Kategorie: Praxisberichte

Stroheinfahren

Landwirtschaftlicher Praktikertag bei EM-Chiemgau

Immer öfter hört man von EM-Betrieben und deren Erfolge. Welchen Nutzen die Landwirte daraus ziehen, Erfahrungswerte und betriebswirtschaftliche Zahlen, das interessierte die Teilnehmer am Praktikertag in Högering.
Vier Landwirte stellen ihre Betriebe und individuelle Wirtschaftsweisen vor und beantworteten zahlreichen Fragen.

Hier die markanten Inhalte der Praktikerberichte:

Barthl Gammel, Geisenhausen, Ackerbau, Mutterkuh, Biobetrieb

  • Setzt beim Pressen von Grassilage, Heu und Stroh CFKE zur Stabilisierung des Futters ein.
  • Grünlandpflegemaßnahmen mit dem Grasnarbenbelüften kombiniert er immer mit der Spritzung von EM-aktiv. Sein Ziel: so wenige Überfahrten wir möglich.
  • Im Tieflaufstall wird mit Stroh, Pflanzenkohle und Biolit-Urgesteinsmehl eingestreut. Der festinstallierte Profinebler „Nimbatus 7“ sprüht zeitschaltuhrgesteuert CFKE im kompletten Stallbereich. Seither ist die Fliegenplage um ca. 80% reduziert.
  • Die Rinder haben im Sommer Weidegang, selbst hier sind die Fliegen deutlich weniger geworden. Dies liegt am positiven Milieu auf den Tieren. Letztendlich steigert der EM-Einsatz auch das Tierwohl.
  • Den Festmist (mit Pflanzenkohle, Biolit-Urgesteinsmehl und EM) seiner Rinder mischt er mit Hackschnitzel, Pferdemist und lässt ihn ca. 5 Monate lagern. Anschließend wird er mit dem Breitstreuer auf den Ackerflächen ausgebracht.
  • Die sich prächtig entwickelte Zwischenfrucht „Terra Lif Solanum“ wird gewalzt, mit Bodenverjünger zur Verbesserung der Flächenrotte behandelt und nach einigen Tagen auf ca. 5 cm gefräst. Die Saat der Hauptfrucht erfolgt mit Kreiselegge-Drillkombination in den gefrästen Bestand.
  • Bei der Tiefenlockerung mit dem Grubber mit Injektionsdüsen wird Bodenverjünger in 25 – 35 cm tiefe Bodenschichten eingebracht. Der Bodenverjünger ist ein neues Produkt für den Ackerbau zu Unterstützung der Flächenrotte.
  • Das Saatgut wird ca. 1 Woche vor der Saat gebeizt um die Vitalität der Pflanzen zu fördern und Pilzkrankheiten vorzubeugen.


Rezept zur Beizung:
200 ml EM-aktiv auf 1 l Wasser
2 kg RoPro 13/20 je dt Saatgut

Die aufgelaufenen Jungpflanzen werden im 3-4 Blattstadium zu Wachstumsstärkung mit 300 l Wasser und folgender Mischung/ha gespritzt:
3 kg Startfit
3-5 l EM-aktiv
Nach ca. 10 Tage wird die Spritzung wiederholt.

Bei den beiden weiteren Anwendungen werden 300 l Wasser/ha gespritzt mit: 
4 kg RoPro 13/20
25 l EM-aktiv
1 l scharfes Blond

Hans Kink, Riedering, Bio-Milchviehbetrieb, Grünland, Nebenerwerb, Jungvieh im Sommer auf Weide/Alm

  • Setzt auf langlebige Kühe mit guter Fruchtbarkeit.
  • Seit ca. 15 Jahren arbeitet er erfolgreich mit EM. In den Anfangsjahren hat er auf seine Grünlandflächen mit Diabassand gestreut.
  • Im Stall ist der Profinebler „Nimbatus 7“ im Einsatz und sorgt für gutes Stallklima.
  • Neben Grassilage, Heu und Bio-Kraftfuttermischung wird Karbofit (Futterkohle) zur Unterstützung der Tiergesundheit gefüttert.
  • Die Gülle wird mit EM, Pflanzenkohle und Biolit-Urgesteinsmehl behandelt.

Hier eine ganz interessante Erfahrung:
Gesunde Flächen mit aktiven Bodenleben erwärmen sich im Frühjahr schneller. Dies wurde Ende April 2017 beim späten Schneefall sichtbar. Das Bild zeigt die schneefreien Flächen von Hans Kink vorne und hinten. Dazwischen eine mit schneebedeckte Fläche die konventionell sehr intensiv genutzt wird. Hier wird deutlich, das auch in „Grenzsituationen“ der Einsatz von EM, Pflanzenkohle und Biolit-Urgesteinsmehl markante Vorteile bringt.

Schneewiese-1     Schneewiese

Jakob Wallner, Großkarolinenfeld, Mutterkuh, Legehennen, Bio, Nebenerwerb

  • Seit der Beitriebsübernahme vor knapp 30 Jahren wurden zahlreiche Entwicklungsschritte (Färsenmast, Dammwild, Putenmast) gegangen. Mit dem Neubau des Hühnerstalls 2015 wurden die schrittweise Aussiedlung des Betriebs auf den jetzigen Stand gebracht.
  • Im vollautomatisierter Legehennenstall wird die Zweinutzungsrasse Sulmtaler x Bress gehalten. Die Eiervermarktung erfolgt über Bioläden im Raum München.
  • Der Profinebler „Nimbatus 7“ im Stall versprüht monatlich ca. 8 l CFKE und sorgt für gutes Stallklima.
  • Die „maßgeschneiderte“ Futtermischung ist mit 2,5 l CFKE/to Futter aufgewertet und wird mit dem vollautomatisches Futterband in den Stall gefördert.
  • In die Kotkästen werden alle zwei Tage ca. 15 kg Ro-pro Lit-Urgesteinsmehl gestreut.
  • Die jährliche Stallreinigung (nach Durchgangsende) wird mit EM-Reiniger und dem Hochdruckreiniger durchgeführt. Auf Desinfektionsmittel wird verzichtet. Ca. 14 Tage nach dem Waschen wir der Stall wieder neu belegt.
  • Der mit CFKE und Ro-pro Lit-Urgesteinsmehl behandelte Hühnermist wird in die Güllegrube eingebracht und mit Rindergülle vermischt.

Martin Rumpel, Bruckmühl, konventioneller Milchviehbetrieb, Vollerwerb, Ausbildungsbetrieb, Grünland, Ackerbau

Seit Beginn des EM-Einsatz vor ca. 10 Jahren verliefen die Ergebnisse wie eine „Berg- und Talfahrt“. Seit 3-4 Jahren ist der „Durchbruch“ geschafft.

  • Grassilage, Maissilage und Heu werden mit 1,5 – 2 l CFKE/m³ behandelt.
  • Das Dosiergerät ist auf dem Schwader aufgebaut und wird bei der Grassilage- und Heuernte ohne Ausnahme eingesetzt.
  • Die Nachbarn schätzen es sehr, daß die Gülle nicht mehr stinkt. Durch das Ausbringen im Stall auf Laufgängen und Liegeflächen von EM-aktiv, Pflanzenkohle und Ro-pro Lit-Urgesteinsmehl wird die Gülle bereits im Stall behandelt und evtl. Stauungen im Güllekanal vorgebeugt.
  • In enger Zusammenarbeit mit Dr. Schmack wurde die Fütterung drastisch umgestellt. Mit einem RP-Gehalt von ca. 13% in der Gesamtration gehören nun Klauenprobleme und Fruchtbarkeitsstörungen der Vergangenheit an.
  • Eine sehr erfreuliche Feststellung zur Fruchtbarkeit im letzten Jahr: 17 Kalbinnen wurden erstbesamt, dabei wurden alle auf das erste mal trächtig. Die Milchleistung blieb relativ konstant bei ca. 8.000 l/Kuh.

Zukunftspläne:

  • Als nächstes wird im Stall der Profinebler eingebaut.
  • Im Ackerbau soll zur Wachstumsstärkung EM-Produkte eingesetzt werden und auch die bisherige Bodenbearbeitung umgestellt werden.

Zwischen den einzelnen Berichten stellte Christoph Fischer das Rosenheimer Projekt und die Einsatzmöglichkeiten der EM-Produkte vor.

Gegen 16.30 Uhr verabschiedeten sich die zufriedenen Teilnehmer, bepackt mit zahlreichen Informationen und großer Motivation.

Biolit_einblasen

EMLeben – EM-Leute „Einsatz von Gesteinsmehl im Stall“

Landwirt Josef Obermair, Altenburg bei  Brannenburg

Was war der Auslöser für den Einsatz von RoPro-Lit im Stall?
Seit ca. 8 Jahren setzen wir RoPro-Lit-Urgesteinsmehl im Stall ein. Vorher haben wir das RoPro-Lit nur direkt in die Güllegrube eingeblasen. Zähfließende Güllekanäle, offene Sprunggelenke bei den Tieren aufgrund der mittlerweile in die Jahre gekommenen und harten Gummimatten waren der Auslöser für den Einsatz von RoPro-Lit im Stall. Seit wir RoPro-Lit in den Liegeboxen einstreuen, haben wir fast keine offenen Sprunggelenke mehr. Durch die aktive Mikrobiologie im Güllekanal gehört zähfließende Gülle und Güllestau der Vergangenheit an.

Rost_EM-Management

Wie sieht es mit der Klauengesundheit aus?
Saubere Spalten und trocken Klauen sind Grundvoraussetzungen um Klauenprobleme vorzubeugen. Mit der Kombination automatischer Spaltenschieber und RoPro-Lit haben wir nur noch geringfügige Klauenprobleme.

eingepuderter-Huf Steinmehl_Stand

Gibt es Veränderungen bei Euter und Zitzen der Kühe?
Wir haben bisher keinerlei Rötungen oder Hautirritationen festgestellt.

Welche Erfahrungen hast du mit der behandelten Gülle gemacht?
In der Güllegrube bildet sich fast keine Schwimmdecke. Das Güllerühren vor der Ausbringung ist in kurzer Zeit erledigt und die Gülle ist sehr homogen.

EM-Güllegrube

Welche Menge Ropro-Lit setzt Du im Betrieb ein?
Wir kaufen das RoPro-Lit über unsere Einkaufsgemeinschaft, in Big Bags abgefüllt und gelagert wird bei uns am Hof. Die Landwirte der Einkaufsgemeinschaft können bei Bedarf die Big Bags abholen. Wenn der Vorrat zu Ende geht, bestellen wir die nächste Lieferung. Für unseren Stall benötigen wir ca. 50 – 60 kg/Tag.

Wie verteilst du RoPro-Lit im Stall?
Mit dem Schubkaren fahren wir täglich das RoPro-lit in den Stall und verteilen es mit der Handschaufel über die Liegeboxen.

Steinmehl-Liegebuchten

Wie erfolgt die Abfüllung in Big Pack?
Zusammen mit einem anderen Landwirt und zwei Ladern füllen wir die Big Pack ab. Die leeren Säcke werden an der Staplergabel eingehängt und über den Schlauch vom Silozug befüllt. Wenn alles gut läuft sind die ca. 26 to in ca. 1½ Std.  in 26 Big Pack‘s abgefüllt.

Steinmehl_in-big_Bags einfüllen

Vielen Dank für das Interview

EMLeben – EMLeute “Die wundersame Wendung eines EM-Dosierfehlers”

Johannes Krumbachner erzählt von seinem EM-Dosierfehlers beim Maisanbau

Die Vorfrucht war einjährig (nach GPS-Roggen) Kleegras, welches ich anfang Mai silierte. Danach wurde sofort mit ca. 100 l/ha EM gefräst, nach einer weiteren Woche wurde auf 15 cm gegrubbert (Flügelschar) und sofort danach gewalzt. Es folgte nach einer weiteren Woche die Ausbringung von aufbereiteten Gärsubstrat per Gülleverschlauchung (30 m³/ha) mit sofortiger Einarbeitung (Kreiselegge mit Stabwalze). Nach weiteren 4 Tagen am 31.Mai 2017 erfolgte die  Maissaat.

Krumbachner_mit Tiefenlockerungszahn
Da ich schon im Vorjahr gute Erfahrungen mit der partiellen Tiefenlockerung inkl. EM-Einspritzung gemacht habe, wollte ich mein System optimieren. Ich habe mir größere Tiefenlockerungszinken mit entsprechendem Bodenwerkzeug zugelegt.

Leider konnte ich die Arbeitstiefe der Zinken nicht verstellen und lies sie mit einer Arbeitstiefe von ca. 35 cm mitlaufen. Das Dosieren des EM´s glückte mir auch nicht. Ich brachte ca. 150 l/ha aufs Feld. Zum Schluss stellte ich fest, dass ich nur mit 7 Körner/m² säte.  Unter diesen Bedienungen schepperte und krachte die ausgeliehene Maisbaumaschine und das Feld sah nach der Aussaat aus wie gepflügt. Ich war so frustriert über meinen Anbauversuch, dass ich die Tiefenlockerungszinken für die Aussaat des restlichen Maises abbaute. Ich spielte mit dem Gedanken das Feld bei unzureichenden Auflauf umzubrechen.
Gott sei Dank kam ich nicht dazu.
Ich etablierte im 6-8 Blattstadium mit 20 m³/ha Gärsubstrat die Untersaat und am 3. Oktober konnte ich diese Bilder fotografieren.

Mein Grundnachbar hat genau neben unseren Mais auch Mais gebaut (Aussaat Mitte April). Er behauptet noch während ich unsere Felder fräste, dass das, was ich da versuche, nicht funktionieren würde. Ich glaube er ist eines bessern belehrt worden."

Johannes, vielen Dank für deinen Bericht und die aussagekräftigen Bilder.

Krimmler_Wasserfälle_Alm_Bergblick

Betriebswirtschaftlicher Erfolg mit EM-Einsatz

EM, Pflanzenkohle und Bio-Lit-Urgesteinsmehl auch bei Bergbauern sehr erfolgreich im Einsatz

Fast jeder kennt die Krimmler-Wasserfälle im Oberpinzgau (Salzburger Land). Einmalig ist, dass weit über den Wasserfällen auf ca. 1620 Meter Seehöhe ganzjährig aktive Landwirtschaft betrieben wird. Zusammen mit Georg Abermann und  Otto Kicker besuchten wir den landwirtschaftlichen Betrieb im Oberpinzgau. Familie Geisler bewirtschaftet seit ca. 600 Jahren das Krimmler Tauernhaus mit der dazugehörigen Landwirtschaft (Milchkühe, Jungvieh, Schweine).
Milch und Fleisch wird selbst verarbeitet und größtenteils in der Gastwirtschaft verkauft. Seit einigen Jahren arbeitet die Landwirtsfamilie Geisler intensiv nach dem Rosenheimer Projekt (EM-Produkten und RoPro-Lit-Urgesteinsmehl.)

Auslöser für die Umstellung waren Probleme mit der Tiergesundheit, für die Rinderfütterung minderwertiger Grünlandbestand und die persönliche Belastung, wenn es nicht so richtig rund läuft in der Landwirtschaft.

Im Stall wird täglich mehrmals CFKE (Chiemgauer Fermentierter Kräuterextrakt) versprüht (Mobiler Vernebler). Auch der Festmist vor dem Entmistungsvorgang wird mit CFKE besprüht und Karbosave Pflanzenkohle in den Mistkanal eingebracht.

Bei der Heu- und Silageernte wird mit einem selbstgebauten Dosiersystem CFKE auf den Schwad aufgesprüht.

Jährlich wird RoPro-Lit-Urgesteinsmehl in Form von Diabassand direkt auch die Wiesen und Weiden ausgebracht. Auf Flächen, die mit Schlepper und Streuer nicht befahren werden können, wird der Diabassand mit der Hand gestreut.

Seit dem Einsatz von EM und RoPro-Lit-Urgesteinsmehl ging der Hahnenfußanteil gewaltig zurück. Die für die Region passenden hochwertigen Gräser, Kräuter und Leguminosen vermehrten sich sehr gut und bieten den Tieren hochwertiges und schmackhaftes Futter.  Der Futterertrag steigt von Jahr zu Jahr an. An Hand der Ballenanzahl ist der jährliche Zuwachs einfach zu ermitteln.

Tierarztbesuche und die Verabreichung von Medikamenten kommen selten zum Einsatz.
Den notwendigen und erfolgreichen Einsatz von RoPro-Lit-Urgesteinsmehl in dieser Höhe „zwischen Schotter, Steine und Felsen“ erklärt Dipl. Ing. agr. Georg Abermann vom Hartsteinwerk Kitzbühel folgendermaßen: Entscheidend sind die Mineralien- und Spurenelemente im Wurzelbereich der Grünlandpflanzen (5-10 cm). Entzug durch Pflanzenwachstum und Auswaschung in tiefere Bodenschichten können zu Mangel an Mineralien und Spurenelement führen. Dies kann auch auf mineralienreichen und steinigen Untergrund der Fall sein.

Auch die Zusammensetzung des Gesteins und dessen energetischen Schwingung seien entscheidend. Das im Hartsteinwerk Kitzbühel abgebaute Diabasgestein und die anschließende EM- und Kin-Behandlung bringt höchstmögliche Qualität im RoPro-Lit-Urgesteinsmehl, was unseren Böden, Pflanzen und Tieren zu Gute kommt.

Ein etwas anderes Mist- und Güllemanagement wird mit Erfolg praktiziert. Die Rinder stehen auf Gummimatten und täglich wird reichlich Stroh eingestreut. Die Entmistung erfolgt mit einer mechanischen Entmistungsanlage. Der behandelte Mist wird in mehreren Mieten ca. ein Jahr lang gelagert. In dieser Zeit bringen die zahlreichen Regenwürmer den Mist zur Verrottung. Je nach Bedarf wird der verrottete Mist in die Güllegrube eingebracht, mit Wasser verdünnt und ausgiebig mit dem Güllemixer verrührt. Anschließend wird der flüssige Mist mit dem Güllefaß pflanzengerecht ausgebracht.

Die Familie Geisler ist von der Wirtschaftsweise noch dem Rosenheimer Modell voll überzeugt. Friedrich Geisler: „Ich setzte immer mehr Menge ein, als empfohlen wird. Wir haben aktuell eine neue Pachtfläche hinzubekommen, die wir jetzt nach diesem Prinzip aufpeppen“.
Der Besuch bei Familie Geisler war jedenfalls sehr interessant. Zeigt es mal wieder, dass sich der zusätzliche Aufwand für EM-, Gesteinsmehl- und Kohleeinsatz letztendlich gewinnbringend auf das gesamte Hofkonzept auswirkt. Ganz zu schweigen, von der Zufriedenheit, die sich hier durchgängig ausgebreitet hat.
Sepp Oppenrieder

EMLeben- EMLeute: EM und Pflanzenkohle in unserem Grünlandbetrieb

In unserer Reihe „EMLeben-EMLeute“ möchten wir Nebenerwerbslandwirte Martina und Helmut Bach aus Kochl vorstellen. Seit vier Jahren arbeiten sie auf Ihrem Betrieb nach den Prinzipien des Rosenheimer Projekts.  Helmut ist regelmäßig auf landwirtschaftlichen Seminaren bei uns in der Chiemgau Akademie und es ist immer wieder schön, ihn von den Entwicklungen auf ihrem Betrieb erzählen zu hören. Wir freuen uns, dass sie sich zu einem Interview bereit erklärt haben.

EM-Chiemgau: Wie seid ihr auf EM und das Rosenheimer Projekt aufmerksam geworden? Wer war die Antriebsfeder? Und wo kommen die Mikroben (und die Pflanzenkohle) zum Einsatz?

Helmut Bach: Wir sind übers Internet aufmerksam geworden. Wir hatten das Problem der Wirtschaftlichkeit in unserem Betrieb. Fruchtbarkeit, Futteraufnahme, Pflanzenbestand auf dem Grünland, Gülleeinsatz ect. sollten verbessert werden.  Auf unsere Nachfrage zur Gülleaufbereitung bei unserem Verband wurde uns  die Zumischung von Wasser empfohlen, was für mich von der wirtschaftlichen Seite schon mal gar nicht in Frage kam.

Nach meinem ersten Vortrag von Christoph, wo ich über 200 km Anreise hatte, war für uns eigentlich klar: wenn das funktioniert, ist das unsere Lösung. Als Erstes haben wir es im Stall übers Futter, in die Gülle, zum Reinigen der Fliesen, sowie im Haushalt zum Putzen verwendet. Für mich war immer wichtig Betriebe, die diese Arbeitsweise schon länger erfolgreich betreiben, zu besichtigen, um vor Ort für den eigenen Betrieb evtl. Lösungen zu finden. Dabei ist uns die Offenheit und Ehrlichkeit der Betriebsleiter sowie der Teilnehmer des Rosenheimer Projektes aufgefallen. Auch oder vor allem die Beratung und Seminare der Chiemgau Akademie sind auf sehr hohem Niveau.

EM-Chiemgau: Wie haben sich Silage und Heu entwickelt seit ihr sie mit CFKE behandelt?

Helmut Bach: Weniger Futterverluste durch Fehlgärung, schmackhafteres Futter und dadurch höhere Futteraufnahme, außerdem so gut wie keine Nacherwärmung der Silage .

EM-Chiemgau: Wo seht ihr die Vorteile bei behandeltem Mist und Gülle?

Helmut Bach: Die Gülle kann man mit geringerer Geruchsentwicklung auch in wachsende Bestände ausbringen, Klee kommt wieder ohne Nachsaat , Kanäle stauen sich nicht mehr auf, bessere Ausnutzung der hofeigenen Dünger. Mist kann auch während der Vegetation ausgebracht werden. Dünger wird bei uns nur noch bei schönem Wetter ausgebracht, dadurch weniger Bodenverdichtung und weniger Stress für Mensch und Boden.

EM-Chiemgau: Viele Landwirte erkennen den Wert von behandelter Gülle, lassen sich aber von den anfänglich hoch erscheinenden Kosten abschrecken. Amortisieren sich für Dich die Kosten?

Helmut Bach: Auf jeden Fall rechnet sich das. Dazu kommt noch die nachhaltige Arbeitsweise, so dass die Aufwandsmengen nach einer gewissen Zeit reduziert werden können, aber der Ertrag bleibt. Am Anfang ist es so, dass man wenig bis nichts sieht, wenn man sich nicht in seiner Wiese auch mal hinkniet. Es dauert einfach seine Zeit bis sich der Boden nach jahrelanger teils falscher Bewirtschaftung und Düngung erholt.

Der Kreislauf im Betrieb muss sich wieder schließen !!!

EM-Chiemgau: Du hast Dir einen Grasnarbenbelüfter (Stachel) gebaut. Wie bist du darauf gekommen? Was hat er noch zusätzlich gebracht?

Helmut Bach: Durch ein Seminar mit Dietmar Näser. In Verbindung mit dem Rosenheimer Projekt stellte ich fest, dass auf unseren Flächen Handlungsbedarf war um Verdichtungen zu beheben und so den Pflanzenbestand und die Futterqualität zu verbessern. Um Kosten zu sparen habe ich eine Eigenbaulösung zur Grasnarbenbelüftung in unserem Betrieb umgesetzt. Mittlerweile ist es möglich auch Bodenhilfsstoffe mit einzubringen. Vernässungen gehen durch die Anwendung zurück. Die Gemeine Rispe geht zurück bzw. bleibt ganz aus, somit etabliert sich ein stabilerer Grasbestand. Das Ganze ist eine einfache und kostengünstige Maßnahme um Verdichtungen zu beheben.

EM-Chiemgau: Was möchtet ihr anderen Landwirten mit auf den Weg geben?

Helmut Bach: Um was zu ändern, was man über Jahre kaputtgemacht hat, braucht man nicht erwarten, dass jemand eine Lösung hat das Ganze in kürzester Zeit für wenig Geld wieder zu reparieren.

Unser Boden ist ein Lebewesen und braucht einfach seine Zeit sich zu erholen . Es ist meiner Meinung nach höchste Zeit für ein Umdenken in Sachen Tiergesundheit, Pflanzengesundheit, Bodenbearbeitung, Maschineneinsatz in Verbindung mit Maschinengröße und Verdichtungen . Diese Entscheidung muss aber jeder Betriebs-leiter für seinen Betrieb selber fällen und damit zufrieden sein.

Vielen Dank für Deine Zeit. Wir wünschen Dir und Deiner Familie alles Gute für die Zukunft und weiterhin so viel Offenheit in Eurem Denken und Tun.

Antibiotikafreie Fütterung ist möglich

CFKE und Futterkohle eingesetzt in der Geflügelproduktion stabilisieren die Gesamtsituation der Tiere und reduzieren, wie die Erfahrung zeigt, den Einsatz von Medikamente. Ist es nicht das, was wir Verbraucher wollen? Lebensmittel ohne Medikamentenrückstände? Wir stellen Ihnen hier zwei konventionelle Betriebe vor, die das - angeblich- Unmögliche möglich gemacht haben.

elterntiere

Geflügelvermehrungsbetrieb
Dieser Betrieb produziert Bruteier, die in eine Brüterei geliefert werden, wo dann die Küken schlüpfen, bevor sie zum Geflügelmäster gebracht werden. Die rund 32.000 Elterntiere auf dem Betrieb von Jürgen Hemker, 8% davon sind Hähne, produzieren knapp 6 Mio Bruteier im Jahr.

Die erste Zielsetzung war die Verbesserung des Stallklimas, also Reduktion von Ammoniak, Staub und Geruch im Stall.

fröhlicher Landwirt

Begonnen wurde 2013  mit der fermentierten Kräutermischung und der Pflanzenkohle in der Einstreu, später kam die zert. Futterkohle und CFKE als Futterzusatz dazu.

Die Zielsetzung wurde nach und nach erreicht. Als Nebeneffekt ist dieser Betrieb nun seit mehreren Jahren Antibiotika frei. Auch der Einsatz von Vitaminen und anderen Ergänzungsstoffen ging zurück. Mit geringem Arbeits- und Kostenaufwand konnte der Landwirt das Stallklima und die Gesundheit der Tiere nachhaltig verbessern. Mittlerweile sind Küken, die aus den Eiern dieses Betriebes stammen, sehr gefragt bei den Mästern.

Geflügelmast

In dem hier vorgestellten Betrieb sind ca. 280 000 Hähnchen in sieben Ställen eingestallt. Sie erreichen ihr Endgewicht von 2,15 kg meist um den 38. Lebenstag. Der Betrieb von C. Pohlmann im Emsland produziert 2,25 Mio. verkaufte Hähnchen im Jahr.

bieberl
Junge Küken in einem der Ställe

Seit dem CFKE-Einsatz hat sich die Tiergesundheit auf dem Betrieb stabilisiert. Der Einsatz von Antibiotika geht immer mehr gegen Null. Nicht immer sind die Effekte auf das Stall-Mikrobenmilieu gleich im ersten Durchgang sichtbar. Aber nach und nach stabilisiert sich das Gesamtgefüge und der Erfolg stellt sich nachhaltig ein. Ein positiver Nebeneffekt in der Futterausnutzung stellt sich auch immer mehr heraus, die Zunahmen bleiben bei geringerem Eiweiß-Einsatz auf gleichem Niveau stabil.

Wenn Sie ähnliche Erfahrungen wie unsere  Landwirte aus dem hohem Norden machen, freuen wir uns über Ihre Berichte. Gerne möchten wir auf Ihre Fragen zum Antibiotikafreie Aufzucht beantworten. Vielen Dank  an die Bereitwilligkeit dieser Landwirte, denn sie haben sich auf einen Versuch eingelassen, der von der Wissenschaft quasi unmöglich gut gehen kann, jedoch zukunftsweisend ist.

Betreibsbesichtigung

Ertragszuwachs im Grünland

Die konsequente Güllebehandlung hat sehr gute Effekte auf den Aufwuchs im Grünland. Nach vier Jahren Gülleaufbereitung war der Effekt auf dem Betrieb Bach mehr als deutlich. Auf einem Grünlandschlag von dem sonst immer um die 14 Siloballen abgefahren wurden, wurden heuer 24 Siloballen geerntet.

KleegrasSeit 2012 wird die Gülle und der Mist auf dem Betrieb konsequent mit EM-aktiv, RoPro-Lit Gesteinsmehl und Pflanzenkohle behandelt und nur noch 10 Kubikmeter Gülle pro ha und Schnitt ausgefahren. Auch der Mist wird nicht mehr im Herbst auf die Flächen entsorgt sondern zwischen den Schnitten ausgebracht. Ein selbst gebauter "Stachel" wird nun die zweite Saison eingesetzt um die Grasnarbe zu belüften und den Gasaustausch im Boden zu verbessern.

Söllhuben. Regressforderung an die Christoph Fischer GmbH. Platz im Silo reicht nicht mehr aus wegen üppigem Grünlandaufwuchs. Ein Anbau ist erforderlich!

Hans Kink, Milchviehhalter im Nebenerwerb, bewirtschaftet seinen Grünlandbetrieb bereits seit 12 Jahren nach dem Rosenheimer Projekt. Konsequent wird auch die Güllemenge auf 10 Kubikmeter pro ha und Schnitt eingehalten. Die Unterschiede sind mit bloßem Auge sichtbar. Seine Wiesen sind sofort nach der Schneeschmelze grün, dichte Bestände mit hohem Kleebesatz und wenig Unkraut. 2016 hat er bereits mit dem dritten Schnitt seine benötigte Futtermenge geerntet. Der vierte Schnitt kann nun verkauft werden.

Feldbegehung

Betriebs-Besichtigung Landwirtschaft

EM-Chiemgau lud zur Felderbegehung auf dem Demeter-Betrieb von Christine und Matthias Posch in Obing zum Thema „erfolgreicher Ackerbau mit konservierender Bodenbearbeitung ohne Glyphosat“. Familie Posch arbeitet seit 16 Jahren mit EM auf ihrem Betrieb.

Am 13. Juni 2016 luden EM-Chiemgau und die Familie Posch auf den Milchvieh- und Ackerbaubetrieb ein, um die Entwicklung der Böden und des gesamten Betriebes der letzten Jahre zusammen mit Berufskollegen zu beschauen. Der ehemals konventionell intensiv bewirtschaftete Betrieb umfasst 43 ha Acker, 25 ha Grünland und 24 ha Wald mit 65 Milchkühen plus Nachzucht. Seit 2006 produziert der Betrieb biologisch. 200 Landwirte und das Bayrische Fernsehen folgten der Einladung zu dieser gelungenen Veranstaltung. Am 13. Juli 2016 um 22:00 in „Doc Thema“ wird der Beitrag im dritten Programm ausgestrahlt.

Feldbegehung_Posch

Feldbegehung_Posch

Posch_Gruppe

Posch_Gruppe

Posch_Mais

Posch_Mais

Vorgeschichte

Im Jahr 2000 hat das Ehepaar erstmals Christoph Fischer kennen gelernt. Der Weg über die Gülleaufbereitung dem gesamten Betrieb Gesundungsimpulse zukommen zu lassen, schien zum Betrieb zu passen. Im Herbst wurden die EM-Kin Güllestäbe, ein energetisches System zur Gülleaufbereitung im alten Stall in Pfaffing eingebaut und erstmals EM versprüht. Damals war der Gernstl, von Gernstl unterwegs, mit seinem Filmteam mit dabei. Der Betrieb war in der Zeit noch intensiv auf Höchstleistung aus. Die Krankheitsbelastung im Stall war im Vergleich zu jetzt sehr hoch, auch wenn der Einsatz von Homöopathie die Tiergesundheit bereits stabilisiert hatte, traten doch immer wieder die gleichen Krankheitssymptome auf, da das Milieu und die intensive Wirtschaftsweise anscheinend keine wirkliche Gesundung zuließen. Auch im Arbeitskreis hatten alle anderen so ein ähnliches Level was die Tiergesundheit betrifft.

Erste Maßnahmen zeigten schnell große Wirkung

Im ersten Jahr war die erste Maßnahme „nur“, dass kein Kunstdünger mehr auf das Grünland gestreut und nur noch 10m3 behandelte Gülle / ha und Schnitt ausgebracht wurde. Gülle wurde behandelt mit EM und RoPro-Lit Gesteinsmehl. Die Silage wurde mit CFKE (Chiemgauer Fermentierter Kräuterextrakt) als Silierzusatz optimiert. Mais wurde noch ganz konventionell gebaut.

Durch die CFKE Silage hat sich die Tiergesundheit bereits verbessert. Man konnte es aber noch nicht beziffern. Beim ersten kompletten Buchführungsabschluss hat sich dann aber gezeigt, dass sich die Tierarztkosten im ersten Jahr bereits halbiert haben. Ein sehr gutes Ergebnis, durch einfache, leicht umsetzbare und kostengünstige Maßnahmen: Güllebehandlung mit EM-aktiv und RoPro-Lit Gesteinsmehl, geringere Güllemengen (1/2 Menge) ohne zusätzlichen Kunstdünger im Grünland und CFKE Silage. Im nächsten Buchführungsjahr sind die Tierarztkosten noch weiter gesunken.

Diese Umstände sorgten für ein „Umdenken“ bei Matthias Posch. Wenn die Tiergesundheit durch den geringeren Einsatz von Chemie so rasch ansteigt, wie sieht`s dann bei den Menschen aus, die auf dem Betrieb arbeiten und bei denjenigen, die die produzierten Lebensmittel essen?

Wie wird das erst mit der Gesundheit, wenn man es schafft auch im Acker ohne Chemie zu arbeiten. Und das Ganze am Besten ohne Ertragseinbußen? Matthias Posch ist Landwirtschaftsmeister und war auf der höheren Landbauschule. Durch die effektiven Mikroorganismen (EM) und die Beschäftigung mit der Rolle der Mikrobiologie aber hat er ein besseres Verständnis für natürliche Zusammenhänge im Acker bekommen. Es waren die eigenen Gedanken statt Fachzeitschriften, die ihn weitergebracht haben.

Humusaufbau durch Gülleaufbereitung- Ein großer Vorteil auf der Fläche

Auf dem Betrieb wird seit 16 Jahren konsequent Gülleaufbereitung betrieben. Die ersten Jahre mit EM-aktiv (effektiven Mikroorganismen) und RoPro-Lit Gesteinsmehl, seit acht Jahren wird das System mit gemahlener Pflanzenkohle ergänzt. Diese Behandlungsmethode erlaubt ein ganz anderes Güllemanagement, welches diesen wertvollen organischen Dünger effektiver einsetzbar macht.

Stickstoff wird während der Lagerung durch die Mikrobiologie an die Pflanzenkohle gebunden. RoPro-Lit Gesteinsmehl unterstützt dank seiner großen Oberfläche die Mikroben und bringt für den Bodenaufbau benötigte Mineralien. Werden diese drei Komponenten eingesetzt, stinkt die Gülle bei der Ausbringung nicht mehr, Ammoniakverluste gehen gegen Null. Die Gülle ist sämiger in ihrer Konsistenz, sie tropft schneller vom Blatt ab und bleibt nicht lange haften. Ätzschäden werden durch das veränderte Mikrobenmilieu und die basische Wirkung von RoPro-Lit Urgesteinsmehl verhindert. Gülle wird so weit wie es geht nur noch in den wachsenden Bestand gefahren, um die Stickstoffausnutzung weiter zu erhöhen.

Felderbegehung mit 200 Landwirten bei Gewitterstimmung

Dinkel: Als erstes zeigte uns Matthias Posch zwei Dinkelbestände. Der erste Bestand, nach Zwischenfruchtgemenge Ackerbohne/ Erbsen/ Sonnenblume wurde pfluglos gebaut, der zweite nach Vorfrucht Buchweizen ohne Pflug. Die gepflügte Fläche zeigte einen ungleichmäßigeren Aufgang und Anfangsentwicklung. Durch den mastigeren Wuchs geht der Dinkel bereits stellenweise ins Lager.

KleegrasGrünland: Der auffallend dichte Bestand für die Heugewinnung besticht durch das hohe Kleevorkommen.
Die Ampferstauden im Bestand stören den Landwirt nicht, da er keine Kraft mehr hat um die große Blattrosette auszubilden. Gras und Klee wachsen bis an den Stängel hin. Der Ampfer hat keine verdrängende Wirkung mehr und man sieht keine braunen Flecken nach der Mahd. Die Fläche bekommt zu jedem Schnitt 10 m³ behandelte Gülle. Letztes Jahr wurde sie zum ersten Mal mit dem Wiesenbelüfter  bearbeitet. Im Frühjahr bekam die Wiese noch 2,8 Tonnen Diabas-Sand 0/2, um das Mineraliendepot im Boden wieder aufzufüllen.

MaisNachbarfläche Mais: Vorfrucht Weizen, ZF Senf. Ursprünglicher Plan des konventionellen Kollegen war, die Zwischenfrucht mit Glyphosat abzuspritzen und dann zu pflügen. Matthias Poschs Vorschlag nicht mit Gift zu fahren, sondern die Zwischenfrucht einzufräsen, wurde gerne angenommen. Mais wurde dann mit Kreiselegge und Maissägerät gesät. Der Boden ist locker, das Strukturmaterial aus der ZF dient als Mulch. Der Boden ist offen, kann sehr gut Wasser aufnehmen und zeigte keine Schlämmspuren. Für die Filmemacher des Bayrischen Rundfunk war das ein Augenöffner, ein Beispiel aus der Praxis, wie ein konventioneller Betrieb vom Verzicht auf Glyphosat, ersetzt mit entsprechendem technischen Einsatz zur Bodenbelebung, profitieren kann.

Wintergerste: Matthias Posch zeigte uns nicht nur seine Erfolgskulturen in diesem Jahr, sondern auch seine lehrreichen Erfahrungen. Die Wintergerste nach Sommergerste/Hafer/Erbsen Gemenge, war stark verunkrautet und konnte sich nicht richtig etablieren. Als Gründe dafür nannte der Betriebsleiter die Saatstärke (160 statt 180 kg), Saatzeitpunkt war am 30.09. bereits sehr spät und die Saattiefe zu tief. Bereits der Pflanzenaufgang war sehr schlecht. Anstatt die Wintergerste zu dreschen wird sie voraussichtlich als GPS weg gehäckselt.

Wickroggen: Vorfrucht vier Jahre Kleegras, Düngung mit 20 m³ Kleegras auf zwei Gaben. Wird als GPS gehäckselt. Wickroggen stellt eine sicherere Möglichkeit zur Grundfuttererzeugung dar als Mais

Feldbegehung_poschErbsen/Sommergerste/Hafer Gemenge:
Eine Umstellungsfläche im zweiten Jahr, die im Herbst noch gepflügt wurde und braun über den Winter ging. Im Frühjahr gegrubbert, wurde am 23. März angebaut, bei 20 cm Höhe wurde das Gemenge noch mit 20m³ Gülle gedüngt. Gülle wurde bei schönem Wetter ausgebracht, wobei sie einen Mehrfachnutzen bringt: Düngung über Blatt und Boden und fungizide Wirkung auf dem Blatt. Durch die Behandlung der Gülle wird die Pflanze nicht geschädigt.

Weizen/Winterackerbohne: Nach Vorfrucht Mais gepflügt. Der Bestand wurde blind gestriegelt und einmal mit 20m³ Gülle gedüngt.

Nach der ausgiebigen Runde über die Felder wurde live vorgeführt, wie gemahlene Pflanzenkohle aus dem Big Bag in die Gülle eingerührt wurde. Die Gülle muss vorher aufgerührt sein. Die Kohle sinkt nicht ab, sie schwimmt eher auf. Bereits nach einigen Minuten ist der überwiegende Teil der Pflanzenkohle gut mit der Gülle  vermischt. Neben der Pflanzenkohle ist eine mikrobielle Belebung mit EM-aktiv (Effektive Mikroorganismen) wichtig. Diese kann kontinuierlich über den Stall, wie im Betrieb Posch erfolgen.

Nachdem alle mit Getränke versorgt waren und fast alle einen Sitzplatz gefunden haben, stellte Christoph Fischer die Grundzüge und Möglichkeiten des Rosenheimer Projekts vor. Das Rosenheimer Projekt bietet Lösungen, die Kreisläufe im Betrieb schließen, chemische Ergänzungen überflüssig machen und Gesundungsprozesse in allen Bereichen in Gang bringen. Das Rosenheimer Projekt hat nicht den Anspruch, dass alle, die danach arbeiten biologisch wirtschaften müssen. Im Gegenteil, hier gibt es nur eine Landwirtschaft. Die biologische Wirtschaft ist oft ein „Nebenprodukt“ des Weges. Immer wieder stellte er das Miteinander der Landwirte in dieser Gemeinschaft in den Vordergrund. Erst diese Offenheit zwischen Kollegen ließ diese großartige Entwicklung der letzten Jahre zu.

Ein großes Gebot unserer modernen Zeit und somit auch der modernen Landwirtschaft ist „Kohlenstoff fixieren, Stickstoff binden und Humus aufbauen. Sonst steht uns eine immer stärkere Versteppung unserer fruchtbaren Kulturlandschaft bevor. Die Gülleaufbereitung stellt eine einfache Methode dar, diese Gebote umzusetzen. Christoph Fischer stellte neben praktischen Umsetzungen einige Meisterabschlussarbeiten zum Thema Gülleaufbereitung vor. Auch die große Thematik „Antibiotikafreie Fütterung“ in der Geflügelproduktion kann mit dem Ansatz des Rosenheimer Projekts in die Praxis umgesetzt werden. Großbetriebe in Mast und Eierproduktion setzen es seit Jahren erfolgreich um.

Zeitungsartikel zur Feldbegehung

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