Kategorie: Praxisberichte

Jungviehweide

Der Biohof Dauner- schwäbische Mentalität meets Ideenreichtum

  • Region: schwäbische Alb
  • Biobetrieb seit 2014
  • Ackerland 50 ha, Grünland 80 ha, 13 ha Wald, 75 kw Biogasanlage
  • Schwerpunkte: Milchvieh, Ackerbau, Direktvermarktung (Milch, Eier, Käse, Gemüse, Fleisch/ Wurst (geplant))

Bei frischem Herbstwetter erreichten wir den Biohof Dauner im Landkreis Heidenheim im schönen Schwabenländle. Der Betrieb wird bereits in der 9. Generation von der Familie Dauner geführt. Seit 2014 Wirtschaften die Dauners gemäß den ökologischen Richtlinien, seit einigen Jahren gehören sie dem Demeter Verband an. Die Umstellung auf den ökologischen Landbau bot einige Berührungspunkte mit der regernativen Landwirtschaft. Vor ca. 4 Jahren entschloss sich Manuel, die konsequente Umstellung auf eine regenerative Wirtschaftsweise zu wagen- und wurde bisher nicht enttäuscht.

Der Anstoß dazu kam durch die Meisterschule. Dort kam Manuel Dauner in den Kontakt zu Friedrich Wenz (humusfarming.de), der ihn mit den Denkweisen der regernativen Landwirtschaft vertraut machte. Der Keim dieser Denkweise fiel auf fruchtbaren Boden und ließ ihn seitdem nicht mehr los. Glücklicherweise konnte er von Beginn an auf die Unterstützung seiner Freundin Michaela, die sich derzeit im Agrarstudium befindet und seiner Familie zählen, die diese neuen Ideen tatkräftig unterstützen und mittragen.

Der Start der regenerativen Landwirtschaft- Mutig ans Werk

Natürlich mussten auch Dauners erst „ihren“ Weg und Zugang zum regenerativen System finden. Auch sie hatten hier und da mit Startschwierigkeiten zu kämpfen. Aber auch das ist Teil des Prozesses. Individuelle Lösungen sind gefragt. Wir von Chiemgau Agrar stehen Betrieben bei der Umstellung gerne mit unseren Erfahrungen aus dem Rosenheimer Projekt zur Seite. Auch auf unseren Veranstaltungen, die zukünftig auch vermehrt in digitaler Form für die Landwirte zur Verfügung stehen sollen, gibt es immer wieder hilfreiche Anwendungstipps und Expertenmeinungen. Der Austausch zwischen den Betrieben ist eine tolle Möglichkeit, Fehlerquellen frühzeitig zu erkennen und zu umgehen, sich gegenseitig zu inspirieren und auch zu motivieren. Wir versuchen das Netzwerk der regenerativen Landwirte zu stärken, Pioniere aus dem Rosenheimer Projekt mit interessierten Einsteigern zusammen zu bringen und sinnvolle Verbindungen zu knüpfen.

Güllebehandlung nach dem Rosenheimer Projekt als zentrale Maßnahme für den Erfolg

Dauners setzen seit 4 Jahren auf die konsequente Behandlung und Aufbereitung seiner fast 4000 m³ Gülle /Jahr. Die im Rosenheimer Projekt entwickelte Form der Wirtschaftsdüngeraufbereitung basiert auf Jahrzehnte langer Erfahrung von zahlreichen Landwirten und hat sich in der Praxis als effektive Maßnahme zur Düngeroptimierung erwiesen.

Die Gülle wird dabei mit EM-aktiv, Karbosave Pflanzenkohle und RoPro-Lit Urgesteinsmehl behandelt und sorgt dadurch für eine verlängerte und verbesserte Düngewirkung. Die rund 130 kg/N/ha/Jahr, die ihm über den organischen Dünger zur Verfügung stehen, möchte er möglichst effizient nutzen. Da er die Gülleaufbereitung als zentralen Aspekt für die Erfolge der regenerativen Wirtschaftsweise sieht, setzte er konsequenterweise auch gleich auf die Vernebelungsanlage für den Milchviehstall. Somit wird das Milieu im Stall und der Ausscheidungen gleich von Beginn an positiv gesteuert.

Man muss schon was setzen, aber langfristig ist es für mich eine Methode um Geld zu sparen!

Manuel Dauner

Durchdachte Zucht und erfolgreiche Milchviehhaltung auf dem Biohof Dauner

Auch in der Kälberaufzucht wird mit dem probiotischen Stallreiniger gereinigt und nach der Reinigung EM-aktiv versprüht. Dies sorgt für eine positive Neubesiedelung der Oberflächen. Fäulnisbakterien finden somit keine Lebensgrundlage, denn aufbauende Mikrobenstämme dominieren bereits das Milieu und entziehen den Fäulnisbakterien die Nahrungsgrundlage. Der pH-Wert auf den Oberflächen wird abgesenkt, wodurch die Ausbreitung und Vermehrung von Viren und krankheitserregenden Bakterien gehemmt wird.

Kälberdurchfälle gehören der Vergangenheit an, ebenso wie Atemwegserkrankungen und auch die Zunahmen und Vitalität der Kälber sind mehr als zufriedenstellend. Natürlich gibt es auch auf dem Biohof Dauner einzelne Tiere, die Erkranken und um die sich entsprechend mit aller nötigen Intensität gekümmert wird. Der Großteil der Tiere profitiert jedoch von den Effekten, die die Effektiven Mikroorganismen im Stall und bei der Tierhaltung mit sich bringen.

Gesunde Kälber- der Grundstein in jedem Milchviehbetrieb

Dass die Kälber der Familie Dauner darüber hinaus mit ihren bezaubernden Jersey-Augen auch noch bei jedem Schönheitswettbewerb gewinnen könnten, ist natürlich kein Leistungsmerkmal, aber doch etwas, auf das die Familie zu Recht stolz sein kann. Der Anblick der kleinen Schönheiten erwärmt aber nicht nur das Herz. Dahinter steckt ein wohlüberlegtes Zuchtsystem.

Auf dem Biohof Dauner werden 3-Rassen systematisch verpaart, um eine stabile Milchleistung mit hohen Inhaltsstoffen zu erzielen, die optimal auf das Kurzrasen-Weidesystem angepasst ist. Die F1 Fleckvieh*Jersey Generation dürfen zukünftig dem Angler Rotvieh Bullen einen Besuch abstatten. Von der Einkreuzung dieser alten Rasse erwarteten sie sich noch mehr genetische Vielfalt, einen starken Heterosis-Effekt und robuste, langlebige Kühe. Wir sind schon sehr gespannt auf diese F2 Generation. Sicherlich werden auch hier wieder bezaubernde und leistungsfähige Rinder heranwachsen.

In der schwäbischen Alp könne man nun mal nur mit 4 Schnitten kalkulieren, so Manuel. Ihm seien vitale Kälber, eine gute Fruchtbarkeit, Robustheit, Klauengesundheit sowie ein ruhiges und menschenbezogenes Gemüt wichtig für die täglichen Arbeitsabläufe. Da die Kühe ihre rund 6000 l Milchleistung hauptsächlich aus dem Grundfutter generieren, sei es zudem wichtiger, robuste Tiere zu züchten, die auch in schwierigeren Jahren eine stabile Leistung erbringen können als „den letzten Liter Milch“ heraus zu züchten. Eine nachhaltige und in Anbetracht der klimatischen Herausforderungen der Zukunft auch eine vernünftige Entscheidung. Wir gratulieren Manuel und seiner Familie zu dem Mut und der Ausdauer, die für solche Zuchterfolge nötig sind.

Die Chancen einer vielfältigen Betriebsführung

Besonders bemerkenswert ist zudem, dass jedes Tier, welches auf dem Biohof Dauner geboren wird, diesen auch nur als fertiges Schlachttier wieder verlässt. So hat sich eine stattliche Ochsenmast ergeben. Auch hier zahlt sich die Variabilität der Genetik aus, denn die Fleischqualität übezeugt auch Gastronomen aus der Region. Somit werden die männlichen Kälber sinnvoll in den Betriebskreislauf eingebunden und ergeben auch über die Direktvermarktung eine weitere Einnahmequelle.

Der breit aufgestellte Biobetrieb setzt auf den Ausbau der Direktvermarktung und experimentiert auch gerne mit verschiedenen Kulturen im Ackerbau. Der Betrieb bewirtschaftet rund 50 ha Ackerland mit einer 7-gliedrigen Fruchtfolge und hat heuer auf einer Teilfläche den Kürbisanbau versucht. Auch Linsen und Hanf finden sich in der diversen Fruchtfolge. Wobei der Hanf dem Betriebsleiter eine wahre Herzensfreude ist. Diese alte Nutzpflanze ist nicht nur vielseitig einsetzbar, sondern auch ein wahrer Garant für die Verbesserung der Bodenstruktur. Wir durften uns selbst überzeugen und tatsächlich. Die Böden, insbesondere die auf denen im Sommer kräftige Hanfpflanzen gewachsen sind, riechen süßlich herb, sind extrem krümelig und weich wie Pudding. Ein echter Traum von einem Boden und dass, obwohl wir weit weg von der Magdeburger Börde sind.

Auch Manuel ist sich sicher, den richtigen Weg beschritten zu haben. Die Geduld, die man anfangs aufbringen müsse, zahle sich nun aus. Auch in extremen Jahren mit Dürreperioden oder sehr vielen Niederschlägen sind Dauners gelassen. Der Grünlandertrag habe sich bereits nach 1,5 Jahren signifikant verbessert. Der Kleeanteil sei überall gestiegen. Auf dem Acker braucht die Veränderung ein wenig länger aber auch hier kann man nach 4 Jahren Einsatz mit behandelter Gülle und Flächenrotte eine deutliche Verbesserung der Bodenstruktur feststellen.

Auch eine 75 kw Hofbiogasanlage ist in betrieb und nutzt anfallenden Dung zur Wärmegewinnung. Nicht mal ein herber Schicksalsschlag konnte Dauners Motivation schmälern. Im Sommer ereilte die Familie ein Unglück, welches niemand erleben möchte. Die Maschinenhalle mit allen Geräten und dem Energiefutter brannte bis auf die Grundmauern nieder. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Dauners konnten mit viel Hilfe und starkem Familienzusammenhalt den Betrieb am Laufen halten und können sogar schon wieder optimistisch in die Zukunft blicken.

Die Mischung macht´s

Auf dem Betrieb Dauner ist eines ganz klar- der Erfolg ist eine Mischung aus Mut, Tatkraft und der fachlich optimalen Umsetzung der verschiedenen Maßnahmen und Komponenten der regernativen Landwirtschaft.

Untersaaten, Zwischenfrüchte, eine breite Fruchtfolge in Kombination mit behandelter Gülle und der Einsatz von Effektiven Mikroorganismen im Stall und in der Kälberaufzucht ergeben einen Kreislauf, der den Betrieb wirtschaftlich macht. Die Förderung des Bodenlebens und der Bodenfruchtbarkeit ist das Ziel und Ergebnis dieser besten fachlichen Praxis. Dabei mehrt sich auf diese Weise das betriebliche Kapital in Form von gesunden, ertragreichen Böden.

Typisch schwäbisch und sehr authentisch war die Aussage, dass EM Produkte, Pflanzenkohle und Gesteinsmehl zwar auf den ersten Blick Geld kosten, dass es für Manuel aber eine Methode ist, um Geld zu sparen!

Als Landwirt weiß er schließlich was ein kg Stickstoff wert ist. Möglichst stabile und ordentliche Erträge mit möglichst wenig Aufwand und Überfahrten zu erzielen, eine stabile Milchleistung, gesunde Kühe, hochwertige Milch und geringe Kosten seien unterm Strich wirtschaftlicher als am falschen Ende zu sparen. Und er als Schwabe müsse es ja wissen und gebe sicherlich keinen unnötigen Euro aus. Recht hast du Manuel!

Ob der weitere Gemüseausbau, die Zuchtentwicklung oder der Ausbau der Direktvermarktung Manuel, Michaela und seine Familie stecken voller Ideen und sind motiviert, den Betrieb weiter voran und in die Zukunft zu führen.

Wir sagen weiter so und vielen Dank für die spannenden Einblicke und diesen tollen Austausch mit euch auf eurem Hof! Wir freuen uns schon darauf euch auch weiterhin begleiten und unterstützen zu dürfen.

http://www.biohof-dauner.de/

ADRESSE
Sontbergen 8
89547 Gerstetten

TELEFON
+49 (0) 7323 920 312

MAIL
hallo@biohof-dauner.de

gut bepackte Trauben Burgunder

Der vielseitige Biobetrieb Meitzler

  • Region Rheinhessen RLP
  • Biolandbetrieb seit 2012
  • Ackerland 250 ha, vielfältige Fruchtfolge ca. 15-20 Kulturen /Jahr
  • Weinberge 25 ha Sorten Riesling, Grauburgunder, Weißburgunder, Spätburgunder, Chardonnay, Silvaner, Müller Thurgau

Zukunftsfähige Landwirtschaft aus Überzeugung

Der Biobetrieb der Meitzlers ist nicht nur wunderschön im idyllischen Rheinhessen gelegen, er ist auch ein hervorragender Demonstrationsbetrieb für eine gute fachliche regenerative Praxis. Meitzlers sind ein inspirierendes Beispiel dafür, wie eine Landwirtschaft von morgen aussehen kann!

Bereits im Jahr 2012 fiel der Entschluss, den Betrieb komplett ökologisch zu bewirtschaften. „Bio. Aus Liebe zum Menschen“ ist das Betriebsmotto der Meitzlers. In diesem Motto spiegelt sich bereits die Motivation der Familie wieder, Teil einer enkeltauglichen Landwirtschaft zu sein und im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihren Beitrag zu einer zukunftsfähigen Entwicklung (nicht nur) in der Landwirtschaft beizutragen. Seit 2016 setzen Meitzlers zudem auf die Methoden und Maßnahmen der regernativen Landwirtschaft, um ihren Betrieb „von unten her“ zu verbessern. Die Arbeit an der Basis, also am Boden ist der zentrale Gedanke der regernativen Landwirtschaft, der mit der biologischen Wirtschaftsweise sehr gut einhergeht.

Regenerative Landwirtschaft in der Praxis

Die Ziele, das Bodenleben zu (Re-)Aktivieren, Humus aufzubauen und Produkte von höchster Qualität zu erzeugen, ist hier in allen acker- und weinbaulichen Praktiken wiederzufinden.

Mit dem Ziel und der Motivation, gesunde und gehaltvolle Lebensmittel zu produzieren und eine angemessene Entlohnung der erzeugten Produkte zu erhalten, stehen Meitzlers nicht alleine dar. Kein Betriebsleiter möchte seine Gesundheit aufs Spiel setzen und seine eigenen Böden ausmergeln, um den Produktionsstandards zu entsprechen.

Meitzlers sind ein inspirierendes Beispiel dafür, dass es sich lohnt, eine aufbauende, kreislaufbasierte Landwirtschaft zu etablieren. Dennoch braucht es auf vielen Betrieben noch den nötigen Mut und die Entschlossenheit, neue Wege einzuschlagen und ein Umdenken zuzulassen.

Den Boden im Fokus mit Technik und Schlagkraft

Auch was die Technik betrifft, ist der Betrieb bestens aufgestellt. Um die Maßnahmen der regernativen Landwirtschaft wie die Flächenrotte oder die Unterbodenlockerung, aber auch den ökologischen Kartoffel- und Zuckerrübenanbau fachgerecht und effektiv umsetzen zu können, hat Armin Meitzler schon früh auf technische Lösungen gesetzt. Neben der gängigen Ackerbautechnik sind auch eine Frontspritze für Fermentspritzung, die Ackerfräse, eine Kompostteemaschine und der Tiefenlockerer mit Fermenteinspritzung (Firma Bremer) auf dem Betrieb zu finden.

Fermenteinsatz als Baustein des Erfolgs

Zur konsequenten Umsetzung der Maßnahmen gehören bei Meitzlers auch die Produkte von EM-Chiemgau. Armin Meitzler setzt den Bodenverjünger bereits seit Jahren mit großem Erfolg im Ackerbau, aber auch im Weinbau ein. In diesem Jahr testete der Betrieb gemeinsam mit uns die Wirkungen und potenziellen Einsatzmöglichkeiten des neuen Produktes „Blattagil. Das Blattagil soll zukünftig nicht nur im Weinbau für Blattspritzungen und Vitalisierungsmaßnahmen zum Einsatz kommen. Die bisherigen Versuche und die Wirkung in Armins Weinberg in diesem sehr anspruchsvollen Jahr 2021 sind vielversprechend. Mehr über den Feldtag zum Thema "regenerativer Weinbau" lest ihr HIER.

Der Bodenverjünger kommt in einer Aufwandmenge von 100 l/ha zur Rottelenkung sowohl im Weinbau, bei der Rotte der Zeilenbegrünung als auch auf dem Acker zum Einsatz. In den Kartoffeln werden je 100 l/ha in den Pflanzvorgang eingespritzt. Probleme mit Nematoden und Fäule treten kaum bis gar nicht mehr auf. Ein gesunder Boden dankt die umsichtige Behandlung mit guten Erträgen und vitalen Pflanzen. Mit der Natur und nicht gegen sie zu arbeiten, ist für die Familie Meitzler nicht nur Berufsethos, sondern gelebte Denk- und Lebensweise.

Wissen vermehren und gemeinsam die Zukunft gestalten

Meitzlers können dank der Umstellung auf die biologisch regernative Bewirtschaftung ent- und gespannt in die Zukunft blicken und ihren Söhnen irgendwann einmal einen wirtschaftlich und biologisch gesunden Betrieb übergeben. Mit ihrem Engagement und ihrer Tatkraft werden sie auch weiterhin nicht nur als Vorbild einen entscheidenden Teil zur Ernährung unserer Gesellschaft und zum Erhalt des landwirtschaftlichen Wissens rund um Pflanzen und Böden beitragen.

Wir gratulieren euch zu eurem Erfolg und freuen uns, auch weiterhin gemeinsam mit euch neue Wege zu beschreiten. Es ist immer spannend und fruchtbar, Praxisbetriebe der regenerativen Landwirtschaft zu unterstützen, zu begleiten und voneinander zu lernen. Wir freuen uns auch weiterhin auf eine spannende Zeit mit euch und auf lehrreiche Einblicke und Veranstaltungen auf eurem Betrieb.

Biobetrieb Meitzler
Niederstraße 34
55288 Spiesheim
Telefon: 06732-930753

info@biobetrieb-meitzler.de
www.biobetrieb-meitzler.de

Teilnehmer neben Traktor nach der Flaechenrotte

Feldtag „Maisversuch und regenerativer Ackerbau“

In der strahlenden Septembersonne kamen in Renchen, Baden-Württemberg auf dem Betrieb von Alois Huschle zahlreiche interessierte Praktiker zusammen. Die Boden- und Pflanzenexperten Dietmar Näser und Friedrich Wenz referierten und regten zum Erfahrungsaustausch über die Praktiken der regenerativen Landwirtschaft im Ackerbau an.

Maisversuch

Bei dem im Frühjahr begonnenen Maisversuch konnte Alois Huschle deutliche Ergebnisse erzielen. Auf drei Streifen des Maisschlags wurden unterschiedliche Bodenbearbeitungen jeweils mit oder ohne Fermenteinsatz durchgeführt.

Parzelle eins wurde nicht mit dem Tiefenlockerer bearbeitet. Es fand auch keine Fermenteinspritzung oder die Zugabe eines Mykorrhiza-Präparates statt. Auf Parzelle zwei erfolgte lediglich der Einsatz des Tiefenlockerers. Hierbei wird auch immer der Bodenverjünger als milchsaurer Bodenhilfsstoff verwendet, um die Lockerungseffekte noch wirksamer und langfristiger zu machen. Die Kultur reagierte darauf mit einem vermehrten Wurzelwachstum. Der Mais auf Parzelle drei, auf der der Tiefenlockerer zusammen mit Einspitzung des Bodenverjüngers zum Einsatz kam und zusätzlich ein Mykorrhiza-Präparat angewendet wurde, konnte mit deutlich mehr Wurzelwachstum, gleichmäßigen Kornreihen und mehr Blattmasse überzeugen.

Die bodenbelebenden Maßnahmen zeigen ihre Wirkung bei der Pflanzenentwicklung und letztendlich auch beim Ertrag.

Ackerbauliche Maßnahmen

Auf dem Betrieb von Alois Huschle werden die Anbaumethoden der regenerativen Landwirtschaft mit großer Sorgfalt und Konsequenz umgesetzt. "Wenn schon, dann richtig", ist der Ansatz des Betriebsleiters. Er mache keine halben Sachen, sondern habe in den Methoden der regenerativen, bodenbelebenden Landwirtschaft endlich die Antworten auf Fragen gefunden, die er schon lange gesucht hatte.

Seit Jahren beobachtete er eine Verschlechterung des Bodens und sah sich den äußeren Umständen und der Witterung hilflos ausgesetzt. Ackerbauliche Erfolge wurden mehr zum Glücksspiel als zum Ergebnis guter fachlicher Praxis. In den Praktiken der aufbauenden und Bodenleben fördernden Anbaumethoden fühlte er seine Überlegungen von Beginn an bestätigt. Als tatkräftiger Mensch setzte Alois sein Vertrauen in die Umstellung auf die regernative Wirtschaftsweise und stellte seinen Betrieb komplett um. Der Erfolg gibt ihm recht. Was wir auf dem Feldtag sehen und begutachten konnten, war überzeugend und eindrucksvoll.

So zeigt der Zwischenfrucht Versuch mit verschiedenen Sortengemengen deutlich die Vorteile eines diversen Zwischenfruchtanbaus gegenüber Reinsaaten.

Ein Versickerungstest bewies eindrücklich, dass die Wasseraufnahmekapazität des Ackerbodens unter der Zwischenfrucht kaum besser sein könnte. Simuliert wurde ein Niederschlag von 100 l/m². 100 l schluckte der Boden in unter einer Minute. Das schafft deutliche Vorteile unter Realbedingungen.

Auch die Effekte der Flächenrotte und der Tiefenlockerung werden im Ackerbau genutzt. Eine ausführliche Beschreibung dieser Bodenleben fördernden Anbaumaßnahmen lest ihr HIER: REGENERATIVE ANBAUMETHODEN IM ACKERBAU.

Technik für den regernativen Ackerbau

Ackerfräse und Tiefenlockerer

Bei der Umstellung auf die regenerative Landwirtschaft wollte Alois Huschle keine Kompromisse eingehen. Daher setzte er früh auf die Anschaffung der notwendigen Technik. Seitdem gehören eine Ackerfräse des Herstellers Breviglieri sowie ein Kollitsch Tiefenlockerer mit Nachwalzrolle zur ackerbaulichen Ausstattung des Betriebes.

Mit besonderer Neugier wurden auch diesmal wieder die Vorführungen der Technik im Einsatz verfolgt. Das rege Interesse an der Umsetzung und Schlagkraft der technischen Lösungen zeigt, wie viel Potenzial in diesem Bereich noch liegt. Für die Einspritzungen des Bodenverjüngers müssen derzeit an vielen Geräten noch individuelle Lösungen gefunden werden. Aber auch in diesem Bereich werden Hersteller langsam für die Bedürfnisse der regenerativen Landwirte sensibilisiert.

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Zukunftsweisender Erfahrungsaustausch im Ackerbau

Der Austausch unter den Akteuren der regenerativen Landwirtschaft zeigt immer wieder, wie vielfältig die Lösungswege für die einzelnen Standorte und Betriebsstrukturen sind und sein müssen. Die Maßnahmen der regenerativen Landwirtschaft können jedoch auf jedem Betrieb im Ackerbau mit großem Erfolg angewendet und umgesetzt werden.

Danke an die Referenten, an alle Teilnehmer und ganz besonders an den gastgebenden Betrieb für diesen spannenden Einblick und den regen Erfahrungsaustausch. Auf dem Betrieb von Alois Huschle kann man gut sehen, dass die Umstellung auf die regenerative Arbeitsweise schnell zu sichtbaren Erfolgen führt, wenn sie konsequent und fachkundig umgesetzt wird. Wir freuen uns den Betrieb auch zukünftig mit unserem Fachwissen und unseren Produkten unterstützen zu können.

Wir wünschen Allen einen erfolgreichen Ernteabschluss! Bei Fragen zum Einsatz der Effektiven Mikroorganismen und unseren Produkten stehen wir wie gewohnt gerne zur Verfügung.

Waldtag EM-Chiemgau

Waldtag zum Thema: regenerative Waldbewirtschaftung

Nach langer Zeit des Abstandhaltens war es Mitte Juli endlich wieder Zeit für einen „echten“ Austausch. Der „Waldtag zur regenerativen Waldbewirtschaftung“, bei Maria Thalhammer-Bauer in Kumhausen, Niederbayern wurde von vielen Teilnehmern als willkommene Veranstaltung im Grünen, selbstverständlich unter Einhaltung aller gesetzlichen Maßnahmen, angenommen. Einige interessierte Waldbesitzer und Jäger, aber auch Landwirte und EM-Interessierte fanden sich in Kumhausen ein, um den Referenten Christoph Fischer (EM-Chiemgau) und Dietmar Näser (Grüne Brücke) zuzuhören.

Nach einer kurzen thematischen Einführung in die Welt der regenerativen Wald- und Landwirtschaft begaben sich die Teilnehmer gespannt in das Waldstück von Maria Thalhammer-Bauer. Dort kommen auf ca. 10 ha Nadelwald (überwiegend Fichte und Weißtanne) seit 2017 Effektive Mikroorganismen (EM) zum Einsatz. Die Vernebelung des Bodenverjüngers wurde anschaulich demonstriert und mit großem Interesse verfolgt.

Anwendungstechnik für EMs in der Waldbewirtschaftung

Der Bodenverjünger

Der Bodenverjünger von EM-Chiemgau ist ein speziell auf die Bedürfnisse des Bodenmikrobioms abgestimmter Bodenhilfsstoff. Die nativen Mikroorganismen regen die biologische Vielfalt im Boden an und stabilisieren die Bodenbiologie.

  • Anregung des Bodenlebens
  • Förderung des Humusaufbaus
  • Verbesserung der Wasserspeicherkapazität
  • Vitalisierung der Baumbestände
  • Verbesserte Nährstoffaufnahme durch die Pflanzen

Die praktikabelste Form der Anwendung im Wald ist die Vernebelung. Technisch eignen sich hierfür am besten Einsatzgeräte aus dem Wein- oder Obstbau. Bei Maria Thalhammer-Bauer kommt eine selbst umgebaute Holderspritze mit einem entsprechend angepassten Heugebläse zum Einsatz. Zu Beginn oder auf kleineren Flächen kann auch mit einem Drucksprüher oder einer Rückenspritze gearbeitet werden. Diese Anwendungsformen eignen sich auch, wenn einzelne Bäume gezielt behandelt werden müssen.

Holderspritze mit Umgebautem Gebläse

Holderspritze mit Umgebautem Gebläse

Vernebelung des Bodenverjüngers

Grundsätzlich gilt lieber auf einer kleineren Fläche mit der Anwendung zu beginnen, als aufgrund von technischen Herausforderungen oder einem erschwerten Zugang zum Gelände ganz auf den Einsatz Effektiver Mikroorganismen zu verzichten.

Praktikabilität geht hier vor Gründlichkeit. Vorhandene Rückegassen oder Sturm- und Käferbaumschneisen eignen sich oft zum Befahren mit dem Traktor. So kann tiefer in den Bestand vorgedrungen werden. In Hanglagen können Gebläse sinnvoll zum Einsatz kommen.

Aufwandmengen Bodenverjünger

Die Vernebelung des Bodenverjüngers wurde mit einer Aufwandmenge von ca. 200 l/ha 2-mal im Jahr angewendet. Da aufgrund der Beschaffenheit des Geländes im Wald nur eine sehr geringe Fahrtgeschwindigkeit möglich ist, kann die Aufwandmenge dem Bedarf entsprechend angepasst werden. Es besteht auch die Möglichkeit, den Bodenverjünger 1:1 mit Wasser zu verdünnen. Eine Überdosierung ist im Wald nicht möglich.

Wirkung der Effektiven Mikroorganismen im Wald

Der speziell für die Anregung der Bodenmikrobiologe entwickelte Bodenverjünger wirkt sich positiv auf das Bodenmikrobiom aus. Eine verbesserte Nährstoffaufnahme und -verfügbarkeit für die Pflanzen ist die Folge.

Erkennbar sind diese Prozesse an einer vermehrten Wurzelbildung in der Humusschicht. Ein gesunder Waldboden funktioniert wie ein Schwamm. Im Wald von Maria Thalhammer-Bauer konnten die Teilnehmer bei verschiedenen Bodenansprachen einen Einblick in die Bodenstruktur bekommen. Die 7-8 cm mächtige Humusschicht, in der eine gute Durchwurzelung, insbesondere der Feinwurzeln erkennbar war, sorgt für eine verbesserte Wasserspeicherkapazität des Bodens. Besonders in trockenen Jahren oder längeren Dürreperioden steht der Pflanze mehr Wasser zur Verfügung, was für die flachwurzelnde Fichte ein entscheidender Vorteil sein kann

Bodenansprache

Durchwurzelung in der Humusschicht

Schutz vor dem Borkenkäfer

Der Bestand von Maria Thalhammer wurde nach dem Erwerb 2017 zunächst von den Käferbäumen befreit. Beim Einschlagen wurden jedoch einige befallene Bäume übersehen. Was normalerweise zu einer kreisförmigen Verbreitung des Käfers im Bestand geführt hätte, hatte hier keinen Effekt. Der Borkenkäferbefall hat sich nicht ausgeweitet. Auch die direkte Nähe zu befallenen Beständen benachbarter Waldbesitzer war bislang unproblematisch.

Einen solch geschädigten Baum sucht man im Bestand von Maria Thalhammer-Bauer vergeblich

Auch bei der Bekämpfung des Buchsbaumzünslers konnte Frau Thalhammer-Bauer gute Ergebnisse erzielen. Ein befallener Baum wurde mit Effektiven Mikroorganismen eingesprüht und für zwei Wochen eingewickelt. Der Baum konnte sich vollständig von dem Befall erholen und der Schädling zog sich zurück. Weitere Methoden zur Behandlung von Buchsbaumzünsler.

Durch die mikrobielle Anregung des Pflanzenstoffwechsels können ungünstige Nährstoffanreicherungen in der Pflanze vermieden werden. Dieser Überschuss zieht den Borkenkäfer auf seiner Nahrungssuche an. Ein aktives Bodenleben sorgt dafür, dass der Austausch zwischen Kronen- und Wurzelzellen funktioniert und Nährstoffe optimal genutzt werden. Schädlinge werden von vitalen Bäumen nicht angezogen, die Käferpopulation breitet sich demnach nicht weiter aus.

Empfehlung und Ausblick für die Waldbewirtschaftung mit EM

Bodenspezialist Dietmar Näser wies darauf hin, dass der Wald mit seiner besonderen Stellung als CO2 Speicher nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine gesamtgesellschaftliche Funktion einnimmt. Waldschutz ist Klimaschutz. Ein aktives Bodenleben fördert das Pflanzenwachstum und stärkt den vorhandenen Bestand von innen. Auch ein positiver Effekt auf die Holzqualität ist, laut Dietmar Näser zu erwarten.

Nach der Waldbegehung vertieften sich die Teilnehmer in angeregte Gespräche rund um das Thema regenerative Waldbewirtschaftung. Bei einem gemütlichen Zusammensitzen in der Wirtschaft wurde das Gehörte reflektiert und diskutiert.

Unser herzlicher Dank geht an Maria Thalhammer-Bauer und Dietmar Näser, ohne die dieser interessante Waldtag nicht zustande gekommen wäre. Natürlich danken wir auch allen Teilnehmern und stehen Interessierten bei Fragen jederzeit zur Verfügung.

Feldtag in der Hallertau „Bodenlockerung und Ferment-Einsatz im Ackerbau“

Am 28.07.2020 folgten über 100 interessierte Landwirte/innen der Einladung vom Maschinen- und Betriebshilfsring Mainburg zum Praxisnachmittag „Bodenlockerung und Einsatz von Fermenten im Ackerbau“ auf dem Betrieb von Erwin Prummer in Elsendorf – Mitterstetten.
Die Initiative ging von Landwirt Hans Mirlach aus, der nun im zweiten Jahr das Fermentprodukt Bodenverjünger im Ackerbau einsetzt.
Barbara und Franz Kollitsch waren mit dem Vorführgerät vor Ort und erklärten auch dessen Wirkungsweise. Sepp Oppenrieder stellte den Bodenverjünger mit Einsatzbereiche und Wirkung vor.

Ausgangsbasis auf der Vorführfläche

2019 baute Erwin Prummer Silomais an, heuer erntete er Triticale als GPS. Der Boden ist sehr hart und verdichtet. Das Triticale bildete nur flache Wurzeln aus. Der Boden ist eher unbelebt, auch Regenwürmer sind so gut wie keine zu finden.
Die Maisstoppeln aus 2019 finden sich größtenteils unverrottet im Boden wieder. Bisher arbeite Prummer mit ausschließlich konventionellen Anbautechniken. Sein sandiger Löss-Lehm Boden weist 50 – 60 Bodenpunkte auf.
Mit der Bodensonde konnte nur mit massivem Druck bis in 20-30 cm Tiefe gedrückt werden. Die Bodenfarbe selber ist sehr hell, was auch Indiez für mangelndes Bodenleben darstellt.

In der Praxisvorführung war der Kollitsch-Tiefenlocker mit 4 Lockerungsscharen im Einsatz. Im Vorfeld wurde am 18.08.2020 eine Teilfläche mit dem Tiefenlockerer bearbeitet incl. Einbringung des Bodenverjüngers.

Kernaussagen von Barbara und Franz Kollitsch zur Tiefenlockerung:

  • Das Lockerungsschar sollte ca. in der Mitte der verdichtenden Bodenschicht laufen. Der Schlepperfahrer merkt das sofort am Zugbedarf, wenn er zu Beginn der Lockerung mit den Arbeitstiefen etwas variiert.
  • die max. Fahrgeschwindigkeit soll ca. 5 km/h nicht überschreiten, damit der Boden langsam reißen kann. Der Boden reißt dann in vielen feinen Haarrissen nach allen Seiten um das Lockerungsschar z.T. bis ca. 70 cm weit in alle Richtungen.
  • Der Boden wird leicht vom Lockerungsschar angehoben und „atmet“ frische Luft ein. Gleichzeitig wird der Bodenverjünger mit der am Lockerungsschar unten angebauten Düse eingespritzt.
  • Anschließendes Verschließen und leichtes Andrücken nach dem Lockerungsschar um ein „Ausgasen“ des Bodens zu verhindern.
  • Am Tiefenlockerer können verschiedene Anbaugeräte zum Einebnen der Oberfläche und Verschließen der Lockerungsschlitze angebaut werden z.B. Wellscheibe, Kreiselegge, Stabwalze.
  • Zur Lockerung von sehr hartnäckigen und stark- oder mehrschichtigen Bodenverdichtungen sind evtl. mehrere Lockerungsgänge auf Jahre verteilt notwendig.

Ferment-Einsatz im Ackerbau

Sepp Oppenrieder stellte den Versickerungstest vor. Hierzu wurden ca. 30 cm lange Rohre mit ø 25 cm in den Boden gedrückt und Wasser eingefüllt. Auf der vor 10 Tagen tiefgelockerten Versuchsfläche versicherte das Wasser schneller als auf der nicht gelockerten Fläche.

Noch gravierender fällt dieser Versuch aus, wenn keine Stoppelbearbeitung erfolgte (wie in Mainburg geschehen).
Hier im Bild ein Versuch aus dem Jahr 2019; siehe Blogbeitrag

Aus dem Vortrag von Sepp Oppenrieder:

Mit der Bodenansprache - mit Spaten und Bodensonde wird die aktuelle Bodenbeschaffenheit beurteilet und anschließend entscheidet man, welches Bodenbearbeitungsgerät eingesetzt werden soll.

  • Die erste Bodenbearbeitung sollte erst ab einer Bodentemperatur von min. 7- 8 Grad vorgenommen werden (im Durchschnitt von Tag und Nacht).
    Tipp: Wenn im Frühjahr die Schlehe blüht, ist im Normalfall die notwendige Bodentemperatur erreicht.
  • Der bei der Tiefenlockerung eingespritzte Bodenverjünger unterstützt und stabilisiert die Lockerung auf der mikrobiologischen Ebene.
  • Den Humusaufbau mit vielgliedriger Fruchtfolge, Zwischenfruchtanbau, wenig wendender Bodenbearbeitung und EM-Einsatz unterstützen.
    1 % mehr Humusgehalt im Boden kann ca. 300-400 m³ je ha mehr Wasser speichern. Dieses Wasser wird in den Trockenphasen von den Pflanzen dringend benötigt. Wasser, das bei Starkregen auf der Fläche versickert, „entlastet“ die Bäche und verringert das Überschwemmungsrisiko.
  • Die Tiefenlockerung sollte am besten in der Vegetationszeit erfolgen, so dass möglichst schnell die Pflanzenwurzeln in den entstandenen feinen Rissen nach unten wurzeln können. Gerade in trockenen Phasen finden die tiefergehenden Wurzeln noch Wasser.
  • Zur Pflanzenstärkung können verschiedene EM-Produkte als Tankmischung in den wachsenden grünen Pflanzenbestand mit herkömmlicher Spritztechnik ausgebracht werden.
    Eingesetzt werden:
    Scharfes Blond bei starkem Insektendruck und zur Stärkung der Immunabwehrkraft der Pflanzen
    EM-aktiv fördert ein probiotisches Mikroben Milieu auf Blatt und aktiviert das Bodenleben
    RoPro 13/20 zur Stärkung der Pflanzenvitalität und Abwehrkraft gegen Pilze
    RoPro-Startfit für gestärkte Pflanzen mit hoher Trockenheitsresistenz
  • Organischen Dünger wie z.B. Gülle, Gärrest und Mist nicht auf dem Acker vergraben, sondern in den wachsenden grünen Pflanzenbestand (egal ob Zwischen- oder Hauptfrucht) ausbringen. Die Organik wird von den Mikroorganismen sofort verstoffwechselt. Schnell bemerkt man die Wirkung dieser Kombination an einer dunkleren Farbe, eines veränderten Geruchs und einer Veränderung der Bodenstruktur bei einer Spatenprobe.

Spatenprobe; hier im Grünland

Fazit des Praxisnachmittages:

Bereits 10 Tage nach der Tiefenlockerung mit Bodenverjünger-Einspritzung sind erste positive Veränderungen sichtbar. Die Bodensonde geht mit mittelmäßigem Druck bis ca. 40 cm in die Tiefe. Die Wasserversickerung läuft etwas besser. Der Boden verfärbt sich langsam etwas dunkler und es sind erste leichte Krümmelstrukturen zu erkennen. Beim Darüber gehen „federt“ der Boden.

In vielen Kleingruppengesprächen wurden bis zum Abend die zahlreichen Fragen der Teilnehmer/innen beantwortet. Selbstverständlich war auch für Getränke und eine kleine Brotzeit gesorgt.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei den Veranstaltern und den teilnehmenden Landwirten/innen für den interessanten und informativen Praxisnachmittag.

EM Anwendung bei Bienen

EM-Anwendungen bei Bienen

Ar

Arno, du arbeitest schon lange mit EM bei der Bienenhaltung. Was bewegt dich, diesen Aufwand weiterhin zu betreiben?

Der Aufwand der EM-Behandlungen ist verhältnismäßig gering. Die Anwendungen gehen mit der allgemeinen Arbeit bei der Bienenhaltung mit und den Bienen tut es einfach gut.

Allerdings musst du, wenn du mit EM arbeitest, dranbleiben. Dann siehst du die Erfolge. Je länger du EM anwendest umso stabiler wird das Bienenvolk. Die Bienen wintern besser aus und wenn Sie mit EM-Kin Probien eingesprüht werden bleiben sie ruhig und ich spare mir den Rauch. Heute ist es einfach nötig, den Bienen zu helfen. EM stärkt die Bienen. Das weiß ich nach jahrelangen Anwendungen.

Bienenhaltung mit EM | Chiemgau Agrar
Bienenhaltung mit EM 2 | Chiemgau Agrar
Bienenhaltung mit EM Sprühen | Chiemgau Agrar

Wie wird EM bei der Bienenhaltung angewendet?

Die Anwendung ist vielfältig und das ganze Bienenjahr von April bis Oktober sinnvoll. Ich verwende dabei das Probien pur. Grundsätzlich, immer wenn der Bienenkasten geöffnet wird, werden die Oberträger der Rähmchen mit den ansitzenden Bienen eingesprüht. Das beruhigt die Bienen und sie saugen es auf. Wird ein Schwarm eingefangen, sprühe ich ihn am Baum vor dem Einklopfen kräftig mit Probien ein.

Bienenflug | Chiemgau Agrar
Bienenhaltung Deutschland | Chiemgau Agrar

Beim Ableger bilden oder Völkervereinigen ist es ebenso hilfreich. Am wichtigsten ist für mich die Anwendung beim Einfüttern. Die Organismen im PROBIEN stabilisieren das Darmsystem der Bienen und das reicht bis in das Nervensystem.

Die Orientierung z.B. beim Heimflug von einem gebeizten Maisfeld, wird somit gefördert. Ein Stamperl auf 5 L Futterlösung reicht. Das Unterrühren ist im Fertigfutter notwendig. Das Probien unterstützt den Verdauungstrakt der Bienen, wie das Fermentgetränke Multi Impuls den Darm der Menschen. Das Immunsystem hängt ja unmittelbar mit dem Darm zusammen und so denke ich, wird auch die Biene davon profitieren.

"Außerdem habe ich den Eindruck, dass das Besprühen mit PROBIEN dafür sorgt,
dass sich die sekundären Erscheinungen, die durch den Biss der Varroamilbe

verursacht werden können, stark verringern."

Die Bienen werden nämlich nicht nur ausgesaugt und somit getötet. Auch Viruserkrankungen sind Folgen des Varroamilben-Befalls. Die Bisswunden scheinen leichter abzuheilen oder zu verkapseln. Virenerkrankungen (DWV, PV etc.) finde ich bei meinen Völkern selten.

Einen gewissen Effekt gegen die Varroamilbe erreiche ich beim Einsprühen des Schwarms mit Probien, allerdings ist der pH-Wert vom Probien zu wenig sauer um als Bekämpfungsmittel gegen die Varroamilbe zu bezeichnen. Probien ist kein Ersatz zur Milchsäure. Probien ist also eindeutig ein Bienen-Stärkungsmittel.

Was können wir als Verbraucher tun, um die Bienen zu unterstützen?

Ein großes Problem ist die (in den Diskussionen meist vernachlässigte) Fungizid-Belastung der Pflanzen, denn das finde ich im Pollen wieder und damit wird die junge Brut versorgt (evtl. kontaminiert). Über die Pflanzenbehandlung kann ich mit EM viel für die Insektenwelt tun.

Jeder Garteninhaber sollte bienenfreundliche Blumen und Sträucher anpflanzen. Gut wäre es, wenn ab dem Frühjahr bis in den Herbst hinein Blumen blühen, die von Bienen angeflogen werden. Bienen lieben z.B. Lavendel, Salbei, Sonnenbraut, Katzenminze, Mädchenauge, Sonnenblumen, Korkadenblumen, Duftnessel… Die Gärtnereien und Gartencentren sind diesbezüglich geschult.

Bienennahrung mit EM | Chiemgau Agrar
Bienennahrung mit EM 2 | Chiemgau Agrar
Bienennahrung mit EM 3 | Chiemgau Agrar

Eine Mischung aus Stauden und einjährigen Blumenmischungen (gefüllte Sorten sind eher ungeeignet, da bei Bienen unbeliebt) sind nicht nur für die Bienen eine Nahrungsquelle. Sie erfreuen auch den Betrachter und der Erfolg ist gleich sichtbar. Ein wohlgeordnetes Chaos, sprich Wildnis und Ordnung in Harmonie sind gewünscht.
Einjährige Blühmischungen können entweder auf Blumenbeeten oder auch zwischen Stauden oder in Balkonkästen ausgesät (oder gepflanzt) werden.

Für Wildbienen und den vielen anderen Insekten wäre es gut, wenn möglichst viele abgeblühte Blumen, Stauden etc. über die Wintermonate hinweg stehen bleiben könnten. Sie dienen den Insektenpopulationen als Winterquartier und sollten nicht alle entfernt werden.

Sonneblumen Bienennahrung | Chiemgau Agrar
Bunte Blumenwiese | Chiemgau Agrar
Bienennahrung Blüten | Chiemgau Agrar

Vielen Dank, Arno!

Empfehlenswerte EM-Produkte bei Bienenhaltung

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Erfahrungsaustausch Grünland

"Wir Bauern nehmen unsere Zukunft
selbst in die Hand"

Grünland –
mehr als “a gmade Wiesn”

Unsere Landwirtschaft
effektiv und klimafit machen

Die Stimmung im vollen Saal der Chiemgau-Akademie am Mittwoch Abend war gut. Gut 70 Bauern und Bäurinnen hörten sich die Erfahrungen der beiden Praktiker an, die kurzweilig die durchaus positiven Entwicklungen im Betrieb beschrieben.

Den Anfang machte Christoph Fischer. Er zeigte kurz und eindrücklich welche Rolle die winzigen Mikroorganismen nicht nur in der Landwirtschaft, sondern in unser aller Leben spielt. Dass das Milieu , also die Mikroben in ihrer Gesamtheit, im Boden, auf der Pflanze, im Futter, am und im Tier oder auch beim Mensch über Gesundheit oder Krankheit bestimmen kann. Oder genauer gesagt, ob oxidative Fäulnis, mit hohen Energie- und Nährstoffverlusten, oder regenerative Aufbau-Prozesse vorherrschen.

Christoph-Fischer-Grünlandvortrag-Chiemgau-Akademie-2020-Gmade-Wiesn

Die Bodenmikrobiologie beeinflusst die Pflanze. Die Futterqualität wiederum beeinflusst die Gesundheit der Tiere. Wird der Boden ausschließlich mit belebter Gülle behandelt und das Mikrobiom auf der Fläche gesundet, dann zeigt der Aufwuchs eine höhere Qualiät und man merkt das früher oder später im Stall.

Anschließend stellte Hans Kink seinen Nebenerwerbsbetrieb vor. Der Grünlandbetrieb liegt auf 620 Höhenmeter und wird von seiner Frau und ihm bewirtschaftet. Ihm ist wichtig, dass Maßnahmen auf dem Betrieb nicht sehr zeitaufwändig sind, da Arbeitszeit ein begrenzter Faktor ist. Zwei Mal im Jahr wird Karbosave Pflanzenkohle direkt aus dem BigBag in die Güllegrube eingelassen und das Gesteinsmehl wird mit dem Silozug auf den Betrieb gebracht und bei laufendem Rührwerk eingeblasen.

"Ich mach des schon seit 15 Jahren und abgesetzt hat sich noch nix". EM wird über die Sprühanlage Nimbatus 7 automatisch im Stall vernebelt. So hat er einen mehrfachen Nutzen: Alle Stallflächen einschließlich der Liegeboxen und die Güllekanäle werden positiv besiedelt. Das wirkt pathogenen Keimen entgegen. Die Gülle wird von Anfang an behandelt. So entsteht Fäulnis erst gar nicht und die Schwemmkanäle verstopfen nicht mehr.

Gülle wird ausschließlich bei trockenen Verhältnissen ausgebracht. Dadurch bleibt sie, wo das Gras sie braucht und wird nicht in tiefere Schichten im Boden abgeschwemmt. Dort würde sie nur dem Ampfer was nutzen. Ätzschäden auf dem Klee durch die Gülle kennt er nicht.

Wirklich bärig ist die Lebendigkeit, die sich im Boden entwickelt. Wenn ich mit meiner Tochter über unsere Flächen spaziere und dann über benachbarte intensive Flächen, ist es schon beim drübergehen spürbar. Unser Boden federt regelrecht.

Regenwurmhaufen sind überall sichtbar. Die Grasnarbe ist dicht, Klee ist da, und Nachsaat mach ich schon seit über 10 Jahre nicht mehr. Ampfer ist natürlich auch noch da, aber so wenig, dass er mich nicht mehr stört. Im Frühjahr ist der Boden schneller warm, der Schnee schmilzt auf unseren Flächen immer als erstes. Und alles nur durch die konsequente Güllebehandlung.

Hans Kink, Bio-Landwirt

Im Arbeitskreis ist er bei den buchführenden Betrieben immer im oberen Drittel mit dabei. Mal besser mal schlechter. Im Großen und Ganzen haben sie wenig mit Krankheiten zu tun. Das Meiste kriegen sie mit Homöopathie in den Griff und sollte der Tierarzt doch einmal benötigt werden, dann greift schon die erste Medikamenten Gabe.

Wir waren schon öfter bei Hans Kink zur Betriebsbesichtigung. Eine kurze Beschreibungen von so einem Besuch bei ihm ist im Blog zu finden:

Last but noch least berichtete Manuel Dauner von der schwäbischen Alb von seinem Betrieb, der erst seit einigen Jahren EM bei sich einsetzt. Der junge Schwabe hat noch einmal Schwung in die Versammlung gebracht. Online findet man den Betrieb unter www.biohof-dauner.de

Der Bio-Milchviehbetrieb mit Kurzrasenweide im Vollerwerb, Biogasanlage und Direktvermarktung liegt auf der schwäbischen Alb in der Nähe von Ravensburg. EM setzen sie seit Jahren in der Silage ein. Sie leisten sich das CFKE gerne für die Silage weil sie keine Verluste mehr haben.

Sie müssen kein verdorbenes Futter mehr abräumen und das ist ein nicht unerheblicher Vorteil. Auch der Geruch von CFKE Silage gegenüber unbehandelter Silage ist auffällig angenehmer. Sie hat keinen strengen Essig oder Buttersäuregeruch. Die Kleidung riecht auch nicht nach Silage beim Einfüttern.

Seit ein paar Jahren betreiben sie konsequent Gülleaufbereitung. Und was man durch die Belebung der Gülle im Boden beobachten kann, hat den jungen Landwirt überzeugt, dass sie auf dem richtigen Weg sind.

Wenn selbst ein Schwabe gut 4 € pro m³ in die Hand nimmt und in die Gülle schmeißt, muss der Mehrwert schon offensichtlich sein.

Manuel Dauner, Biolandwirt von der schwäbischen Alb

Seit sie Gülle aufbereiten verwenden sie keinen Mineraldüngermehr auf dem Grünland. Sie hatten auch in der Umstellung keine Ertragseinbußen. Die Gülle wird sehr schnell vom Boden aufgenommen. Trotzt Schleppschlauch haben sie kein Problem mit Güllewürsten, die nicht verwittern und somit keine Futterverschmutzung.

Im Stall wird RoPro-Lit statt Kalk in den Liegeboxen eingestreut. Es scheint gleich so, dass die Tiere die Einstreu der Tiefboxen nicht mehr so leicht herausbekommen. Außerdem kommt so schon RoPro-Lit in die Gülle. Der Vorteil gegenüber dem Kalk: RoPro-Lit bindet Stickstoff in der Gülle und fördert die regenerative Mikrobiologie.

Sie haben auch den Vernebler Nimbatus 7 installiert, der allerdings nur sporadisch gelaufen ist. Der installierte Kanister hätte alle drei Tage neu befüllt werden müssen, und da hat sich selten jemand bereit erklärt. Die letzte Hustenwelle, hat die EM-Vernebelung wieder zurück in den Fokus gebracht und seit die Anlage kontiniuerlich läuft, wird es merklich leichter. Es wird nun auf eine Lösunge hingearbeitet, dass man evtl. gleich den Container direkt an die Anlage anschließt. Dann löst sich das Problem des Auffüllens von alleine.

Wird die Gülle im Stall bereits mit EM behandelt und fliesst dann in die Biogasananlage, ist das kein Problem. EM pur in der Biogasanlage würde den "Faulgas-Prozess" relativ schnell zum erliegen bringen.

Auch im Ackerbau hat Manuel 2019 seine ersten Versuche mit EM gemacht. Die Zwischenfrucht wurde beim Einarbeiten mit EM besprüht. Das Ergebnis war sehr positiv. Nach einigen Tagen war die Organik in einen Silage-Prozess übergegangen anstatt einfach zu verfaulen. Der Geruch war eher süßlich und der Boden darunter schön krümelig.

Abschließend wurden noch die vielen Fragen der Zuhörer mit einem Podium diskutiert. Auf dem Podium saßen die Referenten zusammen mit den Landwirtschaftsberatern von EM-Chiemgau, Sepp Oppenrieder und Claudia Crawford.

Auch an den Fragen war sehr gut zu erkennen, dass die Zuhörer vor allem nach zukunftsweisenden Lösungen suchen und nicht nur nach Schuldigen. Die Ausführungen der Praktiker hat doch viele erstaunt, wie leicht man einen Unterschied machen kann.

Tipps und Infos zum Thema sind in der Rubrik Anwendungen zu finden:

Das Rosenheimer Projekt und die Grünlandwirtschaft

EM, Pflanzenkohle und RoPro-Lit Urgesteinsmehl in der Gülle

EM im Stall

Nach Beendigung des offiziellen Teils ging es zum Gemütlichen über. Es gab viel zu besprechen 🙂

Auflösung von Bodenverdichtungen im Acker

Wie deutlich der Einsatz des Bodenverjüngers die mikrobiologischen Prozesse im Boden positiv verändert und dies für uns Menschen sichtbar wird, zeigt folgender Praxiseinsatz.

Im Rahmen der EM-Tage fand auch das Symposium regenerative Landwirtschaft bei uns in Högering statt. Dazu konnten wir dankenderweise die benachbarte Ackerfläche für eine Vorführung nutzen.

Bodenlockerung bei Winterweizenfeld

Auf dem Ende Juli geernteten Winterweizenfeld, erfolgte am 29.07.2019 die Tiefenlockerung. Eingesetzt wurde der Bremer Parall Lockerer P6VÜ mit 6 Zinken und hydraulischer Steinsicherung. Als Nachläufer waren eine Rohrstabwalze und zwei Striegel angebaut.

Die Bearbeitungstiefe betrug 30 cm. Auf der Hälfte der Parzelle wurde zur Tiefenlockerung zusätzlich 100 l Bodenverjünger je ha auf zwei Ebenen in einer Tiefe von 30 cm und 15 cm eingebracht.

EM-Chiemgau-Regenerative-Landwirtschaft-Näser-Wenz-Vortex-EM-Tage-Tiefenlockerung

Am Sonntag, 04.08.2019 wurde die gelockerte Fläche begutachtet. Bodenexperte Dietmar Näser stellte mit der Bodensonde und der Spatenprobe nach nur 6 Tagen Wirkzeit des Bodenverjüngers Unterschiede im Boden fest.

EM-Chiemgau-Regenerative-Landwirtschaft-Näser-Wenz-Vortex-EM-Tage-Tiefenlockerung Bodenprobe

Rechts: Boden mit Tiefenlockerung
Links: Boden mit Tiefenlockerung und Bodenverjüngereinsatz. Dieser zeigt eine deutlichere Krümmelstruktur und ist etwas dunkler.

Versickerungstest bei wassergesättigtem Boden

Anschließend erfolgte der Versickerungstest bei schon fast wassergesätigtem Boden (am Vortag ergiebige Regenfälle)

Zwei KG-Rohre mit jeweils 40 cm Durchmesser (ca. 0,1 m² je Rohr) wurde in den Boden gedrückt. Eines in die Fläche mit der Tiefenlockerung und eines in die Fläche mit Tiefenlockerung + Bodenverjünger. Nun wurde Sturzbachmäßig in jedes Rohr 10 l Wasser in ca. 1 Minute eingegossen. Die entspricht 100 l Wasser je m².

EM-Chiemgau-Regenerative-Landwirtschaft-Näser-Wenz-Vortex-EM-Tage-Tiefenlockerung3

Nach ca. 4 Minuten Versickerungszeit stand das Wasser noch:
8,5 cm hoch bei Rohr mit Tiefenlockerung
6,5 cm hoch bei Rohr mit Tiefenlockerung + Bodenverjünger

Ergebnis nach 10:30 Minuten:

EM-Chiemgau-Regenerative-Landwirtschaft-Näser-Wenz-Vortex-EM-Tage-Tiefenlockerung4

Links: Rohr war leer bei Tiefenlockerung + Bodenverjünger
Rechts: Rohr noch fast halbvoll bei Tiefenlockerung

Dieser Versickerungstest zeigt sehr deutlich, wie positiv der Bodenverjünger die mikrobiologischen Prozesse im Boden positiv verändern können.

Zahlreiche Landwirte nutzen mit Erfolg den Bodenverjünger in der Tiefenlockerung, zur Einschälung von Zwischenfrüchten (Flächenrotte) zur Bodenbearbeitung und zur Sähschlitzbehandlung.

KOOPERATION REGENERATIVE LANDWIRTSCHAFT
Wir bedanken uns sehr herzlich bei Gerhard Weishäupl, Franz Brunner, Dietmar Näser und Friedrich Wenz für die  informativen und praxisorientieren Beiträge zur Tiefenlockerung.

Weiterführende Links:

Hagelschlag im Mais 2018 – dennoch gute Erträge

Das Jahr 2018 bleibt wahrscheinlich den meisten Landwirten als ein Hitze- und Dürrejahr in Erinnerung. Doch auch das andere Extrem „heftiger Hagelschlag“ war gebietsweise zu finden, so im Raum Waldmünchen (Lkr. Cham).

Familie Kirchhofer aus Prosdorf bei Waldmünchen berichtet:
"Am 11. Juni 2018 wurden unsere 10 ha Mais von einem sehr heftigen Hagelschauer verwüstet. Nun war Guter Rat teuer, was mit den Maisfeldern geschehen soll.
Wir entschieden uns den Mais stehen zu lassen und so gut wie möglich zu stärken.

Die anderen Landwirte in unserer Region mit ähnlichen Schadensausmaß arbeiteten den Hagelmais ein und säten neuen Mais an.

Nach einem Beratungsgespräch mit Sepp Oppenrieder von EM-Chiemgau, entschieden wir uns den Mais mit EM zu behandeln.

Nach folgender Strategie gingen wir vor:

Ca. 10 Tage nach dem Hagelschlag, so um den 20. Juni spritzten wir die Maisflächen je ha mit 300 l Wasser und folgenden Komponenten:

  • 25 l EM aktiv
  • 4 kg RoPro Startfit
  • 4 kg RoPro 13/20
  • 1 l Biplantol Agrar

Nach dieser Behandlung machten wir nichts mehr auf den Feldern.

Ca. 14 Tage nach der EM-Behandlung, so um den 5. Juli sah der Mais so aus.

Ca. 4 Wochen nach der EM-Behandlung, so um den 18. Juli entwickelt sich der Mais schon sehr gut. Die  pflanzenstärkende Behandlung scheint seine Wirkung zu tun.

Mais-Mitte August

Mais-Mitte-August

Das war dann ca. Anfang-Mitte August. Der Mais hat sich gut erholt. Bedenkt man den anfänglichen Schaden und dass die Nachbarn meist neu angesät hatten, kann sich der Mais durchaus sehen lassen.

Endlich war es soweit, der Mais wurde im 27. August gehäckselt.

Der „schlechteste“ Mais hatte immerhin eine Höhe von ca. 2 Meter.
Leider haben wir keine Bilder von den anderen erntereifen Maisfeldern"

Fazit:

"Die zeitnahe Behandlung nach dem Hagelschlag mit den EM-Produkten zur Pflanzenstärkung sicherten dennoch gute Maiserträge. Auch die langanhaltende Trockenheit im Sommer 2018 überstand der Mais gut. Die Kolben waren gut ausgereift und mit Körnern voll. So nahm das sehr ereignisreiche und herausfordernde Maisjahr für uns doch noch ein gutes Ende."

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Familie Kirchhofer für die Bilder und den Bericht.

Seminarteilnehmer

Praktikertag für Landwirte

Ca. 40 Landwirte/innen verschiedener Altersgruppen und Betriebsschwerpunkte informierten sich beim Praktikertag im Dezember  bei uns in der Chiemgau Akademie.

Nach der Betriebsführung und Einleitung von Christoph Fischer berichteten vier Landwirte über ihre zukunftsorientierten, nachhaltigen und umweltschonenden Wirtschaftsweisen und Erfahrungen.

Hier in kürze die prägnanten Aussagen der Landwirte

Fichtl-Alois
Alois Fichtl, Brennberg, Landkreis Regensburg, Oberpfalz
18 ha LF Bio-Betrieb mit Mutterkühe und Schweine im Nebenerwerb

  • Weideschlachtung der Rinder
  • EU-zertifiziertes Schlachthaus
  • In 2015 wurde die Landwirtschaft auf Bio umgestellt.
  • Seit 2016 wird CFKE (Chiemgauer Fermentierte Kräuterextrakt) beim Pressen der Silo- und Heuballen mit einer Selbstgebauten Dosieranlage eindosiert.
  • In der Grünlandpflege wird der Grasnarbenbelüfter mit gleichzeitiger EM-Ausbringung eingesetzt.
  • Mit dem Vernebeln von CFKE im Stall wird die Luft im Stall verbessert und ein probiotisches Stallklima erzeugt.
  • Gülle und Mist werden mit EM, Pflanzenkohle und Biolit-Urgesteinsmehl behandelt.

Fichtl-Kuhweide
Ein absolutes Highlight in 2017 war für ihn der Aktionstag bäuerliche Landwirtschaft in Brennberg. Hier beteiligten sich die unterschiedlichsten landwirtschaftlichen Betriebe mit z.B. Betriebsführungen, Kinderprogramm und zahlreichen Gesprächen mit den Besuchern. Dies führt zu Verständnis und Offenheit zwischen Verbraucher und Landwirte.


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