Die Albrecht Bodenanalyse

Bodenprobe aus der Spatenprobe in der Hand

Bodenprobe ist nicht gleich Bodenprobe. Eine praxisorientierte Bodenuntersuchung sollte nicht nur Aufschluss über die Menge der vorhandenen Nährstoffe geben. Aus unserer Erfahrung eignet sich hierfür die Albrecht Analyse am besten.

Die nach William A. Albrecht (1888- 1974) entwickelte Bodenuntersuchung ist ein zentraler Schlüssel, um angepasste Düngemaßnahmen und Anbaustrategien für seinen Betrieb zu entwickeln.

Die tatsächliche Nährstoffverfügbarkeit und die Nährstoffverhältnisse im Boden sind zentrale Parameter bei der Düngebedarfsermittlung. Herkömmlich VDLUFA Untersuchungen geben hierüber keine Auskunft. Eine gute Ergänzung zu den gesetzlich vorgeschriebenen Untersuchungen ist die Albrecht Bodenanalyse. Sie gibt einen detaillierten Überblick über den Ist-Zustand der Bodenchemie. Die darauf basierende Düngeempfehlung gleicht Imbalancen aus und fördert die Ertragsfähigkeit des Bodens. Die Bodenbiologie wird nicht mehr gehemmt.

Nährstoffverhältnisse und Nährstoffverfügbarkeiten

Pflanzen benötigen für ein stabiles und gesundes Wachstum mindestens 16 Makro- und Mikronährstoffe. Grundlage einer bedarfsgerechten Düngemittelberechnung ist daher die Untersuchung eines breiten Nährstoffspektrums und ebenso wichtig weitere Bodenparameter wie die KAK (Kationen-Austausch-Kapazität), der Boden pH-Wert und der Humusgehalt. Oftmals sind sogar ausreichend Nährstoffe im Boden vorhanden. Diese sind jedoch durch gestörte mikrobielle Prozesse oder durch einen Überschuss ihrer Antagonisten nicht pflanzenverfügbar.

Die Wiederbelebung und (Re-)Aktivierung der Bodenmikrobiologie sollte daher bei der Entwicklung eines Düngeplans berücksichtigt werden, sondern als wichtiger Aspekt einfließen. Sie macht Nährstoffe wieder verfügbar und stabilisiert Parameter wie z.B. den pHWert.

Ein Überschuss eines bestimmten Nährstoffes kann z.B. die Aufnahme anderer Nährstoffe hemmen und sich somit negativ auf das Wachstum, den Ertrag und in entscheidendem Maße auf die Qualität auswirken- und das trotz Düngemaßnahmen, z.B: Hemmt ein Überschuss an Magnesium die Calcium Verfügbarkeit trotz regelmäßiger Erhaltungskalkungen.


Was kann die Albrecht Bodenanalyse?

Die tatsächliche, pflanzenverfügbare Nährstoffeffizienz hängt von vielen Faktoren ab:

Ganz oben auf der Liste steht die mikrobielle Aktivität des Bodens, denn Nährstoffe sind an sich nicht mobil. Sie müssen meist in „verdauliche“ Formen transformiert und vor allem transportiert werden. Ein Job für unsere zahlreichen fleißigen Mitarbeiter- die Mikroorganismen.

Böden haben je nach Beschaffenheit eine unterschiedliche Speicherfähigkeit für Nährstoffe. Da die meisten Nährstoffe als positiv geladene Kationen vorliegen, gibt die „Kationenaustauschkapazität“ Auskunft darüber, wie viele Bindungsplätze an den negativ geladenen Anionen (Ton-Humus-Komplexen und Sandkörnchen) genutzt werden können bzw belegt sind.

Erst wenn ein chemisches Gleichgewicht im Boden herrscht, werden Nährstoffe pflanzenverfügbar. Magnesium und Calcium sind beispielsweise stärker positiv geladen und daher schwerer löslich als z. B. ein einfach positiv geladenes Natrium-Kation.

H+ > Na+ > K+ > Ca++ > Mg++

Die Albrecht Analyse gibt Auskunft über das chemische Gleichgewicht im Boden und lässt somit die richtigen Schlüsse für einen optimalen Düngemitteleinsatz überhaupt erst zu.

Liegt die Summe der Magnesium- und Calciumkationen beispielsweise bei 80 % wäre das der Idealzustand für den Boden.

Mit der Auswertung der Analyseergebnisse bekommt der/die Landwirt/in eine kilogramm genaue Düngeempfehlung und den Nährstoffhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Wie bereits erwähnt, Probleme stammen oftmals nicht von einem Nährstoffmangel, sondern von einem falschen Verhältnis der Nährstoffe her.

Albrecht Analyse KAK

Quelle: https://www.spower.bayern

Richtig proben

Am Anfang steht die richtige Beprobung. Die gewählten Flächen sollten möglichst viele Anbaufaktoren repräsentieren. Dazu sollten Flächen gewählt werden, auf denen sich der Betriebsstandard bezüglich Fruchtfolge, die bisherigen Düngemaßnahmen und die typischen Standorte widerspiegelt. Der Probenort sollte nach Möglichkeit GPS genau eingemessen werden (Service über den Maschinenring), damit man auch in den Folgejahren Proben an derselben Stelle ziehen und die Werte vergleichen kann. Nur so kann man Aussagen über den Erfolg oder Misserfolg seiner (Dünge-) Maßnahmen treffen. Wo keine GPS Messung möglich ist, sollte man trotzdem versuchen, möglichst genau aber natürlich vor allem standortrepräsentativ die Proben zu ziehen.

Auch der Zeitpunkt der Probenahme sollte immer gleich gewählt werden, um den Erfolg der Maßnahmen vergleichen zu können. Bodenproben sollten nicht unmittelbar nach einer Düngemaßnahme im Falle einer Schwefel-Düngung sogar bis zu einem halben Jahr nach der Maßnahme gezogen werden.

Die Auswertung der Albrecht Bodenanalyse

Ist das Ergebnis der Bodenprobe von einem entsprechenden Labor zurückgekehrt, geht es los mit der Auswertung. Die Albrecht Analyse liefert einige hilfreiche Parameter. Aber wie liest man die Ergebnisse der Albrecht Analyse und welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus ziehen?

Die Auswertung der Albrecht Analyse erfordert ein wenig Übung. Es ist wichtig sich mit der Bedeutung der gelieferten Parameter ein wenig auseinander zu setzen, damit man das volle Potenzial der Ergebnisse ausschöpfen kann.

Die potenzielle und aktuelle Austauschkapazität gibt beispielsweise Auskunft über die mikrobielle Aktivität. Liegen sie nahe beieinander und befinden sich im 80-100 % Bereich lässt darauf schließen, dass der Boden in der Lage ist Nährstoffe zu speichern und diese mobil zu halten.

Bodenuntersuchung nach Methode William Albrecht (fiktives Beispiel) 
Potentielle Austauschkapazität 20
Aktuelle Austauschkapazität 17
85% gute mikrobielle Aktivität, normale Nährststoffnachlieferung zu erwarten
Beispielhafte Auswertung der Analyseergebnisse

Auch der Boden pH-Wert gibt Auskunft über das Potenzial der Nährstoffbindung. Ein zentrales Thema in der regenerativen Landwirtschaft ist der Humusaufbau der Böden. Er spiegelt die Menge an organisch gebundenem Kohlenstoff wieder. Ein wichtiger Hauptbestandteil des Bodens und verschiedener Nährstoffkomplexe.

Die verschiedenen Nährstoffverhältnisse und deren Sättigungsgrade geben wiederum Auskunft über das Zusammenspiel der Nährstoffe. So kann z.B. ein zu hoher Gehalt an Phosphor die Aufnahme anderer essentieller Elemente wie Zink, Magnesium, oder Eisen hemmen. 

Wo kann man eine Albrecht Analyse machen lassen?

Uns sind verschiedene Anlaufstellen für die Albrecht Bodenanalyse bekannt.

Bodenbalance Lucas Kohl:

https://www.bodenbalance.de/

Geobüro Christophel:

https://www.gb-christophel.de/

Die Bodenprobe als Grundlage für ein effizientes Düngemanagement

Es ist daher wichtig eine ausreichend umfangreiche Bodenprobe zu ziehen und die bodenchemischen Prozesse besser zu verstehen. Auf vielen Betrieben liegt hier noch ein enormes Potenzial, den Düngemitteleinsatz stark zu optimieren. Somit kann der Einsatz von Effektiven Mikroorganismen, die Fruchtfolge, Maßnahmen wie die Flächenrotte und die Düngung mit aufbereiteten organischen oder mineralischen Düngemitteln noch gezielter gesteuert werden.

Noch detailliertere Hilfestellungen zu den Auswertungen der Albrecht Analyse gibt es in dem Buch „regenerative Landwirtschaft“ oder in dem ausführlichen Lehrfilm zur Albrecht Bodenuntersuchung vom Bodenexperten Dietmar Näser (grüne Brücke).

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