schnell umsetzbarer Biomasse und Nährstoff senken, denn Humusbildung bedeutet auch Nährstoffbindung.

Wenn Sie mit dem Starter-Paket selbst Bodenverjünger herstellen, können Sie „Ihre Unkräuter“ – sie wachsen als Reaktion auf Ihre Arbeiten am Acker – sinnvoll nutzen. Es sind nämlich die Vitamine, Vitalstoffe und Mineralien in den Unkräutern, die den Boden mikrobiell wiederbeleben – verjüngen. Das Startferment, hergestellt auf einer Lebensmitteltauglichen Anlage, hat eine stabil hohe Qualität und ist eine Entwicklung aus der langjährigen Erfahrung der EM-Herstellung heraus. Mehrfach eigenvermehrte EMa können diese Qualität nicht ersetzen!

Wollen Sie „mit dem Schinken nach der Wurst werfen“? Wer aus Sparsamkeit beim Ansetzen auf das Starterferment verzichtet, um etwas billigeres zu verwenden, kann noch mehr sparen: tanken Sie den Traktor nicht! Keine andere Maßnahme im Ackerbau spart soviel ein!

Wenn Sie mit Bodenverjünger-Startferment den eigenen Ansatz mit der betriebstypischen Flora herstellen, werden Schwankungen in der Zusammensetzung der mitfermentierten Pflanzen stabil ausgeglichen. Das ist die Basis der Wirkung und Sicherheit für Ihre Erträge! Diese Wirkung mit Reserve wird aktuell 2020 durch die immer wieder aufgetretenen Spätfröste massiv gefordert. –

Viel Erfolg in der Frühjahrssaison 2020 wünscht Ihnen trotz aller widriger Umstände

Dietmar Näser

Bodenverjünger, das Super Ferment für den Boden

Immer noch hält sich die Idee hartnäckig, dass man einfach mit EM-aktiv und Kräutern, Zuckerrohrmelasse und Braunalgen Bodenverjünger selbst vermehren kann. Diese Idee wurde 2016 geboren und auf vielen Betrieben umgesetzt. Mittlerweile ist sie aber ein alter Hut.

Was passiert bei der Auf- oder Wiedervermehrung? Stämme die sich schnell bei 35 Grad, wie Milchsäurebakterien, bekommen eine immer höhere Dichte in der Mischung. Während andere, die sich nur langsam vermehren mehr und mehr zurückgedrängt werden. Die Vielfalt geht verloren, auch wenn es noch immer braun aussieht und nach Fermentation riecht.

Die Mischung EM-aktiv+ Kräuter hatte sicherlich eine gewisse Wirkung auf die Prozesse im Boden. Unwirksame Mikroben gibt es nicht. Aber sobald der Boden Stress ausgesetzt war, wie z.B. Trockenheit, Nässe, falsche Bodenbearbeitung, falscher Zeitpunkt der Bodenbearbeitung, Nährstoffmangel, Humusmangel... konnte dieses Ferment die biologische Aktivität nicht halten. Der Mischung fehlte die Standfestigkeit und Stressresistenz. Mühsam in Gang gebrachte Prozesse fielen wieder in sich zusammen und man musste wieder fast von vorne Anfangen.

Also haben sich Christoph Fischer, Friedrich Wenz und Dietmar Näser 2017 zusammen gesetzt und die jetzige Mischung für das Startferment des Bodenverjüngers entwickelt. Sie zeichnet sich durch sehr hohe Stress Resistenz aus. Sie ermöglicht im Endprodukt, dem gebrauchsfertigen Bodenverjünger, eine enorme Vielfalt an nativer, bodenwirksamer Mikrobiologie.

Hier unterscheidet sich der Bodenverjünger stark vom EM-aktiv. Die Mischung in EM-aktiv hat eine regenerative Wirkung in egal welchem Ökosystem es eingesetzt wird. Man kann also damit den Boden verbessern, putzen, im Stall versprühen und wenn nötig auch mit in die Badewanne kippen. Bodenverjünger ist speziell für die Anwendung in Boden-Aufbauprozessen.

Ich hab des am Anfang nicht so richtig kapiert mit dem Bodenverjünger. Ich dachte wirklich es ist auch nur ein EM. Jetzt hab ich es ausprobiert und ärgere mich, dass ich ihn nicht schon viel Früher eingesetzt habe. Ich habe ein ganzes Jahr Bodenaufbau verschenkt!

Franz Brunner, Ackerbauer

Noch feiner wird die Abstimmung auf die betriebseigenen Flächen, wenn der Bodenverjünger vor Ort mit Kräutern/ Kulturpflanzen von den eigenen Flächen angesetzt wird. So wird das Bodenferment bereits auf die heimische Mikrobenflora eingeschwungen.

Die Erfolge im Acker- und Gemüsebau in vielen Ländern Europas zeigen, dass es sich rentiert mit dem besten Handwerkszeug zu arbeiten, wenn man die Bodenmikrobiologie regenerieren möchte. Kulturen wachsen gesund und stabil, auch in extremen Anbaujahren wie 2018/ 2019. Humus baut sich auf. Die Flächen bauen mit jeder Anwendung auf. Bodenaufbau ist die Investition in die Zukunft.

Der nachfolgende Blogbeitrag zeigt eindrücklich die Wirkung auf die Bodenstabilität und die Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens nach der Tiefenlockerung mit Bodenverjünger:

Posch-hans-Regenerativer-Ackerbau-Em-Chiemgau

Erfahrungsaustausch Ackerbau mit Hans Posch

Fam. Zenta und Hans Posch,
Mögstetten, Lkr. TS, Demeterhof, Milchvieh und Schweinemast und Hofladen "Bodenschatz"

Im Rahmen der Vortragsreihe "Wir Bauern nehmen unsere Zukunft selbst in die Hand” berichtete Hans Posch über seine Praxis-Erfahrungen der letzten Jahre. "Hohe Erträge bei positiver CO² Bilanz – Humus aufbauen und zukunftsfähig wirtschaften" so das Thema des Abends. Schon lange ist die Familie von Hans Posch durchdrungen von der Welt der Mikroben. Ob im Haushalt bei der Reinigung, im Garten, im Stall oder auf dem Feld. Es gibt wohl kaum einen Bereich auf dem Betrieb, bei dem Hans nicht in irgendeiner Weise EM eingesetzt hat.
Für die Regenerative Landwirtschaft hat er sofort Feuer gefangen. Weil einfach klar ist, dass Bodenmikrobiologie, Bodenbearbeitung und Bodenchemie harmonisch miteinander abgestimmt sein müssen.

Die Wissenslücken zu füllen ist nicht das Problem. Zuerst muss man bereit sein zu erkennen, dass man auch als langjähriger Praktiker und Landwirtschaftsmeister nicht alles weiß.

Seit 2004 wird EM im Betrieb eingesetzt, 2012 stellten sie auf Bio um, seit 2012 ist der Hof Demeter zertifiziert.
EM, Gesteinsmehl und Kohle werden zur Gülleaufbereitung verwendet, CFKE zur Silageaufbereitung und Fütterung, und der Wassertransformer zur Aufbereitung des Stallwassers.

Posch-Hans-Vortrag-Ackerbau-EM-Chiemgau

Der Besuch von vielen EM-Stammtischen in Halfing und der Erfahrungsaustausch unter den Landwirten brachte ihn auf immer neue Erkenntnise und Ideen.

Alternative Fungizide mischt er aus EM-aktiv, Gesteinsmehl und Molke (RoPro 13/20). Diese Mischung spritzt er bei Kartoffeln, wenn sie 15 cm Höhe erreicht haben, zur Stärkung. Das Spritzen mit EM bereitet ihm ein gutes Gefühl, was für den einstigen Spritzwart nun an erster Stelle steht.
Bei einem Versuch brachte er 2 ha Grünschnitt aus Roggen mit Erbsen auf 1 ha Kartoffeln als Mulchschicht aus.
Fazit: genügend Mulch reduziert den Kartoffelkäferbefall erheblich.

Eine wichtige Erfahrung ist, dass man grüne Pflanzen nicht ohne Mikroorganismen einarbeiten soll. Die Pflanzen fangen zu faulen an (Oxidation). Deshalb sollte der "Rottelenker" (Bodenverjünger) eingesetzt werden. Nach dem Fräsen solle man 5 - 10 Tage Wartezeit einhalten, bevor die Untersaat geschält wird. So fermentieren die Pflanzenreste und ein aufbauendes Milieu kann sich etablieren.

Wichtige Werkzeuge sind Spaten und Sonde zur Bodenbeurteilung. Immer wieder gräbt er eine Profilgrube, um seinen Boden zu begutachten. Sind genügend Würmer vorhanden kann viel Wasser versickern. Eine Spatenprobe sagt viel über die Bodenqualität aus. Je öfter man ein Probe zieht desto mehr liest man daraus.

Chrsitophel-was braucht-die-Pflanze-zum-Leben-Vortrag-Ackerbau-EM-Chiemgau

Einführung in die Albrecht-Boden-Analyse

In der Reihe unserer Vortragsabende "Unsere Landwirtschaft effektiv und klimafit machen" berichteten Praktiker von ihren regenerativen Ackerbau-Erfahrungen und Dr. Dominik Christophel informierte über die Albrecht-Boden-Analyse.

Hohe Erträge bei positiver CO2 Bilanz –
Humus aufbauen und zukunftsfähig wirtschaften

Am 17. Februar kamen gut 60 Besucher in die Chiemgau-Akademie um sich über den regenerativen Ackerbau zu informieren. Neben zwei Praktikerberichten gab es eine Einführung von Christoph Fischer, sowie einen Vortrag von Dr. Dominik Christophel, der über die Albrecht und Kinsey-Bodenprobenuntersuchung informierte.
Mehr zu den Praktikerberichte von Hans Posch aus Mögstetten und Barthl Gammel aus Geisenhausen

Nach der Begrüßung und Vorstellung von EM-Chiemgau hob Christoph Fischer die Bedeutung von einem vorherrschenden Milieu hervor. Es gibt viele Vergleichsmöglichkeiten um zu verstehen, welchen Einfluß das Milieu hat. So auch die Verdauung des Menschens. Wir wissen, wie schnell unsere Verdauung auf einseitiges Essen reagiert, welchen Einfluss zu fett-, oder zuckerhaltige Lebensmittel langfristig auf unsere Gesundheit haben. Zivilisationskrankheiten machen sich mehr und mehr breit.
Immer sind eine Vielzahl an Mikroorganismen notwendig, um den gesamten Stoffwechsel fit zu halten. Die Mikroorganismen bauen die Organik in verfügbare Nährstoffe um, sind zuständig für viele Stoffwechselprozesse und sind letztlich als "Mikrobiom" zuständig, ob ein Mensch gesund ist oder nicht.
Ebenso verhält es sich im Boden. Die Gesamtheit des Bodengefüges ist abhängig davon, wie er chemisch, physisch und mikrobiell zusammengesetzt ist. Wollen wir Humus aufbauen müssen wir die "Zivilisationskrankheiten" des Bodens angehen. Ihn anders ernähren, fit machen und mikrobiell unterstützen.

Um die Bodenbeschaffenheit umfassend zu erkunden bietet sich eine Boden Analyse an, bei der neben der Nährstoffanalyse auch um eine umfassende Begleitanalyse geht. Was die Albrecht-Analyse untersucht, das vermittelte Dr. Dominik Christophel vom Geobüro aus 92355 Velburg in seinem Vortrag.

Dr. Dominik Christophel – Albrecht-Boden-Analyse

Bodenproben nach Albrecht -  ist sie wirklich sinnvoll?

So mancher Landwirt wird sich denken: „ Ich hab ja schon oft eine Bodenprobe nach konventionellen Methoden (VDLUFA oder EUF) machen lassen. Wieso soll ich solchen Aufwand betreiben?“

Doch der vermeintliche Mehraufwand kann sich wirklich lohnen! So sind ca. 80 % der Nährstoffe im Boden nicht pflanzenverfügbar und sind fest in die Bodenstruktur eingebaut.

Dr. Dominik Christophel erklärte die Bedeutung von der Kationenaustauschkapazität, sowie der Basensättigung. Hier geht es um Lerninhalte der Bodenkurse, was für manche eine Wiederholung von bereits Gelernten war. Andere merkten, dass hier großes Potential liegt.

Was versteht man unter Kationenaustauschkapazität?

Die Nährstoffverfügbarkeit ist unter anderem auch abhängig vom pH-Wert. Der pH-Wert wird hauptsächlich von Calcium und Magnesium gesteuert. Allerdings sagt der pH-Wert alleine nicht aus, ob das Calcium auch pflanzenverfügbar ist.

Das Verhältnis der Nährstoffe zueinander (z.B. Ca : Mg; C : N)  ist mit entscheidend, ob Nährstoffe für die Pflanzen verfügbar bar sind. Z.B. ein hoher Phosphorwert blockiert die Zinkaufnahme. Daher ist es unumgänglich die Zusammensetzung seines Bodens kennenzulernen.

Ein Überschuss an Nährstoffen kreiert den Mangel an anderen Nährstoffen, dies gilt für Haupt- und Spurennährstoffe.

In der Bodenanalytik nach Albrecht erfährt man nicht nur die aktuellen Nährstoffbilanzen, sondern auch unter Berücksichtigung der geographischen Beschaffenheit, das spezielle Potential und die Mängel, die man bei konventioneller Analytik nicht zu sehen bekommt.

Die Probenahme auf der Fläche, ist gleich der konventionellen Methode. Grundsätzlich ist zu beachten, nur Edelstahlwerkzeuge zur Probenahme verwenden. Wird z.B. verzinktes Werkzeug verwendet, so kann der ganz feine Abrieb der Legierung zu erhöhten Zinkwerten führen.

Die Proben können z.B. an das  Geobüro Christophel geschickt werden. Der Landwirt erhält neben der detaillierten Analyse eine Düngeempfehlung unter Berücksichtigung der geographischen Umgebung.

So kann z.B. ein zu hoher Gehalt an Phosphor andere essentielle Elemente wie Zink, Magnesium, Calcium und Eisen hemmen. So sieht man in der klassischen Analyse vordergründig einen Mangel und würde Zink, Magnesium... Düngen. Hier liegt der Fehler im Detail. Wird nämlich der geographische Hintergrund, sprich die Beschaffenheiten des Bodenuntergrundes mitbeurteilt, kann man solche Missverständnisse aufklären und entsprechend den wirklichen Begebenheiten vorgehen. Es ist zu klären, ob der benötigte Nährstoff /Spurenelement tatsächlich nicht vorhanden oder nicht verfügbar ist. Für diesen Ansatz hilft die Albrechtanalyse.

Die Gesamtheit und Symbiose der Elemente ist der Schlüssel zum Erfolg.

Anmerkung: Die Bodenanalyse nach Albrecht bzw. Kinsey wird (derzeit noch) nicht bei der Vor-ortkontrolle im Rahmen von Cross Compliance vom AELF anerkannt.

Praktische positive Erfahrung: Eine markante Aussage von einem Milchviehbetrieb aus dem Lkr. EBE: „Ich habe meine kompletten Flächen nach der Albrechtmethode analysieren lassen
und deren Düngeempfehlung in den darauffolgenden Jahren voll umgesetzt, daraufhin stieg die Grundfutterleistung meiner Milchvieherde um ca. 1.000 l/Kuh“.

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