Warum der regenerativen Landwirtschaft die Zukunft gehört

Landwirtschaft für morgen

Bis heute ist die Landwirtschaft der größte Wirtschaftszweig und die wichtigste Erwerbsquelle der Welt. Stand heute ist die kleinbäuerliche Subsistenzlandwirtschaft mit 85 %* noch immer die bedeutendste Form der Nahrungsmittelproduktion in vielen Teilen der Welt. Durchschnittswerte verzerren jedoch das Bild der realen Lebenssituation auf vielen Betrieben, insbesondere in Europa und Nord- und Südamerika. Hier hat das „wachse oder weiche“ Credo der Agrarpolitik die landwirtschaftlichen Strukturen massiv beeinflusst.

Wo soll die Reise hingehen?

Modernisierungsdruck und Exportwirtschaft stellen viele Betriebe vor existenzielle Probleme. Lohnen sich teure Investitionen oder lassen sich neue Absatzwege generieren, auf denen angemessenere Preise durch den Verbraucher gedeckt werden? Nicht nur kleinbäuerliche Betriebe, sogar Großagrarkonzerne kommen auf dem Exportmarkt an ihre Belastungsgrenzen. Spätestens wenn die Produktionskosten den Verkaufspreis am Markt überschreiten, muss auch dem letzten klar werden, dass sich die Ausrichtung einer ganzen Branche in eine falsche Richtung entwickelt.

Die vielen Funktionen der Landwirtschaft

Die Landwirtschaft hat schon immer zahlreiche zentrale Funktionen für die Gesellschaft. Diese wieder in das Bewusstsein zu rücken und Lösungen für eine ökonomisch wirtschaftliche und sozial tragfähige Landwirtschaft zu bieten, sollten Fokus von privaten, gesellschaftlichen und politischen Überlegungen sein.

Im Kern steht die Landwirtschaft für die Lebensmittel- und Rohstoffproduktion. Ca 60 % der landbedeckten Erdoberfläche werden landwirtschaftlich genutzt*. Daraus resultiert eine enorme Verantwortung für die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit unserer Ökosysteme. Und ein ebenso großes Potenzial.

Mehr Achtsamkeit auf allen Ebenen

Innovative Lösungen sind gefragter denn je. Denn die Probleme in der Landwirtschaft haben in den letzten Jahrzehnten weltweit stark zugenommen. Effizienz und Rationalisierung gehen häufig auf Kosten von Faktoren, denen lange kaum Beachtung geschenkt wurde und wird. Psychische und physische Belastung der Landwirte, Familien und Mitarbeiter, aber auch eine angemessene Entlohnung für die Produkte und faire Chancen am Absatzmarkt fehlen häufig als Aspekte in der Zielsetzung auf betrieblicher und politischer Ebene.

Neue Herausforderungen für die Landwirtschaft

Neben den sozialen Aspekten nehmen auch Umweltfaktoren immer stärker Einfluss auf die landwirtschaftliche Praxis.

Erosion, Extremwetterereignisse, Wasserknappheit und verarmte Böden beschäftigen Landwirte, Agraringenieure, Wissenschaftler und Berater auf der ganzen Welt. Natürlich ist die Relevanz der Thematiken unterschiedlich ausgeprägt und jeweils standortspezifisch. Dennoch gilt es, Wege zu finden, die in großen Maßstäben skalierbar sind und echte, umsetzbare Maßnahmen beinhalten, die in nahezu jeder Betriebsgröße und Struktur Anwendung finden können.

Die regenerative Landwirtschaft bietet Alternativen und Lösungswege für viele Aufgaben, denen die Betriebsleiter/innen von heute und morgen gegenüberstehen (werden). Ein Umdenken und Zulassen neuer Ansätze erfordert Mut und Entschlossenheit. Viele der etablierten Anbauverfahren bieten eine trügerische Sicherheit. Am Ende wünschen sich viele Betriebe aber wieder mehr Flexibilität und Handlungsspielraum, um auf die Ansprüche aus der Gesellschaft und die vermehrt extremen Außenbedingungen reagieren zu können.

Ziele der Regenerativen Landwirtschaft

Die Ziele und Leitgedanken der regenerativen Landwirtschaft vereinbaren diese Aspekte.

Drei Kernziele sind:

  • Humusaufbau
  • Bodenleben fördern
  • Beste Qualitäten erzeugen

Diese sind die Grundlage für einen ökonomisch und biologisch gesunden Betrieb. Auf diese Weise lassen sich höchst effizient Erträge aus dem betriebseigenen Kreislauf generieren.

Kreisläufe erkennen und nutzen

Die Einbindung von Kohlenstoff aus der Luft in den Boden ist eine Win-Win Situation für alle. Durch aktiven Humusaufbau (also, die Anreicherung von Kohlenstoffkomplexen im Boden) wird die Leistungsfähigkeit und Tragfähigkeit der Böden verbessert. Wir müssen dem, worauf wir stehen und was wir für selbstverständlich gehalten haben, wieder mehr Aufmerksamkeit schenken: dem Boden!

Hier liegen wesentliche Schlüssel zu Lösung (teilweise) globaler Probleme. Boden und Fläche ist unser limitierender Faktor auf dieser Erde. Der künstliche Zugewinn an landwirtschaftlich nutzbaren Flächen ist marginal. Umso wichtiger ist es, die Böden, die wir haben und bearbeiten, zu schützen, zu beleben und ihnen die Fähigkeiten und das Potenzial zurückzugeben, die sie haben können.

Der Makrokosmos der Mikroorganismen

Das Zusammenspiel von Bodenmikroben und Pflanzen ist ein ganzes Universum voller komplexer Austausch-Mechanismen. Die genauen Abläufe zwischen dem Bodenleben und den Pflanzen werden immer weiter erforscht und verstanden. Was bereits bewiesen, reproduzierbar und deutlich ist, ist das diese Abläufe essenziell sind.

Die regenerative Landwirtschaft bietet Antworten auf viele Fragen. Die Reaktivierung des Bodenlebens ist für uns der zentrale Aspekt für eine zukunftsfähige Entwicklung im Agrarsektor. Mithilfe der Millionen und Abermillionen fleißigen Mitarbeiter, den Effektiven Mikroorganismen, kann der Boden und Pflanzenstoffwechsel aktiv beeinflusst und verbessert werden. In Kombination mit bester fachlicher Praxis ist es möglich, auch auf extremen Standorten und in kurzer Zeit die Humusgehalte im Boden deutlich zu steigern.

Die Ansätze der regenerativen Landwirtschaft lassen sich auf nahezu alle Formen der Rohstoff und Nahrungsmittelerzeugung, also in allen Systemen der Landwirtschaft umsetzen.

Effektiv miteinander- auch in Zukunft

Wir von EM-Chiemgau möchten zusammen mit den landwirtschaftlichen Akteuren unseren Teil zu einer enkeltauglichen Landwirtschaft beitragen. Wir entwickeln Produkte für eine Landwirtschaft, die die natürlichen Kreisläufe verstehen und nutzen will. Die mit der Natur anstatt gegen sie arbeitet und die gesunde Nahrungsmittel für eine gesunde Gesellschaft produziert.

Anlässlich des Welternährungstags sagen wir DANKE an alle Akteure, die bereits mutig und neugierig genug sind, neue Wege zu bestreiten! Wir freuen uns auch weiterhin Teil eines starken Netzwerks zu sein und uns gegenseitig zu unterstützen- getreu unserem Motto: effektiv miteinander!

*(Quelle: Wege aus der Hungerkrise-Die Erkenntnisse des Weltagrarberichtes und seine Vorschläge für eine Landwirtschaft von morgen, 2009, https://www.probiosa.de/wp-content/uploads/Wege_aus_der_Hungerkrise_2.4MB.pdf#page=18&zoom=auto,-9,591 )

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