Kategorie: Zwischenfrucht

Staunässe beheben EM-Chiemgau

Staunässe nachhaltig beheben

Staunässe nachhaltig beheben durch mikrobielle Milieusteuerung

Staunässe droht: Kurze, heftige Starkregenereignisse häufen sich immer mehr. Von Starkregen spricht man ab einer Menge von mehr als 5 Litern pro m² in 5 Minuten.

Der Boden muss dabei in kürzester Zeit enorme Mengen Wasser aufnehmen. Sind die Oberflächen verschlämmt, die Böden verdichtet und die Porenstruktur nicht stabil, kann das Wasser nur schwer in den Boden aufgenommen werden. Es kommt zu Staunässe auf Acker und Grünland und die Kulturen leiden.

Die Lösung: Verdichtungen aufbrechen und mit Bodenverjünger den Boden mikrobiell besiedeln

Das Ziel ist es, einen garen Boden mit runden Bodenkrümeln zu erzeugen. So ein Boden hat eine optimale Porenstruktur für die Wasseraufnahme und die Wasserhaltefähigkeit (Feldkapazität). Runde Krümel sind im Gegensatz zu eckigen Krümeln formstabil, auch bei starken Regenfällen.
Runde Krümel entstehen ausschließlich durch mikrobielle Aktivität. Eckige Krümel durch mechanische Bearbeitung.

Verdichtungen behindern nicht nur das Regenwasser am Eindringen in die tieferen Bodenschichten und begünstigen Staunässe, sie behindern außerdem den Gasaustausch im Boden und behindern die Mikrobiologie an ihrer Arbeit. Die Wurzeln der angebauten Kultur können sich nur schlecht entwickeln. Unkräuter mit kräftigen Pfahlwurzeln vermehren sich. Sie versuchen den Boden zu sanieren.

Was tun bei Staunässe?

Die Kombination aus mechanischer Lockerung und mikrobieller Besiedelung hilft, neu geschaffenen Wurzelungsbereich zu stabilisieren und für die Wurzeln offen zu halten. Runde Krümel können entstehen.

Staunässe beheben mit dem Tiefenlockerer

Am Tiefenlockerer wird Bodenverjünger direkt eingespritzt.

Tiefenlockerung wird am besten in der wachsenden Kultur (z.B. in der Zwischenfrucht) durchgeführt, da hier die Mikrobiologie am aktivsten arbeiten kann.

Oft reicht ein Arbeitsgang, um die Verdichtungen zu lösen und Staunässe dauerhaft zu eliminieren.

Aufschluss über den Erfolg der Maßnahme zeigt der Versickerungstest, wie in diesem Blog-Beitrag beschrieben

Effektive Stippelbearbeitung mit dem Bodenverjünger

Effektive Stoppelbearbeitung mit Bodenverjünger

Jeder organische Eintrag in den Boden fordert die Mikrobiologie. Es gilt die organische Masse rasch umzusetzen, ohne Nährstoff- und Energieverluste.

Stoppelrückstände auf dem Acker werden dem Boden nach der Ernte wieder zugeführt. Je schneller sie umgesetzt werden, umso geringer ist die Gefahr, dass Schädlinge sie als Brutstätte nutzen oder dass Fäulnisherde entstehen.

Bodenverjünger fördert die Rotte und bietet der Bodenbiologie umfassende Unterstützung

  • vermindert Fäulnisprozesse
  • fördert die rasche Zersetzung der Organik
  • Nährstoffverluste werden vermindert
  • unterstützt die Bodengare
  • hilft eine stabile Krümelstruktur zu etablieren
  • perfekte Vorbereitung für die Folgekultur
  • mindert Verdichtungen

Bei oder vor der Einarbeitung von Ernterückständen wird Bodenverjünger direkt auf die Stoppeln gesprüht. Für eine bessere Verteilung kann Bodenverjünger mit Wasser verdünnt werden.

Aufwandmenge Bodenverjünger: 150 L / ha

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Dietmar Näser Regenerative Landwirtschaft

Kommentar von Dietmar Näser zum Einsatz von Bodenverjünger

Was macht die Natur an den Wurzeln? Sie schafft in der Rhizosphäre, dem einen Millimeter rund um die Wurzel, eine kleine anoxische Zone – mit Luft, aber ohne Sauerstoff. Der wird durch Mikroben zusammen mit den Wurzelausscheidungen veratmet. In dieser Zone können dadurch die übrig gebliebenen „süßen“ Wurzelausscheidungen von den Mikroben milchsauer verstoffwechselt werden. Das ist übrigens der Beginn der Humusbildung.

Bei der Bodenbearbeitung stehen keine Pflanzen da - wie kann man diesen natürlichen Prozess bei der Bodenbearbeitung nachbilden? Mit einem milchsauren Pflanzenferment. Mit Bodenverjünger, zugeschnitten auf den Einsatzzweck bei der Bodenbearbeitung, können Sie dadurch die Verluste an schnell umsetzbarer Biomasse und Nährstoff senken, denn Humusbildung bedeutet auch Nährstoffbindung.

Wenn Sie mit dem Starter-Paket selbst Bodenverjünger herstellen, können Sie „Ihre Unkräuter“ – sie wachsen als Reaktion auf Ihre Arbeiten am Acker – sinnvoll nutzen. Es sind nämlich die Vitamine, Vitalstoffe und Mineralien in den Unkräutern, die den Boden mikrobiell wiederbeleben – verjüngen. Das Startferment, hergestellt auf einer Lebensmitteltauglichen Anlage, hat eine stabil hohe Qualität und ist eine Entwicklung aus der langjährigen Erfahrung der EM-Herstellung heraus. Mehrfach eigenvermehrte EMa können diese Qualität nicht ersetzen!

Wollen Sie „mit dem Schinken nach der Wurst werfen“? Wer aus Sparsamkeit beim Ansetzen auf das Starterferment verzichtet, um etwas billigeres zu verwenden, kann noch mehr sparen: tanken Sie den Traktor nicht! Keine andere Maßnahme im Ackerbau spart soviel ein!

Wenn Sie mit Bodenverjünger-Startferment den eigenen Ansatz mit der betriebstypischen Flora herstellen, werden Schwankungen in der Zusammensetzung der mitfermentierten Pflanzen stabil ausgeglichen. Das ist die Basis der Wirkung und Sicherheit für Ihre Erträge! Diese Wirkung mit Reserve wird aktuell 2020 durch die immer wieder aufgetretenen Spätfröste massiv gefordert. –

Viel Erfolg in der Frühjahrssaison 2020 wünscht Ihnen trotz aller widriger Umstände

Dietmar Näser

Sandilit-Diabassand-Em-Chiemgau

Silikat Mangel im Boden? Diabas-Sand ist die natürliche Lösung

Ein ausgeglichener Silikatgehalt im Boden fördert die Standfestigkeit der Pflanzen und mindert Schadpilze in der Kultur. Besonders leicht lässt sich ein Silikat Mangel mit Diabas-Sand (0/2) (=Sandilit) ausgleichen. Zusätzlicher Nutzen für den Boden: Verwittert der Sand lässt er Tonminerale entstehen und verbessert die Bodenfruchtbarkeit.

Silikat ein längst vergessener Nährstoff ?

In der westlichen Agrarwissenschaft fand Silikat (SiO2) lange keine Beachtung, während in den ehemaligen Ostblockstaaten Silikat als ein Hauptnährstoff gehandhabt wurde.

Aus unserer Erfahrung können wir viele positive Entwicklungen durch den Einsatz von Sandilit, und damit den Ausgleich des Silikat Depots im Boden, bestätigen:

  • Im Grünland wird der Kleebesatz und die hochwertigen Futtergräser gefördert
  • Pflanzen haben eine höhere Standfestigkeit und gehen nicht so leicht ins Lager
  • Pilzbefall tritt seltener auf
  • Winterackerfrüchte starten besser ins Frühjahr
  • Regenwürmer vermehren sich
  • Verbesserung der Bodengare

Was ist Sandilit?

Sandilit ist auch bekannt unter den Namen Diabas-Sand. Vielen ist Urgesteinsmehl (RoPro-Lit oder Bio-Lit) ein Begriff. Sandilit besteht aus genau dem gleichen Material, nämlich Diabas-Gestein, allerdings nicht auf Körnung gemahlen. Unser Diabas-Sand zeichnet sich durch einen Silikat-Gehalt von über 50% aus.

Bodengeschichtlicher Hintergrund

Viele der fruchtbarsten Böden weltweit sind durch Sedimente aus Winderosion entstanden. Dabei hat der Wind über viele Millionen Jahre Gestein und Bodenmaterial fein abgetragen und in Senken abgelegt. Beispiele für solche Sediment-Böden sind Gäuböden oder Börden. Mit der Ausbringung des Diabas-Gesteins in der Körnung 0/2 (Sandilit) wird dieser Prozess nachgestellt, allerdings im extremen Zeitraffer.

Wie verhält sich Diabas-Sand im Boden?

Sandilit ist nicht wasserlöslich, sondern wird mikrobiell umgesetzt. Das Material verwittert nur nach und nach. Silikat wird in den Bodenvorrat aufgenommen. Die hochwertigen Alumo-Silikate verwittern zu Tonmineralen und fördern die Bodenfruchtbarkeit.

Wie wird Sandilit ausgebracht?

Diabassand-gelagert-Em-Chiemgau


Wir liefern Sandilit erdfeucht an, deshalb eignet sich die Ausbringung mit dem Schleuderstreuer eher nicht. Ideal sind Großflächen- oder Kalkstreuer. Sandilit in den wachsenden Bestand gestreut, bringt den höchsten Nutzen.
Aufwandmenge 4 Tonnen / ha und Jahr.
Da Sandilit nicht wasserlöslich ist, kann man ihn ohne Abdeckung im Freien lagern.



Produkte mit hohem Silikat- Gehalt finden Sie in unserem Shop:

Auflösung von Bodenverdichtungen im Acker

Wie deutlich der Einsatz des Bodenverjüngers die mikrobiologischen Prozesse im Boden positiv verändert und dies für uns Menschen sichtbar wird, zeigt folgender Praxiseinsatz.

Im Rahmen der EM-Tage fand auch das Symposium regenerative Landwirtschaft bei uns in Högering statt. Dazu konnten wir dankenderweise die benachbarte Ackerfläche für eine Vorführung nutzen.

Bodenlockerung bei Winterweizenfeld

Auf dem Ende Juli geernteten Winterweizenfeld, erfolgte am 29.07.2019 die Tiefenlockerung. Eingesetzt wurde der Bremer Parall Lockerer P6VÜ mit 6 Zinken und hydraulischer Steinsicherung. Als Nachläufer waren eine Rohrstabwalze und zwei Striegel angebaut.

Die Bearbeitungstiefe betrug 30 cm. Auf der Hälfte der Parzelle wurde zur Tiefenlockerung zusätzlich 100 l Bodenverjünger je ha auf zwei Ebenen in einer Tiefe von 30 cm und 15 cm eingebracht.

EM-Chiemgau-Regenerative-Landwirtschaft-Näser-Wenz-Vortex-EM-Tage-Tiefenlockerung

Am Sonntag, 04.08.2019 wurde die gelockerte Fläche begutachtet. Bodenexperte Dietmar Näser stellte mit der Bodensonde und der Spatenprobe nach nur 6 Tagen Wirkzeit des Bodenverjüngers Unterschiede im Boden fest.

EM-Chiemgau-Regenerative-Landwirtschaft-Näser-Wenz-Vortex-EM-Tage-Tiefenlockerung Bodenprobe

Rechts: Boden mit Tiefenlockerung
Links: Boden mit Tiefenlockerung und Bodenverjüngereinsatz. Dieser zeigt eine deutlichere Krümmelstruktur und ist etwas dunkler.

Versickerungstest bei wassergesättigtem Boden

Anschließend erfolgte der Versickerungstest bei schon fast wassergesätigtem Boden (am Vortag ergiebige Regenfälle)

Zwei KG-Rohre mit jeweils 40 cm Durchmesser (ca. 0,1 m² je Rohr) wurde in den Boden gedrückt. Eines in die Fläche mit der Tiefenlockerung und eines in die Fläche mit Tiefenlockerung + Bodenverjünger. Nun wurde Sturzbachmäßig in jedes Rohr 10 l Wasser in ca. 1 Minute eingegossen. Die entspricht 100 l Wasser je m².

EM-Chiemgau-Regenerative-Landwirtschaft-Näser-Wenz-Vortex-EM-Tage-Tiefenlockerung3

Nach ca. 4 Minuten Versickerungszeit stand das Wasser noch:
8,5 cm hoch bei Rohr mit Tiefenlockerung
6,5 cm hoch bei Rohr mit Tiefenlockerung + Bodenverjünger

Ergebnis nach 10:30 Minuten:

EM-Chiemgau-Regenerative-Landwirtschaft-Näser-Wenz-Vortex-EM-Tage-Tiefenlockerung4

Links: Rohr war leer bei Tiefenlockerung + Bodenverjünger
Rechts: Rohr noch fast halbvoll bei Tiefenlockerung

Dieser Versickerungstest zeigt sehr deutlich, wie positiv der Bodenverjünger die mikrobiologischen Prozesse im Boden positiv verändern können.

Zahlreiche Landwirte nutzen mit Erfolg den Bodenverjünger in der Tiefenlockerung, zur Einschälung von Zwischenfrüchten (Flächenrotte) zur Bodenbearbeitung und zur Sähschlitzbehandlung.

KOOPERATION REGENERATIVE LANDWIRTSCHAFT
Wir bedanken uns sehr herzlich bei Gerhard Weishäupl, Franz Brunner, Dietmar Näser und Friedrich Wenz für die  informativen und praxisorientieren Beiträge zur Tiefenlockerung.

Weiterführende Links:

Seminarteilnehmer

Praktikertag für Landwirte

Ca. 40 Landwirte/innen verschiedener Altersgruppen und Betriebsschwerpunkte informierten sich beim Praktikertag im Dezember  bei uns in der Chiemgau Akademie.

Nach der Betriebsführung und Einleitung von Christoph Fischer berichteten vier Landwirte über ihre zukunftsorientierten, nachhaltigen und umweltschonenden Wirtschaftsweisen und Erfahrungen.

Hier in kürze die prägnanten Aussagen der Landwirte

Fichtl-Alois
Alois Fichtl, Brennberg, Landkreis Regensburg, Oberpfalz
18 ha LF Bio-Betrieb mit Mutterkühe und Schweine im Nebenerwerb

  • Weideschlachtung der Rinder
  • EU-zertifiziertes Schlachthaus
  • In 2015 wurde die Landwirtschaft auf Bio umgestellt.
  • Seit 2016 wird CFKE (Chiemgauer Fermentierte Kräuterextrakt) beim Pressen der Silo- und Heuballen mit einer Selbstgebauten Dosieranlage eindosiert.
  • In der Grünlandpflege wird der Grasnarbenbelüfter mit gleichzeitiger EM-Ausbringung eingesetzt.
  • Mit dem Vernebeln von CFKE im Stall wird die Luft im Stall verbessert und ein probiotisches Stallklima erzeugt.
  • Gülle und Mist werden mit EM, Pflanzenkohle und Biolit-Urgesteinsmehl behandelt.

Fichtl-Kuhweide
Ein absolutes Highlight in 2017 war für ihn der Aktionstag bäuerliche Landwirtschaft in Brennberg. Hier beteiligten sich die unterschiedlichsten landwirtschaftlichen Betriebe mit z.B. Betriebsführungen, Kinderprogramm und zahlreichen Gesprächen mit den Besuchern. Dies führt zu Verständnis und Offenheit zwischen Verbraucher und Landwirte.


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Regenerative Landwirtschaft - Bodenbearbeitung - Feldtag

Bodenbearbeitung in der Regenerativen Landwirtschaft

Feldtag „Bodenbearbeitung in der Regenerativen Landwirtschaft“
Bei herrlichem Sommerwetter fand am 24.07.2018 auf dem Biobetrieb Weißhäupl in Haibach ob der Donau (Oberösterreich) der Feldtag „Bodenbearbeitung“ statt.

Weisshäupl_stellt_Betrieb_vor

Unter dem Motto „Nach der Ernte ist vor der Ernte und gute Erträge werden im Herbst gemacht“ wurde von den Referenten die Bodenbearbeitungsmöglichkeiten in der Regenerativen Landwirtschaft vorgestellt. Zu Beginn stellte Gerhard Weißhäupl seinen interessanten landwirtschaftlichen Biobetrieb (Ackerbau und Legehennen) vor.

Dietmar Näser veranschaulichte das System „Regenerative Landwirtschaft“ und anschließend ging es auf das Stoppelfeld wo die Maschinen und deren Arbeitsweise im Einsatz zu sehen war

Tiefenlockerung und Fermenteinspritzung
Der Tiefengrubber von der Firma Kollitsch ist mit 4 Zinken ausgestattet. Zum oberflächigen verschließen der Grubberschlitze ist eine hydraulisch einstellbare Wellscheibe als Nachläufer angebaut.

Von der Fa. Bremer ist ein Tiefengrubber mit 6 Zinken und als Nachläufer eine Stabwalze mit Striegl im Einsatz.
Beide Geräte sind mit einem Dosiergerät zu Einbringung des Bodenverjüngers (ca. 100 l/ha) ausgestattet.

Die Tiefenlockerung soll nur in der Vegetationszeit mit einer Fahrgeschwindigkeit von max. 5 km/h durchgeführt werden. Arbeitstiefen bis zu ca. 45 cm sind je nach Bodenbeschaffenheit empfehlenswert.

Generell gilt: Vor jeder Bodenbearbeitung eine „Bodenansprache“ durchführen. Mit der Bodensonde evtl. Bodenverdichtungen feststellen. Mit dem Spaten einen Quader herausstechen und die Durchwurzelung, Farbe, Farbverläufe, Krümmelstruktur und den Geruch beurteilen. Guter Boden ist krümelig-locker, gut durchwurzelt und stinkt nicht.

Spatenprobe mit Bodenansprache

Anhand des Ergebnisses wird das passenden Bodenbearbeitungsgerät und die notwendige Bearbeitungstiefe festgelegt.

Die tiefe Lockerung erzeugt im Boden zahlreiche feine Haarrisse, auch zwischen den Zinken, Luft und Sauerstoff kommen kurzzeitig in den Boden. Die Pflanzen wurzeln in den Rissen und die Wurzelmasse wird erhöht. Bei Starkregen versickert das Wasser besser und wird in tieferen Bodenschichten gehalten.  Um die Kapillarwirkung zu unterbrechen ist der oberflächige „Verschluss“ der Zinkeschlitze unbedingt notwendig. Somit hält der Boden auch in Trockenzeiten das Wasser relativ lange.

Schon wenige Tage nach der Tiefenlockerung kann eine positive Veränderung des Bodens mit der Spatenprobe festgestellt werden: lockere Krümelstrukturen entstehen, die Bodenfeuchte bleibt erhalten und die Wurzeln der Quecken sterben ab.

Zwischenfruchteinarbeitung und Saatbeetbereitung
Das flache Einarbeiten (schälen) von Stoppeln und Zwischenfrüchten mit der Ackerfräse auf ca. 3 cm unterstützt das Bodenleben, hält das Wasser im Boden und vermischt keine Bodenschichten. Hierzu wird der Bodenverjünger (ca. 100 l/ha) zum positiven Steuern der Flächenrotte eingesetzt.

Stoppeln und Zwischenfrüchte sollen nicht „vergraben“ sondern flach eingearbeitet werden.

Ca. 10-14 Tage nach der Schälung kann die Tiefenlockerung mit der Einbringung des Bodenverjüngers (ca. 100 l/ha) und der nachfolgenden Saat erledigt werden.

Bei nur geringer Menge einzuarbeitender organischer Masse kann auch das Kombigerät Tiefenlockerung-Ackerfräse eingesetzt werden. Hierzu wird erfahrungsgemäß auf 5-7 cm tief gefräst.

Kombigerät: Tiefenlockerung und Ackerfräse

Nach dem Feldrundgang und dem Kräuter sammeln, führte Sepp Oppenrieder das Ansetzen des Bodenverjüngers vor. Hierzu sind die Komponenten für 1.000 l fertiges Ferment im „Starterpaket“ enthalten.

Ansetzen des Bodenverjüngers mit gesammelten Kräutern

Bis zum Schluss der Veranstaltung waren die zahlreichen Fragen der Teilnehmer von den Referenten alle beantwortet.

Fazit mit dieser Art (Schälen, Tiefenlockerung und Fermenteinbringung) der Bodenbearbeitung wird:

  • das Bodenleben unterstützt
  • die Bodendurchwurzelung gefördert
  • der Wildkrautdruck reduziert
  • der Humusaufbau gefördert
  • das Wasserhaltvermögen und -versickerung gesteigert

Dürreperioden werden von den Pflanzen besser überwunden und sind resistenter vor Krankheiten. Letztlich wird auf Chemie verzichtet, was der Natur und uns Menschen zu Gute kommt.

Detaillierte Infos, Technische Daten, usw. zu den eingesetzten Maschinen findet Ihr im Internet:
www.Ackerfräse.at
www.kollitsch-gmbh.co
www.bremer-maschinenbau.de

Noch ein paar Interessante Tipps von den Fachleuten zu Saat und Düngung:
Saat von Wintergetreide mit verminderter Saatstärke (ca. 90 kg/ha) zusätzlich mit einer abfrierenden Zwischenfrucht. Den Bestand am Ende der Vegetation auf ca. 10 – 12 cm Höhe mähen/mulchen. Das am Boden liegende Grüngut und die abfrierende Zwischenfrucht bildet eine Mulchschicht, dient den Regenwürmer als Futter und hält die Bodenfeuchtigkeit. Das Wintergetreide bestockt im Frühjahr sehr kräftig. Zusätzlich kann zu Vegetationsbeginn noch eine Untersaat ausgebracht werden.

Dietmar Näser: „Wir füttern nicht die Pflanzen, sondern wir ernähren und unterstützen das Bodenleben“.

Organische Dünger (Gülle, Mist, Kompost, Gärrest, usw.) nur auf wachsende grüne Bestände ausbringen und nicht vergraben.

Dem Standort angepasste weite Fruchtfolgen sollten für jeden Ackerbauern eine Selbstverständlichkeit sein.

Rückblick Ackerbauseminar mit Christoph Felgentreu

Christoph Felgentreu von der Deutschen Saatenveredelung war zum ersten Mal in der Chiemgau Akademie als Referent zu Gast. Dieser Blogbeitrag soll nur einen kleinen Überblick geben, in welcher Richtung Ackerbau in diesem Seminar beleuchtet wurde. Es war ein Tag, vollgepackt mit altem und neuen Wissen über Bodengesundheit und Pflanzenentwicklung. Der Referent gab viele Denkanstöße und konnte auch Antworten auf Fragen geben, die viele schon lange mit sich herumtragen. Wie viele Teilnehmer mir auch bestätigt haben, ein rundum gelungenes Seminar, vielen Dank Herr Felgentreu.

Für diejenigen die nicht teilnehmen konnten, möchte ich an dieser Stelle einige Punkte herausgreifen und vorstellen.

Im Zentrum der Bemühungen von Herrn Felgentreu steht der Humus und die Bodenbiologie. Hauptziel der zwischenfrucht- oder Untersaatmischungen von der DSV ist die Mehrung dieser Parameter.

Felgentreu mag Humus nicht als Stoff ansehen, sondern eher als Zustand. Für ihn liegt die unterste Grenze für organische Substanz im Boden bei 5%, andere geben sich erst mit 7% zufrieden. Warum? Weil ab einem Gehalt von 5-7% die Bodendynamik so effektiv abläuft, dass nicht mehr gedüngt werden muss. Bei 5% sind ca. 200 kg N/ ha aus der Bodendynamik pflanzenverfügbar.

Zwischenfrüchte sind ein wichtiger Bestandteil der Fruchtfolge zum Schutz und zur Regeneration der biologischen Vielfalt im Boden und für den Humus. So leidet bedeckter Boden in den heißen Sommermonaten keinen Hitzestress, bei dem die CO2 Ausgasung steigt, was wiederum Humus abbaut. Die DSV hat hier passende Mischungen für jeden Bedarf entwickelt. Jeder interessierte kann sich dort ausführlich beraten lassen.

Oft wird diskutiert, ob ZF-Anbau auf Trockenstandorten Sinn macht. Auch hier hatte Felgentreu Zahlen zur Hand, die belegen, dass geeignete Kulturen in der ZF den Wasserverlust um bis zu 30% vermindern. Senf liegt hier gleichauf mit der Schwarzbrache. Übrigens auch was die Bodenerwärmung und Mykorrizierung angeht hat Senf keinen Mehrwert gegenüber der Schwarzbrache.

Ein wichtiger Parameter für die Humusbildung aus Organik ist das C:N Verhältnis. Das ideale Verhältnis liegt bei 24:1. Altes Luzerne - Heu kommt dem ganzen schon sehr Nahe mit 25:1. Rottemist liegt bei 20:1. W-Stroh dagegen hat ein sehr weites Verhältnis 90:1.

Und dann ist immer noch die Frage, wo kommen C und N her um diese Mengen an Humus die wir benötigen aufzubauen?

Früher war der Boden die Stickstoff- und Kohlenstoffsenke. Die Quelle war die Atmosphäre. Nun hat sich das Bild um 180 Grad gedreht. Die Quelle für N und C ist der Boden und die Atmosphäre nimmt auf, was der Boden abgibt.

Kohlenstoff wird aus der Atmosphäre über Photosynthese in Zucker umgewandelt und dann im Boden gespeichert. Die höchste Photosyntheserate und wachstumsreichste Zeit ist bei uns Juli und August. Dann haben wir die höchste Sonneneinstrahlung und den höchsten Niederschlag. Aber keine Pflanzen auf dem Acker! Zwischenfrüchte oder Untersaaten können hier einen großen Unterschied machen!

Stickstoff wird von Knöllchenbakterien der Pflanze gesammelt, auch die Bodenbakterien, sofern sie vorhanden sind sammeln bis zu 50 kg N je ha.

Aber viel ausschlaggebender ist, wie wir unsere Stickstoffquellen behandeln. Beispiel Gründüngung: Durch die Milieusteuerung mit EM-aktiv, bei der flachen Einarbeitung der Grünmasse, werden reduktive Prozesse angeregt, N liegt in nicht-flüchtigen Formen vor und kann ins Bodengefüge eingebaut werden. So werden N-Verluste stark minimiert und das Nährstoffpotential aus der ZF kann ausgeschöpft werden

Auch die Stickstoffversorgung aus Wirtschaftsdüngern muss überdacht werden. Unbehandelte Gülle schadet und es werden nur ca. 20% des N-Gehaltes aus der Gülle genutzt. Wird Gülle behandelt, wie im Rosenheimer Projekt mit EM-aktiv, Pflanzenkohle und Urgesteinsmehl, wird die N-Nutzung erhöht und Humusbildende Prozesse angeregt.

Dieses Thema ist so umfangreich, dass sich nicht viele daran wagen, hier wirklich einen Überblick zu schaffen. Daher sind wir umso glücklicher, solche Experten unter uns zu wissen. Wir freuen uns auf einen weiteren Besuch, Herr Felgentreu.

Wer nicht solange warten möchte. Am 17. März findet bei uns im Haus ein Bodenseminar mit Dietmar Näser mit dem Schwerpunkt Grünland statt.

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