Untersaat Teil I– die Zwischenfrucht, die nach der Ernte schon da ist

Untersaat Aufwuchs nach Getreide

Möglichst ganzjährig begrünte bzw. bewachsene Flächen sollten das Ziel im Ackerbau sein. Viele Landwirte haben dazu in den letzten Jahren zahlreiche Erfahrungen mit unterschiedlichsten Vorgehensweisen gesammelt.

Warum Untersaat im Getreide?

Die Getreideernte (GPS oder Drusch) läuft je nach Region und Witterungsverlauf von ca. Anfang Juni bis ca. Mitte August. In vielen „traditionellen“ Ackerbaubetrieben erfolgt nach der Getreideernte die Stoppelbearbeitung mit anschließender Zwischenfruchtsaat. Bis allerdings die Zwischenfrucht aufgeht und eine annähernde Flächendeckung erreicht, vergehen z.T. 3-4 Wochen. Die Sonne schickt in den Hochsommermonaten Juni, Juli und August große Mengen Primärenergie auf die Erde. Nur ein wachsender grüner Pflanzenbestand kann die Sonnenenergie aufnehmen und in organische Masse umwandeln. Hinzu kommt, daß ca. 50 % der durch die Photosynthese entstehende Energie von den Pflanzen über die Wurzeln in den Boden als sog. Wurzelexsudate eingelagert werden, um das mikrobielle Bodenleben zu ernähren. Liegt nun der Acker im Hochsommer 2-3 Wochen unbewachsen brach, fehlen dem Boden große Mengen Energie. Abnehmende mikrobielle Aktivität im Boden ist die Folgeerscheinung.

Grobe Beispielrechnung Sonnenenergie

Die Global-Sonnenstrahlung in unserer Region liegt in der Vegetationszeit bei ca. 1.100 kWh/m². Das ist umgerechnet die Energie von ca. 500 – 600 l Diesel/ha/Std. In den sonnenreichen Hochsommermonaten steigt dieser Wert bis auf ca. 900 l Diesel/ha/Std.

Meine Frage an die Ackerbaulandwirte: Wer „verschenkt“ den Energiegehalt von hunderttausenden Liter Diesel? Dies ist der Fall, wenn Ackerflächen im Sommer mehrere Wochen unbewachsen brach liegen.

Nur zum Vergleich:

Für die Bewirtschaftung (Bodenbearbeitung, Saat, Pflegemaßnahmen und Ernte) von einem ha Acker werden je nach Kultur und Fruchtfolge ca. 50-100 l Diesel jährlich benötigt.

Wurde eine Untersaat eingebracht, wachsen bereits unter der Hauptfrucht Klee und Gräser. Optisch sieht das vor der Ente oftmals etwas „mikrig“ aus. Wird das Getreide geerntet bekommen die kleinen Pflänzchen Licht, Luft und Platz. Im Optimalfall ist innerhalb von wenigen Tagen das Stoppelfeld grün bewachsen. Hinzu kommt eine Arbeitseinsparung in der meist stressigen Erntezeit, da die Stoppelbearbeitung und Zwischenfruchtsaat entfallen.

Wird die Zwischenfrucht anschließend als Futter genutzt, können unmittelbar nach der Getreideernte die Stoppeln incl. der Untersaat gemulcht werden. Hierzu empfehlen wir 100 l Bodenverjünger je ha einzusetzen. So entsteht eine „saubere“ Fläche, die dann nach ca. 5-6 Wochen geerntet werden kann.

Warum Untersaat im Mais?

Zwischen den Maisreihen ist relativ viel Fläche unbedeckt. Eine Untersaat kann hier den nackten Boden etwas bedecken. Einen großen Vorteil bringt die Untersaat bei der Silomaisernte. Je nach Boden- und Niederschlagsverhältnisse bringt sie eine deutlich bessere Bodenbefahrbarkeit und minimiert die Straßenverschmutzung durch die Transportgespanne. Nach der Ernte ist die Fläche schon begrünt und die Pflanzen können in der Herbstsonne noch gut wachsen. Wird im nächsten Jahr auf dieser Fläche eine Sommerfrucht angebaut, empfiehlt es sich, eine winterharte Untersaatmischung zu verwenden. Hier werden dann gleich „zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen“. Untersaat und eine wintergrüne Zwischenfrucht, mit der im Frühjahr die Flächenrotte durchgeführt wird.

Sollen die Maisstoppeln zerkleinert werden, ist dies problemlos mit dem Mulcher möglich. Die Stoppeln incl. der Untersaat mit Einbringung von 100 l Bodenverjünger je ha nach der Ernte mulchen. Rinderhaltende Landwirte mit Futterbedarf können den Aufwuchs der Untersaat im nächsten Frühjahr zum Silieren ernten.

Fazit:

Die Untersaat führt lange Zeit ein Schattendasein. Wenn sie dann Licht bekommt läuft sie zu Hochleistung auf und kann als Futter oder zur Flächenrotte erfolgreich genutzt werden.

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