Kategorie: Landwirtschaft

Feinkrümeliger Boden

Weltbodentag

Der Weltbodentag wurde 2002 auf einem Weltkongress der Internationalen Bodenkundlichen Union (IUSS) ins Leben gerufen. An diesem Tag sollen auf die lebenswichtigen Funktionen des Bodens aufmerksam gemacht werden. Wie erhalten wir ertragsfähige Böden? Was ist aktiver Bodenschutz? Das Motto des diesjährigen Bodentags ist „Keep soil alive, protect soil biodiversity” (Den Boden am Leben halten und die Biodiversität schützen).

Gute Vorsätze. Aber wie genau funktioniert das? Was sind konkrete Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele?

Den Boden am Leben halten

In einer Handvoll Boden steckt mehr Leben, als es Menschen auf der Erde gibt. Die Mikrobiologie des Bodens ist maßgeblich an der Entwicklung des Lebens auf der Erde beteiligt. Diese unvorstellbare Vielfalt und die Fähigkeiten der Mikrobiologie zu nutzen und zu schützen und zu fördern, sind zentrale Ziele unserer Arbeit und Methodik.

Ein zentraler Aspekt ist die Aufbereitung des Wirtschaftsdüngers nach den Methoden des Rosenheimer Projekts. Behandelte Gülle wirkt reduktiv, also aufbauend im Boden. Das Milieu der Gülle wird bereits vor der Ausbringung in ein positives Milieu überführt. Abbauende und Fäulnisbakterien werden von positiv wirkenden Bakterienstämmen verdrängt.

Generell ist die Milieusteuerung, also eine aufbauende, positiv wirkende Mikrobiologie zu schaffen ein wichtiger Grundgedanke in der regenerativen Wirtschaftsweise. Im Boden gibt es verschiedene Bakterienstämme und Wirkungsmechanismen. Nur ein aktives und reduktives Bodenmikrobiom kann Nährstoffe schnell und wirksam für die Pflanzen zur Verfügung stellen und gleichzeitig den Humusaufbau begünstigen. Denn auch an diesen Prozessen ist die Bodenmikrobiologie maßgeblich beteiligt.

Güllebehandlung, Festmistaufbereitung, Tiefenlockerung mit Einspritzung des Bodenverjüngers und die Flächenrotte sind aktiver Bodenschutz und fördern das Bodenleben!

Boden- wir stehen drauf, wir gehen drauf, wir leben drauf

Uns ist bewusst, wie wichtig ein gesunder Boden für unser Leben auf dieser Erde ist. Der Boden, auf dem wir stehen, gehen und mit dem wir in der Landwirtschaft wirtschaften, ist DAS zentrale Medium unserer Tätigkeit. Wir von EM Chiemgau widmen uns schon seit Jahrzehnten den bodenaufbauenden und den Bodenleben schützenden und erhaltenden Ansätzen.

Den Boden nicht nur als Substrat zu betrachten, in das man nach Entzugsbilanzierung beliebig Nährstoffe hineinfüllen (mineralische Düngung) und entnehmen (Ertrag) kann, ist Ziel einer neuen, alten Landwirtschaft. Dabei geht es keineswegs darum, sich dem Fortschritt in der Landwirtschaft zu entziehen oder diesen gar rückgängig machen zu wollen. Es geht darum, dem Boden wieder die Aufmerksamkeit und Achtung zu schenken, die er verdient.

Boden ist DER limitierende Faktor auf unserem Planeten. Wir können Fläche nicht beliebig erschaffen. Und wir kommen derzeit nicht umher zu bemerken, dass für den Aufbau von fruchtbaren Böden mehr Zeit nötig ist, als für deren Abnutzung.

Fruchtbarer Boden- die Grundlage für gesunde Lebensmittel

Es ist kein Geheimnis, dass der Boden zentrale Funktionen zur Lenkung aktueller gesellschaftlicher und klimatischer Probleme einnimmt. Boden ist Leben. Aus ihm wachsen Lebensmittel, von denen wir alle abhängig sind. Auch wie gesund und nahrhaft diese Lebensmittel sind, hängt maßgeblich von der Gesundheit und Beschaffenheit des Bodens ab.

Jedem Landwirt ist die Bedeutung und der Wert seines Bodens klar- oder sollte es sein. Denn ein fruchtbarer Boden bringt nicht nur gute Erträge. Ein fruchtbarer Boden versorgt die Pflanzen mit allen notwendigen Nährstoffen und schützt vor Ertragseinbußen in besonders trockenen oder niederschlagsreichen Jahren. Der Humusaufbau auf den Flächen ist kein Beiprodukt. Er sollte vielmehr eines der Hauptziele der landwirtschaftlichen Produktion sein.

Der Boden als Klimaretter

1 % mehr Humus pro Hektar im Boden speichert 50 t CO² aus der Atmosphäre. Auch in der Klimafrage spielt der Boden also eine wichtige Rolle. Das Umdenken muss an vielen Stellen geschehen und darf nicht alleine den Landwirten aufgetragen werden. Auch Verbraucher, Politik und Handel müssen bereit sein, die Folgekosten für eine zukunftsfähige Landwirtschaft mitzutragen. Denn die Lebensmittelproduktion erzeugt nicht nur reale, sondern auch sozio-ökonomische Kosten (https://www.meine-landwirtschaft.de/informieren/aktuelles/detail/news/wir-muessen-ueber-preise-reden/). Diese können nicht einem Einzelnen zur Last gelegt werden, sondern müssen gerecht von allen mitgetragen und insgesamt reduziert werden.

„Der Schutz des Bodens vor schädlichen Veränderungen stellt aufgrund der Vielfalt der Einflussfaktoren eine komplexe umweltpolitische Herausforderung dar. Oft führen Summeneffekte von Belastungen zu Schäden, deren Folge der unwiederbringliche Verlust von Boden ist. Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung – bis 2050 auf voraussichtlich über neun Milliarden Menschen – erhöht sich der Druck auf die Ressource Boden. Der Schutz des Bodens wird immer wichtiger.“ (S. 6)

Zitat aus dem Bodenschutzbericht: https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Bodenschutz/5_bodenschutzbericht_2021_bf.pdf

Das Positerra Projekt setzt genau da an. Regionale Wirtschaftsakteure und Firmen können vor Ort ihren CO² Ausstoß kompensieren und gleichzeitig die lokale Landwirtschaft angemessen honorieren. So werden Landwirte und Unternehmer zu Teamplayern und profitieren voneinander. Gemeinsam, gemeinwohl-orientiert und zukunftsfähig.

Solide Bodenhaftung – Landwirtschaft von morgen

Wir unterstützen unsere Bauern und Bäuerinnen dabei den Weg in eine enkeltaugliche Landwirtschaft zu gehen. Mit dem Rosenheimer Projekt wurde bereits vor Jahrzehnten der Weg geebnet, Wissen generiert und Erfahrungen gesammelt. Dieses Wissen nun flächendeckender zu vermitteln, anzuwenden und den Akteuren in der Landwirtschaft beratend zur Seite zu stehen, ist uns von Chiemgau Agrar ein großes Anliegen.

Wir wissen was unser Boden für einen Wert hat und möchten dazu beitragen, dass auch unsere Kinder und Enkel den Boden unter ihren Füßen zu schätzen und zu schützen wissen.

Untersaat Aufwuchs nach Getreide

Untersaat Teil I– die Zwischenfrucht, die nach der Ernte schon da ist

Möglichst ganzjährig begrünte bzw. bewachsene Flächen sollten das Ziel im Ackerbau sein. Viele Landwirte haben dazu in den letzten Jahren zahlreiche Erfahrungen mit unterschiedlichsten Vorgehensweisen gesammelt.

Warum Untersaat im Getreide?

Die Getreideernte (GPS oder Drusch) läuft je nach Region und Witterungsverlauf von ca. Anfang Juni bis ca. Mitte August. In vielen „traditionellen“ Ackerbaubetrieben erfolgt nach der Getreideernte die Stoppelbearbeitung mit anschließender Zwischenfruchtsaat. Bis allerdings die Zwischenfrucht aufgeht und eine annähernde Flächendeckung erreicht, vergehen z.T. 3-4 Wochen. Die Sonne schickt in den Hochsommermonaten Juni, Juli und August große Mengen Primärenergie auf die Erde. Nur ein wachsender grüner Pflanzenbestand kann die Sonnenenergie aufnehmen und in organische Masse umwandeln. Hinzu kommt, daß ca. 50 % der durch die Photosynthese entstehende Energie von den Pflanzen über die Wurzeln in den Boden als sog. Wurzelexsudate eingelagert werden, um das mikrobielle Bodenleben zu ernähren. Liegt nun der Acker im Hochsommer 2-3 Wochen unbewachsen brach, fehlen dem Boden große Mengen Energie. Abnehmende mikrobielle Aktivität im Boden ist die Folgeerscheinung.

Grobe Beispielrechnung Sonnenenergie

Die Global-Sonnenstrahlung in unserer Region liegt in der Vegetationszeit bei ca. 1.100 kWh/m². Das ist umgerechnet die Energie von ca. 500 – 600 l Diesel/ha/Std. In den sonnenreichen Hochsommermonaten steigt dieser Wert bis auf ca. 900 l Diesel/ha/Std.

Meine Frage an die Ackerbaulandwirte: Wer „verschenkt“ den Energiegehalt von hunderttausenden Liter Diesel? Dies ist der Fall, wenn Ackerflächen im Sommer mehrere Wochen unbewachsen brach liegen.

Nur zum Vergleich:

Für die Bewirtschaftung (Bodenbearbeitung, Saat, Pflegemaßnahmen und Ernte) von einem ha Acker werden je nach Kultur und Fruchtfolge ca. 50-100 l Diesel jährlich benötigt.

Wurde eine Untersaat eingebracht, wachsen bereits unter der Hauptfrucht Klee und Gräser. Optisch sieht das vor der Ente oftmals etwas „mikrig“ aus. Wird das Getreide geerntet bekommen die kleinen Pflänzchen Licht, Luft und Platz. Im Optimalfall ist innerhalb von wenigen Tagen das Stoppelfeld grün bewachsen. Hinzu kommt eine Arbeitseinsparung in der meist stressigen Erntezeit, da die Stoppelbearbeitung und Zwischenfruchtsaat entfallen.

Wird die Zwischenfrucht anschließend als Futter genutzt, können unmittelbar nach der Getreideernte die Stoppeln incl. der Untersaat gemulcht werden. Hierzu empfehlen wir 100 l Bodenverjünger je ha einzusetzen. So entsteht eine „saubere“ Fläche, die dann nach ca. 5-6 Wochen geerntet werden kann.

Warum Untersaat im Mais?

Zwischen den Maisreihen ist relativ viel Fläche unbedeckt. Eine Untersaat kann hier den nackten Boden etwas bedecken. Einen großen Vorteil bringt die Untersaat bei der Silomaisernte. Je nach Boden- und Niederschlagsverhältnisse bringt sie eine deutlich bessere Bodenbefahrbarkeit und minimiert die Straßenverschmutzung durch die Transportgespanne. Nach der Ernte ist die Fläche schon begrünt und die Pflanzen können in der Herbstsonne noch gut wachsen. Wird im nächsten Jahr auf dieser Fläche eine Sommerfrucht angebaut, empfiehlt es sich, eine winterharte Untersaatmischung zu verwenden. Hier werden dann gleich „zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen“. Untersaat und eine wintergrüne Zwischenfrucht, mit der im Frühjahr die Flächenrotte durchgeführt wird.

Sollen die Maisstoppeln zerkleinert werden, ist dies problemlos mit dem Mulcher möglich. Die Stoppeln incl. der Untersaat mit Einbringung von 100 l Bodenverjünger je ha nach der Ernte mulchen. Rinderhaltende Landwirte mit Futterbedarf können den Aufwuchs der Untersaat im nächsten Frühjahr zum Silieren ernten.

Fazit:

Die Untersaat führt lange Zeit ein Schattendasein. Wenn sie dann Licht bekommt läuft sie zu Hochleistung auf und kann als Futter oder zur Flächenrotte erfolgreich genutzt werden.

Landwirtschaft für morgen

Warum der regenerativen Landwirtschaft die Zukunft gehört

Bis heute ist die Landwirtschaft der größte Wirtschaftszweig und die wichtigste Erwerbsquelle der Welt. Stand heute ist die kleinbäuerliche Subsistenzlandwirtschaft mit 85 %* noch immer die bedeutendste Form der Nahrungsmittelproduktion in vielen Teilen der Welt. Durchschnittswerte verzerren jedoch das Bild der realen Lebenssituation auf vielen Betrieben, insbesondere in Europa und Nord- und Südamerika. Hier hat das „wachse oder weiche“ Credo der Agrarpolitik die landwirtschaftlichen Strukturen massiv beeinflusst.

Wo soll die Reise hingehen?

Modernisierungsdruck und Exportwirtschaft stellen viele Betriebe vor existenzielle Probleme. Lohnen sich teure Investitionen oder lassen sich neue Absatzwege generieren, auf denen angemessenere Preise durch den Verbraucher gedeckt werden? Nicht nur kleinbäuerliche Betriebe, sogar Großagrarkonzerne kommen auf dem Exportmarkt an ihre Belastungsgrenzen. Spätestens wenn die Produktionskosten den Verkaufspreis am Markt überschreiten, muss auch dem letzten klar werden, dass sich die Ausrichtung einer ganzen Branche in eine falsche Richtung entwickelt.

Die vielen Funktionen der Landwirtschaft

Die Landwirtschaft hat schon immer zahlreiche zentrale Funktionen für die Gesellschaft. Diese wieder in das Bewusstsein zu rücken und Lösungen für eine ökonomisch wirtschaftliche und sozial tragfähige Landwirtschaft zu bieten, sollten Fokus von privaten, gesellschaftlichen und politischen Überlegungen sein.

Im Kern steht die Landwirtschaft für die Lebensmittel- und Rohstoffproduktion. Ca 60 % der landbedeckten Erdoberfläche werden landwirtschaftlich genutzt*. Daraus resultiert eine enorme Verantwortung für die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit unserer Ökosysteme. Und ein ebenso großes Potenzial.

Mehr Achtsamkeit auf allen Ebenen

Innovative Lösungen sind gefragter denn je. Denn die Probleme in der Landwirtschaft haben in den letzten Jahrzehnten weltweit stark zugenommen. Effizienz und Rationalisierung gehen häufig auf Kosten von Faktoren, denen lange kaum Beachtung geschenkt wurde und wird. Psychische und physische Belastung der Landwirte, Familien und Mitarbeiter, aber auch eine angemessene Entlohnung für die Produkte und faire Chancen am Absatzmarkt fehlen häufig als Aspekte in der Zielsetzung auf betrieblicher und politischer Ebene.

Neue Herausforderungen für die Landwirtschaft

Neben den sozialen Aspekten nehmen auch Umweltfaktoren immer stärker Einfluss auf die landwirtschaftliche Praxis.

Erosion, Extremwetterereignisse, Wasserknappheit und verarmte Böden beschäftigen Landwirte, Agraringenieure, Wissenschaftler und Berater auf der ganzen Welt. Natürlich ist die Relevanz der Thematiken unterschiedlich ausgeprägt und jeweils standortspezifisch. Dennoch gilt es, Wege zu finden, die in großen Maßstäben skalierbar sind und echte, umsetzbare Maßnahmen beinhalten, die in nahezu jeder Betriebsgröße und Struktur Anwendung finden können.

Die regenerative Landwirtschaft bietet Alternativen und Lösungswege für viele Aufgaben, denen die Betriebsleiter/innen von heute und morgen gegenüberstehen (werden). Ein Umdenken und Zulassen neuer Ansätze erfordert Mut und Entschlossenheit. Viele der etablierten Anbauverfahren bieten eine trügerische Sicherheit. Am Ende wünschen sich viele Betriebe aber wieder mehr Flexibilität und Handlungsspielraum, um auf die Ansprüche aus der Gesellschaft und die vermehrt extremen Außenbedingungen reagieren zu können.

Ziele der Regenerativen Landwirtschaft

Die Ziele und Leitgedanken der regenerativen Landwirtschaft vereinbaren diese Aspekte.

Drei Kernziele sind:

  • Humusaufbau
  • Bodenleben fördern
  • Beste Qualitäten erzeugen

Diese sind die Grundlage für einen ökonomisch und biologisch gesunden Betrieb. Auf diese Weise lassen sich höchst effizient Erträge aus dem betriebseigenen Kreislauf generieren.

Kreisläufe erkennen und nutzen

Die Einbindung von Kohlenstoff aus der Luft in den Boden ist eine Win-Win Situation für alle. Durch aktiven Humusaufbau (also, die Anreicherung von Kohlenstoffkomplexen im Boden) wird die Leistungsfähigkeit und Tragfähigkeit der Böden verbessert. Wir müssen dem, worauf wir stehen und was wir für selbstverständlich gehalten haben, wieder mehr Aufmerksamkeit schenken: dem Boden!

Hier liegen wesentliche Schlüssel zu Lösung (teilweise) globaler Probleme. Boden und Fläche ist unser limitierender Faktor auf dieser Erde. Der künstliche Zugewinn an landwirtschaftlich nutzbaren Flächen ist marginal. Umso wichtiger ist es, die Böden, die wir haben und bearbeiten, zu schützen, zu beleben und ihnen die Fähigkeiten und das Potenzial zurückzugeben, die sie haben können.

Der Makrokosmos der Mikroorganismen

Das Zusammenspiel von Bodenmikroben und Pflanzen ist ein ganzes Universum voller komplexer Austausch-Mechanismen. Die genauen Abläufe zwischen dem Bodenleben und den Pflanzen werden immer weiter erforscht und verstanden. Was bereits bewiesen, reproduzierbar und deutlich ist, ist das diese Abläufe essenziell sind.

Die regenerative Landwirtschaft bietet Antworten auf viele Fragen. Die Reaktivierung des Bodenlebens ist für uns der zentrale Aspekt für eine zukunftsfähige Entwicklung im Agrarsektor. Mithilfe der Millionen und Abermillionen fleißigen Mitarbeiter, den Effektiven Mikroorganismen, kann der Boden und Pflanzenstoffwechsel aktiv beeinflusst und verbessert werden. In Kombination mit bester fachlicher Praxis ist es möglich, auch auf extremen Standorten und in kurzer Zeit die Humusgehalte im Boden deutlich zu steigern.

Die Ansätze der regenerativen Landwirtschaft lassen sich auf nahezu alle Formen der Rohstoff und Nahrungsmittelerzeugung, also in allen Systemen der Landwirtschaft umsetzen.

Effektiv miteinander- auch in Zukunft

Wir von EM-Chiemgau möchten zusammen mit den landwirtschaftlichen Akteuren unseren Teil zu einer enkeltauglichen Landwirtschaft beitragen. Wir entwickeln Produkte für eine Landwirtschaft, die die natürlichen Kreisläufe verstehen und nutzen will. Die mit der Natur anstatt gegen sie arbeitet und die gesunde Nahrungsmittel für eine gesunde Gesellschaft produziert.

Anlässlich des Welternährungstags sagen wir DANKE an alle Akteure, die bereits mutig und neugierig genug sind, neue Wege zu bestreiten! Wir freuen uns auch weiterhin Teil eines starken Netzwerks zu sein und uns gegenseitig zu unterstützen- getreu unserem Motto: effektiv miteinander!

*(Quelle: Wege aus der Hungerkrise-Die Erkenntnisse des Weltagrarberichtes und seine Vorschläge für eine Landwirtschaft von morgen, 2009, https://www.probiosa.de/wp-content/uploads/Wege_aus_der_Hungerkrise_2.4MB.pdf#page=18&zoom=auto,-9,591 )

Ackerfräse und Tiefenlockerer

Regenerative Anbaumethoden im Ackerbau

Neue Wege und innovative Lösungen finden im Ackerbau derzeit regen Anklang. Erosionsprobleme, Verdichtungen und die Herausforderungen im Düngemanagement bringen viele BetriebsleiterInnen an ihre Grenzen. Eine bodenschonende, nicht wendende Bodenbearbeitung ist bereits in aller Munde und beginnt sich als echte Alternative zum Pflug zu etablieren. Regenerativer Ackerbau will noch mehr erreichen. Die Methoden der regenerativen, also aufbauenden Wirtschaftsweise gehen einen Schritt weiter. Sie fördern das Bodenleben sogar, beleben, belüften und aktivieren den Boden und zeigen somit ganz neue Wege der Kulturführung auf.

Maßnahmen im regenerativen Ackerbau

Ziel des regenerativen Ackerbaus ist es, den Humusaufbau zu fördern und das Bodenleben zu schonen und zu mehren und somit schließlich beste Qualitäten zu erzeugen. Auf dem Praktikertag auf dem Betrieb Huschle konnten die Wirkmechanismen dieser Anbauweise nachvollziehbar beobachtet werden.

Mehr zu diesem spannenden Praktikertag lest ihr HIER: FELDTAG BEI ACKERBAUER ALOIS HUSCHLE.

Zwischenfrüchte und ihre Wirkung

Die verschiedenen Zwischenfruchtgemenge sind ein weiterer zentraler Baustein der regenerativen Wirtschaftsweise. Auf dem zweiten Versuchsfeld von Alois Huschle konnten diverse Zwischenfruchtgemenge genauer untersucht werden. Die Praktiker machten die Erfahrung, je diverser die Zwischenfrucht zusammengestellt wird, desto effektiver sind die Wirkungen auf die Bodengare und somit auch der Nutzen für die Folgekultur.

Dies ist darauf zurückzuführen, dass die verschiedenen Wurzelausscheidungen von wachsenden, also lebenden Pflanzen in einem ständigen Austausch mit den Bodenmikroben stehen. Nährstoffe werden sowohl im Boden- als auch im Pflanzenstoffwechsel aufgespalten, ausgetauscht und umgewandelt, wobei Kohlenstoff aus der Luft eingebunden wird. Das Ergebnis dieser Prozesse ist der aktive Humusaufbau auf dem Feld.

teilnehmer Gruppe steht inden Zwischenfrüchten

Lebende Pflanzen können in Verbindung mit Effektiven Mikroorganismen die Nährstoffverfügbarkeit der im Boden enthaltenden Elemente schneller herstellen als "totes" organisches Material (Stoppeln/Mulch). Auch die Bodenkrümelstruktur und damit die physikalischen Eigenschaften des Bodens werden durch die Wirkungen wachsender und lebendiger Wurzeln in "Zusammenarbeit" mit den Bodenmikroben verbessert.

Das Ergebnis überzeugt. Der Versickerungstest zeigte eindrücklich, dass der Boden 100 l Wasser in unter einer Minute (!) aufnehmen konnte. In Jahren mit extremen Niederschlägen oder beim Anbau von Kulturen, die sehr empfindlich auf Staunässe reagieren ein entscheidender Vorteil.

Biene fliegt Zwischenfruchtblüte an

Regenerativer Ackerbau: die Flächenrotte

Zu den wichtigsten Maßnahmen im regenerativen Ackerbau zählt die Flächenrotte. Die geltende Düngeverordnung bringt viele Betriebe mit herkömmlichen entzugsbasierten Düngestrategien an ihre Grenzen. Über die Flächenrotte können Nährstoffe effektiver verfügbar gemacht werden ohne das ein Eintrag an mineralischem Dünger notwendig wäre. Dies ist langfristig kostensparend und wird sich positiv auf die Betriebsbilanz auswirken.

Der Einsatz des Bodenverjüngers ist für die Flächenrotte elementar. Ohne die Wirkung der speziell auf das Bodenleben abgestimmten Mikrobenstämme kippt der Rotteprozess schnell in ein Fäulnismilieu. In diesem Zustand gehen Nährstoffe verloren und Humus wird abgebaut.

Ein reduktives, also aufbauendes Milieu ist die Grundlage einer effektiven Flächenrotte. Der Bodenverjünger wird vor oder beim Fräsen auf das organische Material ausgebracht. In der Praxisdemonstration zeigte sich, dass selbst gebaute Varianten für die Fermenteinspritzung den technischen Lösungen der Hersteller in nichts nachstehen. Wichtig ist jedoch, dass eine gleichmäßige Verteilung des Bodenverjüngers auf das organische Material und eine gleichmäßige Abdeckung der organischen Substanz mit Feinboden erfolgt.

Ist dies gelungen, arbeiten die Mikrobenstämme, Hefen und Pilze sofort daran, das organische Material umzusetzen und die Nährstoffe pflanzenverfügbar im Boden zu speichern. Zur Aussaat nach der Rotte (optimal nach ca. 10-14 Tagen) stehen dann die Nährstoffe der Folgekultur langfristig zur Verfügung.

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Tiefenlockerung auf dem Acker

Besonders Kulturen wie Mais, Raps und Kartoffeln reagieren positiv auf die Wirkung des Tiefenlockerers. Hier wird hinter dem Schar der Bodenverjünger direkt beim Bearbeitungsvorgang eingespritzt. Dies ist deshalb so wichtig, weil die im Boden erzeugten Feinrisse dann sofort mikrobiell besetzt werden. Die entstandenen Mittelporen bleiben erhalten und Feinwurzeln können den Boden leichter durchdringen. Der Boden wird dadurch insgesamt lockerer und tragfähiger.

Die Tiefenlockerung zur Aussaat in Kombination mit dem Bodenverjünger regt das Feinwurzelwachstum der Kultur zusätzlich an. Der Nährstoffaustausch zwischen Boden, Pflanze und Wurzeln wird von Beginn an auf ein hohes Niveau gebracht. Die speziell auf das Bodenlebewesen abgestimmte Zusammensetzung der Mikrobenstämme spalten die Nährstoffe auf und machen sie so pflanzenverfügbar. Nährstoffe werden quasi "vorverdaut" bzw. so umgewandelt, dass sie den Pflanzen über lange Zeiträume zur Verfügung stehen. Zudem enthält der Bodenverjünger native Pflanzenfermentstoffe und sorgt somit zusätzlich für eine Anreicherung sekundärer Pflanzennährstoffe, die für den Pflanzen- und Bodenstoffwechsel notwendig sind.

Der Landwirt induziert damit ein wurzelbasiertes Wachstum der Kulturpflanzen. Mehr Wurzelmasse bedeutet ein größeres Nährstoff- und Wasseraufnahmevermögen, einen stabileren Stand und Wuchs und letztendlich auch mehr Humusaufbau und Kohlenstoffspeicherung im Boden. Eine hohe Stoffwechselleistung in der weiteren Entwicklung sorgt für eine hohe Photosyntheseleistung. Die Grundlage für hohe Erträge und vitale Bestände.

Bearbeitungsbild Tiefenlockerer

Das Arbeitsbild des Tiefenlockerers. Hier zu demonstationszwecken ohne Bewuchs!

Regenerativer Ackerbau macht Betriebe fit für die Zukunft

Der spannende Einblick in die Kulturführung auf dem Betrieb Huschle weckte bei vielen das Interesse zum Thema regenerativer Ackerbau. Die Möglichkeiten die ein belebter und aktiver Boden liefert, sind vielversprechende Aussichten für den Ackerbau. Eine Rückwendung zur Nutzung betriebsinterner Kreisläufe und eine stabile Basis, nämlich der eigene Boden, sollten auf jedem Betrieb wieder vermehrt in den Fokus rücken. Wir beraten interessierte Betriebe gerne dabei, die Hürde der Umstellung zu meistern und ihrem Boden wieder das nötige Leben zurückzugeben.

Vanhoof Test Labor

Der Vanhoof-Bodentest

Die Förderung der Bodenfruchtbarkeit ist das zentrale Ziel einer zukunftsfähigen Landwirtschaft. Nur auf fruchtbaren Böden können langfristig hohe Erträge und nahrhafte Lebensmittel produziert werden. Der Wert unserer Böden gewinnt glücklicherweise zunehmend an Bedeutung. Dennoch ist das Wissen um Mechanismen und Wirkungsweisen der Bodenmikrobiologie, Bodenentstehungsprozesse und die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit oftmals noch rudimentär.

Der von Peter Vanhoof entwickelte Vanhoof-Bodentest ist ein funktioneller Test zur Ermittlung des Bodenlebens. Die Testergebnisse bieten einen Einblick in den Zustand der Bodenfruchtbarkeit. Die Grundlagen dieses Verfahrens wurden von dem Pionier Hans Peter Rusch, einem der wichtigsten Akteure für die Etablierung der biologischen Landwirtschaft entwickelt.

Ziel dieses in Europa derzeit einmaligen Testverfahrens ist es, die Aktivität der Bodenmikrobiologie zu bestimmen. Dies ermöglicht es den Anwendern, die Wirkung der Maßnahmen auf das Bodenleben und somit auf die Nährstoffverfügbarkeit zu verfolgen.

Was wird gemessen?

In einer umfassenden Laboranalyse werden verschiedene Parameter bestimmt, welche in der Auswertung einen deutlichen Blick auf Aktivität und Potenzial der vorhandenen Bodenmikrobiologie bieten. Diese Art der Feststellung des Potenzials Ihres Bodens wird bisher in keiner gängigen Bodenanalyse erfasst.

Die Untersuchung liefert ebenso Ergebnisse darüber, wie effektiv die Rotte frischer Organik auf den Flächen abläuft. Der Vanhoof-Bodentest ist für alle Bewirtschaftungsarten geeignet, ganz gleich, wie der aktuelle Bearbeitungsstand ist. Auch bei Umstellung auf andere Anbauweises oder auf Schlägen, bei denen immer wieder Rotteprobleme auftreten, werden hier aufschlussreiche Daten über den Zustand der Bodenmikrobiologie geliefert.

Was diesen Test so besonders macht, ist die Möglichkeit eine Aussage über die Leistungen der Symbionten in der Rhizosphäre zu treffen. Diese sorgen dafür, dass im Boden gelöste Nährstoffe pflanzenverfügbar werden. Je effektiver sie arbeiten, desto besser können Pflanzen die Nährstoffe aufnehmen. Zusätzlich dazu, liefert die Analyse Daten zur Bodenatmung. Diese Infromationen sind wichtig, um Verdichtungen und den Gasaustausch im Boden bewerten zu können.

Ablauf des Vanhoof Bodentest

Wer Interesse an dieser derzeit einzigartigen Bodenuntersuchung hat, um seine Böden noch besser verstehen zu können, kann sich mit uns unter vanhoof.bodenproben@gmail.com  in Verbindung setzen.

Die Beprobung muss während der vegetativen Zeit genommen werden also zwischen 10 -25 °C Außentemperatur.

Vor der Probenahme sollte die letzte Düngung mindestens 2 Wochen zurückliegen. Nach einer mineralischen Düngung sollte man die Probe erst ziehen, wenn es mindestens einmal geregnet hat, sodass die Inhaltsstoffe sich homogen im Boden verteilt haben. Ein aktiver Fruchtstand bildet kein Hindernis.

Die Kosten belaufen sich auf 120 € je Probe (ab 4 Proben 100 € je Probe).

Die Probennahme erfolgt nach Terminabsprache durch den Landwirt und muss innerhalb von 24 h im Labor (Eilversand per Post) eintreffen.

Näheres zum Ablauf der Probenentnahmen und den geeigneten Utensilien erfahren Sie bei der Terminabsprache.

Ergebnisse und Auswertung

Mit der Auswertung erhält der Landwirt einen ausführlichen Bericht, welcher Informationen zur Nährstoffbindung, den Nährstoffverlusten, dem erntequalitätsbildenden Potenzial der Bodenfruchtbarkeit und der Fähigkeit, Krankheiten im Boden zu unterdrücken, enthält.

Sinnvolle Synergie der Kinsey-Analyse und des Vanhoof-Bodentest nutzen

Zusammen mit einer Kinsey Albrecht Analyse und der Spatendiagnose ergibt sich ein ganzheitliches Bild der Bodenfruchtbarkeit. Es werden sowohl bodenphysikalische als auch bodenbiologische und bodenchemische Parameter zusammen bewertet. Die Kinsey Albrecht Analyse liefert Daten zur Nährstoffversorgung, insbesondere zu den Nährstoffverhältnissen und dem Nährstoffhaltevermögen im Boden. Der Vanhoof-Test liefert ergänzend dazu eine Auswertung der Aktivität der Bodenmikrobiologie. Diese machen die im Boden enthaltenen Nährstoffe durch ihre Stoffwechselprozesse überhaupt erst pflanzenverfügbar. Beide Parameter zusammen ergeben also mit der Bodenansprache im Feld ein umfassendes Bild über den Zustand des Bodens und die Wachstumsbedingungen für die Pflanzen.

Vanhoof Test

Bei der Auswertung und Schlussfolgerung steht Ihnen Peter Vanhoof selbst zur Seite, um mit Ihnen betriebsspezifische Maßnahmen zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit zu entwickeln. So entsteht ein noch tieferes Verständnis des eigenen Bodens und der zu treffenden Maßnahmen, um die Bodenfruchtbarkeit weiter zu fördern und voranzubringen.

Eine kurze Erklärung der Ergebnisse Ihrer Proben via Zoom ist im Preis inbegriffen. Nach der ersten Analyse ist jedoch eine umfassende Betriebsberatung durch Herrn Vanhoof vor Ort auf dem eigenen Betrieb sinnvoll. Die Kosten für den Besuch werden extra angesetzt.

Mehr Informationen gibt es auch unter https://www.organic-forest.eu/DE_menu

Verhagelter-Mais-was-tun-Verarbeitungshinweise-EM-Chiemgau

Hagelmais fachgerecht einarbeiten

Was tun, wenn der Hagel den Mais so beschädigt, dass er nicht mehr weiterwachsen kann?

Die heftigen Unwetter in den letzten Wochen mit Sturm und Hagel haben in so manchen Regionen auf den Maisfeldern große Schäden hinterlassen. Von „geht grad noch so“ bis hin zum Totalschaden ist alles dabei. War der Mais hagelversichert, ist zumindest der finanzielle Schaden großteils abgedeckt. Offen bleiben dann die Fragen, wo bekomme ich ausreichend Silomais für die Rinder oder Biogasanlage her und zu welchem Kaufpreis? Bei Totalschaden kommt zusätzlich die Aufgabe der Einarbeitung des Hagelmaises und der Anbau einer weiteren Frucht hinzu.

Einarbeitung großer Menge organischer Masse – wie gehe ich vor?

Je nach Entwicklungsstadium und Pflanzenbestand, sind hier ca. 15-30 to Frischmasse je ha einzuarbeiten. Bei der weitverbreiteten Vorgehensweise „mulchen und einpflügen,“ laufen anschließend im Boden oftmals unerwünschte Fäulnisprozesse ab. Dies bremst die Verrottung des organischen Materials und schädigt die Mikrobiologie im Boden. Organische Masse „zu tief vergraben“ kann nicht verrotten, da die notwendige und aktive Mikrobiologie in dieser Tiefe oftmals fehlt. Beim nächsten Pflügen kommen die großteils nicht verrotteten Maisteile wieder an die Oberfläche.

Wie kann der Rotteprozess unterstützt werden?

Bodenverjünger

Nativer, fermentierter Bodenhilfstoff für den Ackerbau

  • mit hoher biologischer Vielfalt
  • speziell ausgerichtet auf die Anwendung im Boden
  • aktiviert und stabilisiert die Bodenbiologie
  • setzt Umsetzungsprozesse in Gang
  • unterstützt den Humusaufbau
  • reduziert Unkrautkeimung
  • erhöht die Wasseraufnahmefähigkeit

Zum Mulchen oder Zerkleinern sprühst du den Maisbestand mit 50 l Bodenverjünger je ha ein. Bei der flachen Einarbeitung des gemulchten Materials, werden zusätzlich 100 l Bodenverjünger eingearbeitet. Der Bodenverjünger kannst du mit einer Dosieranlage direkt am Gerät (Mulcher, Grubber) ausbringen. Alternativ ist es möglich, den Bodenverjünger vorher mit einer Feldspritze flächendeckend auszubringen und anschließend mit der jeweiligen Technik einzuarbeiten.

Hierbei wird der Rotteprozess auf natürliche Weise unterstützt und Fäulnis reduziert. Die Organik wird vom Bodenleben wesentlich leichter verstoffwechselt. Die Fläche sollte nach der Bearbeitung ca. 10-14 Tage unbefahren bleiben, damit die Mikrobiologie ungestört arbeiten kann. Anschließend kann die Bodenbearbeitung/Saatbettbereitung für die nächste Frucht erfolgen. Dabei soll der Boden intensiv durchgemischt werden.

Verhagelter-Mais-gemulcht-ohne-EM-der Faeulnis preisgegeben-mit EM Faeulnis verhindern und Rotteprozess unterstuezen

Welche Frucht kann noch anbaut werden, wenn der Mais verhagelt wurde?

Je nach Region und Fruchtfolge gibt es verschieden Strategien.

  • Wird Futter für Rinder oder Biogasanlage benötigt, kannst du eine Kleegrasmischung anbauen, die du heuer noch einmal evtl. im besten Fall zweimal mähen kannst.
  • Benötigst du kein Futter, gibt es mehrere Möglichkeiten die Flächen zu bestellen.
  • Schnell entschlossene bauen evtl. Raps an, bzw. haben schon angebaut. Die Saat von Wintergerste ca. Ende September ist auch eine mögliche Option.
  • Auf Flächen, die mit später zu säende Winterfrüchte, wie z.B. Tritiale oder Winterweizen bestellt werden sollen, kannst du eine vielfältige Zwischenfrucht abbauen.

Vielfach bewährt hat sich Saatgutbeizung mit EM.
Mehr zur Saatgutbeizung

Rinder auf Kurzrasenweide

Die „effektive“ Kurzrasenweide

EM´s können auch auf der Kurzrasenweide sinnvoll eingesetzt werden, denn die gleichmäßige Versorgung mit Nährstoffen ist für den Aufwuchs und die Futterwertigkeit entscheidend. Die Mikrobiologie hilft entscheidend mit, Nährstoffe pflanzenverfügbar zu verstoffwechseln. Optimal mit Hauptnährstoffen und Spurenelementen versorgte Weideflächen, haben im Gras höhere Mineralstoffgehalte, was auch den Futterwert deutlich erhöht.

Von einer Kurzrasenweide spricht man, wenn eine Weidefläche eingezäunt ist, deren Aufwuchs durch Rinder bei einer max. Höhe von  5-8 cm laufend abgeweidet wird. Die notwendige Flächengröße hängt vom Futterwachstum und der Anzahl Weidetiere ab. Ziel ist es, die Tiere sollten tgl. satt werden aber der Aufwuchs nicht über ca. 8 cm Höhe wachsen. In Fachkreisen heißt es auch „Das Gras soll den Kühen ins Maul wachsen“. Je nach Region beginnt die Weisesaison Mitte März- Anfang April mit relativ großen Flächen.

Wenn dann ab ca. Mitte April der tgl. Graszuwachs stetig steigt, wird die Weidefläche verkleinert. Ab ca. Juli, wenn der Graszuwachs deutlich nachlässt ist für die gleiche Anzahl der Weidetiere mehr Fläche notwendig, um satt zu werden.

Kurzrasenweide mit Milchkühen ist nur auf hofnahen Flächen sinnvoll.

EM-Interessierte bei der Begehung der Kurzrasenweide auf dem Emplhof

Die Ruhezeit der Weide sollte nicht länger als eine Woche betragen, um das Wachstum der Gräser stetig anzuregen. Geilstellen, die nicht gleichmäßig abgefressen werden, müssen abgemäht werden. Bei einem optimalen Viehbesatz kann der Aufwand bei der Weidepflege stark reduziert werden.

Grundsätzlich bietet sich bei ausreichend Fläche auch eine Mahd-Beweidungskombination im Wechsel an. Alle zwei bis drei Jahre sollte man den Bestand durchwachsen lassen, damit sich unerwünschte Pflanzen nicht ausbreiten und die Grassamen sich erneut aussähen können.

Der Einsatz von EM-Produkten auf der Kurzrasenweide bringt Vorteile

Behandelte Gülle, die mit EM-Aktiv, Karbosave Pflanzenkohle und RoPro-Lit Urgesteinsmehl ausgebracht, stärkt die Mikrobiologie im Boden, fördert den Weißkleeanteil sowie die Futterpflanzenvielfalt und liefert  schmackhafteres Futter.

Die Grundfutterleistung steigt und die Tiergesundheit wird positiv unterstützt.

Effektive Mikroorganismen aktivieren das Bodenleben und sorgen für eine optimalere Nährstoffverfügbarkeit. Dadurch wird auch der Stoffwechsel der (Milch-)Kühe entlastet. Dies wirkt sich nicht nur positiv auf die Tiergesundheit aus. Auch Nährstoffgehalte in der Milch und Zellzahlen optimieren sich langfristig.

Praxisbeispiel EM´s auf der Kurzrasenweide

Der Milchviehbetrieb Emplhof der Gröbners setzt seit 2007 Effektive Mikroorganismen sowohl im Stall über eine Vernebelungsanlage als auch bei der Gülleaufbereitung und der Futterwerbung ein. Bei der Verneblung im Stall und der Futtergewinnung kommt das bewährte CFKE zum Einsatz.

Zur Gülleaufbereitung setzen Gröbners auf das starke Trio aus Karbosave-Pflanzenkohle, EM-Aktiv und RoPro-Lit Urgesteinsmehl. Das hofeigene Mikrobiom wird durch den Kreislauf der Mikroorganismen, die in jedem Bereich von Fütterung bis Gülleaufbereitung zum Einsatz kommen, gestärkt. Die Kühe danken es mit einer sehr guten Milchleistung von 7500 kg/Kuh und geringen Tierarztkosten.

Durch die Güllebehandlung wird zusätzlich die Ammonikausgasung bei der Gülleausbringung reduziert und die N-Auswaschung in tiefere Bodenschichten deutlich verringert. Somit wird dem Pflanzenbestand mehr betriebseigner Stickstoff aus der Gülle zur Verfügung gestellt und die Aufwuchsmenge steigt.

Zusätzlich wird bei Pflegemaßnahmen z.B. Wiese abschleppen, striegeln oder beim Einsatz des Grasnarbenbelüfters der Bodenverjünger mit einer Dosieranlage am jeweiligen Gerät ausgebracht, um die Mikrobiologie im Boden zusätzlich zu verbessern und das Wurzelwachstum zu unterstützen.

Mit Effektiven Mikroorganismen den Parasitendruck auf der Kurzrasenweide reduzieren

Der Parasitendruck auf einer Standweide ist meist ein großes und mitunter teures Problem für den Tierhalter. Beim Einsatz von Effektiven Mikroorganismen zur Reduzierung des Parasitendrucks konnten in der Praxis bereits zahlreiche positive Effekte festgestellt werden.

„Die Terra Preta-Technologie (Einsatz von EM und Pflanzenkohle bei Mist und Gülle) ist geeignet, vegetative Pathogene abzutöten. Mit der Gülle oder Mistaufbereitung steht eine Methode zur Hygienisierung von pathogenen Fäkalkeimen zur Verfügung.
Durch Fermentation werden bakterielle Pathogene, wie Staphylococcus aureus, L. monocytogenes, Ehec-E..coli O157, Staphylococcus Anatum, Staphylococcus Senftenberg degradiert. Innerhalb weniger Tage reduziert sich der ECBO-Virustiter, nach 14 Tagen waren keine lebensfähigen Viren mehr nachweisbar.
Spulwurmeier waren nach 8-wöchiger Fermentation nicht mehr embryonierbar, also nicht überlebensfähig.

Monika Krüger, Uni Leipzig“

Gröbners müssen bei Ihren Milchkühen daher keinerlei Parasitenbehandlung durchführen und dass trotz intensiv genutzter Kurzrasenweide. Lediglich die Jungrinder werden noch gezielt, nach der Analyse von Kotproben, mit einem Antiparasitikum behandelt.

Vorteile und Nachteile der Kurzrasenweide

Vorteile:

  • weniger Arbeitsaufwand
  • ruhiges Herdenverhalten
  • dichte, trittfeste Grasnarbe
  • gleichmäßige und hohe Futtequalität
  • geringe Futterverluste
  • weniger Ampferdruck

Nachteile:

  • nicht für alle Standorte geeignet (schlecht bei Hanglangen, langen, schlauchförmigen Weideparzellen)
  • belastbare Bodenverhältnisse notwendig
  • wuchsfreudiger Untergrasbestand nötig (ggf. mit geeigneten Weidesaaten ein-, nach- oder zwischensähen)
  • in sehr trockenen Regionen ausreichend Fläche einplanen
  • Düngemanagement der Beweideung anpassen, ausreichend Fläche zum Auszäunen nach Düngung einplanen

Fazit für EM-Anwendungen auf der Kurzrasenweide

Effektive Mikroorganismen sorgen auf der Kurzrasenweide für ein aktives Bodenleben. Die positive Mikrobiologie sorgt für eine verbesserte Nährstoffaufnahme durch die Pflanzen und somit auch für einen besseren Nährstoffgehalt im Futter. Auch auf die Tiergesundheit wirken sie positiv. Krankheitserreger und pathogene Keime können sich nicht in einem gefährlichen Maße ausbreiten, wenn die Umgebung von einer positiven Mikrobiologie besiedelt ist. Die Praxiserfahrungen zeigen, dass der Einsatz von Effektiven Mikroorganismen auch bei diesem Weidesystem zahlreiche Vorteile für den Landwirt mit sich bringt.

Staunaesse auf Maisacker

EM-Hilfe bei Staunässe und Überschwemmung

Welche Maßnahmen helfen, wenn alles „Land unter“ steht?

EM helfen bei Staunässe die Probleme zu verringern und die Folgen abzuschwächen.

Einige von euch haben nach den Starkregenereignissen der letzten Wochen mit vernässten Flächen und Staunässe zu tun. In der aktuellen Vegetationsperiode ist guter Rat teuer, denn stark vernässte oder überschwemmte Flächen können nicht oder nur schwer befahren und beerntet werden.

Akute Maßnahmen mit EM bei Staunässe und Überschwemmungen

Wenn das Wasser sich zurück gezogen hat, hinterlässt es oftmals eine verschlämmte Oberfläche. Der Boden ist wie versiegelt. Der Nährstoffaustausch und die Bodenbelüftung sind erschwert oder gar ganz blockiert.

EM-Anwendung bei Ackerkulturen:

Die Anwendung von Effektiven Mikroorganismen nach dem Abtrocknen der Flächen oder bei der Ernte geschädigter Kulturen ist deshalb so sinnvoll, weil die EMs den drohenden Fäulnisprozessen entgegenwirken. Durch die Zugabe positiv wirkender Mikroben wird ein reduktives Milieu hergestellt. Fäulnisbakterien können sich nicht mehr so stark vermehren.

Ein weiterer negativer Effekt der Überschwemmung ist, dass eine verschlämmte Oberfläche beim Abtrocknen steinhart wird und "Krusten" bildet. Der Gasaustausch und die Durchwurzelbarkeit solcher Flächen sind stark eingeschränkt. Die Aussaatbedingungen für Folgekulturen sind dadurch erschwert. EMs helfen, die Interaktion zwischen den Pflanzenwurzeln und der Bodenmikobiologie wieder herzustellen. Sie wirken sich positiv auf die Krümelstruktur des Bodens und das zerkleinernde Bodenleben aus. Dies erleichtert die Saatbettbereitung für die Folgekultur.

EM-Anwendung auf dem Grünland:

Auf dem Grünland kann eine Grasnarbenbelüftung mit EM-Einspritzung die drohende "Versteinerung" des durchnässten Untergrundes vermeiden. Zudem wird der Gasaustausch gefördert und die Feindurchwurzelung des Bodens wieder angeregt.

In einem Feldversuch mit dem Bodenverjünger vom August 2019 konnte die positive Wirkung des Bodenverjüngers auf die Wasserfiltration und Wasserspeicherkapazität im Boden nachgewiesen werden.

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Wer jetzt nach den Unwettern vor dem Problem verschlämmter Flächen steht, kann mit dem Einsatz des Bodenverjüngers die Aktivität des Bodenlebens wieder anregen und oxidative Fäulnisprozesse aufhalten. Der Bodenverjünger kann bei jedem Arbeitsschritt aufgesprüht oder bei der Bodenbearbeitung in den Boden eingearbeitet werden.

Bei Fragen zum Einsatz Effektiver Mikroorganismen stehen wir euch jederzeit zur Verfügung und hoffen, euch dabei helfen zu können, die Flächen schnellstmöglich wieder befahr- und nutzbar zu machen!

Langfristige Maßnahmen zur Bodenverbesserung

Grundsätzlich ist es ratsam, insbesondere in Regionen, in denen mit Extremwetterlagen zu rechnen ist, langfristig eine erhöhte Wasserspeicherkapazität aufzubauen und für eine gute Bodenstruktur zu sorgen. Diese Faktoren können bei Unwettern und starken Regenfällen den entscheidenden Vorteil bringen und langfristig Erträge und Ernte sichern.

Der Boden als Schwamm

Ein garer Boden mit einer etablierten Humusschicht hat eine hohe Wasserleitfunktion und eine große Wasserspeicherkapazität. Besonders die kohlenstoffreiche Humusschicht fungiert bei Niederschlägen wie ein Schwamm und ist in der Lage das drei- bis fünffache ihres Eigengewichts an Wasser zu speichern. Ein enormes Potenzial auch für die Wasserversorgung der Pflanzen in Dürrejahren. Bei einem Unwetter fallen leicht Regenfälle von mehr als 5 l /m² in wenigen Minuten. Lehmige oder verdichtete Böden können diese Wassermengen nicht aufnehmen. Staunässe und überschwemmte Flächen sind die Folge. Kulturen beginnen zu faulen oder können nicht oder nur schwer geerntet werden. Der langfristige Humusaufbau sollte daher im eigenen Interesse Ziel eines jeden Landwirts sein.

Die Bodenstruktur verbessern

Durch eine geeignete Bodenbearbeitung und den Einsatz des Bodenverjüngers konnten in der Praxis bereits tolle Erfolge bei der Verbesserung der Bodenstruktur erzielt werden. Die stabilen Ton-Humus-Komplexe, die sich nach der Anwendung im Boden vermehrt bilden, verbessern die Krümelstruktur der tieferen Bodenschichten. Der Boden wird besser belüftet und kann tief von den Pflanzen durchwurzelt werden.

In Kombination mit dem Einsatz von EM-Aktiv oder dem Bodenverjünger ist eine oberflächliche, bodenschonende Bearbeitung oftmals ausreichend. Eine zusätzliche Belastung von vernässten Flächen durch zu häufiges Befahren oder Befahren mit schweren Maschinen sollte möglichst vermieden werden.

Für dauerhafte Begrünung sorgen

Der Zwischenfruchtananbau hat sich in zahlreichen Betrieben bereits erfolgreich etabliert. Auch ein Zeichen dafür, das Aufwand und Nutzen hier im richtigen Verhältnis stehen. Ein begrünter Boden kann von Natur aus mehr Wasser speichern und verarbeiten. Pflanzen verbrauchen und verdunsten über die Grünmasse effektiv das Wasser im Boden. Dies kann besonders jetzt im Sommer, in dem (Stark-)regen und Sonnenschein sich abwechseln, von Vorteil sein. Eine Untersaat im Getreide bietet zusätzlich eine bessere Befahrbarkeit des Bodens und kann nach starken Regengüssen wie ein Teppich den Boden vor der Belastung durch den Reifendruck und die Erntemaschinen schützen.

EM-Einsatz bei Staunässe

Es lohnt sich daher jederzeit mit geeigneten Maßnahmen zu beginnen, um die Bodenstruktur zu verbessern und Verdichtungseffekten entgegen zu wirken. Mit einem gesunden Boden unter den Füßen kann man auch extremen Wetterlagen, die uns in Zukunft eher mehr als weniger beschäftigen werden, entspannter entgegen blicken.

Der Einsatz von Effektiven Mikroorganismen kann helfen, dass solche Bilder bald zur Vergangenheit gehören

Gülleausbringen

Güllebehandlung – wann ist der richtige Zeitpunkt?

Güllebehandlung -  jetzt ist die richtige Zeit!

Um das gesamte Potential der Gülle voll nutzen zu können, ist die permanente Güllebehandlung eine erfolgsversprechende Maßnahme.

Durch den Zusatz vom Gülletrio: EM-aktiv, Karbosave Pflanzenkohle und RoPro-Lit-Urgesteinsmehl wird die Fermentation positiv unterstützt. Das hier erzeugte Mikroben-Milieu macht aus der Gülle einen wertvollen Dünger.

Mit Hilfe der Mikrobiologie werden Nährstoffe in den sehr feinen Kohlestrukturen gebunden (ähnlich wie ein Schwamm). RoPro-Lit-Urgesteinsmehl bringt zusätzlich Mineralien und Spurenelemente.

Verflüssigen von Festmist in Gülle

Vom richtigen Zeitpunkt für die Güllebehandlung


Ausreichende Zeit für die Mikrobiologie

Der richtige Zeitpunkt die Gülle zu behandeln ist das ganze Jahr über. Die Gülle sollte nie unbehandelt sein, weil sie sonst in einen Fäulnisprozess kippen kann.
Es ist ähnlich wie bei der Silage. Es ist sehr schwierig, wenn nicht unmöglich eine angeschimmelte faulige Silage wieder in hochwertige Silage umzuwandeln.
Der Vorteil bei der Gülle liegt darin, dass bereits im Stall über die Luft (EM-Vernebelung) über das Futter und über Einstreu bzw. Spaltenbodenbehandlung die Güllequalität beeinflusst werden kann.

So gibt es drei Zeitphasen, die der Landwirt beachten sollte:
1. spätestens Mitte - Ende Dezember: Sobald sich so viel Gülle in der Grube befindet, dass man sie rühren kann, sollte Pflanzenkohle und EM eingerührt werden. Die Gülle wird in einen regenerativen Prozess geführt und Nährstoffe in der Kohle gespeichert.
2. Wöchentlich (das ganze Jahr über)
Das Gülleaufkommen pro Woche wird errechnet und entsprechend EM dosiert. Angerechnet werden hier CFKE-Vernebelung, genauso die Menge, die über den Güllekanal eingeführt oder über das Futter gegeben wird. Ebenso wird Gesteinsmehl, das über die Einstreu in die Gülle gelangt mitgerechnet.
3. Ende Januar bis Mitte Februar
erfolgt die Güllebehandlung in dieser Zeit, hat die Kohle genügend Zeit sich mit Nährstoffe (Stickstoff) zu beladen. EM und Gesteinsmehl sorgen für die nötige mikrobielle Umwandlung.

Kein Wasserzusatz in der Gülle notwendig

Die Gülle benötigt keinen Wasserzusatz. Durch das „Gülletrio“ wird die Gülle durch die Stoffwechselvorgänge dünnflüssig, sämig und homogen. Das Aufrühren vor der Ausbringung ist in kurzer Zeit erledigt, da sich keine (oder nur eine geringe) Schwimmdecke auf der behandelten Gülle bildet. Da auf Wasserzusatz verzichtet wird, sind auch geringere Güllemengen zu lagern, zu transportieren und auszubringen und trägt somit zur Kosteneinsparung bei.

Vorteile von behandelter Gülle

  • Gülle „lebt“
  • ist dünnflüssig (ohne Wasserzusatz)
  • bildet keine Schwimmdecke
  • stinkt nicht (keine Ammoniakausgasung)
  • läuft nach der Ausbringung schnell von den Pflanzen ab
  • ätzt nicht (Blätter und Wurzeln werden geschont)
  • Kleeanteil im Grünland steigt
  • Nährstoffe werden nicht ausgewaschen
  • wird bei gut befahrbaren Böden und trockener Witterung mit kostengünstiger Gülletechnik ausgebracht

je m³ Gülle werden ausgebracht:

1 l EM aktiv 
Direkt vom Behälter in die Güllegrube einlaufen lassen

6 l Karbosave Pflanzenkohle
Big Pack in die Güllegrube entleeren

30 kg RoPro-Lit - Urgesteinsmehl  
Wird mit dem Silozug während des Güllerührens eingeblasen.

Sollte aus verschiedenen Gründen (z.B. Lieferzeiten, …)  nicht gleichzeitig alle drei Komponenten verfügbar sein, so können diese auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten eingebracht werden.

Gülleausbringung

Güllegaben von 10-12 m³/ha/Grünlandschnitt bei gut befahrbaren Böden und trockener Witterung ausgebracht ist die Grundlage für gutes schmackhaftes Futter. Durch den gesteigerten Kleeanteil wird zusätzlich Stickstoff aus der Luft in den Boden gebracht. Somit ist im Grünland die Grundlange für gute Futtererträge bei hoher Futterqualität gelegt.

EM-Gülleausfahren

Ein Wort zum Schluss


Hier im Bild wird eine Bodenprobe vom unbegüllten Wiesenrand und aus der unbehandelten, aber begüllten Wiese entnommen (ca. 1 Woche nach dem Begüllen).
Auch das ungeübte Auge und die Nase konnte den Unterschied in Bodenfarbe, Geruch und Bodenkrümmelung deutlich wahrnehmen. So eine Spatenprobe ist nur zu empfehlen. Da kann der Landwirt selber beurteilen, ob eine Güllebehandlung vielleicht gut wäre. Oder, ob die Begüllung auf dem Boden überhaupt eine Auswirkung hat.

Weinanbau Regenerativ

Die EM-Winzer der Alde Gott eG geben Einblicke in ihre Anbauweise

Heuer im Herbst führte uns die diesjährige Lehrfahrt nach Sasbachwalden im Nordschwarzwald. Die Anfahrt unserer kleinen Gruppe erfolgt mit Privat-Fahrgemeinschaften.
In Sasbachwalden begrüßte uns Bürgermeisterin Frau Sonja Schuchter herzlich mit Sekt und einem interessanten Vortrag.

Susanne und Josef Vierthaler bewirtschaften 11 ha LF. Angebaut werden Wein, Zwetschgen, Äpfel, Birnen, Mirabellen und Feigen. Das Obst wird über die Brennerei der Alde Gott vermarktet. Der EM-Wein wird von der Winzereigenossenschaft gekeltert und anschließend von den Vierthalers und EM-Chiemgau verkauft. Auf den EM-Tagen im August 2019 referierte Susanne Vierthaler rund um den regenerativen Weinanbau.

Regenerativer Weinanbau führt zu Humusaufbau

Die Empfehlungen von EM Chiemgau werden seit 2009 in den Weinbergen umgesetzt. So werden die Rebzeilen mit einer Mulchschicht wildkrautfrei gehalten. Zusätzlich dient das organische Material den Bodenlebewesen als Nahrung und bringt Nährstoffe für die Reben. An warmen und trockenen Sommertagen bildet diese eine Schutzschicht vor Austrocknung und zu starker Erwärmung. Als Mulchmaterial wird Traubentrester-Bokashi verwendet. Dazu werden Trester, EM aktiv, Karbosave-Pflanzenkohle und RoPro-Lit Urgesteinsmehl in Siloballen gepresst und fermentiert. Diese veränderte Bearbeitungsmethode baute auf den Flächen in den vergangenen Jahren erfolgreich Humus auf.

Im konventionellen Weinbau wird meist die komplette Organik aus den Anbauflächen entnommen, was zum langsamen „Verhungern“ des Bodenlebens führt. Die notwendige stabile Krümelstruktur im Boden baut sich ab, Wasser- und Nährstoffspeicherkapazität verringert sich.

Qualität zahlt sich aus

Dem Beispiel der Vierthalers folgen nun seit 2019 zwanzig weitere ausgewählte Winzer, die nach den humusaufbauenden Vorgaben ihre Wirtschaftsweise veränderten. Die Winzergenossenschaft sieht darin eine wegweisende Zukunft und honoriert dies mit 20 % Erzeugerpreiszuschlag.
Dieser Entscheidung lagen einige Jahre Überzeugungsarbeit zugrunde. Christoph Fischer war einige Male für Vorträge und Workshops in Sasbachwalden. Letztlich gab die gesteigerte Qualität der Vierthaler-Trauben den Ausschlag. Die Trauben haben wesentlich mehr Mineralien.

„Ein Wein kann nie besser sein als die Trauben und die Trauben können nur so gut sein, wie der Boden.

Der Vorstand der Alde Gott eG bei der Weinprobe

Nach jahrelanger Pionierarbeit und teils erheblichen Aufwand der Vierthalers gelten sie nun als Wegbereiter für eine neue Art des regenerativen Weinanbaus. Das Augenmerk liegt auf der Bodenqualität, die von der lebendigen Mikrobenvielfalt, der Bodenbearbeitung und des Organikeintrags abhängig ist. Dabei vermeidet man Maßnahmen, die sich schädigend auf die Bodenflora auswirken.

Das Jahr der Winzer beginnt mit dem Rebschnitt in den Wintermonaten. Entscheidend ist hier die Formierung, wie die Ruten in Form gebracht werden um optimal mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden zu können.

Die pflanzenstärkenden Spritzungen erfolgen mit EM-aktiv und RoPro 13/20, mehrmals in der Vegetationszeit. Jede Rebsorte hat ihre Eigenheiten und Herausforderungen - was ein regelmäßiges Begehen und Sichten der Rebstöcke notwendig macht.

Reiche Erträge beim Weinanbau mit Effektiven Mikrrorganismen

Eine der zeitintensivsten Arbeit ist das Ausgeizen (unerwünschte Seitentriebe entfernen) der Reben. Qualitätsberater Bernhard Ganter von der Alde Gott Winzer eG unterstützt die Winzer beim humusaufbauenden Weinanbau. Er überprüft die Gesundheit der Weinstöcke und beobachtet auch die Entwicklung von Krankheiten oder Schädlingsbefall. Er empfiehlt Methoden, die möglichst umweltverträglich sind. So werden zum Beispiel Pheromonfallen aufgestellt, die gegen den Schädling „Traubenwickler“ zu 99 Prozent wirksam sind.

Aufgrund laufender Qualitätskontrollen und Messungen des Zuckergehalts wird der Weinlesetermin festgelegt. Die Winzergenossenschaft gibt den Erntetermin der einzelnen Sorten vor, so soll die Weinqualität und Alkoholgehalt der entstehenden Weinsorten positiv beeinflusst werden.
Die Erzeugerpreise werden über den Zuckergehalt (Öchslegrad) berechnet. Daher entfernen viele Winzer kurz vor der Ernte die Blätter, um durch mehr Sonneneinstrahlung den Zuckergehalt in den Trauben zu erhöhen.

Der jährliche Arbeitsaufwand im Weinbau liegt insgesamt bei ca. 700-800 Std. je ha. Der Mehrarbeitsaufwand für die Handlese wird für die bessere Qualität gerechtfertigt.

Pioniergeist auch beim Maschinenbau

Spezialmaschinen sind notwendig, um in den Weinbergen die jeweiligen Arbeiten zeit- und fachgerecht zu erledigen. Einige Maschinen hat Josef Vierthaler selbst konstruiert und gebaut.

Neben der Qualitätsverbesserung der Trauben, finden sich jetzt auch wieder mehr Nützlinge auf den Flächen der Vierthalers. So sind die, für die Weinberge charakteristischen Gottesanbeterinnen häufiger anzutreffen.

Alles in allem wieder eine äußerst interessante Lehrfahrt mit beeindruckenden Impressionen und Hintergund - vielen Dank dafür und weiterhin alles Gute!

Infos auch unter https://www.susannevierthaler.de/

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