Zwischenfrüchte einarbeiten- besser vor der Blüte

Flächenrotte Ackerfräse

Zwischenfrüchte sind ein zentrales Bindeglied in einer regenerativen Fruchtfolge. Ihre Leistung als Grüne Brücke, die Farben- und Blütenpracht für Bienen und Insekten und die Nährstoffspeicherung sind nützliche Eigenschaften. Warum Zwischenfrüchte einarbeiten, und zwar vor der Blüte, sinnvoll ist, lest ihr diesem Beitrag.

Wofür sind Zwischenfrüchte nützlich?

Zwischenfrüchte sind wahre Wundermittel. Sie bringen Diversität in enge Fruchtfolgen, liefern Nahrung für Insekten und das Bodenleben und speichern Nährstoffe für die Folgekulturen. Insbesondere vielfältige Mischungen mit über 8 verschiedenen Komponenten liefern wichtige Wurzelsäfte und erhalten somit auch vielfältige Bakterienstämme im Boden.

Es lohnt sich sogar, Zwischenfrüchte mindestens genauso gut zu behandeln wie die Hauptkultur! Auf den ersten Blick mag das unlogisch erscheinen, doch befasst man sich eingehender mit den Kreisläufen in der Natur, so wird der Nutzen einer vitalen und starken Zwischenfrucht deutlich.

Zwischenfrüchte einarbeiten- vor der Blüte

Jede Vitalisierungsspritzung erhöht den Zuckergehalt und fördert das Pflanzenwachstum. Der Pflanzenstoffwechsel wird angeregt. Die Pflanze, egal ob Hauptkultur oder Zwischenfrucht, wird produktiver. Mehr Wurzelmasse bringt automatisch mehr organische Masse in den Boden. Auch die einzelnen Pflanzen im Zwischenfruchtgemenge wollen sich vermehren. Sie speichern Nährstoffe, gehen in die Blüte und produzieren Samen. Um ein selbstständiges Aussamen der Zwischenfrucht zu vermeiden und die maximale Nährstoffdichte in der Pflanze zu nutzen, ist eine Flächenrotte 1-2 Wochen VOR der Blüte optimal.

Warum Zwischenfrüchte Düngen und vitalisieren?

Wird der Bestand dann noch einen Tag zuvor vitalisiert, erhöht sich der Zuckergehalt in der Pflanze. Mehr Zucker heißt mehr leichter verdauliche Kohlenhydrate. Das heißt, das die organische Masse schneller und einfacher vom Bodenleben verdaut, also abgebaut werden kann. Es entstehen Enzyme und Vitamine. Nährstoffe werden an den Ton-Humuskomplexen gebunden und im Boden gespeichert.

Die folgende Hauptkultur kann diese Substanzen wieder abrufen. Das ist die beste und sicherste Grundlage, im Herbst für gute Erträge im Folgejahr zu sorgen.

Auch eine organische Düngung in den wachsenden Zwischenfrucht-Bestand ist keine Verschwendung. Im Gegenteil. Zwischenfrüchte sind ein effektiver Weg, diese Nährstoffe sinnvoll im eigenen Betriebskreislauf zu halten und sie vor Auswaschung und Verlust zu schützen.

Zwischenfrüchte und Bienen

"Der Ruf nach mehr Bienenweide in der landwirtschaftlichen Fruchtfolge ist, wenn die Zwischenfrüchte zu spät und vor allem zu lange blühen, für die Überwinterung der Bienenvölker nicht ganz unproblematisch."

Quelle: https://www.landwirtschaftskammer.de/riswick/versuche/pflanzenbau/zwischenfruechte/veroeffentlichungen/Zwischenfruechte_Bienen_Muehlen_Kivelitz_aktuell.pdf

Die späte Blüte von Zwischenfrüchten sieht schön aus und beglückt das Herz der Spaziergänger in weiter Flur. Doch für Bienenvölker ist der reich gedeckte Tisch teilweise sogar ein Problem!

Bienen benötigen einen klaren und relativ frühen Trachtenschluss. Ansonsten stellen sie ihr Brutverhalten nicht rechtzeitig ein. Auch kann es sein, dass sie ungeeigneten Nektar, der schnell bei Kälte kristallisiert, einlagern. Da sie diesen im Winter nicht fressen können, verhungern sie auf gefüllten Waben. Zudem müssen genug der Futterwaben frei sein, damit die Bienen sich im Innern vor der Kälte schützen können.

Zwischenfrüchte vor der Blühte einzuarbeiten hat also nicht nur ackerbauliche Vorteile! Es ist im Herbst sogar aktiver Bienen- und Insektenschutz. Um auf diesen Fakt aufmerksam zu machen und Spaziergänger aufzuklären, kann ein Schild am Feld mit einer Erklärung hierzu sinnvoll sein.

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