Kategorie: Veranstaltungen

Waldtag EM-Chiemgau

Waldtag zum Thema: regenerative Waldbewirtschaftung

Nach langer Zeit des Abstandhaltens war es Mitte Juli endlich wieder Zeit für einen „echten“ Austausch. Der „Waldtag zur regenerativen Waldbewirtschaftung“, bei Maria Thalhammer-Bauer in Kumhausen, Niederbayern wurde von vielen Teilnehmern als willkommene Veranstaltung im Grünen, selbstverständlich unter Einhaltung aller gesetzlichen Maßnahmen, angenommen. Einige interessierte Waldbesitzer und Jäger, aber auch Landwirte und EM-Interessierte fanden sich in Kumhausen ein, um den Referenten Christoph Fischer (EM-Chiemgau) und Dietmar Näser (Grüne Brücke) zuzuhören.

Nach einer kurzen thematischen Einführung in die Welt der regenerativen Wald- und Landwirtschaft begaben sich die Teilnehmer gespannt in das Waldstück von Maria Thalhammer-Bauer. Dort kommen auf ca. 10 ha Nadelwald (überwiegend Fichte und Weißtanne) seit 2017 Effektive Mikroorganismen (EM) zum Einsatz. Die Vernebelung des Bodenverjüngers wurde anschaulich demonstriert und mit großem Interesse verfolgt.

Anwendungstechnik für EMs in der Waldbewirtschaftung

Der Bodenverjünger

Der Bodenverjünger von EM-Chiemgau ist ein speziell auf die Bedürfnisse des Bodenmikrobioms abgestimmter Bodenhilfsstoff. Die nativen Mikroorganismen regen die biologische Vielfalt im Boden an und stabilisieren die Bodenbiologie.

  • Anregung des Bodenlebens
  • Förderung des Humusaufbaus
  • Verbesserung der Wasserspeicherkapazität
  • Vitalisierung der Baumbestände
  • Verbesserte Nährstoffaufnahme durch die Pflanzen

Die praktikabelste Form der Anwendung im Wald ist die Vernebelung. Technisch eignen sich hierfür am besten Einsatzgeräte aus dem Wein- oder Obstbau. Bei Maria Thalhammer-Bauer kommt eine selbst umgebaute Holderspritze mit einem entsprechend angepassten Heugebläse zum Einsatz. Zu Beginn oder auf kleineren Flächen kann auch mit einem Drucksprüher oder einer Rückenspritze gearbeitet werden. Diese Anwendungsformen eignen sich auch, wenn einzelne Bäume gezielt behandelt werden müssen.

Holderspritze mit Umgebautem Gebläse

Holderspritze mit Umgebautem Gebläse

Vernebelung des Bodenverjüngers

Grundsätzlich gilt lieber auf einer kleineren Fläche mit der Anwendung zu beginnen, als aufgrund von technischen Herausforderungen oder einem erschwerten Zugang zum Gelände ganz auf den Einsatz Effektiver Mikroorganismen zu verzichten.

Praktikabilität geht hier vor Gründlichkeit. Vorhandene Rückegassen oder Sturm- und Käferbaumschneisen eignen sich oft zum Befahren mit dem Traktor. So kann tiefer in den Bestand vorgedrungen werden. In Hanglagen können Gebläse sinnvoll zum Einsatz kommen.

Aufwandmengen Bodenverjünger

Die Vernebelung des Bodenverjüngers wurde mit einer Aufwandmenge von ca. 200 l/ha 2-mal im Jahr angewendet. Da aufgrund der Beschaffenheit des Geländes im Wald nur eine sehr geringe Fahrtgeschwindigkeit möglich ist, kann die Aufwandmenge dem Bedarf entsprechend angepasst werden. Es besteht auch die Möglichkeit, den Bodenverjünger 1:1 mit Wasser zu verdünnen. Eine Überdosierung ist im Wald nicht möglich.

Wirkung der Effektiven Mikroorganismen im Wald

Der speziell für die Anregung der Bodenmikrobiologe entwickelte Bodenverjünger wirkt sich positiv auf das Bodenmikrobiom aus. Eine verbesserte Nährstoffaufnahme und -verfügbarkeit für die Pflanzen ist die Folge.

Erkennbar sind diese Prozesse an einer vermehrten Wurzelbildung in der Humusschicht. Ein gesunder Waldboden funktioniert wie ein Schwamm. Im Wald von Maria Thalhammer-Bauer konnten die Teilnehmer bei verschiedenen Bodenansprachen einen Einblick in die Bodenstruktur bekommen. Die 7-8 cm mächtige Humusschicht, in der eine gute Durchwurzelung, insbesondere der Feinwurzeln erkennbar war, sorgt für eine verbesserte Wasserspeicherkapazität des Bodens. Besonders in trockenen Jahren oder längeren Dürreperioden steht der Pflanze mehr Wasser zur Verfügung, was für die flachwurzelnde Fichte ein entscheidender Vorteil sein kann

Bodenansprache

Durchwurzelung in der Humusschicht

Schutz vor dem Borkenkäfer

Der Bestand von Maria Thalhammer wurde nach dem Erwerb 2017 zunächst von den Käferbäumen befreit. Beim Einschlagen wurden jedoch einige befallene Bäume übersehen. Was normalerweise zu einer kreisförmigen Verbreitung des Käfers im Bestand geführt hätte, hatte hier keinen Effekt. Der Borkenkäferbefall hat sich nicht ausgeweitet. Auch die direkte Nähe zu befallenen Beständen benachbarter Waldbesitzer war bislang unproblematisch.

Einen solch geschädigten Baum sucht man im Bestand von Maria Thalhammer-Bauer vergeblich

Auch bei der Bekämpfung des Buchsbaumzünslers konnte Frau Thalhammer-Bauer gute Ergebnisse erzielen. Ein befallener Baum wurde mit Effektiven Mikroorganismen eingesprüht und für zwei Wochen eingewickelt. Der Baum konnte sich vollständig von dem Befall erholen und der Schädling zog sich zurück. Weitere Methoden zur Behandlung von Buchsbaumzünsler.

Durch die mikrobielle Anregung des Pflanzenstoffwechsels können ungünstige Nährstoffanreicherungen in der Pflanze vermieden werden. Dieser Überschuss zieht den Borkenkäfer auf seiner Nahrungssuche an. Ein aktives Bodenleben sorgt dafür, dass der Austausch zwischen Kronen- und Wurzelzellen funktioniert und Nährstoffe optimal genutzt werden. Schädlinge werden von vitalen Bäumen nicht angezogen, die Käferpopulation breitet sich demnach nicht weiter aus.

Empfehlung und Ausblick für die Waldbewirtschaftung mit EM

Bodenspezialist Dietmar Näser wies darauf hin, dass der Wald mit seiner besonderen Stellung als CO2 Speicher nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine gesamtgesellschaftliche Funktion einnimmt. Waldschutz ist Klimaschutz. Ein aktives Bodenleben fördert das Pflanzenwachstum und stärkt den vorhandenen Bestand von innen. Auch ein positiver Effekt auf die Holzqualität ist, laut Dietmar Näser zu erwarten.

Nach der Waldbegehung vertieften sich die Teilnehmer in angeregte Gespräche rund um das Thema regenerative Waldbewirtschaftung. Bei einem gemütlichen Zusammensitzen in der Wirtschaft wurde das Gehörte reflektiert und diskutiert.

Unser herzlicher Dank geht an Maria Thalhammer-Bauer und Dietmar Näser, ohne die dieser interessante Waldtag nicht zustande gekommen wäre. Natürlich danken wir auch allen Teilnehmern und stehen Interessierten bei Fragen jederzeit zur Verfügung.

Erfahrungsaustausch Tiergesundheit

“Wir Bauern nehmen unsere Zukunft
selbst in die Hand”

Probiotik statt Antibiotik –
gesunde Tiere

Unsere Landwirtschaft
effektiv und klimafit machen

Am Donnerstag Abend gings endlich weiter mit unserer Vortragsreihe "Wir Bauern nehmen unsere Zukunft selbst in die Hand". Rund 60 Besucher, Frauen und Männer, bio und konventionell, hörten sich die kurzweiligen und offenen Berichte der Referenten an. Und zum Schluss gab es noch einige Fragen ans Podium, aber vor allem einen regen Informationsaustausch.

Christoph Fischer begrüßte die Landwirte und Landwirtinnen und zeigte allgemein gültige Wirkmechanismen der Mikrobiologie auf. Mittlerweile hat die Wissenschaft auch in vielen Bereichen diese Mechanismen bestätigt. EMler arbeiten danach schon seit 30 Jahren.
Das Mikrobiom des Menschen ist in aller Munde. Das Mikrobiom der Kuh, der Sau, der Pflanze oder des Bodens wird nur wenig Beachtung geschenkt. Dabei spielt es auch hier eine erhebliche Rolle in der Gesundheit.

Des weiteren erinnerte er an schon immer geltende Naturgesetze: Die Natur sucht immer das stabilste System. Arbeitet man mit den natürlichen Gegebenheiten, braucht es nur einen kleinen Impuls von Aussen und Gesundheit und ertragreiches Wirtschaften ist möglich. Arbeitet man an der Natur vorbei, kann noch so viel Energie aufgewandt werden, das künstliche System kippt irgendwann und dreht sich dann sogar wieder zurück.

Das Ziel im Rosenheimer Projekt ist der funktionierende Kreislauf auf dem Betrieb

Mit EM, Gesteinsmehl und Pflanzenkohle geben wir dem natürlichen Zusammenspiel von Mikrobiologie, Pflanzen, Tieren und nicht zuletzt dem Menschen kleine Impulse wieder zurück zu ihrer natürlichen Ordnung. Der Effekt ist oft nicht sofort sichtbar, aber sobald sich die Brücken zusammenfügen, ensteht ein neues stabiles Miteinander.

Es reicht nicht nur die bisherigen Mittel auf dem Betrieb auszutauschen. Man muss sich in das andere (naturnahe) System auch reindenken und reinfühlen. Das braucht Zeit und Gleichgesinnte mit denen man sich austauschen kann.

Christoph Fischer

Das Fazit der Praktiker war auch, dass EM bestimmt nicht ein Allheilmittel ist. Will man einen Milchviehbetrieb mit 11.000 Liter Stalldurchschnitt und 3 GV/ ha weiterhin so betreiben wird der alleinige Einsatz von EM nicht die Tierarztkosten senken oder die Langlebigkeit der Tiere erhöhen. Aber die kleinen Stellschrauben an denen man mit EM ansetzen kann, bewirken eine Erleichterung im betrieblichen Alltag. Somit ist ein schrittweises Umdenken möglich und eine nachhaltige, individuelle Lösung für den Betrieb entsteht.

Der Emplhof: Gerlinde und Helmut Gröbner
Trostberg Lkr. TS, Bio-Betrieb, Milchvieh, Grünland, Kurzrasenweide

Auf dem Biobetrieb bewirtschaften sie 50 ha plus 9 ha Wald. 55 Milchkühe mit 20 Stück Nachzucht werden auf Kurzrasenweide gehalten. Sie betreiben Blockabkalbung und seit einem Jahr melkt der Melkroboter.

2005 haben sie einen EM-Vortrag von Christoph gehört und daraufhin gleich auch angefangen die Gülle zu behandeln. Mittlerweile wird EM im Stall vernebelt, dadurch wird die Gülle schon in den Güllekanälen behandelt. Zusätzlich wurden Güllestäbe im Güllekanal eingehängt, um Hemmstoffe in der Gülle zu neutralisieren. Es gibt keine Schwimmschichten mehr, damit auch keine Brutstätten für Fliegen. Und auch mit Nagerplagen wurde es leichter.

Gülle ist das wichtigste auf unserem Betrieb. Die konsequente Aufbereitung ist entscheidend. Denn alles, was man mit der Gülle rausfährt, fährt man mit dem Futter wieder heim.

Helmut Gröbner, Bio-Landwirt

2006 hat Helmut 20 ha Acker eingesät und mit dem Dauergrünland den Ackerstatus aufgegeben. Auf dem Grünland wird ca. 10m3 Gülle je ha und Schnitt ausgebracht. Das wirkt einem Kaliüberschuss im Grundfutter entgegen und führt zu einem ausgeglichenen Mineralhaushalt bei den Kühen. Außerdem muss er gut mit seiner Gülle haushalten, dass für den Acker auch noch was übrig bleibt.

Bio-Weide ohne Ampferplage

Die Grasnarbe ist dicht, auch auf der Weide, der Kleebestand is auch ok. Ampferprobleme hat er keine. Der Tiefwurzler Ampfer löst Verdichtungen und wächst auf Nährstoffdepots in tieferen Schichten. Wenn ich moderate Güllemengen ausbringe bei schönem Wetter, bleiben die Nährstoffe oben beim Gras und werden nicht in tiefere Schichten ausgebracht.

Stabiles Silo auch bei geringem Vorschub

Ihre Fahrsilos sind 9m breit und 2m hoch. Im Sommer ist der Vorschub bei 55 Kühen unter einem Meter und trotzdem bleibt die Silage stabil dank CFKE.

Fütterungsumstellung

Sie füttern kein Eiweiß-Kraftfutter. Der Harnstoff ist im Sommer recht hoch, im Winter bekommt der Stoffwechsel der Kühe eine Pause und der Harnstoff fällt auf unter 20 mg . Seither haben sie keine Schwergeburten mehr. 80% der Kühe gebären alleine, bei den anderen ist es meistens eher Zufall, wenn man dabei ist. Die Kälber sind fit und haben kein Trauma von der Geburt. Im Milchtaxi bekommen sie dann angesäuerte Milch mit effektiven Mikroorganismen drin. Kälberkrankheiten treten zwar auch manchmal auf, aber das bekommen sie selber mit Homöopathie wieder in den Griff.

Den eigenen Weg finden

Helmut hat mehrmals betont, dass er niemanden bekehren möchte. Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Bei ihm hat das wohl 10 Jahre gedauert. Gerlinde betonte auch, dass es ihnen geholfen hat, dass sie zu zweit diesen Weg gegangen sind. Sie haben sich beide immer wieder fortgebildet und konnten sich austauschen. Das bestärkt ungemein, und anders hätten sie die anfängliche manchmal holprige Zeit nicht so gut überstanden.

Urlaub auf dem Bauernhof mit EM

Auf den Emplhof kommen Kindergruppen, vorwiegend aus München. Kindergärten, Schulklassen ... verbringen eine Woche oder 3 Tage auf dem Hof, um einmal einen Einblick in die Landwirtschaft zu bekommen. Die gesamte Reinigung im Übernachtungsbereich wird mit EM gemacht. Es ist nicht giftig, schützt die Obeflächen und geht zack zack. Sogar Sonnencreme von den Fensterscheiben geht leicht ab. Mittwochs, wenn 30 Kinder abreisen und 30 Kinder ankommen, geht es auf dem Emplhof hoch her. 60 Kinder mit Betreuer essen zusammen und zwischenzeitlich werden die Zimmer geputzt und für die neuen Gäste hergerichtet.

Mit dem Putzwasser werden dann die Geranien am Balkon gegossen und die Rosen gepflegt, die es mit starker Blühfreude danken.

Seit sie alles mit EM Putzen funktioniert die Pflanzenkläranlage auch einwandfrei.

Markus Haunolder, St. Wolfgang Lkr. Erding, Bio-Landwirt,
Milchvieh, Grünland und Acker

Angefangen hat Markus, nach einem Vortrag von Georg Abermann mit Gesteinsmehl einstreuen auf die Liegeboxen und die Laufgänge. Er hat keine Spalten sondern alles mit Schiebern, die die Gülle in eine Vorgrube schieben. Der Effekt war recht schnell erkennbar. Es gab kaum noch Schwimmschichten und das Aufrühren braucht bei weitem nicht mehr so viel Energie.

Er hat sich mittlerweile eine separate Güllegrube gebaut ohne Zulauf, wo die Gülle Zeit hat zum Reifen. Das würde er jedem empfehlen der über bauliche Maßnahmen nachdenkt.

Als nächstes hat er CFKE mit in der Silage eingesetzt. CFKE holt er fertig in Högering. Da hat er immer frische einwandfreie Ware. Die Silage ist durch das CFKE schon sehr gut geworden, aber seit er die Gülle aufbereitet, mittlerweile auch mit Pflanzenkohle merkt er auch, dass die Futterqualität sich immer weiter verbessert hat. Dann noch die Silierung mit CFKE und jetzt ist die Silage so stabil, die wird nicht mehr warm oder grau. Da fehlt sich nix mehr.

Oberstes Ziel ist die Langlebigkeit der Kühe. Letztes Jahr hatten sie ihre erste 100.000 Liter Kuh mit 14 Kälbern. Wir haben 60 Kühe im Stall. 25 davon haben mehr als 5 Kälber. Das ist mehr wert wie die Höchstleistung.

Markus Haunolder, Bio-Landwirt

Proteinreduzierte Fütterung für niedrige Harnstoffwerte

Das Seminar mit Dr. Schmack in der Chiemgau Akademie hat Eindruck bei Markus hinterlassen. Einige Wochen später hat er Dr. Schmack auch zu sich auf den Hof eingeladen. Das war sehr lehrreich und das kann er jedem Milchviehhalter nur ans Herz legen. Man lernt dadurch sehr viel über seine Tiere.

Der Eiweißgehalt in der Futterration wurde seither drastisch gesenkt und die Verdauung mit Naturavit Lebendhefe unterstützt. Die Tiergesundheit, Klauengesundheit, das Abkalbeverhalten und die Aufnahme sind seither gut.

Die Sache mit dem Harnstoff ist gut nachvollziehbar, wenn man es mit dem richtigen Blick beobachtet. Geht der Harnstoffwert hoch, gehen 4 Wochen später auch die Zellzahlen hoch.

Mein Mist ist eine Düngegranate

Tiergesundheit-Vortrag-Einstreu-Kompost-EM-Chiemgau

Der Mist wird im Stall schon mit EM, Pflanzenkohle und RoPro-Lit versetzt und wird nach dem Ausmisten auf einer Miete abgelegt und verdichtet, wo er weiter fermentiert.

Abschluss-Runde

Die Referenten wurden zum Schluss noch zu praktischen Lösungen befragt und sie gaben mit einer erfrischenden Offenheit Auskunft zu allen Themen. Auch klassische EM-Anwendungsfrage wie "Wie viel kommt jetzt in die Kälbertränke" wurden in der Runde beantwortet.

Der Ausklang dauerte auch diesmal bis weit nach Mitternacht. Es gibt einfach viel zu besprechen, wenn Gleichgesinnte zusammenkommen.

Erfahrungsaustausch Grünland

"Wir Bauern nehmen unsere Zukunft
selbst in die Hand"

Grünland –
mehr als “a gmade Wiesn”

Unsere Landwirtschaft
effektiv und klimafit machen

Die Stimmung im vollen Saal der Chiemgau-Akademie am Mittwoch Abend war gut. Gut 70 Bauern und Bäurinnen hörten sich die Erfahrungen der beiden Praktiker an, die kurzweilig die durchaus positiven Entwicklungen im Betrieb beschrieben.

Den Anfang machte Christoph Fischer. Er zeigte kurz und eindrücklich welche Rolle die winzigen Mikroorganismen nicht nur in der Landwirtschaft, sondern in unser aller Leben spielt. Dass das Milieu , also die Mikroben in ihrer Gesamtheit, im Boden, auf der Pflanze, im Futter, am und im Tier oder auch beim Mensch über Gesundheit oder Krankheit bestimmen kann. Oder genauer gesagt, ob oxidative Fäulnis, mit hohen Energie- und Nährstoffverlusten, oder regenerative Aufbau-Prozesse vorherrschen.

Christoph-Fischer-Grünlandvortrag-Chiemgau-Akademie-2020-Gmade-Wiesn

Die Bodenmikrobiologie beeinflusst die Pflanze. Die Futterqualität wiederum beeinflusst die Gesundheit der Tiere. Wird der Boden ausschließlich mit belebter Gülle behandelt und das Mikrobiom auf der Fläche gesundet, dann zeigt der Aufwuchs eine höhere Qualiät und man merkt das früher oder später im Stall.

Anschließend stellte Hans Kink seinen Nebenerwerbsbetrieb vor. Der Grünlandbetrieb liegt auf 620 Höhenmeter und wird von seiner Frau und ihm bewirtschaftet. Ihm ist wichtig, dass Maßnahmen auf dem Betrieb nicht sehr zeitaufwändig sind, da Arbeitszeit ein begrenzter Faktor ist. Zwei Mal im Jahr wird Karbosave Pflanzenkohle direkt aus dem BigBag in die Güllegrube eingelassen und das Gesteinsmehl wird mit dem Silozug auf den Betrieb gebracht und bei laufendem Rührwerk eingeblasen.

"Ich mach des schon seit 15 Jahren und abgesetzt hat sich noch nix". EM wird über die Sprühanlage Nimbatus 7 automatisch im Stall vernebelt. So hat er einen mehrfachen Nutzen: Alle Stallflächen einschließlich der Liegeboxen und die Güllekanäle werden positiv besiedelt. Das wirkt pathogenen Keimen entgegen. Die Gülle wird von Anfang an behandelt. So entsteht Fäulnis erst gar nicht und die Schwemmkanäle verstopfen nicht mehr.

Gülle wird ausschließlich bei trockenen Verhältnissen ausgebracht. Dadurch bleibt sie, wo das Gras sie braucht und wird nicht in tiefere Schichten im Boden abgeschwemmt. Dort würde sie nur dem Ampfer was nutzen. Ätzschäden auf dem Klee durch die Gülle kennt er nicht.

Wirklich bärig ist die Lebendigkeit, die sich im Boden entwickelt. Wenn ich mit meiner Tochter über unsere Flächen spaziere und dann über benachbarte intensive Flächen, ist es schon beim drübergehen spürbar. Unser Boden federt regelrecht.

Regenwurmhaufen sind überall sichtbar. Die Grasnarbe ist dicht, Klee ist da, und Nachsaat mach ich schon seit über 10 Jahre nicht mehr. Ampfer ist natürlich auch noch da, aber so wenig, dass er mich nicht mehr stört. Im Frühjahr ist der Boden schneller warm, der Schnee schmilzt auf unseren Flächen immer als erstes. Und alles nur durch die konsequente Güllebehandlung.

Hans Kink, Bio-Landwirt

Im Arbeitskreis ist er bei den buchführenden Betrieben immer im oberen Drittel mit dabei. Mal besser mal schlechter. Im Großen und Ganzen haben sie wenig mit Krankheiten zu tun. Das Meiste kriegen sie mit Homöopathie in den Griff und sollte der Tierarzt doch einmal benötigt werden, dann greift schon die erste Medikamenten Gabe.

Wir waren schon öfter bei Hans Kink zur Betriebsbesichtigung. Eine kurze Beschreibungen von so einem Besuch bei ihm ist im Blog zu finden:

Last but noch least berichtete Manuel Dauner von der schwäbischen Alb von seinem Betrieb, der erst seit einigen Jahren EM bei sich einsetzt. Der junge Schwabe hat noch einmal Schwung in die Versammlung gebracht. Online findet man den Betrieb unter www.biohof-dauner.de

Der Bio-Milchviehbetrieb mit Kurzrasenweide im Vollerwerb, Biogasanlage und Direktvermarktung liegt auf der schwäbischen Alb in der Nähe von Ravensburg. EM setzen sie seit Jahren in der Silage ein. Sie leisten sich das CFKE gerne für die Silage weil sie keine Verluste mehr haben.

Sie müssen kein verdorbenes Futter mehr abräumen und das ist ein nicht unerheblicher Vorteil. Auch der Geruch von CFKE Silage gegenüber unbehandelter Silage ist auffällig angenehmer. Sie hat keinen strengen Essig oder Buttersäuregeruch. Die Kleidung riecht auch nicht nach Silage beim Einfüttern.

Seit ein paar Jahren betreiben sie konsequent Gülleaufbereitung. Und was man durch die Belebung der Gülle im Boden beobachten kann, hat den jungen Landwirt überzeugt, dass sie auf dem richtigen Weg sind.

Wenn selbst ein Schwabe gut 4 € pro m³ in die Hand nimmt und in die Gülle schmeißt, muss der Mehrwert schon offensichtlich sein.

Manuel Dauner, Biolandwirt von der schwäbischen Alb

Seit sie Gülle aufbereiten verwenden sie keinen Mineraldüngermehr auf dem Grünland. Sie hatten auch in der Umstellung keine Ertragseinbußen. Die Gülle wird sehr schnell vom Boden aufgenommen. Trotzt Schleppschlauch haben sie kein Problem mit Güllewürsten, die nicht verwittern und somit keine Futterverschmutzung.

Im Stall wird RoPro-Lit statt Kalk in den Liegeboxen eingestreut. Es scheint gleich so, dass die Tiere die Einstreu der Tiefboxen nicht mehr so leicht herausbekommen. Außerdem kommt so schon RoPro-Lit in die Gülle. Der Vorteil gegenüber dem Kalk: RoPro-Lit bindet Stickstoff in der Gülle und fördert die regenerative Mikrobiologie.

Sie haben auch den Vernebler Nimbatus 7 installiert, der allerdings nur sporadisch gelaufen ist. Der installierte Kanister hätte alle drei Tage neu befüllt werden müssen, und da hat sich selten jemand bereit erklärt. Die letzte Hustenwelle, hat die EM-Vernebelung wieder zurück in den Fokus gebracht und seit die Anlage kontiniuerlich läuft, wird es merklich leichter. Es wird nun auf eine Lösunge hingearbeitet, dass man evtl. gleich den Container direkt an die Anlage anschließt. Dann löst sich das Problem des Auffüllens von alleine.

Wird die Gülle im Stall bereits mit EM behandelt und fliesst dann in die Biogasananlage, ist das kein Problem. EM pur in der Biogasanlage würde den "Faulgas-Prozess" relativ schnell zum erliegen bringen.

Auch im Ackerbau hat Manuel 2019 seine ersten Versuche mit EM gemacht. Die Zwischenfrucht wurde beim Einarbeiten mit EM besprüht. Das Ergebnis war sehr positiv. Nach einigen Tagen war die Organik in einen Silage-Prozess übergegangen anstatt einfach zu verfaulen. Der Geruch war eher süßlich und der Boden darunter schön krümelig.

Abschließend wurden noch die vielen Fragen der Zuhörer mit einem Podium diskutiert. Auf dem Podium saßen die Referenten zusammen mit den Landwirtschaftsberatern von EM-Chiemgau, Sepp Oppenrieder und Claudia Crawford.

Auch an den Fragen war sehr gut zu erkennen, dass die Zuhörer vor allem nach zukunftsweisenden Lösungen suchen und nicht nur nach Schuldigen. Die Ausführungen der Praktiker hat doch viele erstaunt, wie leicht man einen Unterschied machen kann.

Tipps und Infos zum Thema sind in der Rubrik Anwendungen zu finden:

Das Rosenheimer Projekt und die Grünlandwirtschaft

EM, Pflanzenkohle und RoPro-Lit Urgesteinsmehl in der Gülle

EM im Stall

Nach Beendigung des offiziellen Teils ging es zum Gemütlichen über. Es gab viel zu besprechen 🙂

Steiner-Konrad-Schule-Ursprung-Landwirt-EM-Chiemgau

“Wir Bauern nehmen unsere Zukunft selbst in die Hand” – Artenvielfalt

Auftaktveranstaltung der landwirtschaftliche Vortragsreihe

"Artenschutz in Bauernhand" mit Prof. Dr. Konrad Steiner

Prof. Dr. Konrad Steiner ist Landwirt, Verbraucher, Lehrer an der HLFA Ursprung bei Salzburg und betreibt ein Ingenieurbüro. In der Auftaktveranstaltung zur landwirtschaftlichen Vortragsreihe hat er sehr anschaulich von seinen Projekten zum Artenschutz in Österreich erzählt. Steiner sieht sich als Mittler zwischen Landwirten und Verbraucher, denn "wir brauchen keine Schuldigen, sondern Lösungen".

Das Prinzip von Wachsen-oder-Weichen, das in den letzten 50 Jahren in der Landwirtschaft betrieben wurde, kommt zum Ende. In der freien Wirtschaft zeigt es sich immer mehr, in der Landwirtschaft ist es ein offensichtlicher Fakt: Ewiges Wachstum gibt es nicht.

Als studierter Agrarbiologe ist für ihn die natürliche Vielfalt von Insekten und Pflanzen und ihre Erhaltung schon lange ein Thema. Auch in unserer bayrischen Verfassung ist der Artenschutz in Art. 141 festgehalten: (1) 1Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen ist, auch eingedenk der Verantwortung für die kommenden Generationen, der besonderen Fürsorge jedes Einzelnen und der staatlichen Gemeinschaft anvertraut.

Gärtner und Landwirte profitieren von einer hohen Biodiversität auf und um die Flächen

Nützlinge halten Schädlinge wie Nacktschnecken oder Engerlinge in Schach. Die meisten denken da eher an "größere Tiere" wie Igel, aber auch kleine Laufkäfer sind erfolgreiche Räuber, wie das Video rechts zeigt: (Achtung nichts für zarte Gemüter).

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Jeder kann mit einfachen Mitteln der Biodiversität helfen. Hier ein paar Tipps:

Totholzhaufen können bei Schnecken und Engerlingplagen helfen

Um Räuber, wie Laufkäfer oder Moderkäfer im Garten oder am Feldrand anzusiedeln, reicht ein Totholzhaufen, der ihnen als Lebensraum dient. Ideal eignet sich eine schattige nasse Stelle, evtl. am Waldrand, an der man Altholz, kleine Äste und Steine aufhäuft. Eine natürlicher kostenloser Ansatz, um die vorherrschende Engerling Plage im Grünland einzudämmen.

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Bei den EM-Tagen 2019 baute die APS Projekt-Schule zusammen mit Kindern ein Zuhause für Zauneidechsen. Der Kurzfilm links gibt einen kleinen Einblick über die Bauphase.


Blühstreifen erfreuen das Auge mm Frühjahr und im Sommer. Außerdem sind sie ökologisch wertvoll: Sie ziehen Insekten und Nützlinge an, bieten Lebensraum und Nahrungsangebot. Im Herbst und Winter allerdings, ist die ästhetische Wirkung dahin.

Fleißige Bauern und Gärtner mähen oder mulchen die "braunen Stangerl", dass es wieder sauber ausschaut. Was viele nicht wissen.

Diese Stangerl sind das Überwinterungslager für viele Wildbienen, Hummeln, und anderen nützliche Insekten. Räumt man im Herbst die Flächen ab, beraubt man sich der Nützlinge für das Folgejahr. Im Fachjargon spricht man von "Attract and Kill"

Blühstreifen auch im Winter stehen lassen. So können Insekten überwintern

In diesem Vortrag hat Prof. Steiner drei effektive und einfache Aktionen vorgestellt, die Landwirte z.T. in Zusammenarbeit mit ihren Abnehmern ins Leben gerufen haben. Sehr zur Nachahmung empfohlen:

Von Bauer zu Bauer - Reden wir über die Vielfalt auf meinem Betrieb

Landwirte veröffentlichen auf Feldtafeln und im Internet, was sie bereits für eine artenreiche Vielfalt in der Natur tun. Vor allem die Feldtafeln informieren Spaziergänger und bringen Verbraucher und Landwirte wieder ins Gespräch und hinterlassen einen positiven Eindruck. Auch auf der Homepage sind die zahlreichen Ideen und Umsetzungen veröffentlicht. Zudem schulen sie sich gegenseitig, um der Biodiversität immer weiter auf die Sprünge zu helfen. Hier ist der Link zur Homepage https://www.vielfalt-am-betrieb.at/.


Ackerwildkrautflora fördern - Ein Projekt der Stieglbräu in Salzburg

Schmetterlinge und auch andere fliegende Insekten können "nur" einige 100m in einem Flug überwinden. Sie brauchen Möglichkeiten zur Rast und ein Futterangebot. Gerade in der Monokultur der großteiligen Landwirtschaft, ist es Schmetterlingen nicht mehr möglich zu wandern.

Die Braugersteproduzenten lassen in der Kultur 10 cm breite Streifen unbearbeitet. Die Streifen sind vereinbar mit den Arbeitsbreiten der Geräte und stehen jedes Jahr an der selben Stelle. Die Blühstreifen können angesät werden oder werden einfach unbearbeitet gelassen, so dass sich autochtone Arten aus dem Samenpotential des Bodens ansiedeln.

Manche Schläge sind vielleicht auch nicht rechteckig, sondern haben einen leichten Spitz. Diesen Spitz könnte man über die Blühstreifen ausgleichen und damit die Bearbeitung des Schlags sogar erleichtern. Durch diese Maßnahme kann sich die Insektenvielfalt wieder erhöhen.

Lebensraumvernetzung - Käserei unterstützt seine Lieferanten bei der Umsetzung

Viele Flächen werden mitgemäht, obwohl das Mahdgut nicht oder nur schlecht geeignet ist zur Fütterung. Die Idee für dieses Projekt lag darin, dass kleine Flecken nur noch einmal im Jahr gemäht werden.

Zum Beispiel ein Waldrand, der eh immer im Schatten liegt und gern nass bleibt. Unter Strommasten, wo man nur schwer hinkommt.

Randstreifen an Fußgängerwegen die ständig als Hundetoilette genutzt werden und und und. Wird die Fläche nur noch einmal gemäht, verwaldet sie nicht, doch Insekten können diese Flecken als Habitat nutzen und sich wieder vermehren.

Weiterlesen
EM-Tage_2019_Prof.Konrad_Steiner_Artenschutz_in_Bauernhand

Prof. Mag. Dr. Konrad Steiner: Der Artenschutz gehört in Bauernhand

(Textbeitrag von Robert Stockbauer)
Der mehrfach ausgezeichnete Lehrer des internationalen „Teacher Awards“ der industriellen Vereinigung, überzeugte alle anwesenden Zuschauer im Vortragszelt durch seine Fachkompetenz bei der Umsetzung nachhaltiger Themen in der Landwirtschaft.

„Eine möglichst artenreiche Natur ist die Basis für das Überleben, leben und leben lassen“!

Biodiversität fördern - Kulturlandschaft erhalten - Landwirtschaftliche Erträge sichern, das ist das Credo von Konrad Steiner.

Die Landwirtschaft gestaltet und prägt seit Jahrhunderten die Kulturlandschaft. Unter dem ökonomischen Druck haben sich die Bewirtschaftungsformen in den vergangenen Jahrzehnten markant gewandelt und ein besonderes Verhältnis von Landwirtschaft und Naturschutz geschaffen.
Einerseits möchte der Landwirt seinen Grund und Boden möglichst ertragreich bewirtschaften um bei sinkenden Preisen für seine Erzeugnisse im globalen Wettbewerb bestehen zu können. Andererseits ist nachhaltige Landwirtschaft ohne Schutz der natürlichen Ressourcen als eigene Produktionsgrundlage nicht denkbar.

Landwirte leisten freiwillig einen erheblichen Beitrag zur Sicherung der Biodiversität, jedoch für besondere Naturschutzleistungen müssen derzeit auch entsprechende Mittel der öffentlichen Hand eingesetzt werden.

Naturschutz darf für die Bauernschaft kein finanzieller Nachteil sein bzw. sollte sich sogar wirtschaftlich auszahlen. Nur eine Win-win-Strategie garantiert nachhaltig eine Verstärkung der Zusammenarbeit von Naturschutz und Landwirtschaft. Damit dies funktionieren kann, brauchtes aber zumindest einen gewissen Anteil an Konsumenten, die den Mehrwert dieser Lebensmittel versteht und den Mehraufwand der Landwirtschaft für die Natur respektiert und mit fairen Preisen honoriert.

EM-TAge_2019_Konrad_Steiner_Beispiel

Einige aktuelle Initiativen des Lebensmittelhandels zu den Themen Humusaufbau, alte Gemüsesorten, tiergerechte Haltungsmethoden, Bienen – und Schmetterlingsschutz zeigen, dass die Marketingexperten die Chancen bereits erkannt haben.

Dabei ist wichtig, dass bereits von Beginn an, der Bauer und Naturschützer an einem Tisch sitzen. Die praktischen Erfahrungen des Landwirts sollen in die Planung des Naturschutzexperten mit einfließen. Gemeinsam werden die Möglichkeiten ausgelotet. Der Naturschutz und der Bauer kommen sich entgegen und geben auch jeweils nach, wenn es der gesunde Hausverstand vorgibt.

„Der mündige Konsument sollte den Mehrwert dieser naturschonend produzierten Lebensmittel verstehen und den Mehraufwand des Landwirts respektieren und honorieren“ erklärte Steiner.

Die Artenveränderung wird spürbar sein und Vielfalt dient der Weiterentwicklung. Deswegen sind auch die effektiven Mikroorganismen so wirksam und erfolgreich.

„Die Spirale für den Artenschutz in Bauernhand geht stark nach oben“, sagte Steiner. So ist Bereits das vielversprechende Projekt „2030“ mit der Käserei Wöhrle in Aussicht, um den Artenschutz gezielt voranzutreiben. Die Beteiligung der Landwirte ist freiwillig. Hauptsache es geht was voran, sagte Steiner im Abschlussgespräch mit uns. Der sympathische Biologe und Erdwissenschaftler, war mit seinem außergewöhnlichen Fachwissen, ein unverzichtbarer Referent der EM-Tage 2019.

EM-Tage_2019_Susanne_Vierthaler_Mein_weg_zum_EM_Weinbau

Susanne Vierthaler: EM-Weinbau mit Vorreiter Funktion

(Textbeitrag von Robert Stockbauer)

Susanne Vierthaler hielt an diesem Sonntagvormittag ihren ersten Vortrag auf einer großen Bühne vor so vielen interessierten Zuschauern. Die Anspannung merkte man ihr kaum an, da sie durch Ihre Begeisterung und die imposanten Ergebnisse der wirksamen EM-Produkte, in knapp 15 Minuten alle relevanten Fakten auf den Tisch brachte.

 Vor 10 Jahren begann sie mit ihrem Mann Josef den Weingarten auf das Rosenheimer System umzustellen. Seit dieser Zeit wird fermentierte Organik (Bokashi-Trester) zurück in den Weingarten ausgebracht und EM (Scharfes Blond und RoPro-13/20) zur Pflanzenstärkung gespritzt.

„Hochwertige EM-Produkte sollten in jedem Weinberg zuhause sein“

   

Susanne und Josef Vierthaler sind bekennende Anwender effektiver Mikroorganismen und geben engagierte Seminare zum natürlichen und nachhaltigen Weinanbau. Bei den EM-Tagen 2019 stellten Sie Ihren 2018ner Spitzenwein vor, der als Ergebnis einer langjährigen und nachhaltigen  humusaufbauenden Kreislaufwirtschaft gekelltert wurde.

Selbstverständlich kommen Mikroorganismen, Pflanzenkohle und Gesteinsmehl als Organikveredler sowie vorbeugende EM-Pflanzenstärkung zum Einsatz .
Der Wein als einer der beliebtesten Genussmittel verdient diese Wertschätzung allemal.

   

„Wir sollten nicht nur umdenken, sondern auch tun“, nachhaltig und effektiv miteinander“

2018 ernteten sie ihren wohlschmeckenden Spitzenwein. Der hochwertige Wein wurde mit großer Begeisterung am Marktstand der Vierthalers von den Besuchern gekostet. Susanne erzählte uns, dass Sie durch die positive Rückmeldung der Menschen wieder einmal mehr bestärkt wurde ihren Weg des nachhaltigen und  regenerativen Weinanbaus weiterzugehen.

Vierthalers

Der örtliche Biogärtnerstammtisch in ihrer Region ist nach Vierthalers Angaben, mehr als begeistert von den effektiven und zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten der erstklassigen EM-Produkte. Auch eine Kooperation mit dem bekannten Profigärtner Rainer Steidle ist im Gespräch und stellt mit Sicherheit eine große Bereicherung für alle Beteiligte dar.

Die Weinbäuerin lobte die Besucher der EM-Tage, da nach Ihrer Auffassung alle in eine enkeltaugliche Zukunft blicken und ein ganzheitliches Denken in der Welt verbreiten. Die Menschen wollen, dass alles wieder gesundet und sind bereit die nötigen Schritte mit Entschlossenheit einzuleiten.

Die Gruppe von EM Anwendern in der Winzergemeinschaft wächst ständig und die Produkte werden mittlerweile als fester Bestandteil im Weinbau angesehen.
Susanne und Josef beflügeln die Winzergruppen auf dem Weg in die regenerative Landwirtschaft und nehmen dadurch eine beachtliche Vorreiterfunktion im Weinbau ein.

Wir freuen uns auch in Zukunft auf den Genuss von wohlschmeckenden, aromatischen und gesunden Wein aus dem Hause Vierthaler und haben die Sonderedition schon mal in unser Sortiment aufgenommen.

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Chiemgau Agrar Nachrichten – Sommer 2019

Jetzt lesen! Unsere neuen Chiemgau Agrar Nachrichten mit aktuellen Informationen zu 20 Jahren Rosenheimer Projekt (EM-Anwendungen in der Landwirtschaft), Humus-Förder-Programm, landwirtschaftliches Symposium im Rahmen der EM-Tage, Kooperation regenerative Landwirtschaft, Produktvorstellungen ..

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Regenerative Landwirtschaft - Bodenbearbeitung - Feldtag

Bodenbearbeitung in der Regenerativen Landwirtschaft

Feldtag „Bodenbearbeitung in der Regenerativen Landwirtschaft“
Bei herrlichem Sommerwetter fand am 24.07.2018 auf dem Biobetrieb Weißhäupl in Haibach ob der Donau (Oberösterreich) der Feldtag „Bodenbearbeitung“ statt.

Weisshäupl_stellt_Betrieb_vor

Unter dem Motto „Nach der Ernte ist vor der Ernte und gute Erträge werden im Herbst gemacht“ wurde von den Referenten die Bodenbearbeitungsmöglichkeiten in der Regenerativen Landwirtschaft vorgestellt. Zu Beginn stellte Gerhard Weißhäupl seinen interessanten landwirtschaftlichen Biobetrieb (Ackerbau und Legehennen) vor.

Dietmar Näser veranschaulichte das System „Regenerative Landwirtschaft“ und anschließend ging es auf das Stoppelfeld wo die Maschinen und deren Arbeitsweise im Einsatz zu sehen war

Tiefenlockerung und Fermenteinspritzung
Der Tiefengrubber von der Firma Kollitsch ist mit 4 Zinken ausgestattet. Zum oberflächigen verschließen der Grubberschlitze ist eine hydraulisch einstellbare Wellscheibe als Nachläufer angebaut.

Von der Fa. Bremer ist ein Tiefengrubber mit 6 Zinken und als Nachläufer eine Stabwalze mit Striegl im Einsatz.
Beide Geräte sind mit einem Dosiergerät zu Einbringung des Bodenverjüngers (ca. 100 l/ha) ausgestattet.

Die Tiefenlockerung soll nur in der Vegetationszeit mit einer Fahrgeschwindigkeit von max. 5 km/h durchgeführt werden. Arbeitstiefen bis zu ca. 45 cm sind je nach Bodenbeschaffenheit empfehlenswert.

Generell gilt: Vor jeder Bodenbearbeitung eine „Bodenansprache“ durchführen. Mit der Bodensonde evtl. Bodenverdichtungen feststellen. Mit dem Spaten einen Quader herausstechen und die Durchwurzelung, Farbe, Farbverläufe, Krümmelstruktur und den Geruch beurteilen. Guter Boden ist krümelig-locker, gut durchwurzelt und stinkt nicht.

Spatenprobe mit Bodenansprache

Anhand des Ergebnisses wird das passenden Bodenbearbeitungsgerät und die notwendige Bearbeitungstiefe festgelegt.

Die tiefe Lockerung erzeugt im Boden zahlreiche feine Haarrisse, auch zwischen den Zinken, Luft und Sauerstoff kommen kurzzeitig in den Boden. Die Pflanzen wurzeln in den Rissen und die Wurzelmasse wird erhöht. Bei Starkregen versickert das Wasser besser und wird in tieferen Bodenschichten gehalten.  Um die Kapillarwirkung zu unterbrechen ist der oberflächige „Verschluss“ der Zinkeschlitze unbedingt notwendig. Somit hält der Boden auch in Trockenzeiten das Wasser relativ lange.

Schon wenige Tage nach der Tiefenlockerung kann eine positive Veränderung des Bodens mit der Spatenprobe festgestellt werden: lockere Krümelstrukturen entstehen, die Bodenfeuchte bleibt erhalten und die Wurzeln der Quecken sterben ab.

Zwischenfruchteinarbeitung und Saatbeetbereitung
Das flache Einarbeiten (schälen) von Stoppeln und Zwischenfrüchten mit der Ackerfräse auf ca. 3 cm unterstützt das Bodenleben, hält das Wasser im Boden und vermischt keine Bodenschichten. Hierzu wird der Bodenverjünger (ca. 100 l/ha) zum positiven Steuern der Flächenrotte eingesetzt.

Stoppeln und Zwischenfrüchte sollen nicht „vergraben“ sondern flach eingearbeitet werden.

Ca. 10-14 Tage nach der Schälung kann die Tiefenlockerung mit der Einbringung des Bodenverjüngers (ca. 100 l/ha) und der nachfolgenden Saat erledigt werden.

Bei nur geringer Menge einzuarbeitender organischer Masse kann auch das Kombigerät Tiefenlockerung-Ackerfräse eingesetzt werden. Hierzu wird erfahrungsgemäß auf 5-7 cm tief gefräst.

Kombigerät: Tiefenlockerung und Ackerfräse

Nach dem Feldrundgang und dem Kräuter sammeln, führte Sepp Oppenrieder das Ansetzen des Bodenverjüngers vor. Hierzu sind die Komponenten für 1.000 l fertiges Ferment im „Starterpaket“ enthalten.

Ansetzen des Bodenverjüngers mit gesammelten Kräutern

Bis zum Schluss der Veranstaltung waren die zahlreichen Fragen der Teilnehmer von den Referenten alle beantwortet.

Fazit mit dieser Art (Schälen, Tiefenlockerung und Fermenteinbringung) der Bodenbearbeitung wird:

  • das Bodenleben unterstützt
  • die Bodendurchwurzelung gefördert
  • der Wildkrautdruck reduziert
  • der Humusaufbau gefördert
  • das Wasserhaltvermögen und -versickerung gesteigert

Dürreperioden werden von den Pflanzen besser überwunden und sind resistenter vor Krankheiten. Letztlich wird auf Chemie verzichtet, was der Natur und uns Menschen zu Gute kommt.

Detaillierte Infos, Technische Daten, usw. zu den eingesetzten Maschinen findet Ihr im Internet:
www.Ackerfräse.at
www.kollitsch-gmbh.co
www.bremer-maschinenbau.de

Noch ein paar Interessante Tipps von den Fachleuten zu Saat und Düngung:
Saat von Wintergetreide mit verminderter Saatstärke (ca. 90 kg/ha) zusätzlich mit einer abfrierenden Zwischenfrucht. Den Bestand am Ende der Vegetation auf ca. 10 – 12 cm Höhe mähen/mulchen. Das am Boden liegende Grüngut und die abfrierende Zwischenfrucht bildet eine Mulchschicht, dient den Regenwürmer als Futter und hält die Bodenfeuchtigkeit. Das Wintergetreide bestockt im Frühjahr sehr kräftig. Zusätzlich kann zu Vegetationsbeginn noch eine Untersaat ausgebracht werden.

Dietmar Näser: „Wir füttern nicht die Pflanzen, sondern wir ernähren und unterstützen das Bodenleben“.

Organische Dünger (Gülle, Mist, Kompost, Gärrest, usw.) nur auf wachsende grüne Bestände ausbringen und nicht vergraben.

Dem Standort angepasste weite Fruchtfolgen sollten für jeden Ackerbauern eine Selbstverständlichkeit sein.

Sepp_Oppenrieder_Referent

EM-Seminar für Berufsschule Rosenheim

EM-Seminar für Berufsschule Rosenheim

Mitte Februar veranstalteten wir ein Tagesseminar für die Lehrer/innen der Berufsschule I Rosenheim Abteilung Landwirtschaft, den Ausbildern der BGJ-Praxisbetriebe und Auszubildenden.

Nach dem Ankommen und gestärkt mit Butterbrezen und Kaffee wurden die Teilnehmer/innen von Christoph Fischer in bewährter Weise in die Thematik eingeführt. Regional und saisonal erzeugte Lebensmittel in bäuerlichen Familienbetrieben, frei von Chemie, in guter Qualität und ausreichender Menge ist unser Ziel. Um diese Ziele zu erreichen sind viele verschiedene Maßnahmen notwendig, wobei das Rosenheimer Projekt hier eine Schlüsselfunktion hat.

In unterschiedlichsten Bereichen der Landwirtschaft werden mit großem Erfolg EM-Produkte eingesetzt z.B.:

  • Verbesserung des Stallklimas
  • Reinigung der Stallflächen
  • Konservierung von Grundfutter (Gras- und Maissilage, Heu)
  • Stärkung des Verdauungstraktes der Tiere
  • Behandlung von Gülle und Mist
  • Förderung der Mikrobiologie im Boden
  • Wachstumsförderung im Grünland und Acker

Sepp Oppenrieder stellt den landwirtschaftlichen Betrieb, die Arbeitsweise, Erfahrungen, Ergebnisse und Zukunftsgedanken eines erfahrenen EM-Landwirts aus Bruckmühl vor. Dieser hat uns erfreulicher Weise seine Daten zur Verfügung gestellt.

Selbst in den Pausen wurde zwischen den Teilnehmern intensiv über die vielen Facetten der Landwirtschaft diskutiert.

Nach der Mittagspause führte Christoph Fischer die Gruppe durch den Betrieb und erläuterte die Produktion, Lagerung und Versand. In einer angenehmen und informativen Runde wurden die unterschiedlichsten Fragen beantwortet. Prägnante, informative Folien und Videos unterstützten die zahlreichen zukunftsorientierten Aussagen und Empfehlungen von Christoph Fischer.

Den sehr Interessierten wurde für weitere tiefgreifende Infos zum EM-Einsatz in der Landwirtschaft  der Praktikertag am 10.03.2018 angeboten. Hier berichten vier sehr unterschiedliche Landwirte über ihre Arbeit mit EM.

Gegen 16.00 Uhr fand das Seminar sein Ende. Die Teilnehmer/innen gingen positiv beindruck und mit vielen Infos nach Hause.

Einige Ausbilder (praktizierende Landwirte) kündigten bereits an, zukünftig EM-Produkte in ihrer Landwirtschaft schrittweise einzusetzen. Der erste setzte bereits seine Ankündigung in die Tat um und setzt den Chiemgauer Fermentieren Kräuterextrakt (CKFE) in der Kälberfütterung ein.

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