Feldtag zum Thema „regenerative Grünlandwirtschaft“

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Ende September war es endlich wieder so weit- ein Treffen im Grünen und ein angeregter Austausch zwischen Praktikern und Experten konnte unter Einhaltung der Corona Maßnahmen stattfinden. Die Grüne Brücke, die Sparkasse Berchtesgadener Land und EM-Chiemgau luden ein, um auf dem Biohof der Familie Lecker einen Feldtag zum Thema regenerative Maßnahmen im Grünland zu veranstalten.

Grünland-Feldtag „regenerative Landwirtschaft“

Auf dem Biohof Lecker, einem vielseitig aufgestellten Familienbetrieb in Laufen im Chiemgau, der neben der Legehennenhaltung im Hühnermobil auch ein breites Angebot an Gemüse und verarbeiteten Milchprodukten über die hofeigene Abo-Kiste vertreibt, konnten Anwender und Interessierte zum Thema regenerative Landwirtschaft dem Bodenexperten Dietmar Näser über die Schulter schauen.

Zunächst wurden die Teilnehmer über die Grundlagen der regenerativen Landwirtschaft informiert. Christoph Fischer legte die Bedeutung eines geschlossenen Nährstoffkreislaufes für Erfolge in der landwirtschaftlichen Praxis dar und erklärte das aus dem Rosenheimer Projekt entwickelte und bewährte System der Gülleaufbereitung mithilfe von EM-Aktiv, Urgesteinsmehl und Pflanzenkohle.

Im Anschluss ging es dann auf das hofnahe Grünland. Bodenexperte Dietmar Näser demonstrierte anschaulich, mit welchen Methoden jeder Landwirt sein Grünland besser beurteilen und dementsprechend gezielte Maßnahmen zur Ertragssteigerung durchführen kann.

Positerra- gemeinsam für eine humusfördernde Landwirtschaft

Auch das Positerra-Projekt wurde auf dem Grünland-Feldtag vorgestellt. Positerra bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Klimabilanz zu verbessern und dabei regional den Humusaufbau zu fördern. Ziel ist, große Mengen an CO2 zu speichern und die Landwirte in Sachen regenerativer Landwirtschaft zu unterstützen. Landwirte und Unternehmen profitieren so von einer regionalen Wertschöpfung. Der Kauf von anonymen CO2-Zertifikaten aus dem Ausland wird in einen persönlichen Austausch transferiert. Bauern vor Ort wirtschaften klima-optimiert für Unternehmen vor Ort.

Ziel ist es, durch regenerative Maßnahmen den Humusaufbau auf den Flächen zu steigern und somit CO2 zu speichern. Der Erfolg der Maßnahme wird durch Bodenanalysen überprüft. Werden die vorher definierten Ziele erreicht, erhält der Landwirt einen monetären Ausgleich für den Humusaufbau. Während des Prozesses werden die Landwirte fachlich durch die Experten von Humusfarming, Grünebrücke und EM-Chiemgau unterstützt.

Fruchtbare Böden und eine klimafreundlichere Wirtschaft sind das langfristige Ergebnis dieser Symbiose, bei der alle Akteure voneinander profitieren.

Die Bodenansprache

Für eine Einschätzung des Grünlandes muss man, wie auf dem Acker auch, zunächst einmal zur Tat schreiten. Bodenanalysen allein geben nur eine Teilauskunft darüber, was das Grünland braucht. Zu einer umfänglichen Bodenansprache gehören die Sonden- und Spatenprobe, der Bodenschwenktest und ein Versickerungstest. Alle Maßnahmen können einfach und unkompliziert von jedem Landwirt auf dem eigenen Betrieb durchgeführt werden.

Bodensonde und Spatenprobe

Mit der Bodensonde kann man einfach und schnell überprüfen, in welcher Bodenschicht Verdichtungen auftreten. Je nachdem, wie leicht und tief sich die Sonde in den Boden stechen lässt, ist der Boden durchlässig oder verdichtet. Um ein ganzheitliches Bild zu erhalten, sollte man auf verschiedenen Stellen eines Schlags testen. Gleiches gilt für die Spatenprobe.

Bei der Spatenprobe wird die Bodenstruktur analysiert. Hier kann man sich zunächst auf seine Sinne berufen. Wie sieht der Boden aus? Was passiert, wenn man ihn anfasst und auseinander bricht? Ist er krümelig und locker oder kann man Platten und Klumpen sehen? Neben Seh- und Tastsinn darf auch der Geruchssinn hinzugezogen werden. Ein fauliger Kellergeruch und grünliche Verfärbungen deuten auf Fäulnisprozesse im Boden hin. Riecht der Boden dagegen süßlich erdig kann man davon ausgehen, dass die Bodenmikrobiologie aktiv ist.

Der Bodenschwenktest und die Versickerungsprobe

Der Bodenschwenktest zeigt, wie viele wasserbeständige Bodenkrümel vorhanden sind. Beobachtet wird das Absatzverhalten des im Wasser gelösten Bodens, die Sedimentschicht und die Schaumbildung. Somit erhält man ein weiteres Puzzlestück zur Beurteilung der Bodenaktivität.

Nach dem Versickerungstest kann der/die Landwirt/in Schlüsse über die Wasseraufnahmekapazität des Bodens ziehen. Weißt der Boden ein eher schlechtes Wasseraufnahmevermögen auf, kann man auf Verdichtungen und eine Einschränkung der Bodenatmung schließen.

Die Auswertung der Beobachtungen erfordert sicherlich ein wenig Übung. Umso sinnvoller ist es, erst einmal mit einer Beurteilung zu beginnen und diese mehrfach im Jahr zu wiederholen. Jeder Schritt, der dabei hilft, den Boden unter seinen eigenen Füßen besser zu verstehen, ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Regenerative Maßnahmen auf dem Grünland

Die Einschätzung des eigenen Grünlandes soll natürlich dazu führen, gezielte Maßnahmen zu ergreifen, die den Ertrag und Futterwert des Grünlandes steigern können. Eine zentrale Maßnahme der regenerativen Grünland-Bewirtschaftung ist der Einsatz des Grasnarbenbelüfters zusammen mit einer Fermenteinspritzung. Auch im Grünland hat sich für diese Maßnahme der Bodenverjünger bewährt.

Der gezielt auf die Bodenmikrobiologie abgestimmte Bodenhilfsstoff verlängert und steigert die Wirkung der Belüftungsmaßnahme deutlich. Er hilft, Verdichtungen im Oberboden zu lockern und regt das Wurzelwachstum an. Der Boden wird tragfähiger.

Die entstandenen Einschnitte und Risse im Boden werden sofort mit Mikroben besiedelt. Durch ihre Aktivität in Verbindung mit dem nun möglichen Gasaustausch steigt auch die Bodenatmung. Dies führt zu einem vermehrten Humusaufbau, denn Humus wird in der Wurzelrhizosphäre lebender Pflanzen von effektiven Mikroorganismen gebildet.

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Noch mehr zur Wirkung des Grasnarbenbelüfters gibt es HIER.

Regenerativ wirtschaften ist für alle sinnvoll

Besonders hervorzuheben ist, dass alle Betriebe, egal ob konventionell oder bio, unabhängig von ihrer Wirtschaftsweise von den Wirkungsmechanismen der regenerativen Landwirtschaft profitieren können. Der Austausch zwischen Praktikern erfolgt stets unvoreingenommen. Mit jedem neuen Feldtag erfolgt ein Wissenszuwachs durch den Erfahrungsaustausch und es entstehen neue Vernetzungen. Somit wird durch die Maßnahmen der regenerativen Landwirtschaft nicht nur das Wurzelwachstum der Pflanzen angeregt, sondern auch die Verzweigung und Vernetzung unter den Praktikern. Eine wirklich fruchtbare Maßnahme, wie wir finden!

Wir bedanken uns recht herzlich bei allen Teilnehmern, Referenten und natürlich besonders bei der Familie Lecker für die Einladung und den Blick hinter die Kulissen auf ihrem innovativen und vielseitigen Betrieb!

2 Kommentare

    Maximilian Bauer

    Vielen Dank für den informativen Artikel! Prima Blog.

      Lisa Fitkau

      Danke!

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