Kategorie: Weide

Sandilit-Diabassand-Em-Chiemgau

Silikat Mangel im Boden? Diabas-Sand ist die natürliche Lösung

Ein ausgeglichener Silikatgehalt im Boden fördert die Standfestigkeit der Pflanzen und mindert Schadpilze in der Kultur. Besonders leicht lässt sich ein Silikat Mangel mit Diabas-Sand (0/2) (=Sandilit) ausgleichen. Zusätzlicher Nutzen für den Boden: Verwittert der Sand lässt er Tonminerale entstehen und verbessert die Bodenfruchtbarkeit.

Silikat ein längst vergessener Nährstoff ?

In der westlichen Agrarwissenschaft fand Silikat (SiO2) lange keine Beachtung, während in den ehemaligen Ostblockstaaten Silikat als ein Hauptnährstoff gehandhabt wurde.

Aus unserer Erfahrung können wir viele positive Entwicklungen durch den Einsatz von Sandilit, und damit den Ausgleich des Silikat Depots im Boden, bestätigen:

  • Im Grünland wird der Kleebesatz und die hochwertigen Futtergräser gefördert
  • Pflanzen haben eine höhere Standfestigkeit und gehen nicht so leicht ins Lager
  • Pilzbefall tritt seltener auf
  • Winterackerfrüchte starten besser ins Frühjahr
  • Regenwürmer vermehren sich
  • Verbesserung der Bodengare

Was ist Sandilit?

Sandilit ist auch bekannt unter den Namen Diabas-Sand. Vielen ist Urgesteinsmehl (RoPro-Lit oder Bio-Lit) ein Begriff. Sandilit besteht aus genau dem gleichen Material, nämlich Diabas-Gestein, allerdings nicht auf Körnung gemahlen. Unser Diabas-Sand zeichnet sich durch einen Silikat-Gehalt von über 50% aus.

Bodengeschichtlicher Hintergrund

Viele der fruchtbarsten Böden weltweit sind durch Sedimente aus Winderosion entstanden. Dabei hat der Wind über viele Millionen Jahre Gestein und Bodenmaterial fein abgetragen und in Senken abgelegt. Beispiele für solche Sediment-Böden sind Gäuböden oder Börden. Mit der Ausbringung des Diabas-Gesteins in der Körnung 0/2 (Sandilit) wird dieser Prozess nachgestellt, allerdings im extremen Zeitraffer.

Wie verhält sich Diabas-Sand im Boden?

Sandilit ist nicht wasserlöslich, sondern wird mikrobiell umgesetzt. Das Material verwittert nur nach und nach. Silikat wird in den Bodenvorrat aufgenommen. Die hochwertigen Alumo-Silikate verwittern zu Tonmineralen und fördern die Bodenfruchtbarkeit.

Wie wird Sandilit ausgebracht?

Diabassand-gelagert-Em-Chiemgau


Wir liefern Sandilit erdfeucht an, deshalb eignet sich die Ausbringung mit dem Schleuderstreuer eher nicht. Ideal sind Großflächen- oder Kalkstreuer. Sandilit in den wachsenden Bestand gestreut, bringt den höchsten Nutzen.
Aufwandmenge 4 Tonnen / ha und Jahr.
Da Sandilit nicht wasserlöslich ist, kann man ihn ohne Abdeckung im Freien lagern.



Produkte mit hohem Silikat- Gehalt finden Sie in unserem Shop:

Erfahrungsaustausch Tiergesundheit

“Wir Bauern nehmen unsere Zukunft
selbst in die Hand”

Probiotik statt Antibiotik –
gesunde Tiere

Unsere Landwirtschaft
effektiv und klimafit machen

Am Donnerstag Abend gings endlich weiter mit unserer Vortragsreihe "Wir Bauern nehmen unsere Zukunft selbst in die Hand". Rund 60 Besucher, Frauen und Männer, bio und konventionell, hörten sich die kurzweiligen und offenen Berichte der Referenten an. Und zum Schluss gab es noch einige Fragen ans Podium, aber vor allem einen regen Informationsaustausch.

Christoph Fischer begrüßte die Landwirte und Landwirtinnen und zeigte allgemein gültige Wirkmechanismen der Mikrobiologie auf. Mittlerweile hat die Wissenschaft auch in vielen Bereichen diese Mechanismen bestätigt. EMler arbeiten danach schon seit 30 Jahren.
Das Mikrobiom des Menschen ist in aller Munde. Das Mikrobiom der Kuh, der Sau, der Pflanze oder des Bodens wird nur wenig Beachtung geschenkt. Dabei spielt es auch hier eine erhebliche Rolle in der Gesundheit.

Des weiteren erinnerte er an schon immer geltende Naturgesetze: Die Natur sucht immer das stabilste System. Arbeitet man mit den natürlichen Gegebenheiten, braucht es nur einen kleinen Impuls von Aussen und Gesundheit und ertragreiches Wirtschaften ist möglich. Arbeitet man an der Natur vorbei, kann noch so viel Energie aufgewandt werden, das künstliche System kippt irgendwann und dreht sich dann sogar wieder zurück.

Das Ziel im Rosenheimer Projekt ist der funktionierende Kreislauf auf dem Betrieb

Mit EM, Gesteinsmehl und Pflanzenkohle geben wir dem natürlichen Zusammenspiel von Mikrobiologie, Pflanzen, Tieren und nicht zuletzt dem Menschen kleine Impulse wieder zurück zu ihrer natürlichen Ordnung. Der Effekt ist oft nicht sofort sichtbar, aber sobald sich die Brücken zusammenfügen, ensteht ein neues stabiles Miteinander.

Es reicht nicht nur die bisherigen Mittel auf dem Betrieb auszutauschen. Man muss sich in das andere (naturnahe) System auch reindenken und reinfühlen. Das braucht Zeit und Gleichgesinnte mit denen man sich austauschen kann.

Christoph Fischer

Das Fazit der Praktiker war auch, dass EM bestimmt nicht ein Allheilmittel ist. Will man einen Milchviehbetrieb mit 11.000 Liter Stalldurchschnitt und 3 GV/ ha weiterhin so betreiben wird der alleinige Einsatz von EM nicht die Tierarztkosten senken oder die Langlebigkeit der Tiere erhöhen. Aber die kleinen Stellschrauben an denen man mit EM ansetzen kann, bewirken eine Erleichterung im betrieblichen Alltag. Somit ist ein schrittweises Umdenken möglich und eine nachhaltige, individuelle Lösung für den Betrieb entsteht.

Der Emplhof: Gerlinde und Helmut Gröbner
Trostberg Lkr. TS, Bio-Betrieb, Milchvieh, Grünland, Kurzrasenweide

Auf dem Biobetrieb bewirtschaften sie 50 ha plus 9 ha Wald. 55 Milchkühe mit 20 Stück Nachzucht werden auf Kurzrasenweide gehalten. Sie betreiben Blockabkalbung und seit einem Jahr melkt der Melkroboter.

2005 haben sie einen EM-Vortrag von Christoph gehört und daraufhin gleich auch angefangen die Gülle zu behandeln. Mittlerweile wird EM im Stall vernebelt, dadurch wird die Gülle schon in den Güllekanälen behandelt. Zusätzlich wurden Güllestäbe im Güllekanal eingehängt, um Hemmstoffe in der Gülle zu neutralisieren. Es gibt keine Schwimmschichten mehr, damit auch keine Brutstätten für Fliegen. Und auch mit Nagerplagen wurde es leichter.

Gülle ist das wichtigste auf unserem Betrieb. Die konsequente Aufbereitung ist entscheidend. Denn alles, was man mit der Gülle rausfährt, fährt man mit dem Futter wieder heim.

Helmut Gröbner, Bio-Landwirt

2006 hat Helmut 20 ha Acker eingesät und mit dem Dauergrünland den Ackerstatus aufgegeben. Auf dem Grünland wird ca. 10m3 Gülle je ha und Schnitt ausgebracht. Das wirkt einem Kaliüberschuss im Grundfutter entgegen und führt zu einem ausgeglichenen Mineralhaushalt bei den Kühen. Außerdem muss er gut mit seiner Gülle haushalten, dass für den Acker auch noch was übrig bleibt.

Bio-Weide ohne Ampferplage

Die Grasnarbe ist dicht, auch auf der Weide, der Kleebestand is auch ok. Ampferprobleme hat er keine. Der Tiefwurzler Ampfer löst Verdichtungen und wächst auf Nährstoffdepots in tieferen Schichten. Wenn ich moderate Güllemengen ausbringe bei schönem Wetter, bleiben die Nährstoffe oben beim Gras und werden nicht in tiefere Schichten ausgebracht.

Stabiles Silo auch bei geringem Vorschub

Ihre Fahrsilos sind 9m breit und 2m hoch. Im Sommer ist der Vorschub bei 55 Kühen unter einem Meter und trotzdem bleibt die Silage stabil dank CFKE.

Fütterungsumstellung

Sie füttern kein Eiweiß-Kraftfutter. Der Harnstoff ist im Sommer recht hoch, im Winter bekommt der Stoffwechsel der Kühe eine Pause und der Harnstoff fällt auf unter 20 mg . Seither haben sie keine Schwergeburten mehr. 80% der Kühe gebären alleine, bei den anderen ist es meistens eher Zufall, wenn man dabei ist. Die Kälber sind fit und haben kein Trauma von der Geburt. Im Milchtaxi bekommen sie dann angesäuerte Milch mit effektiven Mikroorganismen drin. Kälberkrankheiten treten zwar auch manchmal auf, aber das bekommen sie selber mit Homöopathie wieder in den Griff.

Den eigenen Weg finden

Helmut hat mehrmals betont, dass er niemanden bekehren möchte. Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Bei ihm hat das wohl 10 Jahre gedauert. Gerlinde betonte auch, dass es ihnen geholfen hat, dass sie zu zweit diesen Weg gegangen sind. Sie haben sich beide immer wieder fortgebildet und konnten sich austauschen. Das bestärkt ungemein, und anders hätten sie die anfängliche manchmal holprige Zeit nicht so gut überstanden.

Urlaub auf dem Bauernhof mit EM

Auf den Emplhof kommen Kindergruppen, vorwiegend aus München. Kindergärten, Schulklassen ... verbringen eine Woche oder 3 Tage auf dem Hof, um einmal einen Einblick in die Landwirtschaft zu bekommen. Die gesamte Reinigung im Übernachtungsbereich wird mit EM gemacht. Es ist nicht giftig, schützt die Obeflächen und geht zack zack. Sogar Sonnencreme von den Fensterscheiben geht leicht ab. Mittwochs, wenn 30 Kinder abreisen und 30 Kinder ankommen, geht es auf dem Emplhof hoch her. 60 Kinder mit Betreuer essen zusammen und zwischenzeitlich werden die Zimmer geputzt und für die neuen Gäste hergerichtet.

Mit dem Putzwasser werden dann die Geranien am Balkon gegossen und die Rosen gepflegt, die es mit starker Blühfreude danken.

Seit sie alles mit EM Putzen funktioniert die Pflanzenkläranlage auch einwandfrei.

Markus Haunolder, St. Wolfgang Lkr. Erding, Bio-Landwirt,
Milchvieh, Grünland und Acker

Angefangen hat Markus, nach einem Vortrag von Georg Abermann mit Gesteinsmehl einstreuen auf die Liegeboxen und die Laufgänge. Er hat keine Spalten sondern alles mit Schiebern, die die Gülle in eine Vorgrube schieben. Der Effekt war recht schnell erkennbar. Es gab kaum noch Schwimmschichten und das Aufrühren braucht bei weitem nicht mehr so viel Energie.

Er hat sich mittlerweile eine separate Güllegrube gebaut ohne Zulauf, wo die Gülle Zeit hat zum Reifen. Das würde er jedem empfehlen der über bauliche Maßnahmen nachdenkt.

Als nächstes hat er CFKE mit in der Silage eingesetzt. CFKE holt er fertig in Högering. Da hat er immer frische einwandfreie Ware. Die Silage ist durch das CFKE schon sehr gut geworden, aber seit er die Gülle aufbereitet, mittlerweile auch mit Pflanzenkohle merkt er auch, dass die Futterqualität sich immer weiter verbessert hat. Dann noch die Silierung mit CFKE und jetzt ist die Silage so stabil, die wird nicht mehr warm oder grau. Da fehlt sich nix mehr.

Oberstes Ziel ist die Langlebigkeit der Kühe. Letztes Jahr hatten sie ihre erste 100.000 Liter Kuh mit 14 Kälbern. Wir haben 60 Kühe im Stall. 25 davon haben mehr als 5 Kälber. Das ist mehr wert wie die Höchstleistung.

Markus Haunolder, Bio-Landwirt

Proteinreduzierte Fütterung für niedrige Harnstoffwerte

Das Seminar mit Dr. Schmack in der Chiemgau Akademie hat Eindruck bei Markus hinterlassen. Einige Wochen später hat er Dr. Schmack auch zu sich auf den Hof eingeladen. Das war sehr lehrreich und das kann er jedem Milchviehhalter nur ans Herz legen. Man lernt dadurch sehr viel über seine Tiere.

Der Eiweißgehalt in der Futterration wurde seither drastisch gesenkt und die Verdauung mit Naturavit Lebendhefe unterstützt. Die Tiergesundheit, Klauengesundheit, das Abkalbeverhalten und die Aufnahme sind seither gut.

Die Sache mit dem Harnstoff ist gut nachvollziehbar, wenn man es mit dem richtigen Blick beobachtet. Geht der Harnstoffwert hoch, gehen 4 Wochen später auch die Zellzahlen hoch.

Mein Mist ist eine Düngegranate

Tiergesundheit-Vortrag-Einstreu-Kompost-EM-Chiemgau

Der Mist wird im Stall schon mit EM, Pflanzenkohle und RoPro-Lit versetzt und wird nach dem Ausmisten auf einer Miete abgelegt und verdichtet, wo er weiter fermentiert.

Abschluss-Runde

Die Referenten wurden zum Schluss noch zu praktischen Lösungen befragt und sie gaben mit einer erfrischenden Offenheit Auskunft zu allen Themen. Auch klassische EM-Anwendungsfrage wie "Wie viel kommt jetzt in die Kälbertränke" wurden in der Runde beantwortet.

Der Ausklang dauerte auch diesmal bis weit nach Mitternacht. Es gibt einfach viel zu besprechen, wenn Gleichgesinnte zusammenkommen.

Futtertisch-Kuhstall

Die Futterqualität ist die Basis für eine erfolgreiche Tierhaltung

Sophia Kremser hat im Rahmen ihres landwirtschaftlichen Studiums ein Praktikum bei EM-Chiemgau abolviert und dabei eine Umfrage durchgeführt. Dabei untersuchte sie die Auswirkungen des "Rosenheimer Projekts" auf landwirtschaftliche Betriebe.

Im Rahmen meiner Umfrage stellte sich heraus, dass viele Landwirte auf der Weide ein verbessertes Fressverhalten der Tiere nach der Ausbringung der aufbereiteten Gülle beobachten konnten. Dieser Effekt ist auch im Stall bei der Grünfütterung und der Silagequalität bemerkbar.

Gülleaufbereitung vermindert nicht nur die Stickstoffverluste über die Ammoniak Ausgasung und damit den Güllegeruch, sondern wirkt sich auch positiv auf den Boden (s. Blog Teil 1) und die Futterqualität aus.

Ziel war es die Betriebe nach ihren Erfahrungen über die Aufbereitung der Gülle zu Befragen und aufzuzeigen ob und wie sich ein Nutzen bzw. Mehrfachnutzen in den Betrieben über die Jahre zeigt. Betriebe die eine größere betriebliche Veränderung im Laufe der Jahre der Anwendung vorgenommen haben, wurden aus den Bewertungen ausgeschlossen.

Verbesserung-des-Tierwohls
Abbildung 1, auswirkung der gülleaufbereitung auf die allgemeine Tiergesundheit, wobei 50% der Betriebe die aktivierte pflanzenkohle und das Steinmehl bereits im Stall anwenden. (n = Ø 15 Betriebe bei drei Parameter)

Einige Betriebe stellten zusätzlich zu der allgemeinen Gülleaufwertung, auch eine Verbesserung bei der Tiergesundheit und -leistung fest (s. Abbildung 1), dies liegt daran, dass die Erregerkette durch die Aufbereitung der Gülle unterbrochen wird. Eine Übertragung und Vermehrung von pathogenen Keimen über die ausgebrachte Gülle, bis zum eingefahrenen Futter, wird verhindert.

Das reicht von reduzierten Tierarztkosten, bis über eine höhere Remontierungsrate und Steigerung des allgemeinem Tierwohls. Vereinzelte Betriebe die die Komponenten zur Gülleaufbereitung bereits im Stall als Einstreu und auf den Spaltenböden verwenden berichten auch über weniger Klauen- und Mastitisproblemen.

Rosenheimer Projekt-Tiergesundheitsparameter-EM-Chiemgau
Abbildung2, Tiergesundheitsparameter in Bezug auf die Gülleaufbereitung und zusätzlicher Anwendung von CFKE als Siliemittel u./o. Karbofit Futterkohle

In der Abbildung 2 zeigt sich auch, dass es Verbesserungen in der Tiergesundheit, -fruchtbarkeit und -leistung gibt und Betriebe die zusätzlich zur Silageaufbereitung CFKE (Chiemgauer Fermentierter Kräuterextrakt) und/oder Karbofit (Futterkohle) verwenden, tendenziell über bessere Tiergesundheit und -leistung berichten.

Landwirte die das Verfahren seit etwa 3 Jahren anwenden, sehen vermehrt Erfolge in der Boden-, Futterqualität und auch in der Tierleistung. Die Intensität der Auswirkungen unterscheidet sich von Betrieb zu Betrieb. Doch im Gesamten gab es nur positive Rückmeldungen!

Trotzdem ist die Gülle nur ein einzelner Faktor, der einen Einfluss bewirkt. Tiergerechte Aufstallung, optimale Futtererntezeitpunkte, -technisierung und -lagerung, wie auch die Fütterungsintensität sind entscheidend.

Ein Betrieb mit größeren Tierhaltungsfehler, wie zum Beispiel bei Überbelegung im Stall, wird nur schwerlich Verbesserungen feststellen. Aus den vielen Telefongesprächen und ausgewerteten Daten, hat sich für mich bestätigt, dass die Gülle ein häufig unterschätzter Faktor im Betriebskreislauf darstellt und durch eine Veredelung über die Aufbereitung, auch der gesamte Wirtschaftskreislauf vom Boden, über Futter bis hin zum Tier profitieren kann.

Ich möchte mich bei allen Landwirten/-innen für die Zeit, die schönen Gespräche und die Möglichkeit einen Einblick in die vielfältigsten Betriebe und Betriebsgeschichten zu bekommen herzlich bedanken!

Schöner Gruß,
Sophia Kremser

Grünlandfeldtage “Grünlandregeneration und Pfluglose Erneuerung des Bestands”

Am 16. und 17.08.2018 fanden bei hochsommerlichen Temperaturen die Grünlandfeldtage mit Dietmar Näser in Kochel und Grassau statt.

Die beiden Landwirte Helmut Bach, Kochel am See und Jakob Sichler, Grassau stellten jeweils für einen Nachmittag Grünlandflächen zur Verfügung.

Zu Beginn stellte der jeweilige Betriebsleiter seinen ldw. Betrieb kurz vor.
Dietmar Näser veranschaulichte anhand von Plakaten das System „Regenerative Landwirtschaft“. Aufbauende Mikrobiologie im Boden ist notwendig, um gesunde und ertragreiche Pflanzen zu ernten. Boden bilden Pflanzen – Pflanzen bilden Boden. Sie sind ein einheitliches, lebendes System.

  

Generell gilt: Vor jeder Bodenbearbeitung eine „Bodenansprache“ durchführen. Mit der Bodensonde evtl. Bodenverdichtungen feststellen. Mit dem Spaten einen Quader herausstechen und die Durchwurzelung, Farbe, Farbverläufe, Krümelstruktur und den Geruch beurteilen. Guter Boden ist rundkrümelig-locker, gut durchwurzelt und stinkt nicht.

Zusätzlich wurde ein Bodenprofil (ca. 50 cm Tiefe) gegraben. Hier wurde deutlich sichtbar, das auf dieser Fläche seit einigen Jahren der Grasnarbenbelüfter (ca. 15 cm Arbeitstiefe) erfolgreich eingesetzt wurde. In den obersten ca. 15 cm war das Bodengefüge gut. Allerdings in den tieferen Schichten waren nur vereinzelt Regenwurmgänge vorhanden und es zeigte sich eine Bodenverdichtung. Trockenheitsbedingter Ertragsrückgang ist dieses Jahr die Folge.

Auf dem Grünland ist neben der Bodenansprache zusätzlich noch die Pflanzenbeurteilung ein wichtiger Bestandteil. Ein wertvoller Futterbestand setzt sich zusammen aus Gräsern, Kräutern und Leguminosen.

Treten sog. Zeigerpflanzen auf, so können bereits Rückschlüsse auf die Bodenbeschaffenheit geschlossen werden. So deuten Ampfer und Löwenzahn auf Bodenverdichtungen hin und Nährstoffverlagerung in tieferen Bodenschichten. Mit ihren starken und langen Pfahlwurzeln lockern sie den Boden und holen sich die Nährstoffe aus der Tiefe. Werden die Pfahlwurzeln vorsichtig ausgegraben haben sie oftmals einen Knick oder eine starke Krümmung. Dies ist meist genau in der Tiefe, wo die Bodenverdichtung vorliegt.

Werden die Bodenverdichtungen aufgelöst und die Düngung auf EM-behandelte Wirtschaftsdünger umgestellt, verschwinden diese Pflanzen aus der Wiese - das ist „Pflanzenschutz“ in seiner natürlichsten Weise. Im Grünland sind Nährstoffe in Tiefen von mehr als 10-15 cm für die wertvollen Futterpflanzen verloren. Wird Pflanzenkohle in Kombination mit EM in Gülle, Mist und Kompost eingesetzt werden die Nährstoffe in den Kohleteilchen gepuffert und in den oberen Bodenschichten gehalten. Es erfolgt keine Auswaschung in tiefere Bodenschichten.

Unterbodenlockerung
Ist die Tiefe der Bodenverdichtung ermittelt, kann der Unterbodenlockerer für die passende Arbeitstiefe eingestellt werden. Hierzu gibt es von der Fa. Kollitsch einen praxiserprobten Tiefenlockerer bis 60 cm Arbeitstiefe. Bei einer max. Fahrgeschwindigkeit von 5 km/h, lockert er den Boden optimal. Das Gerät hat eine Arbeitsbreite von 3 m und ist ausgestattet mit 4 stabilen Lockerungsscharen mit jeweils einem Scheibensech voraus. Der Kraftbedarf liegt bei 100 -130 PS. Das vorlaufende Scheibensech schneidet den Boden, die Grasnarbe und evtl. Ernterückstände vor um ihn mit dem Lockerungsschar optimal zu Öffnen und Brechen. Die Tiefenlockerung wirkt nach unten, nach rechts und links - durch die natürlichen Prozesse des Reißens wird der Boden auch zwischen den Lockerungsscharen und nach unten gelockert. Zum sofortigen verschließen der Lockerungsschlitze können auf Wunsch verschiedene Nachlaufgeräte (z.B. Wellscheibe, Fräse, Kreiselegge) angebaut werden.

Zusätzlich zur Tiefenlockerung wird der Bodenverjünger direkt in die Schlitze am unteren Ende des Lockerungschares eingesprüht. Durch das tiefe Lockern kommt kurzzeitig Sauerstoff und Luft in den Boden, der zusammen mit dem Bodenverjünger das mikrobiologische Bodenleben unterstützt. Nach dem Lockern muß der Schlitz wieder verschlossen werden, um den Gasaustritt aus dem Boden zu verhindern.

Die Tiefenlockerung sollte nur in der Vegetationszeit durchgeführt werden, wenn die Bodenmikroben ihre „Arbeitstemperatur“ haben.
Zur Lockerung von sehr hartnäckigen und stark- oder mehrschichtigen Bodenverdichtungen sind evtl. mehrere Lockerungsgänge auf Jahre verteilt notwendig.

Fräsen – Flächenrotte - Neueinsaat
Ist die Grasnarbe sehr lückig, d.h. mehr als 50% der Fläche unbewachsen ist, empfiehlt sich eine pfluglose Grünlanderneuerung. Hierzu wird mit der speziellen Ackerfräse auf ca. 3 cm Tiefe die Grasnarbe zerkleinert und zur Flächenrotte gebracht.

Hierzu wird mit einem Dosiergerät auf der Fräse der Bodenverjünger mit eingearbeitet. Je nach Menge der eingearbeiteten organischen Masse (Grasnarbe, evtl. Aufwuchs) kann nach ca. 2-12 Tagen nach nochmaligen Fräsen eine dem Standort angepasste Grünlandmischung gesät werden. Vor der ersten Fräsung empfiehlt es sich, die Tiefenlockerung mit Bodenverjünger-Einbringung durchzuführen. Der Spätsommer ist ein sehr guter Zeitpunkt zur Grünlanderneuerung.

  

Bodenverjünger
Der Bodenverjünger ist ein neues Produkt, das preislich etwas günstiger als EM-aktiv ist und speziell für die Flächenrotte konzipiert wurde, erläutert Christoph Fischer. Sepp Oppenrieder stellt die Vorgehensweise zum Selbstansetzen des Bodenverjüngers vor.

Vorstellung_Bodenverjünger  

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Familien Bach und Sichler für die Unterstützung.
Weitere Infos und technische Daten der eingesetzten Geräte:

www.Ackerfräse.at

www.kollitsch-gmbh.com

Güllefassl_Sichler

Gülle richtig behandeln – und alle haben was davon…

Wer mich kennt, weiß dass ich eine geheime Leidenschaft für das Thema Gülle hege. Einfach aus dem Grund, weil man aus dem scheinbaren Problemdünger, den man angeblich im Zuge der modernen Landwirtschaft hinnehmen muss, ganz leicht einen hochwertigen organischen Volldünger machen kann. Und zwar so, dass er gut düngt, die Fruchtbarkeit der Böden steigert und dem  Nebeneffekt, dass es nicht mehr stinkt.
Wie die Bauern aus dem Rosenheimer Projekt nur zu gut wissen: Die „gute“ Landluft riecht nicht nach Ammoniak und die geruchsbedingte Ausgangssperre im Frühjahr muss man seinen Nachbarn auch nicht zumuten.

Richtig behandelte Gülle stinkt nicht, sie ätzt nicht und sie liefert Nährstoffe dorthin wo sie gebraucht werden, in die oberen Bodenschichten, wo die Kulturpflanzen wurzeln. Nährstoffe in behandelter Gülle liegen weniger in Form von flüchtigen Gasen vor, es gibt weniger Stickstoffverluste während der Lagerung und der Ausbringung. Somit können Mineraldüngergaben im Ackerbau sukzessive und im Grünland radikal reduziert werden.

Kleewiese

Aber noch mal zurück zum Anfang. Wird die Gülle richtig behandelt und zwar mit EM, Gesteinsmehl und Pflanzenkohle und gewährt man dieser Mischung genug Einwirkzeit (4-8 Wochen wären optimal), verändert sich die Gülle gewinnbringend. Diejenigen, die sich an unsere Empfehlungen halten, sind begeistert von der Konsistenz (Rückmeldungen wie „Die Gülle ist wie Sahne“ oder „...wie Schokomousse“ sind keine Seltenheit) und der Geruch geht gegen Null. Jeder, der schon einmal Gülle ausgefahren hat kennt das: Am Abend riecht man selbst nach einer ausgiebigen Dusche noch manchmal was man den ganzen Tag getan hat. Der Geruch ätzt sich richtig in die Haut. Behandelte Gülle kann leicht mit Wasser abgewaschen werden und der Geruch ist sofort weg.

Güllefahren

Behandelte Gülle ist Mehrwert
Genauso wie sie sich nicht in die Haut „frisst“, werden Blattoberflächen nicht verätzt. Das bedeutet, dass sie in den wachsenden Bestand ausgebracht werden kann. Die Güllegaben haben eine hohe Düngewirkung auch in geringen Ausbringmengen und die Nährstoffe können gleich von der aktiven Wurzel- und Bodenmikrobiologie verbaut werden. Behandelte Gülle wird ausschließlich bei trockenem Wetter ausgebracht. Ihre sämige Konsistenz verhindert, dass sie sich am Blatt „festfrisst“ und die Pflanze beschädigt, vielmehr formt sie Tropfen und perlt vom Blatt ab. Im Grünland dankt das vor allem der Kleebestand, aber auch die hochwertigen Futtergräser mit regem Wachstum. Auch Mais kann solange mit Gülle gedüngt werden, bis das Güllefassl nicht mehr in den Bestand passt.
Zusammengefasst heißt das: Nährstoff-Auswaschungen gehen gegen Null. Düngewirkung und Nutzungsmöglichkeiten der Gülle steigen.

Humus baut sich auf und Bodenfruchtbarkeit wird erhöht.
Hier liegt der eigentliche Mehrwert von behandelter Gülle (auch behandeltes Biogassubstrat möchte ich hier nicht ausnehmen). Wir können die behandelte Gülle effektiv Nutzen, um unsere Böden wieder so aufzubauen, dass sie auch große Wassermengen, wie bei Starkregen, schnell aufnehmen und das Wasser für Trockenperioden speichern können. Jedes Jahr wird der Boden humoser und krümeliger, was die Bodenbearbeitung erleichtert, Diesel spart und den Unkrautdruck langsam vermindert. Die Ertragssicherheit steigt auf lange Sicht.

Mit behandelter Gülle Gewässerschutz leisten
Behandelte Gülle ist zudem DER Lösungsansatz für den Gewässerschutz. Sie könnte auch weiterhin als Dünger genutzt werden, da es bei einem richtigen Gülle-Management, keine Nährstoffeinträge in Ober- und Grundflächenwasser gibt. Und das ohne schwere Gülleausbringtechnik oder großen Investitionsanspruch. Hier bräuchte es auch keine neue Düngeverordnung mit fixen Ideen, wie einer Gülle-Lagerzeit von 9 Monaten. Das Problem bei diesem praxisfernen Lösungsansatz ist nicht nur die Lagerzeit und die Lagerkapazitäten die dafür benötigt werden würden. Das große Problem, das sich mittelfristig zeigen wird, ist die Überforderung der Bodenmikrobiologie mit den immensen Güllegaben in den drei Monaten, die den Bauern noch bleiben, um die Gülleseen abzubauen. Und ohne Bodenmikrobiologie schaut die Zukunft nicht rosig aus eher steppig oder gar wüstig.

 

Wintergülle jetzt behandeln
Jetzt Gülle aufbereiten und während der gesamten Frühjahrsentwicklung davon profitieren! EM-aktiv und Pflanzenkohle kann jetzt schon in die Güllebehälter eingebracht werden. Die frische Gülle kommt direkt in ein stabiles Milieu in der Grube und bleibt so, bis sie im Frühjahr ausgebracht werden muss. Durch die Lagerzeit bis mindestens Mitte Februar bekommt man die beste Effizienz aus der Behandlung. Grundsätzlich gilt. Je länger die Komponenten in der Gülle wirken können umso besser ist der Effekt. Man sollte ein Minimum von zwei Wochen einberechnen, allerdings sind die Effekte nach 6-8 Wochen Lagerzeit weitaus höher.
Ab sofort kann auch Gesteinsmehl eingeblasen werden. Genaue Mengenangaben für die Behandlung finden Sie hier.

Um eine humusmehrende Behandlung der Flächen über das ganze Jahr zu gewährleisten sollte im Juni/ Juli die Behandlung der Gülle wiederholt werden. Wer möchte kann auch EM-aktiv, Gesteinsmehl und Pflanzenkohle bereits im Stall einsetzen. So wird nicht nur die Gülle aufbereitet, sondern auch das Stallklima sehr positiv beeinflusst. Geruchsentwicklung, Fliegen und Krankheitserreger werden immer weniger.

Bei Fragen zur Gülle- Mist- oder Biogassubstrat Aufbereitung können wir gerne telefonieren. Ich bin immer vormittags für Beratungen telefonisch erreichbar.

Herzlichst
Claudia Crawford
Dipl. Ing. agr.

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